Stardirigent Yannick Nézet-Séguin und Festspielhausintendant Benedikt Stampa laden zu den Sommerfestspielen La Capitale d’Été vom 26.6. bis 12.7. 26
Mal sonnig, mal verschattet, mal märchenhaft verschlungen, dann wieder licht und leicht: Die Sommerfestspiele im Festspielhaus widmen sich vom 26. Juni bis 12. Juli Musik, die so romantisch ist wie die Landschaft um Baden-Baden. Kuratiert wird das Festival „La Capitale d’Été“ von Yannick Nézet-Séguin, dem fünffachen Grammy-Awards-Träger und Musikchef der Metropolitan Opera New York. Anfang des Jahres begeisterte er Millionen vor den Bildschirmen mit seinem Dirigat der Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker.
Das Programm über drei Wochenenden bestreiten drei Orchester:
das London Symphony Orchestra (4. und 5.7.), das Chamber Orchestra of Europe (26.- 28.6.) und das Zürcher Kammerorchester (12.7.). Yannick Nézet-Seguin, Antonio Pappano und Daniel Hope dirigieren Meisterwerke von Beethoven, Wagner, Mozart, Mendelssohn, Schubert und Rachmaninow. Herausragende Künstlerinnen und Künstler wie der Pianist Alexandre Kantorow – mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 am 28. Juni, die Pianistin Beatrice Rana mit der Paganini-Rhapsodie (4.7.) und die Geigerin Vilde Frang mit Beethovens Violinkonzert (5.7.) setzen eigene Glanzpunkte. Als tragisches Liebespaar Tristan und Isolde sind am 5. Juli der international gefeierte Heldentenor Clay Hilley und die amerikanische Sopranistin Sara Jakubiak zu erleben.
Zur Eröffnung des sommerlichen Konzertreigens lädt Yannick Nézet- Séguin mit dem Chamber Orchestra of Europe zu einem Abend voller Romantik mit anschließendem Ausklang auf der Terrasse des Festspielhauses ein: Am 26. Juni erklingen Felix Mendelssohn Bartholdys „Italienische“ und Franz Schuberts „Unvollendete“, gefolgt von einem Kammermusikabend. Am Sonntag, 28. Juni, sind Schuberts „Große“ C-Dur-Sinfonie und Beethovens Klavierkonzert zu hören, interpretiert vom zweifachen Gewinner des Tschaikowsky-Wettbewerbs Alexandre Kantorow.
Am zweiten Festspielwochenende bringt das London Symphony Orchestra mit Yannick Nézet-Séguin am Pult einen Rachmaninow-Abend (4.7.) und Wagners „Liebestod“- Musik aus der Oper „Tristan und Isolde“ mit seinem Chefdirigenten Antonio Pappano und einem prominenten Sängerensemble ins Festspielhaus. Nach einem Mitsingfest am 11. Juli lädt zum Abschluss am Sonntag, 12. Juli, Daniel Hope seinen Kollegen Pinchas Zukerman auf die Bühne. Mit dem Zürcher Kammerorchester schlagen die beiden einen Bogen zurück zur Wiener Klassik, die den Romantikern den Boden bereitete.
Die Konzerte
Sommerfest der Romantik mit Sundowner: 26. Juni 26, 19 Uhr
Für Yannick Nézet-Séguin sind sie wie Yin und Yang: Mendelssohn Bartholdys „Italienische Sinfonie” und die große C-Moll Sinfonie von Franz Schubert, die „Unvollendete“. Mit diesen beiden Sinfonien sowie Carl Maria von Webers Klarinettenkonzert eröffnen Yannick Nézet-Séguin und das Chamber Orchestra of Europe am 26. Juni die diesjährigen Sommerfestspiele.
Franz Schuberts „Unvollendete“ ist ein geheimnisumwitterter Torso – und eine der populärsten Sinfonien – obwohl sie statt der üblichen vier nur zwei Sätze hat. Warum Schubert das Werk nicht beendete, ist bis heute ein Rätsel. Warum die Sinfonie unter Verschluss gehalten und erst 1865, 43 Jahre nach ihrer Entstehung, uraufgeführt wurde, bleibt ebenso ein Geheimnis.
Heiter und licht hingegen ist Mendelssohn Bartholdys „Italienische Sinfonie“. Im Jahr 1830 reiste Mendelssohn nach Italien; inspiriert von den Reiseeindrücken schrieb er seine vierte Sinfonie. So entstand das musikalische Kaleidoskop eines Landes: Sehnsuchtsort bis heute. Neben den zwei Sinfonien erklingt Webers f-Moll-Klarinettenkonzert. Er lässt die Klarinette eine Geschichte erzählen: mit Wäldern, Mondnächten und Naturmystik. Eine Oper ohne Worte – denn nichts weniger ist dieses zutiefst romantische Konzert.
