arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.


Programmwoche 31:

Freitag, 06.08. / 20:15 Uhr / Sing Street
Schwerpunkt: Summer of Voices
Fernsehfilm, Irland, Großbritannien, 2016, ARTEARD 101 Min.
Regie: John Carney
Drehbuch: John Carney
Produktion: Cosmo Films
Produzent: John Carney, Anthony Bregman, Martina Niland
Kamera: Yaron Orbach
Schnitt: Andrew Marcus, Julian Ulrichs
Musik: Gary Clark, John Carney

Mit: Ferdia Walsh-Peelo (Conor Lawlor), Aidan Gillen (Robert Lawlor), Jack Reynor (Brendan Lawlor), Maria Doyle Kennedy (Penny Lawlor), Lucy Boynton (Raphina), Kelly Thornton (Ann Lawlor)

Dublin, 1985: Während die Wirtschaftskrise in Irland immer mehr Menschen in den Ruin treibt, wächst der 15-jährige Conor mit seinen Geschwistern bei Eltern auf, deren Ehe zu zerbrechen droht. Um Geld zu sparen, soll er nicht länger auf die private, sondern auf eine staatlich-katholische Schule gehen. Dort wird Conor schnell zum Außenseiter. Eines Tages bemerkt er Raphina, die ab und zu gegenüber der Schule herumsteht, ins Leere starrt und eine Zigarette nach der anderen raucht. Sie ist wunderschön, zwei Jahre älter als Conor, hat einen Freund und arbeitet als Model. Kurz: Sie ist quasi unerreichbar für ihn. Doch Conor versucht trotzdem sein Glück und fragt sie, ob sie nicht im Musikvideo seiner Band mitspielen will. Als sie bejaht, kommt er ins Schwitzen, denn er hat gar keine Band.

Conor macht einen Aushang und findet schnell ein paar Jungs in der neuen Schule, die auf eine Band Lust haben. Sie covern ihre ersten Songs, doch um echten Erfolg zu haben und Raphina wirklich zu beeindrucken, müssen sie laut Conors großem Bruder ihre eigenen Hits schreiben. Als Inspirationsquelle dient nicht nur Raphina, die in einem Dubliner Waisenhaus für Mädchen lebt, sondern auch der alltägliche Streit bei Conor zu Hause. Als Raphina tatsächlich beim eher unprofessionellen Dreh des ersten Musikvideos aufkreuzt und Conor bald am nächsten Song schreibt, lernen die beiden sich immer besser kennen und werden Freunde. Hat er vielleicht doch eine Chance bei ihr? Aber Raphina will schon bald mit ihrem Freund nach London ziehen …

Zusatzinfo: Die Coming-of-Age-Komödie „Sing Street“ begeistert mit der Geschichte eines großen Traums und Musik aus den 80er Jahren, darunter The Cure, The Clash und Hall & Oates. Der 1972 in Dublin geborene Regisseur und Drehbuchautor John Carney wurde bereits durch Musikfilme wie „Once“ (2007) oder „Can a Song Save Your Life?“ (2013) bekannt. „Sing Street“ wurde vielfach nominiert und gewann unter anderem 2017 in Sofia den Publikumspreis für den besten internationalen Film.

Freitag, 06.08. / 23:45 Uhr / Be Here to Love Me ~ Das tragische Leben des Townes Van Zandt
Schwerpunkt: Summer of Voices
Dokumentarfilm, USA, 2004, ARTE 98 Min.
Regie: Margaret Brown
Online verfügbar von 30/07 bis 05/10
Erstausstrahlung

Der Texaner Townes Van Zandt (1944-1997) war einer der begabtesten und bedeutendsten Song-Poeten seiner Zeit. Das lyrische Filmporträt skizziert anhand von stimmungsvollen Momentaufnahmen, historischen Filmdokumenten und Interviews den Lebens- und Karriereweg sowie das komplexe Psychogramm eines genialischen Künstlers. Dabei wird deutlich, warum Townes Van Zandt in seiner über 30-jährigen Musikerlaufbahn trotz seines charismatischen Gesangvortrags und guter Gitarrentechnik selber nie einen Top-Hit hatte, aber von vielen eingeschworenen Fans in aller Welt verehrt und von berühmten Kollegen wie Bob Dylan, Emmylou Harris oder Norah Jones bis heute hoch geschätzt wird. Willie Nelson und Merle Haggard landeten mit Van Zandts wildromantischer Ballade von “Pancho and Lefty” einen Nummer-eins-Hit, und noch immer haben viele Sänger, nicht nur im Country-Mekka Nashville, Van Zandts sensible Kompositionen im Repertoire. Einfühlsam nachgezeichnet werden prägende Jugenderlebnisse und Lebensstationen: vom Beginn der durch den frühen Bob Dylan und den legendären Blues-Barden Lightnin’ Hopkins inspirierten Musikerlaufbahn über künstlerische und menschliche Höhe- und Tiefpunkte bis zum frühen Tod nach jahrzehntelangem Alkohol- und Drogenmissbrauch. Neben Townes Van Zandt selber kommen seine Manager, seine Kinder, drei Ehefrauen sowie zahlreiche Freunde und Bewunderer zu Wort, darunter Willie Nelson, Emmylou Harris, Kris Kristofferson, Guy Clark, Jerry Jeff Walker, Joe Ely, Kinky Friedman und Steve Earle.

Freitag, 06.08. / 01:25 Uhr / Nick Cave – The Idiot Prayer at Alexandra Palace
Musik, Großbritannien, 2020, ARTE 88 Min.
Regie: Susie Cave
Online verfügbar von 30/07 bis 04/11
Erstausstrahlung

Im Juni 2020, als das Vereinigte Königreich langsam wieder aus dem Lockdown erwachte, wurde das Konzert “Idiot Prayer” aufgezeichnet, mit dem Nick Cave das Ende der Isolation und einer so herausfordernden wie besonderen Zeit feiern wollte. Nick Cave spielt seine Songs im Alexandra Palace live am Klavier – von den frühen Stücken der Bad Seeds und des Side-Projects Grinderman bis hin zum aktuellen Album von Nick Cave & The Bad Seeds. In “The Idiot Prayer at Alexandra Palace” begeistert der Musiker mit minimalistischen Interpretationen von “Into My Arms”,” The Mercy Seat”, “Higgs Boson Blues”, “Girl in Amber” und vielen weiteren Liedern. Nick Cave, wie man ihn nie gehört hat!

Zusatzinfo: Der Auftritt in der atemberaubenden West Hall des Alexandra Palace wurde vom preisgekrönten Kameramann Robbie Ryan (“The Favourite – Intrigen und Wahnsinn”, “Marriage Story”, “American Honey”) gefilmt. Nick Emerson (“Lady Macbeth”, “Emma”, “Greta”) übernahm den Schnitt und Dom Monks zeichnete den Ton auf.

Freitag, 06.08. / 02:55 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.

Erstausstrahlung


Programmwoche 32:

Samstag, 07.08. / 22:05 Uhr / Don Giovanni – Live von den Salzburger Festspielen 2021

Erstausstrahlung
Frankreich, Österreich, 2021, ARTEORF
Regie: Romeo Castelluci
Inszenierung: Romeo Castellucci
Fernsehregie: Henning Kasten
Dirigent: Teodor Currentzis
Orchester: musicAeterna Orchestra
Chorleitung: Vitaly Polonsky
Chor: musicAeterna Choir
Choreographie: Cindy Van Acker
Libretto: Lorenzo Da Ponte
Kostüme: Romeo Castellucci
Licht: Romeo Castellucci
Dramaturgie: Piersandra Di Matteo
Komponist und Autor: W. A. Mozart
Produktion: Unitel Gmbh

Mit: Davide Luciano (Don Giovanni), Mika Kares (II Commendatore), Nadezhda Pavlova (Donna Anna), Michael Spyres (Don Ottavio), Federica Lombardi (Donna Elvira), Vito Priante (Leporello), David Steffens (Masetto), Anna Lucia Richter (Zerlina)

„Don Giovanni“ gehört zu Mozarts erfolgreichsten Werken bis heute. 1787 in Prag uraufgeführt, erzählt die Oper vom zeitlosen Thema eines Mannes, der zwischen Vitalität und Zerstörung pendelt, immer auf der Suche nach neuen Frauen, die ihm Lust bereiten. In seinem Eroberungsrausch kann ihn nichts bremsen: keine Moral, kein Gesetz. Sein Lustprinzip steht über allem. Mozart gießt das sinnlich in die sogenannte Champagner-Arie im ersten Akt. An deren Ende steht die versuchte Vergewaltigung von Donna Anna und der Tod ihres Vaters, des Komturs. Danach ist nichts mehr wie zuvor. Zum ersten Mal ruft nun die Gesellschaft nach Rache. Doch keine irdische Ordnung vermag die toxische Männlichkeit des Don Giovanni einzufangen.
Lorenza da Ponte konzentriert sich in seinem Libretto auf die Rolle des Schurken, des Verführers. Ein Don-Juan-Motiv, das im 18. Jahrhundert in Europa en Vogue war. Mozart hingegen eröffnet in seiner Musik feine Abgründe, Spielarten des Tragischen und der Anarchie.
Romeo Castellucci als bildgewaltiger Theaterkünstler und Teodor Currentzis als charismatischer Dirigent zeichnen gemeinsam verantwortlich für diese Neuinszenierung bei den Salzburger Festspielen 2021. Beide sind vor allem an einer Tiefengrabung zu den Figuren interessiert. Das von Currentzis gegründete musicAeterna Orchester mit dazugehörigem Chor aus Sankt Petersburg überzeugte schon mehrmals mit seiner virtuosen Spielkunst.

Zusatzinfo:
Die Salzburger Festspiele gehören zu den renommiertesten Festivals für Musik, Oper und Theater weltweit. ARTE ist wie jedes Jahr erneut bei einer der vielversprechendsten Opern-Neuinszenierung live dabei. Durch den Abend führen Teresa Vogl (ORF) und Annette Gerlach (ARTE).

Sonntag, 08.08. / 08:45 Uhr / Grand’Art ~ Caravaggio (2/3)
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Hector Obalk
Online verfügbar von 08/08 bis 16/08

Hector Obalk ist Filmemacher und Kunstkritiker aus Leidenschaft. In drei Folgen zeichnet er diesmal den künstlerischen Werdegang des italienischen Renaissancemalers Caravaggio nach. Anhand seiner Gemälde bringt Obalk, untermalt von Bach-Klängen, dem Zuschauer die Kunstrichtung der Renaissance nahe und führt aus seiner ganz persönlichen Sicht an die Besonderheiten von Caravaggios Meisterwerken heran.

Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, war einer der bedeutendsten italienischen Maler der Renaissance. Im zweiten Teil der Dokumentationsreihe über Caravaggio widmet sich Hector Obalk dem Schaffen des Künstlers von 1595 bis 1599: „Die Falschspieler“ (1595) ist eines der bekanntesten Werke dieser Periode. Es zeigt drei Kartenspieler, zwei davon sind Kumpanen und überlisten den Dritten, der Kleidung nach einen jungen Adeligen. Das Bild ist eine neue Variation über das Motiv eines durch Arglist getäuschten naiven Menschen. Auf dem Gemälde hat Caravaggio ein Wechselspiel von sich kreuzenden Blicken dargestellt. Die Frage dabei ist nicht, wer was gesehen hat, sondern wer wessen Blick gesehen hat – und das ist durchaus subtiler. Auf diese Art und Weise beschrieb Caravaggio detailgenau, wie ein Betrug vonstatten geht. Als zweites Bild betrachtet Hector Obalk die Bacchus-Darstellung von 1595 aus den Uffizien in Florenz genauer, wahrscheinlich das bekannteste Bild Caravaggios überhaupt. Es dreht sich wieder um einen Jüngling, diesmal als gesitteter junger Bacchus gekleidet. Er sitzt zu Tisch vor einer Weinkaraffe und einer Obstschale und stützt sich auf die Seitenlehne eines behelfsmäßigen Kanapees. Es ist frappierend und ziemlich revolutionär, dass es sich nicht um ein Porträt von Bacchus handelt, sondern um das eines Jünglings, eines Zeitgenossen Caravaggios, der Modell stand. Caravaggios folgende Gemälde verkörpern fortan zahlreiche Enthauptungsszenen – der Nachwelt als archetypisch für den Künstler bekannt, zwischen Splatter und Schönheit. So beispielsweise „Judith und Holofernes“ (1597-98), „Die Enthauptung Johannes des Täufers“ (1607-08), „David mit dem Haupt des Goliath“ (1599) und „Haupt der Medusa“ (1597-98). Hector Obalk beleuchtet die Themen und die Bildkomposition der unterschiedlichen Gemälde aus verschiedenen Schaffensphasen Caravaggios – von der Lichtführung, den theatralischen Gesten und Posen der dargestellten Figuren bis hin zu Details, die oft mit einer symbolischen Bedeutung aufgeladen sind. Dabei verzichtet Hector Obalk immer wieder auf einen Kommentar und lässt die Bilder für sich sprechen.

Sonntag, 08.08. / 17:00 Uhr / The Art of Museums ~ Das Musée d’Orsay, Paris
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Julie Kirchhoff
Online verfügbar von 07/08 bis 07/09

Am Seine-Ufer liegt das Musée d’Orsay. So wie Paris als Ursprung der Moderne gilt, ist das Musée d’Orsay das Museum für die Kunst der Moderne. Es beherbergt eine einzigartige Sammlung von Kunstwerken aus der Zeit von 1850 bis zur Mitte des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts. Dort liegt der wichtigste Schatz der französischen Kulturnation: Meisterwerke impressionistischer Malerei hängen in Nachbarschaft zu Skulpturen von Rodin und Degas, auch Fotografien, Druckgrafiken und Kunsthandwerk gehören zur Sammlung. Kein anderes Gebäude wäre für diese Sammlung passender als der ehemalige Bahnhof Gare d’Orsay. Eröffnet zur Weltausstellung im Jahr 1900, ist das Gebäude ein Kunstwerk für sich und Symbol für die Schubkräfte der Moderne. Sasha Waltz, Choreographin und Ko-Intendantin des Berliner Staatsballetts, begibt sich im Musée d’Orsay in einen Dialog mit den Werken des Fin de Siècle, mit den blauen Seerosen von Monet, den müden Tänzerinnen und Prostituierten von Toulouse-Lautrec, der skandalösen “Olympia” von Edouard Manet und dem “Ursprung der Welt” von Gustave Courbet. Für Direktorin Laurence des Cars ist das Musée d’Orsay wie eine Traummaschine, “ein bisschen wie bei Jules Verne: Es geht um Fantasie, um Träume, darum, frei zu sein”. Die Dokumentation zeigt die wichtigsten Kunstwerke, schaut mit Restauratoren unter die Farbschichten impressionistischer Meisterwerke und taucht ein in die Geschichte des Hauses. Sie zeigt das Museum als Abbild der künstlerischen und gesellschaftlichen Errungenschaften einer Epoche, die das französische Selbstverständnis bis heute prägen.

Sonntag, 08.08. / 17:55 Uhr / Sternstunden der Musik: Anna Netrebko und Rolando Villazón singen La Traviata
Dokumentation, Deutschland, 2005, ZDF 43 Min.
Regie: Anaïs Spiro
Mit: Rolando Villazón, Anna Netrebko
Online verfügbar von 07/08 bis 07/09
Erstausstrahlung

Salzburg 2005: Verdis “La Traviata” schlägt ein wie eine Bombe: Nie zuvor schienen Opernstars so zum Anfassen nah, nie zuvor waren sie so präsent in den Medien. Anna Netrebko und Rolando Villazón in den Hauptrollen standen zwar nicht zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne, doch in Salzburg wurden sie endgültig zu Superstars. Jeder für sich, vor allem aber als Paar auf der Bühne, das die Fantasien des Publikums beflügelte. Den Raum, den Netrebko und Villazón für ihre Performance brauchten, gab ihnen die moderne Inszenierung von Willy Decker.

In “La Traviata” führt die junge Violetta als Edelkurtisane ein flottes Leben in Paris. Doch sie ist krank und weiß, dass sie bald sterben wird – da verliebt sie sich zum ersten Mal. Ein bekannter, tragischer Stoff, den Willy Decker so zeitgemäß und greifbar wie nie zuvor inszenierte.

Die beiden Protagonisten, Anna Netrebko und Rolando Villazón, teilen 16 Jahre nach diesem legendären Auftritt ihre Emotionen mit dem Zuschauer. Opernregisseur Willy Decker plaudert aus dem Nähkästchen. Die kaum bekannten Filmaufnahmen der Probenarbeit geben einen intimen und persönlichen Einblick von der Atmosphäre am Set. Die junge französische Sopranistin Erminie Blondel erzählt von ihrer Bewunderung für das Traumopernpaar.

Zusatzinfo: Die “La Traviata”-Inszenierung in Salzburg 2005 war ein Fest der höchsten Gesangskunst und des lebensechten Spiels, das auch heute genauso zu begeistern weiß wie bei der Premiere.
Die Oper ist in ganzer Länge auf arteconcert.com abrufbar.

Sonntag, 08.08. / 20:15 Uhr / Good Morning, Vietnam
Schwerpunkt: Summer of Voices
Spielfilm, USA, 1987, ARTE 115 Min.
Regie: Barry Levinson
Drehbuch: Mitch Markowitz
Autor: Adrian Cronauer
Produktion: Touchstone Pictures, Silver Screen Partners III
Produzent: Larry Brezner, Mark Johnson
Kamera: Peter Sova
Schnitt: Stu Linder
Musik: Alex North

Mit: Tung Thanh Tran (Tuan), Chintara Sukapatana (Trinh), Robin Williams (Adrian Cronauer), Forest Whitaker (Edward Garlick), Bruno Kirby (Steven Hauk), J. T. Walsh (Phillip Dickerson), Noble Willingham (General Taylor), Robert Wuhl (Marty Lee Dreiwitz)

Im Jahr 1965 befinden sich die USA im Krieg gegen Vietnam. Dass sie den Krieg nicht gewinnen können, wird zu diesem Zeitpunkt auch den Soldaten immer klarer, und so sinkt die Stimmung der Truppen auf den Tiefpunkt. Da kommt es gelegen, dass der Discjockey Adrian Cronauer nach Saigon versetzt und mit der Aufgabe betraut wird, der schlechten Laune mit seiner Radio-Show entgegenzuwirken. Mit seiner frechen, unbekümmerten Art und seinem barschen, sarkastischen Humor steigt er bald zu großer Beliebtheit auf. Mit seiner Direktheit macht er vor niemandem halt – auch nicht vor seinen Vorgesetzten. Diese stoßen sich an der Respektlosigkeit, der subversiven Moderation und der modernen Musik, die er in seiner Sendung spielt. Sie beginnen alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Cronauer von seiner Position wegzubekommen. Währenddessen findet dieser Gefallen an einer schönen Vietnamesin. Um ihr näherzukommen, nimmt er so einige Mühen auf sich. Er unterrichtet einen Englischkurs und schließt Freundschaft mit Tuan, dem Bruder des Mädchens, da es die vietnamesische Sitte Frauen untersagt, mit fremden Männern in Kontakt zu treten. Es bleibt nicht bei einer rein zweckmäßigen Bekanntschaft zwischen Adrian und Tuan, sondern es entwickelt sich wahre Freundschaft zwischen ihnen. Als allerdings die Lage in Saigon eskaliert und Adrian immer stärker mit den Ungerechtigkeiten des Krieges konfrontiert wird, will er über die Geschehnisse und die prekäre Lage in seiner Sendung berichten. Es wird nicht nur immer brenzliger für ihn, er muss auch Dinge über seinen Freund erfahren, die ihn erschüttern.

Zusatzinfo: Der Film basiert auf der Biografie des echten Adrian Cronauer, der während des Vietnam-Krieges in Saigon als Discjockey wirkte. Robin Williams („Der Club der toten Dichter“, „Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen“, „Der Klang des Herzens“) wurde für seine Darstellung mit dem Golden Globe als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet und in der gleichen Kategorie für den Oscar nominiert. Regisseur Barry Levinson, bekannt durch „Rain Man“ und „Man of the Year“, stellt in „Good Morning, Vietnam“ nicht das Kampfgeschehen in den Vordergrund, sondern vielmehr die Zivilbevölkerung und die Erfahrungen der Gis.

Sonntag, 08.08. / 01:25 Uhr / Musikfest Bremen 2019: The Alehouse Sessions
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 51 Min.
Regie: Beatrix Conrad
Orchester: Vox Luminis

Mit: Vilde Frang (Violine), Rotterdam Philharmonic Orchestra, Bjarte Eike (Violine)

Online verfügbar von 07/08 bis 06/11

Im England des 17. Jahrhunderts wurde in Pubs und Taverns nicht nur getrunken und gegessen, sondern auch musiziert, gesungen und getanzt. Der norwegische Geiger Bjarte Eike hat sich mit einer Truppe ausgewiesener Barockspezialisten zusammengetan und bringt mit virtuoser Spielfreude und viel Humor das Treiben in solch einem historischen Alehouse auf die Konzertbühne.

Was passiert, wenn neun Spezialisten für historische barocke Aufführungspraxis so richtig über die Stränge schlagen und ihre Bühne in ein englisches Alehouse des 17. Jahrhunderts verwandeln? Nun, vor allem haben sie Spaß – und das Publikum mit ihnen. Bjarte Eike und seine Mitspieler lassen die Zeit wieder aufleben, als unter Oliver Cromwell alle Theater geschlossen wurden und den Musikanten, Tänzern und Schauspielern oft kein anderer Ort blieb, um sich zu treffen, als die Pubs und Taverns. Sie singen, tanzen und spielen englische und schottische Traditionals, Shanties und Balladen, aber auch Stücke von Henry Purcell oder mitreißende Tänze aus den Sammlungen von John Playford. Die Spielfreude springt von der Bühne in den Zuschauerraum über, das begeisterte Publikum klatscht nicht nur mit, es darf auch bei einem Shanty mitsingen. Wenn sich dann der Schlagzeuger mit dem Tänzer Steven Player ein „Rhythmus-Duell“ liefert, geraten die Zuschauer endgültig außer Rand und Band. Und wie es sich für ein richtiges Alehouse gehört: Die durstigen Musiker dürfen sich zwischendrin auch einmal einen Schluck aus der Pulle gönnen.

Montag, 09.08. / 17:20 Uhr / Fotografen auf Reisen: Papua-Neuguinea – Feuertänzer
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Quincy Russell
Online verfügbar von 02/08 bis 08/10

Die Dokumentationsreihe “Fotografen auf Reisen” zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.

Im Herzen des Dschungels von Papua-Neuguinea liegt das Dorf Sugu. Hier lebt der Stamm der Kaluli. Auch wenn hier immer gute Laune zu herrschen scheint, führt ein trauriger Anlass den Fotografen Marc Dozier an diesen Ort: Papa Minoa, ein alter Freund, ist gestorben und Marc möchte die Trauerzeremonie fotografieren. Das Ritual, das Koluba genannt wird, ist eine Art großes Flammenballett und führt die ganze Dorfgemeinschaft zusammen. Jeder beteiligt sich an der Zubereitung der Speisen, der Gewinnung von Harz für die Fackeln und der Erstellung des Federschmucks. Mit Wendy, Papa Minoas Tochter, erinnert sich Marc an viele gemeinsame Erlebnisse.

Bald schon tauschen die Männer und Frauen ihre T-Shirts gegen einen Federschmuck ein und werden zu „Feuertänzern“.

Dienstag, 10.08. / 17:20 Uhr / Fotografen auf Reisen: Papua-Neuguinea – Prinzen des Pazifiks
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Quincy Russell
Online verfügbar von 03/08 bis 09/10

Die Dokumentationsreihe “Fotografen auf Reisen” zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde. Das Leben ist nicht einfach auf der idyllisch aussehenden Insel Kapo, die zu Papua-Neuguinea gehört. Hier leben die Kombe, ein Volksstamm, den Fotograf Marc Dozier seit mehr als 20 Jahren immer wieder aufsucht. Hier hat er eine zweite Heimat gefunden. Er begleitet den befreundeten Francis bei der Vorbereitung und Ausrichtung der Zeremonie für die Aufnahme seiner drei Neffen in die Welt der Erwachsenen. Dieses Initiationsritual findet im Alter zwischen 8 und 15 Jahren statt und ist für die Kinder ein wichtiger Meilenstein. Nach dem Ritual dürfen sie heiraten, eine Familie gründen und zum ersten Mal das Männerhaus betreten. Das ganze Dorf bereitet sich auf dieses besondere Ereignis vor, das auch ein Vorwand ist, um auf der Suche nach den erforderlichen Utensilien die Nachbarinseln zu besuchen.

Mittwoch, 11.08. / 17:20 Uhr / Fotografen auf Reisen: Tansania – Enkais Söhne
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Nicos Argillet
Online verfügbar von 04/08 bis 10/10

Die Dokumentationsreihe “Fotografen auf Reisen” zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.

