- Drei außergewöhnliche Choreografien kehren ins Große Haus zurück
- Hessisches Staatsballett eröffnet seine Spielzeit 2026/27 mit einem großen Tanzabend
Mit einem Abend über Erinnerung, Verlust, Nähe und die Spuren menschlicher Begegnungen eröffnet das Hessische Staatsballett am Sonntag, 27. September 2026, um 18 Uhr seine neue Spielzeit im Großen Haus des Staatstheaters Wiesbaden.
Unter dem Titel „Silent Echo“ treffen drei höchst unterschiedliche choreografische Handschriften aufeinander: das eindringliche „I’m afraid to forget your smile“ des vielfach ausgezeichneten (u. a. FAUST 2024) niederländischen Choreograf*innen-Duos Imre & Marne van Opstal, das elektrisierende Duett „Midnight Raga“ von Marco Goecke sowie das monumentale „The Mass Ornament“ des spanischen Choreografen Fran Díaz.
I’m afraid to forget your smile
Drei Werke, drei choreografische Welten – und doch verbindet sie eine gemeinsame Frage: Was bleibt, wenn der Augenblick vergangen ist? Den Abend eröffnen Imre & Marne van Opstal mit „I’m afraid to forget your smile“. In ihrer berührenden Verbindung aus zeitgenössischem Tanz, live interpretierten Chorwerken und einer atmosphärischen Bühnen- und Lichtgestaltung von Tom Visser wird der Moment des Loslassens zu einem schwebenden Übergangszustand. Die Stimmen der Schiersteiner Kantorei verleihen der Choreografie eine zusätzliche, unmittelbare Präsenz. Werke von Komponisten wie Arvo Pärt und Eric Whitacre schaffen einen Klangraum, in dem sich Trauer, Erinnerung und Hingabe miteinander verweben.
Midnight Raga
Mit „Midnight Raga“ folgt ein radikaler Wechsel der Stimmung. Marco Goecke, einer der prägendsten und international gefragtesten Choreografen der Gegenwart und Träger des Nijinsky-Preises, entwickelt in seinem Duett eine hochkonzentrierte Begegnung zweier Körper. Tiefes Mitternachtsblau trifft auf die Musik des indischen Komponisten Ravi Shankar und auf Goeckes unverwechselbare, nervös-flirrende Bewegungssprache. Ein intimes Duett, das zwischen Nähe und Distanz, Zartheit und explosiver Energie oszilliert.
The Mass Ornament
Den Abschluss bildet „The Mass Ornament“ von Fran Díaz. Zu Henryk Góreckis unerbittlich treibendem Concerto for Harpsichord and String Orchestra op. 40 formt Díaz aus den Tänzer*innen einen hochenergetischen Gruppenkörper. Präzision, Dynamik und individuelle Impulse verschmelzen zu einem faszinierenden choreografischen Organismus, in dem Ordnung und Selbstaufgabe, Individualität und Gemeinschaft unmittelbar aufeinandertreffen.
„Silent Echo“ ist bis Ende Januar 2027 und nur am Staatstheater Wiesbaden zu erleben.
