- Premiere: Viel Lärm um nichts
- Premiere: Zirkus Kafka
- Gastspiel der Dresden Frankfurt Dance Company: Here Is There
- Lesung: Sven Stricker & Bjarne Mädel: »Sörensen geht aufs Haus«
Premiere: „Viel Lärm um nichts“
Der Krieg ist vorüber. Don Pedro hat den Konflikt für sich entscheiden können. Zurückkehrend aus dem Feld, macht er im Gefolge zweier Offiziere Halt am Hof seines Statthalters Leonato. Augenblicklich verliebt sich einer von ihnen, Claudio, in Hero, die Tochter Leonatos. Der andere, Benedikt, nimmt dagegen das Dauerwortgefecht wieder auf, das ihn mit Heros Cousine Beatrice verbindet: Nichts macht diesen beiden anscheinend mehr Freude, als sich gegenseitig mit scharfer Zunge zu verspotten.
Ein Maskenball wird gefeiert, auf dem Don Pedro für Claudio um die Hand Heros bittet. Auch Benedikt und Beatrice sollen endlich miteinander verkuppelt werden. Schon scheint dem doppelten Happy End nichts mehr im Wege zu stehen. Doch Don John, Pedros bitterbösem Halbbruder, ist die ganze Romantik entschieden zuwider. Zusammen mit seinem Gefolgsmann Boracchio schmiedet er eine Intrige, die beinahe alles Glück zunichtemachen wird.
Shakespeares Stück um die Liebe in Zeiten des Krieges wird oft als die erste »Romcom« der Literaturgeschichte gefeiert. Doch die Fragen, die der Text stellt, sind keineswegs leicht zu beantworten: Wo endet der Krieg, wenn der Frieden beginnt? Was (oder wen) lieben wir, wenn wir zu lieben meinen? Tina Lanik zeigt die klassische Komödie als Spiel um die Liebe in bedrohlicher Zeit.
Viel Lärm um nichts
Von: William Shakespeare
Premiere am Schauspiel Frankfurt: Samstag, 23. Mai 26 (Schauspielhaus)
Regie: Tina Lanik
Bühne und Kostüme: Stefan Hageneier
Musikalische Einrichtung und Komposition: Cornelius Borgolte
Dramaturgie: Alexander Leiffheidt
Besetzung:
Don Pedro/Don John: Sebastian Kuschmann
Benedikt: Arash Nayebbandi
Claudio: Miguel Klein Medina
Boracchio: André Meyer
Leonato: Sebastian Reiß
Pater Francis: Michael Schütz
Beatrice: Annie Nowak
Hero: Nina Wolf
Margaret: Eva Maria Nikolaus
Frauenchor Frankfurt
Chorwerk Frankfurt e.V.
Die nächsten Vorstellungen: 28. Mai // 8./ 17./ 21./ 26. Juni
Premiere: „Zirkus Kafka“
Am 3. Juni 1924 starb Franz Kafka. In seinem Testament wies er seinen engen Freund Max Brod an, alle seine Manuskripte zu verbrennen. »Ein Hungerkünstler«, eine kleine Sammlung von vier Erzählungen, war jedoch gerade noch vom Autor herausgegeben worden.
Für Kafka war dies sein letztes Buch. Doch Max Brod beschloss, weitere Schriften sowie Tagebücher und persönliche Briefe zu veröffentlichen, statt das Testament zu erfüllen – und verhalf Kafka posthum zu Weltruhm. Max verriet seinen Freund, blieb aber der Kunst treu. Hat er recht gehandelt?
In Roy Chens Stück für das Schauspiel Frankfurt fordern die Figuren aus Kafkas letztem Buch ihren Platz in der Geschichte ein. Sie sind vier Zirkusartisten, nicht besonders erfolgreich, aber unbestreitbar einzigartig. Sie spiegeln die Opfer wider, die die Kunst den Künstler:innen abverlangt: Muss ein Künstler immer hungrig sein? Wie ausgiebig muss das Monster namens Publikum gefüttert werden, bevor es zufrieden ist? Wo ist die Grenze zwischen Bühne und Privatleben? Kann man überhaupt Kunst machen, ohne das eigene Leben dafür zu opfern?
Der in Deutschland lebende Regisseur Dor Aloni und der in Israel bekannte Autor Roy Chen tauchen in dieser Zusammenarbeit in das Universum von Franz Kafka ein und finden Figuren, die in der Auseinandersetzung mit ihrer Kunst Fragen von Moral, Ruhm, Identität und Zugehörigkeit verhandeln.
Zirkus Kafka
Von: Roy Chen
Premiere/Uraufführung am Schauspiel Frankfurt: 22. Mai 26 (Kammerspiele)
Regie: Dor Aloni
Bühne: Marlene Lockemann
Kostüme: Svenja Gassen
Musik: Thomas Moked Blum
Dramaturgie: Katja Herlemann
Besetzung:
Max Brod: Torsten Flassig
Josefine / Dramaturgin: Anabel Möbius
Trapezkünstler: Mitja Over
Bauchredner: Isaak Dentler
Hungerkünstlerin: Rokhi Müller
Übersetzer: Andreas Vögler
Die nächsten Vorstellungen: 31. Mai // 8.,14., 20. Juni 2026
Gastspiel der Dresden Frankfurt Dance Company: „Here Is There“
»Here Is There«
Doppelabend mit zwei neuen Werken von Ioannis Mandafounis und Thomas Bradley
Premiere am 4. Juni 2026, 20.00 Uhr, Schauspielhaus
Im Doppelabend »Here Is There« gibt Ioannis Mandafounis, Künstlerischer Direktor der Dresden Frankfurt Dance Company, erstmals einem Ensemblemitglied als Choreograf eine eigene Bühne. Thomas Bradley gehört seit 2023 zur DFDC. Für sein neues Werk verbindet er sein choreografisches System mit seinem unverwechselbaren Stil als Kostümbildner und arbeitet mit skulpturalen, den Körper verändernden Kostümen. Mandafounis widmet sich der Spannung zwischen dem Wunsch nach Transformation und der Trägheit der physischen Realität. Beide Choreografen manipulieren den Raum, um Bewegung entstehen zu lassen. Zugleich bewegen sie sich an der Grenze zwischen Geräusch und Musik: bei Bradley zwischen den Tönen, wenn ein Elektrogerät zerlegt wird, und einer Trompeten-Sonate, bei Mandafounis zwischen den Sounds von Objekten und der Live-Musik eines Schlagzeugers.