Die Kisongo, die zum großen Stamm der Massai zählen, leben als Hirten und Krieger im Norden von Tansania am Fuße eines heiligen Vulkans. Der Ol Doinyo Lengai – zu Deutsch: Gottesberg – ist noch überaus aktiv und verändert mit seinen Eruptionen immer wieder das Leben der Menschen und ihre Umwelt. In einigen Tagen vollzieht einer der Jungen den Schritt ins Erwachsenenleben und wird zum „Moran“: zum Krieger. Ab dann ist es seine Aufgabe, sich um den Schutz von Land und Viehbestand zu kümmern. Fotograf Christophe kam vor 25 Jahren zum ersten Mal nach Afrika und entdeckte dieses außergewöhnliche Volk. Heute ist er noch einmal auf diesen Kontinent zurückgekehrt, um die Zeremonie und ihre Vorbereitung zu fotografieren.

Donnerstag, 12.08. / 17:20 Uhr / Fotografen auf Reisen: Tansania – Die letzten Jäger und Sammler
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Nicos Argillet
Online verfügbar von 05/08 bis 11/10

Die Dokumentationsreihe “Fotografen auf Reisen” zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.

Im Herzen Ostafrikas, in Tansania, lebt das Nomadenvolk der Hadzabe in einfachsten Verhältnissen. Ihr Leben als Jäger und Sammler erzählt von den Ursprüngen der Menschheit. Die Menschen hier besitzen nur das, was die Natur ihnen schenkt. Eine Geschichte, die er vor langer Zeit am Lagerfeuer hörte, geht Fotograf Christophe Ratier nicht mehr aus dem Sinn: In den Tiefen der Savanne soll sich ein heiliger Stein verbergen, den die Hadzabe, die weder Götter noch Häuptlinge kennen, unter dem Namen Dondobi verehren. Christophe macht sich auf die Suche und wird von Gudo, einem stets gut gelaunten Jäger der Hadzabe, sowie sämtlichen Mitgliedern seiner Gemeinschaft begleitet. Seit sich die beiden vor 25 Jahren kennenlernten, verbindet sie eine enge Freundschaft. Auf ihrem gemeinsamen Weg erwarten sie viele Entdeckungen.

Freitag, 13.08. / 17:20 Uhr / Fotografen auf Reisen: Vanuatu – Die Bewahrer des Cargo-Kults
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Timo Ebermann
Online verfügbar von 06/08 bis 12/10

Die Dokumentationsreihe “Fotografen auf Reisen” zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.

Jedes Jahr am 15. Februar versammeln sich die Bewohner des Dorfes Lamakara auf Vanuatu, um den Cargo-Kult zu pflegen. Er entstand hier während des Zweiten Weltkriegs, als die US-Amerikaner die Region gegen den Vormarsch der Japaner verteidigten. Den Dorfobersten Issak Wan lernte Fotografin Ulla Lohmann vor über 20 Jahren kennen. Heute hat er sie eingeladen, an dieser einmaligen Zeremonie und den anschließenden Feierlichkeiten teilzunehmen. Früher war der Cargo-Kult in ganz Melanesien verbreitet. Heute ist dies einer der letzten Orte, wo er noch praktiziert wird. Jeden Morgen um 8 Uhr wird als Kultsymbol im Alltag die US-Flagge gehisst. Für den großen Aufmarsch wird nichts dem Zufall überlassen: Alle sind beim Proben und Üben dabei – zur großen Freude von Ulla.

Freitag, 13.08. / 21:45 Uhr / Tina Turner: One of the Living
Schwerpunkt: Summer of Voices
Dokumentation, Deutschland, 2019, MDR 52 Min.
Regie: Schyda Vasseghi
Online verfügbar von 13/08 bis 12/09

Tina Turner: die Queen of Rock, die Soul-Diva, der Superstar im Minirock – so kennt sie die ganze Welt. Doch wer ist die Frau hinter der Bühnenfigur Tina Turner? Die Dokumentation “Tina Turner – One of the Living” spürt den Wendepunkten und Tragödien im Leben Tina Turners nach und zeigt die Überlebensgeschichte einer Kämpfernatur. Ungeliebt von der eigenen Mutter, jahrelang gedemütigt und misshandelt von ihrem ersten Ehemann: Tina Turners Weg zum Ruhm ist von Tragödien gepflastert, ihr Leben voller Bruchstellen und Neuanfänge. Die Lebensgeschichte der bekennenden Buddhistin berührt Menschen weltweit. Tina Turner ist ein Phänomen. Den Erfolg und das Lebensglück hat sie sich hart erkämpft, immer aus eigener Kraft, immer aufs Neue. Es ist ihre zweite Weltkarriere ohne ihren ersten Ehemann Ike Turner, die Tina Turner zu einer der wichtigsten Sängerinnen der Popgeschichte macht. Nicht ohne Grund nennen Superstars wie Beyoncé sie als ihr großes Vorbild. Tina Turner hat sich nie Grenzen gesetzt – bis heute. Woher kommt die unbändige Kraft für ein Leben voller Gewalt, Musik und Liebe? Gemeinsam mit Tina Turner, engen Freunden wie Peter Lindbergh und Weggefährten wie Martyn Ware und Steve Blame sucht der Film nach Antworten. Er ist eine Hommage an das bewegende Leben eines einzigartigen Superstars.

Freitag, 13.08. / 22:40 Uhr / Barbra Streisand – Geburt einer Diva
1942-1984
Schwerpunkt: Summer of Voices
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 58 Min.
Regie: Nicolas Maupied
Online verfügbar von 06/08 bis 12/10

Sie ist die Königin der Musikindustrie, des Broadways und des New Hollywood: Barbra Streisand. Die letzte große „American Songbook“-Diva hat viele Künstlerinnen nach ihr wie Madonna, Beyoncé oder Lady Gaga geprägt. Als perfektionistisches Multitalent steht sie in der Tradition der singenden, tanzenden und schauspielenden Hollywoodstars. Barbara Joan Streisand kommt am 24. April 1942 in New York zur Welt. Ihr Vater, ein jüdischer Lehrer, stirbt 15 Monate nach ihrer Geburt. Nachdem sie versucht hat, als Sängerin in New Yorker Nachtclubs Fuß zu fassen, bekommt sie mit 19 ihre erste Rolle im Broadway-Musical „I Can Get It for You Wholesale“. Mit 21 veröffentlicht sie ihr erstes Studioalbum – „The Barbra Streisand Album“. Auch im Filmgeschäft kann sie beispiellose Erfolge feiern: Filmmusicals wie „Hello, Dolly!“, Screwball-Komödien wie „Is’ was, Doc?“ und Dramen wie „So wie wir waren“ werden dank ihr zu großen Publikumserfolgen. Mit eigenen Regiearbeiten wie „Yentl“ und „Der Herr der Gezeiten“ etabliert sich Streisand als Regisseurin auch hinter der Kamera. Mit ihrer Mezzosopran-Stimme und ihrem Aussehen, das nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, schreibt sie ein ganz eigenes Kapitel in der Unterhaltungsgeschichte. Streisand verkörpert eine neue Art von Attraktivität und vor allem ein neues Bild des weiblichen Stars: frei, unangepasst und stark. Damit ebnet sie den Weg für die Künstlerinnen der Girl-Power-Bewegung. Barbra Streisand gehört heute längst zu den etablierten Größen des amerikanischen Showbiz: Als sie ein junges Mädchen war, meinten ihre Mutter und ihr Stiefvater, sie sei nicht hübsch genug für die Bühne. Doch sie ließ sich nicht beirren und setzte sich auch später in einer Männerdomäne durch. Ihre Großmutter nannte sie wegen ihres Dickkopfs schon als Kind „farbrent“, was auf Jiddisch so viel wie „brennend“ bedeutet. Die Bilanz sind mehr als 60 Alben, 20 Filme als Schauspielerin, drei Spielfilme als Regisseurin und unzählige Shows in der ganzen Welt. Die Dokumentation verfolgt ihren Lebensweg bis zum Höhepunkt ihrer Karriere in den 80er Jahren, als Barbra Streisand zum ersten weiblichen Megastar wird. Er beleuchtet den Werdegang einer Ikone, die sich bis heute für die Rechte von Frauen und Homosexuellen einsetzt.

Freitag, 13.08. / 23:40 Uhr / One Night Only ~ The Bee Gees Live in Las Vegas
Schwerpunkt: Summer of Voices
Musik, USA, 1998, ARTE 58 Min.
Regie: Michael A. Simon
Mit: Bee Gees
Online verfügbar von 06/08 bis 12/10
Erstausstrahlung

Bei ihrem Live-Konzert „One Night Only“ spielen die Brüder Barry, Robin und Maurice Gibb einige ihrer größten Hits aus den 60er bis 90er Jahren. Darunter sind auch Songs, die zwar aus der Feder der Bee Gees stammen, jedoch durch andere Interpreten bekannt wurden. Hits wie „Islands in the Stream“, „Guilty“ und „Heartbreaker“ wurden nie von den Brüdern selbst aufgenommen. „(Our Love) Don’t Throw It All Away“ ist ein Duett mit ihrem damals bereits verstorbenen Bruder Andy Gibb, von dem ein früheres Video eingespielt wird. Ein weiterer Höhepunkt ist der Gastauftritt der mehrfachen Grammy-Preisträgerin Céline Dion bei dem Titel „Immortality“. „One Night Only“ wurde 1997 im MGM Grand Hotel in Las Vegas aufgezeichnet. Es war nach fast zehn Jahren das erste Konzert der Bee Gees in den USA und blieb in dem Jahr ihr einziger Live-Auftritt.

Freitag, 13.08. / 00:40 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Erstausstrahlung


Programmwoche 33:

Samstag, 14.08. / 05:50 Uhr / Wahn, Wut oder Wollust? Das Ohr von Vincent van Gogh
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2016, ARTE F 89 Min.
Regie: Jack MacInnes
Online verfügbar von 07/08 bis 04/09

Seit mehr als einem Jahrhundert streiten Experten darüber, was in der Nacht des 23. Dezember 1888 in Arles wirklich geschah, als sich das Malergenie Vincent van Gogh in einer grausigen Verzweiflungstat das Ohr mit einem Rasiermesser abschnitt und es anschließend einem Mädchen in einem Bordell brachte. Was verrät dieser Akt blutiger Selbstverstümmelung über van Goghs psychische Verfassung? Schnitt er sich wirklich das ganze Ohr ab? Und wer war die geheimnisvolle Prostituierte, die das Ohr offenbar entgegengenommen hatte? Nach der Tat versuchten einige, die Angelegenheit zu vertuschen: Van Goghs eigene Familie beispielsweise zerstörte kompromittierende Dokumente.
Die britische Autorin Bernadette Murphy, die in der Provence lebt, trug fünf Jahre lang die Puzzleteilchen zusammen, die van Goghs Leben in Arles in den Jahren 1888 und 1889 erzählen. In ihren minuziösen Nachforschungen förderte sie eine ganze Kette von Beweisen zutage, aus denen hervorgeht, was in jener Nacht wirklich geschah und wer alles mit dem brutalen Zwischenfall zu tun hatte.
Der Dokumentarfilm beleuchtet van Goghs Aufenthalt in Arles in seinem berühmten gelben Haus, die Menschen, die dem Fremden feindlich oder wohlgesonnen gestimmt waren, seinen unbändigen Schaffensrausch und Paul Gauguins Besuch, der einen Wendepunkt in van Goghs Leben darstellte. Auf der Grundlage von Bernadette Murphys gründlichen Forschungen und anhand der Werke des Malers wird das Arles des ausgehenden 19. Jahrhunderts wieder lebendig: Wie van Gogh damals in Südfrankreich lebte und welche Wahnvorstellungen, Alpträume und Depressionen ihn in dieser schweren inneren Krise quälten.

Sonntag, 15.08. / 08:20 Uhr / Grand’Art: Caravaggio (3/3)
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Hector Obalk
Online verfügbar von 15/08 bis 23/08

Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, war einer der bedeutendsten italienischen Maler der Renaissance. Im dritten Teil der Dokumentationsreihe über Caravaggio widmet sich Hector Obalk dem Schaffen des Künstlers von 1599 bis 1602. Mit 27 Jahren, im Juli 1599, erhält Caravaggio seinen ersten religiösen Auftrag, der ihn international bekannt macht: Er gestaltet drei Wände der Kirche San Luigi dei Francesi in Rom mit seiner Malerei. Darunter befindet sich das weltberühmte Werk „Die Berufung des heiligen Matthäus“: Der Zöllner Matthäus wird inmitten einer Arbeitsbesprechung von Jesus selbst heiliggesprochen. Ab sofort verortet Caravaggio seine dargestellten Szenen deutlich subtiler als noch zu Zeiten seiner Enthauptungsszenen. Das berühmte Gemälde „Das Abendmahl in Emmaus“, ausgestellt in der National Gallery in London, repräsentiert den Augenblick, als Jesus nach seiner Auferstehung endlich von zwei Jüngern erkannt wurde. Dieses Werk verkörpert den entscheidenden Augenblick der Einsicht. Weitere Werke Caravaggios in dieser Folge sind „Der Früchtekorb“ ausgestellt in der Pinacoteca Ambrosiana in Mailand und „Die heilige Katharina von Alexandrien“ aus dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid. Hector Obalk beleuchtet die facettenreichen Themen und die Bildkomposition der unterschiedlichen Gemälde aus Caravaggios Schaffen – von der Lichtführung, den theatralischen Gesten und Posen der dargestellten Figuren bis hin zu Details, die oft mit einer symbolischen Bedeutung aufgeladen sind. Dabei verzichtet Hector Obalk immer wieder auf einen Kommentar und lässt die Bilder für sich sprechen.

Sonntag, 15.08. / 16:25 Uhr / The Art of Museums: Das Kunsthistorische Museum, Wien
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Kurt Mayer
Online verfügbar von 14/08 bis 14/09

„The Art of Museums“ zeigt acht bedeutende Museen aus acht verschiedenen Ländern und ihre bedeutendsten Werke, deren Faszination von prominenten Kunstliebhabern wie Vivienne Westwood, Sasha Waltz, Wolfgang Joop und Karl Ove Knausgård erklärt werden. Das Kunsthistorische Museum in Wien ist eines der bedeutendsten Museen der Welt. Entstanden aus der Sammlung des Hauses Habsburg zeigt es den europäischen Machtanspruch der Dynastie. Vivienne Westwood, Ex-Punk und Grande Dame der englischen Mode, führt die Zuschauer zu Meisterwerken von Bruegel, Rubens und Velázquez und hält ein Plädoyer gegen den Konsum und für die Kultur.

Das Kunsthistorische Museum in Wien ist eines der bedeutendsten Museen der Welt, mit einem einzigartigen Bestand an Bildern von Pieter Bruegel d. Ä. und Meisterwerken von Vermeer, Rembrandt, Raffael, Caravaggio und Velázquez. Kaiser Franz Joseph weihte es 1891 ein, um der kaiserlichen Kunstsammlung ein Zuhause zu geben. In den Jahrhunderten ihrer Herrschaft hatten die Habsburger über 700.000 Werke zusammengetragen. Eine Sammlung, entstanden nach dem Geschmack des Herrscherhauses, aber auch nach den Erfordernissen der dynastischen Familienbeziehungen und der europäischen Politik. Nach ganz Europa hatten die Habsburger ihre Agenten auf die Suche nach aufregender, zeitgenössischer Kunst geschickt. So ist die Sammlung des Kunsthistorischen Museums nicht nur ein Spiegel des europäischen Machtanspruches der Habsburger, sondern auch eine Schatzkammer der europäischen Kulturidentität. Dieser Teil der Dokumentationsreihe erzählt die bewegte Geschichte des Hauses: Es fiel nach dem Ersten Weltkrieg in die Hände der Republik Österreich. Während des Nationalsozialismus erlitt das Gebäude schwere Schäden und die Kunstwerke mussten evakuiert werden. Nach dem Krieg war das Kunsthistorische Museum lange Zeit ein Sanierungsfall, was sich erst mit einer Reihe von Investitionen, der sogenannten Museumsmilliarde, ab Mitte der 80er Jahre änderte. Die Grande Dame der englischen Mode, Vivienne Westwood, ist dem Kunsthistorischen Museum eng verbunden und begibt sich auf eine Entdeckungsreise zu den alten Meisterwerken, die sie aus Perspektive der Gegenwart betrachtet. Im Herzen immer noch Punk, reflektiert sie vor der „Infanta Margarita“ von Velázquez über Kindererziehung in Zeiten von Helikoptereltern und führt die Zuschauer zu Meisterwerken von Bruegel, Caravaggio und Rubens – und hält ein leidenschaftliches Plädoyer gegen den Konsum und für die Kultur.

Sonntag, 15.08. / 17:20 Uhr / Salzburger Festspiele 2020: Arienabend mit Anna Netrebko und Yusif Eyvazov
Musik, Deutschland, Österreich, 2020, WDR 76 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Komponist: Pjotr Illitsch Tschaikowsky
Dirigent: Mikhail Tatarnikov
Orchester: Mozarteumorchester Salzburg
Mit: Anna Netrebko (Sopran), Yusif Eyvazov (Tenor), Szilvia Vörös (Mezzosopran)
Online verfügbar von 14/08 bis 14/09
Erstausstrahlung

Arienabend mit Anna Netrebko und Yusif Eyvazov – einer der musikalischen Höhepunkte bei den Salzburger Festspielen 2020, die in diesem Jahr ihr 100. Jubiläum feierten. Für dieses Konzert haben sich Star-Sopranistin Anna Netrebko und ihr Ehemann Yusif Eyvazov große Opernarien des russischen Komponisten Peter Tschaikowsky ausgesucht. Im Mittelpunkt standen dabei die Opern „Eugen Onegin“ und „Pique Dame“, die nach Texten von Alexander Puschkin entstanden sind. Der damalige Theaterdirektor in Sankt Petersburg wünschte sich „Eine russische Carmen, aber prachtvoller!“. Und Tschaikowsky gestand nach der Uraufführung von „Pique Dame“ 1890, er wäre so aufgewühlt gewesen, dass er „bittere Tränen beim Komponieren geweint“ habe – so leidenschaftlich war die Angelegenheit. Neben Anna Netrebko und Tenor Yusif Eyvazov stand Sziliva Vörös, Mezzosopranistin und Solistin an der Ungarischen Staatsoper, auf der Bühne. Mikhail Tatarnikov, der an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt dirigiert, führte das Mozarteumorchester Salzburg an. ARTE präsentiert große russische Romantik.

Sonntag, 15.08. / 20:15 Uhr / Blues Brothers
(The Blues Brothers)
Schwerpunkt: Summer of Voices

Spielfilm, USA, 1980, ZDF 125 Min.
Regie: John Landis
Drehbuch: Dan Aykroyd, John Landis
Produktion: Universal
Produzent: Robert K. Weiss
Kamera: Stephen M. Katz
Schnitt: George Folsey Jr.
Musik: Ira Newborn, Elmer Bernstein
Ton: Bill Kaplan

Mit: Dan Aykroyd (Elwood Blues), Cab Calloway (Curtis), James Brown (Cleophus James), John Belushi (“Joliet” Jake Blues), Ray Charles (Ray), Aretha Franklin (Besitzerin des Soul Food Café), John Lee Hooker (Street Slim), Steven Spielberg (Finanzbeamter), Kathleen Freeman (Schwester Mary), John Candy (Burton Mercer)

Jake Blues wird nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen und von seinem Bruder Elwood abgeholt. Gemeinsam besuchen sie das Waisenhaus, in dem sie aufgewachsen sind. Dort erfahren sie, dass die Einrichtung vor dem Ruin steht und schon bald geschlossen werden soll, weil sie mit einer Steuerschuld von 5.000 Dollar belastet ist. Jake und Elwood sehen sich in der Pflicht, das Geld zu beschaffen. Um ihrem Ziel, die Schließung des Waisenhauses zu verhindern, näher zu kommen, wollen sie ihre alte Band namens Blues Brothers wieder zusammenbringen. So machen sie sich auf die Suche nach den ehemaligen Bandmitgliedern.

Mit diversen Konzertauftritten soll das Geld auf ehrliche Weise beschafft werden. Die Band, die sich mit ihrem Blues-Mobil auf den Weg von Konzertsaal zu Konzertsaal macht, hat tatsächlich Erfolg und steht sogar kurz davor, einen Plattenvertrag abzuschließen.

Doch Elwood und Jake sind bei der Organisation und Durchführung ihrer Konzerttour nicht immer rücksichtsvoll vorgegangen und haben sich zahlreiche Feinde gemacht. Verfolgt von der Polizei, einer Gruppe Nazis, einer übers Ohr gehauenen Countryband und einer betrogenen Ex-Freundin, stürzen sie sich in eine wilde Flucht und hinterlassen eine Spur der Verwüstung.

Zusatzinfo: Das Drehbuch des Kultfilms basiert auf einem Sketch des für das US-Fernsehen entwickelten Comedy-Formats „Saturday Night Live“ von John Belushi und Dan Aykroyd. Anarchischer Witz, umwerfende Komik, schwarzer Humor und Slapstick machen den Reiz dieses Films ebenso aus wie die beeindruckende Schar von Musikgrößen, die ihre Hits zum Besten geben und die turbulente Handlung in vielen kleinen Rollen bereichern. Zu sehen sind beispielsweise James Brown als göttlich erleuchteter Prediger, Ray Charles als Instrumentenverkäufer, Aretha Franklin als Imbissbesitzerin und John Lee Hooker als Boogeyman.

Sonntag, 15.08. / 22:20 Uhr / Elvis: That’s the way it is
Schwerpunkt: Summer of Voices
Dokumentarfilm, USA, 1970, ARTE 91 Min.
Regie: Denis Sanders

Von “You Don‘t Have to Say You Love Me” bis zu “Bridge over Troubled Water” – ein besonderes Highlight des „Summer of Voices“ ist der selten gezeigte Dokumentarfilm “Elvis: That’s the Way It Is”, die den “King” 1970 bei seinen Vorbereitungen nach zehnjähriger Bühnenabstinenz zurück ins Rampenlicht zeigt.

Am 31. Juli 1970 kehrte Elvis Presley nach fast zehnjähriger Pause auf die Bühne zurück. Seine Konzertreihe in Las Vegas, Nevada, brach alle Box-Office-Rekorde und gab der Karriere des “King of Rock’n’Roll” neuen Auftrieb. Fans aus aller Welt reisten zu dieser Show an, die Musikgeschichte schreiben sollte. Knapp 30 Titel sang Elvis. Der abendfüllende Konzertfilm lässt die mitreißende Performance des legendären Sängers noch einmal aufleben, aber er führt auch hinter die Kulissen und zeigt, wie der „King“ sich fernab vom Rampenlicht auf sein mit vielen Emotionen verbundenes Comeback vorbereitete.

Sonntag, 15.08. / 23:55 Uhr / Der Schwarm ~ Die Compagnie XY im Höhenflug
Dokumentation, Deutschland, Frankreich, 2020, ZDF 51 Min.
Regie: Ilka Franzmann
Mit: Compagnie XY
Online verfügbar von 14/08 bis 13/11
Erstausstrahlung

Frankreichs weltberühmte Compagnie XY steht im Jahr 2020 vor einer großen Herausforderung. Mit seiner neusten Kreation „Möbius“ machte das Circus-Kollektiv seit der Premiere Ende 2019 Furore. Doch auf dem Zenit des Erfolgs platzte die geplante Tour. Wegen Covid-19 wurden alle Gastspiele abgesagt. Alle bis auf eins: Im Sommer 2020 wollte das Festival Grec in Barcelona das Stück zeigen.
Nach vier Monaten Zwangspause treffen sich die Artisten endlich wieder. Ihnen bleiben nur zehn Tage, um die komplexe Kreation neu einzustudieren. Doch zum Start der Proben in Paris gibt es ein Problem: Eine der wichtigsten Akrobatinnen ist krank und fällt aus. Ersatz gibt es nicht. Die anderen sind gezwungen, die Positionen untereinander zu verteilen, um das Stück überhaupt aufführen zu können.
Der Film „Der Schwarm“ dokumentiert eine turbulente Probezeit von der ersten Wiederbegegnung bis zum spektakulären Auftritt im Amphitheater von Barcelona. Das Stück „Möbius“ ist ein hochkomplexes Stück, das aufgrund der außergewöhnlichen Umstände eine ganz neue Herausforderung für die Akrobatengruppe darstellt. Die Choreographie von Rachid Ouramdane ist inspiriert von den Flugfiguren der Starenschwärme. Die akrobatischen Tanzbewegungen gleichen dabei der kollektiven Intelligenz eines Vogelschwarms, der sich geschickt und elegant durch die Luft bewegt. Die 19 Mitglieder des Ensembles stammen aus zehn verschiedenen Ländern. Menschen, die ihr Land und ihre Familie verlassen haben, um Teil der Compagnie XY zu werden. „Der Schwarm“ dokumentiert die Gruppendynamik der Akrobaten und zeigt, wie ihre artistische Leidenschaft ihre unterschiedlichen Charaktere zu einer Art Familie zusammenschweißt.

