Festival PAD 04 – Performing Arts & Digitalität in Wiesbaden

© Festival PAD 04 - Performing Arts & Digitalität

Das Festival PAD 04 – Performing Arts & Digitalität präsentiert vom 22. bis 25.10.2026 in Wiesbaden ein vielfältiges Programm aus hybriden Theaterformaten. Der Vorverkauf läuft.

Die vierte Ausgabe des PAD-Festivals Performing Arts & Digitalität überzeugt vom 22. bis 25. Oktober erneut mit einem hochaktuellen und vielseitigen Programm an fünf verschiedenen Spielstätten im Stadtzentrum der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Es ist das bundesweit führende deutschsprachige Theaterfestival, das einen spartenübergreifenden Querschnitt auf dem aktuellen Stand digitaler Praxis in den darstellenden Künsten bietet. Das Festival PAD 04 zeigt hybride Formate, meist in einer Mischung aus Live-Performance und Installation oder VR-Immersion. Kooperationspartner sind die Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund und das Hessische Staatstheater Wiesbaden.

Die diesjährige Festivalausgabe zeigt acht Produktionen nationaler und internationaler Künstler*innen, die sich mit den drängenden Fragen im Kontext von künstlicher Intelligenz und der aktuellen Debatte darüber auseinandersetzen. „Während bei der letzten Ausgabe PAD 03 vor zwei Jahren noch die Frage ‚Was kann KI?‘ im Zentrum stand, so verschiebt sich in diesem Jahr die Debatte hin zu „Wie wollen wir mit KI leben?“, erklärt Festivalleiterin Daniela Ginten.

Die gezeigten Produktionen eröffnen Erfahrungsräume, in denen die Beziehungen zwischen Mensch, Technologie und Gesellschaft neu verhandelt werden. Sie verstehen Technologie vor allem als Bedingung zur Gestaltung unserer Gegenwart und schaffen Situationen, in denen das Publikum Entscheidungen trifft, Verantwortung übernimmt und selbst Teil der künstlerischen Versuchsanordnung wird. Zwischen KI, Simulation, Klang und performativer Interaktion zeigen die Arbeiten wie Wirklichkeit entsteht, wem Handlungsmacht zukommt und welche Formen des Zusammenlebens wir künftig entwerfen wollen.

Das detaillierte Programm von PAD 04 ist nun online und der Vorverkauf hat begonnen.


PROGRAMMÜBERBLICK

Die partizipative Installation TOWARDS A HYBRID CHOIR OF RESISTANCE von Michael von zur Mühlen in der WARTBURG des STAATSTHEATER WIESBADEN untersucht, was wäre, wenn sogenannte KI nicht der Optimierung dient, sondern widerständigem Denken?

Virtuelle Avatare, gespeist aus Archiven sozialer Bewegungen, begegnen dem Publikum als Wiedergänger*innen historischer Kämpfe. Wie organisiert sich Widerstand unter ständiger Überwachung und algorithmischer Kontrolle?

Das Grazer Performancekollektiv „Das Planetenparty Prinzip“ lädt mit DAS ENSHITTIFICATION GAME in die Suchtspirale der Tech-Industrie in den FJODOR-DOSTOJEWSKI-SAAL im KURHAUS ein. Das Theatergame untersucht die Wirkmechanismen digitaler Plattformen anhand eines performativen und absolut analogen Kartenspiels.

Der 2OØJÄHRIGE von Kristina Malyseva im SCHWURGERICHTSSAAL im HEIMATHAFEN ist ein interaktives Gerichtsdrama, bei dem der Androide Andrew um seine Anerkennung als Mensch kämpft. Das Publikum kann Teil eines mächtigen Rates werden, der Leben neu definieren kann und das Kreuzverhör mit dem Androiden führen, um am Ende das Urteil zu fällen.

Das interaktive Mixed-Reality-Kunstwerk I HAVE BEEN MIXING IT UP von Liis Vares & Taavet Jansen in der KRYPTA der MARKTKIRCHE ist eine Installation, die das Publikum in einen gemeinsamen Erfahrungsraum einlädt. Durch das Zusammenspiel der Besucher*innen entstehen, verändern und überlagern sich Wortsinn, Symbole und Zeichen.

Während der dreißigminütigen Erfahrung verändert sich die Installation durch die Handlungen der Teilnehmenden. Jede Person hinterlässt Spuren und trägt so zu einem temporären Archiv bei, das an das nachfolgende Publikum weitergegeben wird.

Das interaktive 3D-Klang-Abenteuer SONA – SEEING SOUND des Künstlerkollektivs SONA ermöglicht auf der PROBEBÜHNE der WARTBURG die Erfahrung der Orientierung rein über den Klang. Das Publikum, ausgerüstet mit Motion-Capture-Sensoren, Kopfhörer und Mikrofon wird durch eine wilde Geschichte eines besetzten Einkaufszentrums geführt, wo mutierte Schlingpflanzen mit einem Echostrahl hypnotisiert und Rätsel sprechender Supermarktprodukte gelöst werden können.

SONNENSTRAHL IM KOPFSALAT – Ein Klangtheaterstück nach Holger Schober vom Kollektiv Flamboyance ist nominiert für den diesjährigen OPEN PORT PREIS und im STUDIO des STAATSTHEATER WIESBADEN zu sehen. In dieser installativen Theateraufführung für ein Publikum ab zehn Jahren geht es um David, der Demenz hat. Ständig verlegt er Dinge, vergisst Termine und verirrt sich in seiner eigenen Wohnung – in seinem Gehirn kämpfen die beiden Aminosäuren Tyra und Argi gegen das Vergessen. Wie könnte es in einem Kopf aussehen, in dem Erinnerungen langsam verloren gehen? Und was bleibt, wenn alles Erlebte vergessen wurde?

