TV-Tipps arte

arte und 3sat übertragen in ihren umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.


Sonntag, 28.06. / 17:50 Uhr / Jean-Yves Thibaudet spielt Chatschaturjan
Musik, Deutschland, 2025, ZDF 42 Min.
Regie: Dick Kuijs
Komponist: Aram Chatschaturjan, Ester Mägi
Dirigent: Paavo Järvi
Orchester: Royal Concertgebouw Orchestra
Mit: Jean-Yves Thibaudet (Klavier)
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 26/09/2026
Erstausstrahlung

Paavo Järvi dirigiert Jean-Yves Thibaudet in Aram Chatschaturjans Klavierkonzert, das armenische Volksmelodien mit rhythmischer Kraft vereint. Eine besondere Klangfarbe bringt der Mittelsatz, in dem eine Musiksäge überrascht. Ester Mägis ʺVesperʺ überzeugt mit lyrischer Tiefe und ist inspiriert von estnischer Folklore.

Paavo Järvi, einer der führenden Dirigenten für nord- und osteuropäische Musik, bringt mit dem Royal Concertgebouw Orchestra und dem Pianisten Jean-Yves Thibaudet zwei außergewöhnliche Werke zur Aufführung: Ester Mägis ʺVesperʺ und Aram Chatschaturjans Klavierkonzert in Des-Dur.

Die Komponistin Ester Mägi trägt nicht ohne Grund auch den Beinamen „Grande Dame“ oder „First Lady“ der estnischen Musik. Ihre ʺVesperʺ ist inspiriert von der besonderen Atmosphäre der Johanniskirche in Tallinn, der Hauptstadt Estlands. Das Werk verbindet traditionelle estnische Volksmelodien mit zarten Orchesterfarben.     

Einen spannenden Kontrast dazu bildet Aram Chatschaturjans Klavierkonzert, das der französische Pianist Jean-Yves Thibaudet interpretiert. Das Werk besticht durch seine rhythmische Energie, die Einbindung armenischer Volksmelodien und einen einzigartigen Effekt im Mittelsatz: eine Musiksäge, die dem Stück eine fast surreale Klangfarbe verleiht. Thibaudet, bekannt für seine stilistische Bandbreite und technische Brillanz, bringt all diese Facetten zur Geltung. Das Konzert verspricht eine faszinierende musikalische Reise zwischen Nord und Ost, zwischen meditativer Poesie und mitreißender Expressivität.

Im Programm:
– Ester Mägi: Vesper
– Aram Chatschaturjan: Klavierkonzert Des-Dur, op. 38  

Das Konzert wurde am 02.05.2025 im Concertgebouw in Amsterdam aufgezeichnet.   

Sonntag, 28.06. / 19:30 Uhr / Die Geigenbauerin von Cremona
Dokumentation, Deutschland, 2025, ZDF 43 Min.
Regie: Alessandro Soetje
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 31/03/2030
Erstausstrahlung

Cremona, die Wiege des Geigenbaus, ist noch immer eine Männerdomäne. Doch die Französin Bénédicte erfüllt sich hier ihren Traum mit einer eigenen Werkstatt. Nun steht sie vor einer großen Aufgabe: Der Geiger Quentin hat ein maßgefertigtes Konzertinstrument bestellt. Aus jahrhundertealtem Fichtenholz entsteht eine Geige mit eigener Seele. Wird ihr Klang den Erwartungen gerecht?

Cremona in Norditalien ist das Mekka des Geigenbaus. Wo einst Meister wie Stradivari und Guarneri unübertroffene Instrumente schufen, wird das jahrhundertealte Handwerk noch heute zelebriert. Doch in den zahlreichen Werkstätten geben nach wie vor meist Männer den Ton an.

Die Französin Bénédicte hat sich von diesem Vorurteil nicht aufhalten lassen. Einst kam die studierte Musikwissenschaftlerin nach Cremona, um sich ihren Traum zu erfüllen. Heute führt sie erfolgreich ihr eigenes Atelier. Wie eine Handvoll anderer Meisterinnen – darunter ihre Freundin Elisabetta, die den Geheimnissen historischer Instrumente nachspürt – kämpft Bénédicte mit weiblicher Intuition und absoluter Perfektion um Anerkennung in einer hochgradig traditionellen Branche.

Nun steht sie vor einer besonderen Bewährungsprobe: Der französische Geiger Quentin träumt von einem maßgefertigten Konzertinstrument aus Cremona und vertraut auf Bénédictes Kunstfertigkeit. Für die Geigenbauerin beginnt eine intensive Reise. Sie startet hoch oben im Val di Fiemme, wo 200-jährige Fichten das begehrte Tonholz liefern. In ihrer Werkstatt formt sie das Holz anschließend in monatelanger, einsamer Präzisionsarbeit. Es ist ein täglicher Balanceakt zwischen handwerklichem Geschick und künstlerischer Hingabe. Jeder Handgriff beeinflusst den Charakter der Geige.

Nach Wochen der Stille und Vorfreude wird Quentin das Instrument zum ersten Mal anspielen. Wird der Klang der neugeborenen Geige die hohen Erwartungen des Musikers erfüllen?

Sonntag, 28.06. / ab 20:15 Uhr / Schwerpunkt: Summer of Disco
Schwerpunkt, ARTE104 Min.

Der „Summer of Disco“ feiert die Musik: Als musikalische Revolution, als Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche und als globales Kulturphänomen: Zwischen Glanz und Abgrund, Utopie und Kommerz, Tanzfläche und gesellschaftlichem Wandel entsteht ein Panorama, das Disco nicht nur als Musikrichtung, sondern als kulturelle Bewegung begreifbar macht – damals wie heute. Disco never dies! 

Disco never dies! 50 Jahre nach seiner Entstehung widmet ARTE dem Genre einen ganzen ʺSummer of Discoʺ. Das Programm vereint Spielfilme, Dokumentationen und Konzertaufzeichnungen und zeigt Disco als musikalische Revolution, als Ausdruck gesellschaftlicher Umbrüche und als bis heute wirkmächtiges Kulturphänomen. Entstanden aus afroamerikanischen, lateinamerikanischen und queeren Subkulturen, war Disco immer auch ein Ort der Freiheit, Emanzipation und Gemeinschaft. Zugleich prägt der ikonische Four-on-the-Floor-Beat die Popmusik bis heute.

Mit Klassikern wie ʺSaturday Night Feverʺ, ʺFameʺ und ʺScarfaceʺ beleuchtet ARTE unterschiedliche Facetten der Disco-Ära – von Aufstiegsträumen, Tanz und urbaner Kreativität bis zur exzessiven Kehrseite von Glamour, Macht und Drogen. Dokumentationen wie ʺGiorgio & Donnaʺ über Giorgio Moroder und Donna Summer, ein Film über die Bee Gees sowie ʺWe Want the Funk!ʺ erweitern den Blick auf prägende Künstler und musikalische Verbindungen.

Produktionen wie ʺDisco Sex Machineʺ und ʺThe War on Discoʺ nehmen zudem die gesellschaftlichen und politischen Spannungen rund um das Genre in den Blick – von Kommerzialisierung bis zum ersten modernen Kulturkampf. Ergänzt wird der ʺSummer of Discoʺ durch Konzertmitschnitte, darunter Cerrone, sowie große Disco-Hits aus dem ʺMusikladenʺ mit ABBA, Boney M., Jackson 5 und Kool and the Gang.

Sonntag, 28.06. / 20:15 Uhr / The Bee Gees: How Can You Mend a Broken Heart
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentarfilm, USA, 2020, ARTE 104 Min.
Regie: Frank Marshall
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 28/07/2026

ʺThe Bee Gees: How Can You Mend a Broken Heartʺ ist die erste Dokumentation in Spielfilmlänge über die Bee Gees, autorisiert von Barry Gibb und den Familien der verstorbenen Brüder Robin und Maurice Gibb. Der Film will herausfinden, wieso die Musik der drei Brüder seit mehr als einem halben Jahrhundert so beständig und überzeugend ist.

Die Dokumentation ʺThe Bee Gees: How Can You Mend a Broken Heartʺ geht der Frage nach, warum die Musik der Bee Gees seit mehr als einem halben Jahrhundert so beliebt ist. Es geht um die sagenhafte Geschichte der Popband The Bee Gees – eine Geschichte von atemberaubenden Erfolgen, aber auch von Verlust und Leid.

Das Bee-Gees-Phänomen basiert auf einer besonderen Kreativität der Musiker: Das Trio bestand aus drei Brüdern. Mit sechs Jahren begannen die Zwillinge Maurice und Robin, mit neun Jahren Barry, Melodien zu improvisieren und musikalische Motive zu komponieren – und zwar ohne formale Ausbildung und ohne sich dessen bewusst zu sein, was sie da eigentlich taten. Es passierte wie von selbst.

Die Dokumentation erzählt von drei Brüdern, die einem Gefühl nachspüren, das sie als Kinder empfunden haben – der Freude, zusammen zu singen und aus diesem einzigartigen Sound eigene Songs entstehen zu lassen.

Sonntag, 28.06. / 22:00 Uhr / Scarface
Schwerpunkt: Summer of Disco
Spielfilm, USA, 1982, ARTE F 146 Min.
Regie: Brian De Palma
Drehbuch: Oliver Stone
Autor:in: Armitage Trail
Produktion: Universal Pictures
Produzent: Martin Bregman
Kamera: John A. Alonzo
Schnitt: Jerry Greenberg
Musik: Giorgio Moroder

Mit: Al Pacino (Tony Montana), Michelle Pfeiffer (Elvira Hancock), Steven Bauer (Manny Ribera), Mary Elizabeth Mastrantonio (Gina Montana), Robert Loggia (Frank Lopez), Miriam Colon (Mama Montana), F. Murray Abraham (Omar Suarez), Paul Shenar (Alejandro Sosa)

Online verfügbar von 28/06/2026 bis 05/07/2026

Miami, 1980: Der Gangster Tony Montana flüchtet von Kuba in die USA. Bald schon beteiligt er sich am florierenden Drogenhandel und steigt mit Scharfsinn und Brutalität zum mächtigsten Drogenbaron der Stadt auf. Doch Tonys Neigung zu Gewaltausbrüchen und Paranoia wächst ins Unermessliche, als er selbst den Drogen verfällt. Zudem macht er sich einen mächtigen Mann zum Feind …

Zusatzinfo:
„Scarface“ von Brian De Palma ist ein Remake des Films von Howard Hawks aus dem Jahr 1932 nach dem gleichnamigen Roman von Armitage Trail. Brian De Palma ist neben Martin Scorsese, George Lucas und Steven Spielberg einer der prominentesten Regisseure des New Hollywood. Mit seiner Version von „Scarface“ schuf er ein düsteres Universum voller Gewalt, das den Gangstermythos in Blutkaskaden feiert. Zunächst kühl aufgenommen, ist er inzwischen zum Kultfilm avanciert. Als Tony Montana brilliert Al Pacino in einer seiner besten Rollen.

Sonntag, 28.06. / 00:30 Uhr / Tom Hanks, ein ganz normaler Held
Dokumentation, Frankreich, 2026, ARTE F 52 Min.
Regie: Pierre-François Didek
Online verfügbar von 31/05/2026 bis 26/09/2026
Wiederholung vom 07.06.2026

Sonntag, 28.06. / 01:20 Uhr / Music Queer: Village People – YMCA
Serie, Frankreich, 2024, ARTE F 3 Min.
Regie: Amandine Fredon, Rebecca Manzoni
Online verfügbar von 20/06/2026 bis 01/03/2031
Erstausstrahlung

Was ist der kleinste gemeinsame Nenner von queerer und christlicher Kultur? Antwort: YMCA!

Sonntag, 28.06. / 01:25 Uhr / Queen, „We Are the Champions“ ~ Die Geschichte der größten Sporthymne aller Zeiten
Dokumentation, Deutschland, 2024, ARTEFFL 52 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Lilly Schlagnitweit
Online verfügbar von 07/07/2024 bis 07/07/2027
Wiederholung vom 12.06.2026

Montag, 29.06. / 20:15 Uhr / Liebe 1962
(L’Eclisse)
Schwerpunkt: Ein Abend mit Monica Vitti
Spielfilm, Frankreich, Italien, 1962, ARTE F 121 Min.
Regie: Michelangelo Antonioni
Drehbuch: Tonino Guerra, Michelangelo Antonioni
Produktion: Interopa Film, Cineriz, Paris Film
Produzent: Robert Hakim, Raymond Hakim
Kamera: Gianni Di Venanzo
Schnitt: Eraldo Da Roma
Musik: Giovanni Fusco
Mit: Monica Vitti (Vittoria), Alain Delon (Piero), Francisco Rabal (Riccardo), Louis Seigner (Ercoli), Lilla Brignone (Vittorias Mutter)

Piero ist ein ehrgeiziger Börsenmakler, Vittoria eine frisch getrennte Frau. Die beiden treffen sich mitten in Rom und fühlen sich zueinander hingezogen. In ihrem jeweiligen Leben ziellos und ohne Partner, haben beide ein Bedürfnis nach Sicherheit und Nähe. Werden sie zusammenfinden? – Michelangelo Antonionis Film wurde in Cannes 1962 mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.

Zusatzinfo:
„Liebe 1962“ wurde bei den Filmfestspielen in Cannes 1962 mit dem Spezialpreis der Jury  ausgezeichnet.

Montag, 29.06. / 22:15 Uhr / Monica Vitti, die Königin des italienischen Films
Schwerpunkt: Ein Abend mit Monica Vitti
Dokumentation, Deutschland, 2024, ZDF 52 Min.
Regie: Katja Duregger
Online verfügbar von 29/06/2026 bis 27/09/2026
Erstausstrahlung

Monica Vitti, 1931 als Maria Luisa Ceciarelli geboren, gilt als Ikone des europäischen Kinos. Bekannt wurde sie durch die frühen Filme von Michelangelo Antonioni, mit dem sie eine Arbeits- wie Liebesbeziehung verband. Bereits ihr erster gemeinsamer Film „Die mit der Liebe spielen“ machte sie 1960 international bekannt. Es folgten „Die Nacht“ (1961), „Liebe“ (1962) und „Rote Wüste“ (1964).

Entrückt, cool, unnahbar: In Antonionis Studien der Entfremdung des Menschen in der Moderne, der Leere und Beziehungslosigkeit wurde Monica Vitti mit ihrem reduzierten und konzentrierten Spiel zum Sinnbild der undurchdringlichen, einsamen Protagonistin.

Ein Image, das sie im zweiten Teil ihrer Schauspielkarriere überraschend durchbrach. In einer Reihe populärer Komödien präsentierte sich eine völlig andere Monica Vitti: witzig, temperamentvoll, lebenslustig. Vitti avancierte zum weiblichen Star der italienischen Komödie, die ansonsten von Männern dominiert war, und drehte etwa mit Mario Monicelli, Ettore Scola, Vittorio De Sica und Alberto Sordi.

Monica Vitti spielte in über 50 Filmen fürs Kino und Fernsehen mit, bevor sie sich in den 1990er Jahren aus der Schauspielerei zurückzog, selbst unterrichtete, schrieb und Regie führte. Kaum jemand hat das Frauenbild in Italien so sehr beeinflusst und verändert wie sie. In der Dokumentation kommt vor allem Monica Vitti selbst zu Wort – in ihren Rollen und in Interviews. Daneben sprechen ihre Biografin Laura Delli Colli, der Filmkritiker Carlo Chatrian und die französische Schauspielerin und Regisseurin Laetitia Masson über ihren Einfluss.

Montag, 29.06. / 23:10 Uhr / Das Kino des Bernardo Bertolucci ~ Opulent und unangepasst
Dokumentation, Italien, Frankreich, 2025, ARTERAI 53 Min.
Regie: Marco Spagnoli
Online verfügbar von 22/06/2026 bis 26/03/2027
Erstausstrahlung

Bernardo Bertolucci (1941-2018) zählt zu den einflussreichsten Regisseuren des Weltkinos. Seine Filme sind Meisterwerke visueller Opulenz und emotionaler Tiefe, die intime Geschichten mit großen historischen Themen verweben. Sein mit neun Oscars ausgezeichneter Film „Der letzte Kaiser“ gilt als Meilenstein der Filmgeschichte. Das Porträt erzählt den Werdegang des Visionärs.

Bernardo Bertoluccis künstlerischer Aufstieg fiel in eine Zeit des globalen Umbruchs – die 1960er Jahre und die folgenden Jahrzehnte, in denen das Kino zum zentralen Medium des gesellschaftlichen Wandels wurde. Als einer der international einflussreichsten Regisseure seiner Zeit verstand er es, den Geist dieser Ära einzufangen.