Nach so einem Konzert will man nicht einfach nach Hause gehen. Beschwingt vom tänzerischen Rhythmus, in dem die „Italienische“ ausklingt, wird auf der Terrasse des Festspielhauses die Eröffnung der Sommerfestspiele „La Capitale d’Été“ 2026 gefeiert. Drinks von Orangina bis Aperol sorgen mit den Sommer-Grooves von DJ Niklas Beuscher für italienisch gute Laune. Diese Veranstaltung ist frei zugänglich für Besucher*innen des Eröffnungskonzerts.
Yannick and Friends: Samstag, 27. Juni 26, 18 Uhr
Yannick Nézet-Séguin ist ein Verführer zur Musik – nicht nur am Pult, sondern auch als Conférencier eines Abends mit Freundinnen und Freunden aus dem Chamber Orchestra of Europe. Lässig und charmant präsentiert der Met-Chefdirigent und Kurator der Sommerfestspiele Kammermusik in wechselnden Besetzungen. Als Gast hat sich ein weiterer Star angekündigt: Alexandre Kantorow greift in die Tasten an diesem Abend, an dem das große Festspielhaus zum intimen musikalischen Salon wird.
Romantische Reise: Sonntag, 28. Juni 2026, 17 Uhr
Nachdem Pianist Alexandre Kantorow bei den vergangenen Sommerfestspielen das Festspielhauspublikum begeistert hat, hat Yannick Nézet-Séguin den zweifachen Gewinner des Tschaikowsky-Wettbewerbs erneut eingeladen – zu einer romantischen Reise von der Nacht zum Licht. Am Sonntag, 28. Juni, erklingt Beethovens Klavierkonzert Nr. 4, dazu Webers „Oberon-Ouvertüre“ und Franz Schuberts große C-Dur-Sinfonie – einem Schlüsselwerk der Romantik.
In Beethovens Klavierkonzert verwandelt sich der Pianist quasi in den mythischen Sänger Orpheus: Mit seiner Musik besänftigt er die Wächter der Unterwelt. Franz Schuberts Sinfonie Nr. 8 in C-Dur wird oft als „Die Große“ bezeichnet. Sie besticht durch ihre emotionale Bandbreite – von feierlichen, choralartigen Bläserklängen im langsamen Einleitungssatz bis hin zu pulsierenden, fast tänzerischen Rhythmen.
Rachmaninow pur: Samstag, 4. Juli 26, 19 Uhr
Ein Komponist – und doch treffen in diesem Konzertabend zwei Welten aufeinander: Rachmaninows zweite Sinfonie, noch tief verwurzelt in seiner russischen Heimat, kontrastiert mit der späten Paganini-Rhapsodie – einem amerikanischen Werk, dessen Titel nicht zufällig an Gershwins berühmte „Rhapsody in Blue“ erinnert. Dirigiert wird das London Symphony Orchestra von Yannick Nézet-Séguin. Für die Paganini-Rhapsodie nimmt Beatrice Rana den Platz als Solistin ein. Rachmaninows zweite Sinfonie besitzt einen dichten, warmen Streichersound, in den man sich fallen lassen kann wie in ein warmes Bett – Musik mit Rundungen, herrlich und schwelgerisch. Was beide Werke Rachmaninows auszeichnet ist der Grundton aller Romantiker: die Sehnsucht.
Clay Hilley und Sara Jakubiak – Tristan und Isolde – Wagner und Beethoven – Antonio Pappano und Vilde Frang: Sonntag, 5. Juli 26, 17 Uhr
Antonio Pappano ist als Opern- wie als Sinfonie-Dirigent berühmt. Im Festspielhaus wird er am Sonntag, 5. Juli, beides unter Beweis stellen: Auf dem Programm stehen Wagners „Liebestod“-Aufzug aus „Tristan und Isolde“ und Beethovens Konzert für Violine und Orchester. Für die Titelpartien in „Tristan und Isolde“ konnten mit Clay Hilley und Sara Jakubiak zwei der angesagtesten Heldenstimmen Amerikas gewonnen werden. Der Startenor wurde im Festspielhaus bereits als Kaiser in Strauss’ „Die Frau ohne Schatten“ und als Siegfried bejubelt. Sara Jakubiak, von der New York Times als „stimmgewaltige, beeindruckende Sopranistin“ gelobt, gibt ihr Festspielhaus-Debüt. Den Solopart in Beethovens Violinkonzert übernimmt Vilde Frang. Weltweit anerkannt für ihre große Virtuosität und den besonderen Klang ihres Spiels, ist sie eine der gefragtesten Geigerinnen im Konzertbereich.