Sonntag, 15.08. / 00:45 Uhr / Salzburger Festspiele 2020: »Elektra« Oper von Richard Strauss
Oper, Deutschland, 2020, ZDF 119 Min.
Komponist: Richard Strauss
Inszenierung: Krzysztof Warlikowski
Fernsehregie: Myriam Hoyer
Dirigent: Franz Welser-Möst
Orchester: Wiener Philharmoniker
Chorleitung: Ernst Raffelsberger
Chor: Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor

Mit: Tanja Ariane Baumgartner (Klytämnestra), Asmik Grigorian (Chrysothemis), Ausrine Stundyte (Elektra), Michael Laurenz (Ägysth), Derek Welton (Orest)

Online verfügbar von 14/08 bis 13/11
Erstausstrahlung

Ausrine Stundyte, Asmik Grigorian und Tanja Ariane Baumgartner – drei Weltklasse-Sopranistinnen brillieren als Hauptfiguren in „Elektra“. Die kongeniale Tragödie von Komponist Richard Strauss und Dramatiker Hugo von Hofmannstal war 1903 die erste Zusammenarbeit der beiden Mitbegründer der Salzburger Festspiele und legte den Grundstein für eine langjährige, fruchtbare Kooperation. Richard Strauss‘ Oper ist die musikalische Darstellung des tragischen Rachefeldzug Elektras nach dem Tod ihres Vaters Agamemnon: Bei seiner Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg ist der König Agamemnon von seiner Frau Klytämnestra und deren Geliebtem Ägisth ermordet worden. Wie besessen sinnt nun die Königstochter Elektra auf Rache. Sie harrt mit ihrer Schwester Chrysothemis am Hof aus und erwartet sehnsüchtig die Rückkehr des verbannten Bruders Orest, der die Tat vollbringen soll. Strauss-Experte Franz Welser-Möst dirigiert die Wiener Philharmoniker in dieser vielschichtigen, faszinierenden Inszenierung von Krzysztof Warlikowski, aus der Myriam Hoyer ein intensives TV-Erlebnis geschaffen hat.

Montag, 16.08. / 17: 20 Uhr / Fotografen auf Reisen: Vanuatu – Das kleine Mädchen von Ambrym
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Timo Ebermann
Online verfügbar von 09/08 bis 15/10

Die Dokumentationsreihe “Fotografen auf Reisen” zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q‘eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.

Auf der zu Vanuatu gehörenden Insel Ambrym im Südpazifik liegt das kleine Dorf Endu. Doch nicht die dortigen Vulkane führen Fotografin Ulla Lohmann diesmal hierher, sondern ein feierlicher Anlass: Gédéon, seit 20 Jahren Freund und Weggefährte von Ulla, hat seine Tochter nach ihr benannt – zu Ehren der langjährigen Freundschaft, die die beiden verbindet. Mit dem Segen des Dorfobersten bereiten sie gemeinsam eine Zeremonie vor, die im Angesicht der Dorfgemeinschaft das enge Band zwischen ihnen bezeugen soll und Ulla zur Patin des kleinen Mädchens macht. Das ganze Dorf beteiligt sich an den Vorbereitungen, von der Erstellung der Federschmucke bis zur Zubereitung der Speisen. Ein bewegender Moment für Ulla, die nach der Zeremonie von sich behaupten kann, dass sie wirklich zu den Inselbewohnern gehört.

Dienstag, 17.08. / 17: 20 Uhr / Fotografen auf Reisen: Peru – Vom Mädchen zur Frau
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Laurent Sardi
Online verfügbar von 10/08 bis 16/10

Die Dokumentationsreihe “Fotografen auf Reisen” zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.

Der französische Fotograf Franck Charton ist seit 25 Jahren in Peru unterwegs. Im Lauf der Zeit musste er beobachten, dass die Völker des Amazonas immer stärker kulturell assimiliert werden und ihre Dörfer aussterben. Die Asháninka, die im gesamten Amazonas-Regenwald verstreut leben, halten eine traditionelle Lebensweise im Einklang mit der großzügigen Natur aufrecht. Dieser Wunsch nach Ursprünglichkeit interessierte Franck und bewog ihn dazu, sie aufzusuchen. Im Dorf wird dem Fotografen eine große Ehre zuteil: Er darf Amelia kennenlernen, ein Kind des Dschungels und eine bedeutende Persönlichkeit für die Asháninka. Amelia wird regelmäßig in die Dörfer geholt, um die Jugend in den Traditionen ihres Volkes zu unterrichten. Sie bereitet besonders die jungen Mädchen auf den Übergang in ihr Leben als Frau vor.

Mittwoch, 18.08. / 17: 20 Uhr / Fotografen auf Reisen: Peru – Das Volk der kargen Gipfel
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Laurent Sardi
Online verfügbar von 11/08 bis 17/10

Die Dokumentationsreihe “Fotografen auf Reisen” zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q‘eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.

Seit 25 Jahren fotografiert Franck Charton die indigenen Völker Perus. Die Q’ero-Indianer haben es ihm besonders angetan – nicht nur weil sie im Hochgebirge leben, sondern auch wegen ihrer Religion, einer Mischung aus Christentum und antiken Andenkulten. Bei seinen zahlreichen Besuchen hat er im Laufe der Jahre eine enge Beziehung zu den Menschen geknüpft und widmet ihnen nun schon die vierte Reportage. Heute will er einer der spektakulärsten religiösen Feiern der Welt beiwohnen: der Pilgerwanderung zu Ehren des Señor de Qoyllurit’i. Jahr für Jahr kommen gut 70.000 Indianer auf 4.700 Meter Höhe zusammen, um ihrem Glauben durch Tanz, Rituale, Gesang und Gebete Ausdruck zu verleihen. Zuvor stattet Franck jedoch seinem guten Freund César und dessen Familie einen Besuch ab.

Mittwoch, 18.08. / 20:15 Uhr / Die Wand
Spielfilm, Deutschland, Österreich, 2011, BR 99 Min.
Regie: Julian Roman Pölsler
Drehbuch: Julian Roman Pölsler
Autor: Marlen Haushofer
Produktion: BR/ARTE, Coop99 filmproduktion, Starhaus Filmproduktion
Produzent: Bruno Wagner, Rainer Kölmel, Antonin Svoboda, Martin Gschlacht, Wasiliki Bleser
Kamera: J.R.P. Altmann, Christian Berger
Schnitt: Bettina Mazakarini, Natalie Schwager, Thomas Kohler
Musik: Uwe Kirbach

Mit: Martina Gedeck (die Frau), Luchs von Kyffhäuserbach (Hund), Karl Heinz Hackl (Hugo), Ulrike Beimpold (Luise), Julia Gschnitzer (versteinerte Frau), Hans-Michael Rehberg (versteinerter Mann), Wolfgang Maria Bauer (Mann)

Online verfügbar von 18/08 bis 17/09

„Heute, am 5. November, beginne ich mit meinem Bericht. Ich werde alles so genau aufschreiben, wie es mir möglich ist. Aber ich weiß nicht einmal, ob heute wirklich der 5. November ist.“ Ein Romanauszug erklingt zu Beginn des Films – die Gedanken entstammen dem Mund einer tiefernsten, erschöpft wirkenden Frau, die in einer dunklen Berghütte versucht, Geschehenes zu rekapitulieren. Jedoch gleicht der Erzählmodus eher einem diffusen Sammelsurium aus Subjektivem und Realem als einer chronologischen Dokumentation. Ausgangspunkt des unerklärbaren Phänomens: ein Ausflug mit Freunden zu einem Jagdhaus im Wald. Abends gehen die Gastgeber ins Tal und erscheinen nicht mehr. Bei ihrer Suche stößt die Zurückgebliebene gegen eine unsichtbare, rätselhafte Wand, hinter der alles menschliche Leben wie versteinert ist. Diesseits der Wand lebt die Frau mit Luchs, ihrem Jagdhund, sowie Bella, ihrer Kuh, und einer mürrischen alten Katze. Die Frau beginnt ihre Erlebnisse aufzuschreiben, um gegen die Angst anzukämpfen, die von allen Seiten auf sie zu kriecht. Dank der Vorräte im Haus kann sie den strengen ersten Winter überleben. Luchs, wichtiger Gefährte auf ausgedehnten Wanderungen, erweist sich als kluger Wächter ihres überbordenden Seelenlebens, als Hilfe gegen ihre latenten und in den Momenten der Konfrontation mit der Wand hervorbrechenden Depressionen. Bei der Rückkehr auf die Alm im nächsten Sommer bricht nun endgültig die Katastrophe herein.

Zusatzinfo: Gemäß der Vorlage, dem Roman von Marlen Haushofer, fungiert die bildgewaltige Fabel zugleich als Dokument weiblicher Emanzipation wie als filmische Metapher einer Depression, die menschliche Urängste und Hoffnungen auf die Leinwand bringt. Die Verfilmung schreibt sich als Zeugnis der steten Grundspannung des Lebens ins Gedächtnis ein: vom Paradoxon himmelhochjauchzender Verzweiflung, zwischen atemberaubender Schönheit und Katastrophe.

Gesendet wird „Die Wand“ im Rahmen des ARTE-Programmschwerpunktes zu Ehren von Martina Gedeck, die für ihre herausragende Leistung als Hauptdarstellerin für den Bambi, den Deutschen Filmpreis und den Preis der deutschen Filmkritik nominiert wurde.

Filmreihe: Bella Martina – Die Schauspielerin Martina Gedeck

Die Wand Filmreihe: Bella Martina – Die Schauspielerin Martina Gedeck
Filmreihe, ARTE99 Min.

Als „behütet und harmonisch“ beschreibt Martina Gedeck ihre Jugend mit ihren beiden Schwestern und ihren Eltern im bayerischen Landshut. Zu Beginn der 70er Jahre zog die Familie dann nach West-Berlin. Bereits im Alter von elf Jahren war Martina Gedeck in „Die Sendung mit der Maus“ und dem Jugendmagazin „Denkste“ zu sehen. Während eines einjährigen Aufenthalts in den USA. besuchte sie einen Schauspielkurs und studierte nach ihrem Abitur Schauspiel an der Universität der Künste Berlin. Ihre Rollen umfassen praktisch alle Filmgenres, Fernsehen und Kino, Drama und Komödie. Martina Gedeck wechselt scheinbar mühelos von einer Rolle zur anderen und findet sensibel den Grat zwischen Figurenstudie und künstlerischer Originalität. Ihren internationalen Durchbruch hatte sie 2006 in dem mit einem Oscar prämierten Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“. 2006 wählte sie außerdem eine Jury aus Filmexperten zur besten deutschen Schauspielerin.

ARTE gratuliert Martina Gedeck zum runden Geburtstag und zeigt ausgewählte Filme mit der vielseitigen deutschen Schauspielerin. Weitere Bekanntheit erlangte sie 2001 mit ihrer Rolle der Martha in „Bella Martha“, einer Gourmetköchin, die sich nach dem Unfalltod ihrer Schwester um deren Tochter kümmert. Für ihre Darbietung erhielt Gedeck 2002 den Deutschen Filmpreis. In „Die Wand“ spielt sie die Rolle einer Frau, die sich plötzlich isoliert in der Wildnis zurechtfinden muss. Der Film gewann 2012 bei seiner Uraufführung auf den Internationalen Filmfestspielen von Berlin den Preis der Ökumenischen Jury in der Sektion „Panorama“. In einer weiteren Hauptrolle in „Deine besten Jahre“ muss sie nach mehreren Schicksalsschlägen ihr Leben in die Hand nehmen. Online bietet ARTE zusätzlich das spannende Familiendrama „Sommer 04“ und die Urlaubskomödie „Frau Rettich, die Czerni und ich“. Mit diesem Filmschwerpunkt wünscht ARTE Martina Gedeck „Alles Gute zum Geburtstag!“

Donnerstag, 19.08. / 13:45 Uhr / Bella Martha
Spielfilm, Deutschland, Österreich, Schweiz, 2001, ARTE 100 Min.
Filmreihe: Bella Martina – Die Schauspielerin Martina Gedeck

Regie: Sandra Nettelbeck
Drehbuch: Sandra Nettelbeck
Produktion: Pandora Film, T&C Film, Prisma Film, Palomar, Kinowelt Filmproduktion, SWR, ARTE
Produzent: Karl Baumgartner, Christoph Friedel
Kamera: Michael Bertl
Schnitt: Mona Bräuer
Musik: Keith Jarrett, Arvo Pärt, David Darling
Szenenbild / Bauten: Sigrid Schroeder
Ton: Luc Yersin

Mit: Martina Gedeck (Martha), Sergio Castellitto (Mario), Maxime Foerste (Lina), Sibylle Canonica (Frida), Katja Studt (Lea), Idil Üner (Bernadette)

Online verfügbar von 29/07 bis 18/10

In der Küche des Hamburger Edel-Restaurants Lido ist Martha die Chefin, das Kochen betreibt sie exzessiv und obsessiv. Wehe dem Gast, der es wagen sollte, eine ihrer Kreationen zu bemängeln! Martha steht fest im Leben – zumindest glaubt sie das. Sogar die von der Restaurantbesitzerin verordneten Therapiesitzungen beim Psychologen können Marthas Selbstbild nicht trüben – solange sie die edlen Speisen kreieren kann, gibt es keinen Anlass zur Sorge. Denn andere Dinge haben in ihrem zwanghaft ausbalancierten Leben ohnehin keinen Platz. Diese Routine wird gründlich aus dem Lot gebracht, als Marthas Schwester plötzlich bei einem Autounfall ums Leben kommt und eine achtjährige Tochter zurücklässt, die versorgt werden muss. Martha nimmt die verstörte Lina bei sich auf und beschließt, den Vater des Kindes ausfindig zu machen. Er lebt in Italien, nichtsahnend von der Existenz seiner Tochter. Martha ist überfordert, und zum ersten Mal versagen ihre Kochkünste: Lina will von Martha nichts wissen und vor Kummer nichts essen. Währenddessen gibt es auch im Restaurant eine einschneidende Veränderung, denn die Besitzerin des Lido stellt in Marthas Abwesenheit kurzerhand einen zweiten Chefkoch ein – den lebensfrohen Italiener Mario, einen Meister seines Fachs. Martha fühlt sich übergangen und will dem Nebenbuhler die Suppe gründlich versalzen. Doch dann kommt alles ganz anders.

Zusatzinfo: „Bella Martha” zählte neben „Lola rennt” zu den erfolgreichsten deutschen Filmen in den Vereinigten Staaten und fand in Deutschland ein begeistertes Publikum in allen Altersklassen. „Bella Martha” wurde 2002 für den Deutschen Filmpreis nominiert, Martina Gedeck gewann ihn als beste Hauptdarstellerin und wurde für diese Rolle auch für den Europäischen Filmpreis nominiert. Anlässlich ihres runden Geburtstags würdigt ARTE ihre Schauspielkunst mit einer Filmreihe. Für die Hamburger Regisseurin und Autorin Sandra Nettelbeck war ihr Erstlingswerk „Bella Martha“ ein fulminanter Erfolg. 2004 drehte sie dann den Kinderfilm „Sergeant Pepper” mit Barbara Auer und Martina Gedeck.

Donnerstag, 19.08. / 17:20 Uhr / Fotografen auf Reisen: Brasilien – Ein Kanu für die neue Generation
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Nicos Argillet, Timothee Ebermann, Xavier Lefebvre, Luc Marescot, Eli Laliberte
Online verfügbar von 12/08 bis 18/10

Die Dokumentationsreihe “Fotografen auf Reisen” zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde. Im Herzen des noch unberührten Amazonas-Urwalds begegnete Fotograf Renato Soares vor 30 Jahren dem Stamm der Yawalapiti. Seither ist im Verlauf seiner zahlreichen Besuche eine enge Freundschaft zu ihnen entstanden. Die Yawalapiti sind Fischer und Bauern, daher dreht sich ihr ganzes Leben um die Natur, die sie reich mit allem beschenkt, was sie zum Leben brauchen. Vor kurzem überzeugte Renato sie, ein Kanu aus Jatoba-Rinde herzustellen – eine Piroge, wie sie ursprünglich von den Ureinwohnern der Region Alto Xingu genutzt und seit 20 Jahren nicht mehr gebaut wurde. Bei dieser Gelegenheit geben die Alten die überlieferten Schiffbautechniken an die Jüngeren weiter, die neugierig und voller Stolz die Traditionen ihrer Gemeinschaft aufrechterhalten. Renato darf sich am Bau des Kanus beteiligen und dieses außergewöhnliche Ereignis im Leben der Yawalapiti mit der Kamera einfangen.

Donnerstag, 19.08. / 02:50 Uhr / Kunst gegen Staatsmacht – Der russische Künstler Pawlenski
Dokumentation, Deutschland, 2016, SWR 58 Min.
Regie: Irene Langemann
Gast: Pjotr Pawlenski
Online verfügbar von 19/08 bis 26/08

2012 erregt der russische Politkünstler Pjotr Pawlenski international Aufsehen, als er sich den Mund mit einem groben Faden zunäht, um in Sankt Petersburg seine Solidarität zu den inhaftierten Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot zu bezeugen. Künstler – so will er zeigen – seien in Russland zum Schweigen verurteilt. Im November 2013 setzt er sich nackt auf den Roten Platz in Moskau und nagelt seinen Hodensack auf dem Pflaster fest. Die Aktion steht für politische Gleichgültigkeit in der russischen Gesellschaft.
Bei den meisten Aktionen liegt Pawlenski nur da, steht oder sitzt. Aktiv sind die Vertreter der Macht, wenn sie ihn wegschleppen, sich in Stacheldraht verheddern, seine Nacktheit zu bedecken versuchen. Groteske Szenen. Erste Versuche, den Künstler anzuklagen, verlaufen im Sand. Eine Ärztin weigert sich, ihn für unzurechnungsfähig zu erklären. Ein Untersuchungsrichter ist so fasziniert, dass er statt eines Verhörs ein lockeres Gespräch über Kunst und Politik mit ihm führt. Pawlenski hat es heimlich aufgezeichnet.
2014 zündet er mit Helfern Reifen auf einer Petersburger Brücke an, sie schwenken die ukrainische Fahne, um die Maidan-Bewegung zu unterstützen. Anklage wegen Vandalismus. Als er im November 2015 die Tür des FSB – früher: KGB – anzündet, wird ein zweiter Prozess in Moskau gegen ihn angestrengt. „Das Tor zur Hölle brennt nicht“ – der Angriff auf den russischen Geheimdienst hat sein Tor zur Außenwelt erstmal verschlossen.
Mit Mut und Ausdauer ist die Autorin Irene Langemann 2015 und 2016 nach Russland gereist, um Pjotr Pawlenski in Freiheit und während seiner Zeit in Haft zu begleiten. Wer ist dieser Mann, der für Freiheit kämpft um den Preis seiner eigenen? Dank Originalprotokollen von Gerichtsverhandlungen sind der Autorin entblößende und amüsant-groteske Szenen gelungen, die den Kampf eines einzelnen Künstlers gegen den Staatsapparat zeigen.

Freitag, 20.08. / 06:05 Uhr / Schau in meine Welt! Cieras Song
Kindersendung, Deutschland, USA, 2016, RBB 26 Min.
Regie: André Hörmann
Online verfügbar von 14/08 bis 21/08

Ihren eigenen Song im Radio hören: Das ist Cieras großer Traum. Die 13-Jährige lebt mit ihren Eltern und Geschwistern auf einer Farm in einem kleinen Ort in Oklahoma/USA. Sie liebt Musik über alles, schreibt ihre eigenen Songs und spielt gern in den lokalen Bars. Doch das reicht ihr nicht. Sie will ein richtiger Country-Star werden. Dafür muss sie nach Nashville, ins Herz der Country-Musik. Dort will sie es allen beweisen – sich selbst, dem Publikum und vor allem den Plattenfirmen. Die junge Musikerin hat sich dafür entschieden, zu Hause unterrichtet zu werden, damit sie mehr Zeit für die Musik hat. Musik ist in ihrer Familie sehr wichtig: Jedes ihrer drei Geschwister spielt ein Instrument und auch ihre Mutter spielt als Soldatin in der Armee-Band. Sie war es, die sie zur Musik gebracht hat. Ihr Vater Danny unterstützt sie und hat ein Vorspielen in Nashville organisiert. Dort tritt sie vor vielen Zuschauern und renommierten Plattenfirmen auf. Wird sie mit ihrem Song „Finally“ überzeugen?

Freitag, 20.08. / 17:20 Uhr / Fotografen auf Reisen: Brasilien – Der Tanz der Kriegerinnen
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Nicos Argillet, Timothee Ebermann, Xavier Lefebvre, Luc Marescot, Eli Laliberte
Online verfügbar von 13/08 bis 19/10

Die Dokumentationsreihe “Fotografen auf Reisen” zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde. Wie schon seit 20 Jahren besucht Fotograf Renato Soares den Stamm der Kalapalo. Hier, am Ufer des Flusses Xingu in Brasilien, leben die Menschen zwischen zwei Welten: der traditionellen Lebensweise ihrer Ahnen und einer sehr viel moderneren. Sangai, die Stammesälteste, die die Traditionen der Kalapalo bewahrt, empfängt Renato. Einmal im Jahr haben hier anlässlich der Feiern des Yamurikuma allein die Frauen das Sagen – die Männer müssen ihnen zu Diensten stehen und jeder Fremde, der das Dorf betrifft, läuft Gefahr, davongejagt zu werden. Höhepunkt dieses Rollentauschs ist eine große Zeremonie, mit der das Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern wiederhergestellt wird.

Freitag, 20.08. / 20:15 Uhr / Deine besten Jahre
Fernsehfilm, Deutschland, 1999, ZDF 89 Min.
Filmreihe: Bella Martina – Die Schauspielerin Martina Gedeck

Regie: Dominik Graf
Drehbuch: Markus Busch, Bernd Schwamm
Produktion: MTM Cineteve, ZDF, ARTE
Produzent: Gloria Burkert
Kamera: Benedict Neuenfels
Schnitt: Hana Müllner
Musik: Dieter Schleip
Kostüme: Barbara Grupp
Szenenbild / Bauten: Claus-Jürgen Pfeiffer
Redaktion: Caroline von Senden
Ton: Thomas Meyer

Mit: Martina Gedeck (Vera Kemp), Tobias Moretti (Manfred Kemp), Carla Hagen (Lisbeth Minke), Tim Bergmann (Andreas Wolgast), Wolfgang Hinze (Norbert Krämers), Mona Seefried (Heike Minke), Frederic Welter (Thomas Kemp)

Online verfügbar von 20/08 bis 18/11

Eine Frau, der es an nichts fehlt – Vera Kemp: reiche Firmenerbin, Herausgeberin, glückliche Ehefrau und Mutter. Die junge Frau stellt fest, dass sie ihr ganzes Leben unter einer Glasglocke verbracht hat. Ihr verstorbener Vater, der tatkräftige Ehemann Manfred und die lebenskluge Schwiegermutter Lisbeth haben stets dafür gesorgt, dass Vera Kemp mit dem rauen Wind der Wirklichkeit nie in Berührung gekommen ist.

Der Wendepunkt in Veras Leben ereignet sich an ihrem 36. Geburtstag. Wie ein Keulenschlag trifft sie die Behauptung einer fremden jungen Frau, sie sei die Geliebte ihres Mannes. Vera muss erkennen, dass sie vor der Realität ihres Lebens bisher die Augen verschlossen hat. Obwohl die Firma Kemp zum größten Teil ihr gehört, hat sie sich nur pro forma darum gekümmert und alle Entscheidungen ihrem Mann überlassen. Stattdessen ist sie in eine eigene Tätigkeit als Herausgeberin von Kunstbüchern geflüchtet, hat sich dabei aber von ihrer Familie mehr und mehr entfremdet, die sie nicht mehr für voll nimmt.

