TV-Tipps 3sat:

arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf 3sat aus dem Kulturbereich.


Kalenderwoche 49:

Montag, 05.12. / 01:05 Uhr / Leverkusener Jazztage: Spyro Gyra
Erstausstrahlung

Anfang der 1970er-Jahre ist der Musiker Jay Beckenstein aus New York auf die Idee gekommen, seine Band nach einer Gattung der Grünalgen zu nennen.

Von dieser Spezies sind rund 4000 Arten beschrieben, und genauso beständig, wie Grünalgen Gewässer besiedeln, so konstant tummeln sich Spyro Gyra – so der Band- und Grünalgenname – seit fast 50 Jahren in der Welt des Jazz.

Über 10.000 Gigs hat die US-amerikanische Jazz-Fusion-Band in fünf Jahrzehnten auf sechs Kontinenten gespielt, sie wurde mehrfach mit dem Grammy ausgezeichnet und hat mehr als 30 Alben veröffentlicht, etliche Gold- und Platin-Auszeichungen eingeheimst und über zehn Millionen Tonträger verkauft. Fester Ankerpunkt bei all dem, was Spyro Gyra in ihrer langen Karriere gemacht haben, ist dabei Fusion.

Die Musiker um das Gründungsmitglied, den Saxofonisten Jay Beckenstein, kombinieren smoothen Jazz, Rhythm and Blues, Funk, Latin, Pop und Rock und kreieren daraus einen Sound, der vor allem immer eins ist: stilistisch offen und breit gefächert.

„Kunst manifestiert sich in einer Vielzahl von Stilrichtungen und Kontexten. Deshalb haben wir überhaupt erst begonnen, Musik zu machen“ – so die Philosophie von Spyro Gyra.

Mit kreativer Energie, komplexer Spielfreude und großer Musikalität sind Spyro Gyra bis heute in der Welt des zeitgenössischen Jazz auf den Bühnen dieser Welt unterwegs. Und dabei haben sie immer etwas auf dem Schirm, was auch bei ihrer namensgebenden Algenart eine Rolle spielt: Artenvielfalt.

Montag, 05.12. / 02:05 Uhr / Leverkusener Jazztage: Nils Landgren & Friends
Erstausstrahlung

Er ist vielseitig, neugierig und seit Jahrzehnten in den verschiedensten Konstellationen in der internationalen Jazzszene etabliert: Nils Landgren.

Eines ist ihm immer wichtig: dass Virtuosität und Spielfreude beherzt ineinandergreifen. Nils Landgren, schwedischer Posaunist und Sänger, kann groovy und knackig unterwegs sein.

Zum Beispiel dann, wenn er mit seiner Funk Unit den begnadeten Popsongs von Abba den Funk beibringt. Eine andere, nicht minder interessante Seite des Musikers mit der markanten roten Posaune ist die Zusammenarbeit mit seinem Landsmann, dem Pianisten Jan Lundgren. Als „partners in business“ bewundern die Musiker die Spielkunst des jeweils anderen, und auf dem Album „Kristallen“ loten sie – filigran, behutsam, aber nie bedächtig – die Möglichkeiten des Modern Jazz ein ums andere Mal neu aus.

Zart, melancholisch und mitunter sentimental geht es zu, wenn „Mr. Red Horn“ einen neuerlichen Perspektivenwechsel vornimmt und mit Kolleginnen und Kollegen „Christmas With My Friends“ zelebriert: Nils Landgren spielt seine Posaune dann genauso sachte, wie er „When You Wish Upon a Star“ singt.

Nicht nur in diesem Moment zeigt sich, was die Konstante im kreativen Schaffen von Nils Landgren ist: der ständige Wechsel zwischen diversen Spielarten.

Montag, 05.12. / 03:05 Uhr / Leverkusener Jazztage: The Jakob Manz Project with Johanna Summer
Erstausstrahlung

Wunderkinder gibt es immer wieder. Und manchmal treten sie sogar im Doppelpack in Erscheinung. So wie Johanna Summer und Jakob Manz bei den „Leverkusener Jazztagen“ 2022.

So klischeebeladen und strapaziert die Kategorie „Wunderkinder“ auch ist: Auf die Pianistin und den Saxofonisten trifft sie unbedingt zu. 2022 haben Jakob Manz und Johanna Summer zusammen „The Gallery Concerts I“ veröffentlicht.

Das Livealbum besticht durch den Dialog, den die Pianistin und der Saxofonist führen: mal verspielt und sensibel, mal kraftvoll und ausladend – und dabei immer lebhaft, offen und einander zugewandt.

Johanna Summer, Jahrgang 1995, war mehrmalige Preisträgerin beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ und „Jugend jazzt“. Sie spielte von 2018 bis 2020 im Bundesjazzorchester und studierte Jazzpiano an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Frei und ohne Noten spielt Johanna Summer, und sie lässt sich auch dann nicht aus der Ruhe bringen, wenn sie sich beim Improvisieren mehr vornimmt, als sie technisch umsetzen kann. Wenn das passiere, so die Künstlerin, biege sie einfach in eine andere Richtung ab.

Jakob Manz, geboren 2001, spielte schon mit so namhaften Musikern wie Randy Brecker, Ack van Rooyen und Wolfgang Dauner. Trotz seines jungen Alters ist er bereits Stammgast bei den „Leverkusener Jazztagen“ und kennt Johanna Summer aus der gemeinsamen Zeit beim Bundesjazzorchester. Als mehrfacher Preisträger des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ – Manz gewann mit den Instrumenten Blockflöte, Schlagzeug und Saxofon – spielt der Baden-Württemberger mit „The Jakob Manz Project“ neben Jazz vor allem Funk und Soul. Inspiriert ist die Band dabei von Künstlern wie Herbie Hancock, Marcus Miller und David Sanborn, interpretiert die Stücke ihrer Vorbilder und hat auch eigene Kompositionen im Repertoire.

Montag, 05.12. / 04:05 Uhr / Leverkusener Jazztage: Ida Sand with Stockholm Underground
Erstausstrahlung

Ihren Platz in der Musikwelt hat Ida Sand schon länger gefunden. Seit rund anderthalb Jahrzehnten interpretiert die schwedische Pianistin Songs aus der Rock-, Pop-, Soul- und Folkwelt.

Klassiker und Hits aus anderen Genres setzt die Musikerin mit ihren Klangfarben um, die sich aus Jazz, Blues und Soul zusammensetzen. Zu ihrem Repertoire gehören unter anderem „Here Comes the Rain Again“ von den Eurythmics und „Heart of Gold“ von Neil Young.

Mit ihrer erdig-markanten Stimme macht die Pianistin die Lieder anderer Künstlerinnen und Künstler zu ihren Songs.

Doch so sehr Ida Sand Soulgrößen wie Aretha Franklin und Stevie Wunder bewundert und so gerne sie Coverversionen spielt, so dringlich war der Wunsch nach einem Album, auf dem sich ausschließlich Eigenkompositionen finden. Mit einem klitzekleinen Anlauf hat sich Ida Sand diesen Wunsch nun erfüllt. „Do You Hear Me?“ heißt das 2021 veröffentlichte Album, auf dem Ida Sand – die sich selbst immer mehr als Soul- denn als Jazzsängerin versteht – nur Lieder singt, die sie selbst geschrieben hat. Sachte tut die Schwedin dies, und ihr Gesang wird geschmackvoll aufgepolstert von einer Band, die mit reduzierter Dynamik zu Werke geht.

Doch ganz gleich, ob Ida Sand die Songs anderer Künstler interpretiert oder ihrer eigenen Lieder singt und spielt, ihr Credo gilt hier wie da: „Musik ist mein Leben, und ich liebe mein Leben.“


Kalenderwoche 50:

Samstag, 10.12. / 20:15 Uhr / Kultur-King Korea – Wie südkoreanische Popkultur die Welt erobert
Film von Viola Löffler und Memo Jeftic
Erstausstrahlung

Warum sind Filme, Serien, Tanz und Musik aus Südkorea weltweit so erfolgreich? Die Serie „Squid Game“ brach alle Streamingrekorde, der Kinofilm „Parasite“ schrieb Oscar-Geschichte.

Die Boyband BTS schaffte es in über 70 Ländern auf Platz 1 der Charts. Der Film ergründet das Erfolgsrezept dieser Popkultur-Welle, auch Hallyu genannt. Liegt es an der Faszination des Westens für die südkoreanische Lebensart? Oder einfach an kulturpolitischem Kalkül?

Popmusik aus Südkorea, genannt K-Pop, ist heute ein globales Phänomen. Koreanische Bands füllen Stadien auf der ganzen Welt. Allein BTS spielt jedes Jahr etwa 3,6 Milliarden US-Dollar in Koreas Staatskasse. Doch K-Pop ist mehr als nur kommerzielle Glitzerwelt.

BTS-Fans, die sich „The Army“ nennen, kauften im Juni 2020 in einer beispiellosen Onlineaktion fast die Hälfte aller Tickets für eine Trump-Ralley auf und ließen den damaligen US-Präsidenten vor leeren Rängen sprechen. Die besondere Beziehung der Fans zu ihren Stars, den sogenannten Idols, ist einer der Hauptgründe des überaus großen K-Pop-Erfolgs.

Auf der koreanischen Erfolgswelle schwimmen neben Popstars auch Filme und Serien. Mit ihren großen Budgets, expliziten Gewaltdarstellungen, überhöhter Filmästhetik und skurrilen Comedy-Elementen sprechen sie nicht nur die Massen an, sondern begeistern auch Arthouse-Liebhaberinnen und -Liebhaber. Filme und Serien „made in Korea“ verpacken Themen wie Kapitalismuskritik oder den Nord-Süd-Konflikt in ein leicht konsumierbares Gewand und erreichen so weltweit ein Millionenpublikum.

Die kreativen Köpfe der koreanischen Film- und Fernsehindustrie experimentieren munter mit neuartigen Dramaturgien und Erzählweisen, innovativer Ästhetik und einem bunten Genre-Mix, der mehr und mehr auch zum Vorbild für die westliche Filmindustrie wird.

Die Dokumentation „Kultur King Korea – Wie südkoreanische Popkultur die Welt erobert“ rückt die Kulturpolitik des ostasiatischen Landes in den Vordergrund und stellt sie der romantisch-verklärten Idee des schöpferischen Genies gegenüber. Produzentinnen und Produzenten, Regisseurinnen und Regisseure, Expertinnen und Experten sowie K-Pop-Fans kommen zu Wort und versuchen, das Phänomen der K-Kultur zu ergründen.

Es braucht mehr als Muse, Schaffenskraft und Kreativität, um außerordentliche Werke zu produzieren – nämlich auch das passende politische Umfeld, systematisches Marketing und die nötige Disziplin von Kindesbeinen an. Die südkoreanische Popkultur hat das Weiterentwickeln bewährter Konzepte, Formate und Erzählweisen perfektioniert und durch Lust an Innovation und Experiment eine Ästhetik geschaffen, die Publikum und Kritik weltweit begeistert.

Samstag, 10.12. / 21:15 Uhr / Popcult Japan ~ Der Boom von Manga, Anime und Cosplay
Film von Marcus Fitsch
(Erstsendung: 16.06.2022)

Der Manga-Markt boomt. Allein im Jahr 2021 ist der Umsatz in Deutschland um knapp 80 Prozent gestiegen. Wie konnten die Bildergeschichten aus Japan zu einem globalen Kulturereignis werden?

Der Film erzählt die Geschichte dieses Phänomens – von der Entstehung der Anime- und Mangawelle Ende der 1990er-Jahre, als Serien wie „Sailor Moon“ das deutsche Privatfernsehen fluteten, bis zur Otaku-Community, die sich auf Conventions trifft und im Netz austauscht.

Bestseller wie „One Piece“ verkaufen sich weltweit so gut wie die Bibel oder „Harry Potter“. Die großen Buchmessen wie die in Leipzig haben für Comics aus Japan und die Cosplay-Szene ganze Hallen freigeräumt. Verlage, Streamingportale, die Gaming-Branche und große Konzerne, alle verdienen mit am Kult um die Heldengeschichten aus Japan. Populäre Cosplayer und Anime-YouTuber erreichen im Netz ein Millionenpublikum.

Das Filmteam reist ans andere Ende der Welt, wo die Figuren und Charaktere entstehen, die heute von Fans geliebt und von Cosplayern tausendfach kopiert werden – nach Japan, in den flirrenden Technik-Distrikt Tokio-Akihabara. Im Epizentrum dieser Kultur zeigt „Popcult Japan“ das System hinter einer sehr produktiven, aber auch sehr abgeschotteten Bildermaschinerie, die Heldenserien wie am Fließband produziert, und fragt bei Manga-Weltstars wie Hirohiko Araki nach, welche Faszination von diesen Geschichten ausgeht.

Samstag, 10.12. / 22:00 Uhr / Won’t forget these days ~ 35 Jahre Fury in the Slaughterhouse
Film von Ingo Schmoll
Erstausstrahlung

Auch nach 35 Jahren wird Fury in the Slaughterhouse bei verschiedenen Events immer noch von treuen Fans gefeiert. Ihr Song „Time to Wonder“ ist für viele unvergessen.

Der Film begleitet die Band anlässlich ihres aktuellen Jubiläums und zeigt die Bandmitglieder auch von ihrer privaten Seite: Wie leben sie heute, und womit befassen sie sich neben der Musik?

Außerdem geht der Film auf eine Reise in die Vergangenheit an Orte, die mit der Band eng verknüpft sind. Die Musiker gewähren dem Filmemacher Ingo Schmoll Einblicke in ihre privaten Bild- und Videoarchive und offenbaren dabei einige Anekdoten. Sie erzählen, wie ihre Klassiker deutscher Rockgeschichte entstanden sind. Was waren erfolgreiche Tourneen im In- und Ausland, und was gescheiterte? Warum der Abschied im Jahr 2008 und dann der Neustart einige Jahre später? Welche gravierenden Unterschiede gibt es im Musikgeschäft zwischen damals und heute, mit denen sich die Band konfrontiert sieht?

Zu Wort kommen auch Weggefährten von Fury in the Slaughterhouse wie Wolfgang Niedecken und zu Wort. Von der Zusammenarbeit am aktuellen Album erzählt ihr Produzent Vincent Sorg in seinem Studio.

Sonntag, 11.12. (3. Advent) / 18:00 Uhr / Buchzeit ~ Frankfurter Szenelokal „Oosten“
Moderation: Gerd Scobel
Erstausstrahlung

Vierteljährlich, anlässlich der Buchmessen in Frankfurt und Leipzig, zu Beginn der Sommerferien und zu Weihnachten, stellt „Buchzeit“ literarische Neuerscheinungen vor.

Im Frankfurter Szenelokal „Oosten“ diskutiert Gert Scobel mit der Autorin und Philologin Barbara Vinken, der Literaturwissenschaftlerin Katrin Schumacher sowie der Literaturkritikerin und Journalistin Sandra Kegel über die jeweiligen Werke.

Montag, 12.12. / 01:55 Uhr / Rockpalast Crossroads: Vanja Sky feat. Krissy Matthews
Mit Vanja Sky (Gitarre, Gesang, Mandoline), Robert Wendt (Gitarre, Akustikgitarre, Dobro), Artjom Feldtser (Bass, Backgroundgesang), Hanser Schüler (Schlagzeug, Percussion) und Krissy Matthews (Gitarre)
Erstausstrahlung

Bereits als Teil der „reise Revue“ „Blues Caravan 2018“ machte die gebürtige Kroatin Vanja Sky Furore. Sie liebt es allerdings, aus dem reinen Blues-Schema auszubrechen.

So steht sie für einen Genre-Mix, der Blues- mit feistem Hardrock vereint, einen Sound mit Verve und Hingabe kreiert, der keine Angst vor Brüchen, Ecken und Kanten kennt. Die 1993 geborene Gitarristin und Sängerin begann erst mit 19 Jahren, Gitarre zu spielen.

Umso erstaunlicher sind ihr musikalisches Können, ihr Talent – und ihre Durchsetzungsfähigkeit. Denn trotz aller Schwierigkeiten, in ihrem Heimatland auf sich aufmerksam zu machen, vermochte sie es, sich mit ihrem Stil im Rest von Europa in Windeseile Gehör zu verschaffen. Ihr von jugendlichem Elan befeuerter Bluesrock erschöpft sich nicht in gitarrentechnischen Eskapaden, vielmehr sucht und forscht Vanja Sky nach seinen Grenzen, um sie dann sukzessive einzureißen. Da reibt sich ein räudiger Country-Blues an fesselndem Funk, da stürmen laut tosende Riffs nach vorn, um im nächsten Song von herzschmerzendem Folk konterkariert zu werden, da treffen Rockabilly-Zutaten auf Songs, mit denen sie den Titanen des Blues die Ehre erweist.

Entsprechend ordnet sie selbst ihre Musik ein: ihr Stil habe „klassischen Bluesrock-Vibe, aber mit meinem eigenen Touch“. Stimmlich erinnert sie dabei manches Mal an Chrissie Hynde von den Pretenders, aber auch Joan Jett dürfte eines ihrer Vorbilder sein. Live verspricht Vanja Sky mit ihrer Band, unterstützt vom „Rockpalast“-erfahrenen Krissy Matthews, ein rockendes Spektakel.

Montag, 12.12. / 03:25 Uhr / Rockpalast Crossroads: Kingswood
Mit Fergus Linacre (Gesang), Alex Laska (Gitarre), Josh Koop (Schlagzeug) und Braiden Michetti (Bass)
Erstausstrahlung

Donnernder, schwungvoller Space Rock und glimmender Synth Soul: Willkommen in der Welt von Kingswood!

Wie beim legendären australischen Auto mit dem gleichen Namen dreht sich bei der Band alles darum, was unter der Motorhaube steckt. Ihr Debütalbum „Microscopic Wars“ kam 2014 direkt in die Top 10 der Album-Charts ihrer australischen Heimat.
Gefolgt von der Nominierung für das beste Rock-Album des Jahres bei den ARIA Awards.

„Wir sind eine Band, die sich auf philosophische Art und Weise weiter verändern will“, erklärt Sänger Fergus Lineacre. „Die Unterstützung, die wir bisher erhalten haben, hat uns bewusst gemacht, dass wir tatsächlich alles machen können, was wir wollen. Es ist eine großartige Position, in der wir uns befinden.“

Auf ihrer ersten Europatournee 2018 sorgten Kingswood bereits für volle Häuser. Tournee-Erfahrung hat das Trio in den letzten Jahren reichlich gesammelt, sei es als Support für AC/DC oder Aerosmith, sei es auf Festivals mit Schwergewichten wie Queens of the Stone Age.

„Heutzutage hört man eine Menge Mist wie ‚Oh, Rock ist tot‘. Okay, ja, vielleicht in seiner klassischen Form, aber der Geist des Rock ist nicht tot“, sagt Gitarrist Alex Laska. Denn Rock ’n‘ Roll sei weit mehr eine Haltung als ein Stil. „Ich denke, die Leute können erkennen, dass wir Musik machen, die wir lieben. Wenn man vor einer Menschenmenge bestehen will, ist immer die Qualität wichtig, auf die die Leute reagieren.“

Montag, 12.12. / 04:40 Uhr / Rockpalast Crossroads: Inga Rumpf & Friends
Mit Inga Rumpf (Gesang, Gitarre), Matthias Pogoda (Gitarre), Thomas Biller (Bass), Jean-Jacques Kravetz (Keyboards), Joe Dinkelbach (Keyboards) und Helge Zumdieck (Schlagzeug)
(Erstsendung: 26.03.2007)

Das Musikmagazin „Rolling Stone“ nennt Inga Rumpf, Jahrgang 1946, „Deutschlands einzige Rock-, Soul- und Gospelsängerin von Weltklasseniveau“.

Inga „The Voice“-Rumpf hat sich als Sängerin der City Preachers, als geniale Interpretin von Jazz, Blues, R&B und Soul einen Namen gemacht. Vor allem aber als Sängerin bei den Bands Frumpy und Atlantis, die in den 1970er-Jahren Rockgeschichte geschrieben haben.


Kalenderwoche 51:

Samstag, 17.12. / 20:15 Uhr / Jolanthe und der Nussknacker
Volksoper Wien, Aufzeichnung Oktober 2022

Bühnenbild: Katrin Lea Tag
Kostüme: Jorine van Beek
Choreografie: Andrey Kaydanovskiy
Musikalische Leitung: Omer Meir Wellber
Regie: Lotte de Beer
Bildregie: Felix Breisach

Eine poetische Familienvorstellung für Kinder und Erwachsene, zwischen Tanz und Gesang, mit fantasievollen Kostümen, einem siebenköpfigen Mäusekönig im Schnee und einem utopischen Ende.

Lotte de Beer, Omer Meir Wellber und Andrey Kaydanovskiy präsentieren einen Abend mit zwei Meisterwerken Tschaikowskis: der Oper „Jolanthe“ und dem Ballett „Der Nussknacker“.

Jolanthe ist eine blinde Prinzessin. Ein berühmter Arzt kann sie heilen, aber erst, nachdem sie über ihre Blindheit aufgeklärt wurde. Ihr Vater jedoch will ihr diese Nachricht nicht überbringen, ihr Schmerzen um jeden Preis ersparen. Ein unerwarteter Besucher, der zukünftige Geliebte, erklärt der Prinzessin, was es bedeutet, sehen zu können. Nicht nur in Jolanthe führt ein Riss durch die geordneten Strukturen der Kindheit in eine neue Welt, sondern auch in Tschaikowskis Ballett: Ein Mädchen erkennt in dem Nussknacker einen Prinzen, mit dem es zu einer Traumreise in ein märchenhaftes Schlaraffenland aufbricht.

Die Volksoper verflicht die beiden Werke zu einer Geschichte über das Erwachsenwerden und das Lernen, die Welt so zu sehen, wie sie ist. Die „Nussknacker“-Musik und die Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts zeigen die Welt von Jolanthes innerem Auge. „Es kommt im Leben eine Zeit, in der man sich entscheiden muss, ob man eine blinde Prinzessin bleiben oder die Welt in ihrer ganzen Unvollkommenheit sehen will“, so Lotte de Beer.

Aus dem Wiener Staatsballett sind die Tänzerinnen und Tänzer des „Corps de Ballet“ der Volksoper Wien als Blumen, Candys, Soldaten, Mäusekönige und Schneeflocken zu erleben.

