Oldenburgisches Staatstheater präsentiert die Spielzeit 2026/27

Spielzeitvorstellung 26/27 am Oldenburgischen Staatstheater ~ 1. Reihe: Georg Heckel (Generalintendant), Gesine Geppert (Leitung Sparte 7); 2. Reihe: Petra Bohlen (Leitung Niederdeutsches Schauspiel am Oldenburgischen Staatstheater e.V.), Reinar Ortmann (Schauspieldirektion / Leitender Dramaturg); 3. Reihe: Matthias Grön (Leitung Junges Staatstheater), Hanna Puka (Leitung Theatervermittlung), Stefan Schmidt (Orchesterdirektor); 4. Reihe: Milena Paulovics (Schauspieldirektion / Leitende Regisseurin), Telse Hahmann (Referentin des Ballettdirektors und Ballettdramaturgie), Antoine Jully (Ballettdirektor und Chefchoreograf) ~ © Stephan Walzl

Vom Orpheus-Mythos bis zur KI-Debatte 

Am Donnerstag, 7. Mai, stellte das Leitungsteam um Generalintendant Georg Heckel die kommende Spielzeit 2026/27 vor.

»Ich freue mich sehr auf eine Spielzeit, die gleichermaßen überrascht, bewegt und zum Nachdenken anregt – und vor allem auf die Begegnungen mit unserem Publikum«, so Generalintendant Georg Heckel. Neben dem regulären Programm kann sich das Publikum auf zahlreiche Sonderveranstaltungen freuen.

Sonderprogramm der kommenden Spielzeit

Anlässlich des Oldenburger Stadtfests, das unter dem Motto »50 Sommer Wir« sein 50-jähriges Jubiläum feiert, beteiligt sich das Staatstheater am 28. und 29. August mit zwei Open-Air-Veranstaltungen vor dem Schloss.

Vom 23. bis 26. Oktober ist das Theater Gastgeber des 35. Bundestreffens der Jugendclubs an Theatern. Ausgewählte Gruppen aus ganz Deutschland präsentieren ihre Inszenierungen auf den Oldenburger Bühnen.

Ein weiteres Highlight sind die 17. Internationalen Tanztage vom 9. bis 18. April 2027, bei denen internationale Gäste die Vielfalt des Tanzes präsentieren.


Spielzeitvorstellung 26/27 am Oldenburgischen Staatstheater
Gesine Geppert (Leitung Sparte 7), Telse Hahmann (Referentin des Ballettdirektors und Ballettdramaturgie), Petra Bohlen (Leitung Niederdeutsches Schauspiel am Oldenburgischen Staatstheater e.V.), Stefan Schmidt (Orchesterdirektor), Hanna Puka (Leitung Theatervermittlung), auf dem Bildschirm: Leslie Suganandarajah (Chefdirigent Konzert), Georg Heckel (Generalintendant), Reinar Ortmann (Schauspieldirektion / Leitender Dramaturg), Milena Paulovics (Schauspieldirektion / Leitende Regisseurin), Matthias Grön (Leitung Junges Staatstheater), Ramona Itzeck (Referentin für Presse und Online-Redaktion)

© Stephan Walzl

Formen der Liebe im Musiktheater oder, wenn Gefühle Haltung werden

Im Musiktheater stehen neben großen Gefühlen auch große Fragen im Mittelpunkt: Wer bestimmt unser Schicksal? Besser gehorchen oder eigenverantwortlich handeln? Was ist Liebe wert, was verlangt sie uns ab? Wie bleibt Zuversicht trotz politischer Bedrohung möglich?

Mit »La forza del destino« wird im Oktober die Geschichte zweier Liebender erzählt, deren Beziehung durch ein tragisches Ereignis in Zeiten des Krieges erschüttert wird. Das große Hollywood Musical »The Sound of Music«, das so selten seinen Weg auf die Bühnen findet, thematisiert neben einer Liebesgeschichte einen außergewöhnlichen familiären Zusammenhalt in Zeiten politischer Verfolgung.

Christoph Willibald Glucks »Orfeo ed Euridice« (Regie: Götz-Friedrich-Preisträgerin Aileen Schneider) fragt, ob Loslassen die höchste Form der Liebe ist – eine alternative Sicht auf den Orpheus-Mythos bietet die deutsche Erstaufführung von Manfred Trojahns »Eurydice – Die Liebenden, blind« (Regie: Roland Schwab).

