Zum Auftakt der Intendanz von Frank Hilbrich inszeniert das Musiktheaterkollektiv Kommando Himmelfahrt mit BLAU eine Feier des utopischen Optimismus‘, der in der Zusammenarbeit des französischen Künstlers Yves Klein und des Architekten Werner Ruhnau steckt und der bis heute dem ikonischen Bau des MiR Gelsenkirchen mit den weltberühmten Wandreliefs innewohnt. Die Ideen für eine Schule der Sensibilität, die sie gemeinsam für Gelsenkirchen entwickelten, aber nie umsetzen konnten, bilden dabei den Leitfaden dieses Musiktheater-Spektakels, das am Samstag, 19. September 2026, um 19.00 Uhr im MiR Gelsenkirchen seine Uraufführung erlebt.
Auf dem Vorplatz versammeln sich bereits eine Stunde vor Beginn die Menschen vor den meterhohen Buchstaben des Wortes „Blau“, lernen in einem Kasperletheater Yves Klein und Werner Ruhnau kennen, und werden von der Leiterin der „Schule der Sensibilität“ (Anke Sieloff) in vier Klassen eingeteilt, die dann auf unterschiedlichen Wegen von ihren Lehrer*innen (Khanyiso Gwenxane, Almuth Herbst, Heejin Kim, Sono Yu) zu Stationen in den Garderobenfoyers, dem großen Foyer und dem Kleinen Haus geleitet werden.
Jede dieser szenischen Installationen ist eine Lektion im Lehrplan der Sensibilität. Begleitet wird das Publikum dabei von einer Komposition von Jan Dvořák, die das ganze Haus zum Klingen bringt. Das Ultramarin von Yves Kleins großen Wandreliefs lädt bei der Meditation zum Loslassen des Ichs ein, die anderen Lektionen tragen Titel wie „Levitation“ und „Kooperation“ und zum Schulabschluss treffen die Klassen alle im Großen Haus zusammen, wo die Kantate „Die anthropophage Ära“ mit den Stimmen des gesamten Lehrkörpers und des Orchesters erklingt. Beim Ball bleu im Foyer wird dann das erfolgreiche Durchlaufen der Schule der Sensibilität mit blauen Cocktails, Livemusik und Tanz gefeiert.
Das Musiktheaterkollektiv Kommando Himmelfahrt entwickelte die spektakuläre Bespielung des gesamten Hauses auf der Basis von Ideen, Konzepten, Werken und Texten von Yves Klein und Werner Ruhnau. So war die legendäre Spielstraße, die der Architekt für die Olympischen Spiele in München 1972 erdachte, eine wichtige Inspiration für die Inszenierung und Yves Kleins „Symphonie Monotone-Silence“, die nur aus einem D-Dur-Akkord besteht, findet sich in der Komposition von Jan Dvořák insofern wieder, als auch sie auf dem Grundton D basiert, der während der gesamten Aufführung im Haus wahrnehmbar ist. Mit BLAU werden die Utopien, die Yves Klein und Werner Ruhnau in der 1950er Jahren erdachten, wiederbelebt und neu befragt: Wieviel ist davon für uns heute noch relevant? Brauchen wir wieder mehr Mut zur Utopie?
Termine
Nach der Premiere am 19. September 2026 folgen diese Termine:
- Sonntag, 20. September 2026, 17.00 Uhr
- Samstag, 26. September 2026, 16.00 Uhr
- Samstag, 26. September 2026, 19.00 Uhr
- Sonntag, 27. September 2026, 11.00 Uhr
- Samstag, 03. Oktober 2026, 17.00 Uhr
Karten für 35 / 17,50 Euro an der Theaterkasse: Montag und Samstag von 10.00 bis 14.00 Uhr, Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 18.30 Uhr, E-Mail: theaterkasse@musiktheater-im-revier.de, telefonisch unter 0209.4097-200
Besetzung
Musikalische Leitung, Komposition: Jan Dvořák
Regie: Thomas Fiedler
Bühne: Volker Thiele
Kostüme: Kathi Maurer
Licht: Marius Steinert
Ton: Max Kallien
Sounds: Carl John Hoffmann
Dramaturgie: Katharina Rückl
Produktionsleitung: Carsten Kirchmeier
Mit
Rektorin: Anke Sieloff
Lehrerin (Sopran): Heejin Kim
Lehrerin (Mezzosopran): Almuth Herbst
Lehrer (Tenor): Khanyiso Gwenxane
Lehrer (Bariton): Sono Yu *
Puppenspiel: Pauline Lotz, Ahmad Salma
Blaskapellen: Revierblech
Band Ball Bleu: Jan Dvořák, Fabian Gsell, Malte Viebahn, Malte Winter
*Mitglied des Opernstudio NRW
Opernstudio NRW | Neue Philharmonie Westfalen | Statisterie des MiR
