- Premiere: Eines langen Tages Reise in die Nacht
- Premiere / Uraufführung: Das Deutschlandherz
- Premiere: Kleiner Mann – was nun?
Premiere: Eines langen Tages Reise in die Nacht
Ein Familienfoto: James Tyrone, der Vater, einst ein erfolgreicher Schauspieler. Neben ihm Mary, seine Frau, versunken, ihr Lächeln fast unsichtbar. Die Söhne: Jamie, der Ältere, selbstbewusst und anscheinend lässig; Edmund, der Jüngere, nachdenklich, etwas blass, beobachtend. Das Licht ist weich. Ein nebliger Tag im August. Eine Momentaufnahme.
Nicht im Bild: James’ von Angst getriebener Egoismus und Geiz, Marys Abhängigkeit, Jamies Selbstzerstörung, Edmunds lebensbedrohliche Krankheit. Nicht im Bild: Die Gespräche und Wortgefechte, die sich wiederholen wie ein Ritual aus Vorwurf und Beschwichtigung, aus Nähe und Abwehr. Nicht im Bild: Die Zeit, die Stunde um Stunde tiefer in immer dieselben Konflikte führt. Die Nacht, die ihre Schatten vorauswirft.
Eugene O’Neill verarbeitet in seinem erst posthum uraufgeführten Drama die eigene Familiengeschichte und seine lebenslange Auseinandersetzung mit Schuld, Abhängigkeit und Krankheit. Dabei schrieb er aber nicht nur autobiografisch, sondern rekonstruierte Erinnerung als Konfliktraum – also als subjektiv erlebte, immer wieder durchgespielte Vergangenheit. Max Lindemann (»Phädra, in Flammen«, »Süßer Vogel Jugend«) widmet sich in seinen Regiearbeiten bevorzugt den seelischen Tiefen, Schattenseiten und Obsessionen seiner Figuren.
Eines langen Tages Reise in die Nacht
(Long Day’s Journey into Night)
Von: Eugene O‘Neill (1888 – 1953)
Uraufführung: 2. Februar 1956 (Stockholm, Königliches Dramatisches Theater
Premiere am Schauspiel Frankfurt: Samstag, 3. Oktober 26 (Schauspielhaus)
Regie: Max Lindemann
Bühne: Signe Raunkjær Holm
Kostüme: Cédric Mpaka
Dramaturgie: Jana Fritzsche
Besetzung:
Mary Tyrone: Heidi Ecks
James Tyrone: Uwe Zerwer
James Tyrone Jr.: Christoph Bornmüller
Edmund Tyrone: Miguel Klein Medina
Die nächsten Vorstellungen: 10./ 15./ 21./ 29. Oktober
Premiere / Uraufführung: Das Deutschlandherz
»Eine Gruppe junger Menschen, Freunde mutmaßlich, haben Tickets für den letzten Zug. Doch als der nicht zu kommen scheint, bemerken sie, dass hier an diesem Ort etwas nicht stimmt. Sie suchen den Ausgang, den Eingang, irgendeine Form von Fortschritt oder Veränderung, doch sie treten auf der Stelle. Sie wissen nicht mehr, ob sie eingesperrt sind oder frei.«
Autor und Regisseur Bonn Park, dessen erste Arbeit am Schauspiel Frankfurt, »They Them Okocha«, für den Mülheimer Dramatikpreis nominiert war, nimmt sich für sein neues Stück des Horror-Genres an. In seinem Grusel-Märchen »Das Deutschland« von 2020 hat er die Möglichkeiten des Schauerlichen auf der Bühne schon einmal untersucht. Wurde dort die bürgerliche Familie zur Assimilations-Hölle, ist das Setting seines neuen Stücks ein öffentlicher Ort: Ein trister Bahnhof oder eine verwaiste Innenstadt, in der sich ehemalige gesellschaftliche Gewissheiten in ein »hochkarätiges Koma der Hilflosigkeit« verwandelt haben.
