TV-Tipps 3sat:

arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.


Kalenderwoche 33:

Samstag, 13.08. / 19:20 Uhr / Kulturzeit extra: Salzburger Festspiele 2022
Oper und Theater in Zeiten des Krieges

Moderation: Peter Schneeberger
Erstausstrahlung

Im Sommer richtet die Kulturwelt ihren Blick auf Salzburg, auf den Ort für Kunst auf Spitzen-Niveau. Doch wie wird sie in Zeiten des Ukraine-Krieges aussehen, inmitten von Boykottaufrufen?

„Kulturzeit extra“ blickt auf die bemerkenswertesten Inszenierungen. Weltstar Asmik Grigorian erläutert ihre Sicht auf Puccinis „Il Trittico“. Mit Spannung erwartet wird „Herzog Blaubarts Burg“ mit dem griechisch-russischen Dirigenten Teodor Currentzis.

Was wird in Salzburg dominieren: Glamour oder Nachdenklichkeit? Mitbegründer Hugo von Hofmannsthal beschrieb die Aufgabe der Festspiele „als eine Angelegenheit der europäischen Kultur, von eminenter politischer, wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung“. Wie sich dieses Credo 2022 in den Opern und Theaterstücken widerspiegelt, zeigt „Kulturzeit extra“ mit Moderator Peter Schneeberger.

Festspiel-Intendant Markus Hinterhäuser stellt sich den Fragen dieser besonderen Zeit. Russische und ukrainische Künstlerinnen und Künstler werden in Salzburg gemeinsam auf der Bühne stehen. Theaterstücke wie „Der Reigen“ mit Texten unter anderem von Lukas Bärfuss und „Verrückt nach Trost“ mit Devid Striesow versprechen gedankliche Anregung.

Was die Kraft von Musik in diesen Zeiten zu bewirken vermag und welche Stücke in Salzburg zum Weiterdenken anregen, beleuchtet die Dokumentation „Kulturzeit extra: Salzburger Festspiele 2022“.

Redaktionshinweis: Am Samstag, 20. August, um 20.15 Uhr zeigt 3sat im Rahmen des „3satFestspielsommers“ mit „Leoš Janáček: Káťa Kabanová“ eine Inszenierung der diesjährigen Salzburger Festspiele.

Samstag, 13.08. / 20:15 Uhr / Madame Butterfly ~ Von der Seebühne in Bregenz, 2022
Bühnenbild: Michael Levine
Chor: Bregenzer Festspielchor, Prager Philharmonischer Chor
Musikalische Leitung: Enrique Mazzola
Regie: Andreas Homoki
Bildregie: Henning Kasten
Moderation: Martin Traxl

Die Bregenzer Festspiele präsentieren 2022 Giacomo Puccinis „Madame Butterfly“. Sie gilt als eine der populärsten Opern und ist erstmals in der einmaligen Kulisse auf der Seebühne zu sehen.

„Madame Butterfly“ erzählt die tragische Geschichte der Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, die sich in den amerikanischen Marineoffizier Pinkerton verliebt. Er will sie nach japanischer Sitte heiraten, ohne damit eine dauerhafte Verbindung eingehen zu wollen.

Butterfly liebt Pinkerton jedoch wirklich. Vergeblich wartet sie jahrelang auf die Rückkehr des Offiziers, zusammen mit dem gemeinsamen Kind. Als Pinkerton an der Seite seiner amerikanischen Frau zurückkehrt, um das Kind zu holen, erdolcht sich Butterfly.

„Wir brauchen kein Stück für große Massen, wo viel passiert. Was der See kann, ist, Emotionen zu vergrößern“, begründete Intendantin Elisabeth Sobotka ihre Entscheidung, erstmals den Puccini-Klassiker zu programmieren.

Puccinis „japanische Tragödie“ wird vom Intendanten des Opernhaus Zürich, Regisseur Andreas Homoki, in Szene gesetzt. Er bringt ein international erfolgreiches Team mit, das im magischen Bühnenbild von Michael Levine mit feinen Landschaftsmalereien japanisches Flair an den Bodensee zaubert. Die musikalische Leitung übernimmt Dirigent Enrique Mazzola, der bereits bei den Festspielen 2019 für die Einstudierung des „Rigoletto“ zuständig war.

Die Titelpartie, Geisha Cio-Cio-San, wird von der irischen Sopranistin Celine Byrne verkörpert; Edgaras Montvidas gibt den amerikanischen Offizier Pinkerton, Omer Kobiljak tritt als Fürst Yamadori in Erscheinung. Der diesjährige Chor setzt sich aus Mitgliedern des Bregenzer Festspielchors sowie des Prager Philharmonischen Chors zusammen.

Erstmals in Bregenz für die Bildregie verantwortlich zeichnet Henning Kasten, durch den Abend führt Martin Traxl.

Redaktionshinweis: Am Samstag, 20. August, geht es mit dem „3satFestspielsommer“ weiter: Um 20.15 Uhr zeigt 3sat „Leoš Janáček: Káťa Kabanová“ von den „Salzburger Festspielen 2022“, um 22.05 Uhr folgt eine Aufzeichnung von „Klassik am Odeonsplatz 2022“. Am Sonntag, 21. August, um 11.20 Uhr zeigt 3sat eine Aufzeichnung vom „Klassik Open Air Nürnberg 2022“.

Samstag, 13.08. / 22:30 Uhr / Madame Butterfly ~ Grenzenlose Sehnsucht am Bodensee
Film von Marcus Nigsch
Erstausstrahlung

Die Bregenzer Festspiele zeigen erstmals Giacomo Puccinis Oper „Madame Butterfly“ als Seebühnen-Produktion. Die Dokumentation folgt dem Entstehungsprozess von Andreas Homokis Inszenierung.

Ein 23 Meter hohes Blatt Papier, zerknüllt und in den See geworfen – dieses Bühnenbild steht für die Ignoranz, mit der der amerikanische Marinesoldat Pinkerton der japanischen Kultur begegnet. Madame Butterfly wird Opfer eines Aufeinanderprallens von Welten und Werten.

Andreas Homoki inszeniert das Aufeinanderprallen von amerikanischer und japanischer Kultur als Drama einer „Sehnsuchtsmigrantin“: Mit übermenschlicher Kraftanstrengung hält eine sehr junge Frau an ihrem Traumbild von Amerika fest. Beharrlich blickt sie über die Ignoranz hinweg, mit der der Marinesoldat Pinkerton nicht nur ihr, sondern der japanischen Kultur insgesamt begegnet.

Davon erzählt auch das Bühnenbild – ein überdimensionales Blatt Papier, bemalt mit japanischen Landschaftsbildern, aber zerknüllt in den See geworfen. Zart und zerbrechlich, statt pompös und wuchtig – der kanadische Bühnenbildner Michael Levine möchte mit Licht (Franck Evin), Video (Luke Halls), traumhaften Kostümen (Antony McDonald) und der Naturkulisse des Bodensees maximalen Raum für Gefühle der Sehnsucht schaffen. Real wiegt die Bühne allerdings rund 300 Tonnen und muss mit acht speziellen Ankern gesichert werden.

„Puccini ist ein Komponist, der eindringlich wie kein anderer Emotionen artikuliert, und die Geschichte dieser Frau ist eine unglaubliche emotionale Reise“, sagt Andreas Homoki, seit 2012 regieführender Intendant am Opernhaus Zürich. Er ist mit der Idee, „Madame Butterfly“ auf der Seebühne aufzuführen, sogar selbst an die Intendantin Elisabeth Sobotka herangetreten.

Wie erzeugt Regisseur Andreas Homoki einen Spannungsbogen zwischen fein gedachten Bildern und der Naturkulisse des Bodensees? Im Making-of der Bregenzer „Madame Butterfly“ blickt der Puccini-Kenner Marcus Nigsch hinter die Kulissen und zeichnet den Entstehungsprozess dieser Geschichte von grenzenloser Sehnsucht am Bodensee nach.

Montag, 15.08. / 12:40 Uhr / Bregenz, da will ich hin!
Mit Simin Sadeghi
Film von Ute Werner
(Erstsendung: 12.10.2019)

Bregenz ist die Hauptstadt des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg. Sie liegt eingeklemmt zwischen Schweiz, Deutschland, dem 1064 Meter hohen Hausberg Pfänder und dem Bodensee.

Bregenz liegt wenige Kilometer von der Rheinmündung entfernt. Das Zentrum ist nicht groß, aber sehenswert, vor allem die Oberstadt. Sehr schön auch der Kornmarkt, ein neu gestalteter Platz mit dem Kunsthaus Bregenz des Schweizer Star-Architekten Peter Zumthor.

Für Moderatorin Simin Sadeghi bietet die Stadt viele Möglichkeiten, aktiv zu sein: Sie fährt mit dem E-Boot auf den Bodensee hinaus und mit dem Fahrrad am Seeufer entlang, sie wandert zusammen mit Bregenzerinnen auf den Pfänder und erfrischt sich hinterher im See, und sie ist mit dem „Rheinbähnle“ auf der sogenannten Rheinvorstreckung bis mitten in den Bodensee unterwegs. Durch die Rheinvorstreckung wurde der Flusslauf mit über vier Kilometer langen Dämmen künstlich in die Mitte des Sees verlängert, um eine drohende Verlandung vorerst zu verhindern.

Nicht zuletzt ist Bregenz für die im Sommer stattfindenden Festspiele und für die spektakulären Bühnenbilder auf der Seebühne bekannt. 2019 hatte die Verdi-Oper „Rigoletto“ Premiere, auch im Jahr 2020 steht sie noch auf dem Programm. Simin Sadeghi macht sich hinter der Bühne mit der aufwendigen Technik vertraut und ist beeindruckt vom Zusammenspiel von Sängern und Bühnenbild.

Montag, 15.08. / 22:30 Uhr / Woodstock – Drei Tage, die eine Generation prägten
Dokumentarfilm von Barak Goodman, USA 2019
Länge: 95 Minuten

Woodstock ist zur Legende geworden, der Höhepunkt der Hippiebewegung. Im Sommer 1969 kommen eine halbe Million Menschen auf einer Farm im Bundestaat New York zum Feiern und Musikhören zusammen.

Der mit einem Oscar nominierte Regisseur Barak Goodman erinnert mit dem Dokumentarfilm daran, dass es möglich ist, friedlich und fürsorglich miteinander umzugehen, Zeichen zu setzen und Hoffnung zu schaffen, die eine ganze Generation nachhaltig prägte.

Batikklamotten, lange Haare, Haschischschwaden und eine fröhliche Schlammschlacht bei freier Liebe und Musik – diese Bilder hat man vor Augen. Ikonische Bilder, unsterblich gemacht durch einen Kinofilm.

Von diesen Dreharbeiten schlummern allerdings noch Hunderte von Stunden bislang nie gesehenes Material im Archiv. Der Regisseur Barak Goodman erhält für die deutsch-französisch-amerikanische Koproduktion Zugang zu diesem Material. Gedreht von Kamerateams, die damals im Publikum gefilmt und eingefangen haben, was den Geist von Woodstock tatsächlich ausmacht. Die wenigsten Besucher können die Musik hören oder gar die Bühne sehen. Doch immer mehr Menschen strömen auf das Gelände, längst ist jegliche Organisation oder Logistik hinfällig. Aber es bleibt friedlich.

Barak Goodmans Dokumentarfilm erzählt 50 Jahre nach dem Ereignis von den Organisatoren des Festivals, die völlig unhippiehaft ganz einfach nur Geld machen wollten und absolut unterschätzt hatten, welche Ausmaße die Veranstaltung annehmen würde. Und er erzählt aus der Perspektive von Woodstock-Besuchern, wie sie sich im Chaos selbst organisieren.

Frances Schoenberger aus Bayern ist erst wenige Wochen in Amerika und alles andere als ein Hippie. Völlig verschüchtert bestaunt sie die Nackten, die im Schlamm tanzen. Dass die völlig zugedröhnt sind mit LSD, kommt ihr nicht in den Sinn. „Alles war unfassbar friedlich, die Menschen waren einfach nur nett zueinander“, erinnert sie sich. „Alles war frei und happy, alle Leute vertrauten einander.“ Nach Woodstock will sie nicht mehr zurück nach Bayern und macht Karriere als Journalistin in Hollywood. Woodstock zeigt der Welt, die Ende der 1960er-Jahre tief in Konflikten steckt, dass Liebe und Selbstlosigkeit möglich sind.

Der Film zeigt auch, wie Anwohner, die nichts mit Hippies im Sinn haben, die Festivalbesucher versorgen. Armeehubschrauber fliegen Proviant ein. Dabei sind die Hippies doch eigentlich gegen die Armee und den Vietnamkrieg. Man erlebt Clowns, die für die Sicherheit sorgen, und Farmer, die Joghurt und Milch für die Massen spenden. Die Kamerateams haben den Geist von Woodstock eingefangen, wie er nie zuvor zu sehen war.