Vera beginnt, um ihren Mann zu kämpfen, mit überraschenden Mitteln. Als er sie dazu drängt, der Umwandlung des Kemp-Werkes in eine Aktiengesellschaft zuzustimmen, macht sie ihm ein Angebot: Sie wird unterschreiben, wenn er bereit ist, mit ihr ein zweites Kind zu bekommen. Manfred stimmt zu und sie verreisen spontan, um zweite Flitterwochen zu feiern. Doch ein weiterer schwerer Schicksalsschlag erwartet Vera: Manfred und Sohn Thomas verunglücken tödlich mit dem Auto. Nach dem Verlust psychisch und physisch am Ende, wird Vera zunächst in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Nach ihrer Entlassung gewinnt sie nur langsam wieder Boden unter den Füßen. Doch die Wirklichkeit stellt neue Ansprüche an sie: Der neue Geschäftsführer Norbert Krämers will nun die Firma verkaufen und drängt Vera zur Einwilligung. Sie zögert, da ihr Mann es anders gewollt hätte. Gezwungen, ihr Leben neu zu ordnen, fasst sie den Entschluss, sich in die Firmengeschäfte einzuarbeiten, und versucht gegen viele Widerstände, Manfreds Arbeit und sein Ziel weiterzuverfolgen, die Firma in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln

Zusatzinfo: Das atmosphärische Drama von Dominik Graf porträtiert den schmerzhaften Selbstfindungsprozess einer Frau, gespielt von Martina Gedeck, die aus wohlbehüteten Verhältnissen in eine raue Wirklichkeit fällt und sich nach tragischen Schicksalsschlägen gegen ihre eigene Familie behaupten muss. Die Produktion wurde 1999 auf dem Filmfest München mit dem VFF-Preis für den besten deutschen Fernsehfilm ausgezeichnet. Gesendet wird „Deine besten Jahre“ im Rahmen des ARTE-Programmschwerpunktes anlässlich des 60. Geburtstages von Martina Gedeck, die für ihre Hauptrolle im Jahr 2000 als beste Schauspielerin in einem Fernsehspiel/Fernsehfilm mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde.

Freitag, 20.08. / 21:45 Uhr / Freddie Mercury – The Untold Story
Schwerpunkt: Summer of Voices
Dokumentation, Deutschland, 2002, ARTE 58 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Rudi Dolezal
Online verfügbar von 16/07 bis 13/08

Über 20 Jahre war Freddie Mercury Frontmann der britischen Rockgruppe Queen, einer der erfolgreichsten Bands aller Zeiten. In diesem Film wird die bisher unbekannte Geschichte des Menschen Mercury erzählt, das Leben des Freundes, des Sohnes, des Geliebten. Ein Jahr lang haben Rudi Dolezal und Hannes Rossacher die Dokumentation vorbereitet. Sie trafen Mercurys Familie, befragten ehemalige Mitschüler und Kommilitonen, aber auch Stars wie Phil Collins, Mick Jagger, Montserrat Caballé und natürlich seine Queen-Kollegen Brian May, Roger Taylor und John Deacon. Der Film zeichnet das Bild jenes Mannes, der 1946 als Farrokh Bulsara auf Sansibar geboren wurde. Er beschreibt seine idyllische Kindheit, die strenge Erziehung in einem indischen Internat, die ersten künstlerischen Versuche des Londoner Studenten, der Maler oder Designer werden wollte, und schließlich seine Verwandlung in eine der Diven der Musikszene: die Inszenierung eines Lebens als Rockstar – mit Pomp, Exzess und Größenwahn. Beschrieben wird aber auch das Ende dieses rastlosen Lebens auf der Überholspur.

Zusatzinfo: Die Dokumentation ist kein Musikfilm im herkömmlichen Sinn. Sie ist eine enthusiastische Spurensuche und zugleich eine liebevolle Erinnerung an einen großen Künstler und außergewöhnlichen Menschen. Dafür wurde der Film für den Grammy nominiert und beim internationalen Fernsehfestival Rose d’Or in Montreux ausgezeichnet.

Freitag, 20.08. / 22:45 Uhr / Freddie Mercury – Tribute Concert (1/2)
Schwerpunkt: Summer of Voices
Musik, Großbritannien, 1992, ZDF 85 Min.
Regie: David Mallet
Online verfügbar von 19/08 bis 18/11

Am Ostermontag 1992 wurde im Londoner Wembley-Stadion Musikgeschichte geschrieben: Zahlreiche internationale Musiker, unter anderem George Michael, David Bowie, Annie Lennox und Metallica, fanden sich zum legendären Freddie Mercury Tribute Concert zusammen. Die virtuosen und doch ungewöhnlichen Darbietungen bekannter und weniger bekannter Queen-Songs in Verbindung mit mitreißenden und emotionalen Performances und einem begeisterten Publikum machen diesen Konzertfilm zu einem einmaligen Erlebnis, zu einem Klassiker.

Freitag, 20.08. / 00:15 Uhr / The Show Must Go On! Die Queen-Jahre mit Adam Lambert
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2019, ARTE F 85 Min.
Regie: Christopher Bird, Simon Lupton
Online verfügbar von 01/08 bis 19/09
Wiederholung vom 02.08.

Freitag, 20.08. / 01:40 Uhr / Freddie Mercury – Tribute Concert (2/2)
Musik, Großbritannien, 1992, ZDF 106 Min.
Regie: David Mallet
Online verfügbar von 19/08 bis 18/11

Am Ostermontag 1992 wurde im Londoner Wembley-Stadion Musikgeschichte geschrieben: Zahlreiche internationale Musiker, unter anderem George Michael, David Bowie, Annie Lennox und Metallica, fanden sich zum legendären Freddie Mercury Tribute Concert zusammen. Die virtuosen und doch ungewöhnlichen Darbietungen bekannter und weniger bekannter Queen-Songs in Verbindung mit mitreißenden und emotionalen Performances und einem begeisterten Publikum machen diesen Konzertfilm zu einem einmaligen Erlebnis, zu einem Klassiker.


Programmwoche 34:

Sonntag, 22.08. / 05:00 Uhr / Live Art ~ Tino Sehgal im Palais de Tokyo
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Heinz Peter Schwerfel
Online verfügbar von 15/08 bis 21/09

Die Museen sind überladen von Dingen. Dinge im Sinne von Objekten, Werken, Waren. So das Motto des 1976 in London geborenen Künstlers Tino Sehgal. Der ehemalige Tänzer arbeitet mit Choreographien und lehnt es strikt ab, seinen sogenannten konstruierten Situationen eine materielle Ebene zu verleihen. Alle Objekte, die sich aufhängen, konsumieren oder verkaufen lassen, weist er kategorisch zurück. Wenn es einen Künstler gibt, der tatsächlich am lebenden Objekt arbeitet, dann ist es Tino Sehgal. Seit ungefähr 15 Jahren bringt seine „living art“ althergebrachte Klischees von statischer Kunst, unflexiblen Ausstellungsformaten, Kunstvermittlung und dem gesamten Kunstmarkt durcheinander und greift gleichzeitig auf die Kunstgeschichte zurück. Sie wird von Tänzern, Schauspielern oder Kindern aufgeführt. Es gibt keinerlei Aufzeichnungen oder Reproduktionen – Sehgal verbietet es, seine Kunst durch Fotografien oder Filme festzuhalten. Seine Arbeiten existieren nur für die Dauer einer Ausstellung und leben ausschließlich in den Gedanken der Interpreten und Besucher fort. Trotzdem haben es Sehgals konstruierte Situationen in die Kollektionen der großen Museen dieser Welt geschafft: vom MoMa in New York bis zur Londoner Tate Gallery. Der erste vom Künstler autorisierte Dokumentarfilm beschäftigt sich mit einer Herangehensweise an Kunst, die sich radikal von den gängigen Normen abhebt. Der materiellen Welt setzt Tino Sehgal das immaterielle Gedächtnis des menschlichen Gehirns entgegen. Er besteht darauf, Reproduktion durch Erlebtes, Banalisierung durch echtes Gefühl und Konzeptualisierung durch Empfindsamkeit zu ersetzen.

Sonntag, 22.08. / 15:15 Uhr / Frank Sinatra – Die Stimme Amerikas
Dokumentarfilm, USA, 2015, ZDF 90 Min.
Regie: Annette Baumeister
Online verfügbar von 16/07 bis 14/10
Wiederholung vom 01.08.

Sonntag, 22.08. / 16:50 Uhr / Jean-Michel Frank ~Tragisches Genie des Art déco
Dokumentation, Deutschland, 2020, ZDF 52 Min.
Regie: Thierry Spitzer
Online verfügbar von 21/08 bis 20/11
Erstausstrahlung

Ein melancholischer Dandy, der – ohne es wirklich zu wollen – Innenausstatter wurde und dabei eine neue Ästhetik erfand, die bis heute Design und Innenausstattung maßgeblich beeinflusst.

Jean-Michel Frank, 1895 als dritter Sohn einer jüdischen Bankiersfamilie geboren, war Autodidakt mit einem exzellenten Gespür für Formen, Arrangements und Materialien. Er wurde zu einem Revolutionär auf dem Gebiet des Innendesigns durch sein Ideal: die Einfachheit. Dabei betonte er die sachliche Schlichtheit, indem er luxuriöse Materialien mixte. Als Designer war er ein detailversessener Perfektionist. Er kam über die Pariser Kunstmäzene Marie-Laure und Charles de Noailles mit berühmten Künstlern und Künstlerinnen der damaligen Zeit in Kontakt – vor allem mit jenen, die es sich leisten konnten, einen extravaganten Innenausstatter zu engagieren.

Sein kometenhafter Aufstieg fällt mitten in die Goldenen Zwanziger, die „années folles“, eine der schillerndsten Stilepochen des vergangenen Jahrhunderts. Es ist die Zeit des Art déco, des künstlerischen Aufbruchs und kostspieliger Pracht, die nach dem Ersten Weltkrieg ganz Europa, vor allem aber Frankreich erfassen sollten.

In der Dokumentation kommen Persönlichkeiten zu Wort wie die Schriftstellerin und Frank-Biografin Laurence Benaïm, Olivier Gabet, Direktor des Musée des Arts Décoratifs in Paris, und Thierry Pautot, Kurator der Giacometti-Stiftung.

Sonntag, 22.08. / 17:45 Uhr / Piaf – Das ideale Konzert
Musik, Frankreich, 2003, ARTE F 41 Min.
Regie: Michel Poulin
Mit: Edith Piaf
Online verfügbar von 15/08 bis 20/11

ARTE präsentiert in „Piaf – Das ideale Konzert“ die größten Erfolge der französischen Chansonlegende Edith Piaf in einer außergewöhnlichen filmischen Montage.

Piafs größte Erfolge aus zehn Jahren (1952-1962) werden hier in seltenen oder bisher nicht zugänglichen Fassungen veröffentlicht: „La foule“, „L’accordéoniste“, „Je me souviens d’une chanson“, „L’hymne à l’amour“ und „La vie en rose“ (die beiden letztgenannten Titel auszugsweise auch auf Englisch), aber auch „Sale petit brouillard“, „Milord“, „Faut pas qu’il se figure“, „L’homme à la moto“, „Mon Dieu“, „La goualante du pauvre Jean“, „Bravo pour le clown“ und natürlich „Non, je ne regrette rien“. Dank der findigen Montage von Frank Lipsik und Michel Poulin präsentiert Edith Piaf gewissermaßen selbst diese Chanson-Hommage.

Sonntag, 22.08. / 20:15 Uhr / La vie en rose
(La Môme)
Schwerpunkt: Summer of Voices

Spielfilm, Frankreich, Großbritannien, Tschechische Republik, 2007, ARTEARD 132 Min.
Regie: Olivier Dahan
Drehbuch: Olivier Dahan, Isabelle Sobelman
Produktion: Légende Films
Produzent: Alain Goldman
Kamera: Tetsuo Nagata
Schnitt: Yves Beloniak, Richard Marizy
Musik: Christopher Gunninig

Mit: Marion Cotillard (Edith Piaf), Pascal Greggory (Louis Barrier), Sylvie Testud (Mômone), Clotilde Courau (Annetta Gassion), Jean-Paul Rouve (Louis Gassion), Jean-Pierre Martins (Marcel Cerdan), Gérard Depardieu (Louis Leplée), Emmanuelle Seigner (Titine), Catherine Allégret (Louise Gassion)

Paris, 1915: Die kleine Edith Giovanna Gassion wird als Tochter einer Kaffeehaus-Sängerin und eines Akrobaten geboren. Da sich die Eltern nicht um ihre Tochter kümmern können, wird sie schon wenige Wochen nach der Geburt zu ihrer Großmutter mütterlicherseits gebracht, wo sie beinahe verhungert. Schließlich landet sie bei der Mutter ihres Vaters, einer Bordellbesitzerin, wo sie zum ersten Mal mütterliche Zuneigung durch die Prostituierte Titine erfährt. Der wird sie bald schon von Ediths Vater entrissen, mit dem das junge Mädchen fortan als Schaustellerin durch die Lande zieht.

Im Alter von 15 Jahren verlässt sie ihren Vater Louis und geht nach Paris, wo sie ihre treueste Freundin Simone Berteaut kennenlernt. Mit ihr streift sie durch die Stadt und hält sich mit Straßenmusik über Wasser, bis sie eines Tages vom Theaterbesitzer Louis Leplée entdeckt wird. Begeistert von ihrem einzigartigen Gesang, lädt er sie ein, unter ihrem späteren Künstlernamen Edith Piaf in seinem Nachtclub aufzutreten. Es folgt ihr erstes Studioalbum, mit dem ihre finanziellen Sorgen, die sie seit ihrer Kindheit plagen, Geschichte sind. Doch mit dem Ruhm gehen auch Krankheit, Drogensucht und Einsamkeit einher.

In seiner Filmbiografie „La vie en rose“ zeichnet Regisseur Olivier Dahan die wichtigsten Stationen im Leben der berühmten Chansonsängerin Edith Piaf nach, die von Marion Cotillard verkörpert wird. Einfühlsam und zutiefst erschütternd erzählt er, wie aus dem „Spatz von Paris“ die weltberühmte Madame Piaf wurde.

Zusatzinfo:
Ursprünglich war die französische Schauspielerin Audrey Tautou („Die fabelhafte Welt der Amelie“) für die Rolle der Edith Piaf vorgesehen, doch Regisseur Olivier Dahan war überzeugt, dass Marion Cotillard die geeignete Besetzung sei. Er war sogar bereit, seine Gage zu reduzieren, um die begehrte Schauspielerin für seine filmische Annäherung an den Mythos Piaf gewinnen zu können. Und auch Cotillard brachte einige Opfer für ihre Rolle: Sie rasierte sich den Haaransatz und die Augenbrauen, um der echten Edith Piaf ähnlicher zu sehen. Belohnt wurde sie dafür mit zahlreichen Preisen als beste Hauptdarstellerin, darunter der Oscar und ein Golden Globe.

Sonntag, 22.08. / 22:30 Uhr / Milli Vanilli ~ From Fame to Shame
Dokumentarfilm, Deutschland, 2015, RB 60 Min.
Regie: Oliver Schwehm
Online verfügbar von 22/08 bis 21/09

Krönung der Karriere von Milli Vanilli ist die Grammy-Verleihung in Los Angeles. Dass ein in tiefster deutscher Provinz produziertes Musikprojekt musikalische – und modische – Trends in den USA setzt, ist etwas noch nie Dagewesenes. Als jedoch einige Monate später bekannt wird, dass Rob Pilatus und Fab Morvan nicht selbst singen, verwandelt sich das Popmärchen rasch in einen der größten Skandale der Musikgeschichte. Und für die beiden Bandmitglieder in einen Alptraum. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von Milli Vanilli aus der Innensicht und lässt alle maßgeblich Beteiligten zu Wort kommen: Wie sich Robert Pilatus und Fabrice Morvan im München der 80er Jahre anfreunden und als „Empire Bizarre“ erste musikalische Schritte wagen, wie der Produzent Frank Farian (Boney M.) sie entdeckt und gemeinsam mit ihnen das perfekte, international vermarktbare Pop-Produkt schafft und wie die beiden sich schließlich in einer Mischung aus Selbstüberschätzung und Ringen um die eigene Würde mit ihrem Schöpfer überwerfen und es zum Konflikt von beinahe mythologischer Tragweite kommt: Denn Rob Pilatus und Fab Morvan rebellieren, weil sie mit ihrer zugedachten Rolle als Playback-Darsteller nicht länger zufrieden sind und selbst die Stimmen übernehmen wollen. Ohne Schuldzuweisungen vorzunehmen, macht der Dokumentarfilm deutlich und erlebbar, wie Fab Morvan und Rob Pilatus sich immer weiter verstricken, nach und nach die Bodenhaftung verlieren und sich schließlich am stets größer werdenden Ruhm die Flügel verbrennen. Gerade Robert Pilatus überidentifiziert sich im Angesicht des phänomenalen Erfolgs mit der Rolle des Superstars. So verkündet er 1990: „Musically, we are more talented than any Bob Dylan, Paul McCartney or Mick Jagger. I’m the new modern Rock & Roll. I’m the new Elvis.“ Nach Auffliegen des Skandals fehlen dem extrovertierten, charismatischen Pilatus im Gegensatz zum besonneneren Morvan die Reserven, sich zu fangen. Er wird zu einem Verlorenen. Und zumindest im Tod ein richtiger Rockstar: zugedröhnt und einsam in einem Hotelzimmer.

Zusatzinfo:
„Milli Vanilli: From Fame to Shame“ wartet mit zahlreichen unveröffentlichten Archivaufnahmen auf. Auch konnte der Film exklusiv das letzte Interview zutage fördern, das Robert Pilatus fünf Wochen vor seinem Tod gegeben hat und in dem er erstaunlich klar und selbstkritisch seine Karriere und sein Leben reflektiert. Neben Frank Farian und Fabrice Morvan kommen unter anderem Roberts Stiefschwester Carmen Pilatus, die „richtige“ Stimme Brad Howell, der Münchener Produzent Werner Schüler, der Musiker-Fotograf Manfred Esser und Milli Segieth zu Wort, die als künstlerische Managerin Robert und Fabrice während ihrer gesamten Karriere begleitete und der schließlich 1998 der traurige Part zufiel, den toten Robert Pilatus zu finden.

Sonntag, 22.08. / 23:30 Uhr / Piaf: Ohne Liebe ist man nichts
Schwerpunkt: Summer of Voices
Dokumentation, Frankreich, 2003, ARTE F 60 Min.
Regie: Marianne Lamour
Online verfügbar von 15/08 bis 20/11

Sie ist eine der größten Legenden des französischen Chansons. Als 16-Jährige sang sie auf den Straßen, den Hinterhöfen und in den Kneipen von Paris. Dort wurde sie von dem Kabarettbesitzer Louis Leplée entdeckt: Edith Piaf, mit bürgerlichem Namen Edith Giovanna Gassion. Für ihre melancholischen Lieder bei ihren ersten Auftritten spendete ihr das Pariser Publikum frenetischen Beifall, und die Zeitungen feierten die kleine, zerbrechliche Person als „Spatz von Paris“. Aus dem Straßenkind wurde der Star Edith Piaf. Der Film erzählt anhand von Archivdokumenten und Auszügen aus ihren Liedern ihre Lebensgeschichte.

Sie war weder verführerisch noch besonders schön, ähnelte nicht im Entferntesten einer Ava Gardner oder Rita Hayworth: Edith Piaf war eher schmächtig, klein und zerbrechlich. Sie trug bei ihren Auftritten nie etwas anderes als ein schlichtes schwarzes Kleid. Und doch waren alle von ihr hingerissen, denn sie strahlte Leidenschaft und Tragik aus. Als 16-Jährige begann sie auf den Straßen, den Hinterhöfen und in den Kneipen von Paris zu singen.

Dort wurde sie vom Kabarettbesitzer Louis Leplée entdeckt. Für ihre melancholischen Lieder bei ihren ersten Auftritten spendete ihr das Pariser Publikum frenetischen Beifall, und die Zeitungen feierten sie als „Spatz von Paris“. Aus dem Straßenkind wurde der Star Edith Piaf. Mit ihrer kraftvollen, expressiven und leidenschaftlichen Stimme wurde die begnadete Sängerin zum Inbegriff des französischen Chansons.

Zu ihren größten Erfolgen zählen unter anderem „Je ne regrette rien“, „La vie en rose“, „Milord“ und „Padam … padam“. Von Liebe und Glück, von Tod und Abschied – kurz: von der menschlichen Existenz – handelten alle ihre Lieder. Die Sängerin der „Hymne à l’amour“ verkörperte die Liebe und war doch oft selbst unglücklich, vor allem nach dem plötzlichen Tod ihres Freundes Marcel Cerdan im Jahr 1949. Diesen Verlust hat sie nie verwunden. Trotz gesundheitlicher Probleme nach einem schweren Verkehrsunfall im Jahr 1958 stand sie immer wieder auf der Bühne. Sie liebte das Leben, die Männer und die Liebe. 1962 heiratete sie den 20 Jahre jüngeren Sänger Théo Sarapo und sorgte damit für einen der letzten Skandale ihres Lebens. Mit ihm stand sie bei einem ihrer denkwürdigsten Auftritte in der Pariser Konzerthalle Olympia im Winter 1962/63 ein letztes Mal auf der Bühne – unter anderem mit ihrem neuen Chanson „Le droit d’aimer“ („Das Recht zu lieben“). Edith Piaf starb im Alter von 47 Jahren.

Sonntag, 22.08. / 00:30 Uhr / Der Chor der harten Kerle
Musik, Norwegen, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Jo Vemund Svendsen, Petter Sommer
Online verfügbar von 21/08 bis 21/09

Ein wunderbar schräger norwegischer Männerchor stimmt sich ein: für das Warm-up zu Black Sabbath – und ein letztes Lied für seinen Dirigenten. Jeden Dienstag treffen sich 25 tätowierte Männer besten Alters in einer Bar in Oslo, um von ihrem Alltag Pause zu machen, Bier zu trinken und nicht immer ganz jugendfreie Rocksongs zu singen. Nicht immer sind alle da, und Chordisziplin mussten sie erst lernen. Doch sie genießen die „frauenfreie Zone“, verhalten sich manchmal eher wie kleine Jungs und lassen Dampf ab. Die Freundschaft ist ihnen wichtig, und sie haben sich gegenseitig geschworen, auf ihren Beerdigungen füreinander zu singen. Pech für den Letzten der harten Kerle, witzeln sie. Ihr Chorleiter Ivar Krogh Hovd erfährt, er wird der Erste sein. Der Arzt gibt ihm nur noch wenige Monate. Doch er will sich und den Männern noch einen Wunsch erfüllen: Sie haben lange davon geträumt, als Warm-up vor einem Konzert mit Black Sabbath zu singen. Die Zeit läuft. Die Männer sprechen offen über den Krebs und den Tod. Und sie versuchen, sich trotz der deprimierenden Aussichten und den eigenen Schwierigkeiten bei Laune zu halten, wenn es sein muss mit einem schlechten Witz. Sie sind ja selbst nicht mehr die Jüngsten. Die Nachricht ist für sie alle ein Schock, doch das Singen hält sie aufrecht, verbindet sie. Das Leben und die gemeinsame Zeit, die Freude, die sie dabei erleben, werden immer wichtiger. Ihre Lieder verändern sich. Doch die Zeit wird knapp. Selten lagen Lachen und Weinen so nah beieinander.

Zusatzinfo:
Die Kinofassung von „Der Chor der harten Kerle“ mit dem internationalen Titel „The Men’s Room“ wurde beim CPH:DOX Dokumentarfilmfestival 2018 mit dem NORDIC:DOX AWARD ausgezeichnet.

Freitag, 27.08. / 21:45 Uhr / Classic Albums: Songs From The Big Chair (Tears for Fears)
Musik, Großbritannien, 2019, ARTE F 59 Min.
Regie: George Scott
Online verfügbar von 20/08 bis 26/09
Erstausstrahlung

„Songs From The Big Chair“, das von Chris Hughes und David Bascombe produzierte zweite Album der britischen New-Wave-Band Tears for Fears, erschien im Februar 1985 und wurde weltweit ein Riesenerfolg. Vor allem die Single-Auskopplungen „Shout“ und „Everybody Wants to Rule the World“ beherrschten die internationalen Charts. Rückblick auf die Geschichte eines Pop-Phänomens, das seine Zeit und eine ganze Musikbewegung prägte.

Curt Smith und Roland Orzabal, die Begründer von Tears for Fears, erinnern sich 35 Jahre später an ein Album zurück, das stellvertretend für den Pop-Rock-Sound der 80er Jahre war: „Songs From The Big Chair“ war das Kultalbum der New-Wave-Szene schlechthin.

Mit ihrem typischen Goth-Synth-Pop und eingängigen Refrains fand die Band den Sound, der zu ihrem Markenzeichen wurde, und traf den musikalischen Nerv der Zeit. Von Kritik und Publikum gleichermaßen hochgelobt, beherrschten die Single-Auskopplungen „Mothers Talk“, „Shout“ und „Everybody Wants to Rule the World“ monatelang die internationalen Charts. Mit Unterstützung der Band beleuchtet die Dokumentation der BBC-Reihe „Classic Albums“, wie das Album zustande kam und Tears for Fears weltweit zum Inbegriff von New Wave wurde.

Die Dokumentation zeichnet die Entwicklung der Band nach, von den Jugendjahren der Bandbegründer Curt Smith und Roland Orzabal über das erfolgreiche Debütalbum „The Hurting“ (1983) bis hin zur Produktion ihres zweiten Albums „Songs From The Big Chair“ und dessen riesigem Publikumserfolg in Großbritannien und den USA.

