Musical-Gala »What a Feeling!« des Jungen Staatsmusicals Wiesbaden

Twelft Night ~ Staatstheater Wiesbaden / Junges Staatsmusical ~ Feste (Lilli Trosien), Ensemble ~ Foto: Peter Emig

Seit 25 Jahren leitet Iris Limbarth das Junge Staatsmusical, das in Struktur und künstlerischem Niveau in dieser Form deutschlandweit einzigartig ist. 50 Produktionen sind in diesem Vierteljahrhundert vor seit Jahren zuverlässig ausverkauftem Haus auf die Bühne gekommen.

Anlässlich dieses Jubiläums geben sich bei der Gala „What a Feeling!“ am Sonntag, den 24. Mai 2026 um 16.00 und um 19:30 Uhr im Kleinen Haus im Rahmen der 130. Internationalen Maifestspiele ehemalige JUSM-Darsteller*innen, die heute auf den großen Musicalbühnen Europas stehen, gemeinsam mit aktuellen Ensemblemitgliedern die Ehre.

Mit dem Publikum machen sie sich auf eine Reise durch ein Vierteljahrhundert unsterblicher Hits, Emotionen und unvergesslicher Bühnenmomente. Durch den Abend führt Klaus Krückemeyer, der in mehreren der ersten JUSM-Produktionen von Iris Limbarth auf der Musicalbühne stand und heute als Moderator, Reporter und Autor u. a. für den hr, den WDR und den SWR arbeitet. Jüngst feierte seine Bühnenadaption des Kultfilms „Oh Boy“ am Theater Paderborn Premiere. Die musikalische Leitung des Programms hat Frank Bangert, der seit über 30 Jahren beim JUSM aktiv ist.
Beide Vorstellungen sind ausverkauft.

Freuen kann man sich u. a. auf folgende Gäste: Louisa Heiser spielte im JUSM in „Sister Act“ die Dolores und in „Blues Brothers“ die Aretha Franklin. Später war sie sie in „Harry Potter und das verwunschene Kind“ am Theater am Großmarkt in Hamburg als Hermine, und in „& Juliet“ in beiden Hauptrollen – als Julia sowie als Anne Hathaway – am Operettenhaus Hamburg zu erleben.

Florian Claus war fünf Jahre lang Mitglied des JUSM und spielte in Produktionen wie „Jesus Christ Superstar“. Mittlerweile ist er Sänger bei der erfolgreichen Pop-/Schlagergruppe voXXclub, die viermal für den ECHO nominiert wurde und deutschland- wie weltweit tourt und Fernsehauftritte absolviert.

Nina Links spielte im JUSM u. a. in „Hair“ oder die Audrey in „Der kleine Horrorladen“. Jüngst tourte sie mit dem Musical „Elisabeth“ durch Deutschland und die Schweiz.

Das ehemalige JUSM-Mitglied Patrick Schmitz, „ein Komiker vor dem Herrn“ (Iris Limbarth), steht seit Jahren u. a. regelmäßig als Heinz Ehrhardt auf der Bühne. Seit 2024 tourt „Die Neue Heinz Erhardt Revue“, die in der Laeiszhalle in Hamburg Premiere feierte, durch Deutschland. Außerdem ist er mit dem Roger-Cicero-Memoriam-Konzert „Frauen regieren die Welt!“ unterwegs.

Das Gala-Programm ist ein Feuerwerk mit Hits aus „Sister Act“, „Jesus Christ Superstar“, „Der kleine Horrorladen“, „Blues Brothers“, „Hair“, „Fame“, „Chicago“ und anderen Musicals.

Dazwischen gibt es unterhaltsame Anekdoten und unvergessene Erinnerungen aus dem letzten Vierteljahrhundert JUSM-Geschichte. „25 Jahre sind schon eine lange Zeit. Manche der ehemaligen Mitglieder haben mittlerweile Kinder, die heute bereits die nächste Generation Ensemblemitglieder stellen. Einige der heutigen Darsteller*innen waren noch nicht einmal geboren, als ich die erste Produktion geleitet habe. Und für viele, die schon länger dabei sind, sind die Produktionen noch immer so präsent, dass jeder die Choreos noch kann. Es ist wirklich ein schöner Moment einmal innezuhalten und diese Reise zu reflektieren“, sagt Iris Limbarth.


Das Junge Staatsmusical (JUSM)

Das Junge Staatsmusical des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden bietet jungen Schauspieler*innen, Sänger*innen und Tänzer*innen, vor allem auch solchen, die (noch) nicht im künstlerischen Berufsalltag stehen, die Möglichkeit unter professionellen Bedingungen im Abendspielplan des Staatstheaters Wiesbaden aufzutreten. Für die beiden Neuproduktionen pro Jahr findet ein jährliches Casting statt, an dem jede*r teilnehmen kann.

