Highlights im Spielplan der Oper Frankfurt im Mai 26

Simon Bailey (© Edmond Choo)


Premiere: Bluthochzeit

Eine erschütternde dramatische Intensität und kompromisslose Modernität prägen die Oper Bluthochzeit von Wolfgang Fortner (1907–1987). Als der Komponist 1957 sein erstes Bühnenwerk fertigstellte, galt er bereits als eine der führenden Persönlichkeiten des europäischen Musiklebens. Der Text stammt vom spanischen Dichter Federico García Lorca. Bis zu Fortners Tod wurde Bluthochzeit 22 Mal neu inszeniert und zählte zu den erfolgreichsten deutschen Opern der Nachkriegszeit. Fortner selbst galt auch als einflussreicher Lehrer, der eine ganze Generation von Musikern prägte, darunter Hans Werner Henze. Seine Biografie weist jedoch auch Schattenseiten auf, insbesondere seine NSDAP-Mitgliedschaft und die Arbeit an Propaganda-werken während der NS-Zeit.

Zum Inhalt:

Duncan Ward
(© Hugo Thomassen)

Seit Generationen bekriegen sich zwei Familien in einem spanischen Dorf. Eine Hochzeit steht bevor. Die Mutter des Bräutigams hat ihren Mann und ihren ältesten Sohn durch den verbitterten Kampf zwischen den Clans verloren und bangt nun um das Leben ihres jüngsten Sohnes. Sie fürchtet, dass durch seine Ehe der Krieg der beiden Familien wieder aufflammt. Denn die Braut liebt immer noch ihren früheren Verlobten Leonardo, der zum feindlichen Clan gehört. Er entführt sie direkt nach der Hochzeit. Sie fliehen in den Wald, doch ihre Verfolger holen sie ein. Die Blutrache wird zweifach vollzogen: Der Bräutigam und Leonardo sterben im Duell.

Zur Besetzung:

Inszeniert wird die Frankfurter Erstaufführung von Àlex Ollé. Er hat an der Oper Frankfurt bereits den Doppelabend mit Debussys La Damoiselle élue und Honeggers Jeanne d’Arc au bûcher, sowie Giacomo Puccinis Manon Lescaut inszeniert.

Musikalisch geleitet wird die Premierenserie von Duncan Ward. Dieser gilt als einer der vielseitigsten Dirigenten seiner Generation. Regelmäßig arbeitet er mit Klangkörpern wie dem London Symphony Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder dem Gürzenich-Orchester Köln zusammen. Des Weiteren ist er Chefdirigent der Südniederländischen Philharmonie (Philzuid). Mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester gestaltete Ward in der vergangenen Spielzeit ein Museumskonzert.

Die Mutter ist mit Claudia Mahnke besetzt. Neben ihren Partien in Boris Godunow und Richard Wagners Tristan und Isolde an der Oper Frankfurt, gastiert Mahnke in dieser Spielzeit unter anderem an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin.

Magdalena Hinterdobler (Braut) sang in dieser Spielzeit Tosca an der Finnischen Nationaloper in Helsinki und gab ihr Rollendebüt als Senta in Wagners Der fliegende Holländer am Landestheater Salzburg. An der Oper Frankfurt verkörperte sie in dieser Spielzeit bereits die Rolle der Ellen Orford in Peter Grimes.

Der Schauspieler Christian Clauß ist als Bräutigam, die Schauspielerin Daniela Ziegler als Tod / Bettlerin zu erleben. Beide sind durch Auftritte auf diversen Bühnen sowie als TV-Darsteller bekannt. In weiteren Rollen sind überwiegend Mitglieder des Ensembles besetzt.

Bluthochzeit

Lyrische Tragödie in zwei Akten

Von: Wolfgang Fortner
Text: Federico García Lorca in der deutschen Übersetzung von Enrique Beck
Uraufführung:
8. Juni 1957 (Köln, Städtische Oper)
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Premiere / Frankfurter Erstaufführung an der Oper Frankfurt: Sonntag, 10. Mai 26 (Opernhaus)

Musikalische Leitung: Duncan Ward
Inszenierung: Àlex Ollé
Bühnenbild: Alfons Flores
Kostüme: Lluc Castells
Licht: Olaf Winter
Chor: Álvaro Corral Matute
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Besetzung:

Mutter: Claudia Mahnke
Braut: Magdalena Hinterdobler
Bräutigam: Christian Clauß
Tod / Bettlerin: Daniela Ziegler
Leonardo: Mikołaj Trąbka
Leonardos Frau: Zanda Šv?de
Schwiegermutter: Annette Schönmüller
Magd: Karolina Makuła
Nachbarin: Barbara Zechmeister
Kleines Mädchen: Karolina Bengtsson
Vater der Braut: Dietrich Volle
Mond: AJ Glueckert
Kind: Alina Avagyan°
Drei Mädchen: Julia Bell / Rachel Speirs / Svea Verfürth
Zwei Mädchen: Zuzana Petrasová / Thalia Azrak
Zwei Burschen: Jihun Hong° / Hubert Schmid
Drei Gäste / Drei Holzfäller: Jonas Müller° / Dongsu Lee / Aleksander Myrling

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

°Mitglied des Opernstudios

Weitere Vorstellungen: 13., 15., 24. (18 Uhr), 31. Mai, 6., 15. Juni 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr.
Preise: € 16 bis 190 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Am 15. Mai findet das Nachgespräch Oper im Dialog anlässlich der Premiere von Bluthochzeit statt.


Liederabend: Simon Bailey (Bassbariton), Anne Larlee (Klavier)

Dienstag, 5. Mai 26 (Opernhaus)

Lieder von Ralph Vaughan Williams, Franz Schubert, Jacques Ibert, Henri Duparc u.a.

Über viele Jahre zählte Simon Bailey als Ensemblemitglied zu den Frankfurter Publikumslieblingen. In dieser Spielzeit sprang er bei der zweiten Vorstellung in Rudi Stephans Oper Die ersten Menschen ein. Sein hiesiges Repertoire umfasst Partien wie Peter (Hänsel und Gretel), Mr. Redburn (Billy Budd), Gunther (Götterdämmerung), Klingsor (Parsifal), Gelone (L’Orontea), Don Magnifico (La Cenerentola), Orest (Elektra), Křeneks Adam Ochsenschwanz (Schwergewicht) und die Titelpartie von Herzog Blaubarts Burg.

Gastengagements brachten den britischen Bassbariton etwa als Achilla (Giulio Cesare in Egitto), Don Bartolo (Il barbiere di Siviglia), Mozarts Figaro, Leporello (Don Giovanni), Kutusow (Krieg und Frieden), Méphistophélès (La damnation de Faust), die vier Bösewichter (Les contes d’Hoffmann), Jochanaan (Salome), Balstrode (Peter Grimes) und Der Totenrichter (Die Verurteilung des Lukullus) u.a. an die Opernhäuser in Wiesbaden, Stuttgart, Basel, Straßburg, Brüssel, London und Mailand.

Seit seinem Debüt bei den Tiroler Festspielen Erl zählt auch Wotan / Wanderer (Der Ring des Nibelungen) zu den Paraderollen des Gewinners des Wales Theatre Award 2018. Wotan sang er zuletzt in Dortmund (Das Rheingold), Luzern und Dresden (Die Walküre), den Wanderer (Siegfried) in Wiesbaden, Dortmund, Dresden und Versailles.

Preise: € 16 bis 109 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)


Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, online unter oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.