Montag, 15.08. / 01:05 Uhr / Werner Schmidbauer – Live auf der Bühne!
Höhepunkte aus „Bei mir“
(Erstsendung: 04.01.2022)

Nach einem auftrittsfreien Jahr steht für Liedermacher Werner Schmidbauer fest: Jetzt mache ich mein eigenes Ding! 22 Jahre trat er mit seinem Duo-Partner Martin Kälberer auf.

Bei Werner Schmidbauers aktuellem Programm „Bei mir“ soll die Bühne ihm und seiner Gitarre allein gehören – pur und intim, ungeschützt und ganz nah an seinem Publikum. – Eine Aufzeichnung der Höhepunkte des Soloprogramms „Bei mir“ aus dem „Alter Speicher Ebersberg“.

Gemeinsam mit seinem Publikum möchte Werner Schmidbauer die Essenz seiner Lieder selbst hören, alle sollen mitgrooven, lachen und „die Momente im Süden unserer Herzen genießen“, wie er es beschreibt. Und als besondere Überraschung ist auch noch Schauspieler Helmfried von Lüttichau mit seiner Gitarre für einen Kurzauftritt vorbeigekommen.

Montag, 15.08. / 02:45 Uhr /Startrampe ~ Gemeinsam lauter – Die schönsten Live-Sessions
(Erstsendung: 26.03.2021)

PULS hat in den vergangenen Monaten mit Bands und Solokünstlern Live-Songs aufgezeichnet – von Hip-Hop bis Indie-Rock. „Startrampe“ präsentiert die schönsten Live-Sessions.

Mit dabei: Telquist, Jeremias, DIVES, Ferge X Fisherman, A Tale Of Golden Keys, Victoryaz, KYTES, Some Sprouts, Florian Paul und die Kapelle der letzten Hoffnung, Nick and June, LUNA, Bruckner, Color Comic, Lienne, Umme Block und Matija.

„GEMEINSAM LAUTER“ ist die Support-Initiative von PULS, BAYERN 3, Bayern 2 und der BR KulturBühne, die auf die existenzbedrohende Situation von Veranstaltern sowie Künstlern in der Coronakrise aufmerksam macht.

Montag, 15.08. / 03:45 Uhr /Startrampe ~ Gemeinsam lauter – Die schönsten Live-Sessions
(Erstsendung: 20.08.2021)

PULS hat in den vergangenen Monaten mit Bands und Solokünstlern Live-Songs aufgezeichnet – von Hip-Hop bis Indie-Rock. „Startrampe“ präsentiert die schönsten Live-Sessions.

Mit dabei: Dicht & Ergreifend, Riiva, Lionlion feat. Fritz Fisherman, Pam Pam Ida, LUNA, Telquist, DIVES, Casino Blackout, Blackout Problems, Nick & June, Elena Rud, Franniethefirst, Lienne, Victoryaz, Elena Steri, Ferge X Fisherman & The Lakesideboyz und andere.

„GEMEINSAM LAUTER“ ist die Support-Initiative von PULS, BAYERN 3, Bayern 2 und der BR KulturBühne, die auf die existenzbedrohende Situation von Veranstaltern sowie Künstlern in der Coronakrise aufmerksam macht.

Montag, 15.08. / 04:45 Uhr / Startrampe ~ Gemeinsam lauter – Die schönsten Live-Sessions
(Erstsendung: 27.08.2021)

PULS hat in den vergangenen Monaten mit Bands und Solokünstlern Live-Songs aufgezeichnet – von Hip-Hop bis Indie-Rock. „Startrampe“ präsentiert die schönsten Live-Sessions.

Mit dabei: Pam Pam Ida, Riiva, Blackout Problems, Dives, Lionlion, Luna, Some Sprouds, Elena Rud, Dicht & Ergreifend, Franniethefirst feat SNC, Umme Block,
Ferge X Fisherman & The Lakesideboyz, Elena Steri, Color Comic, Sara Teammusician, A Tale of Golden Keys.

„GEMEINSAM LAUTER“ ist die Support-Initiative von PULS, BAYERN 3, Bayern 2 und der BR KulturBühne, die auf die existenzbedrohende Situation von Veranstaltern sowie Künstlern in der Coronakrise aufmerksam macht.

Freitag, 19.08. / 05:10 Uhr / Rainald Grebe: Das Münchhausenkonzert
3satFestival, September 2020
Regie: Volker Weicker

Rainald Grebe hat sich Inspiration aus der Vergangenheit geholt. Beim Blick ins Geschichtsbuch des legendären Lügenbarons stellt er fest: So viel hat sich seitdem gar nicht geändert.

Und so singen und erzählen beide von Fake News, gefühlten Wahrheiten und fantasievollen Geschichten mit zeitloser Aktualität – beim 3satFestival 2020 aus der Festhalle Frankfurt.

Rainald Grebe singt und schafft Geschichten. Hat man ein Lied von ihm zu Ende gehört, meint man, man habe ein ganzes Buch gelesen, ein Hörspiel gehört, sei selbst bei seinen ganzen Erlebnissen dabei gewesen. Mit seinen Liedtexten schafft er es, zehn Minuten Musik so voller Bilder und Leben zu füllen, dass sie sich anfühlen wie eine Reise, von der man voller neuer Erkenntnisse und ein wenig verändert wiederkehrt.

Bei seinem neuen Solo-Programm „Das Münchhausenkonzert“ übernimmt er die Rolle des Reiseleiters durch die gesellschaftlichen Landschaften unserer Zeit. Hochmusikalisch und bis ins Detail durchdacht präsentiert der Liedermacher Wahrheiten. Die Wahrheit über das Zusammenleben, die Wahrheit über das Lügen und die Wahrheit über die Wahrheit. Als Alleinunterhalter versucht er monologisch die Welt zu erklären. Zumindest behauptet er das.

Der Kabarettist schafft es, seine Zuschauer lauthals zum Lachen zu bringen und sie dennoch nachdenklich nach Hause gehen zu lassen. Mit einfachen Worten kratzt er an den Oberflächen gesellschaftlicher Problematiken und trifft sein Publikum dabei ganz tief.


Kalenderwoche 34:

Samstag, 20.08. / 20:15 Uhr / Leoš Janácek – Kát’a Kabanová
Salzburger Festspiele, Felsenreitschule, August 2022

Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Jakub Hrůša
Regie: Barrie Kosky
Fernsehregie: Felix Breisach
Moderation: Teresa Vogl

Regisseur Barrie Kosky möchte in seiner Neuinszenierung der „Káťa Kabanová“ bei den Salzburger Festspielen die Spannung zwischen der Protagonistin und ihrer beengenden Lebenswelt verdeutlichen.

Am Pult der Wiener Philharmoniker steht Dirigent Jakub Hrůša und gibt damit sein Festspieldebüt. Felix Breisach zeichnet für die Fernsehbilder der Aufzeichnung aus der Felsenreitschule verantwortlich. Durch die Oper führt Moderatorin Teresa Vogl.

1921 im tschechischen Brno uraufgeführt, steht „Káťa Kabanová“ am Beginn von Leoš Janáčeks letzter Schaffensdekade. Das Libretto zu „Káťa Kabanová“ basiert auf der tschechischen Übersetzung von Alexander Ostrowskis Schauspiel „Das Gewitter“ aus dem Jahr 1859, das in einem kleinstädtischen, von wohlhabenden Kaufleuten beherrschten Milieu Mitte des 19. Jahrhunderts in Russland spielt.

Janáčeks musikdramatischer Stil in seinen letzten Lebensjahren, in dem sich die von ihm viel erforschten „Sprachmelodien“ widerspiegeln, ist unverkennbar: Er konzentriert Charaktere, Psychologie und Situationen, und lässt eine Atmosphäre entstehen, die das Publikum direkt und unvermittelt berührt.

Corinne Winters übernimmt die Hauptrolle der Káťa, deren brennender Drang nach Freiheit durch ihre Heirat und ihre klaustrophobisch anmutende Lebenssituation erstickt zu werden droht. Jaroslav Březina schlüpft in die Rolle ihres im Alkohol Zuflucht suchenden Ehemanns Tichon, dessen Mutter, die Kaufmannswitwe Kabanicha (Evelyn Herlitzius), mit nörgelndem Ton und despotischer Hand über den Haushalt wacht. Als sich die Gelegenheit bietet, arrangiert Káťas Schwägerin Varvara (Jarmila Balážová), die um Káťas unerfüllten Sehnsüchte und ihre heimliche Liebe weiß, ein Treffen mit dem unverheirateten Boris (David Butt Philip), wodurch die schicksalhafte Geschichte ihren Lauf nimmt. Die Partie von Boris‘ Onkel Savjol Prokofjevič Dikoj, der wiederum Káťas Schwiegermutter die Aufwartung macht, wird vom deutschen Bass Jens Larsen gesungen.

Darsteller:

Kát’a Kabanová: Corinne Winters
Tichon: Jaroslav Březina
Kabanicha: Evelyn Herlitzius
Varvara: Jarmila Balážová
Boris: David Butt Philip
Savjol: Prokofjevič Dikoj

Samstag, 20.08. / 22:05 Uhr / Klassik am Odeonsplatz 2022 – Tschaikowsky und Dvorák
Daniel Harding und die Münchner Philharmoniker
Münchner Odeonsplatz, Juli 2022

Mit Leonidas Kavakos (Violine)
Programm:
– Peter Iljitsch Tschaikowsky: Violinkonzert D-Dur, op. 35
– Antonín Dvorák: Symphonie Nr. 9 e-Moll „Aus der Neuen Welt“
Orchester: Münchner Philharmoniker
Musikalische Leitung: Daniel Harding
Erstausstrahlung

Bei „Klassik am Odeonsplatz“ spielen die Münchner Philharmoniker unter der Leitung von Daniel Harding. Zu Beginn präsentiert Leonidas Kavakos Peter Tschaikowskys Violinkonzert D-Dur.

Nach der Pause steht Antonín Dvořáks berühmte 9. Symphonie „Aus der Neuen Welt“ auf dem Programm. Seit über 20 Jahren bildet der Dreiklang aus Münchner Residenz, Feldherrnhalle und Theatinerkirche die malerische Kulisse für „Klassik am Odeonsplatz“.

Für Tschaikowskys Violinkonzert und Dvořáks Neunte Symphonie kehrt der britische Pultstar Daniel Harding auf den Odeonsplatz zurück. Auch wenn Dvořáks Symphonie „Aus der Neuen Welt“ in Amerika als nationales Epos gefeiert wurde, spricht aus seiner folkloristischen Musik doch insgeheim seine Sehnsucht nach der böhmischen Heimat.

Betörende Melodien bietet auch das Violinkonzert von Tschaikowsky, vor allem aber haarsträubende Virtuosität – eine dankbare Herausforderung für den griechischen Geiger Leonidas Kavakos.

Samstag, 20.08. / 02:50 Uhr / Stevie Nicks: 24 Karat Gold Tour
Bankers Life Fieldhouse, Indianapolis und PPG Paints
Arena, Pittsburgh, USA, 2017

Im März 2017 filmen Kameras die Auftritte von Stevie Nicks in Indianapolis und Pittsburgh im Rahmen ihrer „24 Karat Gold Tour“, die im Oktober 2016 beginnt und im November 2017 endet.

Im Oktober 2020 kommt der Zusammenschnitt weltweit für zwei Tage in die Kinos und bezeugt Stevie Nicks einzigartige Stimme und Ausstrahlung. Begleitet von ihrer Band präsentiert Nicks eigene Songs und Hits von Fleetwood Mac wie „Landslide“ und „Rhiannon“.

„Die ’24 Karat Gold Tour‘ war meine Lieblingstournee aller Zeiten. Ich liebe es, dieses Konzert mit meinen Fans zu teilen. Von mir für sie – 24 Karat Gold“, erklärt Stevie Nicks. Die zweifache Rock-and-Roll-Hall-of-Fame-Ikone ist mit sechs Top-Ten-Alben und acht Grammy-Nominierungen eine der wichtigsten Frauenstimmen in der Rockmusik.

1948 in Phoenix, Arizona, als Stephanie Lynn „Stevie“ Nicks geboren, gründet sie 1968 zusammen mit Lindsey Buckingham die Band Fritz, die es immerhin bis zur Vorgruppe von Jim Hendrix, Janis Joplin und Creedence Clearwater Revival schafft. 1975 steigen Stevie und Lindsey bei Fleetwood Mac ein: Aus der Bluesband wird eine der erfolgreichsten Rock-Pop-Bands der kommenden Jahre. Das 1977er-Album „Rumours“ gilt als Meisterwerk und ist bis heute eines der meistverkauften Alben weltweit.