Die Sendung zeigt Interviews mit den Bandmitgliedern und wichtigen Wegbegleitern, etwa dem Keyboarder Ian Stanley oder den Koproduzenten Chris Hughes und Dave Bascombe sowie weitere aufschlussreiche Interviews und Archivbilder früherer Konzerte. Gezeigt werden auch neuere Clips: Nach einer Auflösung der Band Anfang der 90er Jahre kamen Tears for Fears in neuer Zusammensetzung wieder zusammen und stehen seither regelmäßig auf der Bühne. Die Dokumentation erklärt das Erfolgsrezept ihres einzigartigen Sounds. Die richtige Musik zur richtigen Zeit – das scheint die Botschaft dieser Band zu sein.

Freitag, 27.08. / 22:45 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2021, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 26/08 bis 25/11
Erstausstrahlung

Ob mit Fotoapparat und Taschenlampe in New Yorks verlassenen U-Bahntunneln, per Winkelschleifer auf den Spuren der deutschen Kolonialgeschichte, mit der Spraydose gegen den Hass in Italien oder ganz legal an Wiens legendärem Donaukanal – “Tracks” zeigt Highlights aus der Welt der Urban Art.

Zunächst geht es in den Untergrund der amerikanischen Metropole New York. Unter deren Oberfläche liegt ein schier endloses Labyrinth aus U-Bahntunneln. Schon seit Jahrzehnten gilt es als Refugium für furchtlose Graffiti-Sprayer und andere Randgruppen.

Die nächste Station ist die deutsche Bundeshauptstadt Berlin. Lüderitzstraße, Nachtigalplatz, Petersallee – viele Straßennamen des Afrikanischen Viertels im Berliner Stadtteil Wedding erinnern noch immer an deutsche Kolonialbeamte, die in Namibia, Kamerun oder Togo an brutalen Verbrechen beteiligt waren bzw. sie gebilligt haben. Das Street-Art-Kollektiv “Rocco und seine Brüder” verwandelt die Straßenschilder in ein Mahnmal gegen den Kolonialismus.

Die österreichische Hauptstadt Wien hat abseits von Hochkultur, Kaffeehaus und Sachertorte noch mehr zu bieten, zum Beispiel bunte Wände. “Tracks” hat sich in Wiens aufregender Street-Art-Szene umgeschaut.

Und zuletzt geht es mit Gemüse gegen den Hass: Wer kennt sie nicht, die Schmierereien von Nazis und anderen Rechtsradikalen? Der italienische Künstler Cibo hat eine gute Antwort darauf gefunden. Er übersprüht die widerliche Propaganda im öffentlichen Raum mit optischen Leckereien.

Freitag, 27.08. / 23:15 Uhr / Jeanne Added: Both Sides
Musik, Frankreich, 2020, ARTE F 60 Min.
Regie: Antoine Carlier
Online verfügbar von 10/06 bis 09/06
Erstausstrahlung

Mit „Both Sides“ kreiert Jeanne Added den ultimativen Soloauftritt: In ihrer Performance verdichtet sich der szenische Raum zu einer riesigen weißen Schwebebühne, auf der nur die Künstlerin singend und tanzend zu sehen ist. Metapher für den Dancefloor, der ins Unendliche mündet, oder für den einsamen Kampf eines Menschen, dem tanzend der Boden unter den Füßen entgleitet?

„Both Sides“ ist ein ungewöhnliches Live-Filmprojekt, ein packender musikalischer Kampf, bei dem nur die Einsamkeit im Raum und die Nähe zur Künstlerin zählen. Die Kamera fängt das Spiel aus Licht und Schatten ein, welches eins wird mit dem rhythmischen und dynamischen Klang der Musik von Jeanne Added. Die Tanzbewegungen der Künstlerin lassen die Soloperformance zu einem fesselnden und zugleich mitreißenden Auftritt werden. Die Kamera beschränkt sich darauf, die künstlerische Botschaft einzufangen. Die Online-Community ist eingeladen, diese besondere Erfahrung mitzuerleben, die der intensiven Musik von Jeanne Added eine zusätzliche Dimension verleiht.


Programmwoche 35:

Samstag, 28.08. / 02:15 Uhr / Wahn, Wut oder Wollust? Das Ohr von Vincent van Gogh
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2016, ARTE F 89 Min.
Regie: Jack MacInnes
Online verfügbar von 07/08 bis 04/09

Seit mehr als einem Jahrhundert streiten Experten darüber, was in der Nacht des 23. Dezember 1888 in Arles wirklich geschah, als sich das Malergenie Vincent van Gogh in einer grausigen Verzweiflungstat das Ohr mit einem Rasiermesser abschnitt und es anschließend einem Mädchen in einem Bordell brachte. Was verrät dieser Akt blutiger Selbstverstümmelung über van Goghs psychische Verfassung? Schnitt er sich wirklich das ganze Ohr ab? Und wer war die geheimnisvolle Prostituierte, die das Ohr offenbar entgegengenommen hatte? Nach der Tat versuchten einige, die Angelegenheit zu vertuschen: Van Goghs eigene Familie beispielsweise zerstörte kompromittierende Dokumente.

Die britische Autorin Bernadette Murphy, die in der Provence lebt, trug fünf Jahre lang die Puzzleteilchen zusammen, die van Goghs Leben in Arles in den Jahren 1888 und 1889 erzählen. In ihren minuziösen Nachforschungen förderte sie eine ganze Kette von Beweisen zutage, aus denen hervorgeht, was in jener Nacht wirklich geschah und wer alles mit dem brutalen Zwischenfall zu tun hatte.

Der Dokumentarfilm beleuchtet van Goghs Aufenthalt in Arles in seinem berühmten gelben Haus, die Menschen, die dem Fremden feindlich oder wohlgesonnen gestimmt waren, seinen unbändigen Schaffensrausch und Paul Gauguins Besuch, der einen Wendepunkt in van Goghs Leben darstellte. Auf der Grundlage von Bernadette Murphys gründlichen Forschungen und anhand der Werke des Malers wird das Arles des ausgehenden 19. Jahrhunderts wieder lebendig: Wie van Gogh damals in Südfrankreich lebte und welche Wahnvorstellungen, Alpträume und Depressionen ihn in dieser schweren inneren Krise quälten.

Sonntag, 29.09. / 09:45 Uhr / Das Abenteuer der Manuskripte (1/4): Alice im Wunderland von Lewis Carroll
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2020, ARTE F 26 Min.
Regie: Anne-Sophie Martin
Online verfügbar von 22/08 bis 27/11
Erstausstrahlung

Die vierteilige Dokumentationsreihe “Das Abenteuer der Manuskripte” zeichnet die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte bedeutender Bücher des europäischen Kulturerbes nach, deren Originalmanuskript bis heute erhalten ist. Ein Manuskript ist ein begehrtes Objekt, denn wer es in Händen hält, ist ohne Umwege mit einem Autor, seinen Emotionen und Ideen verbunden. Daher haben viele Urfassungen eine spannende Geschichte: verschenkt, gestohlen, versteckt, verkauft, verloren oder wiedergefunden – in einer zunehmend digitalen Welt werden solche handverfassten Unikate zu wahren Schätzen aus einer vergangenen Zeit.

Am Ufer der Themse spricht Mark Davies, Geschichtsforscher aus Oxford, über Charles Lutwidge Dodgson alias Lewis Carroll, seines Zeichens Mathematikprofessor in Oxford. An einem warmen Sommernachmittag 1862 ruderte Dodgson hier die drei Töchter des Oxforder Dekans zu einem Ausflug über den Fluss: Edith, Lorina und die erst zehnjährige Alice Liddell. Um während der Bootsfahrt für Kurzweil zu sorgen, erfand er beim Rudern ein Märchen, in dem es um ein großes weißes Kaninchen ging, das sich einem kleinen Mädchen namens Alice näherte. Dann kamen zahlreiche weitere Charaktere hinzu, wie der Hutmacher, die Herzkönigin oder die Grinsekatze.

Die echte Alice war von der Geschichte begeistert und bat den Professor, den Text für sie zu Papier zu bringen. Dodgson brauchte mehrere Monate dafür, und so entstand „Alice im Wunderland“ beziehungsweise die Urfassung „Alice’s Adventures Under Ground“. Das Manuskript war im Frühjahr 1863 fertig, aber der Autor beschloss, es auch noch selbst zu illustrieren, was ebenfalls mehrere Monate in Anspruch nahm.

Zu Weihnachten 1864 schenkte er es Alice Liddell schließlich. Das Buch wurde im Jahr darauf veröffentlicht und war ein Riesenerfolg. Alice behielt Dodgsons Geschenk, bis sie es 1928 bei Sotheby’s zum Verkauf anbot. Von Amerikanern ersteigert, wechselte das Manuskript mehrfach den Besitzer, bevor es wieder nach London zurückkam, wo es seither in der British Library wie ein Nationalschatz verwahrt wird.

Sonntag, 29.09. / 14:15 Uhr / The Beatles: Eight Days a Week ~ The Touring Years
Dokumentarfilm, USA, Großbritannien, 2016, WDR 106 Min.
Regie: Ron Howard
Wiederholung vom 06.08.

Sonntag, 29.09. / 16:05 Uhr / Jean de La Fontaine ~ Der Mann der Fabeln
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Pascale Bouhénic
Online verfügbar von 22/08 bis 28/10
Erstausstrahlung

Löwe, Ratte, Schildkröte oder Ameise: die Vielfalt der Tierarten, die in den Fabeln von Jean de La Fontaine Einzug fand, ist groß. Doch die Inspiration für die Intrigen und hinterlistigen Wetten zwischen den Tieren holte sich La Fontaine in der Menschenwelt. Der Fabulist und einstige Hofdichter von Ludwig dem XIV. übertrug das Verhalten der feinen Gesellschaft um ihn herum auf seine tierischen Geschichten.

Anlässlich des 400. Geburtstags von La Fontaine widmet sich unsere Dokumentation den allegorischen Reimgeschichten des Dichters und deren bildlichen Interpretationen. Zahlreiche Zeichner und Maler aus aller Welt illustrierten La Fontaines Fabeln, die bis heute weit über die französischen Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Ihre Bilder öffnen malerisch die Tore zu einer bunten Fabelwelt. Die Fabeln von La Fontaine waren zu allen Zeiten beliebt – jedoch nicht immer aus denselben Gründen! Im 17. Jahrhundert feierte man sie für ihre Fröhlichkeit, im 19. Jahrhundert hob man ihre Dramatik hervor oder lobte ihren naturverbundenen Ansatz. Im 20. Jahrhundert rückte schließlich die didaktische Dimension in den Vordergrund.

Illustratoren hatten Gefallen an den tierischen Protagonisten. Denn was macht mehr Spaß als das Zeichnen von Tieren? Dabei ließen sich die Künstler nicht nur von ihrer Kreativität, sondern auch von den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um die tierischen Erdbewohner leiten. Kein Wunder, dass sie heute wieder besonders ins Rampenlicht rücken!

Die Dokumentation stellt Künstler vor, die die Fabeln deuteten und illustrierten: von François Chauveau, der im 17. Jahrhundert mit La Fontaine zusammenarbeitete, über Jean-Baptiste Oudry, Jean-Jacques Grandville, Gustave Doré, Benjamin Rabier und Marc Chagall bis hin zu Joann Sfar und Emmanuel Guibert.

Sonntag, 29.09. / 17:00 Uhr / Riccardo Muti dirigiert die Wiener Philharmoniker
Von den Salzburger Festspielen 2021
Musik, Deutschland, 2021, ZDF 85 Min.
Regie: Michael Beyer
Mit: Riccardo Muti
Erstausstrahlung

Sonntag, 29.09. / 01:55 Uhr / Leonard Bernstein ~ Das zerrissene Genie
Dokumentation, Deutschland, 2018, ZDF 53 Min.
Regie: Thomas von Steinaecker
Mit: Leonard Bernstein
Online verfügbar von 28/08 bis 27/11

Kaum ein Musiker vor oder nach ihm war so vielseitig und so beliebt wie er – sei es als Dirigent, Pianist, Lehrer oder Komponist. Doch das ist nur eine Seite der Geschichte. Die Dokumentation zeigt Leonard Bernstein, wie ihn bislang kaum jemand kannte: als Zweifler, der glaubt, sich und der Welt etwas schuldig zu sein, und fast daran zerbricht. Zu hören und zu sehen sind unter anderem bisher unveröffentlichte Aufnahmen.

Er hat alles erreicht: weltbekannter Dirigent, dem die Herzen des Publikums zufliegen, Entdecker und Förderer vergessener wie junger Talente, Philanthrop und Gewissen einer ganzen Nation, Komponist des populären Musicals “West Side Story” und Gastgeber einer Musikshow, die über viele Jahre höchste Einschaltquoten erzielt. Dann zieht sich Leonard Bernstein Ende der 60er Jahre überraschend als Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker zurück. Er braucht Zeit zum Komponieren. Sein Ziel: eine große amerikanische Oper, die die Geschichte des Landes spiegelt und die Bevölkerung politisch eint. Der Versuch, sein Meisterwerk zu schreiben, fällt zusammen mit der dramatischen Suche nach seinem eigentlichen Ich. Die Ereignisse bringen ihn künstlerisch wie privat an seine Grenzen. In der Dokumentation geben Bernsteins Kinder Jamie, Nina und Alexander neue Einblicke in das Leben ihres Vaters. Sein langjähriger Assistent John Mauceri erzählt vom fortwährenden musikalischen Kampf Bernsteins. Stephen Wadsworth, sein letzter Librettist, berichtet von der komplexen Zusammenarbeit an der Oper “A Quiet Place” und der Musikjournalist Alex Ross zählt Bernstein zu den ganz großen Komponisten des 20. Jahrhunderts: In seiner szenischen Messe greife er die Jugendbewegung der 60er Jahre auf, sein Musical über das Weiße Haus, “1600 Pennsylvania Avenue”, sei ein Kommentar zum Watergate-Skandal und “A Quiet Place” ziehe eine verstörende Bilanz des amerikanischen (Alp-)Traums. Leonard Bernstein selbst ist in der Dokumentation in bislang unveröffentlichten Aufnahmen zu sehen.

Sonntag, 29.09. / 02:50 Uhr / Maifeld Derby 2018
Musik, Deutschland, 2018, SWR 60 Min.
Regie: Thomas Münch
Mit: The Wombats
Online verfügbar von 29/08 bis 28/09

Im Juni machte die britische Band The Wombats auf ihrer Tour Station in Mannheim beim Maifeld Derby. Mit „Kill the Director“ und „Let’s Dance to Joy Division“ waren sie nach der Jahrtausendwende zur einer der führenden Formation der Indie-Bewegung geworden. Dazu kommen in diesem Konzert aktuelle Singles und Titel aus dem letzten Wombats-Album „Beautiful People Will Ruin Your Life“. 2018 wurde das Maifeld Derby, das sich längst zum Geheimtipp für Indie-Liebhaber entwickelt hat, zum achten Mal in Mannheim abgehalten.

„Beautiful People Will Ruin Your Life“, so heißt das letzte Album der britischen Indie-Band The Wombats. Beim Maifeld Derby 2018 in Mannheim präsentieren die drei aus Liverpool Songs aus dem Album, aber auch die Hits aus der goldenen Ära des Indie-Rocks wie „Kill the Director“ oder „Moving to New York“.

2003 wurde aus den beiden Briten Dan Haggis (Schlagzeug), Matthew Murphy (Leadsänger, Gitarre) und dem Norweger Tord Øverland-Knudsen (Bass) die Band The Wombats. Die drei hatten sich am Liverpool Institute of Performing Arts kennengelernt. In Mannheim sorgte das Trio mit Songs aus 15 Jahren Wombats-Geschichte für Stimmung.

Freitag, 03.09. / 22:45 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Erstausstrahlung

Freitag, 03.09. / 23:20 Uhr / Nina Simone: Live at Montreux 1976
Musik, Schweiz, Großbritannien, 1976, ARTE F 72 Min.
Regie: Jean Bovon
Online verfügbar von 27/08 bis 01/01
Erstausstrahlung

Jung, talentiert und trotzdem diskriminiert: Nina Simone wollte die erste schwarze Klassik-Pianistin der USA werden. Doch mit Anfang 20 platzte der Traum. Aber aus Eunice Waymon wurde Nina Simone, einer der größten Jazz- und Soullegenden der Welt. Das Konzert „Live at Montreux 1976“ ist einer der seltenen kompletten Bühnen-Mitschnitte. Der Auftritt vom 3. Juli 1976 im Casino Montreux zeigt die Künstlerin nicht nur als Star, sondern gewährt auch Einblicke in Nina Simones Leben, die sich zeitlebens für die Rechte von Afro-Amerikanern und -Amerikanerinnen engagierte.

Nina Simone war einer der größten Jazz- und Soullegenden der Welt. Zu ihren bekanntesten Songs zählen “I Put a Spell on You”, “Feeling Good” und “My Baby just Cares for Me”. Es ist kein Zufall, dass Eunice Waymon sich für ihren Bühnennamen von der Schauspielerin Simone Signoret inspirieren ließ – beide waren starke, engagierte und kämpferische Frauen. Der Vorname ist dem spanischen Niña – Mädchen – entlehnt und war der Spitzname, der ihr von einem Freund verliehen wurde.

Am 3. Juli 1976 gab sie ein mitreißendes Konzert im Casino de Montreux. Dabei fasziniert sie nicht nur mit ihrer Stimme, die sie auf eine Stufe mit ihren großen „Schwestern“ Sarah Vaughan, Billie Holiday und Ella Fitzgerald stellt, sondern auch als überragende Klavierspielerin. Trotz hart erarbeiteter Virtuosität und Unterricht bei renommierten Lehrern, die ihr Können erkannten, verhinderten Rassentrennung, soziale Herkunft und Hautfarbe ihren Wunsch, klassische Pianistin zu werden – eine Blessur, die sie nie überwinden konnte.

Zeitlebens setzte sich Nina Simone für die Rechte von Afro-Amerikanern und Afro-Amerikanerinnen ein, führte militante Kämpfe und zog die radikalen Methoden von Malcolm X und den Black Panthers den pazifistischen Reden von Martin Luther King vor.

Dank ihrer starken Bühnenpräsenz wird das Konzert für ihr Publikum zum unvergesslichen Erlebnis. Zunächst allein am Klavier, dann in Begleitung ihres Schlagzeugers, holt sie zum Abschluss einen senegalesischen Perkussionisten auf die Bühne und bietet einen atemberaubenden afrikanischen Tanz dar.

Zusatzinfo:
Auf der Setlist stehen:
– “Little Girl Blue”(aus ihrem Debütalbum von 1958) (Hart & Rodgers 1935)
– “Backlash Blues” (Langston Hughes / Nina Simone)
– “Be My Husband” (Nina Simone)
– “I Wish I Knew” (How It Would Feel To Be Free) (Billy Taylor)
– “Stars” (Janis Ian) – “Feelings”(Morris Albert)
– “African Mailman” (Improvisation)


Programmwoche 36:

Samstag, 04.09. / 20:15 Uhr / Tutanchamun, Neues aus dem Grab
Dokumentarfilm, Frankreich, 2018, ARTE F 92 Min.
Regie: Frédéric Wilner
Online verfügbar von 28/08 bis 02/10

Auch rund ein Jahrhundert nach seiner Entdeckung erscheint der Schatz des Tutanchamun in neuem Licht. Die Grabbeigaben sollen an einem einzigen Ort zusammengeführt werden, dem Großen Ägyptischen Museum, das 2020 eröffnet werden soll und rund zwei Kilometer von der Nekropole von Giseh entfernt liegt. Aus diesem Grund befassten sich Forscher erneut mit dem Grab des Tutanchamun – mit erstaunlichen Ergebnissen. Tatsächlich soll ein Großteil des Grabschatzes von Tutanchamun nicht für ihn, sondern für seine ältere Schwester Meritaton bestimmt gewesen sein. Die historische Rolle dieser vergessenen Pharaonin muss neu beurteilt werden: Sie hätte nach dem Tod ihres Vaters für ihren unmündigen Bruder regiert und Ägypten aus einer strategisch schwachen Lage herausmanövriert. Während ihrer kurzen Herrschaft soll sie sich einen prächtigen Grabschatz zusammengestellt haben, den Tutanchamun, einmal zum Pharao gekrönt, schließlich für sich beanspruchte. Auch der berühmte goldene Thron des Tutanchamun soll ursprünglich für seinen Vater, Pharao Echnaton, angefertigt worden sein. Andere Grabbeigaben wie Gehstöcke, Zepter und Bekleidung weisen darauf hin, dass der Pharao unter einer Gehbehinderung litt und offenbar nicht lange stehen konnte. Weitere Enthüllungen betreffen die Entdeckung des Grabschatzes durch Howard Carter: Der britische Archäologe und sein Finanzier Lord Carnarvon sollen einige Grabbeigaben entwendet haben, die heute in alle Welt verstreut sind. Drei renommierte Forscher kommen in der Sendung zu Wort: Marc Gabolde, Professor an der Universität Montpellier und Experte für das Tutanchamon-Grab, Dimitri Laboury, Professor an der Universität Lüttich und weltweit anerkannter Experte der Amarna-Zeit, und Christian Loeben, Ägyptologe im Landesmuseum Hannover. „Tutanchamun, Neues aus dem Grab“ ist eine spannende Ermittlung über eine der spektakulärsten archäologischen Entdeckungen aller Zeiten.

Samstag, 04.09. / 21:45 Uhr / Auf den Spuren der Cheops-Pyramide ~ Wunder der Architektur
Dokumentation, USA, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Tom Fowlie
Online verfügbar von 28/08 bis 02/10

Die Cheops-Pyramide galt in der Antike als bedeutendstes der sieben Weltwunder, von denen sie heute als einziges noch erhalten ist. Mehrere Jahrtausende lang hielt die “Große Pyramide” den Rekord als höchstes Bauwerk der Welt mit der größten Masse und dem größten Volumen. Sie steht für die Perfektion sämtlicher Verfahren der Steinquaderarchitektur und wird seit mehr als 4.500 Jahren erforscht. In der Dokumentation werden die neuesten Erkenntnisse aus den archäologischen Forschungsarbeiten von Mark Lehner und Zahi Hawass vorgestellt, die das Verständnis dieses faszinierenden Baudenkmals revolutioniert haben. Wie gelang es den alten Ägyptern, ohne heutige Bau- und Vermessungstechniken und nur mit Kupferwerkzeugen ein derartiges Meisterwerk zu errichten? Woher kamen die Tausenden Arbeiter, die die schweren Steine bewegt haben? Waren sie Sklaven? Wie sahen Unterbringung und Speiseplan der Arbeitskräfte aus, und wie organisierten sie sich? In der Dokumentation kommt der französische Ägyptologe Pierre Tallet zu Wort, dessen Forschungsgruppe 4.500 Jahre alte Papyrusfragmente in einem Hafen am Roten Meer entdeckte, von dem aus Transportschiffe die großen Baustellen des ägyptischen Reichs belieferten. Unter den Papyri befindet sich das Logbuch des pharaonischen Beamten Merer, der für die Lieferung von Kalksteinblöcken für den Bau der Cheops-Pyramide zuständig war. Er beschreibt die Verschiffung der Steine über den Nil und die Herstellung der Kupferwerkzeuge, die beim Bau der Pyramide verwendet wurden. Außerdem erwähnt er die Kasernen und Hafenanlagen und den Namen des Verantwortlichen für den Bau der Cheops-Pyramide.

Sonntag, 05.09. / 07:55 Uhr / Jinju – Wandertheater in China
Dokumentation, Frankreich, 2018, SWR 52 Min.
Regie: Thibault Férié
Online verfügbar von 05/09 bis 12/09

Die Dokumentation begleitet ein Wandertheater, das mit einem klapprigen Reisebus durch das ländliche China tourt. In den abgelegenen, strukturschwachen Regionen ist es für die bäuerliche Bevölkerung oft das einzige Kultur- beziehungsweise Unterhaltungsangebot. Trotz artistischer Meisterleistungen und hervorragender Bühnenkunst führen die Schauspieler ein entbehrungsreiches Leben.

Regisseur Thibault Férié hat über mehrere Wochen hinweg eine Theatertruppe, die im ländlichen China durch die Dörfer zieht, zusammen mit seinem Kamerateam begleitet. Die Truppe des Herrn Liu hat populäre Werke der klassischen chinesischen Oper in ihrem Repertoire – Stücke, die Gesang und Tanz mit akrobatischen Künsten kombinieren. Wenn die Darsteller mit ihrem Bus und ihrem Bühnen-Lkw für ein paar Tage in den Dörfern gastieren, ist dies für die bäuerliche Bevölkerung der Höhepunkt des Jahres.