1987 gründeten der damalige Wiesbadener Intendant Claus Leininger und sein Chefdramaturg Dr. Michael W. Schlicht auf Initiative einer Gruppe theaterbegeisterter junger Menschen das Jugendclubtheater. Mit dem Fokus auf Musical sollte es Talenten unterschiedlicher Richtungen die Möglichkeit geben sich einzubringen. Die ersten Produktionen entstanden unter der Leitung des Schauspielers Frank Schuster. 1990 übernahm Reinhardt Friese die Regie.

Iris Limbarth, die bereits seit 1994 für die Choreografie verantwortlich zeichnete, übernahm im Jahr 2000 die Leitung. Seit 2014 trägt die Sparte den Namen Junges Staatsmusical (JUSM).

In den letzten drei Jahrzehnten entwickelte sich das JUSM zu einer überregional anerkannten Talentschmiede. Zahlreiche Ensemblemitglieder wählten später den Beruf des/der Bühnen- oder Filmdarsteller*in, darunter Schauspieler*innen wie die Bremer „Tatort“-Kommissarin Jasna Fritzi Bauer, Manolo Bertling, der die Hauptrolle im ARD-Drama „Geister“ spielt, Trystan Pütter, u. a. bekannt durch die ZDF-Staffeln „Ku’damm“ (56, 59 und 63) oder die Schauspielerin Britta Hammelstein, die am Münchner Residenztheater und in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen spielte; außerdem Musicaldarsteller*innen wie Nico Schweers, der gerade mit „Elisabeth“ durch China tourte, Stefanie Köhm, die aktuell eine der Hauptrollen in „Billy Elliot“ in der Schweiz spielt oder Lino Kalich, der alternierend die Rolle des Marty McFly im Hamburger Musical „Zurück in die Zukunft“ singt.

In mehr als 60 Produktionen, in über 2000 meist ausverkauften Vorstellungen haben mehr als 300 junge Menschen mitgewirkt und mit ihrer Persönlichkeit, ihrer Begeisterung und ihrem Engagement das JUSM geprägt. Iris Limbarth wurde 2022 für ihre Arbeit mit dem Deutschen Musical Theater Preis ausgezeichnet.


Iris Limbarth (Leitung, Regie und Choreografie)

Iris Limbarth arbeitete nach dem Bühnenreife-Diplom als Tänzerin und Musicaldarstellerin an verschiedenen Theatern. 1995 legte sie den Grundstein für ihre Karriere als Choreografin an Theatern in ganz Deutschland. Neben Regieassistenzen erweiterten Workshops in New York und London ihr Spektrum.

Seit 1999 arbeitet sie als Regisseurin für Musiktheater u. a. am Theater Nordhausen, Hessischen Staatstheater Wiesbaden, Theater Bielefeld, Deutschen Theater München, an der Alten Oper Frankfurt, am Colosseum Theater Essen, Staatstheater Schwerin, Landestheater Coburg, Landestheater Eisenach, an der Landesbühne Wilhelmshaven und am Nationaltheater Windhoek/Namibia.

2000/2001 übernahm sie die Leitung des Jungen Staatsmusicals am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Seitdem hat sie das JUSM durch ihre Arbeit überregional bekannt gemacht. Eine entsprechende Institution baut sie seit 2015 mit dem Jungen Musical der Pfalzbau Bühnen am Theater im Pfalzbau Ludwigshafen auf.

Iris Limbarths Inszenierung von „Jesus Christ Superstar“ für das Hessische Staatstheater Wiesbaden wurde 2001 zu den Hessischen Theatertagen am Staatstheater Kassel eingeladen. Für ihre Inszenierung der Uraufführung des Musicals „Superhero“ von Anthony McCarten und Paul Graham Brown wurde sie 2015 in den Kategorien Beste Regie und Beste Choreografie für den Deutschen Musical Theater Preis nominiert.

Sie schrieb einige Musicalrevuen wie „We Like it Hot“ für das Hessische Staatstheater Wiesbaden, sowie die Beatlesrevue „Yellow Submarine“ und „Sweets for my sweet“ für das Landestheater Schwaben in Memmingen. „Sweets for my sweet“ lief auch im Rahmenprogramm der Bayerischen Theatertage 2005 in Memmingen.

In der Spielzeit 2006/07 übernahm Iris Limbarth die künstlerische Leitung der Emsländischen Freilichtbühne Meppen, wo sie im Jahr 2021 zur Intendantin gewählt wurde.

2019 wurde Iris Limbarth für ihre Arbeit mit dem JUSM mit der Wiesbadener Lilie geehrt. Für ihre langjährige Förderung des Bühnennachwuchses im Rahmen ihrer Arbeit mit dem Jungen Staatsmusical wurde ihr 2022 beim Deutschen Musical Theater Preis in Hamburg der Sonderpreis der Jury der Deutschen Musical Akademie verliehen.

https://www.staatstheater-wiesbaden.de/spielplan/kalender/what-a-feeling-imf26/1832