»In den Herzen spukt es. Es stimmt etwas nicht mehr. Dass alles schlimm ist und nichts mehr wird, wie es war, dass nichts schlimmer ist als jetzt, außer die Zukunft, die Gewissheit, dass die Welt auf die eine oder andere Weise untergehen wird, aber auf jeden Fall untergeht (!), dass die apokalyptische Laune die normale Laune geworden ist, dass die Haut so dünn ist, dass sie durchsichtig geworden ist. Made in Germany ist die Ingenieurskunst der Panik, hochwertige Beklemmung, deutsche Wertarbeit ist Angst.«
Bonn Park schreibt seine Theatertexte, während er in den Proben im engen Austausch mit den Schauspieler:innen steht und gemeinsam mit ihnen recherchiert und entwickelt. Die neue Arbeit für das Schauspiel Frankfurt entsteht wieder mit dem kongenialen Team aus Komponist Ben Roessler und Bühnen- und Kostümbildnerin Sina Manthey.
Das Deutschlandherz
Von: Bonn Park
Premiere / Uraufführung am Schauspiel Frankfurt: Freitag, den 2. Oktober 26 (Kammerspiele)
Regie: Bonn Park (* 1987)
Bühne & Kostüme: Sina Manthey
Musik: Ben Roessler
Dramaturgie: Katja Herlemann
Licht: Valentin Wittig
Mit: Steffen Link, Rokhi Müller, Mitja Over, Andreas Vögler
Die nächsten Vorstellungen: 3./ 11./ 22./ 26. Oktober
Premiere: Kleiner Mann – was nun?
Es sind harte Zeiten, als Pinneberg und Lämmchen erfahren, dass sie gemeinsam ein Kind bekommen: Massenarbeitslosigkeit, Weltwirtschaftskrise, politische Unruhen. Trotzdem heiratet das Paar kurzentschlossen. Doch das kleine private Glück wird bald auf die Probe gestellt, als Pinneberg in immer prekärere Anstellungsverhältnisse gerät. Leistungsdruck, Demütigungen und tyrannische Chefs nimmt er in Kauf, um nicht in die Arbeitslosigkeit abzurutschen. Nur dank Lämmchen verliert Pinneberg nicht völlig den Halt. Unerschütterlich ist ihr Glaube an die Liebe, ungebrochen ihre Lebenskraft.
Knapp hundert Jahre nach dem Erscheinen von Falladas Roman interessiert sich die Regisseurin Luise Voigt dezidiert für die Parallelen zur Gegenwart. Inspiriert von den großen Revuen der 1920er Jahre transferiert sie die Geschichte als fulminante Show mitten ins 21. Jahrhundert.
Kleiner Mann – was nun?
Roman von: Hans Fallada (1893 – 1947)
Premiere am Schauspiel Frankfurt: Freitag, 30. Oktober 26 (Schauspielhaus)
Regie: Luise Voigt
Bühne: Natascha von Steiger
Kostüme: Maria Strauch
Choreografie: Minako Seki
Musik: Björn SC Deigner
Video: Stefan Bischoff
Dramaturgie: Lukas Schmelmer
Licht: Jan Walther
Besetzung:
Lämmchen: Nina Wolf
Pinneberg: Arash Nayebbandi
Showmaster/Schlüter: Matthias Redlhammer
Mia Pinneberg: Katharina Linder
Jachmann, Herr und Frau Mörschel, ältere Dame, Passanten: Michael Schütz
Heilbutt, Mariechen, Else, Passanten: Stefan Graf
Scharrenhöfer, Schulz, Herr Friedrichs, Jänecke, freundliche Frau, KK-Angestellter, Passanten, Schwägerin: Anna Kubin
Kleinholz, Lehmann, älterer Verkäufer, Keßler, Emil, Krankenschwester, Schupo: Christina Geiße
Lauterbach, Puttbreese, Seifenfrau, Passanten, ein Herr: Tanja Merlin Graf
Tänzer:innen: Asmaa Alasso, Emelie Aschmann, Valentina Ávila Hurtado, Angelo Berber, Ana Prevoznik, Daiaana Sergucheva, Leonie Wessling
Die Produktion wird unterstützt von der Speyer´schen Hochschulstiftung
Die nächsten Termine: 04., 14., 21., 26., 28., 30. November 26
Herbst-Aktion: 2 für 1, Meldung vom 15. Sept. 26: kulturfreak.de
Weitere Informationen und das vollständigen Programm: schauspielfrankfurt.de