Nach ersten Erfahrungen als Assistent von Pier Paolo Pasolini begann Bertolucci bereits in den 1960er Jahren, eine eigene künstlerische Handschrift zu entwickeln. Ein frühes Schlüsselwerk ist „Der große Irrtum“ (1970), in dem Bertolucci die politische Radikalisierung der Jugend im Kontext der 68er-Bewegung reflektiert.

Seinen internationalen Durchbruch erzielte er mit „Der letzte Tango in Paris“ (1972). Das Drama mit Marlon Brando und Maria Schneider in den Hauptrollen über eine obsessive, anonyme Beziehung zwischen zwei Fremden polarisierte die Kritik und bleibt bis heute höchst umstritten.

Ein Höhepunkt seines Schaffens ist „Der letzte Kaiser“ (1987). Als erste westliche Produktion, die in der Verbotenen Stadt in Peking gedreht werden durfte, erzählt der Film die Lebensgeschichte des letzten chinesischen Kaisers Puyi. Der Film wurde mit neun Oscars ausgezeichnet und gilt als Meisterwerk des epischen Kinos.

Eine unverwechselbare visuelle Opulenz, komplexe Figuren und eine tiefe Auseinandersetzung mit historischen und gesellschaftlichen Prozessen zeichnen Bertoluccis Filme aus. Sein Werk ist ein Meilenstein des Weltkinos.

Die Dokumentation ist nicht nur eine Hommage an den italienischen Maestro, sondern auch an eine kreative Bewegung, deren Erbe – radikale Freiheit, kompromisslose Sinnlichkeit und unabhängiges Denken – bis heute fasziniert.

Montag, 29.06. / 00:05 Uhr / Der schönste Junge der Welt ~ Björn Andrésen: Viscontis blonder Engel
Dokumentation, Schweden, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Kristian Petri, Kristiana Lindström
Online verfügbar von 27/10/2025 bis 31/12/2026

Als „schönsten Jungen der Welt“ präsentierte ihn vor mehr als 50 Jahren Luchino Visconti bei der Premiere seines Films „Tod in Venedig“: Björn Andrésen wird in der Rolle des Todesengels Tadzio über Nacht zum Weltstar – und sein Leben zur Tragödie. Ein persönlicher Blick auf Erinnerungen, die Kinogeschichte schrieben, und den Versuch, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

1969 reist der italienische Regisseur Luchino Visconti durch Europa und sucht nach dem perfekten Jungen, der den schönen Tadzio in seiner Thomas-Mann-Verfilmung „Tod in Venedig“ verkörpern soll. Als der schüchterne 15-jährige Björn Andrésen dann in Stockholm durch die Tür kommt, weiß Visconti sofort, dass er seinen „Todesengel“ gefunden hat.

Zum Casting angemeldet wurde Björn von seiner Großmutter, die für ihn und seine Schwester seit dem frühen Tod der Mutter sorgt. Sie begleitet ihn auch bei den Dreharbeiten, widmet sich aber mehr ihrer eigenen kleinen Rolle als den Nöten ihres Enkels.

Tadzios – Björn Andrésens – Schönheit weckt Begehrlichkeiten, gegen die ihn Visconti während des Drehs noch abzuschirmen weiß. Doch 1971 bei der Weltpremiere des Films in London, zu der auch Queen Elizabeth und Prinzessin Anne geladen sind, präsentiert er Björn als „schönsten Jungen der Welt“. Er überlässt ihn der Welle öffentlicher Begeisterung, die ihm dann auch beim Filmfestival in Cannes entgegenschlägt und die den Pubertierenden in Situationen bringt, denen er nicht gewachsen ist und die er auch später nicht mehr kontrollieren kann. Ein japanischer Musikagent lädt ihn direkt vom roten Teppich nach Tokio ein, wo Björn als Japans erster westlicher Popstar in TV-Shows und Werbeclips vermarktet und als Idol des schönen androgynen Jünglings in Animes und Mangas verarbeitet wird.

50 Jahre später öffnen Kristina Lindström und Kristian Petri den Blick hinter die Kulissen des Filmklassikers „Tod in Venedig“ und nähern sich einem Mann, der versucht, die Kontrolle über sein Leben zu erlangen.

Montag, 29.06. / 01:00 Uhr / Fabian oder Der Gang vor die Hunde
Fernsehfilm, Deutschland, 2021, ZDF 176 Min.
Regie: Dominik Graf
Drehbuch: Dominik Graf, Constantin Lieb
Autor:in: Erich Kästner
Produktion: ARTE, DCM Pictures GmbH, Lupa Film GmbH, ZDF
Produzent: Felix von Boehm
Kamera: Hanno Lentz
Schnitt: Claudia Wolscht
Musik: Sven Rossenbach, Florian Van Volxem
Kostüme: Barbara Grupp
Szenenbild / Bauten: Claus Jürgen Pfeiffer
Redaktion: Daniel Blum, Olaf Grunert, Andreas Schreitmüller

Mit: Tom Schilling (Jakob Fabian), Saskia Rosendahl (Cornelia Battenberg), Albrecht Schuch (Stephan Labude), Meret Becker (Irene Moll), Aljoscha Stadelmann (Makart)
Online verfügbar von 29/06/2026 bis 04/08/2026

Berlin, 1931: In politisch unsicheren Zeiten geht der junge Werbetexter Jakob Fabian tagsüber seiner Arbeit nach und erkundet nachts Unterweltkneipen, Bordelle und Künstlerateliers. Als distanzierter Beobachter hat er jede Hoffnung auf Moral und Anstand aufgegeben, doch als er sich in die selbstbewusste Cornelia Battenberg verliebt, beginnt Fabian, wieder an das Gute zu glauben.

Berlin, 1931: Jakob Fabian arbeitet tagsüber als Werbetexter in einer Zigarettenfabrik, nachts zieht er mit seinem besten Freund Labude durch Kneipen, Bordelle und Künstlerateliers. Im Gegensatz zu seinem wohlhabenden Freund bleibt Fabian dort ein distanzierter Beobachter. Mit dieser von Unsicherheit beherrschten Zeit, der sich Labude mit politischem Aktivismus entgegenzustellen versucht, kann Fabian nicht viel anfangen und kommentiert die Geschehnisse ironisch.

Während sich Labude nach einer Trennung Hals über Kopf in Exzesse und Affären stürzt, lernt Fabian eines Tages die selbstbewusste Rechtsreferendarin Cornelia Battenberg kennen. Eine Frau, die eigentlich der Männerwelt abgeschworen hat und keine neue Beziehung sucht. Für Fabian aber ist sie der Lichtblick am düsteren Berliner Nachthimmel. Durch Cornelia gelingt es Fabian, für einen Moment seine pessimistische Grundhaltung abzulegen – bis auch er einer Entlassungswelle zum Opfer fällt. Er versucht, seine Arbeitslosigkeit vor Cornelia zu verheimlichen, die wiederum den Avancen des Filmproduzenten Makart nachgibt, der sie mit dem Versprechen einer großen Schauspielkarriere lockt.

Während Cornelia ein Verhältnis mit Makart eingeht und beruflich Erfolg hat, kann Fabian nicht mit dem Arrangement leben und verlässt sie. Seine Welt gerät aus den Fugen. Schließlich kehrt er Berlin den Rücken und sucht bei seinen Eltern in Dresden Zuflucht. Doch auch dort holt ihn das Schicksal ein, und der Gang vor die Hunde nimmt seinen Lauf …

Zusatzinfo:
Eine berührende Liebes- und Freundschaftsgeschichte in turbulenten und abgründigen Zeiten und gleichzeitig eine atmosphärische Momentaufnahme Berlins Anfang der 1930er Jahre – inszeniert von Dominik Graf auf der Grundlage der Urfassung des berühmten Romans von Erich Kästner. Mit Tom Schilling, Albrecht Schuch, Saskia Rosendahl und Meret Becker prominent besetzt und mehrfach ausgezeichnet mit dem Deutschen Filmpreis (unter anderem Silberne Lola für den besten Film). Eindrücklich vergegenwärtigt Dominik Graf inszenatorisch die Gefahr von Politikverdrossenheit und moralischem Niedergang, die aktueller denn je erscheint.

Mittwoch, 01.07. / 22:10 Uhr / Disco für alle! Wie ein Sound die Welt veränderte
Dokumentarfilm, Kanada, 2024, ARTE F 100 Min.
Regie: Peter Mishara, Omar Majeed
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 28/12/2026
Erstausstrahlung

Der Dokumentarfilm befasst sich mit der Entstehungsgeschichte der Disco-Musik und ihrem nachhaltigen Einfluss über Genres und Epochen hinweg. Sie erzählt von jenen Künstlerinnen und Künstlern, die sie erschufen und bereicherten – und sich selbst dadurch auf der Tanzfläche neu erfanden. Warum ist die Disco-Kultur in Zeiten der Polarisierung und Spaltung wichtiger denn je?

Disco entstand zunächst in der Underground-Szene im Zuge der Bürgerrechtsbewegung und der Stonewall-Unruhen der Lesben und Schwulen 1969. Sie entwickelte sich zu einem extravaganten Musikgenre, dessen schriller Glamour einem Lebensgefühl entsprach. Als radikale soziale Strömung und lebendige Gegenkultur wurde sie vom Mainstream vereinnahmt, ausgebeutet und schließlich abgewürgt. Im kollektiven Popkultur-Verständnis gilt Disco als kurzlebige Modeerscheinung, und die Erinnerung daran beschränkt sich oft auf Oldies wie „Saturday Night Fever“ oder den New Yorker Nachtclub „Studio 54“. Doch um es klar zu sagen: Disco never died! Wer waren die Künstlerinnen und Künstler, die Disco erschufen und bereicherten? Nile Rodgers, Billy Porter, Nona Hendryx, Grandmaster Flash, Fab Five Freddy und viele andere mehr. Gezeigt werden Aufstieg und Fall der Musikrichtung, die allmähliche Wandlung zur House Music und ihr Comeback in diesem Jahrtausend. Legendäre Dance Floors, spektakuläre Shows und ein unvergesslicher Soundtrack – Disco erhält endlich ihren rechtmäßigen Platz in der Geschichte und beweist, dass ihr Geist der Inklusion und Selbstermächtigung lebendiger ist denn je.

Mittwoch, 01.07. / 23:50 Uhr / Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentarfilm, Deutschland, 2026, RB 90 Min.
Autor:in: Michelle Brückner
Online verfügbar von 01/07/2026 bis 29/07/2026
Erstausstrahlung

ABBA, Boney M., The Jacksons, Donna Summer, Gloria Gaynor, Ike & Tina Turner, Kool & The Gang, Robin Gibb – alle diese Stars waren in den 1970er und 1980er Jahren im Musikladen von Radio Bremen zu Gast. ARTE bringt nun im Rahmen des „Summer of Disco“ die größten Disco-Klassiker aus dem Musikladen zurück auf den Bildschirm: „Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit“.

Der Musikladen von Radio Bremen hatte schon viele prominente Gäste: Dazu zählten ABBA, Boney M., The Jacksons, Donna Summer, Chic, Ike & Tina Turner, Kool & The Gang sowie Robin Gibb. Im Rahmen des „Summer of Disco“ bringt ARTE die größten Disco-Hits aus dem Musikladen zurück auf den Bildschirm: „Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit“.

Die 90-minütige Sendung zeigt die Auftritte von damals noch einmal: „Dancing Queen“ von ABBA, „Daddy Cool“ von Boney M., „Le Freak“ von Chic. Der junge Michael Jackson begeistert mit seinen Brüdern und „Blame It On the Boogie“ das Musikladen-Publikum. Auch mit dabei sind ein bislang ungesendeter Auftritt von Edwin Starr mit seinem Song „Contact“ und Gloria Gaynor mit ihrem Mega-Hit „I Will Survive“.

Der „Musikladen“ von Radio Bremen war eine legendäre Musiksendung von Radio Bremen, die von 1972 bis 1984 im deutschen Fernsehen lief. Als Nachfolger des „Beat-Clubs“ prägte sie die Jugend- und Musikkultur einer ganzen Generation. Zahlreiche nationale und internationale Stars traten dort auf und machten die Sendung zu einem prägenden Bestandteil der Musik- und Fernsehgeschichte der 1970er und frühen 1980er Jahre.

Regisseur und Mastermind des „Musikladens“ war Mike Leckebusch, der schon in den Vorjahren durch den „Beat-Club“ von Radio Bremen große Bekanntheit erlangte. Er war Vorreiter in der Umsetzung von Musikformaten im deutschen Fernsehen und schuf mit noch nie da gewesenen Videoeffekten eine ganz eigene Bildsprache und setzte jeden Auftritt einmalig in Szene.

Mittwoch, 01.07. / 01:25 Uhr / Zaz – Sounds Like Art
MO Museum Vilnius
Musik, Deutschland, 2026, ZDF 58 Min.
Regie: Flo Breuer
Online verfügbar von 01/04/2026 bis 30/06/2027
Wiederholung vom 05.06.2026

Freitag, 03.07. / 03:54 Uhr / Bilder allein zuhaus: Junge Dekadente, Ramon Casas – Bad Girl
Serie, Frankreich, 2022, ARTE F 3 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 30/08/2023 bis 31/08/2028

Ramon Casas malte 1899 die ʺJunge Dekadenteʺ. Dabei verewigte er Madeleine Boisguillaume, vollkommen erschöpft und versunken in einem Berg aus Kissen. Doch in dieser Folge von ʺBilder allein zuhausʺ sammelt sie alle verbliebene Energie, um sich mit einem dringenden Spendenaufruf an ihre Follower zu wenden, denn nach über 120 Jahren wäre es wirklich einmal nötig, dass Casas ihr Bild restauriert …


Samstag, 04.07. / 00:50 Uhr / Jonas Kaufmann und Ludovic Tézier in Baden-Baden
Musik, Deutschland, 2023, SWR 75 Min.
Regie: Andreas Morell
Komponist: Giuseppe Verdi, Amilcare Ponchielli
Dirigent: Jochen Rieder
Orchester: Deutsche Radio Philharmonie
Mit: Ludovic Tézier (Bariton), Jonas Kaufmann (Tenor)
Online verfügbar von 04/07/2026 bis 30/09/2026

Jonas Kaufmann und Ludovic Tézier gratulieren dem Festspielhaus Baden-Baden mit einem Arien- und Duettabend zum 25. Geburtstag. Das Konzert vom Jahresbeginn 2023 präsentiert zwei musikalisch wie menschlich bestens eingespielte Sänger, die zu den ganz großen Stars der Opernwelt gehören. Begleitet von der Deutschen Radio Philharmonie unter der Leitung von Jochen Rieder singen die beiden Gentlemen der Oper berühmte Arien und Duette von Giuseppe Verdi und Amilcare Ponchielli.

Samstag, 04.07. / 02:05 Uhr / Venedig und die Kunst der Macht ~ Die Geschichte der Biennale
Dokumentation, Deutschland, 2024, RBB 52 Min.
Regie: Silke Hohmann, Felix von Boehm
Online verfügbar von 04/07/2026 bis 03/08/2026

Welche Kunst wird erfolgreich? Und wer entscheidet darüber? Auch 130 Jahre nach ihrer Gründung ist die Biennale von Venedig das Zentrum der Macht in der Kunstwelt. Hier werden Karrieren begründet, der Kunstkanon definiert, gesellschaftliche Debatten geführt und Rekordpreise erzielt. Felix von Boehm und Silke Hohmann blicken in ʺDie Kunst der Machtʺ auch hinter die Kulissen und in die Geschichte der wichtigsten Ausstellung der Welt. Zugleich stellen sie die vergangenen und gegenwärtigen Machthaberinnen und Machthaber der venezianischen Biennale vor.

Anlässlich des 130-jährigen Jubiläums der Biennale zeichnet die Dokumentation nach, wie die Biennale von Venedig seit ihrer Gründung 1895 zu einer der wichtigsten Institutionen der internationalen Kunstwelt avancierte, welche Akteure an ihrem Erfolg beteiligt waren und immer noch sind. Dabei geht es auch um die Frage, ob ihre Machtstrukturen noch zeitgemäß sind.

Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen und in die Geschichte der Biennale: Eröffnet vom italienischen König, beäugt vom Vatikan, vereinnahmt von Benito Mussolini und dem Faschismus, bekämpft von den Studentenunruhen 1968, wiederauferstanden durch die Selbstermächtigung der Künstlerinnen und Künstler.