Anfang der 1980er-Jahre startet Stevie Nicks parallel zu Fleetwood Mac ihre Solokarriere, muss aber 1986 eine Pause einlegen, um sich im Betty Ford Center wegen ihrer Kokainsucht behandeln zu lassen. „Alle von uns (bei Fleetwood Mac) waren drogenabhängig, aber ich war am schlimmsten dran“, sagt Stevie Nicks im März 2020 in einem Interview. Schon 1982 kennt Nicks ihre Dämonen und sagt: „Da ist diese wilde und diese gediegene Seite in mir. Und diese wilde Seite akzeptiert keine Disziplin in meinem Leben, und ich versuche diese beiden Pole auszugleichen, damit Menschen mit mir klarkommen.“

Bis zu ihrem Aufenthalt in der Klink ist Stevie Nicks Anfang der 1980er-Jahre im Gegensatz zu Fleetwood Mac als Solokünstlerin sehr erfolgreich und schreibt zusammen mit Prince den Song „The Wild Heart“. Doch auch nach dem Klinikaufenthalt hat die Sängerin gesundheitliche Probleme, ist abhängig von Beruhigungsmitteln und leidet unter dem Fatigue-Syndrom. „Sie haben mich sehr sehr krank gemacht“, sagt sie damals in einem Interview. Ihrer Stimme scheint das alles wenig geschadet zu haben. Von samtweich-heiser und ziemlich tief bis sehr hoch und strahlend klar reicht ihre unvergleichliche Mezzosopran-Stimme, die bis heute Fans weltweit begeistert. Auch 2017 verkörpert sie auf der Bühne die glamouröse und geheimnisvolle Hippie-Sängerin, der viele schon immer zutrauten, in Wahrheit eine Hexe zu sein.

Der „Rolling Stone“ führt sie 2015 als eine von wenigen Frauen auf Rang 53 der „100 besten Songwriter aller Zeiten“.

Samstag, 20.08. / 03:55 Uhr / Rod Stewart: Live at the Royal Albert Hall
Royal Albert Hall, London, Großbritannien, 2004


Am 13. Oktober 2004 begeistert Rod Stewart die Fans in der ausverkauften Royal Albert Hall, begleitet vom BBC Concert Orchestra, dem London Community Gospel Choir, seiner Band und Gästen.

Neben seinem Freund aus „Faces“-Tagen, dem Rolling-Stones-Gitarristen Ron Wood, begrüßt Rod Stewart die Sängerin Chrissie Hynde, mit der er den Klassiker „As Time Goes By“ interpretiert. Sein Überraschungsgast ist die schottische Sängerin Amy Belle.

Zusammen singen Amy und Rod den Stewart-Klassiker „I Don’t Want to Talk About It“. Das Duett wird ein Hit, der bis im Herbst 2020 über 345 Millionen Mal auf YouTube angeklickt wird. Mit seinem Programm für die Royal Albert Hall trifft Rod Stewart den Nerv des Publikums. Die Mischung aus Hits der frühen 1970er-Jahre mit Klassikern des „Great American Songbook“ kommt an, genauso wie seine wechselnden ausgefallenen Kostüme und seine launigen Moderationen.

Rod Stewart feierte am 10. Januar 2020 seinen 75. Geburtstag. Er gehört zu den erfolgreichsten britischen Sängern und wird vom „Rolling Stone“ auf Rang 59 der „100 besten Sänger aller Zeiten“ geführt. Erst 2019 wird bekannt, dass Rod Stewart seit Jahrzehnten ein begeistertet Modelleisenbahn-Fan ist und seine Modellanlage überwiegend selbst entworfen und gebaut hat.

Geboren wird Rod Stewart als Sohn schottischer Einwanderer in London. Er hat mit 16 Jahren einen Vorvertrag als Profifußballer in der Tasche, jobbt als Totengräber, bedruckt Seidenstoffe, nimmt 1964 seine erste Single auf, singt 1967 bei der Jeff Beck Group und wechselt mit Gitarrist Ron Wood 1969 zu den Faces. Seine Markenzeichen sind seine struppige Frisur und seine rauchig-sanfte Stimme. Weltberühmt wird Rod Stewart 1971 mit seinem Soloalbum „Every Picture Tells a Story“ und dem Hit „Maggie May“. 1972 erobert er mit dem Song „Sailing“ auch die Fans in Deutschland.

Seine Wandlungsfähigkeit und sein Gespür für die richtigen Songs beweist Rod Stewart 2002 mit einer Sammlung von Jazz-Standards unter dem Titel „It Had to Be You – The Great American Songbook“. Er hat gerade seine Erkrankung an Schilddrüsenkrebs aus dem Jahr 1999 überwunden und muss das Singen wieder neu erlernen. Das Wagnis gelingt und wird mehrfach mit Platin ausgezeichnet.

Die höchste Auszeichnung erhält er im Juni 2016 für seine Erfolge als Sänger und seinen Einsatz für wohltätige Zwecke: Elisabeth II. adelt ihn zum Knight Bachelor. Von Prinz William erhält er am 11. Oktober 2016 den Ritterschlag und darf den Zusatz „Sir“ seinem Namen voranstellen.

Samstag, 20.08. / 04:55 Uhr / Ringo Starr & His All-Starr Band: Live at the Greek Theatre
Greek Theatre, Los Angeles, USA, 2019

Am 1. September 2019 spielt Ex-Beatle Ringo Starr zusammen mit seiner All-Starr Band das Abschlusskonzert seiner 2018/2019er-Tournee im Greek Theatre, der Freiluftarena nahe Hollywood.

1989 gründet Ringo Starr seine Supergroup, die inzwischen in der 14. Besetzung spielt. Jedes Mitglied kommt aus einer berühmten Band, und auf den Set Lists stehen Beatles-Songs und Hits der Mitmusiker. Das Motto: „Everybody on stage is a star in their own right“.

Im Greek Theatre stehen neben Ringo Starr Men-at-Work-Gitarrist Colin Hay, Average-White-Band-Bassist Hamish Stuart, David-Lee-Roth-Schlagzeuger Gregg Bissonette, Toto-Gitarrist Steve Lukather, Santana-Keyboarder Gregg Rolie und Kansas-Saxofonist Warren Ham auf der Bühne. Und es ist Tradition, dass Ringos Supergroup seine Tournee immer Anfang September im Greek Theatre beendet, seit 1989.

Auch 2019 weiß Ringo zusammen mit seiner Band, das Publikum mit einer Hitparade zu begeistern, die man nur dort zu hören bekommt: von Totos „Rosanna“ über den Beatles-Klassiker „Yellow Submarine“ bis zu Santanas „Evil Ways“ und Men at Works „Who Can It Be Now“.

Zum großen Finale begrüßt Ringo zu „With a Little Help from my Friends“ noch weitere Weggefährten auf der Bühne wie Joe Walsh von den Eagles, Nils Lofgren von der E Street Band, Schlagzeuglegende Jim Keltner, Eric Carmen von den Raspberries sowie Edgar Winter und Richard Page von Mr. Mister.

Doch im Mittelpunkt des Konzerts steht Ringo Starr, der sympathisch und charmant durch das Programm führt und am Schlagzeug mit seinem unkonventionellen Spiel begeistert. George Martin, der langjährige Beatles-Produzent, hatte 1962 im Rahmen der ersten Aufnahme-Sessions noch Zweifel an Ringos Fähigkeiten, doch 1994 schreibt er in seinem Buch „Summer of Love“: „Ringo schaffte und schafft es stets, seinem Schlagzeug einen einzigartigen Klang zu entlocken, ein Klang, der so unverwechselbar ist wie seine Stimme. […] Ringo kann auf seinen Trommeln einen so lockeren tiefen Klang erzeugen, der einzigartig ist. […] Diese genaue Beachtung der Klangfarbe seiner Trommeln ist ein Grund von Ringos Brillanz. Ein weiterer ist, dass, obwohl Ringo das Tempo nicht so exakt wie ein Metronom hält, er ein unerreichtes Gefühl für ein Lied hat. Wenn sein Tempo schwankt, dann ausnahmslos an der richtigen Stelle, zur richtigen Zeit, dabei dafür sorgend, dass der Titel die passende Stimmung und ein felsenfestes Fundament erhält.“

Am 7. Juli 2020 feierte der Ex-Beatle Ringo Starr seinen 80. Geburtstag.

Sonntag, 21.08. / 10:05 Uhr / Literaturclub
(Erstsendung: 05.07.2022)

„Literaturclub“ diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt.

In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 21.08. / 11:20 Uhr / Klassik Open Air Nürnberg 2022
Luitpold-Hain, Nürnberg, August 2022
Programm:
– Norbert Nagel: „Fanfare“
– Richard Wagner: „Lohengrin“, Vorspiel, III. Akt
– Modest Mussorgski/Kahchun Wong:
„Bilder einer Ausstellung“, Concerto grosso für
traditionelles chinesisches Ensemble und Symphonieorchester
Orchester: Ensemble des Singapore, Chinese Orchestra
Musikalische Leitung: Kahchun Wong
Moderation: Sandra Rieß
Erstausstrahlung

Der 2022 in Nürnberg scheidende Chefdirigent Kahchun Wong präsentiert Mussorgskis legendären Klavierzyklus in einer eigenen Orchestrierung und erwirkt eine neue exotische Klangfarbe.

Neben den Nürnberger Symphonikern kommen bei Kahchun Wong auch chinesische Originalinstrumente zum Einsatz: Erhu, Yangqin, Dizi und andere mehr. Gespielt werden sie von Mitgliedern des Singapore Chinese Orchestra.

Beim „Klassik Open Air Nürnberg 2019“ dirigierte Kahchun Wong die „Bilder einer Ausstellung“ in der berühmten Orchesterfassung von Maurice Ravel. Nun präsentiert er 2022 – gewissermaßen als Abschiedsgeschenk an Nürnberg – dieses Konzert.

Redaktionshinweis: 3sat setzt den diesjährigen „3satFestspielsommer“ am Samstag, 27. August, um 20.15 Uhr mit „Elīna Garanča – Klassik unter Sternen“ fort.

Sonntag, 21.08. / 19:10 Uhr / Zukunftsmusik – Wie die Klassik sich neu erfindet
Film von Frauke Schlieckau
(aus der Reihe „NZZ Format“)

(Erstsendung: 19.05.2022)

Schon lange kämpft die Klassikszene um ihr Publikum. Die Besucherzahlen sind seit Jahren rückgängig. Und ein junges Publikum wächst nicht mehr nach. Lässt sich die Klassik noch retten?

„NZZ Format“ begleitet Musiker und Kulturschaffende, die sich darüber Gedanken machen, wie sich die Klassik neu erfinden kann, und die versuchen, sie erfolgreich in Richtung Zukunft zu führen.

Ein Konzerthausbesuch war ursprünglich ein beliebter Zeitvertreib, das Abonnement galt dem Bürgertum als Statussymbol. Inzwischen jedoch zieht es die Generation Z eher auf Elektrofestivals. Sie schert sich nicht mehr groß darum, was Bach, Beethoven und Mozart zu sagen hatten. Warum hat die Branche den Anschluss verloren?

Montag, 22.08. / 01:00 Uhr / SWR Big Band und Martin Tingvall
SWR Funkhaus Studiosaal Stuttgart, Februar 2021
Episch, emotional und fast unwirklich ist das Programm von Martin Tingvall. Für die erste Zusammenarbeit des Schweden mit einer SWR Big Band mussten manche Songs neu komponiert werden.

Da er sonst meist nur im Trio spielt, hat es sich gelohnt. Unter der Leitung von Magnus Lindgren ist ein besonderes Programm entstanden. 1974 geboren in der südschwedischen Provinz Schonen, schlug Tingvalls Lebensweg schon früh den eines musikalischen Profis ein.

Nach dem Besuch eines Musikgymnasiums studierte er zuerst an „Skurups folkhögskola“, dann an der Hochschule für Musik in Malmö Jazzklavier, Komposition und Improvisation. Zwischendurch absolvierte er ein Auslandssemester in Holland an der „Hanzehogeschool Groningen“, einer Hochschule für Musik.

1999 schloss Martin Tingvall sein Studium mit einem Diplomkonzert an der Hochschule in Malmö ab. Kurz darauf zog er nach Hamburg, wo er als Musiker und als Songwriter mit vielen bekannten Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Musikrichtungen zusammenarbeitet – so zum Beispiel mit Udo Lindenberg, Gunter Gabriel oder Inga Rumpf.

2003 gründete Martin Tingvall gemeinsam mit dem Bassisten Omar Rodriguez Calvo und dem Schlagzeuger Jürgen Spiegel das Tingvall Trio. Seit 2006 sind bei dem Hamburger Plattenlabel „Skip Records“ sechs Studioalben und ein Livealbum des Trios erschienen. Bisher hat Martin Tingvall sämtliche Stücke für das Tingvall Trio komponiert. Das Trio ist nicht nur deutschlandweit tätig und wurde mit drei ECHOS ausgezeichnet, sondern hat sich inzwischen auch erfolgreich in der europäischen Jazzszene etabliert.

