Tanztreffen der Jugend: 26. September bis 2. Oktober 2026

Tanztreffen der Jugend: Herzhaft romatisch (© Christina Voigt)

Zehn ausgezeichnete Tanzproduktionen erforschen Erinnerung, Gefühle und gesellschaftliche Fragen

Beim 13. Tanztreffen der Jugend im Haus der Berliner Festspiele setzen sich zehn prämierte Produktionen mit Erinnerungskultur, gesellschaftlichen Konventionen, Gefühlen, Tod und Lebenszyklen auseinander. Dabei loten die jungen Tänzer*innen Spartengrenzen aus und bedienen sich übergreifender künstlerischer Praktiken.

Der vollständige Spielplan ist auf der Website veröffentlicht, heute um 14:00 Uhr startete der Ticketverkauf.

Gemeinsam mit ihren Gästen eröffnen die diesjährigen Preisträger*innen-Ensembles am 26. September 2026 das 13. Tanztreffen der Jugend. Durch den Abend führen Estera Sara Stan und Aliyye Sahin, den Prolog gestalten Ole Bartel und Mia Windel.

In der anschließenden Aufführung Till Eulenspiegel – Teile Von Mir begegnet das tfn-Jugendensemble aus Hildesheim in Kooperation mit SALTAZIO der Figur des Till Eulenspiegel als Sinnbild für Widerspruch, Neugier und Trotz. Zwischen zeitgenössischem Tanz und Performance entfalten sich eindrückliche Bilder, die Eulenspiegels Bedeutung für die Gegenwart erkunden.

Am 27. September präsentieren sich zwei Duette und ein Solo: LA PREMIERE FOIS ist eine poetische Erzählung des Stuttgarter Tanzduos EMMATHEO über erste und prägende Momente von Ängsten, Träumen, Misserfolgen, Siegen und Selbstvertrauen, bei der Hip-Hop in einen sinnlichen Dialog mit Texten, Video und Streetart tritt. zwischenkörpern zeigt den tänzerischen Dialog zweier Körper. Soley Huber und Jonathan Walker vom tanzApartment-Studio aus Berlin durchlaufen unterschiedliche Beziehungszustände von Lebensfreude, Erschöpfung, Konflikt, Verständnis und gegenseitigem Halt. Schwarz ist schließlich ein Solo von Zhechang Yuan AKA Mr. Chaos aus München, das die Bedeutung der Farbe Schwarz enthüllt: Tod, Kälte, Wiedergeburt. In poetischen Bildern drückt die Körpersprache mittels Krumping, Waacking, Breaking und Kampfsport aus, worüber nicht gerne gesprochen wird.

Am 28. September zeigt die Oberstufentheatergruppe des Dientzenhofer-Gymnasiums in Bamberg Die Ermittlung – nach Peter Weiss. Basierend auf den Protokollen des ersten Frankfurter Auschwitzprozesses macht die Inszenierung die Mechanismen von Gewalt, Schuld und Selbstentlastung in einer chorischen und körperlichen Sprache erfahrbar und fragt gleichzeitig, wie Hoffnung möglich bleibt.

Am 29. September ist zunächst die Produktion Herzhaft romantisch der TanzTheater-AG Neukölln 11, Schule am Bienwaldring, Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung aus Berlin zu erleben. Unter dem Motto „(E)motion“ spiegelt die Arbeit die individuellen emotionalen Zustände und Lebenswelten der 13 Tänzer*innen im Alter von 8 bis 18 Jahren wider. Anschließend setzt sich das Ensemble iMove des Saarländischen Staatstheaters aus Saarbrücken in ver_rückt mit verschiedenen Auslegungen und Verwendungen von „etwas verrücken“ und „verrückt sein“ auseinander.

Der 30. September ist mit Nichts wird vergessen den Erinnerungen von Zeitzeug*innen gewidmet, die den Holocaust überlebt haben. Gemeinsam mit den Choreograf*innen Stefan Hahn und Rafaela Molina initiieren die Tänzer*innen der Perform[d]ance Jugendkompanie aus Stralsund auf der Basis von dokumentarischen Erinnerungen eine Suchbewegung für eine neue Erinnerungskultur – aktivistisch, den Blick weitend und ins Mark treffend.

