TV-Tipps 3sat:

arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.


Kalenderwoche 04:

Samstag, 22.01. / 19:20 Uhr / Schwarze Musiker und weiße Musik ~ Wie rassistisch ist die Klassik?
Film von Hannah K. Friedrich
(Erstsendung: 15.05.2021)
3sat

Schwarze Dirigenten wie Kevin John Edusei sind die absolute Ausnahme in der Klassikszene. Woran liegt das, wo doch viele andere Musikgenres ohne People of Colour gar nicht denkbar sind?

Die klassische Musikszene gibt sich gern weltoffen und divers. Und auf den ersten Blick scheint es nur wenige Orte zu geben, an denen Menschen verschiedener Nationalität und Hautfarbe so harmonisch zusammenwirken wie in einem Sinfonieorchester oder Opernensemble.

Der zweite Blick aber zeigt, dass hier eine Farbe fehlt. Gibt es deshalb so wenige Schwarze Dirigenten und Instrumentalisten, weil die Barrieren zu hoch sind? Sind Vorbilder aus anderen Bereichen zu mächtig? Oder liegt es an einem strukturellen Rassismus, der Schwarzen Musikerinnen und Musikern die „hohe klassische Kunst“ nicht zutraut – ein Rassismus, der vielen in der Branche vielleicht gar nicht bewusst ist?

Sheku Kanneh-Mason ist als schwarzer Cello-Star absolut solitär in der Szene. Doch auch er hat in seiner noch jungen Karriere schon versteckte rassistische Anfeindungen erlebt. Auch der Dirigent Kevin John Edusei erfährt regelmäßig Rassismus: Ein „Obama für München“, titelte die Presse, als er 2014 Chef der Münchner Symphoniker wurde – für ihn eine rassistische Stigmatisierung, und zwar noch eine der harmloseren Art. Immer wieder, so erzählt er, werde er aufgrund seiner Hautfarbe als Reinigungskraft angesprochen.

Stardirigent Christian Thielemann würde sich deutlich mehr Diversität in den Orchestern wünschen. Wie weit der Weg dahin sein kann, weiß die Geigerin Midori Seiler nur zu gut. Denn auch Musiker asiatischer Herkunft waren und sind immer noch rassistischen Vorurteilen ausgesetzt. Dennoch kann heute kein Orchester mehr auf sie verzichten.

Diesen Weg haben Schwarze Musiker noch vor sich – so wie der 22-jährige Flötist Matthew Higham, Er ist der einzige Schwarze Musiker im hr-Sinfonieorchester. Auch er erlebt immer wieder rassistische Diskriminierung und beklagt das Fehlen von Vorbildern, die bei jungen Schwarzen ein Interesse für klassische Musik wecken könnten. Schwarze Musiker, davon ist Higham überzeugt, könnten der Klassikbranche ganz neue Impulse geben.

Samstag, 22.01. / 20:15 Uhr / Kaminer Inside: Wie klingt Deutschland?
Film mit Wladimir Kaminer
Erstausstrahlung
3sat

Gibt es den typischen Klang eines Landes? Die musikalische Seele der Nation? Wladimir Kaminer reist durch Deutschland und befragt Musiker aus Klassik, Pop und Rock: Wie klingt Deutschland?

„Musik ist mein Leben“, meint der russisch-deutsche Schriftsteller Wladimir Kaminer. „Musik erzählt Geschichten. Und Musik ist ein Spiegel der Gesellschaft.“ Wie sich Geschichte, Seele und Wirklichkeit in Deutschland musikalisch ausdrücken, interessiert Kaminer.

Auf der Suche nach dem Klang Deutschlands trifft Wladimir Kaminer den Sänger der erfolgreichsten Band des Landes: Klaus Meine von den Scorpions. Über 110 Millionen Tonträger haben die Scorpions im Laufe ihrer mehr als 50 Jahre umfassenden Karriere verkauft. Sie haben internationale Rockgeschichte geschrieben. Und deutsche: Bis heute ist der von Klaus Meine verfasste Song „Wind of Change“ so etwas wie die inoffizielle Hymne der deutschen Wiedervereinigung.

Wladimir Kaminer besucht einen der größten Popstars des Landes in seinem Berliner Studio: Mark Forster. Anders als die Scorpions singt Mark Forster vom Beginn seiner Karriere an auf Deutsch: Kaminer spricht mit ihm über die Rolle von Sprache und warum deutschsprachige Musik, von Schlager bis Hip-Hop so boomt wie nie zuvor.

Oder klingt Deutschland, als Heimat der großen Komponistinnen und Komponisten, nicht doch eher klassisch? Deutschland ist ein Land der großen Orgeln und Orgelbauerdynastien. Wladimir Kaminer lauscht in der Hamburger Elbphilharmonie einem nächtlichen Privatkonzert der Organistin Iveta Apkalna. Sie probt nachts, sobald die Besucherinnen und Besucher den berühmten großen Saal verlassen haben, denn hier thront ihr Instrument: die 15 mal 15 Meter große Orgel, eine der modernsten der Welt. Die Orgel gilt als Königin der Instrumente – und als ein urdeutsches noch dazu.

Keiner prägte die Volksmusik so sehr wie er: Mit seinen Liedern von heiler Welt und Heimatidyll wurde Heino in den 1960er-Jahren zum Superstar der Volksmusik. Bis heute hat er mehr als 50 Millionen Tonträger verkauft und mehr als 200 Alben veröffentlicht. Mit Sonnenbrille und hellblonden Haaren machte er sich selbst unverwechselbar und einzigartig – angeblich kennen ihn sage und schreibe 97 Prozent der Deutschen. Dabei löst der Begriff Heimatmusik hierzulande bis heute widersprüchliche Reaktionen aus und wird oft gleichgesetzt mit Hurrapatriotismus und Deutschtümelei, nicht zuletzt aufgrund der Vereinnahmung der Volkslieder durch die Nationalsozialisten. Auf einem ausgiebigen Waldspaziergang tauschen sich Wladimir Kaminer und Heino aus.

Der Sound der Jugend ist der Hip-Hop, und vor allem deutschsprachiger Hip-Hop, nicht amerikanischer oder französischer. Seit ein paar Jahren feiert sogenannter Mundart-Rap riesige Erfolge. Das Duo Dicht und Ergreifend macht bayerischen Hip-Hop, niederbayerischen genauer gesagt, und füllt damit die Konzertsäle. In Regensburg besucht Wladimir Kaminer das Abschlusskonzert ihrer Tour.

Etwa 14 Millionen Deutsche musizieren in ihrer Freizeit, singen im Chor oder spielen Instrumente. In Zinnowitz auf Usedom besucht Kaminer ein Konzert der UHUS – der Unter-Hundertjährigen – einem Posaunenchor unter der Leitung von Martin Huss, dem Landesposaunenwart Mecklenburg-Vorpommerns. Was es mit seinem Job auf sich hat und wie deutsch die Posaune ist, darüber spricht Kaminer mit dem in Argentinien geborenen Huss.

Singen verbindet. Und Singen macht glücklich. Wenn die Profimusikerin Katrin Höpker zum Gesang bittet, kommen die Menschen in Scharen und schmettern unter ihrer Anleitung Klassiker aus allen Jahrzehnten. Wladimir Kaminer ist ihr einziger Gast – singt aber umso lauter und will wissen, wie wichtig Musik für ein Gemeinschafts– oder gar Zugehörigkeitsgefühl ist.

Gibt es so etwas wie das kollektive Musikgedächtnis einer Nation? Und gibt es das wirklich, den Klang eines Landes? Wie entsteht und wie wirkt er? Wladimir Kaminer unterwegs in der Republik: eine spannende musikalische Reise auf der Suche nach dem „Sound of Germany“.

Samstag, 22.01. / 21:00 Uhr / Kaminer Inside: Wie klingt die Schweiz?
Film von Norbert Jenal
Erstausstrahlung
SRF

Wladimir Kaminer bereist die Schweiz mit öffentlichen Verkehrsmitteln und trifft sich mit Musikern. Auf seiner Suche lernt er die sprachliche und klangliche Vielfalt des Landes kennen.

Wie klingt die Schweiz? Nach Kuhglocken und Alphörnern? Und nach dem metallenen Klacken von Goldbarren, die sich stapeln? Mag sein, dass diese Klischees zutreffen. Wladimir Kaminer will es genau wissen und macht sich auf, den Klang der Schweiz zu entdecken.

Dabei merkt der Erfolgsautor schnell, dass das kleinste 3sat-Land mehr zu bieten hat als die herkömmlichen Klischees. Ja, das Gebimmel von Kuhglocken gibt es durchaus, und auch ein Alphorn kommt vor. Dieses aber interpretiert Eliana Burki ganz neu: Sie fügt dem archaischen Klang des traditionellsten aller Schweizer Instrumente jazzige Elemente zu und experimentiert mit Popmusik. Kaminer trifft Burki, die mit ihrem Alphorn auf der ganzen Welt unterwegs ist, auf dem Weissenstein bei Solothurn.

In Zürich trifft Wladimir Kaminer den kongenialen „Individual-Anarchisten“, so die Selbstbezeichnung, Dieter Meier. Der Konzeptkünstler machte als Stimme des Elektropop-Duos „Yello“ Weltkarriere. Doch der Tausendsassa mit fünf Wohnsitzen ist noch viel, viel mehr.

Auf seiner Suche stellt Wladimir fest, dass der Klang der Schweiz mehrsprachig ist. In Lausanne besucht er Andres Andrekson, der unter dem Namen „Stress“ als Rapper erfolgreich ist. Im östlichen Bergkanton Graubünden trifft er zwei rätoromanische Künstler*innen: den Dirigenten Clau Scherrer und die Multiinstrumentalistin Corin Curschellas, die beide die rätoromanische Kultur in die Zukunft führen.

In Appenzell schließlich lernt Wladimir Kaminer von Josef Rempfler, wie die urtümliche Schweiz klingt. Der Sohn eines Bauern schwingt eine Münze in einer Schüssel und entlockt dieser romantische, reine Naturtöne. Ob dies Wladimir auch gelingt? Am Schluss seiner Reise durch die Schweiz kürt Wladimir aus der klanglichen Vielfalt seinen ganz persönlichen Favoriten.

Samstag, 22.01. / 21:45 Uhr / Kaminer Inside: Wie klingt Österreich?
Film von Constanze Grießler und Franziska Mayr-Keber
Erstausstrahlung
ORF/3sat

Autor Wladimir Kaminer tourt durch die Klänge Österreichs, trifft dabei auf Weltstars wie Wanda, auf Nachwuchstalente der Rap-Szene und spielt mit den Wiener Sängerknaben Fußball.

Mit seiner ihm typischen deutsch-russischen Vogelperspektive führt Wladimir Kaminer durch die Dokumentation und geht der Frage nach: Wie klingt das kleine Land Österreich mit seiner großen Musiktradition wirklich?

Beschwingt, heiter, melancholisch – diese Mischung findet Kaminer in den Wiener Weinbergen. Dort trifft er auf das Schrammelquartett „Neue Wiener Concert Schrammeln“ und die Sängerin Tini Kainrath. Sie pflegen den Wiener Klang der Monarchie, Tänze, Märsche und das Wienerlied.

„Damals sind viele östliche Einflüsse nach Wien gekommen. In Ungarn und Tschechien gibt es sehr viele Moll-Tonarten in der Volksmusik, und das prägt die Wiener Volksmusik bis heute“, erfährt Kaminer bei einem Gläschen Wein. Heute diese Tradition zu pflegen ist für Tini Kainrath ein politischer Akt: „Das Wienerlied galt in meiner Familie als reaktionär und rechtes Gedankengut. Es war verpönt! Doch ich finde, man darf Traditionen nicht einfach einer politischen Gesinnung überlassen.“

Über den Dächern von Wien, auf der 54 Meter hohen „Michaelerkuppel“ der Wiener Hofburg, trifft der „Russendisko“-Autor auf Marco Wanda, den derzeit erfolgreichsten österreichischen Rock-Export. Die Texte, die er in ausverkauften Hallen singt, sind zwar deutsch, doch die Sprache der Musik ist universell. Trotzdem spielt die Stadt Wien eine wichtige Rolle beim Selbstverständnis der Band: „Wien ist in unseren Texten eine ‚Bühne ohne Eigenschaften‘, auf der sich Dramen entfalten. Wien als Stadt ist so mächtig besetzt, dass es völlig reicht, wenn du Wien singst – du brauchst nur das Wort ‚Wien‘ singen, und jeder hat ein Bild … du musst es nicht ausformulieren.“

Beflügelnd und andächtig hingegen klingt der Gregorianische Choral im Stift Heiligenkreuz. Man nennt ihn auch den „Gesang der Engel“. Die Zisterziensermönche pflegen die Tradition des gesungenen lateinischen Gebets seit 900 Jahren. Überraschend stürmten sie 2008 die internationalen Charts, überholten sogar DJ Ötzi. „Wir leben in einer Welt, die sehr schnelllebig und manchmal oberflächlich geworden ist. Was auf der CD zu hören ist, ist echt, das ist Leben, das ist authentisch – und das ist das, was die Menschen heute suchen“, meint Pater Johannes Paul Chavanne und schickt Wladimir Kaminer zur Chorprobe.