Neben den Kompositionen für Piano-Solo und das Tingvall Trio schreibt Martin Tingvall auch Songs für andere Künstlerinnen und Künstler, für Film, Theater und auch andere Projekte. 2012 veröffentlichte Martin Tingvall mit „En ny dag“ sein erstes Piano-Soloalbum, drei Jahre später erschien das zweite Soloalbum, „Distance“.

Montag, 22.08. / 02:00 Uhr / Heimspiel No. 5 ~ SWR Big Band & Ola Onabulé
Phönixhalle im Römerkastell Stuttgart, Oktober 2018
Ein Konzertmitschnitt des Jazzsängers Ola Onabulé zusammen mit der SWR Big Band unter der Leitung von Magnus Lindgren vom Oktober 2018. Diese Aufführung macht einfach nur gute Laune!

Montag, 22.08. / 02:55 Uhr / SWR Big Band & Torsten Maaß
SWR Funkhaus Studiosaal Stuttgart, Januar 2021

Der arrivierte Trompeter Torsten Maaß ist seit vielen Jahren für zahlreiche Big Bands als Komponist, Arrangeur und Gastdirigent tätig.

Unter seiner Leitung spielt die SWR Big Band eine Auswahl seiner vom Leben inspirierten Werke – stilistisch zwischen Modern Mainstream und Bob Brookmeyer, in dessen New Art Orchestra Maaß als Trompeter Gründungsmitglied war.
Torsten Maaß arrangierte für Produktionen mit Max Mutzke, Clueso, Ack van Rooyen und vielen anderen.

Montag, 22.08. / 04:00 Uhr / BLUENITED – das 41. Internationale Lahnsteiner Bluesfestival 2021
(Erstsendung: 10.10.2021)

Blues vereint, verbindet, versöhnt, versammelt. Das Motto des 41. Internationalen Lahnsteiner Bluesfestivals heißt BLUENITED. Erneut zeigt es sich „regional-überregional-international“.

Das Festival präsentiert auch diesmal wieder ein ambitioniertes und internationales Programm, mit Toronzo Cannon aus den USA, Bonita Niessen aus Südafrika und den Blues Shacks aus Deutschland. – Das Beste vom ältesten Bluesfestival Deutschlands!

Noch immer hat die Coronapandemie auch die Blues-Welt fest im Griff, noch immer sind öffentliche Konzerte und Festivals nicht die Regel, sondern die Ausnahme.

Freitag, 26.08. / 22:25 Uhr / Verleihung des 58. Grimme-Preises 2022
Aus dem Theater Marl
Regie: Martin Keiffenheim
Moderation: Jo Schück
Erstausstrahlung

Am Freitag, 26. August, schauen Deutschlands Fernsehmacher wieder gespannt nach Marl. Dort vergibt das Grimme-Institut zum 58. Mal einen der wichtigsten Fernsehpreise Deutschlands.

Insgesamt werden in den vier Wettbewerbskategorien „Fiktion“, „Information & Kultur“, „Unterhaltung“ sowie „Kinder & Jugend“ 16 Grimme-Preise vergeben. 3sat zeigt die Zusammenfassung der Preisverleihung aus Marl. Jo Schück moderiert den Abend.

Der Grimme-Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für Fernsehproduktionen im deutschsprachigen Raum. Ausgezeichnet werden Sendungen, die die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen und innovative sowie qualitative Anstöße geben.

In der Kategorie „Fiktion“ gehen die Preise an folgende Produktionen: „Die Ibiza-Affäre“, „Polizeiruf 110 – Sabine“, „Tina mobil“, „Geliefert“ und „Sörensen hat Angst“. Schauspieler und Regisseur Bjarne Mädel erhält für die Produktionen „Geliefert“ und „Sörensen hat Angst“ gleich zwei Preise.

In der Kategorie „Information & Kultur“ werden ausgezeichnet: „Charité intensiv: Station 43“, „Hanau – Eine Nacht und ihre Folgen“, „Oeconomia“ und „Schwarze Adler“. Der Grimme-Preis für die Besondere Journalistische Leistung geht an Katrin Eigendorf für ihre empathischen und mutigen Reportagen zur Lage der Frauen und Mädchen in Afghanistan.

In der Kategorie „Unterhaltung“ werden 2022 ausgezeichnet: Daniel Donskoy („Freitagnacht Jews“), Joko Winterscheidt („Wer stiehlt mir die Show?“) sowie Kurt Krömer und Torsten Sträter („Chez Krömer“).

In der Kategorie „Kinder & Jugend“ geht der Grimme-Preis in diesem Jahr an „Offen un‘ ehrlich“ und „Seepferdchen“. Den Grimme-Preis Spezial erhalten Petra Boberg und Christine Rütten für die Konzeption und Realisation der Doku-Reihe „Am Limit?! Jetzt reden WIR!“

Der Publikumspreis der Marler Gruppe geht an „The Mopes“, für ihre schauspielerische Leistung wird unter anderen Nora Tschirner ausgezeichnet. Die besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschulverbands geht an Anke Engelke. Darüber hinaus wird in diesem Jahr zum ersten Mal auch der Preis der Studierendenjury („Una Primavera“) vergeben.

Die Nominierungskommissionen und Jurys sind mit Vertreterinnen und Vertretern aus Fernsehkritik, Publizistik, Medienwissenschaft und mit Bildungsfachleuten zusammengesetzt, die vom Grimme-Institut für diese Aufgabe berufen werden.

Redaktionshinweis: Die ZDF/3sat-Koproduktion „Oeconomia“, ein Dokumentarfilm von Carmen Losmann (Erstausstrahlung in 3sat: 8.11.2021), wurde im Wettbewerb „Information & Kultur“ mit einen Grimme-Preis für Buch/Regie (Carmen Losmann) und Bildgestaltung (Dirk Lütter) ausgezeichnet.

„Oeconomia“ ist bis zum 8. November in der 3satMediathek zu sehen.


Kalenderwoche 35:

Samstag, 27.08. / 20:15 Uhr / 3satFestspielsommer: Elina Garanca – Klassik unter Sternen
Stift Göttweig, Österreich, Juli 2022
Mit Jonathan Tetelman (Tenor) und
Marina Monzó (Sopran)
Orchester: Symphonieorchester der Wiener, Volksoper
Musikalische Leitung: Karel Mark Chichon
Moderation: Barbara Rett

Die große Gala „Klassik unter Sternen“ mit Operndiva Elīna Garanča in der besonderen Atmosphäre des barocken Stift Göttweig ist ein einzigartiger Open-Air-Klassik-Genuss, der Tradition hat.

Hoch über der Donau thront das Stift und bildet die wunderbar mystische Kulisse für die Open-Air-Bühne. Das bunte Programm bietet klassische Opernarien und bekannte internationale Lieder. Highlights, die eingefleischte Opernfans als auch Einsteiger begeistern.

Elīna Garanča und ihr Ehemann Karel Mark Chichon setzen seit Jahren auf Auftritte mit jungen, aufstrebenden Talenten der Opernwelt. Gemeinsam haben sie den Wettbewerb „ZukunftsStimmen“ ins Leben gerufen. Die erstplatzierte Person darf bei „Klassik unter Sternen“ an der Seite von Elīna Garanča singen.

Redaktionshinweis: 3sat setzt den diesjährigen „3satFestspielsommer“ am Samstag, 3. September, um 20.15 Uhr mit der Oper „Aus der Arena di Verona – Georges Bizet: Carmen“ fort.

Samstag, 27.08. / 22:10 Uhr / Kaminer Inside: documenta 15
Film von Nadja Kölling
mit Wladimir Kaminer

Die documenta in Kassel gilt als wichtigste Kunstausstellung weltweit. Doch was 2022 als großes Fest der Kunst geplant war, geriet zum Skandal.

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer ist nach Kassel gereist, um auf dieser politisierten „documenta fifteen“ zu fragen: „Was und wo ist eigentlich die Kunst?“

An 32 Ausstellungsorten, über die ganze Stadt verteilt, werden noch bis zum 25. September 2022 Millionen von Besucherinnen und Besuchern entdecken können, was die Ausstellungsmacher der 15. documenta als Gegenwartskunst präsentieren. Mehrfach hat Wladimir Kaminer Kassel und die Weltkunstschau besucht und sich im Gespräch mit Profis der Szene einem gänzlich neuen, sehr politisch geprägtem Kunstbegriff angenähert.

Erstmals hat ein indonesisches Künstlerkollektiv in Kassel die künstlerische Leitung übernommen: Ruangrupa entwickelt für die „documenta fifteen“ ein radikal neues Konzept, angelehnt an das indonesische „lumbung“, eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert wird. Es geht um die Idee des Teilens von Ressourcen zum Wohle aller. Mit Farid Rakun, einem der Ruangrupa-Künstler, spricht Wladimir Kaminer über Sinn und Zweck: „Kunst ist Leben. Und ‚lumbung‘ ist eine Lebensweise. Wir wollen Gemeinschaft und Nachhaltigkeit in den Vordergrund bringen.“

Doch statt der Gemeinschaft zu feiern, provozierte die „documenta fifteen“ gleich zu Beginn einen handfesten Skandal. Auf einem prominent platzierten Banner des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi wurden antisemitische Darstellungen entdeckt. Bereits im Vorfeld waren antisemitische Anschuldigungen gegen Ruangrupa laut geworden. Die Künstler und Kollektive haben sich entschuldigt und die Vorwürfe von sich gewiesen, doch welche Konsequenzen der Antisemitismus-Eklat nach sich ziehen wird, ist noch unklar. Fest steht: Der Skandal überschattet die gesamte Kunstausstellung, bei der es ausgerechnet um Dialog und Miteinander gehen sollte, und die politischer ist als all ihre Vorgänger.

„Worum geht es hier eigentlich, um Politik oder Kunst“, fragt Wladimir Kaminer? „Wo ist denn hier die Kunst, wo sind die wunderschönen Gemälde, die ich mir im Wohnzimmer an die Wand hängen kann?“ Er trifft Künstler wie Njoki Ngumi und Sunny Dolat von „The Nest Collective“, die Altkleiderballen zu einem riesigen Pavillon aufgetürmt haben. Mit einem Film im Innern will die Installation „Return to Sender“ auf die Müllproblematik aufmerksam machen, mit der unbrauchbare Altkleider aus dem globalen Norden nach Afrika verschickt werden. Politischer Aktivismus mit einer klaren Botschaft, meint Kaminer – aber: Kunst?

Kaminer spricht mit dem rumänischen Künstler Dan Perjovschi, der eine gigantische Zeitung auf den Asphalt zeichnet und die Säulen des ehrwürdigen Fridericianums in Kolumnen verwandelt. Mit den Vertretern von „Trampoline House“ spricht Kaminer über das rigide Asylsystem Dänemarks. „Wir machen politische Kunst, sozial engagierte Kunst. Darum geht es hier bei der documenta 15, um neue Modelle des Miteinanders zu zeigen und voneinander zu lernen“, erklärt Tone Olaf Nielsen.

Von Andrea Linnenkohl, General Coordinator der Ausstellung und Mitglied des künstlerischen Teams, lässt sich Kaminer die Ziele und Ausrichtung der „documenta fifteen“ erklären: „Es geht documenta-Ausstellungen nicht darum, eine Ästhetik zu zeigen, die ausschließlich glücklich macht, sondern zu zeigen, was gerade in der Welt passiert – und eben auch Missstände aufzuzeigen und sie an das Publikum so zu transportieren.“

Einen der bekanntesten Kunstsammler Deutschlands, Harald Falckenberg, bittet Kaminer um eine Einschätzung über die Grenzen zwischen Kunst und Politik. „Diese Sprache über die Bilder, die unsere ganze Gesellschaft mehr und mehr beherrscht, die wird hier konsequent abgebildet. Die documenta ist ein Spiegelbild der Wirklichkeit. Und da kann man sagen, diese Wirklichkeit ist sehr blöd und doof. Oder man kann sagen, sie ist gut“, meint Falckenberg.

Vom Kassler Szenebar-Besitzer Dirk „Bob“ Wachholder erfährt Kaminer, wie sehr die documenta die Kleinstadt und ihre Einwohner prägt. Erstmals werden nun Wachholders Bar und der umliegende Hof zum Ausstellungsort der Kunstschau. Allerdings: Auch dort gibt es kaum Kunstwerke im klassischen Sinne. Stattdessen finden Besucher eine radikal neue Interpretation des Kunstbegriffs: Veranstaltungen, Partys, Workshops – es geht um Gestaltung.

Was genau ist Kunst denn nun eigentlich, fragt sich Wladimir Kaminer und findet Antworten auf dieser sehr besonderen documenta.

Samstag, 27.08. / 22:55 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Mondrian
„Victory Boogie Woogie“
(Erstsendung: 23.12.2019)

„Geheimnis der Meister“ erforscht die berühmtesten Werke niederländischer Künstlerstars – neben den großen, klassischen Werken der Renaissance auch die bahnbrechenden Bilder der Moderne.