Darsteller:
Jolanthe: Olesya Golovneva
René, König der Provence: Stefan Cerny
Graf Vaudemont, burgundischer Ritter: Georgy Vasiliev
Prinz Nussknacker: Felipe Vieira
Robert, Herzog von Burgund: Andrei Bondarenko
Ibn Hakia, ein Arzt: Szymon Komasa
Almerik, Waffenträger des Königs: David Kerber
Bertram, Pförtner des Schlosses: Yasushi Hirano
Martha, Jolanthes Amme: Stephanie Maitland
Brigitte, Freundin Jolanthes: Anita Götz
Laura, Freundin Jolanthes: Annelie Sophie Müller

Samstag, 17.12. / 21:50 Uhr / The Swinging Christmas Show ~Paul Carrack & SWR Big Band und Strings
Susie Sainsbury Theatre/Royal Academy of Music, London
Programm:
– „Santa Claus Is Coming to Town“
– „Christmas Song“
– „Let It Snow“
– „I’m Dreaming of a White Christmas“
– „Go Tell It on the Mountains“
– „Merry Christmas Baby“
– „The Living Years“
– „Over My Shoulder“
Erstausstrahlung

Die Weihnachtskonzert von „Paul Carrack & SWR Big Band und Strings“ sind im Südwesten Deutschlands so gut wie Tradition. Wer einmal die stimmungsvollen Abende erlebt hat, kommt gern wieder.

Das hat sich auch in Carracks Heimatstadt London herumgesprochen und führte zur Einladung, das Konzert in der renommierten „Royal Academy of Music“ zu spielen. Dem Wunsch kamen die Künstler am 17. Dezember 2019 mit „A Swinging Christmas Show“ in London nach.

Auf dem Programm standen Klassiker wie „Winter Wonderland“, „Let It Snow“ und „White Christmas“ genauso wie Songs von Frank Sinatra, Ray Charles und Etta James. Und natürlich auch Carracks eigene Hits wie „How Long“ und „The Living Years“, die der Sänger mit seiner unvergleichlichen Stimme im stimmigen Big-Band-Sound präsentierte.

Samstag, 17.12. / 02:25 Uhr / Stevie Nicks: 24 Karat Gold Tour
Bankers Life Fieldhouse, Indianapolis und PPG Paints
Arena, Pittsburgh, USA, 2017
Regie: Joe Thomas

Im März 2017 filmen Kameras die Auftritte von Stevie Nicks in Indianapolis und Pittsburgh im Rahmen ihrer „24 Karat Gold Tour“, die im Oktober 2016 beginnt und im November 2017 endet.

Im Oktober 2020 kommt der Zusammenschnitt weltweit für zwei Tage in die Kinos und bezeugt Stevie Nicks einzigartige Stimme und Ausstrahlung. Begleitet von ihrer Band präsentiert Nicks eigene Songs und Hits von Fleetwood Mac wie „Landslide“ und „Rhiannon“.

„Die ’24 Karat Gold Tour‘ war meine Lieblingstournee aller Zeiten. Ich liebe es, dieses Konzert mit meinen Fans zu teilen. Von mir für sie – 24 Karat Gold“, erklärt Stevie Nicks. Die zweifache Rock-and-Roll-Hall-of-Fame-Ikone ist mit sechs Top-Ten-Alben und acht Grammy-Nominierungen eine der wichtigsten Frauenstimmen in der Rockmusik.

1948 in Phoenix, Arizona, als Stephanie Lynn „Stevie“ Nicks geboren, gründet sie 1968 zusammen mit Lindsey Buckingham die Band Fritz, die es immerhin bis zur Vorgruppe von Jim Hendrix, Janis Joplin und Creedence Clearwater Revival schafft. 1975 steigen Stevie und Lindsey bei Fleetwood Mac ein: Aus der Bluesband wird eine der erfolgreichsten Rock-Pop-Bands der kommenden Jahre. Das 1977er-Album „Rumours“ gilt als Meisterwerk und ist bis heute eines der meistverkauften Alben weltweit.

Anfang der 1980er-Jahre startet Stevie Nicks parallel zu Fleetwood Mac ihre Solokarriere, muss aber 1986 eine Pause einlegen, um sich im Betty Ford Center wegen ihrer Kokainsucht behandeln zu lassen. „Alle von uns (bei Fleetwood Mac) waren drogenabhängig, aber ich war am schlimmsten dran“, sagt Stevie Nicks im März 2020 in einem Interview. Schon 1982 kennt Nicks ihre Dämonen und sagt: „Da ist diese wilde und diese gediegene Seite in mir. Und diese wilde Seite akzeptiert keine Disziplin in meinem Leben, und ich versuche diese beiden Pole auszugleichen, damit Menschen mit mir klarkommen.“

Bis zu ihrem Aufenthalt in der Klink ist Stevie Nicks Anfang der 1980er-Jahre im Gegensatz zu Fleetwood Mac als Solokünstlerin sehr erfolgreich und schreibt zusammen mit Prince den Song „The Wild Heart“. Doch auch nach dem Klinikaufenthalt hat die Sängerin gesundheitliche Probleme, ist abhängig von Beruhigungsmitteln und leidet unter dem Fatigue-Syndrom. „Sie haben mich sehr sehr krank gemacht“, sagt sie damals in einem Interview. Ihrer Stimme scheint das alles wenig geschadet zu haben. Von samtweich-heiser und ziemlich tief bis sehr hoch und strahlend klar reicht ihre unvergleichliche Mezzosopran-Stimme, die bis heute Fans weltweit begeistert. Auch 2017 verkörpert sie auf der Bühne die glamouröse und geheimnisvolle Hippie-Sängerin, der viele schon immer zutrauten, in Wahrheit eine Hexe zu sein.

Der „Rolling Stone“ führt sie 2015 als eine von wenigen Frauen auf Rang 53 der „100 besten Songwriter aller Zeiten“.

Samstag, 17.12. / 03:25 Uhr / Brittany Howard: In concert
Event Halle Messe Basel, Schweiz, 2019
Regie: Roli Bärlocher

Am Oktober 2019 tritt die amerikanische Sängerin Brittany Howard im Rahmen des Festivals „Baloise Session“ in der Schweiz auf. 2021 gewinnt sie den Grammy in der Kategorie „Bester Rocksong“.

Mit einer achtköpfigen Band begeistert Howard das Publikum in der „Event Halle Basel“ mit ihrer unverkennbaren Stimme und einer Mischung aus Rock, Pop, Blues und Soul. Das Internetportal „Rock At Night“ schreibt: „Brittany riss die Bühne ab – fantastisch.“

Im Mittelpunkt des Konzerts steht ihr Soloalbum „Jaime“, das sie ihrer an Krebs verstorbenen Schwester gewidmet hat. Eigentlich ist sie seit 2009 die Frontfrau der Alabama Shakes, doch die Entwicklung der Band, die Gitarrenrock alter Schule spielt, stagniert – und Brittany Howard macht ihr eigenes Ding: Mit „Jaime“ begeistert sie 2019 Fans und Kritiker mit einer Mischung, die wie ein posthumes Gipfeltreffen zwischen Nina Simone und Prince klingt.

Brittany Howard wird mit 13 Jahren selbst von dem Krebs eingeholt, der ihre Schwester getötet hat: eine seltene Form von Augenkrebs. Brittany Howard kommt mit einer schweren Sehbehinderung auf einem Auge davon und entdeckt mit der Gitarre ihrer verstorbenen Schwester die Musik für sich. Auf dem Album „Jaime“ singt die Tochter eines schwarzen Vaters und einer weißen Mutter nicht nur über die Bewältigung ihres privaten Verlustes, sondern auch über Rassismus, Spiritualität und Sexualität.

Nach ihrer eigenen Aussage entspringt ihre unbändige Kreativität der Angst, wieder auf einem Trailer-Park in Alabama zu landen, wo ihre Familie in ärmlichen Verhältnissen lebte: „Jedes Mal, wenn für mich etwas schiefläuft, muss ich an diesen Trailer-Park zurückdenken“, sagt Brittany Howard dem Fachmagazin „Rolling Stone“. Die Zukunft der Alabamas Shakes bleibt nach Brittany Howard ungewiss: „Auch wenn die Jungs mir jetzt die Freiheit lassen, mein eigenes Ding durchzuziehen, so sind wir doch eine Familie auf Lebzeiten.“

Ihre Einflüsse und Vorbilder sind Pink Floyd, Black Sabbath, Led Zeppelin, Prince und die Beatles: 2015 wird Brittany im Rahmen des „Lollapalooza“-Festivals in den USA von Ex-Beatle Paul McCartney zum „Get Back“-Duett auf die Bühne geholt. Ihre Instrumente sind dagegen nicht die klassischen Marken wir Gibson oder Fender, sondern ältere billige japanische Modelle, mit denen sie ihren unverwechselbaren Gitarrensound erreicht. Stütze und Mittelpunkt ihrer Band ist der New Yorker Schlagzeuger Nate Smith.

Brittany Howard wird in Basel begleitet von Zachary Cockrell, Bass, den Gitarristen Brad Williams und Alex Chakour, den Keyboardern Lloyd Buchanan und Paul Horton, sowie den Chorsängerinnen Karita Law und Shanay Johnson.

Samstag, 17.12. / 04:10 Uhr / Little Mix: LM 5 – The Tour Film
O2 Arena, London, Großbritannien, 2019
Regie: Laurence Warder

Ab 31. Oktober 2019 stehen Little Mix für drei Konzerte auf der Bühne der O2 Arena in London und begeistern mit Hits und ihrer Bekenntnis zu Selbstbestimmung und Akzeptanz junger Frauen.

Die vier Sängerinnen machen da weiter, wo die Spice Girls in den 1990er-Jahren mit „Girl Power“ aufhören: Little Mix gelten als Helden des Feminismus und des Empowerments, sie kämpfen gegen Fremdbestimmung.

2018 schreiben sie im Magazin Stylist: „We are the brand. It’s our baby.“ Sängerin Perrie Louise Edwards bringt es auf den Punkt: „Wir sagen was wir denken. Wenn wir etwas nicht mögen, machen wir das klar. Wenn du als junge Frau im Musikbusiness beginnst, gibt es doppelte Standards. Da hieß es immer: ‚Das ist dein Weg, bleib‘ da drauf und verlasse ihn nicht.‘ Das ist vorbei. Wir sind der Boss.“

Jessica Louise Nelson, Leigh-Anne Pinnock, Jade Amelia Thirlwall und Perrie Louise Edwards werden alle zwischen 1991 und 1993 in England geboren. Alle vier sind bereits unabhängig voneinander als Sängerinnen aktiv und bewerben sich 2011 für die britische Castingshow „X Factor“. Alle vier scheiden als Solosängerinnen aus, bekommen jedoch eine Chance in zwei verschiedenen Gesangsgruppen. Schließlich werden sie auf Betreiben der Jurorinnen Kelly Rowland und Tulisa Contostavlos als Quartett unter dem Namen „Rhythmix“ neu zusammengestellt und stehen nach einer Namensänderung als „Little Mix“ im Finale.

Little Mix gewinnen die Castingshow am 11. Dezember 2011, veröffentlichen 2012 ihr Debütalbum „DNA“, mit dem sie als erste britische Girlgroup auf Anhieb den Einstieg in die Top 5 der Billboard 200 schaffen. 2018 erscheint das fünfte Album „LM 5“, mit dem Little Mix von September bis November 2019 auf Europa-Tournee gehen. Bis heute hat die Band über 50 Millionen Tonträger verkauft.

Die Tour ist ein Erfolg, die Kritiker sind begeistert. So schreibt Laura Hernández von der spanischen Zeitung „Okidario“, dass „die Wichtigkeit von ‚Women-Empowerment‘ von Anfang an im Konzert präsent war. Die fantastische Lightshow tauchte die Bühne in einen bisher nie gesehenen Glanz: Es war eine der spektakulärsten Shows in Spanien aller Zeiten“. Matteo Rossini von „Sky TG24“ schreibt über das Konzert in Mailand: „Die Band hat eine Show konzipiert, in der Girl Power und die Unterstützung der LGBTQ+-Community der gemeinsame Nenner zwischen staunenswerten Choreographien, außerordentlichen stimmlichen Darbietungen und einer detailreichen Inszenierung sind.“

Niemand ahnt, dass Little Mix schon bald nicht mehr komplett sein werden. Jessica Louise Nelson bestätigt am 14. Dezember 2020 ihren Ausstieg aus der Band aufgrund ihrer psychischen Gesundheit. In ihrer Schulzeit hat sie bereits Mobbing-Erfahrungen und leidet daraufhin unter Haarausfall. In der preisgekrönten BBC-Dokumentation „Jesy Nelson: Odd One Out“ berichtet sie über ihren Kampf mit dem eigenen Körperbild und ihren Erfahrungen mit Cyber-Mobbing, einem Suizidversuch und Depressionen. Mit ihrem Film will sie jungen Menschen Mut machen, sich von Hasskommentaren nicht herunterziehen zu lassen.

Nach ihrem Rückzug kann sich Jesy Nelson vor Angeboten offenbar kaum retten. Sie strebt eine Solokarriere an und ist gerade dabei, neue Musik aufzunehmen. Und es scheint ganz so, als habe sie genau die richtige Entscheidung getroffen. Wie die Zeitung „The Sun“ berichtet, kämpfen gleich mehrere Plattenlabel um einen Vertrag mit ihr. Ein Insider verrät: „Ihr geht es super und sie liebt es, kreativ im Studio zu sein. Wenn alles nach Plan läuft, bringt sie dieses Jahr Musik heraus und landet einige todsichere Hits. Die Welt liegt ihr zu Füßen.“

Samstag, 17.12. / 05:10 Uhr / Laura Marling: Live from Union Chapel
Islington, London, Großbritannien, 2020
Regie: Giorgio Testi

Am 6. Juni 2020 steht Sängerin Laura Marling mutterseelenallein mit ihrer Gitarre in der Union Chapel in Islington, einem Ortsteil von Nord-London, für ein Corona-Konzert vor der Kamera.

Im Mittelpunkt steht ihr siebtes Album, „Song for Our Daughter“. 4000 Online-Tickets werden gebucht, um ein Konzert zu verfolgen, das entfernt an Joni Mitchell, Bob Dylan, Neil Young und Leonard Cohen erinnert, aber immer Laura Marling bleibt.

Auch das siebte Album „Song for Our Daughter“ baut auf der Songwriter-Generation der klassischen Ära um 1970 auf, deren Vertreter lyrisch und gestalterisch den Autorenstatus im Pop für sich eroberten. Inhaltlich sind die Texte persönlich aufs Hier und Jetzt gerichtet und beschäftigen sich mit „eigenen Traumata“ wie dem „patriarchalen Bullshit“ und den „#MeToo-Männern“.

Der Produktionsort, die Union Chapel, hat sich als Live-Eventstätte und Beratungsstelle für obdachlose Menschen einen Namen gemacht. In den Jahren 2002, 2012 und 2014 wird sie von den Lesern des „Time Out“-Magazins aufgrund ihrer Akustik zu Londons bester Livemusik-Veranstaltungsstätte gewählt.

Sonntag, 18.12. (4. Advent) / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Museum Barberini und Das Minsk, Potsdam
Gast: Nadja Uhl

Erstausstrahlung

Das „Museum Barberini“ mit seiner einzigartigen Impressionisten-Sammlung, darunter 38 Werke von Claude Monet, wurde seit seiner Eröffnung 2017 eines der meistbesuchten Museen Deutschlands.

Gestiftet hat es der Software-Unternehmer und Kunstmäzen Hasso Plattner. Markus Brock und die Schauspielern Nadja Uhl „checken“ das Museum. Vorgestellt wird außerdem das Kunsthaus „Das Minsk“, das im September 2022 eröffnet wurde.

Das „Museum Barberini“ wurde 2017 in einem wieder errichteten klassizistisch-barocken Palast von 1772 eröffnet. Es zeigt dauerhaft die umfangreiche Sammlung impressionistischer Gemälde von Museumsgründer Hasso Plattner, darunter Meisterwerke von Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und Paul Signac. „Wenn wir Monets Segelboote auf der Seine sehen, spüren wir den Wind auf der Haut. Das schafft keine andere Kunst“, meint Plattner, der ein besonderes Faible für die Impressionisten hat.

Außerdem ist im „Museum Barberini“ bis zum 29. Januar 2023 die Sonderausstellung „Surrealismus und Magie“ zu sehen. Sie veranschaulicht das Interesse der Surrealisten an Magie und Okkultismus. Gezeigt werden über 90 Werke von rund 20 Künstlerinnen und Künstlern wie Dorothea Tanning, Giorgio de Chirico und René Magritte.

Als Ort der Begegnung, Ausstellungshaus und Museum dient das Kunsthaus „DAS MINSK“ in Potsdam. Hasso Plattner hat das ehemalige DDR-Terrassenrestaurant vor dem Abriss gerettet. Erbaut in den 1970er-Jahren im modernistischen Stil, spiegelt es den Zeitgeist der ehemaligen DDR wider. Das Gebäude wurde entkernt und mit moderner Ausstellungstechnik versehen. Kunstwerke aus der ehemaligen DDR werden dort in neue Kontexte gestellt.

Mit zwei Ausstellungen eröffnete „DAS MINSK“ am 24. September 2022: „Wolfgang Mattheuer: Der Nachbar, der will fliegen“ und „Stan Douglas. Potsdamer Schrebergärten“. Zwei Künstler aus der Sammlung Hasso Plattner, die sich dem – durchaus politischen – Thema der Landschaft widmen. Wolfgang Mattheuer, einer der berühmtesten DDR-Künstler, malte seine Umgebung und seinen eigenen Garten. Der Kanadier Stan Douglas fotografierte Anfang der 1990er-Jahre Schrebergärten in Potsdam. Ob gemalt oder fotografiert: Der Schrebergarten wird zum Spiegelbild der gesellschaftspolitischen Verhältnisse – damals wie heute.

Nadja Uhl, aufgewachsen in der ehemaligen DDR, ist eine der großen deutschen Schauspielerinnen. Ihre Karriere begann sie am Theater. Mit dem Drama „Die Stille nach dem Schuss“ schaffte sie 2000 den Durchbruch im Kino. Zuletzt war sie in der ARD-Krimiserie „Zerv“ zu sehen, die einen augenzwinkernden Blick auf die Zeit nach dem Mauerfall wirft. Der „Museums-Check“ ist ein „Heimspiel“ für Nadja Uhl. Sie lebt mit ihrer Familie in Potsdam.

Montag, 19.12. / 19:20 Uhr / Künstlerduelle: Leonardo vs. Michelangelo
Film von Sylvie Kürsten
(Erstsendung: 13.11.2016)

„Künstlerduelle“ erzählt in fünf Folgen die Geschichte der europäischen Malerei neu, als Konkurrenz herausragender Malerpersönlichkeiten. In dieser Folge geht es um Leonardo vs. Michelangelo.

Denn wenn Großmeister wie Leonardo da Vinci und Michelangelo Buonarroti oder Vincent van Gogh und Paul Gauguin aufeinandertreffen, definieren sie mit ihren oft diametral entgegengesetzten Positionen immer auch die Gesamtheit des künstlerisch Möglichen ihrer Zeit.

Herbst 1503: In der Nähe von Florenz zeichnet Leonardo da Vinci wie ein Besessener Pferde. Es sind Skizzen für ein gigantisches Schlachtengemälde im Rathaus. Ein Jahr später zeichnet auf einmal auch der junge Michelangelo Buonarroti emsig für ein Schlachtengemälde – auch fürs Rathaus, sogar für denselben Saal. Der Doppelauftrag an den älteren, etablierten Maler und den jungen Überflieger hat Methode: Die Stadt will ein Duell zwischen ihren beiden angesehensten Künstlern inszenieren. Denn der „Wettstreit“ ist ein fundamentales Prinzip der Renaissance.

Die Reihe „Künstlerduelle“ erzählt in fünf Folgen die Geschichte der europäischen Malerei neu. Nicht abstrakte Stilmerkmale einer Epoche, sondern die ganz konkrete künstlerische – und persönliche – Konkurrenz zwischen jeweils zwei herausragenden Malerpersönlichkeiten steht im Mittelpunkt jeder Folge, die, gewissermaßen als zwei Pole, das Spektrum des in ihrer Zeit künstlerisch Möglichen definieren. Es sind ganz konkrete Situationen wie Ausstellungen oder der Kampf um Aufträge, in denen die größten Maler ihrer Epoche immer wieder aufeinandertreffen und um die Vorherrschaft und Deutungshoheit, was Kunst sein soll, streiten.

Expertinnen und Experten vertreten die jeweiligen Positionen stellvertretend für „ihren“ Künstler. So wird die Entwicklung der europäischen Malerei von der Renaissance bis hin zum Expressionismus anschaulich und vor allem spannend erfahrbar.

Dienstag, 20.12. / 19:20 Uhr / Künstlerduelle: Caravaggio vs. Baglione
Film von Andreas Gräfenstein
(Erstsendung: 19.11.2017)

„Künstlerduelle“ erzählt in fünf Folgen die Geschichte der europäischen Malerei neu, als Konkurrenz herausragender Malerpersönlichkeiten. In dieser Folge geht es um Caravaggio vs. Baglione.

Denn wenn Großmeister wie Leonardo da Vinci und Michelangelo Buonarroti oder Vincent van Gogh und Paul Gauguin aufeinandertreffen, definieren sie mit ihren oft diametral entgegengesetzten Positionen immer auch die Gesamtheit des künstlerisch Möglichen ihrer Zeit.

Die Reihe „Künstlerduelle“ erzählt in fünf Folgen die Geschichte der europäischen Malerei neu. Nicht abstrakte Stilmerkmale einer Epoche, sondern die ganz konkrete künstlerische – und persönliche – Konkurrenz zwischen jeweils zwei herausragenden Malerpersönlichkeiten steht im Mittelpunkt jeder Folge, die, gewissermaßen als zwei Pole, das Spektrum des in ihrer Zeit künstlerisch Möglichen definieren. Es sind ganz konkrete Situationen wie Ausstellungen oder der Kampf um Aufträge, in denen die größten Maler ihrer Epoche immer wieder aufeinandertreffen und um die Vorherrschaft und Deutungshoheit, was Kunst sein soll, streiten.

Expertinnen und Experten vertreten die jeweiligen Positionen stellvertretend für „ihren“ Künstler. So wird die Entwicklung der europäischen Malerei von der Renaissance bis hin zum Expressionismus anschaulich und vor allem spannend erfahrbar.