Heute wird sie von einem internationalen Team geleitet, Kuratorinnen und -kuratoren aus aller Welt verantworten die wechselnden Ausstellungen.  Sammlerinnen lassen sich von unbekannten Künstlern inspirieren und geben ihnen in Venedig eine Bühne, um sie der interessierten Öffentlichkeit näherzubringen.

In der Gegenwart begleitet die Dokumentation Kunstschaffende wie Julien Creuzet und den Maler Walton Ford bei ihren Vorbereitungen in der Lagune, während aus der Vergangenheit die Geschichten der Sammlerin Peggy Guggenheim oder der Künstler Robert Rauschenberg, Nicolás García Uriburu und Joseph Beuys erzählt werden.

Sonntag, 05.07. / 15:20 Uhr / Sagrada Família. Antoni Gaudís Meisterwerk
Dokumentarfilm, Frankreich, 2026, ARTE F 91 Min.
Regie: Marc Jampolsky
Online verfügbar von 30/05/2026 bis 29/12/2026
Wiederholung vom 06.06.2026

Sonntag, 05.07. / 16:55 Uhr / Venedigs Magier der Glaskunst ~ Die Feuer von Murano
Dokumentation, Deutschland, 2023, ZDF 53 Min.
Regie: Eike Schmitz
Online verfügbar von 05/07/2026 bis 03/10/2026

Murano war über tausend Jahre lang ein Synonym für höchste Glaskunst. In den 1960er Jahren begann der Niedergang für die Inseln in der Bucht von Venedig. Muranoglas wurde als Kitsch etikettiert. Der Kurator Adriano Berengo versucht, dem etwas entgegenzusetzen und überzeugte bekannte Künstler und Künstlerinnen, in Murano Werke aus Glas herzustellen. Heute arbeiten hier Künstler wie Ai Weiwei, Koen Vanmechelen oder Laure Prouvost. Der Film begleitet sie bei ihrer ungewöhnlichen Arbeit, die Tradition und Moderne zusammenzubringt. Und dabei ein wunderbares altes Handwerk rettet.

Sonntag, 05.07. / 17:50 Uhr / Mantua musikalisch ~ Mit Lea Desandre
Musik, Frankreich, 2023, ARTE F 43 Min.
Regie: Christophe Maillet
Komponist: Claudio Monteverdi, Francesco Landini, Carlo Pallavicino, Conradus de Pistoria, Antonello da Caserta, Tarquinio Merula, Marchetto Cara, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Johann Strauss Vater, Giuseppe Verdi, Antonio Caldara, Claudio Monteverdi, Girolamo Frescobaldi, Georg Friederich Händel
Mit: Lea Desandre (Mezzosopran), Thomas Dunford (Laute)
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 08/08/2026

Ab dem 14. Jahrhundert und die gesamte Renaissance hindurch war der Palazzo Ducale in Mantua eine Hochburg der Kultur, die zahlreiche Künstler, vor allem Musiker, anzog. Die Herzöge wechselten, aber die Musiktradition blieb bestehen. Ein musikalischer Streifzug durch die Räume dieses prunkvollen Palasts mit der Mezzosopranistin Lea Desandre und dem Lautenisten Thomas Dunford macht die Geschichte von Mantua mit ihren verschiedenen künstlerischen Strömungen greifbar und verleiht den Melodien, die einst hier erklangen, neues Leben.

ʺMantua musikalischʺ ist ein musikalischer Streifzug durch den Palazzo Ducale von Mantua, errichtet zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert von der Dynastie der Gonzaga, die einst über das Herzogtum herrschte. 1328 bezogen die Gonzaga den Palazzo del Capitano. Die Adelsfamilie, die zu einer der bedeutendsten Fürstendynastien Italiens aufsteigen sollte, gestaltete den Palazzo Ducale durch zahlreiche An- und Umbauten sowie Dekorarbeiten zu einer prunkvollen Anlage.

Renommierte Künstlerinnen und Künstler wie Andrea Mantegna, der die Wand- und Deckenmalereien des ehelichen Schlafgemachs schuf, oder Pisanello, dessen von der Ritterzeit inspiriertes Fresko unvollendet blieb, waren an der Verschönerung beteiligt. Die Gonzaga spielten eine entscheidende Rolle als Förderer von Kultur und Musik.

1490 heiratete Herzog Francesco II. Gonzaga Isabella d’Este. Das Fürstenpaar und nach ihm sein Sohn Federico holte zahlreiche italienische und ausländische Künstlerinnen und Künstler an den Hof. Ende des 16. Jahrhunderts erlebte Mantua den Höhepunkt seiner künstlerischen Blüte, sowohl in der Malerei – Tintoretto, Pourbus und Rubens gehörten zu den Hofmalern –, als auch in der Musik: Claudio Monteverdi schrieb hier seinen ʺOrfeoʺ, seine erste Oper. Diese Gattung der Bühnenmusik war noch neu, und Monteverdi wurde wahrscheinlich von den frühesten Opern aus Florenz inspiriert.

Die Malereien, Skulpturen sowie die Ausstattung jedes einzelnen Raums des Palastes rufen seine ruhmreiche Geschichte wach. Lea Desandre und Thomas Dunford flanieren durch Säle und Gärten und interpretieren dabei unter anderem Melodien von Monteverdi, Frescobaldi, Merula und Händel. Die Musik begleitet diese Führung durch die Epochen und bringt die ganze Pracht dieses Palasts zur Geltung.

Sonntag, 05.07. / 20:15 Uhr / Carlitos Weg
(Carlito’s Way)
Schwerpunkt: Summer of Disco
Spielfilm, USA, 1993, ARTE FARD 137 Min.
Regie: Brian De Palma
Drehbuch: David Koepp
Autor:in: Edwin Torres
Produktion: Bregman/Baer Productions
Produzent: Martin Bregman, Michael S. Bregman, Willi Baer
Kamera: Stephen H. Burum
Schnitt: Bill Pankow, Kristina Boden
Musik: Patrick Doyle

Mit: Al Pacino (Charlie „Carlito“ Brigante), Sean Penn (David Kleinfeld), Penelope Ann Miller (Gail), Luis Guzmán (Pachanga), James Rebhorn (Norwalk), Viggo Mortensen (Lalin), John Leguizamo (Benny Blanco)

New York, 1975: Drogenboss Carlito Brigante wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Er will ein neues Leben beginnen, sein Geld ehrlich verdienen und mit Freundin Gail auf die Bahamas ziehen. Doch schnell wird Carlito von seiner Vergangenheit eingeholt – und wieder geht es um Leben und Tod. Brian De Palmas zugleich spannender und bewegender Gangsterfilm (1993) mit Kultstatus.

Zusatzinfo:
Regisseur Brian De Palma erzielte unter anderem mit „Scarface“ (1983), „Die Unbestechlichen“ (1987) und „Mission: Impossible“ (1996) große Erfolge. Seine Filme sind maßgeblich vom Meister der Suspense, Alfred Hitchcock, inspiriert. „Carlitos Weg” wurde 1994 zweifach bei den Golden Globes nominiert und im Jahr 2000 von der französischen Filmzeitschrift „Cahiers du Cinéma“ als einer der drei besten Filme der 90er Jahre ausgezeichnet. Er basiert auf dem zweiten Band („After Hours“) der beiden Bücher von Edwin Torres über den fiktiven Gangster Carlito Brigante.

Sonntag, 05.07. / 22:30 Uhr / Disco Sex Machine ~ Die Geburt des Porn Chic
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Frankreich, 2026, ARTE 52 Min.
Regie: François Chaumont
Online verfügbar von 14/06/2026 bis 04/08/2026
Erstausstrahlung

120 Beats pro Minute – mit diesem Tempo, doppelt so schnell wie der menschliche Herzschlag, bringt Discomusik das Blut in Wallung und die Triebe auf Hochtouren. In den 70er Jahren, als die Erotik den Film eroberte und Sex aufhörte, reine Privatsache zu sein, wurde Disco zum Soundtrack der sexuellen Revolution. Ein Film über die erstaunlichen Verbindungen zwischen Disco und Pornografie – und wie erotische Inhalte verstärkt in die Popkultur gelangten.

In den 70er Jahren erfand eine Handvoll Klangmagier eine Zauberformel für eine tanzbare Musik, die mit dem gängigen Radioformat von Pop und Rock brach. Die sinnlich pulsierenden Rhythmen der Disco-Kultur wurden zum Soundtrack der sexuellen Befreiung. Zeitgleich mit dieser musikalischen Explosion eroberte die Erotik das Kino, Erotik- und Pornofilme erlebten einen kommerziellen Boom, und Sex war nicht mehr nur Privatsache, sondern ein öffentliches Thema in Kultur und Gesellschaft.

War Disco der musikalische Spiegel eines von allen Tabus befreiten Zeitgeistes? Ist es Zufall, dass die Blütezeit dieses Musikstils mit dem Höhenflug des Pornos zusammenfiel? Beiden Phänomenen gemein ist eine bis dato beispiellose Inszenierung von Körper und Lust. Es geht um das Zeigen von Nacktheit, um Grenzüberschreitung und die Sprengung der letzten Schranken einer Gesellschaft im Umbruch.

Die Disco-Kultur ist nicht nur Glitzer und Glamour, sie steht auch für eine Epoche. Ihre Leitfiguren, etwa Amanda Lear, Marc Cerrone sowie Brigitte Lahaie, die in diesen Jahren zum ersten französischen Pornostar wurde, erzählen von den damaligen Kämpfen um Integration und vom Wind der Freiheit, der mit den 80er Jahren wieder abflauen sollte …

Sonntag, 05.07. / 23:25 Uhr / Dorfdisco – Saturday Night Fever auf dem Land
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Deutschland, 2026, ZDF 52 Min.
Regie: Sven Hecker, Gregor Streiber
Online verfügbar von 05/07/2026 bis 03/10/2026
Erstausstrahlung

Die Dorfdisco: Sehnsuchtsort, Freiraum, Mythos. Hier wurden erste Küsse erlebt, Grenzen getestet und andere Leben erträumt. Die Dokumentation erzählt von einem prägenden Mikrokosmos der Provinz – und von seinem Verschwinden.

Die Dokumentation ist eine Liebeserklärung an einen Ort, an dem das Leben für ein paar Stunden lauter, bunter und intensiver wird: die Dorfdisco. Neonlicht flackert, der Bass drückt, der Boden klebt. Draußen knattern Mopeds, drinnen beginnen die Nächte, die man nie vergisst. Hier wird geflirtet, getanzt, gestritten – und wieder versöhnt. Für viele ist es der erste Ort gelebter Freiheit.

Die Dorfdisco ist mehr als ein Ort – sie ist ein Versprechen. Mitten in der Provinz öffnet sich eine andere Welt. Hier wird ausprobiert, wer man sein könnte: erster Kuss, erster Rausch, der Mut anders zu sein als vorgesehen. Große Sehnsüchte in kleinen Orten. Doch diese Welt verschwindet. Die Lichter gehen aus, die Tanzflächen bleiben leer, ganze Diskotheken werden zu Relikten – manchmal sogar zu Museumsstücken. Was geht verloren, wenn diese Nächte verschwinden?

Mit Archivmaterial, persönlichen Geschichten und tanzbarer Musik – von Nena über France Gall bis zu den Bee Gees – erzählt die Dokumentation von einem prägenden Kosmos zwischen Aufbruch und Abschied.

Auf diese Reise führen unter anderem die Schauspielerin Anne Ratte-Polle, der Musiker Nikko Weidemann und der Rapper Finch. Ergänzt wird der Blick durch den Fotografen François Prost und den Musikverleger Frédéric Leibovitz, der an seinen Vater, den DJ-Pionier Lucien Leibovitz, erinnert.

Sonntag, 05.07. / 00:20 Uhr / Music Queer ~ Gloria Gaynor – I Will Survive
Serie, Frankreich, 2024, ARTE F 3 Min.
Regie: Amandine Fredon, Rebecca Manzoni
Online verfügbar von 20/06/2026 bis 01/03/2031
Erstausstrahlung

Zunächst als empowernder Trennungssong geschrieben, wurde die feministische Hymne ʺI Will Surviveʺ von Gloria Gaynor insbesondere in den Aids-Jahren von der Gay-Community übernommen.

Sonntag, 05.07. / 00:25 Uhr / Nastassja Kinski – Geschichte einer Befreiung
Dokumentation, Frankreich, 2023, ARTE F 53 Min.
Regie: Marie-Gabrielle Fabre
Online verfügbar von 16/11/2025 bis 31/07/2026

Mit nur wenigen Filmen avancierte Nastassja Kinski in den 1970er Jahren zu einer der vielversprechendsten Schauspielerinnen ihrer Generation. In den 1980er Jahren war sie bereits ein internationaler Star mit Kultstatus – spätestens seit Wim Wenders‘ Film „Paris, Texas“. Wim Wenders entdeckte Nastassja Kinski im Alter von 13 Jahren. Mit 18 Jahren wurde sie als Hauptdarstellerin in Roman Polanskis Film „Tess“ international bekannt. Früh haftet das Image der Kindfrau an ihr, Projektionsfläche für zahlreiche Regisseure. Gleichzeitig versuchte sie immer wieder, diese einengenden Rollenklischees zu durchbrechen. Nach einer zehn Jahre dauernden Karriere gab Nastassja Kinski zum ersten Mal das Filmbusiness auf, um sich ihrem Privatleben zu widmen. Es folgen mehrere Comebacks, begleitet von privaten Turbulenzen.

Sie drehte in verschiedenen Sprachen und wurde schon mit wenigen Filmen zu einer der erfolgreichsten Schauspielerinnen ihrer Generation: Nastassja Kinski. Nach einer chaotischen Kindheit wird die damals 13-Jährige 1974 von Wim Wenders entdeckt. In ihm fand sie einen Mentor und Weggefährten und in der Filmwelt ein neues Zuhause. Mit dem Tatort „Reifezeugnis“ (1977) von Wolfgang Petersen erregt sie erstmals in Deutschland Aufsehen und bekommt weitere Rollen angeboten.

Doch als junge Schauspielerin stolpert sie auch in zweifelhafte Produktionen: Die von ihr verkörperten Figuren sind häufig mit besitzergreifenden und gewalttätigen Männern konfrontiert, die deutlich älter sind als sie. Ob als naive Verführerin oder als in ihren Lehrer verliebte Schülerin – derartige Rollen verleihen ihr das Image der ewigen Kindfrau, das ihr jahrelang anhaftet.

Doch Nastassja Kinski ist talentiert, vielseitig und arbeitet regelmäßig mit namhaften Regisseuren zusammen. Mit Wim Wenders dreht sie mehrere Filme. Dabei wollte die Tochter des berühmten Schauspielers Klaus Kinski eigentlich nie Schauspielerin werden, sondern sich aus diesem familiären Erbe befreien.

Weltweite Bekanntheit und einen Golden Globe erlangt Kinski als knapp 18-Jährige mit ihrer Rolle in Roman Polanskis „Tess“ (1979). Ihre markanteste Rolle verkörpert sie in Wenders’ mit der Goldenen Palme ausgezeichnetem Drama „Paris, Texas“ (1984) und wird damit zur Ikone. Mit dieser Filmrolle bricht sie aus dem Rollenkorsett aus, in dem sie lange feststeckte.

Mehrfach und völlig unerwartet zieht sich Nastassja Kinski aus dem Filmgeschäft zurück, um sich ihren Kindern zu widmen, um dann wieder aufzutauchen und wieder vor der Kamera zu stehen. Anhand ihrer Filmrollen und Interviews im Laufe ihrer Karriere zeichnet die Dokumentation den Lebens- und Schaffensweg der bedeutenden Schauspielerin nach.

Sonntag, 05.07. / 01:20 Uhr / Fabian oder Der Gang vor die Hunde (1/4): Die Zeit ist mit den Engeln böse
Serie, Deutschland, 2022, ZDF 43 Min.
Regie: Dominik Graf
Drehbuch: Dominik Graf, Constantin Lieb
Autor:in: Erich Kästner
Produktion: Lupa Film GmbH, DCM Pictures GmbH, ZDF, ARTE
Produzent: Felix von Boehm
Kamera: Hanno Lentz
Schnitt: Claudia Wolscht
Musik: Sven Rossenbach, Florian Van Volxem
Redaktion: Daniel Blum, Olaf Grunert, Andreas Schreitmüller
Mit: Tom Schilling (Jakob Fabian), Albrecht Schuch (Stephan Labude), Saskia Rosendahl (Cornelia Battenberg), Meret Becker (Irene Moll), Aljoscha Stadelmann (Makart)
Online verfügbar von 07/05/2026 bis 04/08/2026
Erstausstrahlung

Berlin, 1931: Die Stadt leidet unter der Wirtschaftskrise und politischer Unsicherheit. Der 32-jährige Germanist Jakob Fabian geht tagsüber seiner Arbeit als Werbetexter nach, während er nachts als hoffnungsloser Pessimist Zuflucht in der Berliner Unterwelt sucht. Sein ständiger Begleiter ist Stefan Labude, der kurz vor seiner Habilitation steht.