Eine Expertengruppe erforscht das Kunstwerk und bildet es originalgetreu nach. Bei Mondrian stößt die Truppe an ihre Grenzen: Die bunten Klebestreifen auf dem berühmtesten Bild der niederländischen Moderne, „Victory Boogie Woogie“, haben es in sich.

Piet Mondrians Farben und seine Formensprache sind seit Jahrzehnten überall präsent, Teil unserer Alltagskultur. Die blauen, roten und gelben Quadrate und Streifen zieren Tassen, Kleider, Möbel und Servietten. Man hat sich daran fast sattgesehen, und es ist schwer geworden, noch die ganz große Kunst darin zu erkennen.

An „Victory Boogie Woogie“, auch die „Nachtwache des 20. Jahrhunderts“ genannt, hat Mondrian in den 1940er-Jahren bis kurz vor seinem Tod zwei Jahre lang in New York gearbeitet. Sein letztes Werk ist auch sein berühmtestes: In den USA ist der Künstler neue Wege gegangen, es gibt keine Linien mehr, nur noch Blöcke, nur noch Flächen. Er konnte das Werk nicht vollenden. Die Recherchen führen bis in kleine New Yorker Krämerläden. Mit originalen Klebestreifen verzweifeln die Kunstdetektive immer wieder – und spüren so der Dynamik dieses Meisterwerks nach.

Sonntag, 28.08. / 10:05 Uhr / Beethovens Wien – Ja, die geliebte Hoffnung …
Von und mit Barbara Rett
(aus der ORF-III-Reihe „Erlebnis Bühne“)
(Erstsendung: 03.01.2021)

Ludwig van Beethoven kam mit 22 Jahren aus Bonn nach Wien. Gemeinsam mit dem Pianisten Rudolf Buchbinder, einem Beethoven-Kenner, begibt sich Barbara Rett auf die Spuren des jungen Genies.

Sie spüren auf unterschiedlichen Stationen den vielen faszinierenden Facetten des großen Komponisten nach. Der zweite Teil der Dokumentation führt in die Umgebung Wiens und nach Niederösterreich – nach Heiligenstadt, Grinzing, Mödling und Baden.

Beethoven sucht dort nicht nur Erholung und Inspiration, sondern auch Heilung für sein Leiden. Die „Sommerfrischen“ inspirieren ihn Jahr für Jahr aufs Neue, es entstehen Kompositionen wie die 6. Symphonie, die „Pastorale“, die heiteren „Mödlinger Tänze“, aber auch die gewaltige 9. Symphonie und die „Missa Solemnis“.

Sonntag, 28.08. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Neue Nationalgalerie Berlin
Gast: Meret Becker

(Erstsendung: 07.11.2021)

Die Neue Nationalgalerie Berlin ist eine Architekturikone der Moderne. Von 1965 bis 1968 von Mies van der Rohe erbaut, wurde sie nach sechs Jahren Sanierung im August 2021 wiedereröffnet.

Markus Brock besucht den gläsernen Kunsttempel und begrüßt als Gast die Schauspielerin Meret Becker. Sie begleitet Markus Brock beim „Museums-Check“ in der Neuen Nationalgalerie, dem letzten Bau des visionären Architekten Ludwig Mies van der Rohe.

Mit der lichtdurchfluteten Glashalle und dem fließenden Grundriss im Ausstellungsgeschoss hat er seine Philosophie des offenen Raums virtuos vollendet. Der denkmalgeschützte Museumsbau wurde bis hin zum Interieur originalgetreu saniert und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Besucher dürfen auf den restaurierten „Barcelona-Sesseln“, Designklassiker von Mies van der Rohe, sogar Platz nehmen.

Die herausragende Sammlung des Museums wird unter dem Titel „Die Kunst der Gesellschaft 1900-1945“ neu präsentiert und zeigt Hauptwerke der Klassischen Moderne, unter anderen von Otto Dix, Hannah Höch und Ernst Ludwig Kirchner. Sie veranschaulichen, wie eng Kunst und Gesellschaft in dieser historischen Umbruchphase verwoben waren.

Aufgewachsen in Berlin in einer Schauspielerfamilie, stand Meret Becker schon als Kind vor der Kamera. Erfolge feierte sie unter anderem mit dem Film „Comedian Harmonists“, als eigenwillige Kreuzberger „Tatort“-Kommissarin und als Schauspieldiva in der Serie „Babylon Berlin“. Doch ihre zweite Karriere als Sängerin ist ihr genauso wichtig: Mit ihrer Band „Meret Becker & The Tiny Teeth“ ist sie 2022 auf Tournee.

Montag, 29.08. / 00:45 Uhr / Roger Waters: Us + Them
Ziggo Dome, Amsterdam, Niederlande, 2018

Über zwei Millionen Fans sind 2017 und 2018 bei 156 Konzerten dabei, als Roger Waters auf seine „Us + Them“-Welttournee geht. Im Juni 2018 werden vier Auftritte in Amsterdam aufgezeichnet.

Das Ergebnis wird im September 2019 auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt. Die „Filmstarts“-Redaktion urteilt: „Ein mitreißender Konzertfilm und ein Kino-Pflichtbesuch für alle Fans.“ „Variety.com“ schreibt: „The film looks and sounds fantastic.“

Roger Waters, Gründungsmitglied von Pink Floyd, dokumentiert 1979 mit seinem Konzeptalbum „The Wall“, dass Popmusik auch Erfolg haben kann, wenn die Texte politisch und gesellschaftskritisch sind. 2018 bezaubert der meinungsstarke Bassist Amsterdam mit einer atemberaubenden Inszenierung aus Musik, Videoprojektionen, Filmsequenzen und einem aufwendigem Lichtdesign.

Seine Themen sind das Schicksal der Flüchtenden in Europa, die Gier der Reichen und die Figur des Donald Trump, an dem sich Roger Waters explizit abarbeitet. Dazu lässt er mitten im Publikum eine riesige Fabrik aus dem Boden entstehen, überrascht mit einer verblüffenden Weltall-Szenerie und spielt dazu mit seiner Band die Hits aus alten Pink-Floyd-Tagen und aus seinem neuen Album „Is This the Life We Really Want?“. „Musikreviews.de“ schreibt: „Waters ist nicht nur leidenschaftlicher, perfekter Musiker, sondern auch ein lauthalser Mahner, der aus voller pazifistischer Überzeugung handelt und diejenigen anprangert, die die Verantwortung für die derzeit so hasserfüllten Zustände tragen.“

Roger Waters wird am 6. September 1943 in England geboren. Sein Vater fällt 1944 im italienischen Anzio im Kampf gegen die deutsche Wehrmacht, ein Verlust, der Roger Waters nach eigenen Aussagen bis heute belastet und den er in vielen seiner Songs thematisiert. Er ist Fan von Bob Dylan und John Lennon und gründet 1965 während seines Architekturstudiums seine erste Band zusammen mit Keyboarder Richard Wright, Schlagzeuger Nick Mason und Sänger und Gitarrist Syd Barrett.

1968 verlässt Syd Barret die Band, Roger Waters wird zum kreativen Kopf und verlässt 1985 Pink Floyd. Am 21. Juli 1990 steht er mit vielen Stars der internationalen Musikszene auf dem ehemaligen Todesstreifen mitten in Berlin vor über 250 000 Zuschauenden und präsentiert sein Meisterwerk „The Wall“. Waters will wachrütteln, kritisiert die Entfremdung der Menschen durch ökonomische Zwänge und prangert Shows und Musicals an, die die Menschen nur ruhigstellen und nicht zum Mitdenken anregen.

Am 2. Juli 2005 steht er im Rahmen des von Bob Geldof organisierten „Live Aid“-Konzerts in London erstmals seit 24 Jahren wieder gemeinsam mit Pink Floyd auf der Bühne. Auch am 12. Mai 2011 tritt Roger Waters wieder mit David Gilmour und Nick Mason in London auf, doch eine Vereinigung von Pink Floyd steht nicht bevor.

Mit seinem 2017er-Album „Is This the Life We Really Want?“ erreicht er erstmals als Solokünstler die Nummer 1 der Musikcharts und geht auf die „Us + Them“-Welttournee. Die für 2020 geplante Nordamerika-Tournee wird aufgrund der COVID-19 Pandemie um ein Jahr verschoben.

Montag, 29.08. / 02:45 Uhr / Eric Clapton: Crossroads Guitar Festival 2019
American Airlines Centre, Dallas, Texas, 2019

Im September 2019 lädt Eric Clapton zur fünften Ausgabe seines „Crossroads Guitar Festival“ nach Dallas. Die besten Gitarristen kommen zugunsten des „Crossroads Centre Antigua“.

1998 wird auf der Karibikinsel Antigua eine Einrichtung zur Rehabilitation von Alkohol- und Drogenabhängigen eröffnet. Clapton ist Miteigentümer und Geldgeber. Selbst ehemals abhängig, schafft Eric Clapton einen Ort, an dem internationale Experten Patienten behandeln.

Nach 2004 in Dallas, 2007 und 2010 in Chicago und 2013 in New York kehrt das „Crossroads“-Event nach Dallas zurück. Mit dabei sind Sheryl Crow, Bonnie Raitt, Albert Lee, Derek Trucks, Doyle Bramhall II, Jeff Beck, Peter Frampton und Citizen Cope, aber auch viele junge Künstler wie Pedro Martins, Daniel Santiago und Lianne La Havas. Wenn Eric Clapton ruft, kommen alle. Er ist der einzige Künstler, der drei Mal in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen wird.

Im Rahmen seiner unzähligen Auszeichnungen dürfte sich der Brite besonders über die Ernennung zum „Officer des Order of the British Empire“ gefreut haben: 1994 erhält er die Auszeichnung aus den Händen von Königin Elizabeth II. für seinen Beitrag zur Musikgeschichte.

Montag, 29.08. / 04:05 Uhr / Chaka Khan: Homecoming
Harris Theatre, Chicago, Illinois, USA, 2019

Am 20. Juli 2019 kehrt die mit zehn Grammys ausgezeichnete Sängerin Chaka Khan in Begleitung einer zwölfköpfigen Band für ein Konzert in ihre Heimatstadt Chicago zurück.

Geboren 1953 als Yvette Marie Stevens bekommt sie von der Black Panther Party den Spitznamen „Chaka“ für ihre Hilfe beim kostenlosen Frühstücksprogramm. Stevie Wonder begleitet Chakas Karriere, die 1984 mit „I Feel for You“, geschrieben von Prince, bekannt wird.

Mit ihrer Band Rufus hat die „Queen of Funk“ einige Hits wie „Ain’t Nobody“ aus dem Jahr 1983, aber auch solo feiert sie Erfolge wie mit „I’m Every Woman“ aus ihrem 1978er-Solodebütalbum „Chaka“. Doch nach den Erfolgen der 1970er- und 1980er-Jahre kämpft Chaka Khan mit ihrer Drogen- und Alkoholsucht, die sie erst in 2000er-Jahren übersteht: „Ich fühle mich geehrt durch die Liebe, die Unterstützung und die Güte meiner Fans weltweit und die Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen durch die ganzen Jahre. In meiner Karriere bin ich einige Male durch die Hölle gegangen, aber ich bin immer noch hier als lebendes Beispiel für Gottes Liebe und Güte“, sagt Chaka Khan rückblickend.

2002 singt sie zusammen mit der Hip-Hop-Band De La Soul, erhält 2004 die Ehrendoktorwürde des Berklee College of Music und wird 2005 mit Gold für die Kompilation „The Best of Chaka Khan“ ausgezeichnet. In den Folgejahren covert sie sehr erfolgreich den Prince-Song „Sign o‘ the Times“ und arbeitet mit Michael McDonald und Anastacia zusammen. Für „Funk This“ gewinnt sie 2008 gleich zwei Grammys, einen für das beste R&B-Album und einen für den Song „Disrespectful“ im Duett mit Mary J. Blige. Im Oktober 2016 singt Chaka Khan im Rahmen eines Tribute-Konzerts für den im April 2016 verstorbenen Sänger Prince im Xcel Energy Center in Saint Paul.

Chaka Khan lebt in Los Angeles und hatte in den 1990er-Jahren einen festen Wohnsitz in Mannheim, wo sie mit dem Schlagzeuger Ralf Gustke und dessen Band Zebra zusammenarbeitet. Miles Davis sagte einmal über Chaka Khan: „Sie singt, wie meine Trompete klingt“, und Aretha Franklin meinte: „Sie ist eine einzigartige, erstklassige Sängerin.“

Montag, 29.08. / 04:50 Uhr / Metallica: S&M 2 – Together Again Live
Chase Center, San Francisco, USA, 2019

Am 6. und 8. September 2019 feiern Metallica 20 Jahre „Symphony & Metallica“. Das mehrfach ausgezeichnete Crossover-Projekt war ein Erfolg, den die Band mit der Fortsetzung wiederholt.

