Im Rahmen der diesjährigen Bayreuther Festspiele gab deren Leiterin Katharina Wagner die Titel und Teams der Produktionen, die für 2027 geplant sind, bekannt. Unter anderen wird Ilaria Lanzino im kommenden Jahr ihre Sicht auf Lohengrin im Festspielhaus präsentieren. Das Engagement in Bayreuth ist für Regisseur*innen ein bedeutender Karriereschritt und Beleg für die herausragende Qualität ihrer bisherigen Inszenierungen und deren überregionale Beachtung. Ilaria Lanzinos Arbeiten erfüllen diese Kriterien in höchstem Maß. Mit klugen und detailgenauen Stückdeutungen erarbeitete sie sich bei Publikum und Fachpresse den Ruf einer der spannendsten Regisseur*innen ihrer Generation.
Am MiR Gelsenkirchen wird die frischgekürte Bayreuth-Debütantin die Eröffnungs-Premiere der Intendanz von Frank Hilbrich auf der großen Bühne inszenieren. Am 27. September 2026 feiert im Großen Haus des MiR Gelsenkirchen Ilaria Lanzinos Inszenierung von Alban Bergs Oper Wozzeck Premiere. Auf Basis von Georg Büchners unvollendetem und gleichzeitig wegweisenden Drama schrieb Berg eine Oper, die das Musiktheater für das 20. Jahrhundert neu definierte und bis heute stilprägend ist. Ilaria Lanzino zeigt den Soldaten Wozzeck nicht ausschließlich als getriebenes Opfer der Umstände. Für die Regisseurin bleibt, so unmenschlich das System, in das Wozzeck hineingezwungen wird, auch sein mag, die Frage nach der individuellen Verantwortung bestehen.
Ilaria Lanzino arbeitet europaweit als Regisseurin, Dozentin und Librettistin. Nach dem Abschluss ihrer Gesangausbildung studierte sie Germanistik an der Universität Ca’ Foscari in Venedig. Erste Theatererfahrungen sammelte sie als Chorsängerin am Theater an der Wien und anschließend als Regiehospitantin und Assistentin u. a. an der Deutschen Oper Berlin und der Opera Ballet Vlaanderen. An der Deutschen Oper am Rhein war sie feste Spielleiterin und Regieassistentin und hier u. a. bei „Der Ring des Nibelungen“ als Regiemitarbeiterin tätig. Als Regisseurin ist sie an Häusern wie dem MusikTheater an der Wien, dem Staatstheater Nürnberg, der Oper Leipzig, dem Aalto- Musiktheater Essen, der Deutschen Oper am Rhein, dem Staatstheater Wiesbaden, der Oper Graz, dem Teatro dell’Opera di Roma und der Oper Göteborg zu Gast.
Ilaria Lanzinos Inszenierungen wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. 2020 mit dem 1. Platz des Europäischen Opernregie-Preises und 2023 dem International Opera Award in der Kategorie „Beste Wiederentdeckung“. Zudem unterrichtet Ilaria Lanzino als Dozentin für Szenischen Unterricht an der Hochschule für Musik in Würzburg.
Wozzeck
Oper in drei Akten
Von: Alban Berg (1885 – 1935)
Uraufführung: 14. Dezember 1925 (Berlin, Staatsoper unter den Linden)
Premiere am Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen: 27. September 26
Chor: MiR Opernchor und MiR Kinderchor
Orchester: Neue Philharmonie Westfalen
Musikalische Leitung: John Warner
Regie: Ilaria Lanzino
Bühne: Martin Hickmann
Kostüme: Melchior Silbersack
Dramaturgie: Theresa Steinacker
Licht: Patrick Fuchs
Choreinstudierung: Alexander Eberle
Einstudierung Kinderchor: Veronika Haller
Musiktheaterpädagogik: Robert Lieli
Besetzung:
Wozzeck: Simon Stricker
Tambourmajor: Martin Homrich
Andres: Adam Temple-Smith
Hauptmann: Matthew Peña
Doktor: Philipp Kranjc
1. Handwerksbursch: Yevhen Rakhmanin
2. Handwerksbursch: Falk Fink
Der Narr: Julian Mattlinger
Marie: Susanne Serfling
Margret: Constanze Jader
Maries Knabe: MiR Kinderchor
Ein Soldat: Johannes Mang
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