Geschmeidig mündet die sanfte Kamerafahrt durch das U-Bahn-Gewölbe am Heidelberger Platz in das Jahr 1931. Während die Fragilität der Weimarer Republik unübersehbar geworden ist, leiten der Niedergang von Moral, Anstand und Politik den europäischen Untergang ein. So sieht es zumindest Jakob Fabian, ein promovierter Germanist, der als Texter für die Reklame einer Zigarettenfirma gerade so das nötige Kleingeld für eine Berliner Bruchbude aufbringen kann. Doch statt dem anstehenden Wandel kämpferisch entgegenzutreten, zieht es Fabian vor, sich in der Berliner Unterwelt zwischen Nachtclubs, illegalen Kneipen und Etablissements einen Rückzugsort zu schaffen.

Kühl und distanziert steht Fabian als stiller Beobachter abseits eines Lebens, das in Ungewissheit schwebt. An seiner Seite ist sein bester Freund und regelmäßiger Begleiter Labude, den Fabian nach seiner Rückkehr von einer Reise überzeugt, seine Habilitationsschrift einzureichen.

Als sich die beiden Freunde wieder ins Berliner Nachtleben stürzen, erfährt Fabian, dass Labudes Reise nicht ohne Folgen geblieben ist. Kurz vor seiner Hochzeit entlarvte Labude in Hamburg eine Affäre seiner Verlobten und kämpft nun einen inneren Konflikt zwischen Vergebung und Abschied. Noch am gleichen Abend endet ein Seitensprung Labudes in einer Kneipenschlägerei. Indessen nutzte Fabian die Gelegenheit, sich der selbstbewussten Cornelia Battenberg anzunähern, die als Justiziarin in einer Berliner Filmproduktionsgesellschaft arbeitet. Schlussendlich erliegt Cornelia seinem Werben und verliebt sich genau wie Fabian Hals über Kopf.

Zusatzinfo:
In einer Hommage an die Filmkunst zeichnet Dominik Graf exzellent eine atmosphärische Momentaufnahme der dreißiger Jahre und wird Erich Kästners literarischem Meisterwerk mehr als nur gerecht. Subtil werden dem Zuschauer die ausgehende Gefahr von Politikverdrossenheit und dem verlorenen Glauben an Moral und Anstand vergegenwärtigt, die keineswegs an Bedeutung verloren hat. Nicht umsonst zieht Dominik Graf bereits mit dem ersten Bild Parallelen zum Jetzt und mahnt das schleichende Wachstum der Rechten ausgeklügelt an.

Sonntag, 05.07. / 02:05 Uhr / Fabian oder Der Gang vor die Hunde (2/4): Die Bonzen von Babelsberg
Serie, Deutschland, 2022, ZDF 52 Min.

Die Wirtschaftskrise bleibt allgegenwärtig und Arbeitslosigkeit gehört zur bitteren Normalität. Das bekommt auch Fabian zu spüren, als er gegen eine Abfindung kurzerhand von der Zigarettenfirma entlassen wird. Cornelia hat sich indessen zu einer unermüdlichen Stütze entwickelt, die seinen Pessimismus zumindest zeitweise vertreibt.

Als Cornelia und Fabian für einen mehrtägigen Besuch zu Labudes Elternhaus fahren, treffen zwei Welten aufeinander. Als Sohn eines renommierten Strafverteidigers schwimmt Labude im Geld. Dennoch bleibt er im Herzen ein Sozialrevolutionär, der von einer klassenlosen Gesellschaft träumt und so schnell wie möglich Hand anlegen will. Fabian hält Labudes Ideen jedoch für utopisch, während der Rechtsruck im Hintergrund die Gesellschaft infiltriert.

Durch Zufall wird Cornelia von dem einflussreichen Filmproduzenten Makart als Talent entdeckt. Für seinen neuen Film soll sie schon bald vorsprechen. Cornelia sieht ihre Chance, der prekären wirtschaftlichen Lage zu entkommen, und gibt Makarts Avancen nach. Fabian ist hingegen nicht davon überzeugt, dass Cornelias Arrangement mit ihrem Boss der gemeinsamen Existenzsicherung gilt. Doch angesichts Cornelias selbstbewusstem Aufbäumen gegen ein Leben in Armut ist Fabian machtlos.

Sonntag, 05.07. / 03:00 Uhr / Fabian oder Der Gang vor die Hunde (3/4): Zwei sind keine Bande

Die politische Lage spitzt sich zu und ein Umbruch scheint unausweichlich. Nachdem Labude bei seinem Kampf für die Revolution massiv über die Stränge geschlagen hat, wird er von der Polizei verhaftet. Seitdem ist er spurlos verschwunden. Fabian begibt sich auf die Suche nach seinem Freund und findet ihn als menschliches Wrack zwischen Drogen und Prostituierten in einem sadistisch geführten Bordell.

Cornelia ist mittlerweile ausgezogen und lebt auf Makarts Wunsch in der Nähe der Babelsberger Filmstudios. Obwohl Fabian weiß, dass diese Entwicklung unaufhaltsam war, schwelt in ihm die Eifersucht. Schließlich gibt er seinen Gefühlen nach und sucht Cornelia während ihres Vorsprechens auf. Durch den Vortrag eines von Fabian verfassten Textes räumt Cornelia jegliche Zweifel an ihrer Schauspielkarriere aus.

Ein letztes Mal verabreden sich die beiden als Paar. Doch als der erzürnte Fabian sie keines Blickes würdigt und ihr die kalte Schulter zeigt, bricht Cornelia emotional zusammen. In seinen Augen hat sie sich von materiellen Werten blenden lassen und dabei sich selbst und alles, was die beiden verbindet, aus den Augen verloren. In einem Kampf um Werte, Identität und Zukunft beendet Fabian die Beziehung. Am nächsten Morgen wird er von der Polizei geweckt.

Sonntag, 05.07. / 03:45 Uhr / Fabian oder Der Gang vor die Hunde (4/4): Die Welt geht vor die Hunde

Die Polizisten führen Fabian in das Bordell, das er noch bis vor kurzem aufgesucht hat. Regungslos und blutüberströmt liegt sein bester Freund in einem Sessel. In seinem Abschiedsbrief erfährt Fabian, dass die Habilitationsschrift von der Universität abgelehnt wurde, weswegen Labude seine Ideale und damit sein Leben aufgegeben hat.

Doch Fabian traut dem Brief nicht. Tatsächlich handelt es sich um einen dreisten Racheakt des wissenschaftlichen Assistenten Weckherlin, der als überzeugter Nationalsozialist im kommunistisch geprägten Labude sein Feindbild gefunden hat. Stattdessen hätte Labudes Arbeit als herausragendes Werk in der Schriftenreihe der Universität veröffentlicht werden sollen. Fabian verliert die Kontrolle und schlägt Weckherlin nieder.

Nach dem Verlust seiner Arbeit, seiner Liebe und seines besten Freundes ist für Fabian endgültig klar, dass seine Welt vor die Hunde gegangen ist. Da ihn nichts mehr in Berlin hält, kehrt er nach Dresden in sein Elternhaus zurück. Ein letztes Mal wagt Fabian einen Neuanfang und verabredet sich in ihrem gemeinsamen Stammcafé mit Cornelia. Doch sie wartet vergeblich …

Montag, 06.07. / 12:25 Uhr / Stadt Land Kunst: Joseph Beuys‘ Rhein / Bretagne / New Mexico
Magazin, Frankreich, 2025, ARTE F 45 Min.
Online verfügbar von 29/06/2026 bis 04/10/2026

(1): Der mystische Rhein von Joseph Beuys
(2): Bretagne: Ein Lied namens Gwerzioù
(3): Usbekistan: Der Gemüsereis von Umida
(4): Sturmwarnung in New Mexico

(1): Der mystische Rhein von Joseph Beuys
Im zerstörten Nachkriegsdeutschland bemühte sich Joseph Beuys (1921-1986) darum, die Wunden zu heilen, die der Zweite Weltkrieg gerissen hatte. Die Wildnis und das rohe Material inspirierten den Allround-Künstler, den Folgen menschlicher Raserei ein wenig Natur entgegenzustellen. Beuys entwickelte den „erweiterten Kunstbegriff“, der die Trennung zwischen Kunst und Gesellschaft aufheben sollte. Für ihn ist jeder Mensch ein potenzieller Künstler, der die Gesellschaft durch seine Kreativität mitgestalten kann. Sein Konzept der „sozialen Plastik“ begreift Kunst als gesellschaftsverändernde Kraft. Beuys war für überdimensionierte Installationen bekannt. So setzte er sich mit seiner Kunst auch für den Umweltschutz ein. Ein Beispiel für sein Engagement ist das Projekt „7000 Eichen“, das Beuys 1982 zur documenta 7 in Kassel schuf.

(2): Bretagne: Ein Lied namens Gwerzioù
Gwerzioù sind lange epische Gedichte, die a cappella gesungen werden und von der Härte des Lebens erzählen. Seit Jahrhunderten prägen sie die bretonische Identität. Sie speisen sich aus uralten Mythen und werden bei Beerdigungsprozessionen angestimmt. Im 19. Jahrhundert ließen sich Romantiker und Wissenschaftler von der Schönheit und dem Reichtum dieser Gesänge begeistern, sodass sie beschlossen, ihren Wortlaut festzuhalten und zu veröffentlichen. Dank dieser Sammlungen und der Wiederaneignung der Texte durch junge Sänger gelten die Gwerzioù bis heute als typisch keltische Kunstform.

(3): Usbekistan: Der Gemüsereis von Umida
In Tersak bereitet Umida das usbekische Nationalgericht Plov zu. In einem großen Topf brät sie Rindfleisch, Zwiebeln, Karotten und Rüben an und fügt anschließend als Würzmittel Kichererbsen, Kreuzkümmel, Knoblauch und Rosinen hinzu. Zum Schluss ergänzt sie Reis und gießt mit Wasser auf. Jetzt muss das Ganze in Ruhe fertigköcheln.

(4): Sturmwarnung in New Mexico
In den 1930er Jahren erlebten die Landwirte in New Mexico eine schwierige Zeit: Mitten in der Wirtschaftskrise brach eine Dürre aus und heftige Stürme wirbelten den von den Bauern freigelegten Mutterboden auf. Der gesamte Mittlere Westen versank in einer Staubwolke …

Montag, 06.07. / 13:10 Uhr / Stadt Land Kunst: Creuse / Brasilien / USA
Magazin, Frankreich, 2025, ARTE F 45 Min.
Regie: DIVERS
Autor:in: DIVERS
Online verfügbar von 29/06/2026 bis 04/10/2026

(1): Die Creuse: Wo sich Claude Monet neu erfand
(2): Brasilien: Ein Tanz gegen die Sklaverei
(3): Hannover: Die Rinderrouladen von Klaus
(4): USA: Jazzklänge im Weißen Haus

(1): Die Creuse: Wo sich Claude Monet neu erfand
1889 fieberte ganz Paris der Weltausstellung entgegen, die zum 100-jährigen Jubiläum der Französischen Revolution stattfand und zu der Millionen Besucher erwartet wurden. Der Maler Claude Monet (1840-1926) bereitete für die Expo die wohl bedeutendste Retrospektive seiner Karriere vor: Gemälde aus seinem bis dato 25-jährigen Schaffen, aber auch neue Werke, die zusammen mit Skulpturen des Bildhauers Auguste Rodin (1840-1917) gezeigt werden sollten. Monet war daran gelegen, sich als moderner Künstler zu präsentieren. Auf der Suche nach außergewöhnlichen Landschaften begab er sich in die Creuse. In der eher unwirtlichen Gegend entdeckte Monet ein neues künstlerisches Ausdrucksmittel: die Serie. Sie sollte die Arbeit des Malers bis zu seinem Lebensende prägen.

(2): Brasilien: Ein Tanz gegen die Sklaverei
Die Tanzprozession Bumba-meu-boi hat in Brasilien lange Tradition. Sie erinnert an eine Zeit, als die afro-brasilianische Bevölkerung als Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen schuften musste und diente den Armen immer auch als Möglichkeit, die Eliten zu kritisieren und zu verspotten. Bumba-meu-boi basiert auf einer mündlichen Überlieferung, die besagt, dass einst ein Sklave den Ochsen seines Herrn getötet haben soll. Seither spielen die Sklaven und ihre Nachkommen diesen Akt des Widerstands in einer Prozession nach, die afrikanisches und katholisches Brauchtum miteinander verbindet. Im 20. Jahrhundert wurde Bumba-meu-boi – bis dahin von den weißen Eliten verachtet – zum festen Bestandteil des brasilianischen Kulturerbes.

(3): Hannover: Die Rinderrouladen von Klaus
Wenn Klaus Rinderrouladen zubereitet, schwelgt er automatisch in Kindheitserinnerungen, denn sie sind ein typisches Sonntagsgericht. Sie bestehen aus dünnen Rindfleischscheiben, die mit Senf bestrichen und mit einer Mischung aus Speck, Gewürzgurken und gehackten Schalotten belegt werden. Anschließend wird das Ganze zusammengerollt und in Brühe geschmort. Wenn die Roulade beim Kochen nicht auseinanderfällt, ist ein Festmahl garantiert!

(4): USA: Jazzklänge im Weißen Haus
Washington ist seit 1800 nicht nur Amtssitz sämtlicher US-Präsidenten, sondern hat auch jede Menge großer Jazz-Musiker hervorgebracht. Lange Zeit gab es zwischen der Welt des Jazz und der Welt der Politik wenige Berührungspunkte – bis irgendwann ein Musiker versuchte, auf zwei Hochzeiten zu tanzen …

Montag, 06.07. / 02:25 Uhr / Jakub Józef Orliński – Music for a While
Dokumentation, Frankreich, 2022, ZDF 52 Min.
Regie: Martin Mirabel
Online verfügbar von 11/04/2026 bis 30/09/2026

Er ist eine große Entdeckung der Countertenor-Szene, passionierter Breakdancer, Model und Werbeikone: Jakub Józef Orliński hat mehr als zwei Begabungen. Der polnische Countertenor und Breakdancer fasziniert mit seinem Charme und Charisma Musikbegeisterte aller Generationen. Orliński hält nicht nur die Opernwelt in Atem. Mit seinen lässigen Stories auf Instagram erreicht der Shootingstar eine große junge Fangemeinde.

New York, Warschau, Barcelona: Die Dokumentation ist eine Reise zu drei Orten, die die Karriere Jakub Józef Orlińskis entscheidend prägten. „Ich will das Leben und die Welt“ treffen – das ist die Maxime des polnischen Stars, der seine Karriere in der Straßengang einer Breakdance-Kompanie begann und heute mit seiner Engelsstimme, seiner Präsenz in den sozialen Medien, als Model und auch als Tänzer immer wieder für Überraschungsmomente sorgt.

Back to the roots: Seinen Spagat zwischen Opern- und Breakdance-Bühne begann Orliński in einem Chor in Warschau sowie als Graffiti- und Straßenkünstler. Der Weg war schwer. ARTE begegnet Orliński in seiner Heimatstadt ganz privat. Dass „Opern-Counter“ nicht alles für ihn bedeutet, demonstriert Orliński mit dem romantischen Farbenspektrum von Karol-Szymanowski-Liedern und Jazzimprovisationen.

In die Herzen des Publikums hat sich der Opern- und Konzertsänger mit seinem Debüt in der New Yorker Carnegie-Hall gesungen. Er besuchte die Juilliard-School und eroberte die MET. In „The Big Apple“ gibt Orliński break-tänzerische Kostproben und spricht mit dem Komponisten, Dirigenten und Pianisten Matthew Aucoin über seine Erfolgsoper „Eurydice“.

Auch das katalanische Publikum liebt den sympathischen polnischen Sänger: Im Palau de la Música in Barcelona, einer Basis von Orlińskis Konzertaktivitäten, begeisterte er mit seinem Ensemble Il Pomo d’Oro mit barocken Kostbarkeiten.