Wieder werden Metallica vom San Francisco Symphony Orchestra begleitet, diesmal unter der Leitung von Edwin Outwater und Michael Tilson Thomas. Im August 2020 wird „S&M 2“ veröffentlicht und begeistert die Fans.

Wayne Isham, der Regisseur des 1999er-„Classic meets Metallica“-Konzerts, führt wieder die Kameras an beiden ausverkauften Abenden mit insgesamt 40 000 Zuschauern. Die Kritiker fragen sich: „Erwartet uns nur ein Aufguss aus dem Jahr 1999?“.

Erwartungsgemäß spielen Metallica die großen Hits, und die Setlist ähnelt dem 1999er-Auftritt. Doch diesmal ist die Halle viel größer, Metallica und das 80-köpfige Orchester stehen in der Mitte, umringt von einem frenetischen Publikum, dass mitsingt und sich kaum beruhigen lässt. Auch sind die Arrangements wesentlicher ausgefeilter als 1999. Das Orchester ist diesmal nicht nur eine Ergänzung, sondern es ist eine Symbiose aus Metal und Klassik.

Neben den Superhits wie „One“, „Master of Puppets“, „Nothing Else Matters“ und „Enter Sandman“ überraschen Metallica mit dem Song „All Within My Hands“ mit akustischen Gitarren und satter Streicherbegleitung.


Kalenderwoche 36:

Samstag, 03.09. / 20:15 Uhr / Aus der Arena di Verona – Georges Bizet: Carmen
Oper in vier Akten nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée

Chordirektor: Ulisse Trabacchin
Leiter des Balletts: Gaetano Petrosino
Künstlerische Leitung: Stella Arauzo
Libretto: Henri Meilhac, Ludovic Halévy
Bühnenbild: Franco Zeffirelli
Kostüme: Anna Anni
Musikalische Leitung: Marco Armiliato
Regie: Franco Zeffirelli
Fernsehregie: Tiziano Mancini
Erstausstrahlung

Eine der erfolgreichsten Opern der Welt eröffnet im Sommer 2022 die 99. Opernfestspiele in Verona: „Carmen“ verwandelt die berühmte Arena in ein Sevilla voller Lust und Freiheit.

Mit „Carmen“ schuf George Bizet eine Oper, die allein durch ihre Titelheldin 1875 für Skandal und Aufruhr sorgte. In einer fulminanten Starbesetzung mit El?na Garanča und Brian Jagde zeigt 3sat die Oper in einer Inszenierung von Franco Zeffirelli.

Die Figur der Carmen – umschwärmt, selbstbewusst und freiheitsliebend – brachte eine neue soziale Schicht auf die Bühne und entsprach so gar nicht dem Idealbild des passiv leidenden Frauentypus dieses traditionellen Genres. Das Meisterwerk Bizets steht für das schockierend realistische Spiel um Liebe und Macht. Der italienische Starregisseur Franco Zeffirelli nutzte die cinemaskopartige Dimension der Arena gleich drei Mal, um den faszinierenden Opernstoff in kraftvolle und authentische Bilder umzusetzen.

Die Titelrolle der schönen Schmugglerin Carmen wird in dieser Inszenierung von El?na Garanča verkörpert, die in der Arena ihr Debüt gibt. Die lettische Mezzosopranistin erntete für ihre Interpretation der Rolle von New York bis Wien Begeisterungsstürme. Den eifersuchtskranken Don José spielt der vielfach ausgezeichnete US-amerikanische Startenor Brian Jagde. Die prachtvollen Kostüme stammen von der italienischen Kostümbild-Ikone Anna Anni.

Auch 2022 entführt „Carmen“ die Zuschauer in die atemberaubende Kulisse der spanischen Stadt Sevilla. Spätestens mit dem Erklingen der imposanten Auftrittsarie „Habanera“ gibt es kein Entkommen aus dem Spiel zwischen Versuchung und Überlegenheit.

Redaktionshinweis: 3sat setzt den diesjährigen „3satFestspielsommer“ am Samstag, 10. September, um 20.15 Uhr mit der Oper „Nabucco“ aus dem Römersteinbruch St. Margarethen fort.

Samstag, 03.09. / 00:35 Uhr / Tina Turner – Simply the Best
Videomusik – Musikvideos
Gestaltung: Michael K. Constantin
(aus der ORF/3sat-Reihe „clip“)
(Erstsendung: 22.07.2000)

Nach einem fulminanten Auftritt bei den Grammy Awards 2008, gekrönt von Standing Ovations, entschloss sich Tina Turner zu einer Tournee, die sie 2009 auch nach Europa führte.

„Clip“ präsentiert Hits der Rock-Queen, unter anderem „Private Dancer“, „What’s Love Got to Do with It“, „Steamy Windows“, „Nutbush City Limits“, sowie das Duett „Tonight“ mit David Bowie.

Sonntag, 04.09. / 3satThementag: Naturgewalten


Kalenderwoche 37:

Samstag, 10.09. / 19:20 Uhr / Reload für die Kunstwelt ~ Wie Robotik und KI die Kreativität verändern
Film von Frauke Schlieckau
(Erstsendung: 16.01.2021)

Kunst, die mit künstlicher Intelligenz und Robotik arbeitet, liegt im Trend. Aber schaffen in Zukunft Algorithmen und nicht mehr die Künstlerinnen und Künstler die Kunstwerke?

Wie viel Robotik verträgt die Kunst? Immerhin ist Kunst ein Ausdruck menschlichen Erlebens und ein Versuch, die Bedingungen unseres Seins zu verhandeln. Kann sich eine Maschine in den komplexen Prozess einfügen, der für das Schaffen eines Kunstwerks nötig ist?

Was die einen für revolutionär halten, halten die anderen für effekthascherisch, kitschig und gefährlich.

Der Künstler Patrick Tresset hat Roboter entwickelt, die für ihn seine Porträts zeichnen. Das Theaterkollektiv Rimini Protokoll fertigte für das Theaterstück „Uncanny Valley“ ein animatronisches Double des Schriftstellers Thomas Melle, das dem Original verblüffend ähnlichsieht. Marina Abramović erschuf ein Hologramm von sich selbst, das stellvertretend für sie eine Dauer-Performance aufführt. Und der Brite Aidan Meller sorgte mit seiner Roboterkünstlerin Ai-Da für Schlagzeilen, die mittels künstlicher Intelligenz leistet, was bisher nur Menschen gelang: eigenständig Kunstwerke zu erschaffen.

Ereignisse, die erahnen lassen, wie die Kunst der Zukunft aussehen könnte, aussehen wird. Fest stand bisher: Die Künstlerin, der Künstler ist ein Genie und somit unersetzlich – doch das könnte sich künftig ändern. Beeindruckende Beispiele gibt es schon: Das von künstlicher Intelligenz erstellte „Portrait of Edmond de Belamy“ wurde vom Auktionshaus Christie’s für 432.500 Dollar versteigert, das Vierzigfache des geschätzten Wertes. Urheber des Bildes: künstliche Intelligenz. Hinter dem Coup steckt das Pariser Kollektiv Obvious.

Seitdem wird darüber gestritten, wer der eigentliche Künstler des Porträts war: die künstliche Intelligenz – oder das Kollektiv Obvious, das sie zum Einsatz gebracht hat.

Die Dokumentation geht im Kontext der neuen technischen Entwicklungen von künstlicher Intelligenz und Robotik der Frage nach, wie sich die Idee der Künstleridentität, die aus sich selbst schöpft, in Zukunft verändern könnte. Steht der Geniebegriff erstmals seit Anbeginn der Kunstgeschichte zur Disposition? Und wie ist die Nutzung zu bewerten: als herannahender Albtraum, weil die Maschine den Menschen auch im Bereich der Kreativität zu ersetzen droht, oder als Chance, die Kunstproduktion zu erweitern und zu bereichern?

In der Dokumentation äußern sich die Künstler Mat Collishaw, Patrick Tresset, Lynn Hershman Leeson, Markus Lüpertz und Marina Abramović, die Kuratorin Cornelia Oßwald-Hoffmann, der Musikproduzent Mark Bishop, das Autoren-Regie-Team Rimini Protokoll, die Kunst- und Rechercheagentur Forensic Architecture sowie der Künstler Aidan Meller und seine Roboterdame Ai-Da.

Samstag, 10.09. / 20:15 Uhr / Nabucco
„Oper im Steinbruch“, St. Margarethen, 2022

Mit Lucas Meacham, Jinxu Xiahou u. a.
Chor: Philharmonia Chor Wien
Orchester: Piedra Festivalorchester
Musikalische Leitung: Alvise Casellati
Regie: Francisco Negrin

Der Steinbruch St. Margarethen mit seinen Schluchten und Anhöhen bietet die ideale Kulisse für einen spannungsgeladenen Opernabend mit Giuseppe Verdis erstem großen Erfolg, „Nabucco“.

Die dramatische Geschichte aus dem Alten Testament erzählt vom Kampf des größenwahnsinnigen babylonischen Königs Nabucco und dem unterdrückten Volk der Israeliten im antiken Babylon. Eine Oper über Machtstreben und Hybris, Gefangenschaft, Befreiung und Liebe.

Weltberühmt ist bis heute der Klagechor der jüdischen Gefangenen „Va, pensiero, sull’ali dorate“ – „Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen“ – und wurde bereits zu Verdis Zeiten zur heimlichen Nationalhymne Italiens.

Redaktionshinweis: 3sat setzt den „3satFestspielsommer“ am Sonntag, 11. September, um 11.20 Uhr mit „Musiksommer in Wernigerode“ fort. Am Samstag, 17. September, um 20.15 Uhr endet der „3satFestspielsommer“ mit „Last Night of the Proms 2022“.

Sonntag, 11.09. / 10:05 Uhr / Literaturclub
(Erstsendung: 30.08.2022)

„Literaturclub“ diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt.

In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 11.09. / 11:20 Uhr / Musiksommer in Wernigerode
Konzerthaus Liebfrauen, Wernigerode, Juli 2022

Mit Mohamed Hiber (Violine)
Programm:
– Maurice Ravel: „Pavane pour une infante défunte“
– Wolfgang Amadeus Mozart: „Violinkonzert A-Dur KV 219“
– Emilie Mayer: „Sinfonie Nr.1 c-Moll“
Orchester: MDR-Sinfonieorchester
Musikalische Leitung: Michael Balke

Beim „Musiksommer in Wernigerode“ spielt das MDR-Sinfonieorchester Werke von Maurice Ravel, Wolfgang Amadeus Mozart und Emilie Mayer. Am Pult steht der junge Dirigent Michael Balke.

Emilie Mayer (1812-1883) erhielt eine solide musikalische Ausbildung im mecklenburgischen Friedland, wo ihr Vater eine florierende Apotheke betrieb. Emilie hielt es nicht lange auf dem Lande, sie studierte bei Carl Löwe im nahen Stettin.

Den Ritterschlag als Tonsetzerin erhielt sie bei Adolf Bernhard Marx am Berliner Konservatorium. Emilie Mayer eroberte nach und nach die europäischen Konzertsäle, schrieb Sinfonien, Ouvertüren, Kammermusik und Lieder, starb schließlich hochgeehrt in Berlin.

Neben Mayers 1. Sinfonie stehen Werke von Ravel und Mozart auf dem Programm. Dessen Violinkonzert KV 2019 spielt der brillante französische Nachwuchsgeiger Mohamed Hiber, Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung.

Die zum Konzerthaus umgebaute Liebfrauenkirche Wernigerode, die im März 2022 eröffnet wurde, hat eine herausragende Raumakustik, die es selbst mit den berühmtesten Konzertkirchen in Deutschlands aufnehmen kann.

Redaktionshinweis: Im Anschluss, um 12.35 Uhr, stellt Kim Fisher das Schloss Wernigerode vor.
Der „3satFestspielsommer“ endet am Samstag, 17. September, um 20.15 Uhr mit „Last Night of the Proms 2022“.

Sonntag, 11.09. / 12:35 Uhr / Kim Fisher entdeckt Schloss Wernigerode
Film von Susanne Köpcke
(Erstsendung: 17.07.2014)

Ein grandioser Blick auf den Brocken und die „Bunte Stadt“ bieten sich Kim Fisher von Schloss Wernigerode. Es ist ein märchenhaftes Anwesen, das schon oft als Filmkulisse genutzt wurde.

1978 drehte die DEFA dort den zauberhaften Märchenfilm „Schneeweißchen und Rosenrot“. 2012 wurde „Das kleine Gespenst“ nach dem Bestseller von Otfried Preußler verfilmt. Ob die Vorfahren des „Kleinen Gespensts“ auch schon in dem Schloss lebten, ist nicht bekannt.

Wohl aber, wer dieses „Märchenschloss“ geplant und gebaut hat: Es war ein junger Mann aus Blankenburg mit dem schönen Namen Carl Frühling. Er war gerade erst 23, als er 1862 mit dem historischen Umbau des Schlosses begann. Mehr als zwei Jahrzehnte dauerte die Umgestaltung der einstigen Höhenburg aus dem 12. Jahrhundert zum Repräsentationsschloss. Sehr detailreich, opulent und ziemlich gewaltig wurde es zu einem „Leitbau“ des norddeutschen Historismus. Es gewährt dem Besucher noch heute tiefe Einblicke in die Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts.