Mittwoch, 21.12. / 19:20 Uhr / Künstlerduelle: Turner vs. Constable
Film von Andreas Gräfenstein
(Erstsendung: 03.12.2017)

„Künstlerduelle“ erzählt in fünf Folgen die Geschichte der europäischen Malerei neu, als Konkurrenz herausragender Malerpersönlichkeiten. In dieser Folge geht es um Turner vs. Constable.

Denn wenn Großmeister wie Leonardo da Vinci und Michelangelo Buonarroti oder Vincent van Gogh und Paul Gauguin aufeinandertreffen, definieren sie mit ihren oft diametral entgegengesetzten Positionen immer auch die Gesamtheit des künstlerisch Möglichen ihrer Zeit.

Die Reihe „Künstlerduelle“ erzählt in fünf Folgen die Geschichte der europäischen Malerei neu. Nicht abstrakte Stilmerkmale einer Epoche, sondern die ganz konkrete künstlerische – und persönliche – Konkurrenz zwischen jeweils zwei herausragenden Malerpersönlichkeiten steht im Mittelpunkt jeder Folge, die, gewissermaßen als zwei Pole, das Spektrum des in ihrer Zeit künstlerisch Möglichen definieren. Es sind ganz konkrete Situationen wie Ausstellungen oder der Kampf um Aufträge, in denen die größten Maler ihrer Epoche immer wieder aufeinandertreffen und um die Vorherrschaft und Deutungshoheit, was Kunst sein soll, streiten.

Expertinnen und Experten vertreten die jeweiligen Positionen stellvertretend für „ihren“ Künstler. So wird die Entwicklung der europäischen Malerei von der Renaissance bis hin zum Expressionismus anschaulich und vor allem spannend erfahrbar.

Donnerstag, 22.12. / 19:20 Uhr / Künstlerduelle: Van Gogh vs. Gauguin
Film von Andreas Gräfenstein
(Erstsendung: 20.11.2016)

„Künstlerduelle“ erzählt in fünf Folgen die Geschichte der europäischen Malerei neu, als Konkurrenz herausragender Malerpersönlichkeiten. In dieser Folge geht es um Van Gogh vs. Gauguin.

Denn wenn Großmeister wie Leonardo da Vinci und Michelangelo Buonarroti oder Vincent van Gogh und Paul Gauguin aufeinandertreffen, definieren sie mit ihren oft diametral entgegengesetzten Positionen immer auch die Gesamtheit des künstlerisch Möglichen ihrer Zeit.

Die Reihe „Künstlerduelle“ erzählt in fünf Folgen die Geschichte der europäischen Malerei neu. Nicht abstrakte Stilmerkmale einer Epoche, sondern die ganz konkrete künstlerische – und persönliche – Konkurrenz zwischen jeweils zwei herausragenden Malerpersönlichkeiten steht im Mittelpunkt jeder Folge, die, gewissermaßen als zwei Pole, das Spektrum des in ihrer Zeit künstlerisch Möglichen definieren. Es sind ganz konkrete Situationen wie Ausstellungen oder der Kampf um Aufträge, in denen die größten Maler ihrer Epoche immer wieder aufeinandertreffen und um die Vorherrschaft und Deutungshoheit, was Kunst sein soll, streiten.

Expertinnen und Experten vertreten die jeweiligen Positionen stellvertretend für „ihren“ Künstler. So wird die Entwicklung der europäischen Malerei von der Renaissance bis hin zum Expressionismus anschaulich und vor allem spannend erfahrbar.

Donnerstag, 22.12. / 21:45 Uhr / Weimar – Zwischen Prunk und Platte
Film von Melanie Haack
(Erstsendung: 03.10.2022)

Wer Weimar besucht, braucht Ausdauer. Goethe und Schiller, Büsten und Bühnen, Klassik und Bauhaus: An unzähligen Orten ist der große Geist der Dichter, Denker und Künstler präsent.

Geschichte verpackt, vor und hinter strahlenden Fassaden. Doch Weimar ist auch die Stadt der Gegensätze – zwischen Prunk und Plattenbau, zwischen Museum und Moderne. Wie lebt es sich darin? Wie in einer Puppenstube, erzählt Luzia Ernst.

Die 25-Jährige ist für das Studium an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT nach Weimar gezogen. Von West nach Ost, ganz bewusst. In eine Stadt, in der die wechselvolle Geschichte atmet. Dass man sich aussuchen könne, in welches Jahrhundert man gerade möchte, das fasziniert sie. Nur nach 22.00 Uhr wird für Luzia Ernst die weltbekannte Stadt dann doch zum Dorf – wenn die Bürgersteige hochgeklappt werden.

In Weimar-West ist die Welt eine andere. Zu DDR-Zeiten ein Stadtteil mit begehrten Plattenbauwohnungen. Seit dem Mauerfall hat sich Weimar-West verändert. Heute leben dort Menschen aus über 60 Nationen, ein Schmelztiegel am Rande der Stadt. Die Büsten und Bühnen sind weit weg. „Insel“ nennt Sozialarbeiter Michael Kaspar diesen Stadtteil. Eine Insel der Hoffnung für viele Kinder ist der Jugendklub „Kramixxo & Waggong“. Um sichtbar zu werden, haben sie dort ihre „Wohnplatten“ aus Pappe nachgebaut und in die historische Altstadt gestellt. Der Kontrast zwischen Wohntraum und Wohnraum könnte größer nicht sein.

Seit über 100 Jahren gibt es in Weimar Deutschlands einzige Altersresidenz für Bühnenkünstler. 2021 ist der Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller dort eingezogen. Musikabend, Lesung, Konzert – die Marie-Seebach-Stiftung ist eine Art Rentner-WG mit viel Kultur und eigener Bühne. Per Kutsche geht Schmidt-Schaller für diesen Film auf eine Zeitreise durch die Stadt, in deren Trümmern er groß wurde.

Ein Film über eine kleine Stadt, die ein großes Erbe bewahrt und doch so viel mehr ist als Goethe und Schiller.

Freitag, 23.12. / 19:20 Uhr / Künstlerduelle: Nolde vs. Liebermann
Film von Henrike Sandner
(Erstsendung: 27.11.2016)

„Künstlerduelle“ erzählt in fünf Folgen die Geschichte der europäischen Malerei neu, als Konkurrenz herausragender Malerpersönlichkeiten. In dieser Folge geht es um Nolde vs. Liebermann.

Denn wenn Großmeister wie Leonardo da Vinci und Michelangelo Buonarroti oder Vincent van Gogh und Paul Gauguin aufeinandertreffen, definieren sie mit ihren oft diametral entgegengesetzten Positionen immer auch die Gesamtheit des künstlerisch Möglichen ihrer Zeit.

Die Reihe „Künstlerduelle“ erzählt in fünf Folgen die Geschichte der europäischen Malerei neu. Nicht abstrakte Stilmerkmale einer Epoche, sondern die ganz konkrete künstlerische – und persönliche – Konkurrenz zwischen jeweils zwei herausragenden Malerpersönlichkeiten steht im Mittelpunkt jeder Folge, die, gewissermaßen als zwei Pole, das Spektrum des in ihrer Zeit künstlerisch Möglichen definieren. Es sind ganz konkrete Situationen wie Ausstellungen oder der Kampf um Aufträge, in denen die größten Maler ihrer Epoche immer wieder aufeinandertreffen und um die Vorherrschaft und Deutungshoheit, was Kunst sein soll, streiten.

Expertinnen und Experten vertreten die jeweiligen Positionen stellvertretend für „ihren“ Künstler. So wird die Entwicklung der europäischen Malerei von der Renaissance bis hin zum Expressionismus anschaulich und vor allem spannend erfahrbar.


Kalenderwoche 52:

Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 06:00 Uhr / Klingendes Vogtland ~ Weihnachten im Musikwinkel
Film von Britta Walter
(Erstsendung: 24.12.2020)

Im sächsischen Vogtland ist die Weihnachtszeit eine ganz besondere Zeit. Vor allem im Musikwinkel, einem Eckchen ganz im Südwesten Sachsens, singt und klingt es zu dieser Zeit in jedem Haus.

Der Film begleitet die siebenköpfige Familie Weller aus Markneukirchen um Musiklehrer und Stadtorchesterdirektor Enrico durch die Vorweihnachtszeit sowie beim gemeinsamen Musizieren am Heiligabend.

Im Musikwinkel ist seit über 300 Jahren der Musikinstrumentenbau zu Hause, und das ist bis heute international bekannt. Musiker und Orchester aus der ganzen Welt lassen hier ihre Instrumente fertigen. Fast jeder hier zwischen Markneukirchen und Erlbach spielt ein Instrument. Läuft man dreimal um die Ecke, hat man schon ein ganzes Orchester beieinander – und das spürt und hört man besonders in der Weihnachtszeit.

Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 06:30 Uhr / Winterzauber – Weihnacht im hohen Norden
Film von Clas Oliver Richter
(Erstsendung: 22.12.2016)

Wenn es im Norden kalt wird und schneit, beginnt dort eine ganz besondere Zeit: die Adventszeit, angefüllt mit liebgewonnenen Traditionen. Doch auch die Natur hat dann ihre Reize.

Das Filmteam begibt sich in die winterlichen Landschaften von Schweden, Norwegen, Finnland und Island und zu den Menschen, die den Winter lieben. Darunter ist auch Morten Blien aus Tana bru. Sehr viel weiter nördlich kann man in Norwegen nicht leben.

Morten Blien ist für die Straßenreinigung zuständig. Im Winter ist er Tag und Nacht mit dem großen Schneepflug unterwegs, um die wichtigen Verkehrswege zu räumen. Zuerst schaut Morten in diesen Wochen morgens früh auf den Schneeradar, den sein Handy anzeigt: Kommt wieder neuer Schnee? Wie heftig wird es schneien? Der 32-Jährige liebt die Einsamkeit in der norwegischen Finnmark. Es leben nicht viele Menschen dort. Daher ist es umso notwendiger, mobil zu bleiben, damit auch die kleinen Dörfer im Winter nicht von der Versorgung abgeschnitten werden. Mortens Job ist für alle Bewohner in dieser Region überlebenswichtig.

Der Finne Tim Reinvuo ist dagegen am liebsten dort unterwegs, wo es keine Straßen gibt. Der 60-jährige Mitarbeiter des Forstamtes von Savukoski genießt es, wenn er allein im Pyhä-Luosto-Nationalpark in Mittelfinnland nach dem Rechten schaut. Touristen kommen nur im Sommer dorthin. Timo nutzt die Winterzeit, um die Hütten wieder zu reparieren und für die nächste Saison vorzubereiten. Es stört ihn nicht, dass es draußen seit Wochen tief verschneit ist. Im Gegenteil. Der Ranger sorgt für Gemütlichkeit in den einfachen Unterkünften. Mit seiner Frau weilt er in der Vorweihnachtszeit am liebsten im gemeinsamen Holzhaus bei einer typischen Weihnachtssuppe.

Für die junge Schwedin Tove Dahl erfüllt sich ein Traum: Sie ist in diesem Jahr die heilige Lucia. Der Lucia-Tag am 13. Dezember gehört zu den wichtigsten Feiertagen in Schweden. Und alle Mädchen wollen einmal die heilige Lucia sein – bestaunt und bewundert, mit ihrem leuchtenden Kranz voller Kerzen auf dem Haar.

Für die schwedische Familie Wagenius beginnt der Weihnachtstag stets mit einer Skiabfahrt auf dem Hausberg. Die Eltern und die vier Kinder brechen schon am frühen Morgen auf, bevor sich die Touristen an den Liften drängeln. „Skifahren zu Weihnachten gehört für uns einfach dazu, es ist der ideale Start in diesen besonderen Tag“, bemerkt Jon Wagenius. Am Abend feiert die Familie dann ihr Weihnachtsfest mit einem Julbord.

Mit den Vorbereitungen dafür beginnt die Familie schon Wochen vor dem Fest. In der Küche wird frisches Rentierfleisch durch den Fleischwolf gedreht, gewürzt und in den Naturdarm gefüllt, für die beliebte Weihnachtswurst. Auch der Jul-Schinken will nach Familienrezept mit Ruhe und Sorgfalt eingelegt, gewürzt und gebraten werden. Vor allem die Kinder mögen gar nicht aufhören, die anderen herzhaften Leckereien und Süßigkeiten zu probieren. Es sind stets lange und gemütliche Abende, die die Familie miteinander verbringt.

Weihnachten im hohen Norden ist noch wirklich ein Erlebnis, es bedeutet Zeit für Muße und Gemeinsamkeit und nicht Weihnachtsstress und Geschenke-Kauf.

Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 09:05 Uhr / Stille Nacht im Land der Fjorde ~ Weihnachten auf der Hurtigroute
Film von Wolfgang Wegner
(Erstsendung: 24.12.2012)

Weihnachten in Norwegen bedeutet ausgelassene Fröhlichkeit. So ist die Heilige Nacht im Land der Fjorde nicht gerade still. Auch auf den Schiffen der Hurtigrute wird ordentlich gefeiert.

300 Passagiere aus 17 Ländern haben beschlossen, Weihnachten einmal ganz anders als zu Hause zu verbringen: Sie besteigen ein Schiff der bekannten Touristenroute, welche innerhalb von sieben Tagen zwischen Bergen und Kirkenes verkehren.

Alle machen mit beim Basteln für den großen Christbaum auf Deck sieben. Vielfältig und bunt fällt der Weihnachtsschmuck aus. Begeistert studieren die Passagiere norwegische Weihnachtslieder ein, die am Heiligen Abend gesungen werden sollen. Zwischendurch gibt’s noch Zeit für Landausflüge. Der Nidaros-Dom in Trondheim ist zum Beispiel wunderschön erleuchtet und weihnachtlich geschmückt.

In der Bordküche laufen unterdessen die Vorbereitungen für das Festtagsmenü auf Hochtouren. Natürlich gibt es neben internationalen Köstlichkeiten jede Menge norwegischer Spezialitäten. Am Heiligen Abend nach dem Festtagsmenü geht es schließlich hoch her. Dann wird in langer Reihe um den Weihnachtsbaum getanzt. Die Passagiere aus den vielen Ländern singen „Oh Tannenbaum“. Ein melodisches Vielsprachen-Gewirr ertönt lautstark.

Zum Höhepunkt wird der Besuch beim Weihnachtskonzert in der Eismeerkathedrale von Tromsö, nachdem die „Nordnorge“ für 24 Stunden im Hafen festgemacht hat.

Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 09:35 Uhr / Lichterglanz und Schneegestöber ~ Weihnacht in Schweden
Film von Clas Oliver Richter
(Erstsendung: 23.12.2014)

Im Norden Schwedens sind die Wochen vor Weihnachten eine besondere Zeit für die Menschen: Draußen sinken die Temperaturen auf bis zu minus 20 Grad, und der Schnee liegt höher als einen Meter.

Dann bereiten die Bewohner des Hochlands das Weihnachtsfest vor. Viele Traditionen werden bewahrt. Wegen der winterlichen Kälte lieben die Menschen es dann drinnen besonders warm, gemütlich und heimelig.

Aber die Schweden sind immer auch gern draußen – in der beeindruckenden Natur der winterlichen Landschaft. Die Sami treiben in dieser Zeit ihre Rentierherden zusammen und markieren die Tiere. Obwohl die Markierungen an den Ohren kaum zu erkennen sind, weiß Niklas Walkeapää genau, welches der Tiere seines ist. „Das lernt man, es ist wie lesen lernen“, sagt der Sami.

Rentierwurst ist ein wichtiger Bestandteil des typisch schwedischen Weihnachtsbuffets, des Julbords. Familie Wagenius beginnt mit den Vorbereitungen für ihr Julbord schon Wochen vor dem Fest. Das frische Rentierfleisch wird in der eigenen Küche durch den Fleischwolf gedreht, gewürzt und in den Naturdarm gefüllt. Auch der Jul-Schinken will mit Ruhe und Sorgfalt eingelegt, gewürzt und gebraten werden.

Der Lucia-Tag am 13. Dezember gehört zu den wichtigsten Feiertagen in Schweden. Und alle Mädchen wollen einmal die heilige Lucia sein. Für Tove Dahl erfüllt sich in diesem Jahr ein Traum: Sie hat einen Wettbewerb gewonnen und ist in ihrer Heimatstadt Lillhärdal in diesem Jahr die Lucia. Mit einer Kerzen-Krone, dem weißen Mantel und ihrem Gefolge zieht sie am Lucia-Tag durch die Stadt, besucht die Altenheime und singt dort das Lucia-Lied. Es ist eine Geste für diejenigen, die in der Weihnachtszeit alleine sind.

In Östersund freuen sie sich das ganze Jahr auf das Wochenende, an dem der Weihnachtsmarkt geöffnet wird. Dann reisen die Familien der Umgebung an, um typisch schwedische Vorweihnachts-Atmosphäre zu genießen. Gunnar Angström bereitet sich mit großer Sorgfalt auf den Weihnachtsmarkt vor, er ist nämlich der Weihnachtsmann. Bei ihm dürfen die Kinder ihre Weihnachtswünsche abgeben. Ein echter schwedischer Weihnachtsmann ähnelt einem Tomte, dem Haus-Wichtel, sehr viel mehr als dem amerikanischen Santa Claus. Gunnar Angströms Mantel ist braun und besteht aus Tierfellen. Die Kinder auf dem Weihnachtsmarkt in Östersund stehen geduldig an, um ihre selbst geschriebenen Zettel mit ihren Wünschen zu zeigen.

Auch Birgitta Westin kommt jedes Jahr auf den Weihnachtsmarkt. Sie verkauft eine typische schwedische Weihnachtsspezialität, den Glögg. Der schwedische Glühwein wird ohne Alkohol gebraut, nur mit Wasser, Beeren und Gewürzen. Birgitta Westins Glögg gehört zu den besten im Land, sie ist mehrfach ausgezeichnet worden. In ihrer Glögg-Küche zeigt sie, was es für einen echten schwedischen Glühwein braucht.

Per Johan Göransson aus Tangerasen zieht es dagegen in der Weihnachtszeit hinaus ins Fjäll. Für den Hundeschlittenführer sind diese Wochen die ideale Zeit, um mit seinen Hunden zu trainieren. Die Tiere können es kaum erwarten, durch die verschneite Bergregion in Jämtland zu laufen.

Für Familie Wagenius beginnt der Weihnachtstag stets mit einer Skiabfahrt auf dem Hausberg. Die Eltern und die vier Kinder fahren schon früh am Morgen hoch, um möglichst viele Abfahrtspisten befahren zu können, bevor der Touristenstrom sich an den Liften drängelt. „Skifahren zu Weihnachten gehört für uns einfach dazu, es ist der ideale Start in diesen besonderen Tag, für uns alle“, bemerkt Jon Wagenius. Am Abend feiert die Familie dann ihr Weihnachtsfest mit einem Julbord. Vor allem die Kinder mögen gar nicht aufhören, die herzhaften Leckereien und die Süßigkeiten zu probieren. Es sind stets lange und gemütliche Abende, die die Familie dann miteinander genießt.

Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 20:15 Uhr / Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium
Mit Christina Landshamer (Sopran), Elvira Bill (Alt),
Benedikt Kristjánsson (Tenor) und Konstantin Krimmel (Bass)
Chor: Thomanerchor
Orchester: Gewandhausorchester
Musikalische Leitung: Andreas Reize
Erstausstrahlung

2022 wird der neue Leipziger Thomaskantor, der Schweizer Dirigent Andreas Reize, als 18. Nachfolger Johann Sebastian Bachs das gesamte „Weihnachtsoratorium“ zur Aufführung bringen.

Wenn es ein Werk gibt, das alle Facetten weihnachtlichen Musizierens ausleuchtet, dann ist es Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“. Diese Musik strahlt über die Zeiten hinweg in die ganze Welt – ausgehend von Leipzig.

In den beiden Hauptkirchen St. Nikolai und St. Thomas erklang der sechsteilige Kantatenzyklus zu den Festtagen zwischen dem 25. Dezember 1734 und dem 6. Januar 1735 erstmals.

Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 22:45 Uhr / Christmas in Vienna – Glanzlichter
Gestaltung: Sandra Heinzl-Marchart und Adriana Thunhart

Chor: Wiener Sängerknaben, St. Florianer Sängerknaben, Wiener Singakademie
Orchester: Radio Symphonieorchester Wien, Wiener Symphoniker
Musikalische Leitung: Christian Arming, Karel Mark Chichon, Sascha Goetzel, Stefan Gottfried, Erwin Ortner
(Erstsendung: 23.12.2021)

Das traditionelle Weihnachtskonzert bezaubert alljährlich mit klassischer und populärer Weihnachtsmusik aus aller Welt. – Die berührendsten Programmhöhepunkte des Wiener Weihnachtskonzerts.

Nach einem pandemiebedingten Ausflug ins „Hotel Sacher“ sollte „Christmas in Vienna“ 2021 wieder im Wiener Konzerthaus stattfinden. Doch die Coronazahlen ließen die Veranstaltung auch in dem Jahr nicht zu.

Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 00:15 Uhr / Sarah Connor – Not So Silent Night
Verti Music Hall, Berlin, November 2022

Sarah Connor ist die aktuell erfolgreichste deutsche Sängerin. Im November 2022 präsentiert sie in der Berliner Verti Music Hall ihren speziellen Blick auf das bevorstehende Weihnachtsfest.

„Natürlich liebe ich die Weihnachtslichter,“ sagt die Ausnahmekünstlerin, „den Zauber, die Stimmung, aber ich mag nicht den Überkonsum, die Hektik, wie schnell alles vorbei ist, und wie sich an Heiligabend alle zusammenreißen, um Reizthemen zu umschiffen.“

2022 verpackt die dreifache Mutter und Familienmanagerin ihren Blick auf Weihnachten in 15 neue Songs und eine Show mit viel Musik und vielen emotionalen Geschichten rund um die manchmal nicht so besinnlichen Feiertage am Ende eines jeden Jahres. Diese Geschichten erzählt sie in abgesetzten Interviewpassagen, und auch ihre Fans kommen in diesem Weihnachtsspecial zu Wort.

Es wird unterhaltend und festlich, aber auch tiefgründig, zuckersüß statt bierernst, popmodern statt traditionell, ungezwungen und locker, aber immer mit dem Glitzern in den Augen und der Faszination von Weihnachten im Herzen – eben eine „Not So Silent Night“.

Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 01:45 Uhr / Your Songs
präsentiert von Jeanette Biedermann und Gregor Meyle

Mit Robbie Williams, Michael Patrick Kelly, Sarah Connor,
Max Giesinger, Johannes Oerding und dem MDR-Sinfonieorchester
(Erstsendung: 26.11.2022)

In „Your Songs“ performen Sarah Connor, Max Giesinger, Johannes Oerding, Michael Patrick Kelly und Robbie Williams ihre bekanntesten Songs auf einer großen Showbühne.

Begleitet werden sie dabei von einer Studioband und dem MDR-Sinfonieorchester. So entstehen außergewöhnliche Musikmomente und eine Musikshow, die in dieser Form einzigartig ist. Präsentiert wird dieses Musikevent von Jeanette Biedermann und Gregor Meyle.

Sonntag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 22:25 Uhr / Das ewige Lied – Stille Nacht
Fernsehfilm, Österreich/Deutschland 1997
Buch: Franz Xaver Bogner
Regie: Franz Xaver Bogner
Länge: 119 Minuten

Hilfspfarrer Josef Mohr kommt 1818 nach Oberndorf bei Salzburg. In einer Zeit politischer Umbrüche und wirtschaftlicher Not schreibt er zusammen mit dem Lehrer Franz Gruber ein Weihnachtslied.

Die Hauptrollen in Franz Xaver Bogners fiktiver Entstehungsgeschichte des wohl berühmtesten Weihnachtslieds der Welt, „Das ewige Lied“, spielen Tobias Moretti, Heio von Stetten und Erwin Steinhauer.

Auf dem Wiener Kongress hat Europa eine Neuordnung erfahren. Im Zuge dieser Ereignisse verliert das geistliche Fürstentum Salzburg seine Selbstständigkeit. Ein Teil Salzburgs kommt 1816 zu Bayern und der größere Teil, darunter auch Oberndorf, zu Österreich. Die Salzach wird zur Staatsgrenze. Der Fluss war jahrhundertelang die Grundlage für Wohlstand: Die Bevölkerung lebte von der Fluss-Schifferei, dem Schiffbau und insbesondere dem Salz-Transport, auf dem sie ein Monopol haben. Doch seit Oberndorf zu Österreich gehört, sind die Zölle entfallen, wodurch es den Menschen zunehmend schlechter geht.

Darüber hinaus unternimmt der skrupellose Kaufmann Burgschwaiger alles, um auch noch das Monopol zu brechen. Zwischen ihm und den Bewohnern herrscht Krieg, denn Burgschwaiger versucht, die Schiffer durch den Bau einer Eisenbahntrasse entlang der Salzstraße um ihre Existenz zu bringen. Der junge Priester Mohr stellt sich auf die Seite der armen Schiffer, selbst als seine Stelle auf dem Spiel steht. Gemeinsam mit dem Lehrer und Organisten Franz Gruber versucht er, der Not leidenden Bevölkerung zu helfen. In diesen Wirren schreiben die beiden das „Ewige Lied“ für die Christmette als Symbol friedlichen Miteinanders. Später wird es als „Stille Nacht, heilige Nacht“ weltberühmt.

Mittwoch, 28.12. / 3satThementag: Augsburger Puppenkiste

Mittwoch, 28.12. / 14:35 Uhr / Der Löwe ist los (1/5): Der Löwe ist los
Ein Spiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 21.11.1965)

In der kleinen Stadt Irgendwo herrscht große Aufregung: Der Löwe ist aus dem Zoo entkommen! Dabei tut er niemanden etwas zu leide.

Im Gegenteil, als Herr Dreipfennig vor Schreck ins Wasser fällt, will der Löwe ihn retten. Er landet aber aus Versehen in Totokatapis Boot. Das Anlegeseil reißt, und der Löwe beginnt seine Reise nach Afrika.

Mittwoch, 28.12. / 15:00 Uhr / Der Löwe ist los (2/5): Der Sturm
Ein Spiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 28.11.1965)

Doc bringt Kommitte und Wibitte zu ihrem Onkel Guckaus, dem Leuchtturmwärter.
Als am nächsten Tag eine Woge die Kiste mit Ka, dem Kakadu, der nicht fliegen kann, wieder vom Ufer wegreißt, folgen ihm die Kinder mit Schluckaufs Segelboot aufs Meer hinaus.

Mittwoch, 28.12. / 15:25 Uhr / Der Löwe ist los (3/5): Kakadu in Nöten
Ein Spiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 02.12.1965)

Nenamama und Nenepapa fangen den Kakadu, um ihn ihrer kranken Tochter Nenekiki als leckeren Braten vorzusetzen.
Aber der Sturm hat inzwischen auch Kommitte, Wibitte und den Löwen auf die Insel getrieben. Es gelingt ihnen, den Kakadu zu befreien.

Mittwoch, 28.12. / 15:50 Uhr / Der Löwe ist los (4/5): Sultan in der Falle
Ein Spiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 05.12.1965)

Ganz Sultanien ist in Aufregung: Ein seefahrender Löwe treibt auf die Küste zu. Der Sultan will ihn fangen lassen, aber auch die drei Verschwörer interessieren sich für ihn.
Doc, Wibitte und Kommitte machen sich auf, um dem Löwen zu helfen.

Mittwoch, 28.12. / 16:20 Uhr / Der Löwe ist los (5/5): Löwe gut, alles gut
Ein Spiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 12.12.1965)

Der Sultan von Sultanien wird zusammen mit seinem Lieblingskamel von den Verschwörern dem Löwen zum Fraß vorgeworfen.
Dieser verschont die beiden jedoch und wartet mit ihnen gemeinsam die Befreiung durch die Kinder ab. Doc, der von den Verschwörern als Sultansmörder eingesperrt wurde, kann sich durch Hypnotisierung des Großwesirs befreien.

Zum Schluss erhält der Löwe vom Sultan die Erlaubnis, sich frei in Sultanien aufzuhalten. Doc und die Kinder kehren in die Stadt Irgendwo zurück und nehmen das Kamel mit, das im Zoo seinen Altersruhesitz erhält.

Autorschaft: Max Kruse, Manfred Jenning
Regie Harald Schäfer

Mittwoch, 28.12. / 16:40 Uhr / Bill Bo und seine Kumpane (1/4): Der Plan
Ein Spiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 27.10.1968)

Die Geschichte „Bill Bo und seine Kumpane“ berichtet von den Abenteuern eines raubeinigen Gesellen, der mit seiner Bande plündernd und raubend durch die Lande zog.
Die Bande überfüllt das Wirtshaus „Zum friedlichen Esel“ und schmiedet dort einen Plan, wie sie die Burg Dingelstein, die gegenüber dem Wirtshaus im Fluss auf einer kleinen Insel liegt, erobern kann.
Die Räuber haben aber nicht mit der Tochter des Burgbesitzers, Ding-Ding, dem Reiher Wally und dem Eichkater Willi gerechnet.

Mittwoch, 28.12. / 17:05 Uhr / Bill Bo und seine Kumpane (2/4): Der Angriff
Ein Spiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 03.11.1968)

Bill Bo und seine Bande planen den großen Angriff auf die Burg Dingelstein.
Aber Ding-Ding hat mithilfe des Reihers Wally und des Eichkaters Willi von dem Plan erfahren und organisiert nun auf der Burg den Widerstand.

Mittwoch, 28.12. / 17:35 Uhr / Bill Bo und seine Kumpane (3/4): Die List
Ein Spiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 17.11.1968)

Bill Bo und seine Bande haben sich verkleidet in die Stadt Allheim eingeschlichen. Im Brauhaus gibt es Streit mit Landsknechten und Musketieren des herzoglich-bayerischen Regiments.
Bill Bo hat seinen Plan, die Eroberung der Burg Dingelstein, noch nicht aufgegeben.

Mittwoch, 28.12. / 18:00 Uhr / Bill Bo und seine Kumpane (4/4): In der Falle
Ein Spiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 24.11.1968)

Bill Bo und seiner Bande ist es gelungen, in die Burg Dingelstein einzudringen.
Aber bevor sie sich dort für immer festsetzen können, fällt den Freunden Ding-Ding, dem Reiher und dem Eichkater eine List ein, wie sie Bill Bo in eine Falle locken können. Das herzoglich-bayerische Regiment in Allheim kommt ihnen dabei zu Hilfe.

Mittwoch, 28.12. / 18:20 Uhr / Kleiner König Kalle Wirsch (¼): Die Verschwörung
Ein Spiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 08.11.1970)

Fröhliches Märchen als Marionettentheater nach einem Kinderbuch von Tilde Michels, erzählt von Fledermaus Tutulla.
Tief in der Erde hausen fünf Erdmännchenvölker. König Kalle Wirsch muss sich gegen Machenschaften von Zoppo Trump wehren, der Herrscher aller Erdmännchen werden will.

Mittwoch, 28.12. / 18:50 Uhr / Kleiner König Kalle Wirsch (2/4): In Gefahr
Ein Spiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 15.11.1970)

Kalle Wirsch und die Kinder Max und Jenny sind in der Tropfsteinhöhle unterwegs zur Kampfstätte für den Zweikampf mit Zoppo.
Tutulla warnt vor dem Fährmann am See, der von Zoppo bestochen wurde: Kalle soll während der Fahrt in den See fallen.

Mittwoch, 28.12. / 19:20 Uhr / Kleiner König Kalle Wirsch (3/4): Die Falle
Ein Spiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 22.11.1970)

Der kleine König und seine Freunde Max und Jenny sind auf dem Weg zur Kampfstätte für den Zweikampf mit Zoppo.
Vor dem Rubinberg muss Kalle Wirsch drei Rätsel lösen, damit sie passieren dürfen. Max wird durch Echokugeln, die Zoppo für Kalle gelegt hat, in die Irre geführt.

Mittwoch, 28.12. / 19:45 Uhr / Kleiner König Kalle Wirsch (4/4): Der Zweikampf
Ein Spiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 29.11.1970)

Kalle Wirsch und seine Freunde Max und Jenny treffen den Feuerwurm. Er lässt sie in seinen großen Bauch kriechen und trägt sie über die Flammen des Drachen Murremesch zur Erdmännchen-Festung.
Dort hat Zoppo Trump in einer gewaltigen Rede die Erdmännchen aufgewiegelt. Aber Kalle Wirsch, geführt von Tutulla, trifft am Kampfplatz ein. Jetzt muss Zoppo kämpfen.

Mittwoch, 28.12. / 20:15 Uhr / Urmel aus dem Eis (1/4: Der Eisberg
Marionettenspiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 23.11.1969)

Auf der einsamen Südseeinsel Titiwu gibt es unglaubliche Dinge: eine Schule, die man ungestraft schwänzen darf, und eine verloren geglaubte Eintracht zwischen Menschen und Tieren.

Ein sehr zerstreuter und komischer Professor namens „Habakuk Tibatong“ hat einigen Tieren das Sprechen beigebracht. So etwa der Schweinedame Wutz, die ungemein sauber und leicht erregbar ist, dem Schuhschnabel Schusch, Ping Pinguin und dem Waran Wawa.

Leider hat jeder von ihnen einen Sprachfehler. Unglaublich, wohin das führt. Am Felsenriff singt der See-Elefant immerzu seine „traurögön Lödör“, worüber alle lachen müssen.

Der Waisenknabe Tim Tintenklecks hilft dem Professor, wenn es darum geht, die Tiere für ein gemeinsames Unternehmen zu begeistern.

Und eines Tages geschieht es: Ein Eisblock strandet am Ufer. Darin steckt ein Ei, und dem Ei entschlüpft ein Urweltgeschöpf: das Urmel. Sogar sprechen kann es. Als der König Futsch es für seinen Zoo fangen will, beginnen eine große Jagd und ein Wirbel turbulenter Ereignisse.

Mittwoch, 28.12. / 20:40 Uhr / Urmel aus dem Eis (2/4: Der Schuss
Marionettenspiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 30.11.1969)

Das angeschwemmte Urmelei war durch das Eis so gut erhalten geblieben, dass es Professor Tibatong gelang, es von seinen sprechenden Tieren ausbrüten zu lassen.

Professor Habakuk Tibatong hatte seinem Kollegen Zwengelmann in seiner alten Heimat sofort nach der Entdeckung des Urmels einen hämischen Brief geschrieben. Das hätte er nicht tun sollen.

Als nämlich der ehemalige König Pumponell 55. – seit er abdanken musste, „Futsch I.“ genannt – von dem Urmelei hört, ist seine alte Jagdleidenschaft geweckt. Sofort möchte er mit seinem Diener Sami im Hubschrauber nach Titiwu. Aber Professor Tibatong und seine Tiere erfahren vorher von den bösen Absichten, die Futsch I. nach Titiwu führen. Gerade noch rechtzeitig können sie das kleine Urmel verstecken.

Mittwoch, 28.12. / 21:10 Uhr / Urmel aus dem Eis (3/4: Das Abenteuer
Marionettenspiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 07.12.1969)

Altkönig Futsch I. hat kein Glück bei seiner Jagd auf das Urmel. Mit allen möglichen Tricks versucht er, das Urmel doch noch vor die Flinte zu bekommen oder wenigstens einzufangen.

Aber es will ihm nicht gelingen. An die Aufgabe seines Unternehmens denkt er allerdings auch nicht. Da bekommt er unerwartet Unterstützung: Wawa, eines der sprechenden Tiere des Professors Tibatong, bietet Futsch I. auf der Suche nach dem Urmel seine Hilfe an.

Aber das ist nur ein Schwindelmanöver von Wawa. Verraten will er das Urmel natürlich nicht. Auf diese Weise kann er Futsch I. und dessen Diener Sami nämlich in die große Höhle mit dem gefährlichen Lachgas und der bösartigen Krabbe locken. Dort geraten dann alle in größte Gefahr.

Mittwoch, 28.12. / 21:40 Uhr / Urmel aus dem Eis (4/4: Die Rettung
Marionettenspiel mit der Augsburger Puppenkiste
(Erstsendung: 07.12.1969)

Zwar war Futsch I. mit üblen Absichten auf die Insel Titiwu gekommen. Aber als er jetzt in Lebensgefahr schwebt, will sich Professor Tibatong nicht an ihm rächen.

Vielmehr möchte er ihn aus dieser Gefahr befreien. Mit Tim und all seinen sprechenden Tieren hält er eine Beratung ab, wie man den König retten könnte. Schließlich hat Tim einen genialen Einfall.

Mithilfe des See-Elefanten und einer umgebauten Schlummertonne müsste die Rettung gelingen. Sofort wird dieser Plan in die Tat umgesetzt – und wirklich, es klappt! Vor seiner Rettung muss Futsch I. aber noch versprechen, niemals mehr auf das Urmel Jagd zu machen.

Donnerstag, 29.12. / 3satThementag: Wilde Western
Freitag, 30.12. / 3satThementag: Kabarett und Comedy


Kalenderwoche 01:

Samstag, 31.12. (Silvester) / 3satThementag: Pop around the clock

06:30 Uhr / Rod Stewart: It Had to Be You
Sony Studios, New York City, USA, 2002
Regie: Lawrende Jordan
Erstausstrahlung

Im Oktober 2002 zeigt sich Rod Stewart von seiner sanften Seite: Er interpretiert auf seinem Album „It Had to Be You“ mit samtweicher Stimme Evergreens aus dem „Great American Songbook“.

Die besten Songs des Albums und einige seiner großen Hits präsentiert der Brite im Smoking und mit großem Orchester in New York City Ende 2002 live vor einem begeisterten Publikum. Rod hat eine Operation an der Schilddrüse überstanden und seine Stimme wiedergefunden.

Rods Auswahl aus der amerikanischen Liedersammlung der 1920er- bis 1950er-Jahre wird ein großer Erfolg. Mehrere Nachfolgealben werden produziert, obwohl die Kritiker bemängeln, dass er „nicht den ironischen Schmelz eines Bryan Ferry noch die große Show-Geste von Robbie Williams“ besitzen würde.

„laut.de“ sieht Rod Stewart auf „ungewohntem Terrain“ und bemängelt, dass das Album „eine eher ruhige, fast konservative Platte geworden ist“. Den Fans ist es egal, sie feiern Rods elegante Interpretationen der Songs von Cole Porter, George Gershwin und Jerome Kern. „Wer ‚Sailing‘ singen kann, der bekommt auch Liebeslieder auf die Reihe“, schreibt Kritikerin Ingeborg Schober, die weiter ausführt: „Ein neuer Frankieboy ist er sicher nicht, und das ist auch gut so.“

Dass der junge Rod in der Musik landet, ist zunächst völlig abwegig. Er bringt es zu einer kurzen Profikarriere beim FC Brentford, arbeitet danach als Schildermaler, Zaunbauer, Zeitungsträger und sogar Totengräber, bis er sich 1963 der Mod-Szene anschließt und Mundharmonika spielen lernt. Vom Backgroundsänger entwickelt sich Rod zum Frontmann, singt bei der Jeff Beck Group und steigt 1969 bei den Faces ein. Sechs Jahre halten es die Faces mit Rod aus, der immer wieder „sein Ding“ macht und Soloplatten herausbringt.

1975 fühlen sich die Faces nur noch als Begleitband von Rod Stewart, die Gruppe bricht auseinander, und der Weg für die „Rod Stewart Group“ ist frei. Die Band gilt als wilder Haufen, der sich auch gern einmal Scharmützel mit der Polizei liefert. Ihr Markenzeichen ist Rods Vorliebe für eine Mischung aus Folk, Rock, Country und Blues, gepaart mit der dem Ethos der britischen Arbeiterklasse. Das legendäre „Sailing“ erscheint 1975 und hält sich allein in Deutschland 17 Wochen in den Hitparaden.

1987 erhält Rod Stewart seine erste Grammy Nominierung und beweist seine Zähigkeit bei einem Bühnenunfall: Er schlägt mit dem Kopf gegen einen Beleuchtungsmast, wird bewusstlos hinter die Bühne getragen, kehrt nach 20 Minuten in neuem Hemd, aber ohne Verband zurück, entschuldigt sich und singt den unterbrochenen Hit „Hot Legs“ weiter. 1993 erhält er im Rahmen der „Brit Awards“ eine Auszeichnung für sein Lebenswerk und wird 1994 in die „Hall of Fame“ aufgenommen.

Selbstironisch sagt er: „Die wilden Zeiten sind vorbei. Ich seh‘ zwar noch sehr gut aus, aber ich kann nicht mehr mit Mick Jagger mithalten. Er hat einfach den kleineren Hintern, und darauf stehen die Frauen nun einmal.“

07:15 Uhr / Carly Simon: A Moonlight Serenade
„Queen Mary 2“, USA/Großbritannien, 2005
Regie: Jim Gable
Erstausstrahlung

Im September 2005 geht Carly Simon auf Schiffsreise von New York City nach Southampton in England. Im Ballsaal der „RMS Queen Mary 2“ gibt die Singer-Songwriterin ein stilvolles Konzert.

Begleitet von einem Orchester stehen die Songs des Albums „Moonlight Serenade“ im Mittelpunkt, das im Sommer 2005 erscheint und bei den Grammy Awards mit Standards des „Great American Songbooks“ eine Nominierung als „Best Traditional Pop Vocal Album“ erhält.

Das „Great American Songbook“ umfasst eine Anzahl herausragender Songs der amerikanischen Unterhaltungsmusik der 1930er- bis 1960er-Jahre. Kritiker David Wild vom „Rolling Stone“ schreibt über die Platte: „Mit ihrem vierten Standard-Album beweist Simon, dass sie mal wieder weit vor ihrer Rockgeneration liegt. Sie zeigt sich in der Auswahl und Darbietung der Songs des ‚Great American Songbook‘ stilsicher und expressiv.“

Darüber hinaus überrascht Carly Simon das transatlantische Schiffspublikum mit einigen Hits ihrer großen Karriere und dem Auftritt ihrer Tochter Sally Taylor aus der Beziehung mit James Taylor, die als Backgroundsängerin ihre Mutter unterstützt.

Lichtdesigner Stan Crocker beschreibt die Idee zur Bühnengestaltung: „Carly und Regisseur Jim Gable strebten nach der Eleganz und der Romantik der alten Welt. Der Ballsaal der ‚Queen Mary 2‘ besteht immer noch aus Elementen der 1940er-Jahre.“

Der große Erfolg des Albums und des Konzertmitschnitts überzeugt die auf „Martha’s Vineyard“ zurückgezogen lebende Sängerin und Teilzeitfarmerin, nach zehn Jahren Tour-Abstinenz auf eine „Moonlight Serenade-Konzertreise“ zu starten. „Ich lasse nicht viel zurück. Ich bin ein Insel-Mädchen“, sagt sie der „Chicago Tribune“. Dafür überwindet sogar ihr übergroßes Lampenfieber, dass sie schon immer begleitet und in den 1980er-Jahren zu einem Nervenzusammenbruch führt. Um die Tour so angenehm wie möglich zu machen, nimmt Carly Simon ihren Hund, ihre Kinder, die Hunde ihrer Kinder und ihr Spezialkissen mit: „Da bin ich wie eine Getriebene, alles muss mit. Ich wäre sicher nicht die erste Astronautin im All geworden.“

Carly Elisabeth Simon wird 1945 in New York geboren. Mitte der 1960er-Jahre landet sie zusammen mit ihrer Schwester Lucy als die „Simon Sisters“ einen Kinderliedhit: „Winkin‘, Blinkin‘ and Nod“. 1972 erscheint Carly Simons zweites Album „No Secrets“, das ihr großen Erfolg beschert: Die Single „You’re So Vain“ mit Mick Jagger im Chor wird zum internationalen Hit. Der deutsche Bassist Klaus Voormann spielt dazu das Bass-Intro. „Nobody Does It Better“ für den James-Bond-Film „Der Spion, der mich liebte“ wird 1977 zu einem weiteren Erfolg für die Sängerin.

Nach einem Zusammenbruch im Jahr 1981 während einer Show in Pittsburgh reduziert Carly Simon ihre Auftritte in den 1980er-Jahren und kommt 1986 mit der Ballade „Coming Around Again“ zurück. 1989 erhält sie für den Song „Let the River Run“ aus dem Film „Die Waffen der Frauen“ den Oscar in der Kategorie „Bester Song“ und darüber hinaus noch den Grammy. 2015 veröffentlichte Carly Simon ihre Memoiren, in denen sie unter anderem über ihre langjährige Freundschaft mit der ehemaligen First Lady Jacqueline Kennedy Onassis schreibt.