Samstag, 22.01. / 22:30 Uhr / Dance around the world – Tel Aviv
Film von Andreas Ammer
(Erstsendung: 16.07.2020)
ARD/SWR

„Dance around the world – Tel Aviv“ führt zu den angesagtesten, zu den besten Tanzkompanien der Welt – den modernen und den klassischen – und taucht ein in die pulsierende Szene vor Ort.

Hochkultur modern, emotional und unterhaltsam: „Dance around the world – Tel Aviv“ hat den charmanten Charakter eines getanzten Roadmovies: Es vermittelt den Flair der Orte, an denen die Tänzer*innen sowie Choreograf*innen leben und wirken.

Getanzt wird nicht nur auf der Bühne oder im Probenraum, sondern auch an ungewöhnlichen Orten: in der Natur, am Strand, auf der Straße. Der Tänzer Eric Gauthier führt als Host zu den Hotspots und den Stars der internationalen Tanzszene. Er stellt Trends vor, gewährt exklusive Blicke hinter die Kulissen, aber auch intime Einsichten in die emotionale Welt der Tänzer*innen und Choreograf*innen, die oftmals ihr ganzes Leben ihrer Leidenschaft „Tanz“ widmen.

Eric Gauthier ist selbst Teil der internationalen Tanzszene – Stuttgarter Publikumsliebling, Choreograf und einer der profiliertesten und leidenschaftlichsten Tanzvermittler Deutschlands. Seine sehr persönliche, humorvolle Art der Tanzvermittlung kommt an. Ehrensache daher, dass er sich nicht aufs Gespräch allein beschränkt, sondern mit seinen Interviewpartner*innen immer wieder auch tanzt, trainiert – und lacht.

Für „Dance around the world – Tel Aviv“ besucht Eric Gauthier die aufregendsten Kultur-Locations in der inoffiziellen israelischen Hauptstadt und trifft dort Ohad Naharin. Der legendäre „Godfather of Israeli Dance“ und Hauschoreograf der weltberühmten „Batsheva Dance Company“ erklärt und demonstriert seine revolutionäre Gaga-Methode. Auf dem Land besucht Eric Gauthier Noa Wertheim und Adi Sha’al, die Gründer der Tanzkompanie Vertigo, in ihrem „Eco-Art Village“, das sich ganz der künstlerischen und ökologischen Nachhaltigkeit verschrieben hat. Die „Kibbutz Dance Company“ wiederum ist tatsächlich als Tanz-Kibbutz organisiert, in dem die Mitglieder leben und arbeiten. Trotz des Mottos „Dance Like Nobody’s Watching“ konnte das Filmlteam sie mit der Kamera beobachten.

Samstag, 22.01. / 01:05 Uhr / lebensArt
(Erstsendung: 17.01.2022)
ORF

Peter Schneeberger und Clarissa Stadler präsentieren Inhalte, die nicht nur vom Kulturkalender, sondern auch von gesellschaftlichen und kulturpolitischen Entwicklungen bestimmt werden.

Neue und andere Sichtweisen erleichtern den Zugang zu Literatur und Musik, Film und Theater, Architektur und Bildender Kunst. Das Kulturmagazin ist feuilletonistisch, hintergründig und reflexiv.

Sonntag, 23.01: / 3satThementag: Astrid Lindgen

Montag, 24.01. / 23:45 Uhr / Marceline. Eine Frau. Ein Jahrhundert
(Marceline – A woman, a century)
3satDokumentarfilmzeit/ Zum Holocaust-Gedenktag
Dokumentarfilm von Cordelia Dvorák,
Frankreich/Niederlande 2019
Länge: 76 Minuten
3sat

Frech und feurig leuchtete noch mit 90 Jahren rote Farbe auf ihren wilden Haaren: Die KZ-Überlebende und Autorin Marceline Loridan-Ivens war zu lebendig, um sich als Denkmal zu fühlen.

Geboren in Paris als Marceline Rozenberg, wurde sie mit 15 Jahren gemeinsam mit ihrem Vater in das von den Deutschen besetzte Polen deportiert. Er Auschwitz, sie Birkenau. Mit ihrem Roman „Und Du bist nicht zurückgekommen“ hielt sie die Erinnerung an ihn wach.

Marceline Loridan-Ivens (1928-2018) hatte sich bereits als Schauspielerin in „Chronik eines Sommers“ von Jean Rouch sowie als Ehefrau und Co-Autorin des niederländischen Filmemachers Joris Ivens einen Namen gemacht. Nach ihrer Befreiung aus Birkenau hatte die mehr als zierliche Frau aufgehört zu wachsen. Mit umso größerer Energie und ungeheurem Lebenshunger warf sich die Pariserin in die Künstlerszene der 1960er-Jahre, zu der sie bis zu ihrem Tod im September 2018 Verbindung hielt.

In dem feinfühligen Film wird die alte Dame kurz vor ihrem Tod im September 2018 sowohl in ihrem Alltag als auch bei der Aufarbeitung ihrer Tagebücher beobachtet. Über Filmausschnitte und Statements der stets scharfzüngigen Französin zeichnet der Film vor allem ihr Leben nach dem Zweiten Weltkrieg nach. Ein gebrochenes Weiterleben in einer Welt, die zunächst nicht bereit war zu hören, was die Künstlerin erfahren und erlitten hatte. Gemeinsam mit der Politikerin Simone Veil gehört Marceline Joris-Ivens zu den großen Namen unter den französischen Opfern des Holocaust.

„Marceline. Eine Frau. Ein Jahrhundert“ ist ein bewegendes Porträt, das auch auf dem Internationalen Filmfestival in Amsterdam und auf dem Dokumentarfilmfestival München gezeigt wurde.

Montag, 24.01. / 03:00 Uhr / Sven Ratzke „Songs in a Cabaret“
(Erstsendung: 07.08.2021)
ARD/SR

Entertainer und Chansonnier Sven Ratzke unternimmt mit seiner Band und Gästen aus Jazz und Literatur eine lyrisch-musikalische Reise, die ihn nach New York, Berlin und Amsterdam führt.

Mit seiner einzigartigen Stimme interpretiert er Chansons großer Diven wie Hildegard Knef und Grace Jones. Eigens für ihn komponierte Songs seines Idols David Bowie zeigen Ratzke von einer ruhigen und jazzigen Seite. Auch erzählt er, was die Songs für ihn bedeuten.

Montag, 24.01. / 03:50 Uhr / SWR3 New Pop 2021: Celeste
(Erstsendung: 18.10.2021)
ARD/SWR

Celeste ist auf dem Weg zum Popstar. Sie hat einen Nachwuchspreis bei den Brit Awards gewonnen. Dazu kommen die Auszeichnung „Sound of 2020“ der BBC und eine Oscarnominierung.

Ihr Debütalbum „Not Your Muse“ – mit Songs wie „Tonight Tonight“ und „Love Is Back“ – kam auf Platz eins der britischen Charts und bekam nur beste Kritiken. Ihre Art zu singen und wie cool sie auf der Bühne steht, macht Celeste zu einer besonderen Künstlerin.

Wie Adele hat sie eine einzigartige Stimme – gemischt mit Retro-Sound à la Amy Winehouse. Nebenbei modelt sie für große Modelabels.

Celeste ist mit ihrer Mutter in der englischen Küstenstadt Brighton aufgewachsen. Sie hat schon immer Jazz und Soul gehört, Aretha Franklin zum Beispiel. Schon als Teenager wusste sie, dass sie selbst Sängerin werden will. Celeste hat Gedichte geschrieben und sie zu Musik gesungen. So entstanden ihre ersten Songs.

Montag, 24.01. / 04:35 Uhr / SWR3 New Pop 2021: Zoe Wees
(Erstsendung: 25.10.2021)
ARD/SWR

Mit 19 Jahren ist Zoe Wees die jüngste Künstlerin beim „SWR3 New Pop 2021“. Und obwohl sie schon weltweit bekannt ist, ist es ihr erster auf einer richtigen Bühne mit Band.

Zoe fällt auf. Ihr Markenzeichen: fast bodenlange geflochtene Zöpfe, mal grün, mal rot, mal pink – doch so extravagant die Haare auch sein mögen, nichts lenkt von Zoes Stimme ab. Auf Zoe Wees‘ Stimme trifft dieser Satz wirklich zu: Musik ist vertonte Emotion.

Zoe Wees hatte Gastauftritte in den US-Late-Night-Shows von James Corden und Jimmy Kimmel. Für deutsche Künstler*innen ist das sehr außergewöhnlich – woher kommt ihr Erfolg?

Zoe ist für viele ihrer Fans, die ebenfalls meist Teenager sind, Vorbild und Sprachrohr. Sie sagt selbst, 99 Prozent eines Liedes machten die Texte aus. Das begründet auch den Erfolg von „Control“, einem autobiografischen Lied, in dem Zoe über ihre Erkrankung singt, die Epilepsie auslösen kann. Ihr zweiter Hit „Girls Like Us“ beinhaltet die Botschaft an junge Mädchen, mit Vertrauen sorgsam umzugehen.


Kalenderwoche 05:

Samstag, 29.01. / 20:15 Uhr / Galakonzert: Hope in Hollywood
Aufzeichnung Kölner Philharmonie, Dezember 2021
Mit Daniel Hope (Geige), Tom Gaebel (Gesang) und Pumeza Matshikiza (Sopran)
Orchester: WDR Funkhausorchester
ARD/WDR/3sat

Musikalische Leitung: Frank Strobel
Moderation: Danile Hope
Erstausstrahlung

Hollywood – der Ort, an dem Träume wahr werden, der Ort, an dem gestrandete Komponistinnen und Komponisten ihre Hoffnungen aus dem Koffer holten und Visionen in Klänge verwandelten.

Gemeinsam mit Stargeiger Daniel Hope, Opernstar Pumeza Matshikiza und Swing-Master Tom Gaebel begibt sich das WDR Funkhausorchester auf eine sinnlich-historische Spurensuche in die Traumfabrik Hollywood. – Aufzeichnung der Kölner Philharmonie vom Dezember 2021.

Von den Anfängen des Tonfilms bis zu den bombastischen Soundtracks der letzten Jahrzehnte flimmern berauschende Klangbilder im Breitbildformat über die Bühne.

Samstag, 29.01. / 21:45 Uhr / Elfie Semotan, Photographer
Dokumentarfilm von Jörg Burger, Österreich 2019
Länge: 76 Minuten
ORF

Elfie Semotan ist die „Grande Dame“ der österreichischen Fotografie. Seit mehr als einem halben Jahrhundert arbeitet die 1941 Geborene an der Schnittstelle von Kunst-, Mode- und Werbefotografie.

Viele ihrer raffinierten visuellen Arrangements sind längst legendär. Semotans Werk ist geprägt von ihrer starken Persönlichkeit und dem kontinuierlichen Widerstand gegen den Mainstream. – Eine Hommage an eine große Künstlerin und an die Passion des Fotografierens.

Über mehrere Wochen begleitet Regisseur Jörg Burger die unvermindert schaffensfreudige Fotografin bei ihrer Arbeit zwischen Wien, dem Burgenland und den USA. Dabei reflektiert Elfie Semotan im künstlerischen Dialog nicht nur ihr Werk, sondern auch ihr Metier, das sich radikal im Umbruch befindet.

Sonntag, 30.01. / 10:35 Uhr / Beethovens Wien – Die Welt wollte ich umspannen…
Film von und mit Barbara Rett
(aus der ORF-III-Reihe „Erlebnis Bühne“)
(Erstsendung: 06.12.2020)
ORF

Mit 22 Jahren kam Beethoven nach Wien, wo er den Rest seines Lebens verbringen sollte. Der Pianist Rudolf Buchbinder und Barbara Rett spüren dem Leben des Komponisten in diesem Zweiteiler nach.

Wer offenen Auges durch Wien geht, entdeckt – entlang der vielen Gedenktafeln und Denkmäler – auch heute noch überall Hinweise auf den Komponisten. Der erste Teil des Films zeigt Beeethovens Wohnungen und Wirkungsstätten in den inneren Bezirken der Hauptstadt.

Dazu zählen das Pasqualatihaus auf der Mölkerbastei, die Wohnung in der Laimgrubengasse, die Restaurants des ersten Bezirks, in denen der einzigartige Komponist zu Gast war, und das Theater an der Wien, in dem unter anderem die Uraufführung seiner einzigen Oper „Fidelio“ stattfand.

