Robert Ickes »Orestie« am Theater Vorpommern

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Rache, Recht, Urteil: Robert Ickes „Orestie“ in der Regie von Torsten Fischer – mit Judith Rosmair als Klytaimnestra

Eine Familie vernichtet sich im Namen von Pflicht, Liebe und Vergeltung. Jede Tat fordert die nächste heraus, jede Schuld erzeugt neue Schuld. Bis die Frage unausweichlich wird: Wie lässt sich die Logik der Rache durchbrechen – und wer spricht am Ende das Urteil?

Mit Robert Ickes „Orestie“ zeigt das Theater Vorpommern eine der markantesten zeitgenössischen Neuschreibungen des antiken Stoffes. Icke macht aus dem Mythos ein radikal gegenwärtiges Familiendrama und führt ihn zugleich an jenen Wendepunkt, an dem Schuld und Strafe nicht länger Sache der Vergeltung bleiben, sondern einem Verfahren überantwortet werden.

Torsten Fischer inszeniert den Abend mit Judith Rosmair als Klytaimnestra. Fischer gehört seit vielen Jahren zu den profilierten Regisseuren zwischen Schauspiel und Musiktheater; Rosmair, 2007 von Theater heute zur Schauspielerin des Jahres gewählt, zu den markantesten Darstellerinnen des deutschsprachigen Gegenwartstheaters. Beide verbindet eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit.

Für das Theater Vorpommern markiert die Produktion zugleich einen ersten programmatischen Akzent der neuen Künstlerischen Leitung. Rolf C. Hemke übernahm im Herbst 2025 nach längerer Vakanz die Künstlerische Leitung des Hauses; die nun beginnende Spielzeit trägt seine Handschrift zunächst nur in einzelnen Projekten. Die „Orestie“ ist eines davon – und führt zugleich die Zusammenarbeit mit langjährigen künstlerischen Weggefährten aus Hemkes Zeit als Leiter des Kunstfests Weimar fort.

Die Produktion entsteht in Koproduktion mit dem Kleist Forum Frankfurt (Oder) und ist dort am 9. Oktober im Rahmen der Kleist-Festtage 2026 zu erleben.

Ickes „Orestie“ fragt nicht nach einem fernen Gründungsmythos. Sie fragt nach unserer Gegenwart: Wann wird aus einer Erzählung ein Urteil? Wer besitzt die Deutungshoheit über Schuld? Und was unterscheidet Gerechtigkeit von Vergeltung?


Orestie

Nach Aischylos in einer Neubearbeitung von Robert Icke
Deutsch von Ulrike Syha

Premiere Greifswald: Freitag, 25. September 26 (Stadthalle Greifswald, Kaisersaal; Einführung ab 18.45 Uhr(
Gastspiel Frankfurt/Oder – Kleist-Festtage 2026: Freitag, 9. Oktober 26 (Kleist Forum Frankfurt/Oder)
Premiere Stralsund: Freitag, 16. Oktober 26 (Theater Stralsund)

Inszenierung: Torsten Fischer
Bühne: Herbert Schäfer
Kostüme: Vasilis Triantafillopoulos


Besetzung:

Agamemnon: Hannes Rittig
Klytämnestra: Judith Rosmair
Orest: Jakob Schleert
Elektra: Paula Dieckmann
Iphigenie / Kassandra / Athene: Annika Gräslund
Ärztin: Gabriele Völsch
Menelaus / Ägisth: Markus Voigt
Kalchas: Jan Bernhardt
Cilissa / Furie: Christiane Schoon

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