08:00 Uhr / Neil Diamond: Thank You Australia
Sydney Sports Ground, Sydney, Australien, 1976
Regie: Peter Faiman
Erstausstrahlung

Im Januar 2018 schockiert Neil Diamond seine Fans: Er bricht seine „50 Year Anniversary World Tour“ aufgrund einer Parkinson-Diagnose ab. Er lässt verlauten, dass er weiter komponieren will.

Am 9. März 1976 spielt Neil Diamond sein letztes Konzert in Australien im Rahmen seiner Welttournee. Drei Millionen australische Fans verfolgen das live ausgestrahlte Konzert im Fernsehen, 38.000 Zuschauende sind im „Sydney Sports Ground“ dabei.

Vier Jahre zuvor verordnet sich der charismatische Sänger und Komponist ein Sabbatical, verbunden mit einer Bühnenabstinenz. Nun ist er zurück und beweist seine große Klasse als charmanter Entertainer und stilsicherer Hitkomponist. Kritiker Bernard Perusse beklagt die immer wiederkehrenden gleichen Kompositionsmethoden, aber rühmt die großen Melodien, die sich in jedes Gedächtnis schrauben. Ohnehin haben sich Kritik und Neil Diamond nie besonders gut verstanden. 1976 ist er noch mehr Liedermacher ohne den Bombast, den er wenig später für sich entdeckt.

Aufgewachsen in Brooklyn ist er Klassenkamerad von Barbara Streisand: „Wir waren zwei arme Kinder aus Brooklyn. Wir hingen zusammen vor der Erasmus-Highschool ab und rauchten Zigaretten“, sagt Neil Diamond über die Zeit. Mit 16 Jahren erlebt Neil auf einem Ferienlager ein Konzert der Folk-Legende Pete Seeger und beschließt, Sänger zu werden: „Als Nächstes besorgte ich mir eine Gitarre, nahm Gitarrenunterricht und begann, Songs zu schreiben.“ In der Schule macht er sich einen Namen als Verfasser von Gedichten, die bei den Mädchen sehr gut ankommen. Seine Mitschüler beauftragen ihn als Poeten, um die Herzen der Mitschülerinnen zu erobern.

Seine erste Single „Solitary Man“ erscheint 1965 und wird 1966 zum Hit. Neil Diamond spielt als Vorgruppe von „The Who“ und ist entsetzt über Pete Townshend, der seine Gitarre so lang gegen die Wand donnert, bis der Hals gebrochen ist. 1969 schreibt er mit „Sweet Caroline“ seinen ersten großen Hit. Nach sechs Jahren „on the road“ verordnet sich Neil Diamond 1972 einen Break: „Ich wusste, dass ich zurückkomme, aber nicht, wann. Ich habe einen 2,5-jährigen Sohn und ich fühle, dass er mich mehr braucht als mein Publikum.“

Bis heute hat Neil Diamond weltweit treue Fans, auch unter jüngeren Menschen. Die Macher der CBS-Comedy „The Big Bang Theory“ lassen die Charaktere Howard Wolowitz und Amy Farrah Fowler Neil-Diamond-Lieder singen. Wie wichtig ihm Liebe und Gefühl sind, erklärt Neil Diamond 2014, nachdem er sich 2011 in Katie McNeil verliebt: „Es gibt keine bessere Inspiration oder Motivation, um zu arbeiten, als verliebt zu sein. Davon träumst du als kreativer Mensch. Ich konnte das Album ‚Melody Road‘ 2014 abschließen – es zu beginnen, es zu schreiben und zu vollenden – durch den Zauber der Liebe.“

08:45 Uhr / Creedence Clearwater Revival: Live at The Royal Albert Hall
London, Großbritannien, 1970
Regie: Peter Selby
Erstausstrahlung

Am 14. April 1970 begeistern Creedence Clearwater Revival in der Royal Albert Hall in London. Die verschollenen Aufnahmen werden nach 50 Jahren entdeckt, restauriert und 2022 veröffentlicht.

Auf der Setliste stehen die großen Hits der Band wie „Born on the Bayou“, „Green River“, „Fortunate Son“, „Midnight Special“, „Bad Moon Rising“ und „Proud Mary“.

Auf der Bühne in London stehen: John Fogerty, Gesang & Gitarre, sein Bruder Tom, Gitarre, Doug Clifford, Schlagzeug, und Stu Cook, Bass.

1969 erobern Creedence Clearwater Revival Woodstock und gelten weltweit als angesagte Band. Mit ihrem Südstaaten-„Swamp“-Rock platzieren sie in den Top 10 einen Hit nach dem anderen und werden politisch: Der Protestsong „Fortunate Son“ prangert die Klassenverhältnisse in den USA in der Zeit des Vietnamkriegs an. Söhne reicher Eltern können sich der Einberufung entziehen.

Das „New Musical Express“-Magazin schreibt 1970 über den Auftritt in London: „CCR hat zweifelsfrei bewiesen, dass sie nach mehr als meiner Meinung die größte Rock-and-Roll-Band der Welt ist. In ihren fähigen Händen ist der wahre Geist der Rockmusik nicht nur lebendig und gut, sondern er tritt auch aus wie ein Maultier.“ Creedence Clearwater Revival befinden sich nun auf Augenhöhe mit den Beatles, Led Zeppelin, den Rolling Stones und Jimi Hendrix.

1969 erscheint das zweite Album „Bayou Country“ im typischen Stil der Band. Die Texte über ländliche Weisheiten führt dazu, dass viele Fans glauben,
die Bandmitglieder stammten aus Louisiana. Dafür verantwortlich sind auch John Fogertys Liebe zum Süden der USA und sein Faible für Blues und Rock ’n‘ Roll. Auch seine nächsten Songs „Lodi“, „Bad Moon Rising“ und „Green River“ klingen nach tiefem Süden und nicht nach Westcoast.

Dass der Auftritt von Creedence Clearwater Revival im Rahmen des Woodstock-Festivals nicht aufgezeichnet wird und auch nicht auf dem Woodstock-Album erscheint, liegt an John Fogerty: Die Musiker spielen gegen drei Uhr nachts nach einem langen Auftritt von Grateful Dead und haben mit einem halbwachen Publikum und technischen Problemen auf der Bühne zu kämpfen. Erst im August 2019 erscheint ein vollständiger Mitschnitt unter dem Titel „Live at Woodstock“.

1970 veröffentlichen Creedence Clearwater Revival weitere Hits wie „Lookin‘ Out My Back Door“ und „Who’ll Stop the Rain“, spielen weltweit vor großem Publikum und landen 1971 mit „Have You Ever Seen the Rain“ einen Welterfolg, der bis heute ein Ohrwurm ist. Doch inzwischen sind Creedence Clearwater Revival zu einer One-Man-Show geworden. John Fogerty ist das Mastermind, seine Bandkollegen Statisten. Sein Bruder Tom verlässt die Gruppe 1971, Mitte 1972 löst sie sich auf.

1993 wird die Band in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen, und 2011 führt sie der „Rolling Stone“ auf Rang 82 der 100 größten Musiker aller Zeiten. 2019 feiert John Fogerty sich und seine Karriere mit der Konzerttour „My 50 Year Trip“, und selbst in der Coronakrise veröffentlicht er Songs mit seinen Söhnen und seiner Tochter.

09:30 Uhr / Supertramp: Live in Paris
Pavillon de Paris, Paris, Frankreich, 1979
Regie: Derek Burbidge, Peter Clifton
Erstausstrahlung

Die Sensation 2012: Supertramp veröffentlichen ihr legendäres „’79 Paris“-Konzert. Die Filmrollen galten als verschollen, bis man sie in der Scheune von Schlagzeuger Bob Siebenberg fand.

„Paris“ ist das erste Livealbum der Band. Es wird 1979 im Rahmen von vier Konzerten der „Breakfast in America“-Tournee in der Besetzung Rick Davies, John Helliwell, Roger Hodgson, Bob Siebenberg und Dougie Thomson aufgezeichnet.

Niemand ahnt, dass die Band schon vier Jahre später auseinanderbricht. Nach der Veröffentlichung des Studioalbums „Famous Last Words …“ 1982 und einer gigantischen Tournee verlässt Roger Hodgson 1983 die Band für seine Solokarriere, da er und Davies sich über die Richtung der Band nicht mehr einig werden.

40 Jahre später steht auch die „Breakfast in Amercia – 40th Anniversary-Tour“ unter keinem guten Stern. Noch immer gibt es Grabenkämpfe zwischen den Musikern. Der Zeitung „Welt“ sagt Saxofonist Helliwell: „Eine Reunion ist maßgeblich davon abhängig, ob Rick Davies und Roger Hodgson auf einen Nenner kommen. Doch das gestaltet sich schwierig, weil beide eigene Manager haben, die ganz und gar anders ticken und nicht zusammenkommen.“

Auch Bassist Dougie Thomson hat Vorbehalte: „Die 40th Anniversary-Tour würde ich mir nicht anschauen. Für kein Geld der Welt. Einfach, weil das ein Fake ist – also nicht Supertramp, sondern eine Coverband, die Supertramp nachspielt. Ich meine, John und Bob sind zwar dabei, aber nicht mit Herz und Seele, sondern nur, weil sie Geld brauchen. Und ohne Roger funktioniert das Ganze eh nicht. Es ist nicht dasselbe, es ist nicht Supertramp.“

Auch die Veröffentlichung des „Paris“-Films geschieht im Streit. Rick Davies und Roger Hodgson sind dagegen. Sie halten die Qualität nicht für ausreichend, und Hodgson fürchtet, dass Songwriter-Rechte verletzt werden. Trotz der Diskussionen und Spannungen wird die „Paris“-DVD ein Riesenerfolg und erreicht die Spitzenposition der DVD-Charts in Deutschland, Österreich, in der Schweiz, in Frankreich, Holland, Belgien und Norwegen sowie die Top Ten im Vereinigten Königreich, in Italien, Spanien und Schweden.

Die restaurierte Fassung zeigt Supertramp auf dem Höhepunkt ihres Schaffens: Meisterhaft interpretieren sie Hits wie „School“, „The Logical Song“, „Breakfast in America“, „Give a Little Bit“, „Take the Long Way Home“, „Even in the Quietest Moments“ und „Breakfast in America“.

10:45 Uhr / Fleetwood Mac: The Dance
Warner Brothers Studios Burbank, Kalifornien, USA, 1997
Regie: Bruce Gowers
Erstausstrahlung

Im Mai 1997, 15 Jahre, nachdem sie zum letzten Mal in der Originalbesetzung auf Tour sind, geben Fleetwood Mac ihr Reunion-Konzert mit anschließender Tournee durch 40 Städte in den USA.

Anlass ist der 20. Geburtstag des Erfolgsalbums „Rumours“. Nach mehreren Jahren Funkstille rauft sich die Band zusammen und begeistert in der Originalbesetzung mit Lindsey Buckingham, Mick Fleetwood, Christine McVie, John McVie und Stevie Nicks.

1982 stehen Fleetwood Mac das letzte Mal in der Originalbesetzung auf der Bühne, und dementsprechend groß sind die Vorbehalte der Band vor den drei Konzerten. Sängerin Stevie Nicks sagt dazu: „Für eine gewisse Zeit können wir alle unsere eigenen Wege gehen, aber irgendwann müssen wir wieder zusammenkommen. Zwischen uns gibt es eine Verbindung, die nichts mit Geldverdienen zu tun hat. Als ich für dieses Projekt angerufen wurde, atmete ich kurz durch und sagte zu.“

Gitarrist Lindsey Buckingham arbeitet gerade an seinem neuen Soloalbum und ist am schwierigsten von einer Reunion zu überzeugen. Er bittet sich Bedenkzeit aus und sagt schließlich zu. Gerührt sagt Stevie Nicks nach dem letzten Konzert: „Beim letzten Konzert hab‘ ich ein paar Tränen verdrückt. Die Magie war wieder da, nur diesmal hatten wir keinen Streit. Ich schaute während vieler Songs in Lindseys Augen, und meine Tränen rollten. Es war ein wundervoller Abend, für uns und alle im Publikum.“

Gegründet 1967 von Gitarrist Peter Green und Schlagzeuger Mick Fleetwood als britische Blues-Band, feiern Fleetwood Mac mit Songs wie „Black Magic Woman“, der später von Santana gecovert wird, „Oh Well“ oder der instrumentalen Ballade „Albatross“ große Erfolge. 1969 verkauft die Band mehr Alben als die Beatles und die Rolling Stones. 1970 gerät Peter Green in eine Krise, verlässt die Band, die sich nach mehreren Umbesetzungen 1974 neu zusammenfindet und sich vom Blues zum Pop-Rock entwickelt.

1977 veröffentlichen Fleetwood Mac mit „Rumours“ eines der erfolgreichsten Alben der Musikgeschichte. Es ist ein Krisen-Album, weil sich die beiden Bandpaare, Bassist John McVie und Keyboarderin Christine McVie sowie Sängerin Stevie Nicks und Gitarrist Lindsey Buckingham voneinander trennen. Der Grund für Letzteres soll Schlagzeuger Mick Fleetwood sein. 1987 verlässt Buckingham die Band, die 1997 für das Reunion-Konzert wieder zusammenfindet und erst einmal zusammenbleibt.

Das 1997er-Konzert wird als DVD veröffentlicht, in Australien mit neunfachem Platin ausgezeichnet, und Fleetwood Mac gehen wieder auf Tour. 1998 wird die Band in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen. Im April 2018 wird bekannt, dass Lindsey Buckingham erneut die Band verlässt, während Christine McVie nach einer Pause wieder zurückkommt.

Für Kritiker Rickey Wright ist Fleewood Macs Wiedervereinigungskonzert einfach ein tolles Konzert, bei dem sich die Band voller Energie und Leidenschaft zeigt und elegant neue Songs wie „Bleed to Love Her“ in den Reigen der großen alten Hits einfügt. Auch die Zeitschrift „Steroplay“ ist angetan und lobt die zum Teil neuen Arrangements und die grandiose Darbietung des Songs „Tusk“ mit lautstarker Unterstützung der USC Trojan Marching Band. Und die Fachzeitschrift „Audio“ versteigt sich zum Kalauer: „Nach langer Zeit wieder ein Fleetwood-Big-Mac!“

12:00 Uhr / a-ha:True North
Svømmehallen Concert Hall, Bodø, Norwegen, 2021
Regie: Stian Andersen
Erstausstrahlung

Am 15. September 2022 bringen a-ha ihren Konzertfilm „True North“ in die Kinos. Im Oktober folgt das elfte gleichnamige Studioalbum. 3sat präsentiert die Höhepunkte des Konzertfilms.

„Zuerst hatten wir die Idee, einfach eine Studiosession live aufzunehmen. Daraus wurde dann eine Produktion mit dem Norwegian Arctic Philharmonic Orchestra, kurzen persönlichen Statements der Band und Drehs in der Natur“, berichtet Gitarrist Pål Waaktaar-Savoy.

Die Aufnahmen finden 90 Kilometer oberhalb des Polarkreises, in der norwegischen Stadt Bodø, statt. Die Band sieht Platte und Film als „persönlichen Brief von a-ha vom Polarkreis, ein Gedicht aus dem hohen Norden Norwegens“. Kaum zu glauben, aber wahr: Morten Harket, Pål Waaktar-Savoy und Magne Furuholmen haben das Kunststück fertiggebracht, in gleicher Besetzung Alben in den 1980er-, den 1990er-, den 2000er-, den 2010er- und den 2020er-Jahren zu veröffentlichen.

Die Regie des Konzertfilms führt der langjährige a-ha-Vertraute Stian Andersen: „Es war mir eine Ehre, Regie führen zu dürfen. Zudem war es ein großes Vergnügen, das Narrativ zu verfassen und zu erschaffen, das zu den wunderschönen Songs von a-ha in diesem Film passt.“

12:45 Uhr / Peter Gabriel: Live in Athens
Lycabettus Hill Theatre, Athen, Griechenland, 1987
Regie: Michael Chapman
Erstausstrahlung

Im Oktober 1987 steht Peter Gabriel für drei Konzerte in Athen auf der Open-Air-Bühne des Lycabettus Theaters. Es ist das Finale der „This Way Up“-Tour mit den Songs des neuen Albums „So“.

Begleitet wird Peter Gabriel vom Schlagzeuger Manu Katché, dem Bassisten Tony Levin, Gitarrist David Rhodes, Keyboarder David Sancious und Sänger Youssou N’Dour. Es ist die Crème de la Crème der damaligen Musikszene.

Produziert wird der Konzertfilm „Live in Athens“ von Martin Scorsese. Erst 2013 wird der Konzertfilm veröffentlicht. Für viele unverständlich, denn Peter Gabriel ist auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Die exakt inszenierte Show ist bis heute der Maßstab für viele Konzertproduktionen. Nichts ist dem Zufall überlassen, jede Bewegung, jede Geste ist geplant und sitzt auf den Punkt.

Fast zwölf Monate vor den Konzerten in Athen beginnt die Tournee durch Nordamerika und Europa. Drei Konzerte werden in Athen aufgezeichnet. Mit dem Album „So“ katapultiert sich Peter Gabriel zum Popstar. Sein Assistent David Stallbaumer erinnert sich: „Bisher spielten wir vor 3000 bis 10.000 Zuschauenden. Das war so ein treues vertrautes Kultpublikum. Jetzt standen wir vor 40.000 Menschen, und Peter bemerkte, dass zum ersten Mal auch junge Mädchen im Publikum waren.“

Gabriel passt seine Show an seine neuen Songs an und schafft eine Theateratmosphäre zwischen Konfusion, Gewalt und Panik. Im Song „No Self Control“ wird er von Scheinwerfern auf Kränen angegriffen, während des Songs „Lay Your Hands on Me“ lässt er sich ins Publikum fallen. Sänger Youssou N’Dour, der bei „Biko“ mit Peter Gabriel auf der Bühne steht, erinnert sich an ein Konzert in New York: „Wir begannen unsere Tour im November 1986 in New York, und ich war ziemlich nervös, obwohl ich daran gewöhnt war, zu Hause vor großem Publikum zu spielen. Aber als Peter auf die Bühne kam, erklärte er dem Publikum erst einmal, wer ich bin. Das machte er bei jedem Konzert, und ich fühlte mich willkommen. Seine Großherzigkeit war bewegend.“

Peter Gabriel sagt dazu: „Wir waren mit Genesis viele Jahre lang als Vorgruppe unterwegs, und da weiß ich, wie schlecht die Hauptkünstler und ihre Crew mit Vorbands umgehen. Mir war es immer wichtig, dass alle Künstler und Künstlerinnen, mit denen wir arbeiten, einen guten Sound haben und mit Respekt behandelt werden.“

14:00 Uhr / Bruce Springsteen: Live in Barcelona
Palau Sant Jordi Arena, Barcelona, Spanien, 2002
Regie: Chris Hilson
Erstausstrahlung

Am 16. Oktober 2002 spielt Bruce Springsteen mit seiner Band im Rahmen der „Rising Tour“ in Barcelona. Auf dem Album „The Rising“ verarbeitet Springsteen das Trauma des 11. September 2001.

Schlagzeuger Max Weinberg sagt dazu: „Für ein Land zu spielen, dass nach 9/11 so voller Schmerz war, machte die ‚Rising Tour‘ zu viel mehr als nur einer Reihe von Rockkonzerten. Die Menschen kamen, um ihren Kummer zu überwinden.“

Die Tour startet am 7. August 2002 in Springsteens Heimat in New Jersey und endet nach 120 Konzerten in 82 Städten nach 14 Monaten am 4. Oktober 2003 in New York. Neben den USA stehen Europa, Australien, Neuseeland und Kanada auf dem Tourplan. Kritiker fühlen sich während der Tour an den jungen Springsteen der 1970er- und 1980er-Jahre erinnert.

Die erste Hälfte des Konzerts in Barcelona wird europaweit live im Fernsehen ausgestrahlt. Ein Kritiker schreibt: „Wie ein Matador kommt der Boss nach Spanien zu seinem Kampf auf der Plaza de Toros.“ Bruce und Co. sind zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Monate auf Tour und entsprechend gut eingespielt. Genau der richtige Zeitpunkt für eine Aufzeichnung des Konzerts, das von der Kritik in Teilen als etwas zu sehr patriotisch empfunden wird.

Harald Keple ist anderer Meinung: „Mr. Springsteen betätigt sich zweieinhalb Stunden lang einmal mehr als hart arbeitender Bühnenperformer. In hemdsärmeliger Malocher-Manier schuftet und rackert er hier, dass es eine wahre Freude ist. Er baut einen weiten Spannungsbogen auf, zieht das Tempo mal an, geht dann wieder in eher ruhige Passagen über und bringt am Schluss der schweißtreibenden Darbietung die Atmosphäre im Auditorium des Palau Sant Jordi regelrecht zum Kochen. Das ist Live-Entertainment in Perfektion!“

Wie immer wird Bruce Springsteen von seiner „E Street Band“ begleitet: Roy Bittan, Tasteninstrumente, Clarence Clemons, Saxofon, Danny Federici, Orgel und Akkordeon, Nils Lofgren, Gitarre, Patti Scialfa, Gitarre und Gesang, Garry Tallent, Bass, Steven Van Zandt, Gitarre, Max Weinberg, Schlagzeug, und dem damaligen Neuzugang Soozie Tyrell, Geige und Percussion.

15:00 Uhr / John Mayer: Where the Light Is
Nokia Theatre L.A., Los Angeles, USA, 2007
Regie: Danny Clinch
Erstausstrahlung

Im Dezember 2007 begeistert Gitarrist, Sänger und Herzensbrecher John Mayer in Los Angeles sein Publikum mit einem legendären Konzert, in dem er sein ganzes Können und seinen Charme ausspielt.

Er ist auf Promotiontour für sein Album „Continuum“ und hat sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Er beginnt allein auf der akustischen Gitarre, danach spielt er mit seinem Trio, und zum Schluss bittet er seine große Tourband auf die Bühne.

Den größten Eindruck hinterlässt John Mayer an diesem Abend mit seiner Soloperformance am Beginn.

1977 wird John Mayer in Bridgeport, Connecticut, geboren. Als Kind beginnt er ohne großen Erfolg Klarinette zu lernen. Mit 13 Jahren besorgt ihm sein Vater eine geliehene Gitarre, und ein Nachbar drückt John eine Kassette des Blues-Gitarristen Stevie Ray Vaughan in die Hand. John übt jeden Tag, und schon zwei Jahre später hat er seine ersten Auftritte in kleinen Bars. Mit 17 Jahren wird er wegen Herzrhythmusstörungen behandelt und beginnt nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus, über diese Zeit Songs zu schreiben.