Sonntag, 30.01. / 11:40 Uhr / Beethovens Wien – Ja, die geliebte Hoffnung …
Film von und mit Barbara Rett
(aus der ORF-III-Reihe „Erlebnis Bühne“)
(Erstsendung: 03.01.2021)
ORF

Der zweite Teil des Films führt in die Umgebung Wiens und nach Niederösterreich. Ludwig van Beethoven sucht dort nicht nur Erholung und Inspiration, sondern auch Heilung für sein Leiden.

Die „Sommerfrischen“ inspirieren ihn Jahr für Jahr aufs Neue, es entstehen Kompositionen wie die 6. Symphonie, die „Pastorale“, die heiteren „Mödlinger Tänze“, aber auch die gewaltige 9. Symphonie und die „Missa solemnis“.

Gemeinsam mit dem Pianisten Rudolf Buchbinder, einem der besten Beethoven-Kenner weltweit, begibt sich Barbara Rett auf die Spuren des Komponisten in Wien. Sie spüren auf den unterschiedlichen Stationen, unter anderem in Heiligenstadt, Grinzing, Mödling und Baden, den vielen faszinierenden Facetten des großen Komponisten nach.

Ludwig van Beethoven: Mit 22 Jahren kam geniale junge Musiker „Ludwig van“ aus Bonn nach Wien, wo er den Rest seines Lebens verbringen sollte. Als großer Unruhiger – seine Umzüge von Wohnung zu Wohnung sind legendär.

Sonntag, 30.01. / 12:30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 23.01.2022)
ARD/NDR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der Spiegelbestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Sonntag, 30.01. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Jüdisches Museum Frankfurt
Gast: Marina Weisband
(Erstsendung: 11.04.2021)
ARD/SWR

Nach fünf Jahren Um- und Ausbau öffnete das Jüdische Museum Frankfurt im Oktober 2020 wieder seine Pforten. „Wir sind jetzt“, lautet der Titel der neuen Dauerausstellung.

Ausgehend von der Gegenwart wird hier jüdisches Leben in all seinen Facetten erfahrbar. Markus Brock „checkt“ das Museum und begrüßt als Gast die jüdische Publizistin und Politikerin Marina Weisband.

Wie keine andere deutsche Stadt war und ist Frankfurt von der jüdischen Kultur geprägt. Frankfurt war auch die erste Anlaufstation von Marina Weisband, als sie 1994 im Alter von sechs Jahren mit ihrer Familie aus Kiew nach Deutschland kam. Oft sei ihr gesagt worden, dass sie die erste Jüdin wäre, die man kennenlerne. „Wir waren diese Fabelwesen, die man nur aus dem Geschichtsunterricht kannte“, sagt sie.

Heute lebt die Diplom-Psychologin in Münster und erfährt noch immer antisemitische Beleidigungen. Als Publizistin und Politikerin bei Bündnis 90/Die Grünen macht sie auch auf die gegenwärtige Situation der Juden in Deutschland aufmerksam. Außerdem setzt sie sich für die Vermittlung demokratischer Grundwerte an Jugendliche ein. Seit 2014 leitet sie das Projekt „aula – Schule gemeinsam gestalten“. Und wann immer es ihre Zeit erlaubt, arbeitet sie als freischaffende Künstlerin.

Mit Markus Brock erkundet Marina Weisband die beiden Standorte des Jüdischen Museums: das Museum Judengasse und das klassizistische Rothschild-Palais am Mainufer mit dem modernen Lichtbau der „Staab Architekten“. Der weiße Kubus mit großen Fenstern repräsentiert das Neue, Offene im bewussten Kontrast zum denkmalgeschützten Rothschild-Palais, das quasi ein Museum im Museum ist. Hier wohnte einst die berühmte jüdische Bankiersfamilie Rothschild. Ihre Geschichte erzählt beispielhaft von den Traditionen der Juden Frankfurts, von Erfolg, Exil, Gewalt und Gegenwehr.

Der Kinderstuhl von Anne Frank, die 1945 im KZ Bergen-Belsen ermordet wurde, ist eine Ikone des Museums. Das Leben des bekanntesten Opfers des Holocausts wird mit Briefen, Alltagsgegenständen und Fotos veranschaulicht. Auch Kunsthandwerk und Kunst spielen im Jüdischen Museum eine zentrale Rolle, etwa in Zeichnungen und Gemälden über die jüdische Kultur und Werke von jüdischen Malern. Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler sind hier regelmäßig zu sehen.

Im Rahmen der Neueröffnung des Museums zeigt das Jüdische Museum außerdem die Sonderausstellung „Die weibliche Seite Gottes“. Seit der Spätantike spielen Frauen in den monotheistischen Religionen eine wichtige Rolle, was Exponate wie antike Figurinen aus Israel, hebräische Bibelillustrationen und Madonnenbilder verdeutlichen.

Das Jüdische Museum Frankfurt versteht sich als Ort der Zuversicht, der aktiv an einer offenen, toleranten Gesellschaft mitwirken möchte.

Montag, 31.01. / 01:50 Uhr / Kulturpiloten
ZDF

Das digitale Kulturangebot des ZDF präsentiert ein Best-of seiner Formate – von Musik und Theater über Kino, Gaming, Design und Literatur bis hin zu aktuellen Debatten.

Künstler führen durch ihre Städte und lassen neue Kunstwerke entstehen. Musiker bieten einen Einblick hinter die Kulissen, und Schauspieler inszenieren bekannte Stücke in radikaler Kurzform. Was die Gesellschaft bewegt, wird auf Augenhöhe diskutiert.

Die „Kulturpiloten“ bringen Kultur spielerisch in den Alltag – ohne zu belehren.


Kalenderwoche 06:

Samstag, 05.02. / 20:15 Uhr / 7 Leben für die Musik – Die Familie Kanneh-Mason
Film von Catharina Kleber
Erstausstrahlung
3sat

Sie sind jung, schwarz, äußerst begabt und verfolgen die Mission zu zeigen, dass klassische Musik nicht nur für und von Weißen gemacht wird: die Familie Kanneh-Mason.

Chancengleichheit und Vielfalt haben sich die sieben hoch musikalischen Geschwister auf die Fahne geschrieben. Der Film gibt Einblicke in ihr turbulentes und außergewöhnliches Zuhause in Nottingham und blickt bei Konzerten und Tourneen in Europa hinter die Kulissen.

Anders als bei den Bachs, den Mozarts oder auch den Jacksons wurden die talentierten Geschwister nicht von strengen Musikereltern gedrillt. Die Eltern Kadiatu und Stuart mit Wurzeln aus der Karibik und Sierra Leone sind keine Profimusiker*innen. Sie waren selbst überrascht vom Talent und dem starken Willen ihrer sieben Kinder.

Bei allen Aktionen ist und bleibt die Mutter Kadiatu Dreh- und Angelpunkt und oft der feste Anker für alle Familienmitglieder. Sie erzählt, was passiert, wenn sich sieben Musiker*innen auf engstem Raum – im Haus einer Familie, auf einer Bühne – entfalten wollen.

Gibt es Konkurrenzkampf? Ist es für schwarze Musiker*innen schwerer als für weiße, in der Klassik erfolgreich zu sein? Gibt es überhaupt Momente zum durchatmen? Die Träume, Erwartungen und Sorgen der jungen Musiker*innen halten unserer Gesellschaft dabei unweigerlich den Spiegel vor.

Sheku erregte bisher die meiste Aufmerksamkeit. Das englische Königshaus lud ihn ein, um die Trauung von Prinz Harry und Meghan Markle mit seinem Cello zu begleiten. Das war der Durchbruch. Internationale Konzerte folgten. Isata, einer seiner Schwestern, wurde von Elton John an der Musikhochschule in London entdeckt, als er sich nach Kandidaten*innen für sein Förderprogramm umsah. Für Isata der Beginn einer Karriere.

Einige prominente Wegbegleiter*innen unterstützen sie dabei, aber Fleiß, Wille und Durchhaltevermögen müssen die Kanneh-Masons selbst beisteuern. Mirga Gražinytė-Tyla dirigierte bei den BBC Proms das Cellokonzert von Edward Elgar, das Sheku erfolgreich spielte und danach mit Simon Rattle in den Abbey Studios aufnahm. Elton John trat mit Isata gemeinsam in Los Angeles auf. David Guetta setzt als DJ und Musikproduzent oft Cello-Klänge ein und engagiert gern Sheku dafür.

Paul Smith kleidet als Fashion-Designer Sheku für seine Konzerte ein. Julian Lloyd Webber, der englische Cellist und Komponist, saß in der Jury des „BBC Young Musician Competition“, als Sheku den Wettbewerb 2016 als erster schwarzer Musiker gewann.

Schnell wird klar: Die Klassikwelt stellt diese Familie auf den Kopf – und gleichzeitig stellen die Kanneh-Masons die Klassikwelt auf den Kopf.

Samstag, 05.02. / 21:15 Uhr / Hollywood in Hoyerswerda ~ Kino-Klassik eröffnet den MDR-Musiksommer
(Erstsendung: 20.06.2021)
ARD/MDR

Bei der Eröffnung des „MDR-Musiksommer“ 2021 in Hoyerswerda präsentieren das MDR-Sinfonieorchester und der MDR-Rundfunkchor Klassiker der Filmmusik.

Es erklingen die schönsten Musik-Themen aus weltweiten Filmerfolgen wie „Frühstück bei Tiffany“, „Die glorreichen Sieben“, „Star Wars“, „Robin Hood“ und „Batman“. Ein berührender Abend voller „Kopfkino“ – dafür sorgt auch Moderator und Filmexperte Knut Elstermann.

Er präsentiert eindrucksvolle Geschichten zwischen den internationalen Notenzeilen.

Das MDR-Sinfonieorchester unter Leitung von Dennis Russell Davies und der MDR-Rundfunkchor unter seinem Chef Philipp Ahmann beweisen, dass Musik der emotionale Herzschlag in jedem Film ist.

Sonntag, 06.02. / 09:05 Uhr / Colson Whitehead: Wie uns Fiktion befreit
(aus der SRF-Reihe „Sternstunde Philosophie“)
(Erstsendung: 24.10.2021)
SRF

Er hat die beiden großen US-Literaturpreise gewonnen, den Pulitzerpreis sogar zweimal: Colson Whitehead ist DER amerikanische Schriftsteller der Stunde.

Wolfram Eilenberger spricht mit ihm über die Verantwortung, die damit einhergeht, über die Kunst, anderen etwas vorzumachen, und über die Frage, warum uns erst Fiktionen wahrhaft befreien, wenn die Realität keinen Ausweg mehr bietet.

Colson Whiteheads Aufstieg zum Star der amerikanischen Literatur in den letzten Jahren hätte steiler nicht sein können: Neben dem renommierten National Book Award gewinnt er als erster Autor überhaupt mit zwei aufeinanderfolgenden Büchern den Pulitzerpreis für Belletristik.

In beiden Romanen erweckt er ein Stück amerikanische Unterdrückungsgeschichte zum Leben. In „Underground Railroad“ geht es um ein Netzwerk, das Sklavinnen und Sklaven im 18. und 19. Jahrhundert zur Flucht in den Norden verhilft. In „Die Nickel Boys“ schreibt Whitehead über den wahren Fall von Missbrauch an schwarzen Teenagern in einer Reformanstalt der 1960er-Jahre.

Das „Time Magazine“ widmete ihm daraufhin das Cover und nannte ihn „America’s Storyteller“, was im Zuge der Black-Lives Matter-Bewegung nicht nur als Geschichtenerzähler einer Generation, sondern einer ganzen historischen Erfahrung verstanden werden kann.

Im Gespräch mit Wolfram Eilenberger spricht Whitehead darüber, wie er mit dieser extremen Rolle umgeht.

Sonntag, 06.02. / 10:05 Uhr / erLesen
Moderation: Heinz Sichrovsky
(Erstsendung: 21.01.2022)
ORF

In „erLesen“ treffen sich Prominente, Star- und Nachwuchsautoren zum etwas anderen Literaturgespräch. Im Fokus stehen zeitgenössische Literatur ebenso wie Krimis, Sachbücher und Ratgeber.

Erfolgsschriftsteller wie Frank Schätzing, Marlene Streeruwitz und Arno Geiger sowie interessante Persönlichkeiten aus dem Kultur- und Literaturbereich wie Sky du Mont, Chris Lohner und Elke Heidenreich präsentieren ihre neuen Romane.

Geplaudert und diskutiert wird über Lieblingslektüre, aktuelles Tagesgeschehen, Historisches und auch über sehr Persönliches.

Heinz Sichrovsky ist einer der profiliertesten Kulturjournalisten Österreichs und profunder Kenner der Literaturszene. Er wartet mit Neuigkeiten und Skurrilem aus der Welt des Buches auf. Seit 2010 moderiert Sichrovsky mit Verve, Charme und einer Prise Ironie die Büchersendung „erLesen“. Was in keiner Sendung fehlen darf: seine pointierten Buchempfehlungen und Neuigkeiten aus der Welt der Literatur.