Die Dokumentation bewegt sich vor allem hinter den Kulissen, die Kamera ist dabei, wenn die Schauspielerinnen und Schauspieler in improvisierten Masken- und Umkleideräumen fantastische Kostüme anlegen und ihre Gesichter mit greller Schminke bemalen. Er beobachtet sie aber auch in ihrem Alltag, wenn sie von den stundenlangen Aufführungen erschöpft sind, wenn sie proben oder in Kontakt mit den Dorfbewohnern kommen. Ob in der Begegnung mit dem Direktor Herrn Liu, der weiblichen Hauptdarstellerin Ping, die immer die Rollen von adeligen Damen oder Kaiserinnen übernimmt, oder mit dem Nachwuchstalent Li – wir erfahren, wie diszipliniert und zugleich entbehrungsreich der Alltag dieser Artisten ist. In ihrem Beruf verdienen sie gerade so viel wie ein Wanderarbeiter. Und so wie diese führen sie ein Leben mit stets gepackten Koffern, ohne Gewissheit, ob sie nach der laufenden Saison ein weiteres Engagement erhalten.

Demgegenüber stehen die Bewunderung, die das Publikum den Bühnenstars entgegenbringt, sowie die Freude und Ergriffenheit, die die meist komödiantischen Opern bei ihm auslösen. Stets geht es in den Stücken um Liebe, Eifersucht, Intrigen und Ungerechtigkeit, natürlich verlagert in das alte China. Doch auf sublime Weise wird mit den alten Texten auch Kritik an Ungerechtigkeit und Korruption im heutigen China geübt.

Sonntag, 05.09. / 11:35 Uhr / Abenteuer Manuskripte (2/4): “Die Elenden” von Victor Hugo
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2020, ARTE F 27 Min.
Regie: Anne-Sophie Martin
Online verfügbar von 29/08 bis 04/12
Erstausstrahlung

Die vierteilige Dokumentationsreihe “Das Abenteuer der Manuskripte” zeichnet die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte bedeutender Bücher des europäischen Kulturerbes nach, deren Originalmanuskript bis heute erhalten ist. Ein Manuskript ist ein begehrtes Objekt, denn wer es in Händen hält, ist ohne Umwege mit einem Autor, seinen Emotionen und Ideen verbunden. Daher haben viele Urfassungen eine spannende Geschichte: verschenkt, gestohlen, versteckt, verkauft, verloren oder wiedergefunden – in einer zunehmend digitalen Welt werden solche handverfassten Unikate zu wahren Schätzen aus einer vergangenen Zeit.

Victor Hugos Werk „Les Misérables“ entstand unter skandalösen Umständen. Am 5. Juli 1845 wurde der Schriftsteller beim Ehebruch erwischt, woraufhin er sich in sein Haus zurückzog bis der Eklat in Vergessenheit geraten war. Für sein Schreiben war diese Isolation allerdings förderlich: Er begann den Roman „Jean Tréjean“, den er später zunächst in „Les Misères“ und schließlich in „Les Misérables“ umbenannte. So entstanden die berühmten Figuren Cosette, Gavroche, Jean Valjean sowie der grauenhafte Thénardier.

Aufgrund der Februarrevolution 1848 unterbrach Hugo seine Arbeit am Manuskript. Drei Jahre später kam es zum Staatsstreich durch Louis Napoléon Bonaparte. Da Victor Hugo diesen als „den Kleinen“ betitelt hatte, musste er nach Brüssel ins Exil fliehen. Obwohl ihm seine Geliebte Juliette Drouet den Koffer mit den Manuskripten brachte, nahm Hugo die Arbeit an dem umfangreichen Werk erst 1860 wieder auf.

In der Zwischenzeit hatte sich nicht nur die Romanidee, sondern auch Hugos Verständnis für sozialkritische Probleme verändert: Er wollte das Leid des Volkes aufzeigen und auf diese Weise seine republikanischen Überzeugungen verdeutlichen. „Les Misérables“ erschien im Frühjahr 1862. Das Werk wurde in drei Bänden, verteilt auf drei Monate, zeitgleich in Belgien und Frankreich veröffentlicht, um einer französischen Zensur zu entgehen. Innerhalb kürzester Zeit erlangte es großen Erfolg.

Als Victor Hugo 1885 verstarb, wurde ein nationales Begräbnis mit mehr als zwei Millionen Menschen veranstaltet. Er war der erste namhafte Schriftsteller, der seine Manuskripte der Französischen Nationalbibliothek in Paris vermachte.

Sonntag, 05.09. / 12:40 Uhr / The Show Must Go On! Die Queen-Jahre mit Adam Lambert
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2019, ARTE F 85 Min.
Regie: Christopher Bird, Simon Lupton
Online verfügbar von 01/08 bis 18/09
Wiederholung vom 02.08.

Sonntag, 05.09. / 15:40 Uhr / Der Genter Altar ~ Das Meisterwerk der Gebrüder Van Eyck
Dokumentation, Frankreich, Belgien, 2019, ARTERTBF 52 Min.
Fernsehregie: Joachim Thome, Jérôme Laffont
Online verfügbar von 29/08 bis 05/10

Nach achtjähriger intensiver Restaurierung erstrahlt „Die Anbetung des Lammes“, der zentrale Teil des Genter Flügelaltars, endlich wieder in seinem ursprünglichen Glanz. Ende 2020 wird dieses Meisterwerk der Malereigeschichte wieder dort zu sehen sein, wo es am 6. Mai 1432 eingeweiht wurde: in der St.-Bavo-Kathedrale der belgischen Stadt Gent. Bis heute zieht das fast 600 Jahre alte Monumentalgemälde der Gebrüder Hubert und Jan van Eyck den Betrachter in seinen Bann. Vor allem der geradezu revolutionäre Realismus und die ungeheure Detailvielfalt des Altarbildes ließen dieses Werk zum Bindeglied zwischen Mittelalter zur Neuzeit werden. Die Dokumentation ergründet, wie die einzelnen Szenen der Mitteltafeln in die Gesamtkomposition der „Anbetung des Lammes“ einfließen. Anerkannte Spezialisten aus Deutschland, Belgien, Spanien und Großbritannien erläutern die tiefere Bedeutung des Lammes als Symbol Christi und decken die zeithistorischen Bezüge auf. Auch Künstler werden herangezogen, so der berühmte britische Maler David Hockney mit seinen umstrittenen Theorien über das Meisterwerk der Brüder van Eyck. Die beiden führten ein bewegtes Leben, waren aber entgegengesetzte Persönlichkeiten mit unterschiedlichem Nachruhm: Während Jan van Eyck als eines der größten Genies in die Geschichte der Malerei einging, steht Hubert ganz in seinem Schatten.

Sonntag, 05.09. / 16:35 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2021, HR 30 Min.
Regie: Giacopuzzi, Marco
Produktion: Rundfunk, Hessischer
Mit: Bianca Hauda, Romy Straßenburg
Erstausstrahlung

Sonntag, 05.09. / 17:10 Uhr / Salzburger Festspiele 2020: Dudamel/Kissin/Wiener Philharmoniker
Musik, Deutschland, Österreich, 2020, WDR 76 Min.
Regie: Michael Beyer
Komponist: Franz Liszt, Frédéric Chopin, Igor Strawinsky
Dirigent: Gustavo Dudamel
Orchester: Wiener Philharmoniker

Mit: Evgeny Kissin (Klavier)

Online verfügbar von 04/09 bis 04/12
Erstausstrahlung

Im Jahr 2013 eroberte Gustavo Dudamel mit südamerikanischem Temperament und seinem Orchester El Sistema die Herzen des Salzburger Publikums im Sturm. Seitdem ist er von der Konzertbühne der Salzburger Festspiele nicht mehr wegzudenken. In diesem Jahr spielt der russische Ausnahmepianist Evgeny Kissin, der seit seinem Debüt 1987 in Salzburg regelmäßig zu Gast ist, gemeinsam mit Dudamel und den Wiener Philharmonikern das erste Klavierkonzert des legendären Tastenvirtuosen Franz Liszt. Kombiniert wird es mit Strawinskys brillantem Ballett „L’Oiseau de feu“, dem Stück, das den russischen Komponisten über Nacht weltberühmt machte.

Sonntag, 05.09. / 22:05 Uhr / Ernest Hemingway ~ Ein Leben wie ein Roman
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 53 Min.
Regie: Virginie Linhart
Online verfügbar von 29/08 bis 04/11
Erstausstrahlung

Ernest Hemingway ist einer der berühmtesten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. 1954 wurde er für seine Erzählung „Der alte Mann und das Meer“ mit dem Literaturnobelpreis geehrt. Als Liebhaber des Stierkampfs, der Großwildjagd, des Alkohols und der Frauen ist er in die Geschichte eingegangen – doch dahinter steht ein von Ängsten und Abgründen getriebener Mann. Der große Schriftsteller war viermal verheiratet – mit sehr unterschiedlichen Frauen, von denen jede für eine bestimmte Episode in seinem Leben steht. Blickt man auf diese Frauenfiguren, versteht man den Autor und sein Werk in all seinen Facetten.

Ernest Hemingway ist einer der bekanntesten Vertreter der US-amerikanischen Literatur – und zugleich einer der verkanntesten. Hemingway wurde 1899 in einem ruhigen Vorort von Chicago geboren. Im Alter von 18 Jahren verließ er sein Elternhaus und ging nach Italien, um dort an der Front als Sanitäter für das Rote Kreuz zu arbeiten. Die Kämpfe des Ersten Weltkriegs wurden zum Ausgangspunkt für sechs seiner Romane, drei Kurzgeschichten und mehr als 100 Erzählungen, die stark autobiografisch inspiriert sind.

Noch heute ist er einer der meistgelesenen Autoren seiner Generation. Mit 61 setzte er seinem Leben mit zwei Gewehrschüssen in den Kopf ein Ende. Sein ganzes Leben lang pflegte Hemingway sein Image als „echter Mann“ mit Hobbys wie der Großwildjagd und Hochseefischerei sowie als Kriegs- und Frauenheld. In seinem letzten Willen verfügte er, man solle sich mit seinen Erzählungen befassen und nicht mit den „Irrwegen seines Lebens“. Der Wunsch kommt nicht von ungefähr bei einem Mann, dessen private Seite einen sensiblen, von Ängsten getriebenen Menschen offenbarte – in krassem Gegensatz zu dem Image von Männlichkeit und Heldentum, das er bis zuletzt kultiviert hatte.

Über die Frauen, die er liebte und die ihn liebten, gibt der Dokumentarfilm Einblicke in das Leben des Schriftstellers. Hemingway war viermal verheiratet – vier Liebesgeschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch jede von ihnen offenbart eine andere Seite Hemingways. Jede seiner Ehefrauen versuchte, ihn von seinen düsteren Gedanken zu befreien, von den Folgen einer Kindheit, die nicht so unbeschwert war, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, von seiner Alkoholsucht und seiner panischen Angst vor dem leeren Blatt. Jede steht für eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort in seinem Leben – das wilde Paris der 20er Jahre, das Florida der 30er, das Nachkriegseuropa, das Kuba der 50er Jahre und die US-amerikanische Provinz der frühen 60er Jahre.

Sonntag, 05.09. / 23:00 Uhr / Das Wiener Staatsballett tanzt Gustav Mahler
Ballett, Deutschland, 2020, ZDF 72 Min.
Regie: Myriam Hoyer
Choreographie: Martin Schläpfer
Inszenierung: Florian Etti
Komponist: Gustav Mahler
Kostüme: Catherine Voeffray
Licht: Thomas Diek
Dirigent: Axel Kober
Orchester: Orchester der Wiener Staatsoper

Mit: Wiener Staatsballett, Slavka Zamecnikova (Sopran)

Online verfügbar von 04/09 bis 04/12
Erstausstrahlung

Der Auftakt des Choreographen Martin Schläpfer als neuer Leiter des Wiener Staatsballetts fand wegen der Pandemie ohne Publikum vor den TV-Kameras statt. Mit dem einfachen Titel “4” schuf Schläpfer zur Musik von Gustav Mahlers 4. Symphonie ein großes und bewegendes Ballett für das gesamte Ensemble von über hundert Tänzerinnen und Tänzern.

Virtuos greift Schläpfer die in der Musik angelegte Verlorenheit, die gefährdete Idylle, aber auch die Träume und Sehnsüchte des modernen Lebens auf und schafft ein tänzerisches Welttheater des modernen Menschen. Dabei verbindet er mühelos klassisches und modernes Tanzvokabular.

Die Uraufführung musste aufgrund der Pandemie mehrmals verschoben werden und fand dann im Dezember des vergangenen Jahres bei ARTE Concert statt.

Es spielt das Orchester der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Axel Kober, Solistin ist die Sopranistin Slavka Zamecnikova.

Sonntag, 05.09. / 00:10 Uhr / Gustav Mahler: Symphonie Nr. 9
Klaus Mäkelä, Orchestre de Paris
Musik, Frankreich, 2020, ARTE F 82 Min.
Regie: François-René Martin
Dirigent: Klaus Mäkelä
Orchester: Orchestre de Paris
Komponist und Autor: Gustav Mahler
Mit: Roland Daugareil (Violine)
Online verfügbar von 29/08 bis 31/08
Erstausstrahlung

Die 9. Symphonie ist eine Liebeserklärung an die Orchestermusik. Gustav Mahler hat darin sein ganzes künstlerisches Talent entfaltet; das Instrumentalwerk ist ein Manifest der Klassik, in dem gefühlvolle Noten und fesselnde Melodien ein monumentales Klangerlebnis ergeben.

Klaus Mäkelä, der im September 2022 die musikalische Leitung des Orchestre de Paris übernehmen wird, macht sich jeden Satz des weltbekannten Stücks selbstbewusst zu eigen.

Er ist das neue Wunderkind der Klassikwelt: Mit gerade einmal 24 Jahren erhielt Klaus Mäkelä die Zusage für die Stelle als Musikdirektor des Orchestre de Paris.

Derzeit ist der Finne noch Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters Oslo. Im September 2022 wird er die musikalische Leitung des Orchestre de Paris übernehmen. Bis dahin ist er dort schon als künstlerischer Berater tätig.

Sein zartes Alter scheint für einen solch großen Karriereschritt ungewöhnlich, doch Mäkeläs Ausbildung lässt keinen Zweifel an seinem Können. Bereits zu seinem zwölften Lebensjahr nahm er ein Dirigierstudium an der Sibelius-Akademie in Helsinki auf.

Wie bei jedem neuen Chefdirigenten haben die Musiker des Pariser Orchesters die Anwärter auch diesmal genauestens unter die Lupe genommen. Klaus Mäkelä konnte sie sofort überzeugen.

Das Konzert in der Philharmonie de Paris hat eine starke symbolische Bedeutung: Die 9. Symphonie ist eine Liebeserklärung an die Orchestermusik. Gustav Mahler hat darin sein ganzes künstlerisches Talent entfaltet; das Instrumentalwerk ist ein Manifest der Klassik, in dem gefühlvolle Noten und fesselnde Melodien ein monumentales Klangerlebnis ergeben.

Klaus Mäkelä macht sich jeden Satz des weltbekannten Stücks selbstbewusst zu eigen. Weder die beeindruckend große Mitgliederzahl des Orchesters – mehr als 100 Musiker sind auf der Pariser Bühne versammelt – noch die nuancenreichen Klangfarben können ihn einschüchtern.

Das Konzert läutet eine neue Ära für das Orchestre de Paris ein, denn mit dem Wechsel des Chefdirigenten erhält es auch einen neuen Namen: Orchestre de la Philharmonie Paris.

Zusatzinfo:
Das Konzert wurde am 18. und 19. November 2020 ohne Publikum in der Philharmonie de Paris aufgezeichnet.

Montag, 06.09. / 09:25 Uhr / Xenius: Bedrohte Bücher
Feuer, Schädlinge und der Zahn der Zeit
Magazin, Deutschland, 2019, HR 26 Min.
Moderation: Pierre Girard, Gunnar Mergner
Online verfügbar von 06/09 bis 05/12

Wissen in 26 Minuten – das ist „Xenius“, das werktägliche Magazin bei ARTE, das vertraute wie überraschende Themen aus dem Alltag und der Welt der Wissenschaft und Forschung unter die Lupe nimmt. Die deutsch-französischen Moderatorenpaare Dörthe Eickelberg und Pierre Girard, Caroline du Bled und Gunnar Mergner sowie Emilie Langlade und Adrian Pflug erleben Wissenschaft hautnah, entdecken, was die Welt bewegt, und treffen führende Köpfe aus der Forschung. „Xenius“ ist Wissenschaft auf Augenhöhe, fundiert, bereichernd und gleichzeitig amüsant.

Ein großer Teil unseres kulturellen Gedächtnisses steckt zwischen Buchdeckeln. Gut geschützt – könnte man meinen. Wie fragil Bücher und andere Schriftstücke aus Papier in Wirklichkeit sind, wird meist bei großen Katastrophen deutlich. Als im Jahr 2004 die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar brannte, wurden 50.000 unwiederbringlich von den Flammen zerstört, darunter seltene Handschriften und Drucke. Für die beschädigten 118.000 Bücher, die noch nicht gänzlich verloren waren, startete eine beispiellose Rettungsaktion. Bis heute werden in Weimar sogenannte Aschebücher restauriert. In der Zeit nach dem Brand haben die Mitarbeiter der Bibliothek viel Know-how zum Erhalt von Büchern gesammelt. Heute erfahren die “Xenius”-Moderatoren Gunnar Mergner und Pierre Girard in der Restaurierungswerkstatt der Bibliothek, wie die massenhafte Rettung brandgeschädigter Bücher funktioniert. Neben Feuer gibt es zahlreiche weitere Gefahren für Kulturgüter wie Bücher. Papier wird mit der Zeit brüchig und zerfällt, Tintenfraß zerstört die Blätter, Schimmel setzt den gebundenen Schätzen zu. „Xenius“ begleitet eine Restauratorin in ihrem Atelier. Papierfischchen sind hungrige Insekten, die es auf Papier abgesehen haben. Besonders heikel ist das, wenn sie sich in wertvollen Museumsbeständen einnisten. Ein Museumsbiologe ist ihnen auf der Spur.

Montag, 06.09. / 04:41 Uhr / Bilder allein zuhaus
Mona Lisa – Leonardo da Vinci, “10%”
Fernsehserie, Frankreich, 2021, ARTE F 3 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 30/08 bis 05/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Emmanuel Macron hat eine geniale Idee: Die „Mona Lisa“ soll an die USA verkauft werden, um Frankreich aus dem finanziellen Engpass zu helfen. Ihr Agent ruft die berühmte Diva an, um sie von dem Angebot zu überzeugen: 50 Milliarden Euro für die Rettung Frankreichs. Kann man so ein Angebot ausschlagen?

Mittwoch, 08.09. / 22:10 Uhr / Höllentrip und Himmelfahrt ~ Die Visionen des Dante Alighieri
Dokumentation, Italien, 2021, SWR 52 Min.
Regie: Adolfo Conti
Online verfügbar von 08/09 bis 08/10
Erstausstrahlung

Vielzitiert und selten gelesen: Der 700. Todestag 2021 ist Anlass, Dante Alighieri und sein Universalwerk “Die Göttliche Komödie” neu zu entdecken. Der italienische Autor und Filmemacher Adolfo Conti reist mit ihm durch sein Leben und seine Dichtung, begegnet der Schönheit der Kunst und der toskanischen Landschaft, Naturgewalten und einem dramatischen Lebenslauf. Aber es wird kein Höllentrip, sondern eine staunende Auseinandersetzung mit Fragen, die uns bis heute beschäftigen: der Sinn des Lebens, der Kampf zwischen Gut und Böse, das Streben nach Freiheit, die Bedeutung des Schicksals.

Er gilt als der größte europäische Dichter des Mittelalters und sein Werk entfaltet das ganze Panoptikum der abendländischen Bildung – Theologie, Philosophie, Wissenschaften, Politik, Literatur. Aber wer hat sie wirklich gelesen, die “Göttliche Komödie”? Wer kennt von ihrem Schöpfer Dante Alighieri mehr als das adlerartige Profil und die unerfüllte Liebe zu einer Frau namens Beatrice? Der italienische Autor und Filmemacher Adolfo Conti reist mit Dantes Worten und Augen durch Italien, begegnet der Schönheit der Kunst und der toskanischen Landschaft, Naturgewalten und einem dramatischen Lebenslauf.

Dantes Höllentrip beginnt 1302. Er ist 37 Jahre alt und hat schon alles erlebt. Eine unglückliche Liebe, blutige Schlachten und nun die Verbannung aus der Heimatstadt Florenz als politisch Unliebsamer. Erst das unstete Leben des Vertriebenen macht ihn zum Dichter der “Göttlichen Komödie”. 600 Personen haben darin einen namentlichen Auftritt, die Dante wie ein Reporter zum Sprechen bringt. Helden und Heilige, Ehebrecherinnen, korrupte Päpste und Fürsten. Mit ihnen geht Dante durch die Hölle, auf den Weg der Läuterung und landet schließlich im Paradies. Bei Beatrice und vor Gottes Angesicht.

Mit Fresken von Giotto, Skulpturen von Pisano, toskanischen Landschafts- und sehr sinnlichen Naturaufnahmen bebildert Adolfo Conti den Reiseführer vom Höllentrip bis zum Happy End im Himmel. Und er zeigt uns die ungeheure Aktualität Dantes: Visionen von einer gerechteren Gesellschaft, verantwortungsvollen Machthabern, einem Leben in Liebe – und Freiheit.

Zusatzinfo:
Vielzitiert und selten gelesen: Der 700. Todestag 2021 ist Anlass, Dante Alighieri und sein mittelalterliches Universalwerk “Die Göttliche Komödie” neu zu entdecken.

Mittwoch, 08.09. / 03:49 Uhr / Bilder allein zuhaus
Selbstbildnis mit verbundenem Ohr und Pfeife – Vincent Van Gogh, “Gebärdensprach
Fernsehserie, Frankreich, 2021, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 01/09 bis 07/09
Erstausstrahlung

Vincent van Gogh dreht so langsam durch. Er hat nur noch ein Ohr und sein Bruder Theo macht sich Sorgen. Deshalb möchte er Vincent per Video-Telefonat die Gebärdensprache beibringen – vergebens …

Donnerstag, 09.09. / 04:19 Uhr / Bilder allein zuhaus
Marie Antoinette mit der Rose – Elisabeth Vigée Le Brun, “Versailles Comedy Club
Fernsehserie, Frankreich, 2021, ARTE F 3 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 02/09 bis 08/09
Erstausstrahlung

Marie-Antoinette wird zur Rampensau. Sie liefert eine One-Woman-Show, bei der eine Rose als Mikrofon dient. Ihr Thema: Fünf Gründe, warum die Französische Revolution so geil ist …

Freitag, 10.09. / 19:40 Uhr / Re: Die Artisten-Azubis
Voller Einsatz für die Bühnen-Reife
Reportage, Deutschland, 2021, SWR 32 Min.
Online verfügbar von 10/09 bis 09/03
Erstausstrahlung

In der tiefsten schwäbischen Provinz, auf dem Rappenhof, geht die 17-jährige Schweizerin Lena, genannt „Ika“, Schneyder auf eine ungewöhnliche Schule. An der Berufsfachschule Artistik macht Ika gerade ihre Mittlere Reife und schließt parallel dazu ihre einjährige Ausbildung zur „CircusTrainerin“ ab.

34 Schülerinnen und Schüler leben aktuell in WGs auf dem Schulgelände. Von ihren Häusern blicken sie auch auf die riesige, hochmoderne Trainingshalle, die speziell für Artistik-Übungen ausgelegt ist. Nur sechs solcher Hallen gibt es in ganz Europa.

“Manchmal wird es mir hier zu eng, dann gehe ich stundenlang in die Natur”, erzählt Ika, ehe sie in den nächsten Handstand geht und mit ihren Beinen kunstvolle Figuren in die Luft malt. Hinter ihr kreiseln währenddessen andere Schüler am Hochtrapez, Schülerinnen werfen sich wirbelnde Keulen zu.

Anfang Mai ist Ika Pate einer Bewerberin für den neuen Jahrgang an der Artistenschule. Sie hilft Elisabeth in vielen Gesprächen und auch mit einigen Tipps zur verbesserten Aufführung.

“Die Ausbildung hier ist wirklich super”, Ika hat sich entschieden, weitere zwei Jahre zur Artistenschule des Trägers CircArtive zu gehen. Jetzt möchte sie auch die Ausbildung zur geprüften “Artistin” absolvieren.

Freitag, 10.09. / 21:40 Uhr / Elvis: That’s the Way It Is
Dokumentarfilm, USA, 1970, ARTE 91 Min.
Regie: Denis Sanders
Wiederholung vom 15.08.