Nach der Schulzeit jobbt John an einer Tankstelle und spart, bis er sich eine richtige Gitarre leisten kann: Eine 1996er Stevie Ray Vaughan Fender Signature Stratocaster. Nach zwei Semestern am „Berklee College of Music“ bricht John das Studium ab, gründet eine Band und nimmt erste eigene Songs auf.

Im März 2000 macht John Mayer beim „South by Southwest“-Festival auf sich aufmerksam. Die Plattenfirma Columbia nimmt ihn unter Vertrag und veröffentlicht das Debütalbum „Room for Squares“ mit dem Hit „Your Body Is a Wonderland“, der ihm 2003 einen Grammy beschert. Nach einem weiteren Album gründet er 2005 das John Mayer Trio und wird Ende 2006 für fünf Grammys nominiert. Er gewinnt zwei der begehrten Musikpreise in den Kategorien „Best Pop Song with Vocal“ und „Best Pop Album“ für sein Studioalbum „Continuum“, auf dem er Pop und Blues erfolgreich miteinander verbindet.

2007 erscheint John Mayer gemeinsam mit den Gitarristen John Frusciante und Derek Trucks auf dem Cover des „Rolling Stone“. Titel der Ausgabe ist: „The New Guitar Gods“. Mayer bekommt den Spitznamen „Slowhand jr.“ und wird von den Redakteuren des „Time Magazine“ zu einem der „100 Most Influential People of 2007“ gewählt.

John Mayer engagiert sich neben seiner musikalischen Karriere für den Umweltschutz, tritt bei verschiedenen Wohltätigkeitsveranstaltungen auf und gründet sein eigenes Modelabel. Inzwischen stehen ihm nun auch ganz besondere Instrumente zur Verfügung: Die Gitarrenfirmen Martin und Fender entwerfen John-Mayer-Modelle.

15:40 Uhr / Johannes Oerding: Live am Kalkberg
Bad Segeberg, Deutschland, 2019
Regie: Patrol Wulf
Erstausstrahlung

Im Mai 2019 eröffnet Johannes Oerding das neue Festival „Pop am Kalkberg“. Im Gepäck hat der sympathische deutsche Singer-Songwriter mit dem Hut die Hits aus seinem Album „Konturen“.

Vor einem begeisterten Publikum präsentiert sich der Wahl-Hamburger gewohnt emotional und stimmstark und kann 10.000 Fans begrüßen. Bekannt ist das Freilichttheater Kalkberg durch die seit 1952 dort stattfindenden Karl-May-Spiele.

„Ihr klatscht an den richtigen Stellen, ihr singt mit an den richtigen Stellen und ihr steht auf an den richtigen Stellen“, ruft Johannes Oerding dem Publikum zu, dass er bereits mit seinem unkonventionellen Auftritt, singend durch die Publikumsreihen, begeistert.

Geboren am 26. Dezember 1981 in Münster macht der junge Sänger als Vorband von Simply Red und Ich + Ich ab 2009 auf sich aufmerksam.

Nach drei Alben vertritt er 2013 Hamburg beim „Bundesvision Song Contest“ und belegt mit „Nichts geht mehr“ den zweiten Platz. 2015 wird er für zwei weitere Alben mit einer Goldenen Schallplatte für 100.000 verkaufte Exemplare ausgezeichnet, erhält 2016 für „Alles brennt“ eine Platin-Auszeichnung und wird 2018 mit dem „Live Entertainment Award“ für die beste Hallentournee des Jahres 2017 ausgezeichnet. 2018 begleitet er Peter Maffay auf seiner MTV-Unplugged-Tournee. 2019 ist er Teilnehmer der TV-Sendung „Sing meinen Song“, 2021 wird er Jurymitglied bei „The Voice of Germany“ und 2021 und 2022 Gastgeber bei „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“.

16:40 Uhr / Queen & Adam Lambert: Summer Sonic – Live in Tokyo
Summer Sonic Festival, Chiba, Marine Stadium, Japan, 2014
Regie: Chikara Tanaka
Erstausstrahlung

Am 17. August 2014 ist die Begeisterung im Baseballstadion im japanischen Chiba nahe Tokyo groß, als Legenden die Bühne betreten: Queen & Adam Lambert präsentieren ein Konzert mit großen Hits.

Queen sind ab 2014 auf ihrer Welttournee durch Nordamerika, Australien, Neuseeland, Asien und Europa. Da passt auch ein Auftritt im 30.000 Zuschauer fassenden „Marine Stadium“ im Rahmen des „Summer Sonic Festival“, Japans größtes Musikevent, sehr gut.

2008 endet Queens Zusammenarbeit mit Sänger Paul Rodgers. Für seinen Nachfolger Adam Lambert ist klar, dass er niemals den 1991 verstorbenen Sänger Freddy Mercury als Bandmitglied ersetzen wird, sondern zusammen mit Queen die großen Hits präsentiert.

2009 lernen die beiden verbliebenen Queen-Mitglieder Brian May, Gitarre, und Roger Taylor, Schlagzeug, den Sänger Adam Lambert im Rahmen der TV-Serie „American Idol“ kennen. Adam Lambert darf mit Queen in der Show „We Are the Champions“ singen, wird Zweiter, aber gewinnt die Gunst der berühmten Band. Queen schnappen sich das junge Talent, 2012 werden zwei gemeinsame Auftritte mit Queen im Londoner „Hammersmith Apollo“ bekanntgegeben, die innerhalb von 24 Stunden ausverkauft sind.

Im Dezember 2014 sagt Roger Taylor im Rahmen eines Pressegesprächs: „Wir werden mit niemand anderem mehr arbeiten, nachdem wir mit dem großartigen Adam gearbeitet haben.“ Ende 2014 ist die Band auch Teil des Weihnachtsspecials der „Helene Fischer Show“, bei der Adam Lambert zusammen mit Helene Fischer den Queen-Klassiker „Who Wants to Live Forever“ präsentieren. Bis heute begeistern Queen zusammen mit Adam Lambert die Fans weltweit.

Beim „Summer Sonic Festival“ in Chiba sitzt Rufus Tiger Taylor bei einigen Songs am Schlagzeug. Der Sohn von Queen-Schlagzeuger Roger Taylor ist seit 2011 Tour-Drummer bei Queen & Adam Lambert. Rufus Tiger Taylor wird auch immer wieder in Verbindung mit den Foo Fighters gebracht, deren Schlagzeuger Taylor Hawkins 2022 stirbt: Rufus Tiger Taylor sitzt beim Gedenkkonzert für Taylor Hawkins Anfang September 2022 am Schlagzeug.

Im Sommer 2022 reisen Queen mit ihrer „Rhapsody Arena Tour“ durch Europa. Angesprochen auf sein Verhältnis zu Brian May und Roger Taylor sagt Adam Lambert dem „Stern“: „Ich betrachte mich gerne als Gast von Brian und Roger. Freddy ist unersetzlich, ich will gar nicht mit ihm konkurrieren, aber in bestimmten Momenten bin ich ihm ganz nah. Ich bin eine Art Dienstleister für sie und das Publikum.“ Angesprochen auf diese Nähe zu Freddy sagt Lambert weiter: „Es gibt Momente, in denen ich eine Gänsehaut bekomme und es sich einfach surreal anfühlt. In der Show ist Freddy auch auf einer großen Leinwand zu sehen und seine Stimme zu hören. Es ist erstaunlich, was das mit dem Publikum macht. Die Zuschauer tragen Freddy in ihrem Herzen.“

3sat präsentiert das komplette Konzert aus Japan mit den großen Hits wie „Now I’m Here“, „Stone Cold Crazy“, „Another One Bites the Dust“, „Killer Queen“, „Love of My Life“, „Under Pressure“, „Radio Ga Ga“, „Bohemian Rhapsody“, „We Will Rock You“ und „We Are the Champions“.

18:00 Uhr / Céline Dion: Taking Chances World Tour
TD Garden, Boston, USA und Bell Centre, Montreal,
Kanada, 2008
Regie: Jean Lamoureux
Erstausstrahlung

2008 lässt Céline Dion mehrere Konzerte im Rahmen ihrer „Taking Chances World Tour“ aufzeichnen. Begeistert wird die Diva in Afrika, Asien, Australien, Europa und Nordamerika gefeiert.

Inszeniert vom „Cirque du Soleil“-Regisseur Jamie King spannt die Show den Bogen von Soul über Rock bis hin zur Musik des Mittleren Ostens. Ein Jahr ist die Show ab Februar 2008 auf Tour und absolviert 131 Konzerte.

Kritiker Jon Caramanica von der „New York Times“ schreibt ironisch: „Dion präsentiert ein paar neue Tricks, ohne ihre Kernkompetenz in Sachen Bombast und Pomp zu vergessen.“ Randy Lewis von der „Los Angeles Times“ dagegen schwärmt: „Es ist ein Kinderspiel, zu verstehen, warum Céline Dions ‚Taking Chances Tour‘ die Konzertattraktion des Jahres 2008 ist. Dion liefert unablässig emotionale Höhepunkte, bereitet mit ihrer Stimme immer wieder Gänsehautmomente, und jeder Refrain ist voller aufmunternder Bekenntnisse, der jede Super-Bowl-Halbzeitshow in den Schatten stellt. Und das war ja nur ihre Eröffnungsnummer.“ Sarah Rodman vom „Boston Globe“ konstatiert: „Das ist ein Testament ihres Könnens. Selbst wenn nicht jeder Song stark ist, Dion ist es immer.“ Und „CTV-News“ bringt es nach dem Konzert in Montreal auf den Punkt: „Dion hat das Publikum in ihrer Hand.“

Im April 2022 sagt Céline Dion ihre geplante Europa-Tournee aus gesundheitlichen Gründen ab und verordnet sich eine Social-Media-Pause. Als Queen Elizabeth II. im September 2022 stirbt, bricht Céline ihr Schweigen und kondoliert auf Instagram. Dions Fans sind begeistert: Endlich ein Lebenszeichen! Sie reagieren, bedanken sich für die mitfühlenden Worte und hoffen, dass Dion ihre gesundheitlichen Probleme bald hinter sich lassen kann.

Ende 2021 muss Céline Dion ihre Las-Vegas-Show unterbrechen und schließlich abbrechen. Sie leidet unter starken und andauernden Muskelkrämpfen. Dion sagt in einem Interview dazu: „Ich dachte, ich hätte es geschafft, aber ich glaube nun, dass ich geduldiger sein muss und den Anweisungen meiner Ärzte folgen.“ Nun hoffen die Fans auf ein Wiedersehen mit ihrer Diva im Jahr 2023.

Dass die Onlineausgabe des „Esquire“ Anfang September 2022 die Coverversion des AC/DC-Klassikers „You Shook Me all Night Long“ von Céline Dion und Anastacia auf Platz 1 der schlechtesten Coverversionen führt, dürfte die Dion-Fans kaum beeindrucken: Auf Twitter folgen ihr im September 2022 knapp eine Million Fans und auf Instagram über fünf Millionen.

19:15 Uhr / Sarah Connor: Herz Kraft Werke – Live
Barclaycard Arena, Hamburg, Deutschland, 2019
Regie: Sven Haeusler

Im Herbst 2019 startet Sarah Connors „Herz Kraft Werke“-Tour, die am 29. Oktober 2019 in Hamburg Station macht und dort vor 11.000 Fans für eine DVD-Produktion in Szene gesetzt wird.

„Öffnet Eure Herzen“, ruft die Sängerin und präsentiert mit ihrer Band, einem Gospelchor und einem Streicherensemble, eine Gänsehaut-Show mit großen deutschen und englischen Hits. 2022 geht die Tour weiter, um die pandemiebedingten aufgefallenen Konzerte nachzuholen.

„Charme und große Gefühle“ attestiert das „Hamburger Abendblatt“ Deutschlands erfolgreichster Sängerin, die nach ihrem Album „Muttersprache“ (2015) auch mit „Herz Kraft Werke“ (2019) auf Platz 1 der Charts steht. „laut.de“ schreibt: „Stimmlich in bester Verfassung, beweist Sarah Connor allen Zweiflern, dass sie es auch knapp 20 Jahre nach der Veröffentlichung ihrer Durchbruch-Single ‚Let’s Go Back to Bed – Boy!‘ immer noch draufhat. Dabei unterstützt sie eine Liveband, die in puncto Know-how ebenfalls aus dem Vollen schöpft und der Sängerin wahlweise poppige, soulige oder jazzige Hochglanzklänge zur Seite stellt.“

Und Blogger Timo Wolters stellt fest: „Spätestens mit dem Wechsel vom englischsprachigen Pop und Schmalz hin zur deutschsprachigen Liedermacherin läutet Sarah Connor einen zweiten Frühling ihrer Karriere ein, nachdem sie sich lange vor allem um die Familie gekümmert hat. Die Sängerin hat in Hamburg ihr Publikum fest im Griff und führt ihr Profimusikerteam souverän durch die Songs. Man nimmt ihr ab, dass sie selbst überwältigt ist. Eine durchweg überzeugende Performance, eine klare und deutliche Attitüde sowie eine visuell und akustisch gelungene Konzertaufzeichnung.“

Dass Sarah Connor auch ernste Themen anpackt, beweist sie mit dem Song „Vincent“, der am 5. April 2019 als Single veröffentlicht wird und die Themen Liebe, Pubertät und Homosexualität behandelt. Der Tageszeitung „taz“ erklärt Connor, „dass Vincent der wichtigste Song sei, den sie bisher gemacht habe“. Das Albumcover ist passend zum Song mit Regenbogenfarben umrandet, das weltweit anerkannte Symbol der „LGBTQI+“-Community. Und wenn Sarah Connor in ihrem Song „Ruiniert“ davon singt, dass „Panzer und Despoten“ und „AfD-Idioten“ ihr Herz nicht zu erobern vermögen, zeigt sie keine Scheu auch vor brisanten politischen Themen.

20:15 Uhr / Herbert Grönemeyer: Mensch – Live
Schalke Arena, Gelsenkirchen, Deutschland, 2003
Regie: Sven Offen
Erstausstrahlung

Im Juni 2003 macht die „Das Beste von Gestern bis Mensch“-Tour Station in der Schalke Arena. Im Gepäck hat Herbert Grönemeyer das am meisten verkaufte deutschsprachige Album aller Zeiten.

Im November 2002 startet Grönemeyer seine Hallen-Tournee, die als Open-Air-Tour ganz Deutschland begeistert. 2022 kommt der Konzertmitschnitt zum 20-jährigen Jubiläum in die Kinos, weil die Jubiläumskonzerte wegen Coronafällen bei Band und Crew abgesagt werden.

„Mensch“ ist das elfte Studioalbum, es wird bereits vor seiner Veröffentlichung im August 2002 mit Platin ausgezeichnet und steht 96 Wochen an der Spitze der Album-Charts. Mit dem Album „Mensch“ feiert Herbert Grönemeyer seine Rückkehr nach Deutschland. 1998 zieht er sich nach dem Tod seiner Frau und seinem Bruder nach England zurück. Die Arbeit an seinem Album ist für ihn ein heilender Prozess, wie er selbst mehrfach betont. Im August 2002 erscheint die Single „Mensch“, danach folgt das gleichnamige Album. Die Tour zum Album wird immer wieder verlängert und füllt immer größere Hallen.

2022 erscheint ein Buch mit dem Titel „Zu Mensch“, dass die Zeit zwischen 2000 und 2002 beleuchtet. Herbert Grönemyer sagt dazu: „Es war so ein Rausch, und für mich selber muss ich sagen, als ich das Buch gelesen habe, hat es mich echt berührt, weil es bei mir auch Erinnerungen hochgespült hat. Ganz vieles davon war mir überhaupt nicht mehr bewusst. Selbst die Tournee, ich kann mich an nichts mehr erinnern.“

Zusammen mit Produzent Axel Silva entsteht das geniale Album in London, für das er am letzten Tag vor Abgabe an die Presswerke noch den Song „Demo“ schreibt, der fortan als „Demo (Letzter Tag)“ bekannt wird.

21:30 Uhr / The Rolling Stones: Licked Live in NYC
Madison Square Garden, New York, USA, 2003
Regie: Marty Callner
Erstausstrahlung

Am 18. Januar 2003 machen die Rolling Stones auf ihrer „Forty Licks“-Tour zum 40-jährigen Band-Jubiläum einen Stopp in New York.

„New York City, Top of the World“, ruft Mick Jagger ins begeisterte Publikum. 1964 sind die Stones zum ersten Mal zu Gast in der Metropole an der Ostküste und präsentieren ihr Debütalbum, das in den USA als „England’s Newest Hitmakers“ erscheint.

Auf den kompletten Mitschnitt des 2003er-Konzerts müssen die Fans fast 20 Jahre warten: 2022 erscheint die restaurierte Gesamtfassung.

Neben Mick Jagger, Keith Richards, Ronnie Wood und dem unvergessenen Charlie Watts rocken den Madison Square Garden im Rahmen einer TV-Liveübertragung: Darryl Jones, Bass, Chuck Leavell, Keyboards, Bobby Keys, Saxofon, Bernard Fowler und Lisa Fischer, Chor, Blondie Chaplin, Gitarre und Percussion, Tim Ries, Saxofon und Keyboards, Kent Smith, Trompete, und Michael Davis, Posaune. Als Überraschungsgast tritt Sängerin Sheryl Crow auf.

Wie immer sind Sänger Mick Jagger und Gitarrist Keith Richards der glitzernde Mittelpunkt der Band. Die „Glimmer Twins“, das Pseudonym der beiden, mit dem sie 1974 als Produzenten des Studioalbums „It’s Only Rock ’n‘ Roll“ in Erscheinung treten, fegen selbst mit jeweils fast 60 Jahren über die Bühne. Und Mick Jagger hat die Fans in New York fest im Griff. Launig sagt er: „Es ist toll, euch hier zu sehen, und wie schön ihr heute Abend ausseht, so herausgeputzt. Man könnte meinen, ihr seid im Fernsehen oder so.“

2022 feiern die Stones ihr 60-jähriges Bandjubiläum und begeistern die Fans immer noch live, inzwischen jedoch ohne den verstorbenen Schlagzeuger Charlie Watts. 2023 steht für die „Glimmer Twins“ der 80. Geburtstag an.

22:45 Uhr / AC/DC: Live at Donington
Donington Park, Leicestershire, Großbritannien, 1991
Regie: David Mallet

Am 17. August 1991 spielen AC/DC im Rahmen des „Monster of Rock“-Festivals als Headliner im britischen Donington vor 72.500 Fans. Starregisseur David Mallet filmt mit 26 Kameras.

Kanonen, die legendäre Höllen-Glocke, die riesige aufblasbare Rosie und alle Hits haben AC/DC im Gepäck, die in der Besetzung mit Brian Johnson, Gesang, Angus Young, Gitarre, Malcolm Young, Gitarre, Cliff Williams, Bass, und Chris Slade am Schlagzeug auftreten.

Metallica heizen als Vorgruppe ein, und AC/DC bringen die Fans mit ihren Hits von „Back in Black“ bis „Highway to Hell“ zur Ekstase. Peter Bracke vom Onlinemagazin „bluray.highdefdigest“ schreibt dazu: „Die Headbanger aus Down Under begründen ihre Karriere auf immer dem gleichen Song und präsentieren in ihren Liveshows jedes Hardrock-Klischee. Befeuert durch Brian Johnsons markerschütternden Sirenengesang und den präzisen Riffs von Angus Young, der in einer Schuljungen-Uniform steckt, präsentiert sich das gesamte AC/DC-Mysterium als eine jugendliche sexuelle Fantasie in einem unendlichen Blitzkrieg akustischer Aggression. Im Vergleich mit vielen anderen hochgerüsteten Metal-Bands sind AC/DC wie ein blauer Arbeitskittel: keine aufwändige Lightshow, keine größeren Pyroeffekte, keine Videoprojektionen. Es geht nur um die Musik und die Interaktion mit den Fans.“

Die Online-Ausgabe des „Rolling Stone“ merkt süffisant an: „Warum AC/DC live so lustig sind? Weil um einen herum die Hölle losbricht, sobald sie kommen. Es wird gegrölt und geklatscht und Luftgitarre gespielt. Es gibt Riffs, Riffs und Riffs und einen schreienden Sänger, geschmackloses Bühnendekor und Proll-Gesten und Rock, Rock, Rock. Das alles kann nur dann Ekstase ohne Ekel sein, wenn man den Kopf ausschaltet, und das geht vorm Fernseher recht schlecht.“ Das sehen die Fans allerdings ganz anders, die den Donington-Mitschnitt der Australier auf Amazon mit 4,5 von 5 Sternen bewerten.

Dass der Bandname auf ein Schild auf einer Nähmaschine zurückgeht, ist allgemein bekannt. Dass die Band in Australien auch „Acca Dacca“ genannt wird, weniger. Man nimmt an, dass dieser Spitzname auf die Vorliebe der Australier zurückgeht, möglichst viele Begriffe in eine Slang-Version umzuwandeln. Margaret, die Schwester von Malcolm und Angus, hat nicht nur das Nähmaschinenschild entdeckt, sondern auch die Idee dazu gehabt, dass Angus seine alte Schuluniform auf der Bühne tragen solle, weil er sie sowieso immer nach der Schule anbehielt. Im Schulranzen konnte Angus dann auch den Funksender verstecken, den er für die kabellose Übertragung seiner Gitarre brauchte.

23:45 Uhr / Jennifer Lopez: Let´s Get Loud
Roberto Clemente Coliseum, San Juan, Puerto Rico, 2001
Regie: Hamish Hamilton
Erstausstrahlung

Im September 2001 begeistert Jennifer Lopez mit zwei Konzerten in Puerto Rico. Im Mittelpunkt steht ihr aktuelles Album „J.Lo“. Es sind die ersten großen Livekonzerte für die junge Sängerin.

„Puerto Rico ist meine Heimat, dort habe ich meine Wurzeln, dort lebt meine Familie. Ich wurde in New York City geboren, aber ich wurde sehr puertorikanisch erzogen. Dort meine ersten Konzerte zu geben, ist ein wunderschönes Gefühl“, sagt J.Lo der Presse.

2001 ist Jennifer Lopez die einzige Frau, die gleichzeitig Platz 1 mit einem Album und einem Film belegt. Mit dem Album „J.Lo“ erreicht sie den Spitzenplatz der Billboard-Charts, und mit der romantischen Komödie „Wedding Planner – Verliebt, verlobt, verplant“ mit Matthew McConaughey an ihrer Seite knackt sie den Kartenverkaufsrekord bei der Kinopremiere.