Sonntag, 06.02. / 10:50 Uhr / Literaturclub
SRF

„Literaturclub“ diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt.

In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 06.02. / 12:05 Uhr / Kunst in der Wüste: Texas
Film von Claudia Müller
(Erstsendung: 08.09.2019)
ARD/RB

In Marfa, im Westen von Texas, hat der Künstler und Kunstkritiker Donald Judd Anfang der 1970er-Jahre zahlreiche Gebäude gekauft, um seine Kunst und die seiner Zeitgenossen zu präsentieren.

Auf dem Roadtrip durch die westlichen Bundesstaaten der USA kann man die unterschiedlichsten Kunstformen der Kunstgeschichte und der zeitgenössischen Kunst kennenlernen, die dort entstanden sind, von Malerei, Skulptur bis zur Land Art.

Marfa gilt als einer der berühmtesten Kunst-Orte der Welt. Der Visionär Donald Judd wollte dort Kunst in einem neuen Kontext präsentieren. Heute befinden sich in der „Judd Foundation“ und in der von ihm gegründeten „Chinati Foundation“ nicht nur seine großen minimalistischen Werke, sondern auch Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie Dan Flavin, Roni Horn, Robert Irwin, John Chamberlain und vielen anderen. Aber auch junge Kunst wird im „Ballroom Marfa“ präsentiert.

Der Film stellt Bewohnerinnen und Bewohner der kleinen Wüstenstadt Marfa vor und beschreibt, warum sie bis heute Kunstpilger aus aller Welt anzieht.

Sonntag, 06.02. / 12:30 Uhr / Kunst in der Wüste: Kalifornien und Nevada
Film von Claudia Müller
(Erstsendung: 01.09.2019)
ARD/RB

Der Kunsttrip quer durch den Westen der USA stellt in dieser Folge zunächst das berühmte Land-Art-Werk „Double Negative“ von Michael Heizer in Nevada vor.

Im Joshua-Tree-Nationalpark kommt es anschließend zu einer Begegnung mit der Künstlerin Andrea Zittel, die seit fast 20 Jahren in der Wüste lebt und dort mit ihrem Projekt „A-Z West“ den ganz normalen Alltag, aber auch alternative Lebensformen erforscht.

Außerdem steht ein Besuch des Outdoor-Museums des afroamerikanischen Künstlers Noah Purifoy auf dem Programm, bevor es die großformatigen Fotografien des Streetart-Künstlers Jetsonorama auf verfallenen Gebäuden zu entdecken gibt.

Auf dem Roadtrip durch die westlichen Bundesstaaten der USA lassen sich die unterschiedlichsten Kunstformen der Kunstgeschichte und der zeitgenössischen Kunst kennenlernen, die hier entstanden – von Malerei, Skulptur bis zur Land Art.

Redaktionshinweis: Die beiden weiteren Folgen der vierteiligen Reihe „Kunst in der Wüste“ zeigt 3sat am Sonntag, 13. Februar, ab 12.05 Uhr.

Sonntag, 06.02. / 18:35 Uhr / Anima – André Hellers Paradies in Marrakesch
Film von Andrea Schurian
(Erstsendung: 11.04.2016)
ORF

Marrakesch ist seit jeher für seine Gärten und Plantagen bekannt. Im wasserreichen, fruchtbaren Ourika-Tal hat André Heller seine Vorstellung eines „Paradiesgartens“ verwirklicht.

Im Frühjahr 2016 wurde „Anima“ der Öffentlichkeit präsentiert: Ein sieben Hektar großer Garten auf dem Gelände einer ehemaligen Rosenfarm, in dem kostbare, alte Pflanzen und vor dem Aussterben bedrohte Tiere eine neue Heimat finden.

Der Film stellt den Garten vor und geht den Fragen nach ökologischem Gleichgewicht, Wasserknappheit und der Rolle Europas in Afrika nach.

Montag, 07.02. / 01:55 Uhr / Friends of Joris
mit Johannes Oerding, Gentleman und vielen anderen
(Erstsendung: 29.05.2021)
ARD/MDR

In der „Friends of …“-Konzertreihe steht diesmal Popstar Joris auf der Bühne in Dessau und präsentiert Hits, exklusive Duette und Songs aus seinem neuen Album „Willkommen Goodbye“.

Als Gäste sind Johannes Oerding, Alice Merton, Gentleman, Nura und die Band Moop Mama mit dabei. Moderatorin Sissy Metzschke entlockt ihnen im Gespräch auch die eine oder andere Backstage-Story sowie Geschichten über die Beziehungen der Musiker zueinander.

Montag, 07.02. / 03:55 Uhr / Startrampe Spezial ~ Gemeinsam lauter mit Telquist
(Erstsendung: 15.01.2021)
ARD/BR

Bei der Support-Initiative „Gemeinsam lauter“ treten Künstler sowie Bands in Live-Sessions auf, und DJs tragen die Clubkultur digital in die Wohnzimmer. Ein „Startrampe Spezial“ mit Telquist.

Telquist wurde von den jungen Radiosendern der ARD und Deutschlandfunk Nova als einer der heißesten Musiktipps des Jahres auf die „New Music 2021“-Hotlist gesetzt. Hinter dem etwas sperrigen Namen Telquist verbirgt sich das Indie-Pop-Projekt von Sebastian Eggermeier.

Seine Kumpels Christoph, Max und Thomas waren früher nur bei Liveauftritten am Start, gehören jetzt aber fest zur Band. Gute Vibes versprühen alle miteinander bei einer kleinen Tour durch Regensburg, Stopp im Lieblings-Plattenladen inklusive. Ihre Session performen Telquist in der „Filmbühne“ – die erste Anlaufstelle fürs Nachtleben, wenn es nach den Jungs geht.

Jeder Abend hat sein eigenes Publikum, meint auch Club-Betreiberin Karin Griesbeck. Sie kann es kaum abwarten, in ihrem Laden endlich wieder kaltes Bier zu Livemusik auszuschenken.

Kultur- und Musikschaffende trifft die Coronakrise besonders hart – keine Konzerte, keine Liveauftritte und keine Festivals. Um auf diese existenzbedrohende Situation aufmerksam zu machen und der heimischen Kultur- und Musikszene eine Bühne zu bieten, hat sich die Support-Initiative „Gemeinsam lauter“ gegründet.

Montag, 07.02. / 04:25 Uhr / Startrampe Spezial ~ Gemeinsam lauter mit Ferge X Fisherman
(Erstsendung: 29.01.2021)
ARD/BR

„Gemeinsam lauter“ geht in die nächste Runde. Diesmal in einem „Startrampe Spezial“ mit Ferge X Fisherman. Die zwei Franken machen ihren ganz eigenen Hip-Hop-Sound.

Jazz und Soul mixen sie mit mal fetten, mal eher entspannten Beats. Für die Produktion ist Ferge zuständig, für die Lyrics Rapper Fritz Fisherman, der mit Englisch als Muttersprache aufgewachsen und stark vom US-Hip-Hop beeinflusst ist.

Bei Konzerten und logischerweise auch bei dieser „Startrampe Live Session“ mit dabei: The LakeSideBoyz, ihre fantastische Liveband. Wie perfekt Ferge X Fisherman und ihre Musiker miteinander harmonieren, beweisen sie im „Alten Spital“ in Viechtach.

Club-Betreiber Olli Zilk hat 2017 im Bayerischen Wald eine erstklassige Anlaufstelle für Musikliebhaber geschaffen und veranstaltet normalerweise vier Livekonzerte pro Woche. Bisher ist er erstaunlich gut durch die Pandemie gekommen und glaubt fest daran, bald wieder sensationelle Abende veranstalten zu können.

Kultur- und Musikschaffende trifft die Coronakrise besonders hart – keine Konzerte, keine Liveauftritte und keine Festivals. Um auf diese existenzbedrohende Situation aufmerksam zu machen und der heimischen Kultur- und Musikszene eine Bühne zu bieten, hat sich die Support-Initiative „Gemeinsam lauter“ gegründet.

Montag, 07.02. / 04:55 Uhr / Startrampe Spezial ~ Gemeinsam lauter mit Luna und Florian Paul
(Erstsendung: 12.02.2021)
ARD/BR

Luna ist quasi über Nacht zum Popstar geworden. „Startrampe“-Host Fridl Achten hat sie zu einer Livesession im Passauer „Zauberberg“ eingeladen. Außerdem mit dabei: Florian Paul.

Die Geschichte von Luna könnte in der Vorlesung „Modernes Musikbusiness“ als Idealfall herhalten: Alina Striedl aus der niederbayerischen Provinz, 18 Jahre alt, lädt eine Klavier-Version ihres Songs „Verlierer“ auf der Social-Media-Plattform TikTok hoch.

Innerhalb von ein paar Tagen bekommt dieser kleine Schnipsel Millionen von Reaktionen. Inzwischen ist Luna Label-Kollegin der erfolgreichen Deutschpop-Sängerin Lea und zählt unter anderen Fynn Kliemann zu ihren Fans. Wenn das für Host Fridl Achten kein Grund ist, nach Passau zu reisen und Luna zu einer Livesession in den Club „Zauberberg“ einzuladen.

Im „Zauberberg“ haben vor der Coronapandemie circa 250 Kulturveranstaltungen im Jahr stattgefunden – pro Abend standen immer mehrere Bands auf der Bühne. Im Interview erzählt Betreiberin Marlies Resch, dass ihr Team von rund 20 Leuten auf zwei geschrumpft ist. Den Schmerz über diese Entwicklung schlucken Fridl Achten und sie mit einem Glitzer-Schnaps runter, den der Club derzeit als Merchandising-Artikel produzieren lässt, um Geld einzunehmen.

Auch die Münchner Band Florian Paul & die Kapelle der letzten Hoffnung bringt sich mit einem Stamperl in Stimmung, um den Titel „Bella Maria“ live zu performen. Der Song skizziert ein herrlich skurriles Urlaubsszenario am Mittelmeer, das in diesen Tagen so unrealistisch erscheint wie eine Reise zum Mond. Im Moment fehle ihm schlicht die Inspiration, die echten Momente im Leben, um solche Texte zu schreiben, erzählt Florian Paul danach im Interview.

Kultur- und Musikschaffende trifft die Coronakrise besonders hart – keine Konzerte, keine Liveauftritte und keine Festivals. Um auf diese existenzbedrohende Situation aufmerksam zu machen und der heimischen Kultur- und Musikszene eine Bühne zu bieten, hat sich die Support-Initiative „Gemeinsam lauter“ gegründet.

Montag, 07.02. / 05:25 Uhr / Startrampe ~ Unterwegs mit der Indie-Pop-Band Jeremias
(Erstsendung: 19.02.2021)
ARD/BR

Im August 2020, als die Coronapandemie gerade mal etwas im Hinterkopf vergraben war, hatte „Startrampe“-Host Fridl Achten die Chance, Jeremias in der Nähe von Ulm zu treffen.

Die Band besteht aus Gitarrist Oliver, Drummer Jonas, Bassist Ben und natürlich Sänger Jeremias. Die Jungs aus Hannover machen einen Hybrid-Sound aus Pop, Funk und Indie und sind gerade auf dem besten Weg, sich in die erste deutsche Indie-Bundesliga zu spielen.

Das beweisen die eindrucksvollen Live-Sessions in dieser „Startrampe“-Folge. Umgeben von meterhohen Frachtcontainer-Wänden performt die Band ihre Songs „Schon okay“ und „Sommer“. In einem Hangar des Flugplatzes Blaubeuren spielen Jeremias dann noch „HDL“ und mit „Ich mags“ sogar einen bisher unveröffentlichten Song. Letzteres war ein kleiner Traum von Sänger Jeremias, der begeisterter Segelflieger ist und zu seiner Überraschung bei einem Rundflug über Ulm dabei sein durfte.

Knapp ein halbes Jahr später schwelgen „Startrampe“-Host Fridl, Jeremias Heimbach und Oliver Sparkuhle in einem Zoom-Interview in Erinnerungen an ihre gemeinsamen Erlebnisse. Die Corona-Gegenwart ist gerade etwas trister für die junge Band, und Sänger Jeremias fehlt nach eigener Aussage die Inspiration, um Texte zu schreiben. Trotzdem sind die Musiker jeden Tag im Proberaum, um startklar zu sein, wenn es wieder losgeht. Würde heute der „Milla Club“ aus München anrufen, könnten sie morgen dort spielen, meint Oliver.