Mittwoch, 08.07. / 22:10 I Feel Love – Giorgio Moroder & Donna Summer
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Frankreich, 2026, ARTE 52 Min.
Regie: Charles-Antoine de Rouvre
Online verfügbar von 08/07/2026 bis 05/11/2026
Erstausstrahlung

München, Anfang der 1970er Jahre: Der italienische Komponist Giorgio Moroder und die amerikanische Backgroundsängerin LaDonna Adrian Gaines, besser bekannt als Donna Summer, treffen zum ersten Mal aufeinander. Ihre anmutige Stimme, die mit berückender Kühle endlos Liebesworte wiederholt, gepaart mit seinem kraftvollen futuristischen, aus hypnotischen Elektroimpulsen schöpfenden Sound – eine Zusammenarbeit war geboren, die unter Mitwirkung des britischen Produzenten Pete Bellotte Hits wie ʺLove to Love You Babyʺ (1975) oder ʺI Feel Loveʺ (1977) hervorbringen sollte. Ihre innovative, tanzbare und stimmungsvolle Musik markiert die Blütezeit des Munich Sound, der zugleich den Höhepunkt der Disco-Ära darstellt und als Vorläufer der heutigen Popmusik gilt.

Die Begegnung zwischen Giorgio Moroder und Donna Summer schrieb nicht nur Musikgeschichte, sie veränderte auch das Leben beider Künstler: In den 1980er und 1990er Jahren avancierte Giorgio Moroder zu einem der großen Komponisten von Filmmusik und zum ʺPatenʺ der europäischen Elektro-Musik, und Donna Summer wurde zur Disco-Königin …

Mittwoch, 08.07. / 23:05 Uhr / Italo Disco: Der Glitzersound der 80er
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Deutschland, 2021, BR 53 Min.
Regie: Alessandro Melazzini
Online verfügbar von 08/07/2026 bis 07/08/2026

In Italien geboren, in Deutschland vorangetrieben, brachte sie den ganzen Erdball zum Tanzen: die Welt der Italo Disco. In den 1980er Jahren gaben sich Millionen junger Europäer dem irren Rhythmus einer Musik hin, die eingängige synthetische Klänge, bizarre englische Texte und süchtig machende elektronische Beats vermischte. Legendär sind auch die visionären Videoclips.

Die Dokumentation von Alessandro Melazzini schildert die Entstehung und Entwicklung eines facettenreichen Musikgenres. Sie taucht ein in die kreativen, wirtschaftlichen und produktiven Bereiche eines soziokulturellen Phänomens und einer ganzen Musikindustrie.

Liebevoll zusammengestelltes Archivmaterial wird mit Interviews von Künstlern und Protagonisten jener Epoche gepaart. Dazu zählen unter anderem Sabrina Salerno, Johnson Righeira, Savage und die La-Bionda-Brüder sowie angesagte DJs und Experten, darunter DJ Hell und Mathias Modica.

Mit Hilfe von mitreißenden und pulsierenden Rhythmen bekannter Songs aus jener Epoche, aber auch durch Kultsongs, die der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt sind, nimmt „Italo Disco – Der Glitzersound der 1980er“ den Zuschauer mit auf die Entdeckungsreise eines gleichwohl kommerziellen wie auch zukunftsweisenden Musikgenres.

Der Sound einer Ära, die sehr oft beschrieben, aber nicht immer wirklich verstanden wird. Diese Dokumentation erkundet die Geheimnisse der Italo Disco.

Mittwoch, 08.07. / 00:00 Uhr / Cerrone: L’Ososphère 2026
Schwerpunkt: Summer of Disco
Musik, Frankreich, 2026, ARTE 75 Min.
Regie: Adeline Chahin
Online verfügbar von 17/06/2026 bis 06/10/2026
Erstausstrahlung

Cerrone verkaufte in seiner fast 50-jährigen Karriere rund 30 Millionen Alben. Seine Kompositionen wurden von unzähligen internationalen Stars gesampelt und neu aufgelegt, darunter Prince, Jimmy Page, Toto, La Toya Jackson, Donna Summer, Nile Rodgers, Daft Punk, Bob Sinclar, Beastie Boys, Run DMC, Duke Dumont, Kevin Saunderson, Kylie Minogue und Jamie xx.

Der Franzose war ein Vorreiter der Dance Music und prägte als Produzent, DJ, Komponist und begnadeter Schlagzeuger die Szene wie kaum ein anderer. Als einer der Ersten brachte er Synthesizer zum Einsatz und legte damit den Grundstein für eine der populärsten Musikströmungen überhaupt.

Mit seinem unvergleichlichen Gespür für Rhythmus und eindrucksvollen Arrangements revolutionierte er die Dance Floors auf der ganzen Welt. Cerrones Musik inspirierte Generationen bedeutender Musikerinnen und Musiker wie die French-Touch-Vertreter Daft Punk, Cassius, Bob Sinclar, Air oder Justice und beeinflusste die elektronische Musik nachhaltig.

Mittwoch, 08.07. / 01:15 Uhr / Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentarfilm, Deutschland, 2026, RB 90 Min.
Autor:in: Michelle Brückner
Online verfügbar von 01/07/2026 bis 29/07/2026

ABBA, Boney M., The Jacksons, Donna Summer, Gloria Gaynor, Ike & Tina Turner, Kool & The Gang, Robin Gibb – alle diese Stars waren in den 1970er und 1980er Jahren im Musikladen von Radio Bremen zu Gast. ARTE bringt nun im Rahmen des „Summer of Disco“ die größten Disco-Klassiker aus dem Musikladen zurück auf den Bildschirm: „Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit“.

Der Musikladen von Radio Bremen hatte schon viele prominente Gäste: Dazu zählten ABBA, Boney M., The Jacksons, Donna Summer, Chic, Ike & Tina Turner, Kool & The Gang sowie Robin Gibb. Im Rahmen des „Summer of Disco“ bringt ARTE die größten Disco-Hits aus dem Musikladen zurück auf den Bildschirm: „Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit“.

Die 90-minütige Sendung zeigt die Auftritte von damals noch einmal: „Dancing Queen“ von ABBA, „Daddy Cool“ von Boney M., „Le Freak“ von Chic. Der junge Michael Jackson begeistert mit seinen Brüdern und „Blame It On the Boogie“ das Musikladen-Publikum. Auch mit dabei sind ein bislang ungesendeter Auftritt von Edwin Starr mit seinem Song „Contact“ und Gloria Gaynor mit ihrem Mega-Hit „I Will Survive“.

Der „Musikladen“ von Radio Bremen war eine legendäre Musiksendung von Radio Bremen, die von 1972 bis 1984 im deutschen Fernsehen lief. Als Nachfolger des „Beat-Clubs“ prägte sie die Jugend- und Musikkultur einer ganzen Generation. Zahlreiche nationale und internationale Stars traten dort auf und machten die Sendung zu einem prägenden Bestandteil der Musik- und Fernsehgeschichte der 1970er und frühen 1980er Jahre.

Regisseur und Mastermind des „Musikladens“ war Mike Leckebusch, der schon in den Vorjahren durch den „Beat-Club“ von Radio Bremen große Bekanntheit erlangte. Er war Vorreiter in der Umsetzung von Musikformaten im deutschen Fernsehen und schuf mit noch nie da gewesenen Videoeffekten eine ganz eigene Bildsprache und setzte jeden Auftritt einmalig in Szene.

Mittwoch, 08.07. / 02:50 Uhr / Queen, „We Are the Champions“ ~ Die Geschichte der größten Sporthymne aller Zeiten
Dokumentation, Deutschland, 2024, ARTEFFL 52 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Lilly Schlagnitweit
Online verfügbar von 07/07/2024 bis 07/07/2027
Wiederholung vom 12.06.2026

Donnerstag, 09.07. / 00:50 Uhr / Hellfest Open Air #2026
Musik, Frankreich, 2026, ARTE F 75 Min.
Regie: DIVERS
Online verfügbar von 09/07/2026 bis 04/07/2027
Erstausstrahlung

Auch 2026 erwartet das Hellfest wieder mehr als 280.000 Metal-Fans aus aller Welt, die höllisch laute Musik lieben. Einer der Top Acts in diesem Jahr ist die US-amerikanische Thrash-Metal-Band Megadeth, deren Konzert ARTE im Fernsehen überträgt. Megadeth wurde 1983 von dem Gitarristen und Sänger Dave Mustaine in Los Angeles gegründet. Die Band gilt als eine der international führenden Thrash-Metal-Formationen und zählt zusammen mit Metallica, Slayer und Anthrax zu den sogenannten Big Four dieser in den 1980er Jahren entstandenen Strömung, die die Extrem-Metal-Szene nachhaltig prägte.

Über die Jahrzehnte entwickelte Megadeth eine sofort wiedererkennbare Klangidentität, deren Kennzeichen die gekonnte Mischung aus instrumentaler Virtuosität, komplexen Kompositionen und scharfen Riffs ist. Technische Präzision, engagierte Texte und Dave Mustaines charakteristische Stimme verleihen den Alben der Band Kultcharakter. Nach 40 Jahren Karriere, 16 Studioalben und über 40 Millionen verkauften Tonträgern zählt Megadeth auch heute noch zu den weltweit einflussreichsten Metal-Bands.

Der Auftritt beim Hellfest 2026 ist ein ganz besonderer Moment in der Geschichte der Band. Ihr jüngstes Album ʺMegadethʺ ist eigenen Angaben zufolge auch ihr letztes und markiert den Schlusspunkt eines wichtigen Kapitels des Thrash Metal. Auch deshalb fieberten die Fans dem Festival entgegen, in dem Wissen, dass sie bei einer der letzten Shows dieser epochalen Metal-Formation dabei sein würden.

Freitag, 10.07. / 23:15 Uhr / Die Akademie
Spielfilm, Deutschland, 2024, WDR 101 Min.
Regie: Camilla Guttner
Drehbuch: Camilla Guttner
Produktion: Schiwago Film, SuperCine, Penned Pictures, Standing Ovations Production, WDR, ARTE, BR
Produzent: Marcos Kantis, Korbinian Kalleder, Josef Brandmaier, Camilla Guttner
Kamera: Luca Bigazzi
Schnitt: Beatrice Babin, Christian Bach
Musik: Ege Ateslioglu
Mit: Maja Bons (Jojo), Luise Aschenbrenner (Siri Grün), Jean-Marc Barr (Prof. Robert Copley), Andreas Lust (Prof. Norbert Roeg), Isolde Barth (Elsa), Christoph Luser (Richard)
Online verfügbar von 03/07/2026 bis 08/10/2026
Erstausstrahlung

Für die 19-jährige Jojo geht ein Traum in Erfüllung: Sie wird an der Münchner Kunstakademie angenommen und darf in der Klasse des berühmten Professors Robert Copley studieren. Doch der ersehnte Aufbruch in die Sphäre der bildenden Kunst wird rasch zum Härtetest. Schon am ersten Tag wird ihr signalisiert, dass sie um ihren Platz kämpfen muss. Die idealistische Studentin gerät in einen Betrieb, der von Selbstinszenierungen geprägt ist; Bewunderung und Erniedrigung liegen oft dicht beieinander, beruhend auf einem Bewertungssystem, das kaum greifbar ist.

In einem toxischen Klima sucht Jojo nach ihrer eigenen künstlerischen Sprache. Intrigen und Missgunst prägen das Verhältnis unter den Studierenden, Freundschaften erweisen sich als brüchig und die Lehrenden nutzen ihre Macht auf unterschiedliche Weise aus. Ein Skandalprofessor überschreitet mit seinen Provokationen regelmäßig Grenzen; der charismatische Copley bleibt als gefeierter Mentor widersprüchlich und unberechenbar. Als Jojos Bilder verschwinden, im Umfeld der Akademie immer wieder ein unheimlicher Mann auftaucht und auch im Privaten Verluste und Enttäuschungen zunehmen, gerät ihr erstes Studienjahr zu einer Krise. Gerade daraus gewinnt ihre Arbeit jedoch eine neue Dringlichkeit.

Camilla Guttner erzählt Jojos Weg als satirisch gebrochenen Bildungsroman und als Blick in einen Mikrokosmos aus künstlerischem Streben und institutionalisierter Grenzüberschreitung. Der Film verbindet groteske Figuren und Milieubeobachtung mit einer zunehmend melancholischen Atmosphäre, die nachdenklich macht.

Zusatzinfo:
Camilla Guttner, die vor ihrem Filmstudium an der Münchner Kunstakademie Malerei studierte, greift für „Die Akademie“ auf eigene Erfahrungen zurück. Zwischen Satire, Künstlerinnenporträt und Coming-of-Age-Drama lebt der Film von der Innensicht der Regisseurin auf den Akademie-Kosmos und vom Unterhaltungswert der teils exzentrischen Nebenfiguren – alles anerkannte Künstler, deren Werke ebenfalls mitspielen. Die im Film von Jojo gefertigten Bilder stammen meist von der Regisseurin selbst. Für ihre Hauptrolle wurde Maja Bons mit dem Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.

Freitag, 10.07. / 00:55 Uhr / Kulturkrieg – Kunst als Waffe
Dokumentation, Deutschland, Ukraine, 2022, ZDF 52 Min.
Regie: Philipp Kohlhöfer
Online verfügbar von 10/07/2026 bis 09/08/2026

Mit ihrem enormen Widerstandswillen gegen den russischen Angriffskrieg hat die Ukraine die Welt überrascht. Dabei kommen Kunst und Kultur eine besondere Bedeutung zu. Denn der Krieg wird auch geführt als Krieg der Narrative und der Informationen. Dabei ist sowohl das ukrainische Nationalgefühl als auch die Kunst stärker geworden, je länger der Krieg dauert. Der Autor Philipp Kohlhöfer begleitet ukrainische Künstler und Künstlerinnen vom Konzertsaal an die Front, vom Bunker ins Atelier und zeichnet ein eindrucksvolles Bild ihrer Kämpfe für ihre Kultur und ihr Überleben als Staat.

Noch nie war ukrainische Kunst und Kultur so vital, so aktuell, aber auch so national. Denn Russland führt einen Krieg, der darauf abzielt, die Ukraine als selbständige Nation zu vernichten. Die Angriffe gelten nicht nur dem militärischen Gegner, sondern auch Museen, Denkmälern, Kirchen und Theatern.

Aber die ukrainischen Künstler und Künstlerinnen wehren sich. Der Film zeigt, wie sie an zwei Fronten kämpfen: im Schützengraben und in der Kunst. Durch ihre Stimmen und ihr Schaffen wird deutlich, wie der Krieg die Kultur beeinflusst und welche Wirkung die Kunst auf den Krieg hat. Kultur spielt eine wichtige Rolle beim Widerstand. Der Autor Philipp Kohlhöfer begleitet die Protagonisten vom Konzertsaal an die Front, vom Bunker ins Atelier und zeichnet ein eindrucksvolles Bild ihrer Kämpfe für ihre Kultur und ihr Überleben als Staat.

Der Film begleitet die ukrainischen Pop-Stars Andrij Khlyvnyuk, Sänger der Band BoomBox, Taras Topolia, den Maler Andrii Yermolenko und die Künstlerin Miriam Nayem. Auch die First Lady der Ukraine, Olena Zelenska, spricht exklusiv über Initiativen, um die Rolle der ukrainischen Kultur international zu stärken.

Freitag, 10.07. / 01:55 Uhr / Martin Margiela: Mythos der Mode
Dokumentarfilm, Belgien, Frankreich, 2019, ARTERTBF 88 Min.
Regie: Reiner Holzemer
Online verfügbar von 03/07/2026 bis 09/08/2026

Der 1957 geborene belgische Modedesigner Martin Margiela inspiriert bis heute viele seiner jüngeren Kolleginnen und Kollegen, ohne sein Gesicht in der Öffentlichkeit gezeigt zu haben. In diesem Dokumentarfilm ergreift er erstmals das Wort, um durch seine Karriere zu führen und interessante Aspekte seines Lebens zu enthüllen. Nach Abschluss des Studiums in Antwerpen startet Margiela seine Karriere als Assistent von Jean Paul Gaultier. Später gründet er mit Jenny Meirens ein eigenes Modeunternehmen: „Maison Martin Margiela“. 20 Jahre und 41 markante Kollektionen später zieht sich einer der einflussreichsten Modeschöpfer leise und ohne öffentliche Verlautbarung zurück.

Margielas konzeptuelle Herangehensweise an die Mode stellt ästhetischen Grundannahmen seiner Zeit infrage. Er gilt als der große Dekonstruktivist der Mode, immer bemüht, die Stufen des handwerklichen Prozesses seiner Kreationen durchschimmern zu lassen. Margiela zeigt das Unfertige und haucht gewöhnlichen Materialien neues Leben ein. 