Das Konzert in Puerto Rico wird aufgezeichnet und erhält eine Nominierung für den „ALMA Award“ 2002 in der Kategorie „Outstanding Performance in a Music, Variety or Comedy Special“. Es ist Lopez‘ erste Touring-Erfahrung, die sie so beschreibt: „Als wir anfingen, die Konzerte zu konzipieren, waren wir alle sehr aufgeregt. Wir hatten so viele Ideen. Nach einer Woche dachten wir nur noch: Auf was haben wir uns da eingelassen? Am Ende hatten wir nur sieben Wochen, um alles vorzubereiten. Eigentlich braucht man für ein Konzert drei bis vier Monate an Vorbereitungszeit.“

Im Februar 2003 erscheint die DVD, die mit dem goldenen Gütezeichen der „Recording Industry Association of America“ ausgezeichnet wird.

Der Titel des Konzerts geht auf den 1999 veröffentlichten Song „Let’s Get Loud“ zurück, geschrieben von Gloria Estefan, die auf den Song verzichtet, weil er ihrer Meinung nach „besser zu Lopez passe und der ganzen Sache einen neuen Dreh verschaffe“. „Let’s Get Loud“ wird zum Markenzeichen von Jennifer Lopez, die die vorderen Plätze der weltweiten Hitparaden belegt und eine Grammy-Nominierung in der Kategorie „Best Dance Recording“ erhält.

2021 singt J.Lo den Song im Rahmen der Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden.

00:40 Uhr / Jamiroquai: Live in Verona
Arena di Verona, Verona, Italien, 2002
Regie: Russell Thomas
Erstausstrahlung

Am 8. Juni 2002 verwandelt Jay Kay alias Jamiroquai die Arena di Verona in einen Hexenkessel. Vor ausverkauften Rängen und im strömenden Regen präsentiert er Acid Jazz in Perfektion.

Jay Kay ist gerade auf seiner „Funk Odyssey World Tour 2002“, um sein drittes Album zu promoten, das im September 2001 erscheint. Die Mischung aus Funk, Disco und Elektro kommt an. Das zentrale Stück in Verona ist der Song „Corner of the Earth“.

Dieser Song lässt das regengebeutelte Rund in Verona ganz still werden. Für Jay Kay ist es ein spiritueller Song, „der die Freude eines Menschen ausdrückt, der gerade sehr glücklich ist“, sagt er 2001 dem „Billboard Magazine“. Bis 2017 verkaufen Jamiroquai mehr als 26 Millionen Alben weltweit und landen nach den Spice Girls und Oasis auf dem dritten Platz der erfolgreichsten englischen Acts.

Während Ende der 1980er-Jahre in London die Acid-Jazz-Bewegung en vogue ist, gründet Jay Kay seine Band Jamiroquai. „Jam“ steht für die Musikrichtung und „Iroquois“ für den Stamm der Irokesen, mit deren Philosophie sich Jay Kay identifiziert. Das erste Album „Emergency on Planet Earth“ erscheint im Frühjahr 1993. Das dritte Album bringt 1996 den großen Erfolg mit Singles wie „Virtual Insanity“ und „Cosmic Girl“. Für „Virtual Insanity“ erhält Jay Kay 1997 den „MTV Video Music Award“ in der Kategorie „Video of the Year“ und 1998 den Grammy in der Kategorie „Best Pop Performance“.

Während Jay Kays „Save the Planet-Parolen“ noch in den 1990er-Jahren belächelt werden, gilt er heute als Visionär, der schon vor Jahrzehnten gegen die Ausbeutung des Planeten, für die Beendigung von Kriegen und den Schuldenerlass für die Dritte Welt eintrat.

01:40 Uhr / Foo Fighters: Live at Wembley
Wembley Stadium, London, Großbritannien, 2008
Regie: Nick Wickham
Erstausstrahlung

Im Juni 2008 spielen die Foo Fighters in der ausverkauften Wembley Arena in London. Ihre Überraschungsgäste Jimmy Page und John Paul Jones von Led Zeppelin machen das Konzert unvergesslich.

Es ist ein Wiedersehen mit dem Foo-Fighters-Schlagzeuger Taylor Hawkins, der am 25. März 2022 im kolumbianischen Bogotá tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden wird. Noch fünf Tage zuvor steht er mit den Foo Fighters in Buenos Aires auf der Bühne.

„Everlong“ ist der letzte Song des Konzerts. In Bogotá sollen die Foo Fighters bei einem Festival auftreten. Laut eines toxikologischen Berichts werden mehrere Substanzen bei Hawkins nachgewiesen. Eine Todesursache wird nicht bekannt gegeben.

Mit zehn Jahren, inspiriert durch Schlagzeuger wie Roger Taylor von Queen, Stewart Copeland von Police und Phil Collins, beginnt Hawkins mit dem Schlagzeugspiel. Ab 1997 spielt er bei den Foo Fighters. Nach eigener Aussage leidet Hawkins unter Lampenfieber, das er mit Alkohol und Drogen bekämpft. 2001 liegt er nach einer Überdosis Heroin mehrere Tage im Koma.

Auf und hinter der Bühne wirken Sänger Dave Grohl und Hawkins wie Brüder. Oft tauschen sie während eines Konzerts die Rollen: Grohl, der erfahrene Nirvana-Schlagzeuger, setzt sich an die Drums, und Hawkins singt. So auch 2008 in Wembley. In seinem 2021 erschienenen Buch „Der Storyteller“ schreibt Grohl: „Bei unserem ersten Treffen war sofort eine Verbindung da, und wir kamen uns mit jedem Song, mit jeder Note, die wir zusammen spielten, näher. Gemeinsam sind wir zu einem unaufhaltsamen Duo geworden, auf der Bühne und abseits davon. Immer auf der Suche nach allen Abenteuern, die wir finden können. Er ist mein Bruder einer anderen Mutter, mein bester Freund, ein Mann, für den ich eine Kugel in Kauf nehmen würde.“

Bei der Gründung der Foo Fighters 1994 sitzt zunächst William Goldsmith am Schlagzeug. Doch Grohl, unzufrieden mit dem Spiel von Goldsmith im Rahmen des zweiten Albums, spielt fast alle Schlagzeugparts selbst neu ein, und Goldsmith verlässt wütend die Band. Seinen Platz nimmt Taylor Hawkins ein, der zuvor noch mit Alanis Morissette auf Tour unterwegs ist.

Am 4. September 2022 spielen die Foo Fighters ihr erstes Konzert nach dem Tod ihres Schlagzeugers. Es ist ein sechsstündiges Gedenkkonzert im Londoner Wembley-Stadion. Mit dabei sind unter anderem Sir Paul McCartney, Queen, AC/DC und Oasis-Sänger Liam Gallagher. Shane Hawkins, der 16-jährige Sohn des verstorbenen Taylor Hawkins, setzt sich beim Song „My Hero“ ans Schlagzeug und sorgt für den emotionalen Höhepunkt des Abends.

Dave Grohl sagt bewegt ins Publikum: „Niemand sonst konnte dich so zum Lächeln, Lachen, Tanzen oder Singen bringen wie er. Und für diejenigen von euch, die ihn aus der Ferne bewundert haben, bin ich sicher, dass ihr alle dasselbe gefühlt habt. Also singt und tanzt und lacht und weint und schreit und macht etwas Lärm, damit er uns jetzt hören kann.“

Im September 2022 berichtet der „Rolling Stone“ von Gerüchten, dass Rufus Taylor, der Sohn von Queen-Drummer Roger Taylor, Patenkind von Hawkins und Schlagzeuger von The Darkness, bei den Foo Fighters als Schlagzeuger im Gespräch sei.

Beim Wembley-Konzert 2008 steht der ehemalige Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl im Mittelpunkt. Schon während seiner Zeit bei Nirvana schreibt er Songs, die er 1995 unter dem Namen „Foo Fighters“, einer Bezeichnung für unbekannte Flugobjekte im Zweiten Weltkrieg, im Alleingang als Demo einspielt. Die Songs kommen an, Dave Grohl stellt eine Band zusammen und veröffentlicht 1995 das Debütalbum „Foo Fighters“. Mit dem dritten Album „There Is Nothing Left to Loose“ aus dem Jahr 1999 kommt der Erfolg: Die Foo Fighters erhalten den Grammy für das beste Rockalbum.

Im September 2008, nach vielen Tourneen, Alben und weiteren Grammys, gibt Dave Grohl bekannt, dass die Foo Fighters eine längere Pause einlegen: „Wir haben niemals eine längere Pause gehabt. Nach diesem Konzert in Wembley sollten wir erst einmal zehn Jahre Pause machen und erst dann zurückkommen, wenn uns die Leute vermissen.“ Doch schon im April 2011 atmen die Fans der Foo Fighters auf: Das neue Album „Wasting Light“ erscheint.

02:40 Uhr / Oasis: Live at Barrowlands
Barrowland Ballroom, Glasgow, Schottland, 2001
Regie: Dick Carruthers
Erstausstrahlung

Im Oktober 2001 spielen Oasis in Glasgow das Finale ihrer „10 Years of Noise & Confusion“-Mini-Tour. Nur sechs Konzerte in London, Manchester und Glasgow stehen auf dem Plan.

Die Band feiert ihr zehnjähriges Bestehen und ist in Glasgow in guter Verfassung: kein Streit zwischen den Brüdern auf der Bühne, ein entfesseltes Publikum und eine Band in Topform. Nach Auftritten in Süd- und Nordamerika und Japan ist die Band bestens eingespielt.

Mitte der 1990er-Jahre sind Oasis mehr als nur eine Band. Sie sind kultureller Grundpfeiler, Synonym für „Cool Britannia“ und die Posterboys einer selbstbewussten, ungestümen und kühnen Popkultur. 1996 verkaufen sie 18 Millionen Alben, ein Jahr später ist Noel Gallagher auf einen Drink zu Gast beim neu gewählten Premierministers Tony Blair in der Downing Street. Danach sind Oasis nicht wegen ihrer Musik, sondern wegen des Streits der Brüder und andauernder Auflösungsgerüchte in den Medien.

Alles beginnt 1991 in Manchester. Noel schreibt die Songs, Liam singt, und wenn sie nicht gerade auftreten, gehen sich die Brüder aus der Arbeiterklasse an die Gurgel. Glaubt man den Legenden, beginnt der Übernacht-Erfolg im Mai 1993 in einer angesagten Musikkneipe in Glasgow. Im „King Tut’s Wah Wah Hut“ wollen Oasis spielen, doch der Besitzer will sie zunächst nicht auf die Bühne lassen. Das lassen sich die Oasis-Brüder nicht gefallen: Sie bedrohen den Besitzer und dürfen schließlich vier Songs zum Besten geben. Der zufällig anwesende Plattenboss Alan McGee hört die Band und bietet ihnen einen Plattenvertrag an. „Sie hatten keinen Manager, keinen Agenten und kein Geld, aber sie waren da schon groß“, wird McGee später zitiert. Verwackelte Amateuraufnahmen des Kurzauftritts im Netz geben McGee recht: Da zeichnet sich etwas Großes ab!

Das Erfolgsrezept geht auf: Mit Riffs und Akkordfolgen, angelehnt an Musik von T. Rex, Slade und den Beatles, treffen Oasis den Geschmack der Zeit und werden zwischen 1994 und 1996 zu Superstars. Doch die Streitigkeiten der Brüder, Drogen und Alkohol fordern ihren Tribut: Noel sagt im Mai 2000 den Rest der Welttour ab, das vierte Album „Standing on the Shoulder of Giants“ aus dem gleichen Jahr erfüllt nicht die hochgesteckten Erwartungen, und die Presse stürzt sich auf das Privatleben der Brüder.

Am 28. August 2009 gibt Noel Gallagher seinen Ausstieg aus der Band bekannt. Liam gründet sein Projekt „Beady Eye“, und Noel kontert mit „Noel Gallagher’s High Flying Birds“. Im April 2022 berichtet Noel Gallagher, dass er seinen Bruder seit 2009 nicht mehr getroffen habe. Im Mai 2022 gelangt ein Dokument der Trennung in die Öffentlichkeit: Vor einem Konzert 2009 in Paris geraten die beiden Brüder in Streit, in dessen Verlauf Noels rote Gibson Gitarre ES-335 beschädigt wird. Der Auftritt wird abgesagt, Noel verlässt kurze Zeit später die Band. Am 17. Mai 2022 wird die Gitarre mit einem Startpreis von 150.000 Euro in eine Auktion gestellt. Der Wert wird auf mehr als das Dreifache geschätzt.

03:40 Uhr / Pop Around @ Bauhaus – Livemusik mit Sigrid
Bauhaus Dessau, Deutschland, 2022
Regie: Volker Weicker
Moderation: Jo Schück
Erstausstrahlung

Sigrid ist der neue Stern am norwegischen Pophimmel. Den internationalen Durchbruch schaffte sie 2017 mit ihrer überaus erfolgreichen Single „Strangers“.

Da war Sigrid gerade 21 Jahre alt. Besonders in Großbritannien konnte die sympathische Sängerin viele Charthits feiern. Das von Kritikern hoch gelobte Album „Sucker Punch“ schaffte es in die Top-5-Alben in UK und wurde mit dem BBC „Sound of 2018“-Award ausgezeichnet.

Die Festival-Hymne „Strangers“ schaffte es in die Top 10 und hat zudem bereits Platinstatus erreicht. Sigrid war einer der größten Liveacts, spielte auf dem „Glastonbury Festival“ und tourte gleichzeitig mit ihrer eigenen ausverkauften Headliner-Tour durch UK. Außerdem war sie als Supportact für Künstler wie George Ezra und Maroon 5 unterwegs.

Musikalisch findet sie stets eine gute Mischung aus großen Hooks und schrägeren Momenten. Die Stücke bleiben sofort im Ohr und liefern dennoch immer wieder unerwartete Passagen. „Ich liebe Dinge, die super eingängig und direkt sind, aber ein anderer Teil von mir ist für die experimentelleren Sachen zu haben und andere Dinge auszuprobieren.“

Textlich gelingt es Sigrid, den Fokus auf die persönliche Ebene zu lenken und trotzdem Interpretationsspielraum zu lassen. Live singt sie sich durch ihre absolute Intonationssicherheit und ihr natürliches Auftreten sofort in aller Herzen.

Das geschichtsträchtige Bauhaus in Dessau ist gleichzeitig Bühne und Produktionsort für die Konzertreihe „Pop Around @ Bauhaus“. Internationale Künstler geben in einem intimen Rahmen exklusive Konzerte vor Live-Publikum. Präsentiert werden die Konzerte von Moderator Jo Schück.

04:40 Uhr / Pop Around @ Bauhaus: Livemusik mit Von wegen Lisbeth
Bauhaus Dessau, Deutschland, 2022
Regie: Volker Weicker
Moderation: Jo Schück
Erstausstrahlung

Ein Geheimtipp sind sie schon lange nicht mehr: Die Berliner Band „Von wegen Lisbeth“ ist eine der angesagtesten deutschen Indie-Pop-Bands, die ausverkaufte Tourneen spielt.

Eine sensationelle Liveband sind die Multiinstrumentalisten, die fliegend vom Glockenspiel über Gitarre und Bass zu technischen Spielereien oder der Melodica wechseln. Sie kombinieren musikalische Raffinesse mit inhaltlichem Tiefgang und ewig tanzbarem Groove.

Einige Band-Mitglieder haben schon in der Schule zusammen Musik gemacht und später während des Studiums alles auf eine Karte gesetzt, um sich ganz auf die Musik zu konzentrieren. Einen Plan B hatten sie nicht, weswegen die Coronapandemie auch bei ihnen doch einige Sorgenfalten entstehen ließ. Umso mehr genießen sie es, wieder live zu spielen.

Seinen Text zu „Portugal (Autoteile auf der Fahrbahn)“ nennt der Sänger und Hauptverantwortliche für die Lyrics, Matthias Rohde, selbst „Radiopoesie“. Teile seiner Texte sind autobiografisch, aber vieles wird auch einfach hinzugedichtet – und das weniger aus Selbstschutz, sondern mehr aus stilistischen Erwägungen. Dabei kommen Selbstironie und Humor nicht zu kurz, auch wenn es mal um Elon Musk geht.

Das geschichtsträchtige Bauhaus in Dessau ist gleichzeitig Bühne und Produktionsort für die Konzertreihe „Pop Around @ Bauhaus“. Internationale Künstler geben in einem intimen Rahmen exklusive Konzerte vor Live-Publikum. Präsentiert werden die Konzerte von Moderator Jo Schück.

05:45 Uhr / The Bernstein Centennial Celebration at Tanglewood 2018
Konzertaufzeichnung, August 2018
Programm:
– Ouvertüre von „Candide“ (Andris Nelsons)
– „Phaedrus“ aus „Serenade nach Platons Symposium“ für Geige and Orchester
– „Kaddish 2“ aus Symphonie No. 3
– „Meditation 3“ aus „Mass“ für Violoncello und Orchester
u. a.
Mit den Solisten Audra McDonald (Moderatorin und Sängerin), Midori (Geige), Yo-Yo Ma (Cello), Kian Soltani (Cello), Jessica Zhou (Harfe), Nadine Sierra (Sopran), Susan Graham (Mezzo-Sopran), Thomas Hampson (Bariton) sowie Isabel Leonard, Jessica Vosk, Tony Yazbeck und anderen Broadway-Künstlern („West Side Story“)
Choreografie: Joshua Bergasse
Orchester:Tanglewood Music Center Orchestra,
Ensembles des „Pacific Music Festival“,
Ensembles des „Schleswig-Holstein Musik Festival“
Musikalische Leitung: James Burton
Orchester: Boston Symphony Orchestra, New York Philharmonic, Vienna Philharmonic Orchestra, Israel Philharmonic Orchestra
Musikalische Leitung: Andris Nelsons, Christoph Eschenbach, Keith Lockhart, Michael Tilson Thomas, John Williams
Regie: James Darrah

Zum 100. Geburtstag Leonard Bernsteins präsentiert das Boston Symphonie Orchestra ein Gedenkkonzert. Weltklasse-Dirigenten führen durch Werke Bernsteins, Mahlers und weiterer Komponisten.

Musikalische Leiter sind Andris Nelsons, John Williams, Keith Lockhart, Christoph Eschenbach und Michael Tilson Thomas. Als Solisten wirkten unter anderen Thomas Hampson, Midori und Yo Yo Ma mit.

Kaum ein Musiker des 20. Jahrhunderts hat gleichermaßen als Komponist und Dirigent dies- und jenseits des Atlantiks eine vergleichbare Popularität und Wirkkraft in der amerikanischen wie der europäische Musikwelt entfaltet wie Leonard Bernstein. Nicht zuletzt hat er sich auch als herausragender und leidenschaftlicher Musikvermittler und Lehrer, als Entertainer wie als politisch engagierter Zeitgenosse einen Namen gemacht. Bis heute ist das Erbe Bernsteins in orchestralen Interpretationen, Kompositionen und unverwechselbaren Melodien hör- und erlebbar.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sich das Boston Symphonie Orchestra (BSO), mit dem Bernstein unter anderem sein denkwürdiges letztes Konzert aufzeichnete, zu diesem besonderen Jubiläum Unterstützung aus der Neuen wie der Alten Welt geholt hat.

Zum Jubiläumskonzert am 25. August 2018 wurde das BSO durch Mitglieder aus Ensembles erweitert, die in Bernsteins Karriere eine besondere Rolle gespielt haben: die New York Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, das Israel Philharmonic Orchestra, das Tanglewood Music Center Orchestra sowie die Ensembles des Pacific Music Festivals und des Schleswig-Holstein Musikfestivals.

Am Dirigentenpult treten gleich fünf von Bernsteins „Erben“ auf. Neben BSO-Musikdirektor Andris Nelsons sind dies: Keith Lockhart und John Williams, Dirigent und Ehrendirigent des Boston Pops Orchestra, Michael Tilson Thomas, Musikdirektor der San Francisco Symphoniker und einer von Bernsteins engen Weggefährten, sowie Christoph Eschenbach, Ehrendirigent des National Symphonie Orchestra und Preisträger des Leonard-Bernstein-Awards beim „Pacific Music Festival“ in Sapporo, Japan.

Das Gedenkkonzert fand im Rahmen des „Tanglewood Music Festivals“ statt – einem der wichtigsten Sommermusikfestivals der USA, benannt nach und beheimatet in der gleichnamigen Konzertstätte und dem traditionellen Sommerdomizil des BSO.

In der ersten Programmhälfte wird Bernstein als Komponist in seiner gesamten Bandbreite gefeiert. Von der lebendigen Ouvertüre seines Musicals „Candide“ über einen Satz aus der „Violin concerto Serenade after Plato’s Symposium“ über den zweiten Satz seiner 3. Symphonie („Kaddish 2“) und den „Three Meditations“, die Bernstein aus seinem Musiktheaterstück „Mass“ für Cello und Orchester extrahiert hat, bis zu Auszügen der „West Side Story“ erklingt die gesamte Vielfalt seines Schaffens.

In der zweiten Programmhälfte wird Bernsteins Wirken als Dirigent und Vorbild für nachfolgende Generationen gewürdigt. Da ihn zeitlebens eine besondere Hingabe mit den Werken Gustav Mahlers verband, eröffnet dieser Abschnitt mit Auszügen aus Mahlers „Des Knaben Wunderhorn“, ursprünglich eine Komposition von sieben Liedern für gemischten Chor, und schließt mit dem Finale aus Mahlers zweiter Symphonie.

Dazwischen sind Werke amerikanischer Dirigenten und Komponisten zu hören, welche sich in ihrem Schaffen durch Bernstein inspirieren ließen oder ihm sehr nahestanden: John Williams dirigiert eine neue Eigenkomposition, „Highwood’s Ghost“, gefolgt vom Finale des „Appalachian Spring“, einem Ballett von Bernsteins engem Freund Aaron Copland.

Mit diesem in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Programm ist dem BSO unter Leitung von Andris Nelsons und Kollegen eine besondere Hommage an Leonard Bernstein gelungen.