Mittwoch, 09.02. / 20:15 Uhr / Unantastbar – Der Fall Harvey Weinstein
(Untouchable)
Dokumentarfilm von Ursula Macfarlane, Großbritannien 2019
ZDF

Mit Erika Rosenbaum, Nannette Klatt, Ken Auletta, Ronan Farrow, Mickey Osterreicher, Jack Lechner, John Schmidt, Kathy Declesis, Hope Exiner D’Amore, Caitlin Dulany, Zelda Perkins, Mark Gill, Rebecca Traister, Rosanna Arquette und Paz de la Huerta

Länge: 95 Minuten
(Originalfassung mit deutschen Untertiteln)

Lange galt Hollywood-Produzent Harvey Weinstein als unantastbar: ein begnadeter Producer, ein mächtiger Filmmagnat, ein Herrscher über Karrieren. Dann wurde ihm sexuelle Nötigung vorgeworfen.

In dem Dokumentarfilm berichten Schauspielerinnen von ihren teilweise traumatischen Erlebnissen mit dem Kinomogul. Der Film legt Weinsteins Vergehen offen und stellt deutlich die Frage, warum eine ganze Industrie dazu so lange schweigen konnte.

Anhand der Schilderungen von Rosanna Arquette, Zelda Perkins, Paz de la Huerta und anderen Frauen zeichnet der Film den Weinstein-Skandal und die daraus entstandene #MeeToo-Debatte nach, die Hollywood seit 2017 erschüttert.

Mittlerweile gehen die Vorwürfe der sexuellen Übergriffe in die Hunderte. In New York war der einst hoch renommierte Produzent („Der englische Patient“, „Django Unchained“) Ende Februar 2020 von der Geschworenen-Jury des State Supreme Court der Vergewaltigung und sexueller Nötigung schuldig gesprochen und im März 2020 zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Jahr später, im April 2021, haben seine Anwälte Berufung eingelegt, unter anderem weil die „reißerische mediale Berichterstattung“ den Prozess beeinflusst habe.

Donnerstag, 10.02 / 19:20 Uhr / Berlinale 2022: Die Eröffnung
Live aus dem Berlinale Palast
3sat

Am 10. Februar werden zum 72. Mal die „Internationalen Filmfestspiele Berlin“ eröffnet. 3sat ist live dabei, wenn bei der Gala im Berlinale-Palast Jury und Wettbewerbsfilme vorgestellt werden.

In diesem Jahr besonders spannend die Frage: Mit welchem Konzept reagiert die Festivalleitung unter Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian auf die Coronapandemie? Welche inhaltlichen Akzente setzt die Doppelspitze bei der Berlinale 2022?

Zur 72. Berlinale überträgt 3sat ein umfangreiches Programm – sowohl auf dem Bildschirm als auch online: die festliche Eröffnung zu Beginn des zehntägigen Festivals und der krönende Abschluss, die Verleihung der begehrten Berlinale-Bären in einer Abschlussgala am 19. Februar. Dazwischen liegen die Verleihung des Goldenen Ehrenbären für das Lebenswerk, die „European-Shooting-Stars“-Gala für die zehn besten Nachwuchsschauspieler*innen und eine „Berlinale-Kamera“ für Filmschaffende.

Nach der coronabedingten Zweiteilung der Berlinale 2021 in ein digitales Branchenevent im Winter und eine Publikumsveranstaltung im Sommer finden die „Internationalen Filmfestspiele Berlin“ im Februar 2022 wieder fast wie gewohnt mit Publikum und großen Events statt.

Redaktionshinweis: Vom 10. bis zum 20. Februar ist die Welt des Films wieder zu Gast in Berlin – bei den 72. Internationalen Filmfestspielen. 3sat ist dabei, wenn Berlin zur Filmmetropole wird. Nach der Eröffnung der Berlinale begrüßt um 0.40 Uhr das „Berlinale-Studio“ die Zuschauer*innen aus dem Berlinale-Palast. 3sat zeigt das „Berlinale-Studio“ an den kommenden Werktagen – außer freitags und dienstags – im Nachtprogramm. Ab Freitag, 11. Februar, setzt 3sat seine Berlinale-Berichterstattung in „Kulturzeit“ fort: Werktäglich ab 19.20 Uhr meldet sich das 3sat-Kulturmagazin mit Berichten zur Berlinale. Den Abschluss macht am Samstag, 19. Februar, um 19.00 Uhr die große Gala der Bärenverleihung.

Donnerstag, 10.02 / 00:40 Uhr / Berlinale-Studio (1/5)
(Erstsendung: 10.02.2022)
ARD/RBB

Fünf Mal berichtet das „Berlinale-Studio“ über das Geschehen am Potsdamer Platz und begrüßt dazu die Stars des Festivals.

In Interviews sprechen Schauspieler und Regisseure über ihre Filme und das Geschehen hinter den Kulissen. Dazu stellen Kinoexperten die wichtigsten Wettbewerbsbeiträge sowie die aktuellen Entwicklungen in der Filmbranche vor.

Redaktionshinweis: Die vier weiteren Ausgaben vom „Berlinale-Studio“ zeigt 3sat bis Donnerstag, 17. Februar, in seinem Nachtprogramm.


Kalenderwoche 07:

Samstag, 12.02. / 19:20 Uhr / Die Schätze des Kaisers vor Gericht ~ Das Ringen um das Vermächtnis der Hohenzollern
Film von Tita von Hardenberg
(Erstsendung: 07.08.2021)
3sat

Im Streit um das Hohenzollern-Erbe hat sich der Prinz von Preußen viele Feinde gemacht. In einer TV-Doku stellt er sich erstmals ausführlich einem Interview.

Georg Friedrich Prinz von Preußen, Ur-Ur-Enkel des letzten deutschen Kaisers, fordert seit Jahren enteignete Kunstobjekte und eine Entschädigung in Millionenhöhe vom Land Brandenburg. Die außergerichtlichen Verhandlungen sind gescheitert.

Nun muss ein Gericht entscheiden, ob die Forderungen berechtigt sind. Entscheidend ist dabei die Frage: Halfen die Hohenzollern den Nazis zur Macht? Richter sollen nun klären, ob Familienmitglieder, insbesondere Kronprinz Wilhelm, den Nationalsozialisten „erheblichen Vorschub“ geleistet haben. Dann nämlich verfallen zumindest Teile der Entschädigungsansprüche seiner Nachfahren. Aber kann die Justiz über eine solche geschichtliche Frage entscheiden, über die sich selbst Geschichtswissenschaftler nicht ganz einig sind?

Das neue Werk des Historikers Lothar Machtan „Der Kronprinz und die Nazis“ setzt sich offensiv mit der Rolle des letzten deutschen Kronprinzen in den entscheidenden Jahren vor Hitlers Machtergreifung auseinander. Mit der Bucherscheinung werden viele bislang unbekannte Quellen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Für Lothar Machtan steht fest: „Die Nähe des Kronprinzen zu den Nazis in einer bestimmten Epoche ist eklatant. Und die ist auch nicht wegzuretuschieren“. Ob dies juristisch allerdings als „erheblicher Vorschub“ gewertet wird, ist weiter offen.

Eine gütliche Lösung im Hohenzollernstreit ist auch aufgrund der Klagefreudigkeit von Georg Prinz von Preußen gegen Journalisten und Historiker in weite Ferne gerückt. Allein beim Berliner Landgericht hat das Oberhaupt der Familie von Preußen mehr als 80 Verfahren wegen der Verbreitung „nachweislich falscher Informationen“ angestrengt. Der „Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands“ blies nun zur Gegenoffensive und veröffentlicht alle Klagen des Prinzen in einem OnlineWiki. Die Fronten sind verhärteter denn je.

Für die Brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Manja Schüle (SPD), steht fest: „Es ist keine privatrechtliche Eigentumsfrage. Es ist eine Frage über die deutsche Geschichte. Und da muss es gestattet sein, angstfrei und offen zu diskutieren.“ Die Ministerin sieht aufgrund der im Raum stehenden offenen Klagen keine Basis für außergerichtliche Gespräche.

Warum verprellt Prinz Georg Friedrich von Preußen seine Ansprechpartner in Bund, Ländern und Museen seit Jahren scheinbar systematisch? Was treibt ihn an? Warum geht er gegen Pressevertreter und Kritiker vor? Und was hat er wirklich mit den Kulturgütern vor, sollten sie ihm zugeschlagen werden? Im Gespräch mit der Filmautorin und Journalistin Tita von Hardenberg stellt er sich nun erstmals öffentlich diesen Fragen.

Der Film „Die Schätze des Kaisers vor Gericht“ ist eine Fortschreibung der 3sat-Doku „Wem gehören die Schätze des Kaisers?“ (2019) und zeigt die neue Entwicklung in der Debatte auf. Darüber hinaus geht der Film der Frage nach, was hier eigentlich verhandelt wird: Geht es wirklich nur um Wertgegenstände und Abfindungen? Oder wird hier in Wahrheit um die Deutung der Rolle des Hauses Hohenzollern im untergehenden Kaiserreich gerungen?

Samstag, 12.02. / 20:15 Uhr / Konzert der Wiener Philharmoniker mit Daniel Barenboim und Martha Argerich
Mozartwoche, Großes Festspielhaus Salzburg, Februar 2022

Programm:
Wolfgang Amadeus Mozart:
– Symphonie in g-Moll, KV 183
– Konzert in Es-Dur für zwei Klaviere und Orchester, KV 365
– Symphonie in D-Dur KV 504, „Prager Symphonie“
Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Erstausstrahlung

ORF/3sat

Das Konzert der Wiener Philharmoniker aus dem Großen Festspielhaus in Salzburg ist ein Highlight der Mozartwoche 2022 (27.1.-6.2.). Es dirigiert Daniel Barenboim.

Auf dem Plan stehen Mozarts Symphonie in g-Moll KV 183, sein Konzert in Es-Dur für zwei Klaviere und Orchester KV 365 sowie seine Symphonie in D-Dur KV 504 („Prager Symphonie“). Am Klavier sind Daniel Barenboim und Martha Argerich zu erleben.

Die weltbesten Mozart-Interpretinnen und -Interpreten sind zu Gast beim traditionellen ersten Festival des Jahres in Salzburg. Im Mittelpunkt der Mozartwoche 2022 stehen Werke für Streicher. Für Rolando Villazón ist sie die vierte Festival-Ausgabe in seiner Funktion als Intendant.

Die Mozartwoche wird seit 1956 jährlich um die Zeit von Mozarts Geburtstag am 27. Januar veranstaltet und präsentiert die Kompositionen des Künstlers in vielfältigster Weise: ob in Originalklang, mit sattem Orchester-Sound, als Kammermusik oder als Solokonzert.

Samstag, 12.02. / 21:45 Uhr / Gustav Mahler in Leipzig – Geburt eines Titanen
Film von Anna Schmidt
(Erstsendung: 20.05.2021)
ARD/MDR

Gustav Mahlers Werke und sein Leben sind omnipräsent. Doch eine Episode kommt zu kurz: Mahlers Zeit in Leipzig. Diese Lebensjahre des Dirigenten und Komponisten sind von großer Bedeutung.

Mahler ist 26, als er 1886 nach Leipzig kommt. Damals gilt die Stadt neben Paris und Wien als das Musikzentrum Europas. Das Neue Theater, an dem Mahler als Dirigent engagiert wird, ist eines der modernsten Europas. Als Kapellmeister macht er sich schnell einen Namen.

Mit der Uraufführung der von ihm bearbeiteten Oper „Die drei Pintos“ von Carl Maria von Weber präsentiert sich Mahler erstmals einer größeren Öffentlichkeit als Meister der Klangfarben. Der Gefeierte schreibt: „Ich bin mit einem Schlage eine bekannte Persönlichkeit geworden, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt.“

Beflügelt vom Erfolg schreibt Mahler im Mai 1888 in nur sechs Wochen seine erste Sinfonie nieder, die er eine Zeit lang mit der Bezeichnung „Titan“ versah. Nach der Fertigstellung steht für ihn fest, dass das Komponieren von nun an seine Bestimmung ist. In Leipzig entsteht auch ein Großteil seiner „Wunderhorn“-Lieder, von denen einige in spätere Sinfonien einfließen.

Nach knapp zwei Jahren verlässt Mahler die Stadt. Doch kehrt er immer wieder in die Musikmetropole zurück, um seine Sinfonien zu dirigieren. Bedeutend ist sein Besuch im November 1905: Im Aufnahmestudio der Firma Hugo Popper & Co spielte er auf einem Flügel der Leipziger Firma Feurich mit eingebauten mechanischen Tonrollen Lieder und Sinfoniesätze ein – ein Dokument von unschätzbarem Wert. Denn Mahler stirbt mit nur 50 Jahren im Jahr 1911.

Samstag, 12.02. / 00:25 Uhr / Berlinale-Studio (2/5)
(Erstsendung: 12.02.2022)
ARD/RBB

Vier Mal berichtet das „Berlinale-Studio“ über das Geschehen am Potsdamer Platz und begrüßt dazu die Stars des Festivals.