Bauherr war Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode, Regent, Diplomat und Politiker – und einst als Vizekanzler der zweite Mann nach Otto von Bismarck. So nimmt es nicht wunder, dass Schloss Wernigerode ein Ort wichtiger politischer Begegnungen war. Allein Kaiser Wilhelm I. weilte acht Mal auf Schloss Wernigerode.

Heute ist das „Märchenschloss“ eine touristische Attraktion. Um die 180.000 Besucher kommen jährlich auf den Bergsporn. 2014 könnten es noch mehr sein, denn Wernigerode ist Gastgeber für den „Sachsen-Anhalt-Tag“, und auf dem Festumzug wird auch das Wahrzeichen von Wernigerode „mitfahren“.

Sonntag, 11.09. / 18:35 Uhr / See Me – A Global Concert
Film von Bernadette Wegenstein
(Erstsendung: 26.12.2021)

Mitten in der COVID-Pandemie entstand ein Film, der von der völkerverbindenden Kraft der Musik erzählt: „See Me – A Global Concert“ wurde vom Weltwirtschaftsforum in Auftrag gegeben.

Der Film unter Beteilung des Radio Symphonie Orchesters Wien, seiner Chefdirigentin Marin Alsop, Weltstar Yo-Yo Ma und Musikern aus aller Welt erlebte in Davos seine Uraufführung. Musikalisches Herzstück von „See Me – A Global Concert“ ist Beethovens „Pastorale“.

Die Darbietungen von Solist Yo-Yo Ma, jungen Ensembles und Chören sowie dem Radio Symphonie Orchesters des ORF wurden in Österreich, Brasilien, China, Italien, Südafrika und in den USA in Szene gesetzt – sowie in Afghanistan, wo nach Machtübernahme der Taliban ein derartiges Projekt in naher Zukunft wahrscheinlich nicht mehr realisierbar sein wird.

Montag, 12.09. / 01:00 Uhr / Meine Welt ist die Musik – Der Komponist Christian Bruhn
Dokumentarfilm von Marie Reich, Deutschland 2017
Länge: 81 Minuten

Seinen Namen kennen nur wenige. Dabei hat Christian Bruhn quasi die Bundesrepublik vertont. Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Komponisten und Musikproduzenten der Schlagerbranche.

Bruhns Musik hingegen ist bekannt: Ob Schlager wie „Marmor Stein und Eisen bricht“, Serienmelodien für „Heidi“, „Timm Thaler“ und „Captain Future“ oder Werbe-Jingles von Maggi bis Milka: Mehr als 2500 Kompositionen hat Christian Bruhn geschrieben.

Der Dokumentarfilm „Meine Welt ist die Musik – Der Komponist Christian Bruhn“ von Marie Reich zeichnet das ansteckend beschwingte Porträt eines Mannes, der von Anfang der 1960er-Jahre bis heute generationsübergreifend die Menschen mit seiner Musik begleitet und berührt hat. Im Film gibt der 84-Jährige Einblick in sein vielschichtiges Werk, das einen immer wieder überrascht. Er öffnete sein Archiv und erzählt auf unterhaltsame Weise aus seinem Leben – oder lässt die Musik es tun.

2019 lief der Dokumentarfilm „Meine Welt ist die Musik – Der Komponist Christian Bruhn“ erfolgreich in den deutschen Kinos.

Montag, 12.09. / 02:20 Uhr / Friends of Alligatoah
Konzertfilm mit Sido, Esther Graf, Felix Brummer und Mine,
Deutschland 2022

„Friends of Alligatoah“ widmet Rapper Alligatoah und seinen Freunden einen Konzertfilm mit exklusiven Duetten und persönlichen Momenten.

Mit dabei sind neben Alligatoah und Moderatorin Sissy Metzschke diesmal auch Sido, Felix Kummer, Mine und Newcomerin Esther Graf.

Montag, 12.09. / 03:50 Uhr / Gemeinsam lauter – Die schönsten Songwriterinnen Livesessions
(Erstsendung: 25.02.2022)

Dieses „PULS Startrampe“-Spezial ist ausschließlich Songwriterinnen gewidmet. Mit dabei sind LUNA aus Passau, LIENNE aus Augsburg, Umme Block aus München und Elena Steri aus Nürnberg.

Die Sendung zeigt sie und andere in grandiosen Livesessions in Clubs, die derzeit geschlossen sind, für die „PULS Startrampe“ aber extra die Türen geöffnet haben. The future is female!

Wenn man einen Blick auf die Plakate der großen deutschen Sommerfestivals wirft, dann fällt einem schnell auf, dass weibliche Acts dort immer noch unterrepräsentiert sind. Trotz zahlreicher Debatten über ein ausgeglicheneres Booking auf Festivals ändert sich an dieser Situation nur langsam etwas.

Dass ein geschlechtergerechtes Line-up möglich ist, beweisen hingegen nicht nur Festivals wie das „PULS Open Air“, sondern auch Sendungen wie die „PULS Startrampe“. Seit Jahren werden hier die Geschichten von Songwriterinnen erzählt, und nun gibt es einige ihrer grandiosen „PULS Startrampe“-Livesessions gesammelt in einer Sendung.

Montag, 12.09. / 04:20 Uhr / PULS Festival 2019: Alice Phoebe Lou
(Erstsendung: 27.02.2020)

Beim „PULS Festival“ spielen einige der aktuell besten Bands in den Orchesterstudios des Bayerischen Rundfunks in München. 2019 mit dabei: die südafrikanische Wahlberlinerin Alice Phoebe Lou.

Mit den gefühlvollen Songs ihres Albums „Paper Castles“ tourte Alice Phoebe Lou mit großem Erfolg auf der ganzen Welt. Neben ihrer Show im Studio 1 des Bayerischen Rundfunks zeigt die Sendung Ausschnitte aus einem Interview, in dem sie aus ihrem Leben erzählt.


Kalenderwoche 38:

Samstag, 17.09. / 06:20 Uhr / Kulturzeit extra: Bilanz der documenta 15: Ein Skandal, seine Bedeutung und die Folgen
Moderation: Vivian Perkovic
(Erstsendung: 16.09.2022)

Die „documenta fifteen“ hat vor allem wegen Werken mit antisemitischer Bildsprache für Aufmerksamkeit gesorgt. Hat Deutschlands wichtigste Kunstaustellung über den Skandal hinaus Bedeutung?

„Kulturzeit extra“ zieht Bilanz – unter anderen mit Meron Mendel, dem Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, der sehr engagiert mitdiskutiert hat. Wie wird der Antisemitismus-Skandal aufbereitet, nach dem Rücktritt von Generaldirektorin Sabine Schormann?

Sind die Strukturen der documenta – die Trägerschaft von Stadt, Land und Bund – mit daran schuld, dass es zu dem Eklat kommen konnte? Werden jetzt neue, vielleicht bessere Strukturen entwickelt? Welche Rolle spielt der Interimsleiter Alexander Farenholtz dabei? Der Ruf nach mehr Kontrolle ist jedenfalls laut.

Wie sieht die Zukunft der documenta aus? Wird es die Kunstausstellung weiterhin geben, von der manche sagen, dass derlei Mammutausstellungen ihre Zeit überlebt haben? Und wird sie in Kassel bleiben, was auch einige Politiker hinterfragen?

Eine andere Frage wird die Bewertung der künstlerischen Arbeit im Kollektiv sein. Das indonesische Künstlerkollektiv Ruangrupa war ja angetreten, mit zehn Personen ein völlig neues Konzept für die Schau zu machen, die in den vergangenen 40 Jahren nur von einer einzigen Kuratoren-Persönlichkeit ausgeübt wurde.

Wie ist das Arbeiten im Kollektiv zu bewerten? Zeigt die Erfahrung in Kassel, dass das kollektive Arbeiten gescheitert ist? Und wie ist das Konzept im Nachhinein zu beurteilen, den „globalen Süden“ mit der Kultur und Kunst des Westens in Kontakt zu bringen? Man könnte sagen, dass es eine schöne Utopie war, die da ausprobiert wurde. Die Idee, dass man voneinander lernen könnte.

Mit Beiträgen und Gesprächspartnern sucht „Kulturzeit extra“ Antworten. Vor Ort in Kassel schaltet sich „Kulturzeit“-Moderation Cecile Schortmann immer wieder live in die Sendung ein.

Samstag, 17.09. / 10:10 Uhr / Schönbrunn – Quelle der Schönheit
Film von Georg Riha
(aus der ORF-Reihe „Universum“)

Moderation: Sir Peter Ustinov
(Erstsendung: 19.12.2002)

Schloss Schönbrunn mit seinen Nebengebäuden und dem weitläufigen Park mit Tiergarten zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern Österreichs. Ein Spaziergang mit Sir Peter Ustinov.

Kein anderes Bauwerk repräsentiert so trefflich die wechselhafte Geschichte Österreichs: ein Spiegelbild seiner einstigen Bewohner, ein Zaubergarten mit botanischen Schätzen und zugleich gezähmter Wildnis, die dem Herrschaftsanspruch der Habsburger entsprach.

Die kühne Vision der Architekten geriet zum glanzvollen Zeugnis des glanzlosen Niedergangs vom habsburgischen Weltreich.

Samstag, 17.09. / 11:00 Uhr / Sommernachtskonzert Schönbrunn 2022
Mit Gautier Capuçon (Violoncello)
Programm:
– Ludwig van Beethoven: Ouvertüre Nr. 3 zu „Leonore“, op. 72
– Mykola Lysenko: Valse „La Séparation“
– Arturs Maskats: Tango für symphonisches Orchester
– Camille Saint-Saëns: Konzert für Violoncello Nr. 1, op. 33
– Gioacchino Rossini: Ouvertüre zu „La gazza ladra“
– Georges Enescu: Rumänische Rhapsodie Nr. 1, op. 11/1
– Bedrich Smetana: Ouvertüre zu „Die verkaufte Braut“
– Antonín Dvorák: Slawischer Tanz in e-Moll, op. 72/2
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Andris Nelsons

Vor der Traumkulisse von Schloss Schönbrunn laden die Wiener Philharmoniker zum Sommernachtskonzert. Angesichts des Kriegs in der Ukraine ist die Mission: Völkerverständigung durch Musik!

Dem berühmten Orchester liegt es sehr am Herzen, die verbindende Kraft der Musik in den Vordergrund zu stellen. Den paneuropäischen Gedanken stärken die Wiener Philharmoniker durch die besondere Programmauswahl. Solist des Abends ist Cellist Gautier Capuçon.

Samstag, 17.09. / 19:20 Uhr / Die Emojikalypse ~ Wie Bilder unsere Kultur verändern
Film von Lilly Schlagnitweit und Karsten Gravert
Erstausstrahlung

Emoticon verschickt 🙂 Seither verändert sich die Welt rasant in Richtung Post-Schrift-Gesellschaft. Droht mit den Zwinker-Smileys die Gefahr, dass Kommunikation immer trivialer wird?

Oder sind die vielen Memes, GIFs und Bildchen nicht ein Grund zur Freude, weil durch sie universeller, schneller und kreativer kommuniziert wird? Und was bedeutet diese Bilderschrift – Innovation oder kultureller Rückschritt?

Einer Umfrage zufolge nutzen allein bei den über 16-Jährigen 78 Prozent aller Deutschen Emojis. Dass wir mit Bildern kommunizieren, ist erstmal nicht neu. Davon zeugen auch die analogen Vorläufer der Emojis: Piktogramme im Alltag. Neu sind allerdings die Fülle der Bilder und ihre massenhafte Verwendung in der digitalen Kommunikation. Typograf Erik Spiekermann lässt das Emoji-Alphabet gar an Hieroglyphen denken. Entwickelt sich hier eine neue Bilderschrift?

Der Linguist Florian Busch hat in einer Studie die WhatsApp-Kommunikation bei Jugendlichen untersucht. Bei der Auswahl des passenden Emojis werden dort eigene Regeln angewandt, je nach Absender und Empfänger. Die stehen allerdings in keinem Nachschlagewerk. Sind Missverständnisse also vorprogrammiert? Und wie schlagen sich beispielsweise Blinde durch, wenn sie an einem Großteil der bildhaften Kommunikation nicht teilnehmen können?

Wächter über die Emojis ist das Unicode-Konsortium mit Sitz in Kalifornien. Vorschläge für Emojis kann dort jeder einreichen. Doch obwohl die ganze Welt Emojis benutzt, bestimmt nur eine Handvoll Personen darüber, welche es davon neu auf die Smartphone-Tastaturen schaffen. In den letzten Jahren waren das unter anderem mehr verschiedene Hautfarben oder Beziehungskonstellation.