Endlich wieder auf den Spielplan des Staatstheaters kehrt Mozarts »Die Zauberflöte« zurück und gleich im Anschluss präsentiert das Team Beethovens epochale Freiheitsoper »Fidelio« in einer halbszenischen Umsetzung. Mit »Ein wenig Farbe« von Rory Six kommt zudem ein zeitgenössisches Musical auf die Bühne, das sich sensibel mit den Herausforderungen einer trans Identität auseinandersetzt.


Große Namen und zeitgenössische Impulse im Konzert

Auch in der kommenden Spielzeit setzt das Konzertprogramm auf bewährte Formate und bekannte Komponisten, ergänzt wird das Programm durch zeitgenössische Werke sowie insbesondere Kompositionen von Komponistinnen.

Neben dem Barockkonzert wird erstmals auch das Akademiekonzert im Schloss stattfinden. Für Kinder und Familien wird das Konzertangebot fortgeführt – inklusive neuer Babykonzerte.


Zarte Gefühle und fantastische Welten im Tanz

Die Ballettsparte startet im September mit der Uraufführung des dreiteiligen Abends »Echos der Leidenschaft«. Die Choreografien »Lullaby«, »Karuna« und »Carmen« thematisieren ein breites Spektrum menschlicher Emotionen.

Unter dem Titel »zart« entstehen drei weitere choreografische Uraufführungen, die das Zusammenspiel von Zartheit und Stärke sowie die Kraft von Gemeinschaft in den Fokus rücken. Im Dezember steht mit Tschaikowskys »Der Nussknacker« ein klassischer Ballettabend für die ganze Familie auf dem Programm, begleitet vom Staatsorchester.


Freundschaft im Jungen Staatstheater

Das Junge Staatstheater widmet sich in der Spielzeit 2026/27 dem Thema Freundschaft in unterschiedlichen Facetten: Im Familienstück »Pünktchen und Anton« treffen Kinder aus verschiedenen sozialen Verhältnissen aufeinander. »Das Herz eines Boxers« erzählt von einer generationsübergreifenden Freundschaft, während »Ohne Applaus ins Bett« junge Menschen begleitet, die sich mit der eigenen Endlichkeit auseinandersetzen.

Darüber hinaus setzt die Theatervermittlung ihre Arbeit mit Erwachsenen-, Jugend- und Kinderclubs fort. Das Stadt:Ensemble entwickelt in Kooperation mit dem Niederdeutschen Schauspiel das Stück »Female Voices* Smash the Script«.


Große Denker:innen und zeitlose Fragen im Schauspiel

Im Schauspiel stehen sowohl klassische als auch zeitgenössische Stoffe auf dem Programm: Shakespeares »Viel Lärm um nichts« und Brechts »Der gute Mensch von Sezuan« gehören ebenso dazu wie zwei philosophisch geprägte Inszenierungen.

»Arendt. Denken in finsteren Zeiten« beleuchtet das Leben der Philosophin Hannah Arendt, während »Und immer wieder die Zeit. Einstein’s Dreams« das Verständnis von Zeit hinterfragt. Mit »Ein Stück Land« wird die Beziehung zwischen Mensch und Natur thematisiert.

Den Auftakt bildet das Schauspiel »Sophia oder das Ende der Humanisten«, das sich mit der Beziehung zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz auseinandersetzt.


Demokratie und Teilhabe in der Sparte 7

Die Sparte 7 widmet sich auch in der kommenden Spielzeit insbesondere gesellschaftspolitischen Themen. Neben altbewährten Formaten werden mit dem Demokratiemobil »Fair·Ground« auch zu Beginn der kommenden Spielzeit öffentliche Räume bespielt.

Zudem ist das Projekt »(M)ein Land« (AT), das sich auf Grundlage von Recherchen vor Ort künstlerisch-dokumentarisch mit den Auswirkungen von Klimawandel, geopolitischen Veränderungen und kolonialer Geschichte in Grönland auseinandersetzt geplant.


Streitkultur im Niederdeutschen Schauspiel

Das Niederdeutsche Schauspiel zeigt zwei Premieren: »Wi sün de Ne’en / Wir sind Neuen« erzählt humorvoll vom Aufeinandertreffen einer Studierenden- und einer Rentner:innen-WG, während »De Gott vun’t Gemetzel / Der Gott des Gemetzels« eskalierende Konflikte zwischen zwei Elternpaaren nach einem Streit ihrer Kinder in den Mittelpunkt stellt.


Ausblick und Termine

Der Vorverkauf für die Veranstaltungen der neuen Spielzeit beginnt am 16. Juni. Die ersten Vorstellungen finden ab 23. August statt. Das Spielzeitheft liegt ab sofort im Theater aus und steht zudem online unter staatstheater.de zum Download bereit.