In Interviews sprechen Schauspieler und Regisseure über ihre Filme und das Geschehen hinter den Kulissen. Dazu stellen Kinoexperten die wichtigsten Wettbewerbsbeiträge sowie die aktuellen Entwicklungen in der Filmbranche vor.

Samstag, 12.02. / 00:55 Uhr / lebensArt
(Erstsendung: 07.02.2022)
ORF

Peter Schneeberger und Clarissa Stadler präsentieren Inhalte, die nicht nur vom Kulturkalender, sondern auch von gesellschaftlichen und kulturpolitischen Entwicklungen bestimmt werden.

Neue und andere Sichtweisen erleichtern den Zugang zu Literatur und Musik, Film und Theater, Architektur und Bildender Kunst. Das Kulturmagazin ist feuilletonistisch, hintergründig und reflexiv.

Sonntag, 13.02. / 10:05 Uhr / lesenswert ~ Denis Scheck im Gespräch
(Erstsendung: 10.02.2022)
ARD/SWR

In der Büchersendung „lesenswert“ stellt Denis Scheck Autoren und ihre Bücher im Gespräch vor.

Sonntag, 13.02. / 12:05 Uhr / Kunst in der Wüste: Coachella-Wüste und Utah
Film von Claudia Müller
(Erstsendung: 22.09.2019)
ARD/SR

Der Kunsttrip quer durch den Westen der USA führt diesmal zunächst nach Utah zu zwei bedeutenden Werken der Land Art: „Spiral Jetty“ von Robert Smithson und „Sun Tunnels“ von Nancy Holt.

Dann geht es weiter in die Coachella-Wüste, wo seit 2017 alle zwei Jahre das „Desert X“-Festival stattfindet. Zeitgenössische Künstler aus aller Welt verteilen dort über ein Areal von 45 Meilen ihre Werke, die sich direkt auf die Landschaft beziehen.

Die Wüste: Das Licht, die Stille, die unendliche Weite und die Unberührtheit dieser kargen und extremen Landschaften und ihre Geschichte hat Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten angezogen, um dort ihre Visionen zu verwirklichen.

Die vierteilige Reihe „Kunst in der Wüste“ stellt Künstlerinnen und Künstler vor, in deren Werken die Wüste eine zentrale Rolle spielt: als Inspirationsquelle und Sehnsuchtsort, aber auch als Ort, der oft romantisiert wurde und längst von Ausbeutung und Klimawandel bedroht ist. Auf dem Roadtrip durch die westlichen Bundesstaaten der USA können die Zuschauer die unterschiedlichsten Kunstformen der Kunstgeschichte und der zeitgenössischen Kunst kennenlernen, die dort entstanden sind – von Malerei, Skulptur bis zur Land Art.

Sonntag, 13.02. / 12:30 Uhr / Kunst in der Wüste: New Mexico
Film von Claudia Müller
(Erstsendung: 15.09.2019)
ARD/SR

Diese Folge des Roadtrips durch die Wüsten in den südwestlichen Staaten der USA begibt sich auf die Spuren der Malerin Georgia O’Keeffe nach New Mexico. Stationen sind Santa Fe und Taos.

Die berühmteste Malerin der USA fand in der kargen Wüstenlandschaft viele Motive für ihre Bilder. Für die abstrakte Malerin Agnes Martin hingegen war die Wüste der Auslöser dafür, ihren Blick nach innen zu kehren und ihre Gefühle auf die Leinwand zu übertragen.

Außerdem steht ein Treffen mit dem jungen Künstler Cannupa Hanska Luger auf dem Programm, der mit seiner Kunst den Blick auf die indigenen Kulturen hinterfragt, die diese Landstriche so sehr geprägt haben.

Die Wüste: Das Licht, die Stille, die unendliche Weite und die Unberührtheit dieser kargen und extremen Landschaften und ihre Geschichte hat Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten angezogen, um dort ihre Visionen zu verwirklichen.

Die vierteilige Reihe „Kunst in der Wüste“ stellt Künstlerinnen und Künstler vor, in deren Werken die Wüste eine zentrale Rolle spielt: als Inspirationsquelle und Sehnsuchtsort, aber auch als Ort, der oft romantisiert wurde und längst von Ausbeutung und Klimawandel bedroht ist. Auf dem Roadtrip durch die westlichen Bundesstaaten der USA können die Zuschauer die unterschiedlichsten Kunstformen der Kunstgeschichte und der zeitgenössischen Kunst kennenlernen, die dort entstanden sind – von Malerei, Skulptur bis zur Land Art.

Sonntag, 13.02. / 19:10 Uhr / Die Zukunft des Kinos
Film von Reto Caduff
(aus der Reihe „NZZ Format“)
(Erstsendung: 28.10.2021)
SRF

Es ist unklar, welche Rolle Kinos in Zukunft spielen werden. Wegen Pandemie und Streamingdiensten schauen immer mehr Menschen Filme daheim.

„NZZ Format“ hat bei Produzenten, dem Hollywood-Regisseur Marc Forster und Kinobetreibern in der Schweiz und in Los Angeles die „Zukunft des Kinos“ gesucht.

Noch erwirtschaften die Filmstudios fast die Hälfte ihrer Einnahmen im Kino. Doch Streamingdienste wie Netflix und Amazon erreichen nicht zuletzt dank der Pandemie immer mehr Zuschauende zu Hause. Diese Situation bringt die Studios in eine schwierige Lage: Sie können mehr Menschen via Streaming erreichen, aber das könnte die Kinos und die großen Einnahmen, die sie generieren, untergraben. Derweil schließen immer mehr Kinos – größtenteils Familienbetriebe und kleine Ketten, in ländlichen Gebieten und Kleinstädten.

Klar ist, dass sich das Kino nach der Pandemie grundsätzlich verändern muss. Die Branche muss die Herausforderung anpacken und das Geschichtenerzählen und das Kino neu denken. Das Kino als Begegnungsort muss den Besuchenden in Zukunft viel mehr bieten als nur ein Filmerlebnis und überteuertes Popcorn.

Das Kino ist seit seinem Start vor rund 100 Jahren durch technische Innovationen wie dem Wechsel von Stumm- zu Tonfilm oder der Erfindung des Fernsehers und später von VHS und DVD an Herausforderungen gewohnt – doch diesmal scheinen die rasanten Veränderungen die Branche nachhaltig zu verändern.

Donnerstag, 17.02. / 22:55 Uhr / Arthouse Kino: Lady Macbeth
Spielfilm, Großbritannien 2016
ARD/WDR

Katherine: Florence Pugh
Sebastian: Cosmo Jarvis
Alexander Lester: Paul Hilton
Anna, Dienstmädchen: Naomi Ackie
Boris Lester: Christopher Fairbank
Regie: William Oldroyd
Länge: 86 Minuten

England 1856: Die schöne Katherine wird mit einem verbitterten und deutlich älteren Mann verheiratet. Die Ehe ist herzlos, und die neue Familie betrachtet Katherine als unerwünschte Bürde.

In diesem Umfeld vereinsamt die lebenshungrige junge Frau zusehends. Als ihr Mann zu einer längeren Reise aufbricht und sie allein zurücklässt, erwacht Katherine aus ihrer Lethargie. Sie beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit einem rebellischen Gutsarbeiter.

Bald schon ist sie nicht mehr bereit, ihr neu gewonnenes Glück wieder loszulassen. Ihr Ehemann kehrt schließlich zurück und entdeckt das Geheimnis seiner Frau. Doch Katherine ist wie verwandelt. Sie wird sich niemandem mehr unterwerfen – und sie schreckt vor nichts zurück, um das zu bekommen, was sie begehrt.

Intensiv, elektrisierend und hoch spannend – so hat man eine radikal liebende Frau schon lange nicht mehr im Kino gesehen. In William Oldroyds messerscharf geschliffenem Liebesdrama „Lady Macbeth“ zeigt die wunderbare Florence Pugh in der Titelrolle, was starker Wille wirklich ist. Mit dieser furiosen Frauenfigur entsteht in meisterhaft arrangierten Tableaus eine hoch konzentrierte Dramatik, die diesen Film so schnell nicht wieder vergessen lässt.


Kalenderwoche 08:

Samstag, 12.02. / 19:20 Uhr / Die Schätze des Kaisers vor Gericht ~ Das Ringen um das Vermächtnis der Hohenzollern
Film von Tita von Hardenberg
(Erstsendung: 07.08.2021)
3sat

Im Streit um das Hohenzollern-Erbe hat sich der Prinz von Preußen viele Feinde gemacht. In einer TV-Doku stellt er sich erstmals ausführlich einem Interview.

Georg Friedrich Prinz von Preußen, Ur-Ur-Enkel des letzten deutschen Kaisers, fordert seit Jahren enteignete Kunstobjekte und eine Entschädigung in Millionenhöhe vom Land Brandenburg. Die außergerichtlichen Verhandlungen sind gescheitert.

Nun muss ein Gericht entscheiden, ob die Forderungen berechtigt sind. Entscheidend ist dabei die Frage: Halfen die Hohenzollern den Nazis zur Macht? Richter sollen nun klären, ob Familienmitglieder, insbesondere Kronprinz Wilhelm, den Nationalsozialisten „erheblichen Vorschub“ geleistet haben. Dann nämlich verfallen zumindest Teile der Entschädigungsansprüche seiner Nachfahren. Aber kann die Justiz über eine solche geschichtliche Frage entscheiden, über die sich selbst Geschichtswissenschaftler nicht ganz einig sind?

Das neue Werk des Historikers Lothar Machtan „Der Kronprinz und die Nazis“ setzt sich offensiv mit der Rolle des letzten deutschen Kronprinzen in den entscheidenden Jahren vor Hitlers Machtergreifung auseinander. Mit der Bucherscheinung werden viele bislang unbekannte Quellen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Für Lothar Machtan steht fest: „Die Nähe des Kronprinzen zu den Nazis in einer bestimmten Epoche ist eklatant. Und die ist auch nicht wegzuretuschieren“. Ob dies juristisch allerdings als „erheblicher Vorschub“ gewertet wird, ist weiter offen.

Eine gütliche Lösung im Hohenzollernstreit ist auch aufgrund der Klagefreudigkeit von Georg Prinz von Preußen gegen Journalisten und Historiker in weite Ferne gerückt. Allein beim Berliner Landgericht hat das Oberhaupt der Familie von Preußen mehr als 80 Verfahren wegen der Verbreitung „nachweislich falscher Informationen“ angestrengt. Der „Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands“ blies nun zur Gegenoffensive und veröffentlicht alle Klagen des Prinzen in einem OnlineWiki. Die Fronten sind verhärteter denn je.

Für die Brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Manja Schüle (SPD), steht fest: „Es ist keine privatrechtliche Eigentumsfrage. Es ist eine Frage über die deutsche Geschichte. Und da muss es gestattet sein, angstfrei und offen zu diskutieren.“ Die Ministerin sieht aufgrund der im Raum stehenden offenen Klagen keine Basis für außergerichtliche Gespräche.

Warum verprellt Prinz Georg Friedrich von Preußen seine Ansprechpartner in Bund, Ländern und Museen seit Jahren scheinbar systematisch? Was treibt ihn an? Warum geht er gegen Pressevertreter und Kritiker vor? Und was hat er wirklich mit den Kulturgütern vor, sollten sie ihm zugeschlagen werden? Im Gespräch mit der Filmautorin und Journalistin Tita von Hardenberg stellt er sich nun erstmals öffentlich diesen Fragen.

Der Film „Die Schätze des Kaisers vor Gericht“ ist eine Fortschreibung der 3sat-Doku „Wem gehören die Schätze des Kaisers?“ (2019) und zeigt die neue Entwicklung in der Debatte auf. Darüber hinaus geht der Film der Frage nach, was hier eigentlich verhandelt wird: Geht es wirklich nur um Wertgegenstände und Abfindungen? Oder wird hier in Wahrheit um die Deutung der Rolle des Hauses Hohenzollern im untergehenden Kaiserreich gerungen?

Samstag, 12.02. / 20:15 Uhr / Konzert der Wiener Philharmoniker mit Daniel Barenboim und Martha Argerich
Mozartwoche, Großes Festspielhaus Salzburg, Februar 2022

Programm:
Wolfgang Amadeus Mozart:
– Symphonie in g-Moll, KV 183
– Konzert in Es-Dur für zwei Klaviere und Orchester, KV 365
– Symphonie in D-Dur KV 504, „Prager Symphonie“
Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Erstausstrahlung

ORF/3sat

Das Konzert der Wiener Philharmoniker aus dem Großen Festspielhaus in Salzburg ist ein Highlight der Mozartwoche 2022 (27.1.-6.2.). Es dirigiert Daniel Barenboim.