Freitag, 10.09. / 23:20 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2021, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 09/09 bis 09/12
Erstausstrahlung

Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt! Wirklich? Künstler wie Danger Dan, Digga D, Moses Pelham oder Pablo Hasél loten die Grenzen der Kunstfreiheit immer wieder neu aus. Was darf Kunst, und wo sind die Grenzen der Kunstfreiheit erreicht? Wie unterschiedlich gehen die europäischen Länder damit um? Und kann es überhaupt uneingeschränkte Kunstfreiheit geben? „Tracks“ geht auf popkulturelle Spurensuche und folgt der Kunstfreiheit entlang ihrer juristischen und moralischen Grenzen.

(1): Beleidigungen, Hetze & Verunglimpfungen: Die rechtlichen Grenzen der Kunstfreiheit
In Deutschland droht der Liedermacher Danger Dan mit seinem Song „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ rechten Politikern mit Gewalt. In Großbritannien muss der Drill-Rapper Digga D seine Songs vor Veröffentlichung der Polizei zur Prüfung vorlegen und in Spanien sitzt der Rapper Pablo Hasél wegen Beleidigung und Verunglimpfung der Krone im Gefängnis. „Tracks“ holt sich Rechtsberatung und schlägt sich durch den Paragraphendschungel der Kunstfreiheit. 

(2): Gefährden Cancel Culture und rechte Kulturpolitik die Kunstfreiheit?
Auch wenn Künstler und Künsterinnen auf juristischer Ebene von staatlichen Eingriffen in die Kunstfreiheit geschützt sind, kann die Freiheit auch durch andere gesellschaftliche Akteure in Gefahr geraten. Während die einen eine innere Zensur durch die sogenannte Cancel Culture befürchten, werden woanders Kultureinrichtungen durch gezielte rechte Angriffe in ihrer Arbeit bis zur Aufgabe gezwungen. „Tracks“ spricht mit Kulturschaffenden über Kunstfreiheit im Gegenwind. 

(3): Der Traum von absoluter Freiheit: Das Street-Art-Projekt Hammerbrooklyn
Der Galerist Alex Heimkind hat einen Lebenstraum: volle Freiheit für die Kunst. Dafür hat er schon einmal zehn Jahre lang in und an einem Haus gelebt und gearbeitet, das er in eine der größten Street-Art-Galerien Europas umgewandelt hat. 2018 wurde die OZM Gallery innerhalb eines Tages dem Erdboden gleichgemacht. Jetzt legt Alex ein neues Projekt nach und ein neues Haus ist schon da: dreimal so groß wie die OZM Gallery und es hat schon wieder ein Ablaufdatum. „Tracks“ hat das verrückte Projekt von der ersten Begehung bis zur Fertigstellung begleitet.

Freitag, 10.09. / 23:50 Uhr / Hellfest 2021
Musik, Frankreich, 2021, ARTE F 75 Min.
Regie: Samuel Petit, Adeline Chahin, Thierry Villeneuve, Xavier Reim
Mit: Tagada Jones, No One Is Innocent, Jinjer, Black Bomb A, Laura Cox, Ensiferum, Frustration, Shaârghot, Crisix
Online verfügbar von 03/09 bis 05/09
Erstausstrahlung

Einmal im Jahr verwandelt sich das verschlafene westfranzösische Dorf Clisson in die europäische Hauptstadt der Metal-Szene. Für manche ist es Lärm, aber die wahren Kenner wissen: Der Olymp der Hardcore-Szene steht gleich neben einer Kuhweide. Das weltgrößte Festival für musikalische Extreme – das Hellfest – hat dieses Jahr zwar keine Mainstage, aber trotzdem ein hochkarätiges europäisches Line-up. Neben französischen Bands wie Tagada Jones, Laura Cox und Frustration sind auch Formationen wie Jinjer, Crisix und Ensiferum mit dabei, um ihre Gitarren und ihre Stimmbänder bei dieser Gelegenheit mal wieder auf ihre Grenzen hin zu testen.

Kein Sommer ohne Festivals: Bei ARTE gibt es neben einer Top-Auswahl an Konzertmitschnitten auch eine Reihe von weiteren Beiträgen, in denen Musiker und Musikerinnen des diesjärigen Hellfest sehr persönliche Einblicke gewähren: Mit Tagada Jones geht es nach Clisson. In ihrem Tourbus schwelgen die Franzosen in ihren schönsten Erinnerungen. Dies ist bereits ihre dritte Teilnahme am Hellfest.

Die ukrainische Formation Jinjer verrät in ihrem Proberaum ihre geheime Zutat zu ihrem neuen Groove-Metal-Album. Laura Cox spielt anlässlich einer Akustiksession einige ihrer berühmten Coverversionen. Nach ihren zwei Hardblues-Alben fehlte zur Krönung bisher nur noch ein Auftritt beim Hellfest.

Ihre Mütter mögen ihre Musik zwar nicht, doch sie lieben es, sie auf der Bühne zu sehen: Die für ihre fulminanten Bühnenshows bekannten Katalanen von Crisix haben eine besondere Überraschung in petto. Die französischen Metalheads von Black Bomb A und No One Is Innocent wiederum haben keine Lust auf Journalisten und interviewen sich einfach selbst. Shâarghot haben die Türen zu ihrem geheimen Schminksalon geöffnet und zeigen, wie sie sich passend zu ihrem Electro-Industrial-Metal mit einer speziellen Flüssigkeit einreiben. Die Pariser Band Frustration erzählt von ihrem Lampenfieber kurz vor dem Auftritt. Im Gegensatz dazu geben die Finnen von Ensiferum zu, dass sie nach unzähligen Gigs kaum noch unter Druck stehen.

Freitag, 10.09. / 04:47 Uhr / Bilder allein zuhaus
Das Angelusläuten – Jean-François Millet, “Bauer sucht Frau”
Fernsehserie, Frankreich, 2021, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 03/09 bis 09/09
Erstausstrahlung

Das Bauernpaar des Gemäldes „L’Angelus“ (1859) streitet sich auf dem Kartoffelfeld. Der Sohn ist abgehauen, um an „Bauer sucht Frau“ teilzunehmen. Die Mutter ist so gar nicht begeistert …


Programmwoche 37:

Samstag, 11.09. / 20:15 Uhr / Galileo Galilei ~ Urknall der modernen Physik
Dokumentation, Deutschland, 2021, ZDF 50 Min.
Regie: Eike Schmitz
Online verfügbar von 10/09 bis 11/10
Erstausstrahlung

Wie kein anderer Wissenschaftler steht Galileo Galilei für einen historischen Umbruch, für den Beginn der modernen Naturwissenschaft, die heute in allen Bereichen unser Leben durchdringt.

Das Dokudrama zeichnet das wechselhafte Leben eines kritischen Geistes, eines findigen Experimentators, des leidenschaftlichen Verfechters eines auf Beobachtung, nicht auf Überlieferung basierenden Weltbildes. Politisch eher unklug gerät er im Zeitalter der Gegenreformation in einen Konflikt mit der Kirche – die ihn dennoch immer wie einen großen Gelehrten und nicht wie einen Ketzer behandelt.

Der neugierige Student in Pisa beobachtet das Schwingen eines Leuchters in der Kathedrale und leitet daraus schließlich die Pendelgesetze ab – Grundlage der mechanischen Uhr. Mit Falluntersuchungen widerlegt er die große Autorität dieser Zeit: Aristoteles. Galilei optimiert mit neuen Linsen das Teleskop und vermarktet das geschickt. Er entdeckt aber auch, dass der Mond Berge hat und der Jupiter eigene Monde. Er nennt sie “Mediceische Gestirne”. Der Großherzog der Toskana, Cosimo II. de’ Medici, macht ihn daraufhin zum gut bezahlten Hofmathematiker.

Er vertritt die These von Kopernikus, nicht die Erde sei das Zentrum der Welt, sondern sie drehe sich wie alle anderen Planeten um die Sonne. Theologen brandmarken diese Idee als ketzerisch. Im Kern geht es allerdings um die Deutungshoheit der katholischen Kirche im Zeitalter der Gegenreformation, während Europa vom Dreißigjährigen Krieg gebeutelt wird. Galilei wird angeklagt und muss abschwören. Erst 1992 rehabilitiert ihn Johannes Paul II. Offiziell.

Samstag, 11.09. / 21:05 Uhr / Johannes Kepler, der Himmelsstürmer
Dokumentarfilm, Deutschland, 2020, SWR 90 Min.
Regie: Christian Twente
Online verfügbar von 11/09 bis 10/12

Johannes Kepler gehört neben Galilei und Newton zu den Begründern der modernen Naturwissenschaft. Noch heute zählen seine Gesetze der Planetenbewegung zu den Grundlagen der Astronomie. Doch hinter seinen Entdeckungen steckt eine zutiefst dramatische Lebensgeschichte. Keplers Weg zum Weltruhm beginnt mit einem Schicksalsschlag. Im Zug der Gegenreformation wird der Protestant 1600 aus Graz vertrieben. Schutz findet er in Prag am Hof von Kaiser Rudolf II., wo ihn der dänische Astronom Tycho Brahe in sein Forschungsteam aufnimmt. Brahe ist der bedeutendste Astronom seiner Zeit, Kepler steigt vom Provinzmathematiker ins Epizentrum der internationalen Top-Forschung auf. Er hat Zugang zu Brahes einmaligem Schatz empirischer Daten und er wird, als Brahe überraschend stirbt, sein Nachfolger als kaiserlicher Hofastronom. Kepler will die Daten und die damals gängigen Vorstellungen vom Kosmos in Einklang bringen. Dabei muss er jahrhundertealte Dogmen über Bord werfen, vor allem die Vorstellung von der Erde als Mittelpunkt des Universums. Nach und nach entwickelt er eine völlig neue Kosmologie, die Planeten erstmals als Körper beschreibt, die nach universellen Gesetzen um die Sonne kreisen. Ein jahrelanger Erkenntnisprozess – denn Intrigen der Brahe-Familie, persönliche Tragödien und historische Umwälzungen behindern seine Suche nach dem Bauplan des Kosmos.

Samstag, 11.09. / 00:25 Uhr / Square für Künstler: Robert Guédiguian
Magazin, Frankreich, 2021, ARTE 27 Min.
Online verfügbar von 11/09 bis 12/09
Erstausstrahlung

Sonntag, 12.09. / 12:10 Uhr / Abenteuer Manuskripte (3/4): “Der Prozess” von Franz Kafka
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2020, ARTE F 27 Min.
Regie: Anne-Sophie Martin
Online verfügbar von 05/09 bis 11/12
Erstausstrahlung

Die vierteilige Dokumentationsreihe “Abenteuer Manuskripte” zeichnet die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte bedeutender Bücher des europäischen Kulturerbes nach, deren Originalmanuskript bis heute erhalten ist. Ein Manuskript ist ein begehrtes Objekt, denn wer es in Händen hält, ist ohne Umwege mit einem Autor, seinen Emotionen und Ideen verbunden. Daher haben viele Urfassungen eine spannende Geschichte: verschenkt, gestohlen, versteckt, verkauft, verloren oder wiedergefunden – in einer zunehmend digitalen Welt werden solche handverfassten Unikate zu wahren Schätzen aus einer vergangenen Zeit.

1924 starb der der deutschsprachige Prager Schriftsteller Franz Kafka. Kurz vor seinem Tod wies der 40-Jährige, von dem bis zu diesem Zeitpunkt nur kürzere Texte bekannt waren, seinen Freund und Nachlassverwalter Max Brod an, sämtliche Manuskripte zu vernichten. Doch Max Brod stieß auf drei Romanfragmente, die er veröffentlichte – ein Vertrauensbruch, der drei Meisterwerken der Literatur des 20. Jahrhunderts zum Durchbruch verhelfen sollte: “Der Prozess” (1925), “Das Schloss” (1926) und “Amerika” (oder “Der Verschollene”, 1927).

Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Prag 1939 ging Max Brod ins Exil nach Palästina. So gelangte auch das Manuskript von “Der Prozess” dorthin. Max Brod, der 1968 starb, vererbte den Nachlass seiner Sekretärin Esther Hoffe. Diese bewahrte Kafkas Schriften in ihrem Haus in Tel Aviv auf und entschloss sich später, einen Teil davon zu verkaufen. 1988 erwarb das Deutsche Literaturarchiv Marbach beim Londoner Versteigerungshaus Sotheby’s das Manuskript von „Der Prozess“, das mit einem Verkaufspreis von rund 3,5 Millionen Mark zur teuersten Urschrift der Welt wurde.

Nach Hoffes Tod 2007 erbten ihre beiden Töchter den Bestand. Die israelische Nationalbibliothek fürchtete jedoch weitere Verkäufe und focht das Erbe an. Dabei berief sie sich auf ein Gesetz, das die Ausfuhr wichtiger Archive ohne vorherige Kopie verbietet. Israel verlangte sogar vom Deutschen Literaturarchiv die Rückgabe von “Der Prozess”, allerdings ohne Erfolg. Nach einem zehn Jahre währenden Rechtsstreit mit den Hoffe-Schwestern ging der Nachlass von Kafka und Brod schließlich an die Nationalbibliothek über. Was das Manuskript von “Der Prozess” anbelangt, so musste sich Israel mit dem Umschlag begnügen, in dem Kafka dieses seinerzeit Max Brod anvertraute.

Sonntag, 12.09. / 14:40 Uhr / Tutanchamun, Neues aus dem Grab
Dokumentarfilm, Frankreich, 2018, ARTE F 92 Min.
Regie: Frédéric Wilner
Online verfügbar von 28/08 bis 02/10
Wiederholung vom 04.09.

Sonntag, 12.09. / 16:15 Uhr / Georgia O’Keeffe ~ Künstlerin im Wilden Westen
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Fernsehregie: Evelyn Schels
Online verfügbar von 05/09 bis 11/11
Erstausstrahlung

Der Dokumentarfilm erzählt die Lebensgeschichte einer Frau, die 1887 in Wisconsin geboren wurde und zur Ikone der amerikanischen Kunst avancierte. Bis zu ihrem Tod 1986 wurde keine andere Künstlerin so häufig interviewt und fotografiert wie sie. In einer Zeit, in der Frauen für ihr Wahlrecht kämpften, verkörperte Georgia O’Keeffe das Bild einer modernen und unabhängigen Frau. Dank ihrer Entschlossenheit gelang ihr der Aufstieg von der unbekannten Zeichenlehrerin zur amerikanischen Legende. In ihrem Leben gab es zwei unvereinbare Leidenschaften: einerseits die Ehe mit Alfred Stieglitz, dem namhaften Fotografen und einflussreichen New Yorker Galeristen, und andererseits New Mexico. In schwierigen Zeiten zog sie sich dorthin zurück, um Kraft zu tanken. An zwei Orten fühlte sie sich immer zu Hause: auf der Ghost Ranch und in ihrem Lehmhaus in Abiquiú. Auf unzähligen Touren erkundete die Künstlerin zudem den Wilden Westen. Die karge Landschaft und die indigenen Kulturen der Region inspirierten O’Keeffe zu einer neuen Kunstrichtung. Die Kunsthistorikerin Barbara Buhler Lynes ist Mitgründerin des Georgia O’Keeffe Museum in Santa Fe und des Georgia O’Keeffe Research Center. Zusammen mit der Biografin und Schriftstellerin Roxana Robinson berichtet sie über die Malerin, die viele Generationen inspiriert hat.

Sonntag, 12.09. / 17:10 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2021, NDR 30 Min.
Produktion: Ndr
Moderation: Bianca Hauda, Romy Straßenburg
Erstausstrahlung

Sonntag, 12.09. / 17:40 Uhr / Lucerne Festival 2021 – Riccardo Chailly dirigiert Mozart
Musik, Frankreich, Schweiz, 2021, ARTESSR 43 Min.
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert
Dirigent: Riccardo Chailly
Orchester: Lucerne Festival Orchestra
Online verfügbar von 05/09 bis 12/10
Erstausstrahlung

Endlich ein Anfang. In der Nacht vor der Prager Premiere komponierte Mozart die Ouvertüre zu Don Giovanni, der Oper aller Opern. Aber dieser Anfang kennt schon das Ende, den Untergang, die Höllenfahrt des bestraften Wüstlings, des amoralischen Helden, nach dem die Frauen verrückt sind. “Ich sah aus tiefer Nacht feurige Dämonen ihre glühenden Krallen ausstrecken”, schrieb der Romantiker E. T. A. Hoffmann, der sich aus Mozart-Verehrung “Amadeus” nannte, über dieses abgründige Vorspiel.

Was für ein Anfang! Wann begann je zuvor eine Symphonie wie Mozarts g-Moll-Symphonie, unruhig, leise, fast heimlich, ohne jeden Anklang an Fest und Fanfare? War das Musik für ein künftiges Zeitalter? Für die nächste Generation, zu der in Wien Franz Schubert gehörte? Der jedoch setzte in seiner 6. Symphonie ganz auf die Sonnenseiten des Lebens und die guten Geister der Musik: C-Dur, wienerische Nonchalance, auskomponiertes Vergnügen, verspielte Einfälle und eine Nähe zur italienischen Opera buffa. Durch Nacht zum Licht.

Sonntag, 12.09. / 22:30 Uhr / Sophia Loren – Porträt einer Diva
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 50 Min.
Regie: Julia Bracher
Online verfügbar von 05/09 bis 11/12

Eine zu lange Nase, zu breite Hüften, ein zu großer Mund – an Sophia Loren scheint alles maßlos. Die italienische Schauspielerin prägt mit ihrem aufreizenden Körper und ihren facettenreichen Rollen eine ganze Epoche. Für die Filmwelt ist sie das Urbild Italiens. Eine Rolle, die sie immer wieder neu interpretiert. Was ist heute über Sophia Loren bekannt? Was ist von ihrer Karriere im allgemeinen Gedächtnis geblieben? Für die einen bleibt sie der aufreizende Kurvenstar, für die anderen wird sie für immer die ungeschminkt und in Pantoffeln daherkommende Charakterdarstellerin aus „Ein besonderer Tag“ sein.

Sophia Loren wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Neapel auf. Als unehelich geborene Tochter galt sie im konservativen Italien als Außenseiterin. Ihre ehrgeizige Mutter wollte dennoch eine Filmkarriere für sie und brachte Sophia schon früh zu Schönheitswettbewerben. Mit Erfolg: Es folgte eine Einladung zu einem Casting in der Kinostadt Cinecittà. Dort entdeckten die Herausgeber von Fotoromanen die attraktive Frau für sich. Bald schon prangt in den Zeitungskiosken Sophias Gesicht auf Dutzenden von Titeln. So trifft der erfolgreiche Produzent Carlo Ponti auf sie und nimmt sich ihrer an: Er korrigierte ihre Art zu sprechen, kleidete sie neu ein und verschaffte der jungen Sophia erste Filmrollen. Die attraktive Frau und der 22 Jahre ältere und verheiratete Carlo Ponti verlieben sich ineinander. Wieder mal zieht Sophia Loren damit den Zorn der Kirche und des konservativen Italiens auf sich und riskiert sogar die Exkommunikation.

Man sieht Sophia Lorens Filme immer noch in allen Ländern und in allen Sprachen: Ob sie mit ihrem Flamencotanz Cary Grant den Kopf verdreht, durch die Straßen Neapels schlendert, die Männer immer in Schach haltend, oder auch in ihrer oscarprämierten Rolle in „Und dennoch leben sie“ – sie verkörpert alle Figuren mit derselben Intensität.

Sonntag, 12.09. / 23:20 Uhr / Die großen Musikrivalen: Schönberg vs. Strawinsky
Musik, Deutschland, 2020, ZDF 53 Min.
Autor: Thomas Von Steinaecker, Michaela Krause
Online verfügbar von 11/09 bis 11/12
Erstausstrahlung

Sie sind die Antipoden der Neuen Musik des 20. Jahrhunderts – Arnold Schönberg und Igor Strawinsky. Ihre kompositorischen Vorstellungen wie ihre Persönlichkeiten stehen in diametralem Gegensatz. Und sie werden unversehens zu Galionsfiguren einer erbitterten Auseinandersetzung zwischen zwei Lagern, in der es bald weniger um Musik als um Ideologie geht. Die Dokumentation erzählt die spannende Geschichte der Rivalität zweier Komponisten, die die Musik des 20. Jahrhunderts und die Ansichten über Musik entscheidend geprägt haben.

Der Respekt, mit dem sich Schönberg und Strawinsky in den 1910er Jahren noch begegneten, wich bald einer erbitterten Fehde über die Frage, was die wahre Art zu komponieren sei. Beide glaubten, die Antwort gefunden zu haben – Schönberg mit der von ihm entwickelten, grüblerischen Zwölftontechnik, der nur wenig Erfolg beim Publikum beschieden war, Strawinsky mit einer eher eklektischen Kompositionsweise, die das Beste aus der Musikgeschichte geschickt kombinierte und unter dem Label Neoklassizismus höchst erfolgreich vermarktet wurde. Wie sich aus dem Dissens zweier selbstbewusster Komponisten dann ein jahrzehntelanger, ideologisch aufgeladener Streit zwischen zwei verfeindeten Lagern aus Schönberg- und Strawinsky-Anhängern entwickelte, ist eines der faszinierendsten Kapitel der Musikgeschichte.

Sonntag, 12.09. / 00:15 Uhr / Die Abenteuer der “Geschichte vom Soldaten”
Dokumentation, Frankreich, Schweiz, 2018, ARTERTS 53 Min.
Regie: Michel Van Zele
Online verfügbar von 05/09 bis 12/10

Als der Erste Weltkrieg in Europa wütete, begegnete Igor Strawinsky im Schweizer Exil dem großen Dichter Charles-Ferdinand Ramuz. Gemeinsam beschlossen sie, mit dem Dirigenten Ernest Ansermet die „Geschichte vom Soldaten“ zu konzipieren – eine Moritat mit Schauspielern und Orchester, basierend auf einem Märchen aus der Sammlung russischer Volksmärchen von Alexander Afanassjew. „Die Idee zur Geschichte des Soldaten“, so Strawinsky über die Entstehung des Stücks, „kam mir im Frühjahr 1917, aber damals konnte ich sie noch nicht entwickeln. Der Gedanke, ein dramatisches Spektakel für ein Théâtre ambulant, eine Wanderbühne, zu schreiben, hatte sich mir aber schon des Öfteren seit Kriegsanfang aufgedrängt.“

Aus der Not heraus, viele Theater blieben während des Ersten Weltkriegs geschlossen, legt Strawinsky sein musikalisches Märchen so klein besetzt wie möglich an. Sieben Musiker – Violine, Kontrabass, Klarinette, Fagott, Trompete, Kornett, Posaune und Schlagzeug – sowie vier Protagonisten verbinden Sprache und Gesang zu einem faszinierenden Schlüsselwerk der Neuen Musik.

Strawinskys musikalische Bühnenerzählung handelt von einem Soldaten, der sich auf dem Weg von der Front nach Hause auf einen Handel mit dem Teufel einlässt: Er tauscht seine Geige gegen ein Zauberbuch, das den Besitzer reich macht. Als der König die Hand seiner Tochter demjenigen verspricht, der die kranke Prinzessin heilt, treten der Soldat und der Teufel mit ihrem Geigenspiel in einen Wettstreit. Strawinskys kontrastreiche Musik reicht von Tango, Pastorale, Marsch, Walzer, Ragtime bis hin zum Choral, den Strawinsky in den Triumphmarsch des Teufels münden lässt.

Zu Wort kommen die Dirigenten Charles Dutoit und Michel Tabachnik, der Literaturkritiker Alain Rochat und der Gründer der Cinémathèque suisse, Freddy Buache, sowie Regisseur Alex Ollé, der Gründer der katalanischen Theatertruppe La Fura dels Baus, der 2018 auf der Basis dieses Ausnahmewerks eine Neuinterpretation für die Opernbühnen in Lyon und Lausanne inszenierte.

Sonntag, 12.09. / 01:10 Uhr / Vladimir Jurowski dirigiert Strawinsky
Mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Musik, Deutschland, 2021, RBB 43 Min.
Mit: Jurowski, Vladimir
Online verfügbar von 12/09 bis 12/10
Erstausstrahlung

Zum 50. Todestag von Igor Strawinsky präsentieren das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin mit seinem Chefdirigenten Vladmir Jurowski sowie der RIAS Kammerchor zwei kurze Werke, die die besondere stilistische Vielfalt des russischen Komponisten zeigen.

In der Burleske „Renard“ erzählt Strawinsky die Fabel vom Fuchs, Hahn, Kater und Widder. Anschließend wird mit „Les Noces“ in der Berliner Philharmonie eine russische Bauernhochzeit gefeiert, mit vier Gesangsstimmen und einem gemischten Chor.

Nicht nur die beiden Stücke des Konzerts sind außergewöhnlich. Mit dem Saiteninstrument Zymbal und dem Pianola, einem selbstspielenden Klavier, sind auch zwei Instrumente auf der Bühne zu sehen, die sonst nur selten in einem Orchesterkonzert vertreten sind.

