Internationales Frauen*Theaterfestival feiert zehnjähriges Jubiläum

© Internationales Frauen*Theaterfestival

Vom 14. bis 20. September 2026 verwandelt sich das Kulturgelände von protagon e.V. im Frankfurter Osten in einen besonderen Begegnungsraum: Das Internationale Frauen*Theaterfestival (IF*TF) feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen mit einer Woche Theater, Performances, Tanz, Livemusik, Videokunst, Ausstellungen, Workshops, Gesprächen und einem Programm für Kinder – gemacht von Frauen*, offen für alle Menschen.

Seit zehn Jahren wird das Festival von Künstler*innen getragen, die es mit ihrer Arbeit aufgebaut, geprägt und am Leben gehalten haben – aus einer Idee wurde ein festes jährliches Festival, das einzige dieser Art in Deutschland. Die Jubiläumsausgabe ist zugleich ein Dankeschön an diese Künstler*innen und ihre Arbeit über die Jahre.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Ausgabe steht das Thema feministische Demokratie: Wie hängen Mitbestimmung, Gleichberechtigung und Macht zusammen? Das Festival blickt dabei auf viele verschiedene Lebensrealitäten – auf Geschlecht, Herkunft, Klasse und Macht – und fragt, wie demokratische Räume gerechter und vielfältiger werden können. Die Künstler*innen machen Demokratie durch Kunst erlebbar und zeigen neue Wege für Teilhabe, Fürsorge und Widerstandskraft. Das Festival will feministische Friedenskultur stärken und queeren, antirassistischen sowie dekolonialen Perspektiven eine Bühne geben. Das IF*TF ist Teil des Magdalena-Projekts, eines internationalen Netzwerks für Frauen* im zeitgenössischen Theater.

Ein inhaltliches Highlight der Jubiläumsausgabe ist die Fortführung von Blue Lab: Das interdisziplinäre Kunst-, Wissenschafts- und Umweltprojekt bildete im Sommer den inhaltlichen Schwerpunkt der 25. Sommerwerft und wird beim IF*TF nun um eine ökofeministische Perspektive erweitert. Unter dem Titel „Blue Lab – Diversity“ verbindet das Festival Fragen von Geschlechtergerechtigkeit mit dem Konzept der Ocean Literacy – dem Wissen um die wechselseitige Abhängigkeit von Mensch und Ozean und die Fähigkeit, danach zu handeln.

Ein zweitägiges Symposium zum Festivalthema findet in Partnerschaft mit dem Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung der Goethe-Universität Frankfurt bei protagon e.V. statt. Dort kommen Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen mit dem Publikum ins Gespräch.

Die Workshops sind für Frauen* und Mädchen* und kosten eine Anmeldegebühr. Der Eintritt zu allen anderen Veranstaltungen ist auf freiwilliger Spendenbasis für alle Menschen offen. Ein Awareness-Konzept, Kinderbetreuung und ein barrierefreier Zugang gehören selbstverständlich zum Festival dazu.

PROGRAMMHIGHLIGHTS

Montag, 14. September, 21.00 Uhr: „DIASPORA – Eine zeitgenössische Tragödie“ von antagon theaterAKTion und Ondadurto Teatro

Das Stück verwandelt Euripides‘ „Die Troerinnen“ in eine Geschichte über Krieg, Vertreibung und Migration – erzählt aus der Perspektive von Frauen*, Geflüchteten und Unbeteiligten, in einer Sprache aus Tanz, physischem Theater und Live-Musik.

Mittwoch, 16. September, ab 19.00 Uhr: „Blue Lab – Diversity“

Blue Lab setzt sein Programm fort und gestaltet den ökofeministischen Teil des Festivals. Als von der UNESCO-IOC im Rahmen der UN-Ozeandekade anerkannte Initiative und Unterzeichnerin der EU-Mission „Restore our Ocean and Waters“ bringt der Abend Feminismus und Ocean Literacy zusammen: mit dem Film „Women from the Sea“ von Raquel Clemente Martins sowie einem Gespräch mit Prof. Dr. Ciane Fernandes (Professorin für Darstellende Kunst mit Schwerpunkt Ökoperformance) und der Meeresbiologin Giovanna Dante.

Donnerstag, 17. September, ab 20.00 Uhr – Feminist Queer Visibility: „Female World Music“ – Konzert mit KICK LA LUNA

Als Teil der Abschiedstournee von Perkussionistin Anne Breick

„DOMINA“ – Ondadurto Teatro

Das Stück verbindet Oper und physisches Theater zu einer ortsspezifischen Produktion, die Verdis große Frauenfiguren – aus „La Traviata“, „Otello“, „Macbeth“ und „Aida“ – aus queerer Perspektive neu erzählt.

Freitag, 18. September, 21.00 Uhr: „FARRA“ (Premiere beim IF*TF 2026) – DANZANKO Collective

Eine poetisch-experimentelle Stelzenperformance über die vielen Gesichter der Weiblichkeit – verspielt, vielstimmig und voller Selbstironie. 

Freitag, 18. September, 16.00–18.00 Uhr und Samstag, 19. September, 14.00–17.00 Uhr: Symposium – „Feministische Demokratie“

Das Symposium öffnet einen Raum für Fragen, Perspektiven und Gespräche zwischen Kunst, Wissenschaft und Aktivismus.

Samstag, 19. September, 20.30 Uhr: „I MALTAGLIATI“ mit Sandra Pasini

Die Solo-Performance ist inspiriert von den Gedichten Beatrice Bugellis, einer analphabetischen Schäferin aus der Toskana des 19. Jahrhunderts. In einer traditionellen italienischen Küche, mit Tomatensauce auf dem Herd, verbindet Sandra Pasinis kraftvoller Gesang Poesie und Widerstand.


Weitere Informationen und das vollständige Programm finden sich ab dem 20. August auf der Festival-Website: iftf-frankfurt.com


Festival-Gründerin Bárbara Luci Carvalho wurde im vergangenen Jahr gleich zweifach ausgezeichnet: mit dem Tony-Sender-Preis der Stadt Frankfurt – einer Ehrung für Frauen*, die sich für Demokratie, Gleichberechtigung und Menschenrechte einsetzen – sowie mit einer lobenden Erwähnung beim Diversitäts- und Integrationspreis 2025 der Stadt Frankfurt.

Das IF*TF ist Teil des Magdalena-Projekts, eines dynamischen, weltweiten Netzwerks für Frauen* im zeitgenössischen Theater- und Performance-Bereich. Die Aktivitäten des Magdalena-Projekts sind weit verzweigt –über internationale Grenzen und über Generationen hinweg. Es ist ein Treffpunkt für Performance-Gruppen und Personen, deren gemeinsames Interesse darin besteht, die Sichtbarkeit des künstlerischen Schaffens von Frauen* zu stärken. Weitere Informationen finden Sie unter themagdalenaproject.org/.

Unter der künstlerischen Leitung von Bárbara Luci Carvalho realisiert der Kulturverein protagon e.V. – international performing arts das Festival mit Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, des Frauenreferats sowie des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main. Gefördert wird es zudem vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, kofinanziert von der Europäischen Union. Weitere Unterstützung erhält das Festival durch antagon theaterAKTion, Escuna Criativa e.V., dem Landesverband Professionelle Freie Darstellende Künste Hessen e.V. (laPROF) sowie dem Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

protagon e.V. dankt den Förderern und Partnern.