Auf dem Plan stehen Mozarts Symphonie in g-Moll KV 183, sein Konzert in Es-Dur für zwei Klaviere und Orchester KV 365 sowie seine Symphonie in D-Dur KV 504 („Prager Symphonie“). Am Klavier sind Daniel Barenboim und Martha Argerich zu erleben.

Die weltbesten Mozart-Interpretinnen und -Interpreten sind zu Gast beim traditionellen ersten Festival des Jahres in Salzburg. Im Mittelpunkt der Mozartwoche 2022 stehen Werke für Streicher. Für Rolando Villazón ist sie die vierte Festival-Ausgabe in seiner Funktion als Intendant.

Die Mozartwoche wird seit 1956 jährlich um die Zeit von Mozarts Geburtstag am 27. Januar veranstaltet und präsentiert die Kompositionen des Künstlers in vielfältigster Weise: ob in Originalklang, mit sattem Orchester-Sound, als Kammermusik oder als Solokonzert.

Samstag, 12.02. / 21:45 Uhr / Gustav Mahler in Leipzig – Geburt eines Titanen
Film von Anna Schmidt
(Erstsendung: 20.05.2021)
ARD/MDR

Gustav Mahlers Werke und sein Leben sind omnipräsent. Doch eine Episode kommt zu kurz: Mahlers Zeit in Leipzig. Diese Lebensjahre des Dirigenten und Komponisten sind von großer Bedeutung.

Mahler ist 26, als er 1886 nach Leipzig kommt. Damals gilt die Stadt neben Paris und Wien als das Musikzentrum Europas. Das Neue Theater, an dem Mahler als Dirigent engagiert wird, ist eines der modernsten Europas. Als Kapellmeister macht er sich schnell einen Namen.

Mit der Uraufführung der von ihm bearbeiteten Oper „Die drei Pintos“ von Carl Maria von Weber präsentiert sich Mahler erstmals einer größeren Öffentlichkeit als Meister der Klangfarben. Der Gefeierte schreibt: „Ich bin mit einem Schlage eine bekannte Persönlichkeit geworden, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt.“

Beflügelt vom Erfolg schreibt Mahler im Mai 1888 in nur sechs Wochen seine erste Sinfonie nieder, die er eine Zeit lang mit der Bezeichnung „Titan“ versah. Nach der Fertigstellung steht für ihn fest, dass das Komponieren von nun an seine Bestimmung ist. In Leipzig entsteht auch ein Großteil seiner „Wunderhorn“-Lieder, von denen einige in spätere Sinfonien einfließen.

Nach knapp zwei Jahren verlässt Mahler die Stadt. Doch kehrt er immer wieder in die Musikmetropole zurück, um seine Sinfonien zu dirigieren. Bedeutend ist sein Besuch im November 1905: Im Aufnahmestudio der Firma Hugo Popper & Co spielte er auf einem Flügel der Leipziger Firma Feurich mit eingebauten mechanischen Tonrollen Lieder und Sinfoniesätze ein – ein Dokument von unschätzbarem Wert. Denn Mahler stirbt mit nur 50 Jahren im Jahr 1911.

Samstag, 12.02. / 00:25 Uhr / Berlinale-Studio (2/5)
(Erstsendung: 12.02.2022)
ARD/RBB

Vier Mal berichtet das „Berlinale-Studio“ über das Geschehen am Potsdamer Platz und begrüßt dazu die Stars des Festivals.

In Interviews sprechen Schauspieler und Regisseure über ihre Filme und das Geschehen hinter den Kulissen. Dazu stellen Kinoexperten die wichtigsten Wettbewerbsbeiträge sowie die aktuellen Entwicklungen in der Filmbranche vor.

Samstag, 12.02. / 00:55 Uhr / lebensArt
(Erstsendung: 07.02.2022)
ORF

Peter Schneeberger und Clarissa Stadler präsentieren Inhalte, die nicht nur vom Kulturkalender, sondern auch von gesellschaftlichen und kulturpolitischen Entwicklungen bestimmt werden.

Neue und andere Sichtweisen erleichtern den Zugang zu Literatur und Musik, Film und Theater, Architektur und Bildender Kunst. Das Kulturmagazin ist feuilletonistisch, hintergründig und reflexiv.

Sonntag, 13.02. / 10:05 Uhr / lesenswert ~ Denis Scheck im Gespräch
(Erstsendung: 10.02.2022)
ARD/SWR

In der Büchersendung „lesenswert“ stellt Denis Scheck Autoren und ihre Bücher im Gespräch vor.

Sonntag, 13.02. / 12:05 Uhr / Kunst in der Wüste: Coachella-Wüste und Utah
Film von Claudia Müller
(Erstsendung: 22.09.2019)
ARD/SR

Der Kunsttrip quer durch den Westen der USA führt diesmal zunächst nach Utah zu zwei bedeutenden Werken der Land Art: „Spiral Jetty“ von Robert Smithson und „Sun Tunnels“ von Nancy Holt.

Dann geht es weiter in die Coachella-Wüste, wo seit 2017 alle zwei Jahre das „Desert X“-Festival stattfindet. Zeitgenössische Künstler aus aller Welt verteilen dort über ein Areal von 45 Meilen ihre Werke, die sich direkt auf die Landschaft beziehen.

Die Wüste: Das Licht, die Stille, die unendliche Weite und die Unberührtheit dieser kargen und extremen Landschaften und ihre Geschichte hat Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten angezogen, um dort ihre Visionen zu verwirklichen.

Die vierteilige Reihe „Kunst in der Wüste“ stellt Künstlerinnen und Künstler vor, in deren Werken die Wüste eine zentrale Rolle spielt: als Inspirationsquelle und Sehnsuchtsort, aber auch als Ort, der oft romantisiert wurde und längst von Ausbeutung und Klimawandel bedroht ist. Auf dem Roadtrip durch die westlichen Bundesstaaten der USA können die Zuschauer die unterschiedlichsten Kunstformen der Kunstgeschichte und der zeitgenössischen Kunst kennenlernen, die dort entstanden sind – von Malerei, Skulptur bis zur Land Art.

Sonntag, 13.02. / 12:30 Uhr / Kunst in der Wüste: New Mexico
Film von Claudia Müller
(Erstsendung: 15.09.2019)
ARD/SR

Diese Folge des Roadtrips durch die Wüsten in den südwestlichen Staaten der USA begibt sich auf die Spuren der Malerin Georgia O’Keeffe nach New Mexico. Stationen sind Santa Fe und Taos.

Die berühmteste Malerin der USA fand in der kargen Wüstenlandschaft viele Motive für ihre Bilder. Für die abstrakte Malerin Agnes Martin hingegen war die Wüste der Auslöser dafür, ihren Blick nach innen zu kehren und ihre Gefühle auf die Leinwand zu übertragen.

Außerdem steht ein Treffen mit dem jungen Künstler Cannupa Hanska Luger auf dem Programm, der mit seiner Kunst den Blick auf die indigenen Kulturen hinterfragt, die diese Landstriche so sehr geprägt haben.

Die Wüste: Das Licht, die Stille, die unendliche Weite und die Unberührtheit dieser kargen und extremen Landschaften und ihre Geschichte hat Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten angezogen, um dort ihre Visionen zu verwirklichen.

Die vierteilige Reihe „Kunst in der Wüste“ stellt Künstlerinnen und Künstler vor, in deren Werken die Wüste eine zentrale Rolle spielt: als Inspirationsquelle und Sehnsuchtsort, aber auch als Ort, der oft romantisiert wurde und längst von Ausbeutung und Klimawandel bedroht ist. Auf dem Roadtrip durch die westlichen Bundesstaaten der USA können die Zuschauer die unterschiedlichsten Kunstformen der Kunstgeschichte und der zeitgenössischen Kunst kennenlernen, die dort entstanden sind – von Malerei, Skulptur bis zur Land Art.

Sonntag, 13.02. / 19:10 Uhr / Die Zukunft des Kinos
Film von Reto Caduff
(aus der Reihe „NZZ Format“)
(Erstsendung: 28.10.2021)
SRF

Es ist unklar, welche Rolle Kinos in Zukunft spielen werden. Wegen Pandemie und Streamingdiensten schauen immer mehr Menschen Filme daheim.

„NZZ Format“ hat bei Produzenten, dem Hollywood-Regisseur Marc Forster und Kinobetreibern in der Schweiz und in Los Angeles die „Zukunft des Kinos“ gesucht.

Noch erwirtschaften die Filmstudios fast die Hälfte ihrer Einnahmen im Kino. Doch Streamingdienste wie Netflix und Amazon erreichen nicht zuletzt dank der Pandemie immer mehr Zuschauende zu Hause. Diese Situation bringt die Studios in eine schwierige Lage: Sie können mehr Menschen via Streaming erreichen, aber das könnte die Kinos und die großen Einnahmen, die sie generieren, untergraben. Derweil schließen immer mehr Kinos – größtenteils Familienbetriebe und kleine Ketten, in ländlichen Gebieten und Kleinstädten.

Klar ist, dass sich das Kino nach der Pandemie grundsätzlich verändern muss. Die Branche muss die Herausforderung anpacken und das Geschichtenerzählen und das Kino neu denken. Das Kino als Begegnungsort muss den Besuchenden in Zukunft viel mehr bieten als nur ein Filmerlebnis und überteuertes Popcorn.

Das Kino ist seit seinem Start vor rund 100 Jahren durch technische Innovationen wie dem Wechsel von Stumm- zu Tonfilm oder der Erfindung des Fernsehers und später von VHS und DVD an Herausforderungen gewohnt – doch diesmal scheinen die rasanten Veränderungen die Branche nachhaltig zu verändern.

Donnerstag, 17.02. / 22:55 Uhr / Arthouse Kino: Lady Macbeth
Spielfilm, Großbritannien 2016
ARD/WDR

Katherine: Florence Pugh
Sebastian: Cosmo Jarvis
Alexander Lester: Paul Hilton
Anna, Dienstmädchen: Naomi Ackie
Boris Lester: Christopher Fairbank
Regie: William Oldroyd
Länge: 86 Minuten

England 1856: Die schöne Katherine wird mit einem verbitterten und deutlich älteren Mann verheiratet. Die Ehe ist herzlos, und die neue Familie betrachtet Katherine als unerwünschte Bürde.

In diesem Umfeld vereinsamt die lebenshungrige junge Frau zusehends. Als ihr Mann zu einer längeren Reise aufbricht und sie allein zurücklässt, erwacht Katherine aus ihrer Lethargie. Sie beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit einem rebellischen Gutsarbeiter.

Bald schon ist sie nicht mehr bereit, ihr neu gewonnenes Glück wieder loszulassen. Ihr Ehemann kehrt schließlich zurück und entdeckt das Geheimnis seiner Frau. Doch Katherine ist wie verwandelt. Sie wird sich niemandem mehr unterwerfen – und sie schreckt vor nichts zurück, um das zu bekommen, was sie begehrt.

Intensiv, elektrisierend und hoch spannend – so hat man eine radikal liebende Frau schon lange nicht mehr im Kino gesehen. In William Oldroyds messerscharf geschliffenem Liebesdrama „Lady Macbeth“ zeigt die wunderbare Florence Pugh in der Titelrolle, was starker Wille wirklich ist. Mit dieser furiosen Frauenfigur entsteht in meisterhaft arrangierten Tableaus eine hoch konzentrierte Dramatik, die diesen Film so schnell nicht wieder vergessen lässt.


Kalenderwoche 09:

Samstag, 26.02. / 19:20 Uhr / Gegenwind für Viktor Orbán ~ Kulturkampf in Ungarn
Film von Karsten Gravert
Erstausstrahlung
3sat

Am 3. April finden in Ungarn Parlamentswahlen statt. Medien und Kultureinrichtungen hat Viktor Orbán längst auf Linie gebracht. Denkt man. Doch jetzt regt sich Widerstand.

Knapp 20 Prozent der Presse in Ungarn ist es gelungen, unabhängig zu bleiben. Auch die Kunst- und Kulturszene macht ohne staatliche Förderung auf eigene Faust weiter. Und die Opposition im Parlament hat sich erstmals auf einen gemeinsamen Gegenkandidaten geeinigt.

Wie gefährlich ist das für Orbán?

Seit zwölf Jahren regiert Europas „Mini-Trump“ Viktor Orbán bisher nahezu unangefochten. Sein Demokratie-Abbau ist weit vorangeschritten: Im Pressefreiheit-Ranking ist Ungarn unter seiner Führung um fast 70 Plätze auf Platz 92 der Welt abgestürzt. Die renommierte Central European University hat er gezielt aus dem Land geekelt. Theater-Intendanzen wurden mit Getreuen besetzt und die Theater- und Filmuniversität SZFE ebenfalls auf Regierungslinie gebracht – weshalb alle bedeutenden Künstler*innen dort ihren Hut nahmen.