Jennifer Daniel, Vorsitzende des Unicode-Emoji-Komitees sagt, allen Wünschen nachzukommen, sei nicht möglich. Nicht nur, weil das den Platz auf den Geräten sprengen würde: Die Emojis müssten bestimmte Kriterien erfüllen, etwa möglichst vielseitig einsetzbar sein. Statt unendlich viele neue Emojis in den Unicode-Standard aufzunehmen, wünscht sich Daniel, dass User verschiede Emojis kombinieren und selbst kreativ werden.

Künstlerin und Emoji-Expertin Lilian Stolk hätte trotzdem gern, dass alle mitbestimmen können, was Teil unseres Emoji-Sprachschatzes wird und was nicht: „Warum war ein explizites Menstruations-Emoji dem Konsortium zu spezifisch, eine Öllampe aber nicht? Warum gibt es einen Salzstreuer, aber keine Pfeffermühle?“ Stolk hat einen Emoji-Voter entwickelt, mit dem jeder abstimmen kann: Brauchen wir dieses Emoji – oder nicht? Denn Emojis dienen nicht nur dem Spaß, sie können auch Repräsentation bedeuten.

Ebenfalls im Film zu Wort kommen: Ur-Emoticon-Erfinder Scott E. Fahlman, Emoji-Entwickler Shigetaka Kurita, dessen Werke heute im MoMA in New York hängen, die Kulturwissenschaftlerin Gala Rebane, die Psychologin Wera Aretz, der Grafik-Designer O’Plérou Grebet sowie der Psychiater Manfred Spitzer.

Samstag, 17.09. / 20:15 Uhr / Last Night of the Proms 2022
Aufzeichnung aus der Royal Albert Hall, September 2022

Mit Lise Davidsen (Sopran), Sheku Kanneh-Mason (Cello) und den BBC Singers

Programm:
– James B. Wilson: „1922“
– Samuel Coleridge-Taylor: „Deep River“
– Richard Wagner: „Dich, teure Halle“
– Pietro Mascagni: Osterhymne
– Giuseppe Verdi: „Vieni! t’affretta!“
– Doreen Carwithen: Ouvertüre „ODTAA“
– Karl Davydov: „At the Fountain“
– Thomas Arne: „Rule, Britannia!“
– Edward Elgar: „Pomp and Circumstance“, March No. 1 in D major
– Hubert Parry: „Jerusalem“

Chor: BBC Symphony Chorus
Orchester: BBC Symphony Orchestra
Musikalische Leitung: Dalia Stasevska
Erstausstrahlung

Die „Last Night of the Proms“ bildet alljährlich den krönenden Abschluss der Londoner Promenadenkonzerte in der Royal Albert Hall. Sie zählt zu den internationalen Konzert-Highlights.

2022 sind Cellist Sheku Kanneh-Mason und die norwegische Sopranistin Lise Davidsen zu Gast. Gemeinsam mit dem BBC Symphony Orchestra, den BBC Singers und dem BBC Symphony Chorus präsentieren sie unter der Leitung von Dalia Stasevska beliebte klassische Melodien.

Seit rund 80 Jahren ist die „Last Night of the Proms“ in der Royal Albert Hall das krönende Highlight der Londoner Promenadenkonzerte, dem weltgrößten klassischen Musikfestival. Zu „Auld Lang Syne“ oder Edward Elgars „Pomp and Circumstance“ wehen dabei neben britischen Flaggen spätestens seit dem Brexit auch europäische Flaggen im Publikum, die beim gemeinsamen Mitsingen geschwungen werden.

In diesem Jahr steht mit Sheku Kanneh-Mason einer der derzeit gefragtesten Cellisten auf der Bühne. Bekannt durch seinen Auftritt bei der royalen Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle vor einem Millionenpublikum, ist der gebürtige Brite längst zu einer internationalen Koryphäe seines Fachs geworden.

Die norwegische Sopranistin Lise Davidsen bezaubert seit einigen Jahren das Konzert- und Opernpublikum weltweit. Nach zahlreichen Preisen bei den renommiertesten Musikwettbewerben wie der Operalia ist sie regelmäßig auf den größten Bühnen wie der Metropolitan Opera, Covent Garden, La Scala und vielen mehr zu erleben.

Redaktionshinweis: Mit „Last Night of the Proms 2022“ endet der diesjährige „3satFestspielsommer“.

Samstag, 17.09. / 21:50 Uhr / Maria by Callas
Dokumentarfilm von Tom Volf, Frankreich 2017

Länge: 114 Minuten

Zwei Menschen, sagte sie, gebe es in ihr: Maria und die Callas. Die Frau, deren Schicksal es war, sich der Kunst zu opfern. Und die Sopranistin auf der Suche nach absoluter Vollkommenheit.

Maria Callas (1923-1977) spricht in dem Dokumentarfilm von Tom Volf offen über sich selbst. Kern ist ein bislang unveröffentlichtes Fernsehinterview der griechisch-amerikanischen Sängerin, begleitet von zahlreichen privaten Aufnahmen und viel Musik aus ihren Opern.

In dem Interview aus dem Jahr 1970 ruft die Operndiva sehr persönlich auch ihre Anfänge als Wunderkind in Erinnerung. Anhand von privaten Foto- und Super-8-Aufnahmen, Aufzeichnungen ihrer großen Auftritte von „Madame Butterfly“ über „Tosca“ bis „Norma“ wie auch ihrer Briefe, die von Eva Mattes gelesen werden, setzt sich das Mosaik eines Lebens im Dienst der hohen Kunst des Belcanto zusammen.

Doch auch die private Liebestragödie mit dem griechischen Reeder Aristoteles Onassis, der sie für die Kennedy-Witwe Jackie verlassen hatte, wird nicht ausgespart. Dabei geht es dem Dokumentarfilmer Tom Volf weniger um die Huldigung des Weltstars Callas und deren Spiegelung in der Presse als vielmehr um ein authentisches Porträt der so unerreichbaren „Primadonna assoluta“ des 20. Jahrhunderts.

Opernfans kommen auf ihre Kosten: Mit insgesamt zehn komplett ausgesungenen Arien nimmt sich die französische Fernsehproduktion die nötige Zeit, die musikalische Strahlkraft der Ausnahmesängerin Callas wirken zu lassen.

Sonntag, 18.09. / 12:30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 11.09.2022)

In dieser Ausgabe von „Druckfrisch“ stellt Denis Scheck „Die Nächte der Pest“ von Orhan Pamuk und „Reise mit Clara durch Deutschland“ von Fernando Aramburu vor.

Außerdem in „Druckfrisch“: Musik des südafrikanischen Pianisten Abdullah Ibrahim und Denis Schecks erfrischend pointierte Revue der „Spiegel“-Bestsellerliste, diesmal Sachbuch. Denis Scheck hat eine persönliche Buchempfehlung: „Dark Rome“ von Michael Sommer.

Quarantäne, Reiseverbote und unbelehrbare Seuchen-Leugner: Es ist alles schon da gewesen. Nur viel früher. Der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk erzählt in seinem Historienroman „Die Nächte der Pest“ von der Pest Anfang des 20. Jahrhunderts auf einer Insel im osmanischen Reich.

Im Jahr 1901 bricht auf der Mittelmeerinsel Minger die Pest aus. Ein Quarantäne-Arzt und Abgesandter des Sultans soll die Lage in den Griff bekommen. Doch er trifft auf Ablehnung, Nationalismus und Aberglaube. Die einen leugnen die Gefahr der Seuche, die anderen suchen Schuldige. Der tödliche Erreger droht die osmanische Insel, auf der orthodoxe Griechen und muslimische Türken zusammenleben, noch stärker zu spalten. Und die Schiffe des Sultans wie auch die der westlichen Mächte errichten eine Seeblockade.

Unter dem Druck von innen wie von außen wandelt sich das Leben auf Minger immer mehr in ein autokratisches Regime. Das weist derart viele Parallelen zur heutigen Türkei auf, dass sich Orhan Pamuk mit der Veröffentlichung der türkischen Ausgabe seines Romans bereits eine Klage wegen „Beleidigung Atatürks und der türkischen Fahne“ einhandelte. In erster Instanz wurde die Klage abgewiesen. Denis Scheck hat den Schriftsteller in Istanbul getroffen. Aus dem Türkischen übersetzt wurde der Roman von Gerhard Meier.

„Reise mit Clara durch Deutschland“ ist, wie Fernando Aramburu sagt, sein „glücklichstes Buch“. Ein autofiktionaler Roman über eine lange Autoreise mit seiner Frau Clara durch Deutschland. Ein Buch, das erzählt, wie es ist, wenn ein Spanier auf die graue deutsche Provinz trifft.

Pinkelt ein anarchistischer Spanier auf den Kreidefelsen von Rügen: Von dieser Ungeheuerlichkeit ist gerade viel zu lesen in den Rezensionen, die zu Fernando Aramburus „Reise mit Clara durch Deutschland“ erschienen sind. Das deutsche Nationalheiligtum – besudelt von einem erfolglosen, zu Sarkasmus neigenden Schriftsteller, der seine Ehefrau für eine Recherchereise durch die norddeutsche Tiefebene begleitet. Die soll einen Reiseführer über Deutschland schreiben. Am Ende scheitert das Projekt, doch heraus kommt ein früher Roman des baskischen Autors Fernando Aramburu.

Auf Spanisch erschien das Buch bereits im Jahr 2010. Nachdem Aramburu mit seinem Roman „Patria“ auch in Deutschland eine Fangemeinde aufgebaut hat, liefert der Verlag nun bisher Unübersetztes nach. Für „Druckfrisch“ traf Denis Scheck den Autor in seiner Wahlheimat Hannover. Übersetzung des Romans: Willi Zurbrüggen.

Denis Schecks Empfehlung „Dark Rome“ von Michael Sommer ist ein Sachbuch, das auf die dunkle Seite des Römischen Reiches führt. Michael Sommer erzählt eine Sittengeschichte des Imperiums. Anekdotenreich, faktensatt und voller historischer Rätsel. Denis Scheck meint: „Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Was der deutsche Althistoriker Michael Sommer in seinem äußerst kurzweiligen Buch ‚Dark Rome‘ über das geheime Leben der Römer daraus zutage fördert, liest sich faszinierend. War Marc Aurel opiumsüchtig? Wie viele Kaiser starben eines natürlichen Todes, wie viele wurden vergiftet, erschlagen oder von Usurpatoren vom Purpur entkleidet? Und warum zwang Kaiser Augustus Römern und vor allem Römerinnen eine neue Prüderie auf und schritt per Gesetz gegen die legere Sexualmoral am Ende der Republik ein, die Ovid in den unsterblichen Vers fasste: ‚mille ioci Veneris‘, ‚tausend Spiele kennt die Liebesgöttin Venus‘?“

Michael Sommer erzählt klug und differenziert von Kaisern und Aufständischen, von Bettgeschichten, Geheimschriften und Wunderwaffen, aber auch von Hochstaplern, Attentätern, Giftmischerinnen – und von dem nicht genug zu beklagenden Verlust durch Büchervernichtungen im 5. und 6. Jahrhundert. „Wir kennen rund 2000 griechische Autoren mit Namen“, so Sommer. Nur von 253 haben sich überhaupt Texte erhalten. Bei den lateinischen Autoren liegt das Verhältnis bei 772 zu 144. „Und dennoch ist in dem wenigen, was überlebt hat, noch unendlich viel zu entdecken.“


Regelmäßige Kultursendungen auf 3sat:

Montags – freitags, 19:20 Uhr: Kulturzeit
Das 3sat Kulturmagazin von ZDF, ORF, SRF und ARD
3sat
“Kulturzeit” ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat.
“Kulturzeit” mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.

Samstags, 09:05 Uhr: Kulturplatz
Das Kulturmagazin von Schweizer Radio und Fernsehen, SRF
Hinein ins pralle Leben: “Kulturplatz” greift auf, was die Menschen beschäftigt, welche Fragen sie sich stellen. Und zeigt, dass die Kultur Antworten gibt.
“Kulturplatz” findet mitten im Leben statt: im Supermarkt, am Musikfestival, im Wald. Denn Kultur ist viel mehr als Musik, Literatur und Kunst. Kultur durchdringt unser Leben. Wo jemand nachzudenken beginnt, da entsteht Kultur.
Diesem Credo ist “Kulturplatz” verpflichtet. Die Sendung will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. “Kulturplatz” spürt Trends auf und präsentiert Neuentdeckungen.

Freitags, nach Mitternacht: lebensArt
ORF
Peter Schneeberger und Clarissa Stadler präsentieren Inhalte, die nicht nur vom Kulturkalender, sondern auch von gesellschaftlichen und kulturpolitischen Entwicklungen bestimmt werden.
Neue und andere Sichtweisen erleichtern den Zugang zu Literatur und Musik, Film und Theater, Architektur und Bildender Kunst. Das Kulturmagazin ist feuilletonistisch, hintergründig und reflexiv.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf 3sat.de.

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