Sein stilprägender Ideenreichtum und seine Philosophie haben ihn zum Liebling der Avantgarde reifen lassen. Der Filmemacher Reiner Holzemer zeichnet ein faszinierendes Porträt eines „Banksys der Modewelt“. Margielas Anonymität bleibt gewahrt, doch der Klang seiner Stimme und die Bewegungen seiner Hände erzählen eine sehr persönliche Geschichte.

Im Film kommen neben anderen Jean Paul Gaultier, Carine Roitfeld, die Trendforscherin Lidewij Edelkoort, die „New York Times“-Modekritikerin Cathy Horyn und der Modehistoriker Olivier Saillard zu Wort. Den Soundtrack komponierte die belgische Band dEUS.

Freitag, 10.07. / 03:35 Uhr / Bilder allein zuhaus: Der Verzweifelte, Gustave Courbet – Zensur
Serie, Frankreich, 2022, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 30/08/2023 bis 31/08/2028

Courbet ist außer sich: ʺDer Ursprung der Weltʺ, eines seiner Meisterwerke, wurde soeben wegen Darstellung von Nacktheit von Facebook, Twitter und Instagram gelöscht. Noch unter Schock vertraut er sich einem Straßenreporter an.

Zusatzinfo:
Die Kurzfilmserie nimmt mit humorvollen Nachstellungen Meisterwerke der Malerei unter die Lupe. Von Paul Cézanne bis hin zu Roy Lichtenstein – werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielerinnen und Schauspielern zum Leben erweckt, die wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. ARTE zeigt die vierte Staffel.


Samstag, 11.07. / 05:15 Uhr / Kosmos Ligeti
Dokumentation, Deutschland, 2023, ZDF 52 Min.
Regie: Herbert Eisenschenk
Online verfügbar von 25/06/2026 bis 23/09/2026

Seine Musik wühlt auf, verstört und fasziniert: György Ligeti gehört zu den wenigen radikal innovativen Komponisten. Einem breiten Publikum wurde er bekannt, als Stanley Kubrick seine Werke in seinen Filmklassikern verwendete. In der Dokumentation geben Ligetis Witwe Vera und sein Sohn Lukas einen tiefen Einblick in Leben und Geschichte eines kompromisslosen Menschen. Jan Harlan, der Schwager des Regisseurs Stanley Kubrick, spricht von dessen Liebe zu Ligetis Musik. Und die Bratschistin Tabea Zimmermann erzählt von den Herausforderungen, die es bedeutet, ein Werk Ligetis einzustudieren.

György Ligeti machte es seinen Interpreten nicht einfach, denn seine Musik gilt als besonders schwierig zu spielen. Ohne Virtuosität ist ihr nicht beizukommen. Aber Ligetis Musik ist durch ihre Eindringlichkeit auch einem breiteren Publikum zugänglich. Bekannt wurde er, als der Regisseur Stanley Kubrick Ligetis Werke in seinen Filmklassikern verwendete.

Vera Ligeti, seine Witwe, und sein Sohn Lukas geben einen tiefen Einblick in Leben und Geschichte eines kompromisslosen Menschen. Eine Geschichte, die oft mit Entbehrung und Überlebensglück verbunden war. Geboren 1923 in Târnăveni, in der damals rumänischen Region Siebenbürgen, floh der Komponist später nach Wien, denn er war überzeugt, dass sich seine Kunst nur in Freiheit entfalten kann.

Der Pianist Dominic Harlan und sein Vater Jan Harlan, Schwager von Stanley Kubrick, berichten, wie Ligetis Musik den Weg in die Filme des Regisseurs fand. Der Organist Franz Danksagmüller zeigt die ungewöhnlichen Klänge, die Ligetis Komposition der Orgel entlockt. Und die Bratschistin Tabea Zimmermann, eine der wenigen, denen Ligeti ein persönliches Werk gewidmet hat, erzählt von den Herausforderungen, die es bedeutet, ein solches Stück einzustudieren.

Samstag, 11.07. / 20:15 Uhr / Die Kaisermacherin – Sisis Schwiegermutter Sophie
Dokumentation, Deutschland, Österreich, 2025, BR 53 Min.
Regie: Martin Koddenberg
Online verfügbar von 04/07/2026 bis 09/10/2026
Erstausstrahlung

Erzherzogin Sophie ist die zentrale Machtfigur der Habsburger im 19. Jahrhundert. Mit politischem Instinkt und unerschütterlicher Disziplin formt sie ihren Sohn Franz Joseph zum Kaiser. Mit Sisi gerät sie heftig aneinander – die Welten der beiden Frauen könnten kaum gegensätzlicher sein. Der Film porträtiert eine Frau, die die Geschicke der Dynastie entscheidend prägte.

Samstag, 11.07. / 21:05 Uhr / Sisi – Die Getriebene
Dokumentation, Österreich, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Stefan Ludwig
Mit: Sunnyi Melles (Kaiserin Elisabeth), Alexander E. Fennon (Alexander Warsberg), Clemens Aap Lindenberg (Kaiser Franz Joseph), Eszter Hollosi (Marie Festetics)

Kaiserin Elisabeth von Österreich sucht zeitlebens nach Freiheit und Sinn. Im Achilleion auf Korfu, einem romantischen Palast am Ionischen Meer, hofft sie, eine Heimat für ihre rastlose Seele zu finden. Das Dokudrama zeigt Elisabeth als widersprüchliche, moderne Frau jenseits der bekannten „Sisi“-Romantik – eindrucksvoll verkörpert von Sunnyi Melles.

Samstag, 11.07. / 22:00 Uhr / Mozart: Die Zauberflöte (Festival d’Aix-en-Provence 2026)
Oper, Frankreich, 2026, ARTE F 190 Min.
Regie: François-René Martin
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Inszenierung: Clément Cogitore
Dirigent: Leonardo García-Alarcón
Orchester: Cappella Mediterranea
Chorleitung: Thibaut Lenaerts
Chor: Chœur de chambre de Namur, Knabenchor der Chorakademie Dortmund
Choreographie: Evelin Facchini
Libretto: Emanuel Schikaneder
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Alban Ho Van
Kostüme: Wojciech Dziedzic
Licht: Sylvain Verdet
Dramaturgie: Simon Hatab
Moderation: Saskia de Ville

Mit: Sabine Devieilhe (Die Königin der Nacht), Mauro Peter (Tamino), Ying Fang (Pamina), Brindley Sherratt (Sarastro), Sean Michael Plumb (Papageno), Edwin Crossley-Mercer (Der Sprecher), Alix Le Saux (Erste Dame), Ashley Dixon (Zweite Dame), Adriana Bignagni Lesca (Dritte Dame), Emma Fekete (Papagena), Rodolphe Briand (Monostatos)

Erstausstrahlung

Seit Jahren zählt „Die Zauberflöte“ zu den meistgespielten Opern beim Festival in Aix-en-Provence. Nach acht Jahren kehrt Mozarts Werk nun zurück auf den Spielplan. Clément Cogitore inszeniert die Handlung als moderne Coming-of-Age-Geschichte: Tamino und Pamina verlassen die Welt der Kindheit und treten ein in eine Realität, in der Schönheit zerbrechlich und Wahrheit ungewiss ist.

„Die Zauberflöte“ entwirft das Bild einer utopischen Gemeinschaft, die Sarastro als Gegenentwurf zur nächtlichen Welt verwirklichen möchte. Doch das vermeintliche Happy End entpuppt sich als trügerisch. Der Filmemacher und Künstler Clément Cogitore greift auf Bilder zurück, die im kollektiven Gedächtnis verankert sind, und legt dabei auch ihre Schattenseiten offen. Er verbindet Archivmaterial mit dem Bühnengeschehen, hält den Figuren ihre eigenen Widersprüche vor Augen und schafft so eine vielschichtige Inszenierung.

Die Produktion der 78. Ausgabe des Festivals in Aix-en-Provence besticht durch eine leichte, fast tänzerische Umsetzung, zu der die Choreographin Evelin Facchini entscheidend beiträgt. Besonders reizvoll ist das Zusammenspiel zwischen Darstellern und Videoprojektionen: Cogitores Interpretation wird so auch zur Komödie der Illusionen.

Am Dirigentenpult steht Leonardo García-Alarcón, der mit seinem Ensemble Cappella Mediterranea sowie dem Chœur de chambre de Namur und dem Knabenchor der Chorakademie Dortmund die Aufführung musikalisch gestaltet. Der Dirigent, der als prägende Figur der Barockrenaissance und ausgewiesener Mozart-Experte gilt, bringt „Die Zauberflöte“ hier erstmals auf die Bühne.

Die Besetzung ist prominent: Die französische Sopranistin Sabine Devieilhe, eine der bedeutendsten Stimmen ihrer Generation, übernimmt die Rolle der Königin der Nacht. Der britische Bass Brindley Sherratt verkörpert Sarastro, während der Schweizer Tenor Mauro Peter – bekannt unter anderem von der Pariser Oper – den Tamino gibt. Die chinesische Sopranistin Ying Fang ist als Pamina zu hören, und der amerikanische Bariton Sean Michael Plumb gestaltet seinen Lieblingspart, den schelmischen Papageno, den Cogitore mit lyrischer Zärtlichkeit anlegt.

Die Produktion wurde für ARTE aufgezeichnet und wird am 11. Juli ausgestrahlt. Durch den Abend führt Saskia De Ville.

Samstag, 11.07. / 01:15 Uhr / Leif Ove Andsnes spielt Mozart (Mozarteum Salzburg)
Musik, Deutschland, Österreich, 2022, WDR 44 Min.
Regie: Michael Beyer
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Leif Ove Andsnes
Orchester: Mahler Chamber Orchestra
Mit: Leif Ove Andsnes (Klavier)
Online verfügbar von 08/07/2026 bis 10/08/2026

Der norwegische Starpianist Leif Ove Andsnes und das Mahler Chamber Orchestra haben für das Abschlusskonzert ihres weltweit gefeierten „Mozart Momentum“-Projekts das Mozarteum in Salzburg gewählt. Ein Konzerterlebnis von großer Authentizität. Zur Aufführung kommen das Klavierkonzert Nr. 24 in c-Moll KV 491 und die Zugabe des „Andante“ aus dem Klavierkonzert Nr. 21 in C-Dur KV 467.

Wolfgang Amadeus Mozarts Musik in seiner Geburtsstadt zu erleben, hat seinen ganz besonderen Reiz. Daher überrascht es nicht, dass der norwegische Starpianist Leif Ove Andsnes und das Mahler Chamber Orchestra für das Abschlusskonzert ihres weltweit gefeierten „Mozart Momentum“-Projekts das Mozarteum in Salzburg gewählt haben. Die Aufzeichnung im historischen Gebäude verspricht ein Konzerterlebnis von großer Authentizität.

ʺARTE Maestroʺ ergänzt Mozarts Klavierkonzert Nr. 24 in c-Moll KV 491 und die Zugabe des ʺAndanteʺ aus dem Klavierkonzert Nr. 21 in C-Dur KV 467 um Impressionen vor Ort und Gespräche mit Leif Ove Andsnes.

Das Programm im Überblick:
– Mozarts Konzert Nr. 24 in c-Moll für Klavier und Orchester KV 491
– ʺAndanteʺ aus Mozarts Konzert Nr. 21 in C-Dur KV 467

Sonntag, 12.07. / 15:15 Uhr / Disco für alle! Wie ein Sound die Welt veränderte
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentarfilm, Kanada, 2024, ARTE F 100 Min.
Regie: Peter Mishara, Omar Majeed
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 28/12/2026
Wiederholung vom 01.07.2026

Sonntag, 12.07. / 17:50 Uhr / Lang Lang spielt Camille Saint-Saëns
Mit Andris Nelsons & dem Gewandhausorchester
Musik, Deutschland, 2023, ZDF 43 Min.
Regie: Beatrix Conrad
Komponist: Camille Saint-Saëns, Johann Sebastian Bach
Dirigent: Andris Nelsons
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Mit: Lang Lang (Klavier)
Online verfügbar von 12/07/2026 bis 10/10/2026

Nach seiner intensiven Auseinandersetzung mit Johann Sebastian Bach widmet sich Starpianist Lang Lang nun dem Werk von Camille Saint-Saëns, der seinerseits sehr von der Musik des Thomaskantors beeinflusst war. Im Mittelpunkt des Abends im Leipziger Gewandhaus steht das 2. Klavierkonzert in g-Moll, das Saint-Saëns 1868 höchstpersönlich dort aufgeführt hat.

Die Uraufführung in Paris wenige Wochen zuvor hatte noch unter keinem guten Stern gestanden; das Leipziger Konzert, mit Camille Saint-Saëns als Solist, wurde dagegen zu einem überwältigenden Erfolg. Mit der überraschenden Solokadenz am Beginn des ersten Satzes, die wie eine Hommage an die Musik Johann Sebastian Bachs scheint, zeigte sich Saint-Saëns einmal mehr als äußerst origineller Komponist, der sich nicht von Konventionen und überkommenen Formen einengen lässt. Dazu war er ein überragender Pianist, und so verlangt das Konzert vom Interpreten geradezu übermenschliche Fertigkeiten.

Wie Camille Saint-Saëns waren auch Max Reger, Gustav Mahler, Edward Elgar und Joachim Raff von der Musik Bachs begeistert. Und wie Saint-Saëns arbeiteten auch sie, mit Ausnahme von Elgar, mehrfach mit dem Gewandhausorchester. In dieser Zeit einer alle anderen Künste überragenden Musikkultur (und lange bevor die Idee eines „Originalklangs“ geboren wurde) war es gang und gäbe, die Musik früherer Komponisten zu bearbeiten – auch die von Johann Sebastian Bach. So entstanden faszinierende Arrangements und Instrumentierungen, die, unter Ausnutzung sämtlicher Klangfarben des modernen Orchesters, die kontrapunktischen Verflechtungen der Originalwerke Bachs bis in ihre kleinsten Verzweigungen ganz neu beleuchten.

Sonntag, 12.07. / 20:15 Uhr / Ganz oder gar nicht (The Full Monty)
Schwerpunkt: Summer of Disco
Spielfilm, Großbritannien, 1997, ARTE F 86 Min.
Regie: Peter Cattaneo
Drehbuch: Simon Beaufoy
Produktion: Redwave Films
Produzent: Uberto Pasolini
Kamera: John de Borman
Schnitt: David Freeman, Nick Moore
Musik: Anne Dudley

Mit: Robert Carlyle (Gaz), Tom Wilkinson (Gerald), Mark Addy (Dave), Lesley Sharp (Jean), Emily Woof (Mandy), Steve Huison (Lomper), William Snape (Nathan), Paul Barber (Horse), Hugo Speer (Guy)

Online verfügbar von 12/07/2026 bis 19/07/2026

In der früheren Industriestadt Sheffield halten sich Gaz und Dave, zwei ehemalige Stahlarbeiter, nur mühevoll über Wasser. Um Geld aufzutreiben, wollen sie mit alten Kollegen eine Striptease-Show nach dem Vorbild der Chippendales auf die Bühne bringen – und anders als die Profi-Stripper wirklich alles zeigen. Zwar können sie nicht tanzen und sind nicht gerade durchtrainiert …

Nachdem ein altes Werbevideo eine bunte Vorstellung der Stadt Sheffield in den 1970er Jahren mit ihren qualmenden Hochöfen und der brummenden Schwerindustrie gegeben hat, setzt die Handlung in der tristen Realität der 1990er Jahre ein: Die Stahlwerke sind weitgehend stillgelegt; die Freunde Gaz und Dave sind arbeitslos und halten sich mit kleinen Diebstählen über Wasser. Es reicht noch nicht einmal, um das Geld für Gaz‘ Unterhaltszahlungen aufzutreiben. Doch dann fällt den Freunden eine Schlange von Frauen auf, die für eine Show der Chippendales anstehen. Gaz und Dave beschließen, ihre ehemaligen Arbeitskollegen zu motivieren, mit ihnen eine eigene Striptease-Show auf die Bühne zu bringen. Dazu überreden sie zunächst ihren ehemaligen Vorabeiter Gerald, der mit seiner Frau einen Tanzkurs besucht und deshalb prädestiniert für den Job des Choreographen scheint. Langsam findet sich eine bunte Truppe beruflich gescheiterter Männer zusammen, die, bis auf eine Ausnahme, kein gottgegebenes Talent zum Tanzen besitzen. Erschwerend kommt hinzu, dass Gaz ungeachtet des Schamgefühls seiner wenig körperbewussten Mitstreiter überall herumerzählt, dass man anders als die US-Stripper „the full monty“ gehen wolle – sprich, sich komplett ausziehen werde. Als dann auch noch mehrere Tänzer bei den Proben in einer gesperrten Lagerhalle erwischt werden und der Polizei nur knapp in ihren noch knapperen String-Tangas entkommen, steht das Projekt vor dem Ende. Doch was keiner erwartet hat: Eine unerschütterliche Schar weiblicher Fans akzeptiert kein Nein …

Zusatzinfo:
„Ganz oder gar nicht“ war im Jahr 1997 der Überraschungserfolg des europäischen Kinos. Zusammen mit Filmen wie „Riff-Raff“ von Ken Loach und „Brassed Off“ von Mark Herman wurde eine eigene Marke geprägt: die britische Arbeiter-Tragikomödie als Antwort auf die ökonomischen und gesellschaftlichen Verwerfungen der Thatcher-Ära. Auf brillante Drehbücher gestützt, standen die Filme genauso kämpferisch für die Rechte und die Würde der Arbeitslosen ein, wie sie auf der anderen Seite eine komische Pointe nach der anderen bereithielten. Zahlreiche Bühnenfassungen mehrten den Kultstatus des Films.