Ebenfalls für den diesjährigen OPEN PORT PREIS nominiert ist THE SERVICE von Lili Süper, eine Installation, in der sich Lili Süper dem Publikum als Avatar zur Verfügung stellt und zur Bot-in wird. Sie geht während des Festivals durch die Stadt und erfüllt dabei Aufgaben, die ihr von Besucher*innen live aufgetragen werden und die ihr in Echtzeit per Videostream dabei zuschauen. Ein Service, der nur insofern begrenzt ist, als dass er weder ihr noch anderen schaden darf.

Die Tanz-Performance ZONES OF SIMULATION: CHOREOGRAFIEN ZIVILER KÖRPER IM MILITÄRISCHEN TRAINING von Mel Brinkmann blickt auf einen Ort, an dem Krieg trainiert, imaginiert und in zivile Körper eingeschrieben wird: den US-Truppenübungsplatz im bayerischen Hohenfels. Die Performance mit integrierter künstlerischer Audiodeskription verwebt eine digitale Welt mit den Erzählungen ehemaliger „Civilians on the Battlefield“ und historischer Recherche mit einer widerständigen Körpersprache. Die Produktion wird im KLEINEN HAUS des STAATSTHEATER WIESBADEN gezeigt und ist ebenfalls für den diesjährigen OPEN PORT PREIS nominiert.

Die Preisverleihung des OPEN PORT PREIS 2026 findet während des PADFestivals am Samstag, 24.10. um 20.00 Uhr bei freiem Eintritt in der WARTBURG des STAATSTHEATER WIESBADEN statt.

Gemeinsam mit der Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität hat die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste 2024 erstmals diesen Preis für junge Regie ausgelobt, der neue Impulse in der künstlerischen Auseinandersetzung mit Theater im Zeitalter der Digitalität setzen will. Die Ausschreibung richtete sich an Kollektive und Regie- & Dramaturgie-Studierende sowie Berufsanfänger*innen. Nominiert sind in diesem Jahr drei Produktionen.

Der Abend der Preisverleihung startet mit dem Vortrag RECLAIM DATA – RECLAIM AI von Nils Corte, Autor und Creative Technologist. Hier geht es um KI-Systeme, die auf dem Wissen der Menschheit basieren, jedoch von nur wenigen Unternehmen kontrolliert werden. Der Autor stellt sich die Frage: Wie überwinden wir diese Machtasymmetrie und erhalten wieder demokratische Kontrolle? Im Anschluss an den Vortrag gibt die Jury die Preisträger*innen des OPEN PORT PREIS 2026 bekannt und prämiert diese.

Begleitet wird das Festival auch von einer Fachkonferenz, die Theaterschaffenden und dem interessierten Publikum eine Plattform bietet, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen. Diese findet am Samstag, 24. Oktober im STUDIO des STAATSTHEATER WIESBADEN statt.

Der Konferenztag startet mit der Keynote ZWISCHEN INTUITION UND ALGORITHMUS – NEUE FORMEN DER ZUSAMMENARBEIT von Marcus Lobbes, Intendant der Akademie für Theater und Digitalität. Er fragt danach, welche Rolle künstlerische Erfahrung, Intuition und Verantwortung in einer zunehmend algorithmisch geprägten Kultur spielen.

Anschließend werden vier geförderte Projekte der Kulturstiftung des Bundes im Programm „Kunst & KI“ in Showcases vorgestellt und diskutiert. Unter dem Titel WER BESTIMMT, WIE WIR MIT KI-SYSTEMEN LEBEN? folgt ein Künstlergespräch mit den Beteiligten. Der Eintritt zur PAD 04 Fachkonferenz ist frei. Es gibt allerdings nur eine begrenzte Platzzahl.

Am Sonntag 25.10., dem letzten Festivaltag, findet das TREFFEN THEATERNETZWERK.DIGITAL statt. Das Netzwerktreffen ist offen für alle, die Interesse an Austausch und Vernetzung im Kontext von Theater und Digitalität haben. Geplant sind verschiedene Austauschformate zu Themen aus Kunst, Verwaltung und Ausbildung. Der Eintritt ist frei, es wird jedoch um Anmeldung gebeten per Mail an: info@performingarts.digital

Das Festival PAD – Performing Arts & Digitalität ist eine Veranstaltung der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Kooperation mit der Akademie für Theater und Digitalität, Dortmund und dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Es findet vom 22.–25.10.2026 im Staatstheater Wiesbaden, im Kurhaus, in der Marktkirche und im Heimathafen in der Landeshauptstadt Wiesbaden statt.

PAD 04 wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und die Landeshauptstadt Wiesbaden sowie unterstützt durch das Nationale Performancenetz Gastspielförderung Theater, von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder. Medienpartner sind Die Deutsche Bühne und SENSOR WIESBADEN.

Nähere Infos zu den Veranstaltungspunkten sowie Datum und Uhrzeit finden sich im Programm. Das detaillierte Festivalprogramm von PAD 04 ist ab sofort online. Dort steht es auch zum Download bereit. performingarts.digital

Tickets gibt’s unter: performingarts.digital

Aktuelle Infos gibt’s zudem stets auf den Social Media Kanälen des Festivals auf Insta instagram.com und auf Facebook facebook.com.