Igor Strawinsky wurde 1882 in Russland geboren und lebte ab 1920 in Frankreich. So wurden „Renard“ und „Les Noces“ beide in Paris uraufgeführt, „Renard“ 1922 an der Grand Opéra Paris und „Les Noces“ 1923 im Théâtre de la Gaité Lyrique. 1940 emigrierte Strawinsky in die Vereinigten Staaten und wurde US-amerikanischer Staatsbürger. Er starb 1971 in New York und wurde auf der Friedhofsinsel San Michele in Venedig beigesetzt.

Vladimir Jurowski ist seit 2017 Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Er wurde 1972 in Moskau geboren und kam 1990 nach Deutschland. Ab Herbst 2021 tritt er zusätzlich in München die Nachfolge von Kirill Petrenko als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an.

Sonntag, 12.09. / 01:55 Uhr / Der Virtuose des Gangsterfilms – Jean-Pierre Melville
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 53 Min.
Regie: Cyril Leuthy
Online verfügbar von 05/09 bis 11/11

Jean-Pierre Melville wurde 1917 als Jean-Pierre Grumbach in Paris geboren. Er gilt als Meister des französischen Gangsterfilms, als Bindeglied zwischen Hollywood und der Nouvelle Vague. Seine Biografie ist von den Schrecken des Zweiten Weltkrieges geprägt. Er zählte zu den Soldaten, die im Zuge der „Operation Dynamo“ aus dem durch die Nationalsozialisten belagerten Dünkirchen gerettet werden konnten. Daraufhin schloss er sich dem französischen Widerstand an und nahm den Namen des Schriftstellers Melville an. Für sein Filmdebüt suchte er sich die französische Novelle „Das Schweigen des Meeres“ des Schriftstellers Vercors aus – ein Werk, das als „Bibel der Résistance“ galt.

Jean-Pierre Melville gehört heute unbestritten zu den ganz großen Namen des französischen Films. Zu seinen wichtigsten international gefeierten Meisterwerken zählen „Armee im Schatten“, „Vier im roten Kreis“ oder „Der eiskalte Engel“ besetzt mit Schauspiellegenden wie Alain Delon, Lino Ventura oder Jean-Paul Belmondo. In „Armee im Schatten“, einer Romanadaption nach Joseph Kessel, verarbeitet Melville 1969 seine eigenen Erlebnisse als Mitglied der Résistance.
Melville war ein ausgeprägter Cineast, dessen große Leidenschaft dem US-amerikanischen Kino vor dem Zweiten Weltkrieg galt. Diese Faszination zieht sich durch sein gesamtes Werk. Mit „Zwei Männer in Manhattan“, einer Hommage an die Stadt New York, verwirklicht Melville seinen ersten und letzten Film in den USA. Später war er es dann, der amerikanische Filmemacher beeinflusste: Quentin Tarantino, Jim Jarmusch, Michael Mann, Taylor Hackford berufen sich heute auf ihn, aber auch John Woo und die gesamte Hong-Kong-noir-Strömung.

Zusatzinfo:
Mit Hilfe zahlreicher Archivausschnitte und Äußerungen von Melvilles Neffen, dem Produzenten und TV-Regisseur Rémy Grumbach, seines ehemaligen Regieassistenten Bernard Stora oder des Filmemachers Volker Schlöndorff blickt die Biografie auf Melvilles Leben und Karriere. Der Mensch Melville blieb stets geheimnisvoll; er war ein Einzelgänger und inszenierte sich wie seine Filmhelden mit dunkler Brille, Stetson-Hut und grauem Trenchcoat. Der Film lüftet einen Teil dieses Geheimnisses, indem er Melville selbst zu Wort kommen lässt.

Montag, 13.09. / 05:00 Uhr / Sir Simon Rattle, Elina Garanca und die Berliner Philharmoniker
Konzert von den Osterfestspielen Baden-Baden 2018
Musik, Deutschland, 2018, SWR 75 Min.
Regie: Nele Münchmeyer
Komponist: Maurice Ravel, Alban Berg, Igor Strawinsky, Maurice Ravel
Dirigent: Sir Simon Rattle
Orchester: Berliner Philharmoniker

Mit: Elina Garanca (Mezzosopran)

Online verfügbar von 13/09 bis 20/09

Eines der letzten Konzerte von Sir Simon Rattle als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker: Nach fruchtbaren 16 Jahren legt er sein Amt als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker nieder. Der Konzertabend vereint den britischen Charakterkopf und eine großartige Sängerin, die Mezzosopranistin Elina Garanca, mit Jugendwerken von Alban Berg und Maurice Ravel. Die Stücke sind in der Zeit des Jugendstils entstanden, als Kunst, Musik und Luxus Hand in Hand gingen: Gustav Klimt verwendete Goldgrund für seine Industriellengattinnen-Porträts, Berg und Ravel schrieben Musik für Luxusstimmen. Bergs “Sieben frühe Lieder” gleichen Jugendsünden: Drei von ihnen hat er 22-jährig bei einem Kompositionsabend uraufgeführt. Später hat er dann sieben seiner frühen Lieder zu diesem Zyklus zusammengefasst. Der junge Ravel vereinte drei Gedichte aus einer von “Tausendundeiner Nacht” inspirierten Gedichtsammlung von Tristan Klingsor zu seinen “Shéhérazade”-Liedern. Shéhérazade erzählt Geschichten aus fernen Ländern, gespickt mit orientalischem Flair, Erotik und Sinnlichkeit. Elina Garancas ausdrucksvoller Mezzo scheint für solche behutsamen Tauchgänge ins menschliche Gefühl wie gemacht. Hauptwerk des Abends ist Igor Strawinskys Ballettmusik “Petruschka”, die 1911 uraufgeführt wurde und zusammen mit “Le Sacre du Printemps” und “Der Feuervogel” seinen Weltruhm begründete. Die Handlung spielt 1830 auf einem Jahrmarkt in Sankt Petersburg. Hauptfiguren sind drei Puppen eines Gauklers, die auf geheimnisvolle Weise zum Leben erwachen: Petruschka, die Ballerina und der Mohr.

Montag, 13.09. / 04:44 Uhr / Bilder allein zuhaus: We can do it! – J. Howard Miller, “Der Clash”
Fernsehserie, Frankreich, 2021, ARTE F 3 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 06/09 bis 12/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Naomi Parker hat die Nase voll. Seit mehr als 70 Jahren versucht sie nun vergeblich zu beweisen, dass sie es war, die dem Künstler J. Howard Miller Modell stand und dass es ganz gewiss nicht Geraldine Doyle war. Gewalt scheint der einzige Ausweg. Sie sagt Geraldine in den sozialen Medien den Kampf an …

Dienstag, 14.09 / 05:00 Uhr / Brahms’ Klavierkonzert Nr. 2 ~ Lahav Shani trifft Rudolf Buchbinder
Dokumentation, Deutschland, 2017, BR 43 Min.
Regie: Benedict Mirow
Komponist: Johannes Brahms
Dirigent: Lahav Shani
Orchester: Symphonieorchester des Bayrischen Runfunks
Mit: Rudolf Buchbinder
Online verfügbar von 14/09 bis 15/03

Dies ist mehr als das musikalische Aufeinandertreffen zweier Generationen: Es ist eine glückliche Verschmelzung von Erfahrung und Intuition, Jugendlichkeit und Abgeklärtheit, Weitblick und Spontanität – wobei keineswegs offensichtlich ist, welchem der beiden Protagonisten welcher Begriff jeweils zuzuschreiben ist. Lahav Shani, der knapp 30-jährige israelische Nachwuchsdirigent am Pult, trifft auf den über 70-jährigen Österreicher Rudolf Buchbinder am Flügel, begleitet von einem der besten Orchester der Welt, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Im Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur von Johannes Brahms, von ihm ironisch als „kleines Konzertchen mit Scherzo“ beschrieben, ist der Solist im Zentrum und doch ständig im Dialog. So steht gleich am Beginn ein romantisches Hornsolo, aus dem sich eine Klavierkadenz entspinnt, im zweiten Satz spielt das Cello mit dem Klavier im Duett und in den Klarinetten zitiert Brahms aus seinem Lied „Todessehnen“.

Die Dokumentation beobachtet die beiden Künstler bei den Proben im Münchner Herkulessaal, beleuchtet aber auch die jeweilige Herkunft der beiden, ihre individuelle Herangehensweise an die Musik, ihre persönliche Erfahrung aus der Begegnung mit dem Musizierpartner vor der Brahms’schen Partitur. In Ausschnitten aus der Aufzeichnung des Konzerts am 26. Mai 2017 lernt der Zuschauer zudem die Gestalt und Eigenart des ausladenden viersätzigen Werks kennen, das Brahms selbst als Solist am Klavier 1881 uraufführte.

Zusatzinfo:
Die Filmemacher Dorothee Binding und Benedict Mirow konnten in den letzten Jahren erfolgreiche Dokumentationen mit Top-Musikern der internationalen Klassikszene realisieren. Darunter Künstler wie Lang Lang, Hilary Hahn, Mischa Maisky, Plácido Domingo und Daniel Müller-Schott. Die Produktion „Theresienstadt – Musik als Zuflucht“ mit Daniel Hope und Anne Sofie von Otter wurde unter anderem mit dem ICMA 2014 für die beste Dokumentation sowie dem Diapason d’Or 2014 ausgezeichnet. Der Konzertmitschnitt „Lang Lang – Live at Carnegie Hall“ von 2003 erhielt zwei Jahre später den Klassik-Echo für die beste Musik-DVD.

Dienstag, 14.09 / 06:00 Uhr / Fotografen auf Reisen ~ Peru – Vom Mädchen zur Frau
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Laurent Sardi
Online verfügbar von 10/08 bis 16/10
Wiederholung vom 17.08.

Dienstag, 14.09 / 06:30 Uhr / Fotografen auf Reisen ~ Peru – Das Volk der kargen Gipfel
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Laurent Sardi
Online verfügbar von 11/08 bis 13/11

Die Dokumentationsreihe “Fotografen auf Reisen” zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauerinnen und Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q‘eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.

Seit 25 Jahren fotografiert Franck Charton die indigenen Völker Perus. Die Q’ero-Indianer haben es ihm besonders angetan – nicht nur, weil sie im Hochgebirge leben, sondern auch wegen ihrer Religion, einer Mischung aus Christentum und antiken Andenkulten. Bei seinen zahlreichen Besuchen hat er im Laufe der Jahre eine enge Beziehung zu den Menschen geknüpft und widmet ihnen nun schon die vierte Reportage.

Heute will er einer der spektakulärsten religiösen Feiern der Welt beiwohnen: der Pilgerwanderung zu Ehren des Señor de Qoyllurit’i. Jahr für Jahr kommen gut 70.000 Indianer auf 4.700 Meter Höhe zusammen, um ihrem Glauben durch Tanz, Rituale, Gesang und Gebete Ausdruck zu verleihen. Zuvor stattet Franck jedoch seinem guten Freund César und dessen Familie einen Besuch ab.

Mittwoch, 15.09 / ab 21:55 Uhr / Schwerpunkt: Christos letzter Triumph – Der verhüllte Triumphbogen in Paris
Schwerpunkt, ARTE90 Min.

Gemeinsam mit seiner Frau Jeanne-Claude hatte er die Verhüllung des Triumphbogens seit den frühen 60er Jahren geplant. Der Dokumentarfilm „Jeanne-Claude und Christo“ erinnert an das Künstlerpaar, dessen Werke zu den populärsten Kunstwerken des 20. Jahrhunderts gehören und die wie kaum andere die Massen bewegten. So besuchten, wie der Film „Christo Walking on Water“ zeigt, alleine 1,2 Millionen Zuschauer den italienischen Iseosee und die Installation „The Floating Pears“. Wie auch bei dem Berliner Reichstag, den Christo und Jeanne-Claude 1995 verhüllten, fiel mit dem Triumphbogen in Paris eine Wahl auf einen Ort, wie er historisch und politisch kaum aufgeladener sein könnte. Die Dokumentation „Arc de Triomphe – Geheimnisse eines Bauwerks“ beleuchtet die bewegte Geschichte des von Napoleon initiierten Triumphbogens.

Mittwoch, 15.09 / 21:55 Uhr / Christo und Jeanne-Claude: Die Kunst des Verhüllens
Schwerpunkt: Christos letzter Triumph – Der verhüllte Triumphbogen in Paris
Dokumentarfilm, Frankreich, 2021, ZDF 90 Min.
Regie: Jörg Daniel Hissen, Wolfram Hissen
Online verfügbar von 14/09 bis 14/12
Erstausstrahlung

Den Arc de Triomphe in Paris wollten Christo und Jeanne-Claude schon Anfang der 60er Jahre verhüllen. Eine Genehmigung dafür wurde ihnen aber verwehrt. Nach dem Tode der beiden setzt jetzt der Neffe Christos mit seinem Team die Pläne und Zeichnungen um. Das spektakuläre Projekt ist Rahmengeschichte des Dokumentarfilms „Christo und Jeanne-Claude – Die Kunst des Verhüllens“, der das Künstlerpaar und seine Verhüllungskunst anhand von umfangreichem Archivmaterial wieder lebendig werden lässt.

Ihre Arbeiten sollten öffentlich und kostenfrei zugänglich sein und zu einem Gemeinschaftserlebnis einladen. In Deutschland unvergessen ist die Verhüllung des Berliner Reichstagsgebäudes von 1995. Ihre Kunstprojekte sind Ausnahmefälle spannender Annäherung von Kunst und Leben, getragen von schierer Schönheit. Die Freiheit der Kunst als Vision Utopisches zu erschaffen.

Der Dokumentarfilm zeichnet die partnerschaftliche Arbeit nach. Der junge Bulgare Christo Javacheff kommt Ende der 50er Jahre nach Paris und lernt dort seine spätere Ehefrau Jeanne-Claude Denat de Guillebon kennen. 1964 zieht das Paar nach New York. Hat Christo anfangs noch bewegliche Gegenstände verhüllt, so findet 1969 mit der Verhüllung eines Küstenabschnittes in Australien ein Wechsel zu geografischen Räumen und statischer Architektur statt. Seit dieser Zeit arbeiten Jeanne-Claude und Christo im Team, wobei Christos Zeichnungen und Collagen die künstlerische Grundlage bilden. Ihr Leitmotiv: die Verhüllung als Transformation der realen Objekte und Landschaften zu neuen Identitäten und als Sichtbarmachung von Dingen, die im Alltag nicht mehr wahrgenommen werden.

Mittwoch, 15.09 / 04:03 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die zwei Galizierinnen – Bartolomé Esteban Murillo, “Paella-Express”
Fernsehserie, Frankreich, 2021, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 08/09 bis 14/09
Erstausstrahlung

Die beiden Frauen am Fenster warten ungeduldig auf ihre Essensbestellung. Die georderte Paella kommt einfach nicht an. Nun hängen sie seit Ewigkeiten in der Warteschleife des Lieferdienstes fest, bis sie völlig überraschend eine bahnbrechende Antwort erhalten …

Donnerstag, 16.09. / 05:00 Uhr / Ballet Jeunesse und die NDR Radiophilharmonie
Musik, Deutschland, 2018, NDR 56 Min.
Regie: Herbert Bayer
Komponist: Sergej Prokofjew, Aram Chatschaturjan, Peter Tschaikowsky, Gustav Holst, George Bizet, Igor Strawinsky, Claude Debussy
Dirigent: Clark Rundell
Orchester: NDR Radiophilharmionie

Mit: Onejiru Schindler (Gesang), Matthias Arfmann (Keyboards, E-Gitarre), Peter Imig (E-Bass), Milan Meyer-Kaya (Keyboards), Sebastian Maier (Drums)

Online verfügbar von 16/09 bis 16/10

Der Musikproduzent Matthias Arfmann hat sich der ambitionierten Mission verschrieben, die Klassiker der europäischen Ballettmusik ins Hier und Jetzt zu holen. Sein Ziel: Die Klassiker der europäischen Ballettmusik neu zu arrangieren, sie so zu bearbeiten, dass sie für ein junges Publikum, das bisher wenig oder kaum Berührung mit klassischer Musik hatte, zugänglich und erlebbar werden. Die Idee des „Ballet Jeunesse“ war geboren. Begleitend an seiner Seite in diesem jahrelangen kreativen Prozess: der Komponist, Musiker und Musikwissenschaftler Peter Imig, Produzent und Breakbeat-Künstler Sebastian Maier, Filmmusikkomponist und Produzent Milan Meyer-Kaya sowie die in Kenia geborene und in Wanne-Eickel aufgewachsene Musikerin, Sängerin, Diplom-Geografin und Aktivistin Onejiru Schindler. Gemeinsam haben sie Klassiker von Aram Chatschaturjan, George Bizet, Sergej Prokofjew, Gustav Holst, Peter Tschaikowsky, Igor Strawinsky und Claude Debussy ins 21. Jahrhundert geholt, die orchestralen Originale mit aktuellen elektronischen Eigenkompositionen durchwoben, verschiedensten Genres aktueller Popmusik von Dance, Pop, Hip-Hop und Reggae eingeflochten oder Textdichtungen eingestreut. Aus Klassikern mit zum Teil über 100-jähriger Geschichte sind so Songs entstanden, die ihre Kraft und Stärke in einer faszinierenden Balance zwischen alt und neu, zwischen Konzertsaal und Tanzfläche, zwischen Sonate und Breakbeat entfalten. Zusammen mit der NDR Radiophilharmonie präsentierte Ballet Jeunesse das spannende und ungewöhnliche Projekt im Großen Sendesaal (NDR) in Hannover.

Donnerstag, 16.09. / 20:15 Uhr / Anna Netrebko in Tosca
Von den Salzburger Festspielen 2021
Oper, Deutschland, 2021, ZDF 120 Min.
Regie: Michael Sturminger
Komponist: Giacomo Puccini
Dirigent: Marco Armiliato
Orchester: Wiener Philharmoniker
Chor: Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor, Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor

Mit: Anna Netrebko (Floria Tosca), Ludovic Tézier (Il Barone Scarpia), Yusif Eyvazov (Mario Cavaradossi), Mikeldi Atxalandabaso (Spoletta), Rupert Grössinger (Sciarrone), Alexander Köpeczi (Un carceriere), Michael Mofidian (Cesare Angelotti)

Erstausstrahlung

Floria Tosca ist die vielleicht wahrhaftigste in Puccinis reichhaltigem Arsenal an faszinierenden Frauenfiguren, und nur wenige vermögen sie so wahrhaftig auf die Bühne zu bringen wie Weltstar Anna Netrebko. “Tosca”, uraufgeführt 1900 in Rom, gilt als das Werk, in dem Puccini dem Verismo am nächsten kommt.

Im politischen Spannungsfeld von Machtmissbrauch und Intrige entspinnt sich ein Drama aus Liebe, Eifersucht, sadistischem Begehren und psychischer wie physischer Gewalt, das von Puccinis Musik unerbittlich vorangetrieben wird und in 120 Minuten eine dramatische Dichte erreicht, die dem modernen Film sehr viel näher zu stehen scheint als der Oper des 19. Jahrhunderts: Die Rolle der idealistischen Floria Tosca, die an der grausamen Realität scheitert, ist wie geschaffen für die russische Operndiva auf dem Höhepunkt ihrer Kunst. Auch die übrigen Partien sind herausragend besetzt, mit Ludovic Tézier als Toscas Gegenspieler Scarpia und Yusif Eyvazov als Cavaradossi. Der österreichische Regisseur Michael Sturminger hat seine Inszenierung von den Pfingstfestspielen 2018 neu einstudiert, Marco Armiliato übernimmt die musikalische Leitung. Es spielen die Wiener Philharmoniker.

Freitag, 17.09. / 21:45 Uhr / Der Pariser Triumphbogen ~ Herz einer Nation
Schwerpunkt: Christos letzter Triumph – Der verhüllte Triumphbogen in Paris
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTEORF 52 Min.
Regie: Laurent Ramamonjiarisoa
Online verfügbar von 10/09 bis 17/10
Erstausstrahlung

Freitag, 17.09. / 22:40 Uhr / Christo – Walking on Water
Schwerpunkt: Christos letzter Triumph – Der verhüllte Triumphbogen in Paris
Dokumentarfilm, Italien, USA, 2018, WDR 95 Min.
Regie: Andrey M Paounov
Online verfügbar von 16/09 bis 17/10

Im Frühjahr 2014 machten sich der weltbekannte Künstler Christo und seine Mannschaft daran, eine Kulisse für ihre nächste große öffentliche Kunstinstallation zu finden, „The Floating Piers“. Sie entschieden sich für einen kleinen und ruhigen See zwischen dem Comer See und dem Gardasee, den Lago d’Iseo. Die Idee zu diesem Projekt hatten Christo und seine Frau Jeanne-Claude erstmals im Jahr 1969. Damalige Versuche einer Realisierung in Argentinien und Japan verliefen allerdings ergebnislos. Dieses Projekt sollte Christos erste große Installation seit „The Gates“ im Central Park im Jahr 2005 und dem Tod seiner Frau im Jahr 2009 werden. Bei den örtlichen italienischen Behörden stieß „The Floating Piers“ auf große Begeisterung. Damit begannen Christo und sein Team mit der Umsetzung ihres bislang ambitioniertesten Projekts: ein drei Kilometer langer Weg, der es Menschen in den 16 Tagen seiner Öffnung erlauben sollte, sicher auf dem Wasser zu laufen. Der bulgarische Regisseur Andrey Paounov blickt in „Christo – Walking on Water“ hinter die Kulissen und verfolgt den turbulenten Entstehungsprozess dieses gigantischen Kunstwerkes – den Wahnsinn der Kunstwelt, die heiklen Verwicklungen zwischen Kunst und Politik, die riesigen technischen Herausforderungen und logistischen Alpträume sowie den Kampf gegen die Kraft der Natur. Zugleich entsteht ein humorvolles Porträt eines unberechenbaren Ausnahmekünstlers, der es schaffte, Behörden, Sammler, Denkmalpfleger und Naturschützer für seine Idee zu gewinnen und seine Träume wahr werden zu lassen. Bereits seit den 60er Jahren hatten sich Christo und seine Frau Jeanne-Claude mit der Konzeption und Durchführung von Kunstinstallationen im großen Stil einen Namen gemacht: der verhüllte Reichstag in Berlin, „The Umbrellas“ in Kalifornien und Japan, „Running Fence“ in Kalifornien, „Wrapped Coast“ in Australien, „The Pont Neuf Wrapped“ in Paris und „Surrounded Islands“ in Miami. Vom 18. September bis zum 3. Oktober 2021 wird der Pariser Triumphbogen nach Christos Tod posthum verhüllt.

Freitag, 17.09. / 00:20 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David COMBE, Jean-Marc BARBIEUX
Erstausstrahlung

Freitag, 17.09. / 00:55 Uhr / With Full Force Festival 2018
Hard- and Punkcore with Body Count feat. Ice-T und Parkway Drive
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 61 Min.
Regie: Yves Zosso
Mit: ICE-T, Parkway Drive
Online verfügbar von 16/09 bis 17/10

Sein 25-jähriges Jubiläum beging Mitte Juni 2018 das With Full Force Festival, die Fans der extrem harten Musik feierten auf dem Ausstellungsgelände Ferropolis in Sachsen-Anhalt mehr als 60 hochkarätige Bands. Das größte ostdeutsche Crossover-Festival steht für puren Metal, Metalcore, Hardcore und Punkrock! Body Count sind die unbestrittenen Vorreiter des Crossover. Die von Rapper Ice-T 1989 gegründete Band hat ihren einzigartigen Sound aus Rap-, Metal- und Punkelementen bis heute beibehalten und brachte damit das With Full Force Festival 2018 zum Ausrasten. Die Band Parkway Drive überzeugt schon seit über 15 Jahren das Publikum mit Hard- und Metalcore-Tracks vom Allerfeinsten. Mit unzähligen Tourneen rund um die Welt und aktuell sieben genialen Studioalben, die nur so vor Energie und Kreativität strotzen, hat sie ihren Status als eine der wichtigsten Bands verfestigt, die das Genre je hervorgebracht hat.

Freitag, 17.09. / 04:07 Uhr / Bilder allein zuhaus: Der Tod des Marat – Jacques-Louis David, “Homeoffice”
Fernsehserie, Frankreich, 2021, ARTE F 3 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 10/09 bis 16/09
Erstausstrahlung
Jean-Paul Marat ist in seiner Badewanne eingeschlafen. Plötzlich reißt ihn ein Anruf seines Vorgesetzten, dem Chefredakteur der Zeitung “L’Ami du Peuple”, aus dem Schlaf. Seit 1793 wartet dieser bereits auf einen Artikel von Marat. Das Thema lautet: Arbeiten im Homeoffice.


Regelmäßige Sendungen mit kultureller Themen auf arte sind zudem:
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Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind meist nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.