Magischer Mozart: Sonntag, 12. Juli 2026, 18 Uhr
Mozarts Sinfonia Concertante steht im Zentrum des Konzerts von Daniel Hope und dem Zürcher Kammerorchester am Sonntag, 12. Juli. Reizvoll erweitert wird das Programm mit Mozarts Konzert für Violine und Orchester KV 216 sowie Joseph Haydns Sinfonie D-Dur Hob I:104 und Jacques Offenbachs „Les Armes de Jaqueline“. Neben Daniel Hope sind als Solisten Pinchas Zukerman und dessen Ehefrau, die kanadische Cellistin Amanda Forsyth, zu erleben. Ein Konzert, das inspiriert – und die diesjährigen Sommerfestspiele würdig abschließt.
Mitmachen – für Sänger*innen, Maler*innen und Familien
Mitsingfest: Samstag, 11. Juli
Beim Mitsingfest zeigen Schüler*innen, Sänger*innen und regionale Chöre, wie sehr Musik verbindet. Ein unvergesslicher Tag für alle, die gerne singen und Chormusik lieben.
Der Tag im Überblick:
Hinter der Kulissen
10 -13.30 Uhr Workshop zum Auftakt: In diesem Workshop entdecken die Teilnehmenden unter der professionellen Leitung von Mateo Peñaloza Cecconi, wie sie ihre Stimme klangvoll und ausdrucksstark einsetzen. Gemeinsam werden populäre Werke für Opernchor eingeübt, die um 18 Uhr auf der Bühne des größten deutschen Opernhauses vor Publikum aufgeführt werden. Tickets für den Workshop sind im Webshop des Festspielhauses erhältlich.
14 Uhr offene Chorprobe für die Workshopteilnehmer und jede*n, die/der mitsingen möchte. Die Teilnahme ist kostenfrei, um Anmeldung an partizipation@festspielhaus.de wird gebeten.
Für Publikum – Neugierige Besucher, Familie, Freunde, Fans der Chormusik sind eingeladen, bei freiem Eintritt die Konzerte auf der großen Festspielhausbühne zu erleben:
16 Uhr Abschlusskonzert IM.PULS
IM.PULS ist ein Vermittlungsprojekt des Festspielhauses, ermöglicht durch die T. von Zastrow Foundation. 32 Schüler*innen des Philharmonisches Chors des Helmholtz-Gymnasiums Karlsruhe und das A-cappella-Ensemble Calmus zeigen, worauf sie ein Jahr lang hingearbeitet haben. Die Besucher dürfen sich freuen auf eine musikalische Reise um die Welt mit Liedern aus Irland und Slowenien, auf Swahili und Lettisch.
18 Uhr Mitsingfest-Finale
Im großen Abschlusskonzert treten dann die Teilnehmer*innen des Workshops und der offenen Chorprobe ins Rahmenlicht und singen berühmte Opernchöre von Verdi, Wagner und Mascagni. Moderiert wird der Abend von Nick-Martin Strenitzke. Und: Das mitsingen aus dem Saal ist ausdrücklich erlaubt!
Die Konzerte um 16 Uhr und 18 Uhr sind kostenfrei und stehen allen Besucher*innen offen. Weitere Informationen zum Mitsingfest am 11. Juli auf der Website des Festspielhauses sowie unter partizipation@festspielhaus.de.
Krabbelkonzerte für Kinder ab 2 Jahren
Samstag, 27. Juni, 11 und 15 Uhr
Sommerfestspiele für alle: Am Samstag, 27. Juni, um 11 und 15 Uhr veranstaltet das Festspielhaus Krabbelkonzerte für die Allerkleinsten. Musiker des Chamber Orchestra of Europe spielen kindgerechte klassische Musik für Kinder bis zu zwei Jahren. Die Veranstaltungen finden im Orchesterprobensaal des Festspielhauses statt, so dass die Kleinkinder sich frei bewegen können, und statt starren Stuhlreihen gibt es eine lockere Runde mit Sitzkissen auf dem Boden.
Ein Bild von einer Rose – Sommerspaziergang und Malkurs
Sonntag, 28. Juni, 11 Uhr
Bei den Sommerfestspielen 2025 taufte Yannick Nézet-Séguin die eigens für ihn gezüchtete Rose Maestro Yannick, die in der Baden-Badener Gönneranlage blüht. Die Workshop-Teilnehmer*innen lassen sich auf einem Sommerspaziergang davon inspirieren, bevor sie unter Leitung der Künstlerin Martina Schulz von der Kunstwerkstatt des Museum Frieder Burda im Garten des Brenners Park Hotel & Spa ihr persönliches Rosenportrait auf die Leinwand bringen.
Die Sommerfestspiele „La Capitale d’Été“ finden vom 26. Juni bis 12. Juli 26 statt.
Tickets und Informationen gibt es auf der Webseite des Festspielhauses, in der Festspielhaus-App sowie im Service-Center Ticketing unter Telefon 07221/30 13-101 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.
