12. bis 22. November 2026
Die Jüdische Gemeinde zu Berlin lädt unter dem diesjährigen Motto „ZADIKIM – Zeit für Gerechte“ vom 12. bis 22. November 2026 zu den 39. Jüdischen Kulturtagen Berlin ein. Nun steht das Programm und die Übersicht der 29 Veranstaltungen ist auch unter jkt.berlin zu finden.
„Die 39. Jüdischen Kulturtage Berlin stehen unter dem Motto „ZADIKIM – Zeit für Gerechte“. Kaum ein Begriff könnte besser in unsere Gegenwart passen. Denn Gerechtigkeit zeigt sich im täglichen Miteinander, in Respekt, Verantwortung und der Bereitschaft, für andere einzustehen.“
Dr. Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
Das Festival heißt jüdische Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt in Berlin willkommen. Wir schaffen mit den vielfältigen Veranstaltungen bedeutsame Räume für Inspiration, Begegnung und gegenseitiges Verständnis.“
Sara Nachama, Kulturdezernentin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
„Das Motto der 39. Jüdischen Kulturtage ist „ZADIKIM – Zeit für Gerechte“. Zadikim ist das hebräische Wort für die 36 Gerechten. Im Talmud erscheinen sie als Menschen ohne Status, ohne Stimme oder öffentliche Anerkennung – und doch von entscheidender Wirkung: Sie halten die Welt im Gleichgewicht. Allerdings bleibt ihr Handeln verborgen, selbst ihnen. Sie sind somit stille Träger von Verantwortung. Gerade in heutigen Zeiten, in denen wir spüren, dass die Welt aus den Fugen zu geraten scheint, brauchen wir wieder einen funktionierenden moralischen Kompass. Die Zeit der Gerechten ist wieder angebrochen.
Intendant Avi Toubiana
Zu den Höhepunkten gehören das festliche Eröffnungs-Konzert mit der israelischen Sängerin Marina Maximilian, der Auftritt des Master Mentalist Lior Suchard, das international ausgezeichnete Orto-Da Theatre aus Tel Aviv mit STONES und das Abschlusskonzert mit der israelischen Pop-Legende Rami Kleinstein.
Ausstellung SUPER HERO – Comics und Helden des Alltags
Die Ausstellung „Super Hero“ im Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße stellt die Frage, was einen Menschen zum Helden macht. Zehn jüdische Künstlerinnen und Künstler entwickelten exklusiv für die Jüdischen Kulturtage Berlin einen begehbaren Parcours, der genau diesen Fragen nachgeht. Bekannte Comicfiguren wie Batman und Superman erscheinen in neuer Gestalt, richten den Blick auf ihre meist jüdischen Schöpfer wie Joe Shuster und Stan Lee, deren Biografien von Migration, Ausgrenzung und dem Wunsch nach Gerechtigkeit geprägt waren.
Die aus den USA stammende, integrierte Ausstellung „Jewce“ ist Teil eines vielschichtigen Erlebnisraums, der Popkultur und Geschichte miteinander verbindet. Von den Superhelden führt der Weg zu Menschen wie Oskar Schindler, Irena Sendler, Raoul Wallenberg oder Chiune Sugihara. Sie verfügten über keine übernatürlichen Kräfte – aber über den Mut, im entscheidenden Moment Verantwortung zu übernehmen. Ergänzt wird die Ausstellung durch exklusive, von Julian Voloj gestaltete Comic-Editionen zum Mitnehmen sowie eine Präsentation und einen Workshop des Spider-Man-Noir-Co-Creators Fabrice Sapolsky. Den Abschluss bildet eine interaktive Installation rund um die 36 Gerechten, die das Motto „ZADIKIM – Zeit für Gerechte“ erfahrbar macht.
Literaturprogramm
Das Programm umfasst u.a. Lesung und Gespräch mit der Autorin Marina Chernivsky („Bruchzeiten“) mit dem Autor Charles Lewinsky („Eine andere Geschichte“) und mit Buchpreisträgerin Julia Franck („Ich ertrinke in den Wassern meiner eigenen Liebe. Rilkes letzte Geliebte“).
Auf dem „Blauen Sofa“ sprechen Assaf Gavron, Shelly Kupferberg und Dana Vowinkel über ihre neuen Bücher. Eine Gesprächsrunde fokussiert das Werk und Vermächtnis von Theater-Visionär Max Reinhardt und die jüdischen Chronistinnen ihrer Zeit Vicki Baum, Gabriele Tergit und Mascha Kaléko werden in einer literarischen Collage gewürdigt.
Zu den musikalischen Literatur-Formaten zählen Alexander Estis und das Trio Scho, die sprachakrobatische Satire mit Klezmer und osteuropäischen Melodien verbinden. Sowie der Abend „Lyrik & Kontrabass“ mit Diti Ronen, die „Kleines Drossel“ zusammen mit Kontrabassist Tal Ronen vorträgt, moderiert von Anne Birkenhauer.
In der Reihe „Bilderbuchkino für Jugendliche ab 10 Jahren“ gibt es einen Workshop mit Shalom Zuckerman und Judith Poznan zur Kunst von Micha Ullmann.
Anja Tuckermann: „Damals in der Rosenstraße“: Hunderte Frauen versammeln sich in der Rosenstraße, um ihre inhaftierten jüdischen Angehörigen zurückzuholen – und erreichen das kaum Vorstellbare. Anja Tuckermann erzählt davon als Bilderbuchkino zum Mitmachen für Menschen ab zehn Jahren.
Führungen respektive Spaziergänge: zu den Themen „Queerness und Gender im Jüdischen Berlin“ mit Nirit Ben-Joseph sowie „Jüdisches Leben im Schatten der Gewalt – auf den Spuren der November-Pogrome von 1923“ mit Jess Earle.
Filmprogramm
Die sieben Filme werden im CineStar Berlin – Cubix gezeigt. Hier sind israelische resp. Filme jüdischer Filmemacher analog zum diesjährigen Motto der Kulturtage zu sehen, vorwiegend im Original mit englischen Untertiteln, z.B. Esther, ein filmisches Portrait der Sängerin Esther Ofarim, der vielfach ausgezeichnete Film Oxygen über einen Mutter-Sohn-Konflikt, Tzadik, die russische Verfilmung einer wahren Heldengeschichte aus dem von Deutschland besetzten Belarus, die israelische Kult-Comedy-Serie „Checkout“, das israelische Familien-Drama „Tell me everything“ über Queerness und AIDS in den 80er Jahren und die warmherzige Tragikkomödie „The Wedding Entertainer“.
Das gesamte Programm findet sich unter jkt.berlin.
Seit dem 28. August sind alle Veranstaltungen online und buchbar, einige zu einem zweiwöchigen Frühbucherpreis mit 20% Ermäßigung. Einige Produktionen sind kostenfrei, eine Anmeldung online ist erforderlich.
Tickets kosten zwischen fünf und 70 Euro. Die Veranstaltungen sind online buchbar und Tickets sind auch an den bekannten VVK-Kassen erhältlich (ggf. zzgl. weiterer Kosten).
Die Jüdischen Kulturtage sind eine Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.