Sonntag, 12.07. / 21:40 Uhr / Helden der Nacht
(We Own the Night)
Schwerpunkt: Summer of Disco
Spielfilm, USA, 2007, ARTE F 113 Min.
Regie: James Gray
Drehbuch: James Gray
Produktion: 2929 Productions, Industry Entertainment
Produzent: Nick Wechsler, Marc Butan, Mark Wahlberg, Joaquin Phoenix
Kamera: Joaquin Baca-Asay
Schnitt: John Axelrad
Musik: Wojciech Kilar

Mit: Joaquin Phoenix (Robert Grusinsky/Bobby Green), Mark Wahlberg (Joseph Grusinsky), Eva Mendes (Amada Juarez), Robert Duvall (Burt Grusinsky), Moni Moshonov (Marat Buzhayev), Alex Veadov (Vadim Nezhinski)

Online verfügbar von 12/07/2026 bis 19/07/2026

Robert Grusinsky alias Bobby Green lebt zwischen zwei Welten: einerseits Nachtclubmanager im „El Caribe“, andererseits Sohn einer Polizistenfamilie. Er gerät zwischen die Fronten, als sein Bruder Joseph mit den Kollegen vom NYPD bei einer Drogenrazzia seinen Club stürmt und daraufhin beinahe getötet wird. Der Polizei-Thriller feierte 2007 seine Weltpremiere in Cannes.

New York, 1980er Jahre: Robert Grusinsky alias Bobby Green bewegt sich zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite das aufregende Leben als Manager des Szeneclubs „El Caribe“ mit Partys, Drogen und seiner attraktiven Freundin Amada. Auf der anderen Seite sein Vater Burt und sein Bruder Joseph, beide erfolgreiche Ermittler beim New Yorker Police Department und tief enttäuscht von Bobbys Lebenswandel.

Als schwarzes Schaf der Familie findet der Nachtschwärmer in seinem betagten Chef, dem russischen Clubbesitzer Marat Buzhayev, und dessen Clan eine Art Ersatzfamilie. Zu diesem Kreis gehört auch Vadim Nezhinski, Buzhayevs Neffe, einer der einflussreichsten Drogendealer New Yorks. Er versucht, Bobby für den Kokainhandel anzuwerben. Als Bobbys Bruder Joseph bei einer Drogenrazzia seinen Club stürmt, wird er danach auf offener Straße angeschossen und kommt beinahe ums Leben.

Bobby weiß sofort, wer hinter dem Angriff steckt: Es ist ein Racheakt des nun inhaftierten Vadim Nezhinski. Bobby gerät zwischen die Fronten – und entscheidet sich schließlich, als Lockvogel der Polizei in das Kokaingeschäft einzusteigen und verdeckt gegen seine einstigen Freunde zu arbeiten. Der Film bietet Einblick in die gewalttätige Welt des Drogenhandels in New York City.

Zusatzinfo:
Der glänzend besetzte und fesselnde Polizei-Thriller erlebte 2007 seine Weltpremiere im Wettbewerb von Cannes. Er liefert nicht nur Einblick in den Kampf der New Yorker Polizei gegen die Drogenbarone der Stadt, sondern verführt auch in das Lebensgefühl und den Charme der 1980er Jahre in der Metropole. Der US-amerikanische Film von Regisseur James Gray wurde in Frankreich für die Goldene Palme und für den César nominiert. Er brilliert mit einem hervorragenden Ensemble, angeführt von Joaquin Phoenix, Mark Wahlberg, Eva Mendes und Robert Duvall.

Sonntag, 12.07. / 23:35 Uhr / Music Queer: Bronski Beat – Smalltown Boy
Serie, Frankreich, 2024, ARTE F 3 Min.
Regie: Amandine Fredon, Rebecca Manzoni
Online verfügbar von 20/06/2026 bis 01/03/2031
Erstausstrahlung

Ein Songtext wie ein Filmskript: „Smalltown Boy“ von Bronski Beat handelt von einem jungen Schwulen, der seine Heimatstadt verlassen muss, um Ausgrenzung und Gewalt zu entgehen.

Sonntag, 12.07. / 23:40 Uhr / Vanessa Wagner & Friends ~ Sur Mesure
Musik, Frankreich, 2025, ARTE F 53 Min.
Regie: Christian Beuchet
Choreographie: Kader Attou
Komponist: Philip Glass
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Collectif Scale
Mit: Vanessa Wagner (Klavier)
Online verfügbar von 19/02/2026 bis 06/07/2028
Erstausstrahlung

Die Pianistin Vanessa Wagner hat sich für eine außergewöhnliche Aufführung der „Etudes for Piano“ von Philip Glass mit der Zirkusartistin Chloé Moglia, dem Choreographen Kader Attou, den Tänzerinnen und Tänzern der Compagnie Accrorap und dem Bühnenbild-Kollektiv Scale zusammengeschlossen.

Für ʺParis sur Mesureʺ bringt Vanessa Wagner die Klavieretüden des US-amerikanischen Komponisten Philip Glass in der Version ihres eigenen Albums ʺPhilip Glass: The Complete Piano Etudesʺ auf die Bühne. Für die Künstlerin ist jedes der Stücke eine eigene Welt voller Bewegung und Klangfarben, eine Architektur aus Wiederholungen und sich aufbauenden geometrischen Strukturen. Zugleich hinterfragt die gefühlvolle Musik gerade durch ihre repetitive und beständige Ausarbeitung die Vorstellungen von Raum und Zeit. Dadurch lässt sie sich wunderbar mit den Tanzbewegungen vereinen.

Vanessa Wagner hat verschiedene Kunstschaffende aus Tanz und Performancekunst dazu eingeladen, die Musik von Philip Glass aus deren Perspektive zu betrachten: Chloé Moglia (Trapezkünstlerin, Choreographin und Tänzerin), Kader Attou (Tänzer und Choreograph) und seine Compagnie Accrorap (eine der ältesten französischen Hip-Hop-Tanzgruppen). Die Begegnung von Musik und Tanz wird vom Kollektiv Scale unterstützt, das in seinen Bühnenbildern Technologie, Erzählkunst und Sensibilität vereint.

Aufzeichnung vom 21. November 2025 im Großen Saal des Studio Kremlin, Le Kremlin-Bicêtre.

Sonntag, 12.07. / 00:35 Uhr / Romy und Alain: Die ewigen Verlobten
Dokumentation, Frankreich, 2022, ARTE 52 Min.
Regie: Olivier Monssens
Online verfügbar von 05/07/2026 bis 31/07/2026

Er war die männliche Schönheit in Person, sie war strahlend und fröhlich. Sie stand für „Sissi“, er für den „Leoparden“. Das Paar Romy Schneider–Alain Delon ging ins kollektive Gedächtnis ein, obwohl es nur fast fünf Jahre zusammen war. Die Dokumentation wirft einen neuen Blick auf die beiden Ikonen der Filmgeschichte.

Romy Schneider und Alain Delon: ein legendäres Paar voller Gegensätze. Sie verkörperte meist offenherzige Rollen, während er eher unnahbar wirkte. Die Liebesbeziehung zwischen den beiden verlief so leidenschaftlich und stürmisch, dass sie ins kollektive Gedächtnis einging, obwohl sie nur fast fünf Jahre dauerte. Obwohl beide später mit anderen Partnern verheiratet waren, kamen sie nie wirklich voneinander los.

Ihre Leidenschaft zeigte sich nochmals in Jacques Derays Kultfilm ʺDer Swimmingpoolʺ (1969). Damals waren die beiden Schauspieler schon seit längerem getrennt, einander jedoch weiterhin verbunden. Romy Schneider verdankte ihre Besetzung in ʺDer Swimmingpoolʺ der Initiative von Alain Delon, der seinerseits zehn Jahre zuvor als damals noch unbekannter Nachwuchsdarsteller an der Seite des schon hochberühmten ʺSissiʺ-Stars seine erste große Filmrolle gespielt hatte.

Für Alain Delon blieb das innere Band auch nach Romy Schneiders Tod am 29. Mai 1982 bestehen. Davon zeugt sein Abschiedsbrief: ʺOft stellten wir einander die typische Frage der Liebespaare: ‚Wer hat sich zuerst verliebt, du oder ich?‘ Wir zählten bis drei und antworteten: ‚Weder du noch ich! Zusammen!‘ Bei dir habe ich ein wenig Deutsch gelernt: ‚Ich liebe dich‘. Je t’aime. Je t’aime, ma Puppele.ʺ

Die Dokumentation setzt den Schwerpunkt auf das legendäre Paar. Bisher unveröffentlichte Aussagen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die Romy und Alain in Frankreich und Deutschland nahestanden, eröffnen eine neue Sicht auf die beiden Ikonen der Filmgeschichte.

Sonntag, 12.07. / 02:25 Uhr / Nino Haratischwili: „Georgien hat mich nie verlassen“
Dokumentation, Deutschland, 2022, RB 52 Min.
Regie: Eva Gerberding
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 27/09/2026

Die in Georgien geborene Schriftstellerin Nino Haratischwili ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen in Deutschland. Ihr Roman „Das mangelnde Licht“ handelt auf mehr als 800 rauschhaften Seiten von einem Land am Rande Europas, einem Land am Rande Russlands und einem Krieg. Die Dokumentation taucht mit Archivmaterial, Interviews und kleinen Spielszenen ein in das Georgien der 1990er Jahre.

Über 500.000 Exemplare wurden allein im deutschsprachigen Raum von ihrem Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“ verkauft. Das etwa 1.200 Seiten starke Epos wurde mittlerweile in über 25 Sprachen übersetzt und vielfach preisgekrönt. Seit diesem Roman hat die georgische Schriftstellerin Nino Haratischwili, die in Deutschland lebt, bereits mehrere Werke veröffentlicht.

„Das mangelnde Licht“ handelt von einem Land am Rande Europas, von einem Land am Rande Russlands und von einem Krieg. Der im Februar 2022, kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine, erschienene Roman spielt abermals in Georgien, in Tiflis in der Umbruchzeit der 1990er Jahre. Die Bevölkerung macht die Erfahrung, dass Kriminalität immer mehr die Staatsgewalt ersetzt und der Staat für seine Bürger keinerlei Sicherheit mehr garantieren kann. Der Alltag gleicht einem Überlebenskampf.

Auf mehr als 800 rauschhaften Seiten erzählt Haratischwili von vier jungen Frauen durch eine klug mit der Gegenwart verschränkte Retrospektive. Drei der vier Freundinnen treffen sich 2019 in Brüssel bei einer Fotoausstellung der Kriegsreporterin Dina nach vielen Jahren wieder. Es sind Schwarz-Weiß-Fotos, Bilder aus der Zeit ihrer Jugend, die dem Roman den Takt geben. Anhand der Bilder wird in Rückblenden die gemeinsame Geschichte durch die Ich-Erzählerin Keto erinnert.

Eva Gerberding hat Nino Haratischwili nach Tiflis begleitet. Die Dokumentation taucht mit Archivmaterial, Interviews und kleinen Spielszenen in das Georgien der 1990er Jahre ein.

Sonntag, 12.07. / 03:15 Uhr / Glück ist mein Name ~ Eine Stimme gegen Femizid
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2022, BR 80 Min.
Regie: Ayse Toprak, Nick Read
Online verfügbar von 12/07/2026 bis 11/08/2026

Die aufstrebende Popsängerin Mutlu Kaya (Mutlu bedeutet „glücklich“ auf Türkisch) entkommt ihrer versuchten Ermordung nur knapp. Fünf Jahre später wird ihre Schwester ermordet. Trotz lebensverändernder Verletzungen macht sich Mutlu auf die Suche nach Gerechtigkeit und will ihre Stimme als Sängerin wiederfinden.

„Glück ist mein Name“ erzählt die inspirierende Geschichte eines kurdischen Teenagers: Mutlu Kaya stammt aus einer abgelegenen Gemeinde im Südosten der Türkei. Im Alter von 19 Jahren stand sie kurz vor dem Ruhm, als sie das Finale von „Turkey’s Got Talent“ erreichte. Tage später wurde sie von einem Mann angeschossen, der versuchte, sie zu entführen. Trotz aller Widrigkeiten überlebte Mutlu, aber mit lebensverändernden Verletzungen und einer Kugel im Kopf.
    Auch nach ihrer Genesung kann Mutlu der Realität der eskalierenden Angriffe auf türkische Frauen nicht entkommen: Ihre Betreuerin und Schwester Dilek wird von ihrem Freund getötet und eine Nachbarin wird von ihrem Verlobten ermordet. Trotz ihrer Behinderung kämpft Mutlu unerbittlich um Gerechtigkeit für ihre Schwester, unterstützt von ihrer stets loyalen Familie: Mutter Hanim, der älteren Schwester Songül und Bruder Hakan.
    In Anlehnung an die Geschichte von Mallalah wendet sich Mutlu an ihre TikTok-Fans und bittet ihre 1,5 Millionen Follower um Unterstützung. Sie drückt ihren berechtigten Zorn durch das Schreiben und Aufnehmen eines sehr persönlichen Protestliedes aus. Mutlu bedeutet „glücklich“ auf Türkisch.

Mitwwoch, 15. 07. / 05:15 Uhr / Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentarfilm, Deutschland, 2026, RB 90 Min.
Autor:in: Michelle Brückner
Online verfügbar von 01/07/2026 bis 29/07/2026

ABBA, Boney M., The Jacksons, Donna Summer, Gloria Gaynor, Ike & Tina Turner, Kool & The Gang, Robin Gibb – alle diese Stars waren in den 1970er und 1980er Jahren im Musikladen von Radio Bremen zu Gast. ARTE bringt nun im Rahmen des „Summer of Disco“ die größten Disco-Klassiker aus dem Musikladen zurück auf den Bildschirm: „Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit“.

Der Musikladen von Radio Bremen hatte schon viele prominente Gäste: Dazu zählten ABBA, Boney M., The Jacksons, Donna Summer, Chic, Ike & Tina Turner, Kool & The Gang sowie Robin Gibb. Im Rahmen des „Summer of Disco“ bringt ARTE die größten Disco-Hits aus dem Musikladen zurück auf den Bildschirm: „Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit“.

Die 90-minütige Sendung zeigt die Auftritte von damals noch einmal: „Dancing Queen“ von ABBA, „Daddy Cool“ von Boney M., „Le Freak“ von Chic. Der junge Michael Jackson begeistert mit seinen Brüdern und „Blame It On the Boogie“ das Musikladen-Publikum. Auch mit dabei sind ein bislang ungesendeter Auftritt von Edwin Starr mit seinem Song „Contact“ und Gloria Gaynor mit ihrem Mega-Hit „I Will Survive“.

Der „Musikladen“ von Radio Bremen war eine legendäre Musiksendung von Radio Bremen, die von 1972 bis 1984 im deutschen Fernsehen lief. Als Nachfolger des „Beat-Clubs“ prägte sie die Jugend- und Musikkultur einer ganzen Generation. Zahlreiche nationale und internationale Stars traten dort auf und machten die Sendung zu einem prägenden Bestandteil der Musik- und Fernsehgeschichte der 1970er und frühen 1980er Jahre.

Regisseur und Mastermind des „Musikladens“ war Mike Leckebusch, der schon in den Vorjahren durch den „Beat-Club“ von Radio Bremen große Bekanntheit erlangte. Er war Vorreiter in der Umsetzung von Musikformaten im deutschen Fernsehen und schuf mit noch nie da gewesenen Videoeffekten eine ganz eigene Bildsprache und setzte jeden Auftritt einmalig in Szene.