SEVERAL RHYTHMS SORT THOUGHTFULLY
von Thomas Bradley
Wenn man etwas genau betrachtet, kann man auch in scheinbar zufälligen Handlungen Muster erkennen. Wenn man lang genug schaut, sieht man, wie sie sich verändern. Thomas Bradley lädt mit seiner ersten Arbeit für die DFDC zu einer solchen Betrachtung ein. Er versteht Choreografie als soziales System, einem Spiel ähnlich. Durch dauerhafte Aufmerksamkeit entsteht eine aufgeladene Atmosphäre, in der Regeln und Bedingungen die Entscheidungen der Tänzer:innen in den Fokus rücken. Alle haben ihre eigenen Strategien, aber durch ihr gemeinsames Ziel bleiben ihre Beziehungen bestehen. Auch die Kostüme beeinflussen das Geschehen in entscheidender Weise. In einem mit Bedacht strukturierten Raum trifft die Choreografie auf zwei weitere akustische Elemente: die klanglichen Spuren der Zerlegung eines Elektrogeräts und eine Solo-Sonate für Trompete von HK Gruber.
THIS BEAUTIFUL MESSY THING
von Ioannis Mandafounis
In großer Enge sehnt man sich nach Weite, im Tohuwabohu nach Reduktion und Klarheit. Oft enthält etwas sein eigenes Gegenteil. Die Bilder und Situationen in »This Beautiful Messy Thing« sind von solchen Spannungen geprägt. Wo führt der Drang nach Veränderung hin? Vielleicht kann man die Kontraste selbst genießen, anstatt auf einen Moment zu hoffen, in dem alle Wünsche erfüllt sind.
Beim Tanzen kann man mit den Grenzen der Situation spielen, anstatt von ihnen gebremst zu werden. Gegenstände, die als Baustoffe einer Szenerie dienen könnten, verweigern hier eine solche nützliche Ordnung und behaupten stattdessen als lärmende Objektchoreografie ihr Eigenleben. Da fliegt wohl einiges durch die Luft. In den Händen des Schlagzeugers Philipp Danzeisen vermischen sich Samples der verschiedenen Geräusche mit den Sounds der Trommeln. Die lebendige, organische Körperlichkeit der Tänzer:innen, eingegrenzt und gehalten durch das Bühnenbild, ganz nah am Publikum oder vereinzelt im Raum, wirkt so verletzlich wie kraftvoll. Es ist ein Stück von Mandafounis, nur noch lauter – und leiser.
„Here Is There“
Dresden Frankfurt Dance Company
Premiere am Schauspiel Frankfurt: Donnerstag, 4. Juni 26 (Fronleichnam; Schauspielhaus)
Choreografie: Thomas Bradley, Ioannis Mandafounis
Mit: Sophie Borney, Lander Casier, Emanuele Co’, Audrey Desmurs, Nastia Ivanova, Marina Kladi, Yan Leiva, Liam Meier, Antonin Mélon, Emanuele Piras, Simon Voitoux Puigrenier, Solène Schnüriger, Ichiro Sugae, Ashley Alexandra Wright, Jin Young Won, Sam Young-Wright
Die nächsten Vorstellungen: 5./ 6./ 7. Juni 2026
Mit freundlicher Unterstützung durch den Patronatsverein.
Die Dresden Frankfurt Dance Company wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden und den Freistaat Sachsen sowie die Stadt Frankfurt am Main und das Land Hessen. Company-in-Residence in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste in Dresden und im Bockenheimer Depot in Frankfurt am Main.
Sven Stricker & Bjarne Mädel: »Sörensen geht aufs Haus«
Der Autor und freie Wortregisseur Sven Stricker präsentiert mit »Sörensen geht aufs Haus« seinen sechsten Roman der Sörensen Reihe und kommt nicht alleine, sondern zusammen mit Bjarne Mädel, dem bekannten und beliebten Schauspieler, Regisseur, Autor und Hörspielsprecher, der in den Verfilmungen von Sven Strickers Büchern den Kommissar Sörensen spielt. Der Musiker Jan-Peter Pflug, der zu den Sörensen-Hörbüchern die Musik komponiert hat, wird den Abend am Keyboard begleiten.
Veränderungen stehen an bei Sörensen, und Veränderungen sind generell nicht gut. Nachdem er seinen Vater bei sich aufgenommen hat, taucht überraschend auch noch ein alter Schulfreund Sörensens auf. Genauer gesagt: der einzige Freund, den Sörensen als Kind hatte… Doch der bringt keine nostalgischen Erinnerungsflüge, sondern einen Sack voll Probleme mit – denn in seinem Garten werden menschliche Überreste gefunden. Und schon steckt Sörensen in der nächsten Mordermittlung. Für die er dringend seine Kollegin Jenny braucht, die sich allerdings ebenfalls verändern möchte…
Mit: Bjarne Mädel, Sven Stricker, Jan-Peter Pflug (Live-Musik)
Preise: 34,- / 12,- €
Karten und weitere Informationen: schauspielfrankfurt.de