Sonntag, 01.01. (Neujahr) / 3satThementag: Klassik nonstop

07:20 Uhr / Lucerne Festival 2020
Konzertaufzeichnung, November 2020
Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 1 und Sinfonie Nr. 3 „Eroica“
Mit Martha Argerich (Klavier)
Orchester: Lucerne Festival Orchestra
Musikalische Leitung: Herbert Blomstedt

Im Pandemie-Sommer 2020 spielt die Meisterpianistin Martha Argerich und das Lucerne Festival Orchestra unter Leitung des Dirigenten Herbert Blomstedt Beethovens Klavierkonzert Nr. 1.

Das Werk wurde am 2. April 1800 uraufgeführt; am Klavier saß Beethoven höchstpersönlich. Es ist stark vom Vorbild seines Meisters Haydn und des von ihm zutiefst bewunderten Mozart geprägt. Im Festival-Programm folgt darauf die Sinfonie Nr. 3, „Eroica“.

Beethoven komponierte diese nach einer schweren Krise infolge seiner fortschreitenden Ertaubung. Das Monumentalwerk, das radikal mit dem Kanon der klassischen Sinfonie bricht, stieß bei seiner ersten, von Beethoven selbst dirigierten öffentlichen Aufführung am Theater an der Wien am 7. April 1805 auf Ablehnung. Die revolutionäre Komposition wurde als „todlangweilig, endlos und zusammenhanglos, überfrachtet, unverständlich und viel zu laut“ verrissen.

Heute gilt die „Eroica“ als eines der schönsten Repertoire-Stücke. Die Klangsprache ist feierlich, tragisch, freudig und so hoffnungsvoll wie das Schicksal eines imaginären Helden. Oder bezog sich Beethoven mit diesem Werk doch auf sein eigenes Los? „Beethovens Musik enthält eine Nachricht, aber wir müssen arbeiten, um sie zu finden“, erklärt der Maestro und Beethoven-Bewunderer Herbert Blomstedt, für den die Leitung des Lucerne Festival Orchestra vor der atemberaubenden Kulisse des Vierwaldstättersees ein Debüt darstellte.

08:55 Uhr / Hannover Klassik Open Air 2022
Operngala im Maschpark in Hannover mit Weltstars,
Juli 2022
Mit Adela Zaharia (Sopran), Charles Castronovo (Tenor)
und George Petean (Bariton)
Programm:
– Vincenzo Bellini: Ouvertüre zur Oper „Norma“,
„Qui la voce – Vien, diletto“ aus der Oper „I Puritani“
– Giuseppe Verdi: „Alzati! – Eri tu che macchiavi quell’anima“ aus der Oper „Un ballo in maschera“
– Gaetano Donizetti: „Lucia, perdona – Sulla tomba che rinserra – Ah! Verranno a te sull’aure“ aus der Oper „Lucia di Lammermoor“
– Giuseppe Verdi: Ouvertüre zur Oper „Luisa Miller“,
„Oh! Fede negar potessi – Quando le sere al placido“ aus der Oper „Luisa Miller“, „Mio padre! – Dio! mia Gilda!“ aus der Oper „Rigoletto“,
Ouvertüre zur Oper „I vespri siciliani“,
„Mercè, dilette amiche“ aus der Oper „I vespri siciliani“,
„È lui … desso … l’Infante – Dio, che nell’alma infondere“ aus der Oper „Don Carlos“
– Giacomo Puccini: „La Tregenda“ („Hexentanz“) aus der Oper „Le villi“
– Umberto Giordano: „Nemico della patria“ aus der Oper „Andrea Chénier“
– Francesco Cilea: „È la solita storia del pastore“ aus der Oper „L‘Arlesiana“
– Charles Gounod: „Ah! Je veux vivre“ aus der Oper „Roméo et Juliette“
– Ruggero Leoncavallo: „Si può? Signore! Signori!“ aus der Oper „Pagliacci“

Orchester: NDR Radiophilharmonie Orcheste
Musikalische Leitung: Ivan Repušić
Erstausstrahlung

Beim „Hannover Klassik Open Air 2022“ standen Weltstars auf der Bühne: Ivan Repušić am Pult sowie die Sopranistin Adela Zaharia, der Tenor Charles Castronovo und der Bariton George Petean.

Vor der Kulisse des Neuen Rathauses erklangen an zwei Abenden Arien und Duette aus dem Opernrepertoire – mit der NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Ivan Repušić. Ein Streifzug durch die schönsten Opern von Verdi, Puccini, Donizetti und anderen.

Der Dirigent freute sich nach dem großen Erfolg 2021 auf die Arbeit mit der Radiophilharmonie und auf die Weltklasse-Solisten Adela Zaharia, Charles Castronovo und George Petean.

Castronovo, Sohn sizilianischer und ecuadorianischer Eltern, wurde in New York geboren, wuchs in Kalifornien auf, studierte an der California State University und begann seine Karriere an der Los Angeles Opera. Aufgrund seines Talentes nahm er anschließend am Lindemann-Programm zur Förderung junger Künstler an der New Yorker Metropolitan Opera teil, debütierte in der Oper „Pagliacci“ am Eröffnungsabend der Saison 1999/2000 und ist seitdem auf allen großen Opernbühnen zu Hause.

Die rumänische Sopranistin Adela Zaharia ist ein „rising star“ am Opernhimmel, Gewinnerin des Ersten Preises des Operalia-Wettbewerbs 2017 und wird spätestens seitdem als große Entdeckung gefeiert.

George Petean ist ein rumänischer Bariton. Der internationale Durchbruch gelang ihm in Rom mit „La Bohème“. Mittlerweile gastiert Petean an Opernhäusern in ganz Europa. In London sang er unter der Leitung von Plácido Domingo am Royal Opera House in Covent Garden.

Die Stadt Hannover lud wieder zum kostenlosen Besuch der „Oper für alle“ in den Maschpark. Die Weltstars der Oper nahmen das Publikum mit auf eine Reise in die Welt der schönen Stimmen – Gänsehaut in einer lauen Sommernacht.

11:05 Uhr / Le Concert de Paris 2022
Aufzeichnung am Eifelturm, Paris, Juli 2022
Mit Alice Sara Ott (Klavier), Nadine Sierra (Sopran), Gaëlle Arque (Mezzosopran), Stanislas de Barbeyrac (Tenor), Gautier Capuçon (Cello), Erwin Schrott (Bariton), Leonidas Kavakos (Violine) und Wynton Marsalis (Trompete)
Chor: Choeur de Radio France
Orchester: Orchestre National de France
Musikalische Leitung: Cristian Mãcelaru

Es ist einer der größten Klassik-Events der Welt: das „Concert de Paris“. Vor der Kulisse des Eiffelturms spielen und singen internationale Stars beliebte Klassiker.

Cristian Mãcelaru dirigiert das Orchestre National de France und den Chor von Radio France. Mit dabei sind die deutsch-japanische Pianistin Alice Sara Ott, die Opernsängerinnen Nadine Sierra und Gaëlle Arquez sowie der Trompeten-Virtuose Wynton Marsalis.

Weitere Stargäste sind Gautier Capuçon (Cello), Stanislas de Barbeyrac (Tenor), Erwin Schrott (Bariton) und Leonidas Kavakos (Violine).

Cristian Mãcelaru ist Musikdirektor des Orchestre National de France sowie Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters. Er dirigierte bereits zahlreiche renommierte Orchester wie das Chicago Symphony Orchestra, die New Yorker Philharmoniker oder das Gewandhausorchester Leipzig.

Das Konzert zum französischen Nationalfeiertag wird in nicht pandemischen Zeiten von Hunderttausenden Zuschauerinnen und Zuschauern besucht und soll 20222 wieder ohne Einschränkungen stattfinden.

12:45 Uhr / Klassik am Odeonsplatz: Yuja Wang
Aufzeichnung, Juli 2021
Mit Yuja Wang (Klavier)
Programm:
– Sergej Rachmaninow: 2. Klavierkonzert
– Rimsky Korsakov: „Capriccio Espagnol“
– Emmanuel Chabrier: „España“
– Maurice Ravel: „Boléro“
– Josef Strauss: „Ohne Sorgen“
Orchester: Münchner Philharmoniker
Musikalische Leitung: Lorenzo Viotti

Bei „Klassik am Odeonsplatz“ spielen die Münchner Philharmoniker mit dem Dirigenten Lorenzo Viotti unter freiem Himmel und vor Publikum. Solistin ist die gefeierte Pianistin Yuja Wang.

Auf dem Programm stehen unter anderem Rachmaninows 2. Klavierkonzert und Ravels „Boléro“. Yuja Wang gilt mit ihrer großen Virtuosität und Spielfreude als eine Expertin für die technisch und musikalisch anspruchsvollen Klavierkonzerte Sergei Rachmaninows.

Die in China geborene und gefeierte Pianistin lebt seit ihrer Jugend in den USA. Sie zählt seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Klassikkünstlern der jüngeren Generation und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Musik auf höchstem Niveau ist garantiert, denn ihre Partner auf dem Odeonsplatz sind ein Spitzenorchester mit einem jungen, aber bereits international renommierten Dirigenten: die Münchner Philharmoniker unter der Leitung von Lorenzo Viotti.

Münchens schönster Open-Air-Konzertsaal ist mit dem Event „Klassik am Odeonsplatz“ jedes Jahr ein musikalisches Highlight. Die außergewöhnliche Kulisse und einzigartige Atmosphäre auf dem Münchner Odeonsplatz sind seit der Premiere im Jahr 2000 fester Bestandteil des Münchner Kulturlebens.

13:55 Uhr / Berliner Philharmoniker Open Air: Beethovens 9. Sinfonie
Saisoneröffnung mit Kirill Petrenko, August 2019
Mit den Solisten Marlis Petersen, Elisabeth Kulman,
Benjamin Bruns und Kwangchul Youn
Programm:
– Ludwig van Beethoven: Sinfonie d-Moll op.125
Orchester: Berliner Philharmoniker
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko

Am 24. August 2019 eröffneten die Berliner Philharmoniker ihre Konzertsaison 2019/2020 vor dem Brandenburger Tor mit einem Konzert für jedermann.

Unter der Leitung ihres neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko spielten die Berliner Philharmoniker die 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven. Solistin Marlis Petersen gab gleichzeitig ihren Einstand als „Artist in Residence“ der Saison 2019/2020.

Mit den Berliner Philharmonikern kam ein hochkarätiges Solistenensemble auf die Bühne vor Berlins wichtigstem Wahrzeichen: Marlis Petersen (Sopran), Elisabeth Kulman (Mezzosopran), Benjamin Bruns (Tenor) und Kwangchul Youn (Bass) sowie der Rundfunkchor Berlin unter der Leitung seines Chefdirigenten Gijs Leenaars.

15:05 Uhr / Aus der Arena di Verona – Georges Bizet: Carmen
Oper in vier Akten, nach der gleichnamigen Novelle
von Prosper Mérimée, August 2022

Chordirektor: Ulisse Trabacchin
Leiter des Balletts: Gaetano Petrosino
Künstlerische Leitung: Stella Arauzo
Libretto: Henri Meilhac, Ludovic Halévy
Bühnenbild: Franco Zeffirelli
Kostüme: Anna Anni
Musikalische Leitung: Marco Armiliato
Regie: Franco Zeffirelli
Fernsehregie: Tiziano Mancini

Eine der erfolgreichsten Opern der Welt eröffnet im Sommer 2022 die 99. Opernfestspiele in Verona: „Carmen“ verwandelt die berühmte Arena in ein Sevilla voller Lust und Freiheit.

Mit „Carmen“ schuf George Bizet eine Oper, die allein durch ihre Titelheldin 1875 für Skandal und Aufruhr sorgte. In einer fulminanten Starbesetzung mit Elīna Garanča und Brian Jagde zeigt 3sat die Oper in einer Inszenierung von Franco Zeffirelli.

Die Figur der Carmen – umschwärmt, selbstbewusst und freiheitsliebend – brachte eine neue soziale Schicht auf die Bühne und entsprach so gar nicht dem Idealbild des passiv leidenden Frauentypus dieses traditionellen Genres. Das Meisterwerk Bizets steht für das schockierend realistische Spiel um Liebe und Macht. Der italienische Starregisseur Franco Zeffirelli nutzte die cinemaskopartige Dimension der Arena gleich drei Mal, um den faszinierenden Opernstoff in kraftvolle und authentische Bilder umzusetzen.

Die Titelrolle der schönen Schmugglerin Carmen wird in dieser Inszenierung von Elīna Garanča verkörpert, die in der Arena ihr Debüt gibt. Die lettische Mezzosopranistin erntete für ihre Interpretation der Rolle von New York bis Wien Begeisterungsstürme. Den eifersuchtskranken Don José spielt der vielfach ausgezeichnete US-amerikanische Startenor Brian Jagde. Die prachtvollen Kostüme stammen von der italienischen Kostümbild-Ikone Anna Anni.

Auch 2022 entführt „Carmen“ die Zuschauer in die atemberaubende Kulisse der spanischen Stadt Sevilla. Spätestens mit dem Erklingen der imposanten Auftrittsarie „Habanera“ gibt es kein Entkommen aus dem Spiel zwischen Versuchung und Überlegenheit.

17:55 Uhr / Jonas Kaufmann in der Waldbühne
Aufzeichnung, Juli 2018
Mit Anita Rachvelishvili (Mezzosopran)
Orchester: Rundfunk-Sinfonieorchester, Berlin
Musikalische Leitung: Jochen Rieder
Regie: Henning Kasten
Moderation: Désirée Nosbusch

Jonas Kaufmann ist zu Gast in der Berliner Waldbühne. Wenn der beliebte Tenor im Flair einer Open-Air-Sommernacht italienische Arien und Canzonen singt, sind große Gefühle garantiert.

An der Seite von Italien-Fan Jonas Kaufmann tritt als Gast die Mezzosopranistin Anita Rachvelishvili auf. Es spielt das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, geleitet von Jochen Rieder.

Italien ist das Mutterland der Oper und die Heimat stimmungsvoller Canzonen, von Klassikern wie „Torna a Surriento“ bis hin zu dem Welthit „Volare“. Mit dem breiten Repertoire dieser italienischen Nacht befindet sich Jonas Kaufmann auf den Spuren von Caruso und Pavarotti, setzt aber mit dem Timbre seiner brillanten Stimme ganz eigene Akzente.

Als Gast unterstützt ihn dabei Anita Rachvelishvili. Die in Tiflis geborene Mezzosopranistin feierte 2009 ihren internationalen Durchbruch, als sie an der Seite von Jonas Kaufmann die Carmen an der Mailänder Scala sang. Die Presse schwärmt von ihrer Bühnenpräsenz und schreibt: „Eine Stimme wie ein Vulkan!“

Seine große Liebe zu Italien umschreibt Jonas Kaufmann mit folgenden Worten: „Italien ist für mich gelebte Leidenschaft auf höchstem Niveau! Ob das Liebesbeziehungen oder Dramen sind, ob Kunst, Essen oder das süße Nichtstun am Strand: Man hat plötzlich das Gefühl, man muss ständig lächeln …“

19:05 Uhr / Die drei Tenöre – Ihre verschollenen Konzerte
Mit Luciano Pavarotti, Plácido Domingo und José Carreras
(Erstsendung: 02.09.2017)

7. Juli 1990: Anlässlich der Fußball-WM standen in Rom die drei Tenöre Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras auf der Bühne – eine Art „Urknall“ der klassischen Musik.

Über eine Milliarde Menschen weltweit verfolgte diesen TV-Auftritt. Weitere sechs Konzerte wurden aufgezeichnet, doch diese Aufnahmen verschwanden für viele Jahre in einem Archiv in London. Nun ist es gelungen, die schönsten Momente dieser Konzerte zusammenzutragen.

Mit ihrem Konzert in den Caracalla-Thermen verhalfen Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras der klassischen Musik zu einer ungeahnten neuen Blüte, einem wahren Klassik-Boom. Die Aufnahme des Konzerts wurde zum meistverkauften Klassik-Album aller Zeiten.

20:15 Uhr / Giuseppe Verdi – La Traviata
Aus der Arena di Verona, August 2021
Corps de ballett: Ballett der Arena di Verona
Chor: Chor der Arena di Verona
Orchester: Orchester der Arena di Verona
Musikalische Leitung: Francesco Ivan Ciampa
Regie: Tiziano Mancini

Es ist eine Geschichte der ganz großen Gefühle: „La Traviata“. Mit einer spektakulären Neuinszenierung des Opernhits feiert die Arena di Verona ihren Neustart nach der Corona-Zwangspause.

In der einmaligen Kulisse des antiken Amphitheaters ist das Seelendrama in Starbesetzung zu erleben: Sonya Yoncheva und Vittorio Grigolo bieten ein Fest für die Ohren – und großes Theater für das Auge. – 3sat zeigt die Höhepunkte der Aufführung.

Die Neuinszenierung versetzt die Handlung der Oper in die goldene Pariser Epoche – die Zeit der Weltausstellung von 1889 und den Bau des Eiffelturms. Auf der riesigen Bühne der Arena entfesselt eine LED-Wand von über 400 Quadratmetern beeindruckende virtuelle Bildwelten und bezaubert das Publikum mit der faszinierenden Atmosphäre der Belle Époque.

Im Zentrum der tragischen Geschichte um Verdis intensivste Frauenfigur steht die lebenshungrige Violetta, die sich in den Edelmann Alfredo verliebt. Weil seine Familie gegen die Verbindung ist und Violetta weiß, dass sie bald ihrer Krankheit erliegen wird, verzichtet sie auf ihre große Liebe. Die Geschichte der Violetta basiert auf der wahren Biografie der Edelkurtisane Marie Duplessis, die Alexandre Dumas in seinem Roman „Die Kameliendame“ nacherzählt.

Für die emotionale Achterbahnfahrt um Liebe, Leben und Tod bietet das Opernfestival in Verona eine Starbesetzung auf: Die Rolle der Violetta Valéry singt Sonya Yoncheva, die laut WELT „als beste Violetta seit Maria Callas“ gefeiert wird. Die Bulgarin selbst sagt über diese Rolle: „Violetta liebt Alfredo so sehr, dass sie für seine Zukunft auf ihr Liebesglück verzichtet. Mehr Liebestragödie geht nicht … Ihr Schicksal ist immer noch aktuell. In jeder Frau steckt ein wenig von Violetta, weil wir alle lieben, leiden und lernen.“

Mit Vittorio Grigolo als Alfredo Germont steht ihr ein ebenbürtiger Partner zur Seite. Der italienische Startenor mit Latin-Lover-Look passt perfekt in die Rolle des gutbürgerlichen, jungen Geliebten Alfredo, der zwischen verzehrender Liebe und Kalkül mit seinen Gefühlen zu Violetta ringt.

Für die Verantwortlichen der Arena und für das Publikum ist die Wiederaufnahme des Opernspielbetriebs in Verona ein Symbol für einen Neustart des italienischen Kulturlebens und wird entsprechend gefeiert: „Viva l’Italia – viva Verdi!“

22:15 Uhr / Gala aus dem Festspielhaus Baden-Baden
Aufzeichnung, Juli 2016
Mit Anja Harteros (Sopran), Ekaterina Gubanova (Mezzosopran),
Jonas Kaufmann (Tenor) und Bryn Terfel (Bassbariton)
Orchester: Badische Staatskapelle, Karlsruhe
Musikalische Leitung: Marco Armiliato

Die diesjährige Gala in Baden-Baden, die die laufende Saison im Festspielhaus beschließt, versammelt die Crème de la Crème der Opernbühne.

Vier Sänger der internationalen Spitzen-Liga treffen sich hier zu einem sängerischen Wettstreit, der außergewöhnliche Höchstleistungen erwarten lässt: Ekaterina Gubanova, Jonas Kaufmann, Anja Harteros und Bryn Terfel.

Nach ihrer Ausbildung und ersten Bühnenerfahrungen überzeugte Ekaterina Gubanova mit einer bejubelten Brangäne in Richard Wagners „Tristan und Isolde“ an der Pariser Oper. Seitdem hat sich die russische Mezzosopranistin die Opernbühnen der Welt erobert. Ob in New York, Sidney, Tokyo, oder an den Opernhäusern der europäischen Musikmetropolen – überall begeistert Ekaterina Gubanova Kritiker und Publikum. Kenner halten sie für eine der besten Mezzosopranistinnen der Gegenwart.

Jonas Kaufmann gehört ebenso seit seinem Sensations-Debüt an der Metropolitan Opera New York 2006 in „La Traviata“ zu den Topstars der Opernwelt. Die internationale Presse kürte ihn seitdem zum „neuen König der Tenöre“. Dieser Ehre ist er bis heute treu geblieben, denn er gilt als der erfolgreichste Tenor der Welt. Im August dieses Jahres erhielt der gebürtige Münchner das Bundesverdienstkreuz.

Anja Harteros begann ihre Karriere 1999 mit dem 1. Platz des Cardiff Singer of the World-Wettbewerbs, der sie an alle bedeutenden Bühnen der Welt führte. Die Symbiose aus intensiver Bühnenpräsenz, perfekter Stimmführung und musikalischer Sensibilität zeichnet sie bei Opernaufführungen ebenso wie bei Lieder- und Konzertabenden als wahrhaft große Künstlerin aus.

Über den walisischen Bassbariton Bryn Terfel, der an allen bedeutenden Opernhäusern der Welt Engagements hat, schrieb die Times (London): „Als geborener Kommunikator, der Worte ebenso liebt wie die Musik, hat er Zuhörer weit jenseits der exklusiven Tempel von Opernhaus und Konzertsaal erreicht …“


Regelmäßige Kultursendungen auf 3sat:

Montags – freitags, 19:20 Uhr: Kulturzeit
Das 3sat Kulturmagazin von ZDF, ORF, SRF und ARD
3sat
“Kulturzeit” ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat.
“Kulturzeit” mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.

Samstags, 09:05 Uhr: Kulturplatz
Das Kulturmagazin von Schweizer Radio und Fernsehen, SRF
Hinein ins pralle Leben: “Kulturplatz” greift auf, was die Menschen beschäftigt, welche Fragen sie sich stellen. Und zeigt, dass die Kultur Antworten gibt.
“Kulturplatz” findet mitten im Leben statt: im Supermarkt, am Musikfestival, im Wald. Denn Kultur ist viel mehr als Musik, Literatur und Kunst. Kultur durchdringt unser Leben. Wo jemand nachzudenken beginnt, da entsteht Kultur.
Diesem Credo ist “Kulturplatz” verpflichtet. Die Sendung will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. “Kulturplatz” spürt Trends auf und präsentiert Neuentdeckungen.

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Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf 3sat.de.

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