Doch jetzt bekommt Viktor Orbán zum ersten Mal ernsthafte Konkurrenz: Die notorisch zerstrittene Opposition, von den Ex-Kommunisten bis zu den ehemaligen Rechtsextremisten der Jobbik-Partei, haben einen gemeinsamen Kandidaten gewählt: Péter Márki-Zay, konservativer Vater von sieben Kindern, Bürgermeister der Provinzstadt Hódmezővásárhely. Er soll Ungarn wieder auf den demokratischen Pfad führen und mit der EU versöhnen.

Nicht ohne Grund setzt Orbán zeitgleich zu den Parlamentswahlen nun unter anderem ein Referendum an zu einem Gesetz, das längst verabschiedet war, jedoch populistisches Potenzial hat und einen weiteren Eingriff ins Kulturleben bedeutet: Das neue LGBTQ-Gesetz verbietet die Darstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Büchern und Filmen und nennt sie in einem Atemzug mit Kindesmissbrauch. Die EU ist empört. Und Orbán lacht sich ins Fäustchen.

Jetzt kann er wieder die Rolle des unerschrockenen Verteidigers des rechtschaffenden ungarischen Volkes spielen – gegen die dekadente Liberalität des Westens.

„Beim EU-Beitritt Ungarns 2004 hätte ich nicht gedacht, dass ich jemals wieder in einer Autokratie leben müsste“, sagt der renommierte Theaterregisseur László Bagossy, Lehrer an dem alternativen Theaterinstitut FreeSZFE. Er erkennt sein Land kaum wieder. „Und ich kann einfach nicht glauben, dass die europäische Politik nichts dagegen unternimmt, sondern zusieht, wie die Freiheit beschnitten wird.“

Auch die Parlamentsvizepräsidentin der EU, Katarina Barley fordert, Orbán wirksam das EU-Geld abzudrehen. Zugleich erkennt sie die Gefahr darin: „Orbán ist ein eiskalter Stratege, er hat nur ein Ziel – seine eigene Macht zu sichern. Er konstruiert Feindbilder im Ausland und will so die Reihen hinter sich schließen. Das ist eine ganz alte Taktik. Ich weiß nicht, ob sie am Ende aufgehen wird.“

Samstag, 26.02. / 20:15 Uhr / Die Fledermaus
Aus der Wiener Staatsoper, 2021
ORF

Rosalinde: Rachel Willis-Sørensen
Frank: Wolfgang Bankl
Prinz Orlofsky: Christina Bock
Alfred, ein Tenor: Jörg Schneider
Dr. Falke: Clemens Unterreiner
Adele: Vera-Lotte Boecker
Frosch: Peter Simonischek

Bühnenbild: Günther Schneider-Siemssen
Kostüme: Milena Canonero, Gabriel von Eisenstein, Andreas Schager
Musikalische Leitung: Bertrand de Billy
Inszenierung: Otto Schenk

Selten hat ein Werk mit solcher Unmittelbarkeit in Wien eingeschlagen wie Johann Strauß‘ „Die Fledermaus“. Von der Uraufführung 1874 an brachte man das Stück in höchster Spieldichte.

Die berühmteste aller Operetten nähert sich mit glücklicher und leichter Hand Spielarten der erotischen und sozialen Verstellung und bringt die bürgerlichen Fassaden zum Tanzen, politische und gesellschaftliche Kommentare inklusive.

1894 kam die Operette zu Hofopern-Ehren, um seither nahezu durchgehend und seit 1900 fast immer zu Silvester im Repertoire der Wiener Staatsoper zu bleiben.

Regisseur Otto Schenk, der am 31. Dezember 2011 die Produktion neu einstudierte, sieht in der „Fledermaus“ zwei Motoren: die Sentimentalität, das Sich-Hingeben einer fast hypochondrisch übertriebenen Stimmung, und die Blamage, die durch eine geradezu satanische Unterhaltungssucht aller Beteiligten hervorgerufen wird.

Samstag, 26.02. / 23:00 Uhr / Die Pfaueninsel – Ein Meisterwerk der Gartenkunst
Film von Felix Krüger
(Erstsendung: 03.10.2019)
ARD/RBB

Für Gärtner gehört die Pfaueninsel zu den schönsten und anspruchsvollsten Wirkungsstätten. Sie arbeiten in einem Paradies. Manche leben hier, zwischen Himmel und Havel, im Südwesten Berlins.

Der Film erzählt im Jahresverlauf von den Besonderheiten dieses Eilands, von den Gärtnern, ihren Arbeiten und Herausforderungen, der Rosenblüte, dem Leben als Insulaner und dem historisch interessanten Kontext aller gärtnerischen Elemente der einzigartigen Insel.

Für Gartenfreunde zählt die Pfaueninsel zu den begehrtesten Orten der preußischen Kulturlandschaft.

Gartenhistorisch gesehen ist sie eine Schatzinsel: Inmitten eines uralten Baumbestands liegt der älteste preußische Rosengarten. Die erste Hofgärtnerei nahm hier ihren Betrieb auf. Große Landschaftsgärtner wie Peter Joseph Lenné und Ferdinand Fintelmann legten ihre Matrix einer geheimnisvollen Wegeführung über die gesamte Insel.

Sonntag, 27.02. / 10:10 Uhr / lesenswert Quartett
Mit Denis Scheck, Insa Wilke, Ijoma Mangold und als Gast: Svenja Flaßpöhler
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Mit Gastgeber Denis Scheck diskutieren im „lesenswert Quartett“ die Literaturkritiker Insa Wilke und Ijoma Mangold und als Gast die Philosophin Svenja Flaßpöhler über vier Bücher.

Vier Bücher – vier Meinungen: Nicht immer sind sich die „lesenswert Quartett“-Teilnehmer einig. Lobend und tadelnd, lebhaft und impulsiv, aber auch sachlich und analytisch nehmen sie sich vier Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt vor.

Sonntag, 27.02. / 11:10 Uhr / Arturo Benedetti Michelangeli – Ein unfassbarer Pianist
Film von Syrthos J. Dreher und Dag Freyer
(Erstsendung: 23.01.2020)
ARD/SWR

Arturo Benedetti Michelangeli – selbst unter Pianisten löst der Name Ehrfurcht aus: Er steht für höchste Vollendung, für einen Schönheitskult, wie ihn kein anderer Meisterpianist betrieben hat.

Er steht aber auch für kurzfristige Konzertabsagen und von den Medien genüsslich verbreitete Künstlerneurosen. – Mit dieser Dokumentation liegt erstmals ein facettenreiches Porträt des sagenumwobenen Pianisten Michelangeli (1920-1995) vor.

Im Jahr 1992 lässt Arturo Benedetti Michelangeli wegen einer kleinen technischen Panne sämtliche Aufnahmen der TV-Aufzeichnung des Ravel-Klavierkonzerts mit den Münchner Philharmonikern unter Sergiu Celibidache löschen: Der Ausgangspunkt dieser Dokumentation, denn die Aufnahmen, die für dieses Filmporträt hinter den Kulissen entstanden, sind heute die einzigen Dokumente dieses legendären Konzerts und eröffnen einzigartige Einsichten in Michelangelis perfektionistisches Künstlertum.

Die Dokumentation „Arturo Benedetti Michelangeli – Ein unfassbarer Pianist“ ist das Ergebnis einer 30-jährigen Spurensuche, die nicht nur zu ungewöhnlichen Zeitzeugen wie einem bekennenden Raubkopierer führt, sondern die vor allem eine Fülle von neuem Archivmaterial zutage gefördert hat: So war Arturo Benedetti Michelangeli noch nie zu sehen – und vor allem noch nie zu hören. Es ist hautnah mitzuerleben, wie der schwer angeschlagene Maestro sich nach einem Herzinfarkt zurück zu alter Perfektion kämpft.

Sonntag, 27.02. / 12:30 Uhr / Katzen für Millionen – Die Welt der Rosina Wachtmeister
Film von Miriam Jakobs und Gerhard Schick
(Erstsendung: 06.03.2017)
ORF

Als junge, mittellose Marionettenspielerin und Mutter eines kleinen Kindes kommt die Österreicherin Rosina Wachtmeister Anfang der 1970er-Jahre nach Rom. Sie steht vor dem Nichts.

Aus Langeweile beginnt sie zu malen – und trifft mit ihren goldenen Katzenbildern den Geschmack von Millionen von Menschen. Vom Erlös ihrer Werke kauft sie ein italienisches Dorf und entwirft dort fernab der Öffentlichkeit eine eigene Welt.

Rosina Wachtmeisters Welt bietet wilden Hunden und gestrandeten Künstlern ein Zuhause. Sie selbst ist keineswegs die freundliche Großmutter, die in ihrem Stübchen hockt und ihre Porzellanfiguren abstaubt. Vielmehr ist sie eine eigenwillige, kantige und sehr erfolgreiche Frau von anarchischem Humor, die sich mit allen denkbaren gesellschaftlichen Konventionen anlegt, um ihr Leben und ihre Umgebung nach ihrer ganz persönlichen Vision zu gestalten.

Die Dokumentation taucht in das abenteuerliche Universum von Rosina Wachtmeister ein und schildert ihre Entwicklung von der unbekannten jungen Marionettenspielerin zur weltweit agierenden Künstlerin und streitbaren Schutzpatronin eines ganzen Dorfes. Die Rosina Wachtmeister, wie die Zuschauer sie im Film erleben können, ist das Gegenteil des Bildes, das von Rosina Wachtmeister und ihren Werken kursiert: Statt Betulichkeit und Spießertum herrschen im italienischen Capena eine fröhliche Anarchie und Offenheit gegenüber abweichenden Lebensläufen.

Sonntag, 27.02. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Museum Wiesbaden
Gast: Volker Schlöndorff
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Markus Brock „checkt“ das Museum Wiesbaden, das Kunstgeschichte und Naturkunde vereint. Bekannt ist seine Expressionisten-Sammlung mit Werken von Kandinsky, Klee, Jawlensky und Münter.

Die Exponate reichen von der Prähistorie bis in die Gegenwart und gliedern sich in die Bereiche Alte Meister, Klassische Moderne, Kunst der Moderne und Gegenwart und in die Naturhistorischen Sammlungen. Gast ist diesmal der Regisseur Volker Schlöndorff.

Milliarden Jahre alte Meteoriten sind im Museum Wiesbaden ebenso zu entdecken wie niederländische Malerei, Kunsthandwerk des Jugendstils bis hin zu zeitgenössischen Rauminstallationen von Rebecca Horn und Jochen Gerz.

Die Jubiläumsausstellung „Alles! 100 Jahre Jawlensky in Wiesbaden“ (bis 27.3.2022) ist eine Hommage an den russisch-deutschen Expressionisten, der ab 1921 bis zu seinem Tod 1941 in Wiesbaden lebte. Mit 111 Werken aus der Sammlung des Museums zeigt die Schau Jawlenskys gesamtes Schaffen, verknüpft mit Anekdoten und Geschichten aus dem Leben des Künstlers.

Markus Brock besucht das Museum zusammen mit Volker Schlöndorff. Schlöndorff kennt das Museum noch aus Kindertagen. 1939 in Wiesbaden geboren und aufgewachsen, zog es ihn mit 17 Jahren nach Frankreich, wo er nach dem Abitur Regieassistent bei Louis Malle wurde. Sein Filmdebüt gab Schlöndorff 1966 mit „Der junge Törless“ und machte sich als Regisseur von Literaturverfilmungen einen Namen. Für „Die Blechtrommel“ erhielt er 1980 einen Oscar. Es folgten unzählige Preise für seine Filmprojekte in den USA und Europa. Auf der Berlinale zeigte er 2017 den Film „Rückkehr nach Montauk“. Für den „Museums-Check“ reist Volker Schlöndorff in seine alte Heimat und entdeckt das Museum Wiesbaden neu.


Regelmäßige Kultursendungen auf 3sat:

Montags – freitags, 19:20 Uhr: Kulturzeit
Das 3sat Kulturmagazin von ZDF, ORF, SRF und ARD
3sat
“Kulturzeit” ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat.
“Kulturzeit” mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.

Samstags, 09:05 Uhr: Kulturplatz
Das Kulturmagazin von Schweizer Radio und Fernsehen, SRF
Hinein ins pralle Leben: “Kulturplatz” greift auf, was die Menschen beschäftigt, welche Fragen sie sich stellen. Und zeigt, dass die Kultur Antworten gibt.
“Kulturplatz” findet mitten im Leben statt: im Supermarkt, am Musikfestival, im Wald. Denn Kultur ist viel mehr als Musik, Literatur und Kunst. Kultur durchdringt unser Leben. Wo jemand nachzudenken beginnt, da entsteht Kultur.
Diesem Credo ist “Kulturplatz” verpflichtet. Die Sendung will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. “Kulturplatz” spürt Trends auf und präsentiert Neuentdeckungen.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf 3sat.de.

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