Am 1. Oktober zeigt zunächst die SYMBIONYX Jugend Tanz Company aus Düsseldorf mit Streetvoices eine Hommage an die Stimmen der Straße und die Vielfalt der urbanen Tanzkultur. Das Stück erzählt von Gemeinschaft, Individualität und Stärke. Im anschließenden Stück find no words to say der JugendTanzCompany fabrik Potsdam wird Tanz zur Sprache, um gehört und verstanden zu werden. In Momenten von Freude, Wut, Überwältigung oder tiefer Verbindung sagt der Körper, was Worte nicht beschreiben können.

Zum Abschluss des Festivals lädt das Tanztreffen der Jugend junge Tanzschaffende aus Berlin und Umgebung ein, sich im Rahmen der Arena #11 mit den Teilnehmenden des Tanztreffen der Jugend tänzerisch auszutauschen.

Rahmenprogramm

Parallel zum Bühnenprogramm findet ein Rahmenprogramm mit Tänzer*innen, Choreograf*innen und ehemaligen Teilnehmenden der Treffen junge Szene aus den Bereichen Theater, Musik und Literatur statt. In einer öffentlichen Werkstatt Session am 28. September geben Musiker*innen des Treffen junge Musikszene, die im Format „Nahaufnahme“ weiterführend gefördert werden, erste Einblicke in ihre gemeinsamen Arbeitsprozesse. Am 29. September ist der 20-minütige Experimentalfilm DREAM BABY DREAM zu sehen, in dem 60 Berliner Akteur*innen, darunter Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus unterschiedlichen Disziplinen anhand von Musik, Bewegung und Poesie zentrale Fragen unserer Gegenwart erkunden. Im Talk Historisches Erinnern im Tanz am 1. Oktober sprechen Expert*innen und Tanzschaffende über künstlerische Praxis und Aktivismus und erörtern gemeinsam, wie jenseits von Archiven erinnert werden kann, wenn Zeitzeug*innen nicht mehr leben.

Magazin

Das Magazin stellt die Ensembles und ihre Produktionen vor und erscheint zu Festivalbeginn.

Tanztreffen der Jugend in der Mediathek

Sämtliche Produktionen sowie ausgewählte Veranstaltungen des Rahmenprogramms werden noch während des Festivals in der Berliner Festspiele Mediathek veröffentlicht und stehen für ein Jahr zum Nachschauen bereit.

Das Tanztreffen der Jugend macht es sich zur Aufgabe, ein Schaufenster und Impulsgeber für die Arbeit junger Tänzer*innen und Choreograf*innen zu sein. Dabei gibt es keine zeitlichen, formalen oder thematischen Vorgaben. Neben den täglichen öffentlichen Aufführungen im Haus der Berliner Festspiele richtet sich ein exklusives Programm mit Workshops sowie Aufführungsgesprächen und Diskussionen an die teilnehmenden Ensembles. Ehemalige Teilnehmer*innen der anderen Treffen junge Szene der Berliner Festspiele ergänzen das öffentliche Bühnenprogramm mit Texten und Konzerten.

Das FORUM ist das Workshop- und Fortbildungsprogramm des Tanztreffen der Jugend – für Tanzpädagog*innen, Lehrkräfte, Choreograf*innen, Sozialarbeiter*innen, Künstler*innen, Studierende, Hochschullehrende sowie für die Gruppenleitungen der eingeladenen Produktionen. Es findet von Sonntag, 27. September bis Donnerstag, 1. Oktober 2026 statt und versteht sich als Ort des Peer-based Learning: Dozent*innen und Teilnehmende begegnen sich als Lernende und Expert*innen zugleich – mit dem Ziel, künstlerisch-pädagogische Praxis für Jungen Tanz gemeinsam weiterzudenken, zu stärken und zu vernetzen.

Die Treffen junge Szene der Berliner Festspiele

Mit den Treffen junge Szene in vier Sparten bieten die Berliner Festspiele der jungen Kunst eine Plattform im jährlichen Programm: Vom 30. Mai bis 6. Juni fand bereits das Theatertreffen der Jugend statt. Nach dem Tanztreffen der Jugend finden vom 25. bis 30. November 2026 das Treffen junge Musikszene und vom 26. bis 30. November 2026 das Treffen junger Autor*innen parallel im Haus der Berliner Festspiele statt und bieten ein geballtes Programm mit Konzerten, Diskussionen und Lesungen.

Das Tanztreffen der Jugend ist Teil der Treffen junge Szene der Berliner Festspiele und wird als Bundeswettbewerb gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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