Mittwoch, 15.07. / 22:00 Uhr / ABBA Silver, ABBA Gold
Dokumentation, USA, 2023, ARTE 52 Min.
Regie: Chris Hunt
Online verfügbar von 08/07/2026 bis 13/09/2026

Die Dokumentation feiert gleich zwei ABBA-Jubiläen: ein goldenes für den Sieg beim Eurovision Song Contest 1974 sowie den Beginn ihrer Weltkarriere mit ʺWaterlooʺ (1974) und ein silbernes, denn 1999 erlebte ʺMamma Mia!ʺ als Bühnenmusical seine Premiere im Londoner West End. ʺABBA Silver, ABBA Goldʺ erzählt die Geschichte der schwedischen Band ganz neu mit exklusiven Interviews und Filmsequenzen mit allen vier Mitgliedern anhand von seltenem Archivmaterial – und natürlich mit jeder Menge ABBA-Songs.

Es gibt viel Neues von ABBA, darunter ihr aktuelles Album und die neue Konzertshow „ABBA Voyage“. Der Produzent Chris Hunt kennt die Band seit ihren Anfängen und gewährt einen Blick hinter die Kulissen. Der Film erzählt die Geschichte von ABBA von den Anfängen bis zum Erfolg mit „Mamma Mia!“. Trotz Trennungen arbeiteten sie weiter zusammen, einige ihrer besten Songs entstanden aus dem Scheidungsschmerz heraus. Nach ihrer Trennung 1982 verfolgten sie verschiedene Soloprojekte, kehrten aber 2021 mit dem Album „Voyage“ und einer Bühnenshow zurück, die das Publikum begeistert.

Cher, Andy García, ESC-Gewinnerin Lulu, Moderator Paul Gambaccini, Choreographin Arlene Phillips, Modedesigner Owe Sandström, Regisseur Lasse Hallström, Toningenieur Michael Tretow und viele weitere kommen in der Dokumentation zu Wort. 

Außerdem sind einige der größten ABBA-Hits zu hören, darunter ʺSOSʺ, ʺMamma Mia!ʺ, ʺFernandoʺ, ʺDancing Queenʺ, ʺGimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)ʺ, ʺKnowing Me, Knowing Youʺ, ʺThe Winner Takes It Allʺ und ʺThank You For the Musicʺ.

Die Dokumentation erzählt die Geschichte von ABBA bis zu ihrer Trennung 1982 – und darüber hinaus. So wird ausführlich beleuchtet, wie das Musical ʺMamma Mia!ʺ entwickelt und auf die Bühne gebracht wurde, wie es zu einem der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten wurde und in den ersten 25 Jahren mit über vier Milliarden Dollar – Bühnenshow und Filme zusammengerechnet – mehr Geld eingespielt hat als ABBA zu ihren besten Zeiten.

Und sie geht auch dem Erfolg von ʺABBA Voyageʺ auf den Grund, mit vielen spannenden Einblicken hinter die Kulissen und in die Entstehung der spektakulären Avatar-Show. Keine andere Formation ist so nachhaltig erfolgreich und bis heute ungebrochen populär wie ABBA. Die Dokumentation feiert daher nicht nur das Jubiläum der schwedischen Erfolgsband, sondern auch den wohl einzigartigsten Pop-Act der Musikgeschichte.

Mittwoch, 15.07. / 22:55 Uhr / ABBA ~ Wembley-Arena, 1979
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Schweden, 1979, ARTE F 52 Min.
Regie: Urban Larsson
Online verfügbar von 03/02/2026 bis 14/08/2026

Die Dokumentation wurde 1979 während der ABBA-Tournee durch Nordamerika und während des Konzerts im Londoner Wembley-Stadion gedreht. In HD restauriert, ist ʺABBA in Concertʺ ein einzigartiges Erlebnis. Die 1972 gegründete schwedische Band feierte Mitte der 1970er Jahre ihren internationalen Durchbruch. Auf und hinter der Bühne begleitet die Kamera die Band und zeigt sie hautnah bei Hits wie ʺWaterlooʺ, ʺTake a Chance on Meʺ, ʺVoulez-Vousʺ, ʺGimme! Gimme! Gimme!ʺ, ʺKnowing Me, Knowing Youʺ und ʺDancing Queenʺ. Von der Ankunft am Flughafen bis zum Einsingen hinter den Kulissen geben die Bandmitglieder Einblicke in unterschiedlichste Facetten des Tour-Alltags.

Die einzige Livekonzert-Doku mit der legendären Popgruppe ABBA: Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad gründeten ABBA 1972 und gewannen zwei Jahre später mit „Waterloo“ den Eurovision Song Contest. Danach eroberten sie die internationalen Charts und verkauften im Laufe der Zeit über 100 Millionen Tonträger.

„ABBA in Concert“ entstand 1979 und zeigt Aufnahmen ihres legendären Konzerts in der Londoner Wembley-Arena. Vor einem begeisterten Publikum gibt die vierköpfige Band in bunten Ganzkörperanzügen einige ihrer größten Hits zum Besten. Auf der Setlist stehen „Waterloo“, „Take a Chance on Me“, „Voulez-Vous“, „Chiquitita“, „I Have a Dream“, „Gimme! Gimme! Gimme!“, „Knowing Me, Knowing You“, „Summernight City“, „Dancing Queen“, „Does Your Mother Know“ und „Hole in Your Soul“.

Die Kamera begleitet die Band nicht nur auf der Bühne, sondern auch beim Einsingen hinter den Kulissen, auf der Landebahn und unterwegs. Die Anstrengung der Auftritte, die Begeisterung des Publikums und der Zusammenhalt des Teams werden spürbar. Seit über 50 Jahren finden ABBA immer wieder neue Fans und gehören damit zu den ungewöhnlichsten und langlebigsten Pop-Acts überhaupt. Die Livekonzert-Doku wurde in HD-Auflösung restauriert.
Aufzeichnung vom 9. November 1979 in der Wembley-Arena, London.

Freitag, 17.07. / 21:45 Uhr / Joe Cocker – Mad Dog with Soul
Dokumentation, Großbritannien, 2016, ZDF 55 Min.
Regie: John Edginton
Online verfügbar von 27/03/2026 bis 25/06/2026

Mit Hits wie ʺUnchain My Heartʺ, ʺYou Are So Beautifulʺ und ʺYou Can Leave Your Hat Onʺ wurde Joe Cocker schon zu Lebzeiten zur Legende. Seine Stimme und sein außergewöhnliches Talent begeisterten Millionen Menschen über fünf Jahrzehnte hinweg. Mitte der 1970er Jahre fiel Cocker jedoch in ein tiefes Loch, aus dem er erst Jahre später mit Hilfe einiger beharrlicher Freunde herausfand. Vom Alkohol, der ihn beinahe zerstört hätte, kam er nicht ganz los – doch es gelang ihm, die Sucht in den Griff zu bekommen und eine zweite Karriere zu starten. Es folgten zahlreiche Erfolge und ausgedehnte Tourneen.

Joe Cocker stand mit den Größen des Showbusiness auf der Bühne – etwa beim Konzert zum 50. Thronjubiläum von Queen Elizabeth II., gemeinsam mit Phil Collins am Schlagzeug und Brian May an der Gitarre. Auch in der DDR trat er auf: Seine Konzerte in Ost-Berlin und Dresden wurden vom Publikum frenetisch gefeiert.

Zusatzinfo:
Für die umfassende Filmbiografie, die Joe Cockers bewegtes Leben Revue passieren lässt – von den wilden Anfängen in Sheffield bis zu den späten Jahren mit seiner Frau auf einer Ranch in Colorado – lässt der preisgekrönte Regisseur John Edginton zahlreiche Weggefährten zu Wort kommen: seinen Bruder, seine Frau Pam, Musikerkollegen und prominente Bewunderer wie Billy Joel. Auch Cocker selbst ist zu hören: in etlichen Interviews, Archivmaterial und Konzertausschnitten, die zum Teil niemals zuvor gezeigt wurden.


Samstag, 18.07. / 00:40 Uhr / Festival von Avignon 2026: Maldoror
Theater, Frankreich, 2026, ARTE F        210 Min.
Inszenierung: Julien Gosselin
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Lisetta Buccellato
Kostüme: Caroline Tavernier
Musik: Guillaume Bachelé, Maxence Vandevelde
Ton: Théo Jonval
Licht: Nicolas Joubert
Video: Jérémie Bernaert, Pierre Martin Oriol
Fernsehregie: Isabelle Julien
Dramaturgie: Eddy D’aranjo, Marie-José Malis

Mit: Guillaume Bachelé, Rita Benmannana, Joseph Drouet, Denis Eyriey, Carine Goron, Jeremy Lewin, Jeanne Louis-Calixte, Cyril Metzger, Victoria Quesnel, Achille Reggiani, Lucile Rose, Maxence Vandevelde

Erstausstrahlung

Worin wurzelt das Böse? In seiner neuen Kreation „Maldoror“ verbindet der renommierte französische Theaterregisseur Julien Gosselin die Welten und Werke von Roberto Bolaño und Lautréamont. Beide Autoren schrieben auf sehr unterschiedliche Weise und in unterschiedlichen Epochen über die Grausamkeit des Menschen. „Maldoro““ zählt zu den Höhepunkten des Theaterfestivals von Avignon 2026.

„Maldoror“ von Julien Gosselin zählt zu den meist erwarteten Produktionen der 80. Ausgabe des Festivals von Avignon und wird im Ehrenhof des Papstpalasts aufgeführt. Zehn Jahre nach seiner Avignon-Adaption von „2666“ widmet sich Gosselin erneut Roberto Bolaño und bringt den chilenischen Schriftsteller mit Lautréamont, einem prägenden französischen Dichter des 19. Jahrhunderts, in einen Dialog. Beide verbindet die Auseinandersetzung mit menschlicher Grausamkeit, ihren Ursprüngen und ihren Grauzonen.

Mit einer Inszenierung an der Schnittstelle von Theater, Film und Performance setzt Gosselin seine literarischen Erkundungen fort. „Maldoror“ spielt im Südamerika der 70er Jahre und fragt nach dem Verhältnis von Schriftstellern und Künstlern zum absoluten Bösen. Das Stück ist in drei Teile gegliedert. Als roter Faden dienen Lautréamonts „Gesänge des Maldoror“. Im ersten Teil steht Roberto Bolaños Roman „Die Naziliteratur in Amerika“ im Zentrum. Im zweiten Teil werden Auszüge aus Bolaños „Die wilden Detektive“, infrarealistische Manifeste, „Der Geist der Science-Fiction“ und „Der unerträgliche Gaucho“ verwendet. Grundlage für den dritten Teil bildet Bolaños Roman „Stern in der Ferne“.
ARTE zeigt eine dreistündige Fassung des großen Theaterevents.

Sonntag, 19.07. / 15:10 Uhr / ABBA Silver, ABBA Gold
Dokumentation, USA, 2023, ARTE        52 Min.
Regie: Chris Hunt
Online verfügbar von 08/07/2026 bis 13/09/2026
Wiederholung vom 15.07.2026

Sonntag, 19.07. / 16:05 Uhr / ABBA ~ Wembley-Arena, 1979
Dokumentation, Schweden, 1979, ARTE F        52 Min.
Regie: Urban Larsson
Online verfügbar von 03/02/2026 bis 14/08/2026
Wiederholung vom 15.07.2026

Sonntag, 19.07. / 17:50 Uhr / Warschau musikalisch ~ Der Palast auf dem Wasser
Musik, Frankreich, 2024, ARTE F        43 Min.
Regie: Christophe Maillet
Online verfügbar von 12/07/2026 bis 17/10/2026
Erstausstrahlung

Der im 18. Jahrhundert im Łazienki-Park errichtete Palast auf dem Wasser zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Warschaus und blieb wie durch ein Wunder von Zerstörungen durch den Krieg verschont. Als Sommerresidenz von Stanisław August Poniatowski angelegt, wurde er zu einem Ort der Kunst und des Wissens. Bei den berühmten „Donnerstagen des Königs“ versammelten sich dort Philosophen, Musiker und Diplomaten aus ganz Europa. Empfänge, Konzerte und Debatten machten den Palast zu einem Treffpunkt führender Köpfe der Aufklärung.

Über die Jahrhunderte überstand das Schloss Invasionen, Teilungen und Kriege. Bis heute steht der Łazienki-Palast für eine polnische Kultur, in der Melancholie und Leidenschaft eng verbunden sind – eine Spannung, die in der Musik Frédéric Chopins besonders eindringlich hörbar wird.

Begleitet von Alain Planès‘ live vor Ort gespielten Chopin-Kompositionen führt die Dokumentation durch die Salons, zu den Fresken und Gartenanlagen des Schlosses. Chopins Musik tritt dabei in einen Dialog mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Vivaldi, Stanisław Moniuszko, Krzysztof Penderecki und Henryk Mikołaj Górecki. Das jährliche Chopin-Festival führt diese Tradition fort und macht Warschau bis heute zu einem Ort lebendiger Musikkultur.

Sonntag, 19.07. / 20:15 Uhr / Saturday Night Fever
Schwerpunkt: Summer of Disco
Spielfilm, USA, 1977, ARD        114 Min.
Regie: John Badham
Drehbuch: Norman Wexler
Autor:in: Nik Cohn
Produktion: Robert Stigwood Organization
Produzent: Robert Stigwood
Kamera: Ralf D. Bode
Schnitt: David Rawlins
Musik: Barry Gibb, Maurice Gibb, Robin Gibb, David Shire

Mit: Barry Miller (Bobby), John Travolta (Tony Manero), Karen Lynn Gorney (Stephanie Mangano), Donna Pescow (Annette), Joseph Cali (Joey), Paul Pape (John-Billy), Bruce Ornstein (Gus), Julie Bovasso (Flo Manero)

Online verfügbar von 19/07/2026 bis 18/08/2026

Tony Manero ist 19 Jahre alt. Er lebt in Brooklyn bei seinen arbeitslosen Eltern und jobbt als Verkäufer in einem Farbengeschäft. Im Gegensatz zu seinem Bruder, der Priester geworden ist, ist Tony der Loser der Familie. Er ist ständig pleite und zieht mit seiner Gang auf der Suche nach Abenteuern um die Häuser. Doch zu mehr als Schlägereien und Frauengeschichten führt das nicht. Keine rosigen Aussichten für den jungen Italo-Amerikaner, wäre da nicht der Samstagabend im „Odyssee 2001 Club“. Dort ist Tony der König der Tanzfläche. Die Mädchen stehen Schlange, um mit ihm zu den Disco-Hits der Bee Gees zu tanzen, aber Tony hat nur Augen für Stephanie, die es geschafft hat, in Manhattan Fuß zu fassen, und außerdem gut tanzen kann. Er möchte mit ihr an einem Tanzwettbewerb teilnehmen und 500 Dollar Preisgeld gewinnen.

Die Proben gestalten sich komplizierter als erwartet. Tony wird sich nach und nach seiner perspektivlosen Existenz bewusst und erkennt, dass daran auch der Gewinn des Tanzwettbewerbs nichts ändern kann.

„Saturday Night Fever“ ist mehr als eine Werbemaßnahme für Diskotheken. Der Tanzfilm zeichnet ein stimmungsvolles Lebensbild der Jugend im Brooklyn der 70er Jahre. Er machte John Travolta zum Star und setzte Trends in Mode und Musik.

Zusatzinfo:
„Saturday Night Fever“ kommt 1977, zur Blütezeit der Disco-Musik, in die Kinos. Die heute legendäre Musik der Bee Gees begeistert die jungen Zuschauer. Sie erkennen sich in den Protagonisten wieder, kopieren Tanzschritte, Frisur und Gangart von John Travolta. 1977 ist aber auch eine Zeit der tiefen sozialen und wirtschaftlichen Krise und der Orientierungslosigkeit. Wie Tony Manero halten sich viele junge Leute mit Gelegenheitsjobs über Wasser und schaffen nicht den Sprung in die Unabhängigkeit. John Travolta erhielt für „Saturday Night Fever“ 1978 eine Oscarnominierung als bester Hauptdarsteller.

Sonntag, 19.07. / 22:10 Uhr / The Bee Gees: How Can You Mend a Broken Heart
Dokumentarfilm, USA, 2020, ARTE        104 Min.
Regie: Frank Marshall
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 28/07/2026
Wiederholung vom 28.06.2026

Sonntag, 19.07. / 23:55 Uhr / Queen, „We Are the Champions“
Die Geschichte der größten Sporthymne aller Zeiten
Dokumentation, Deutschland, 2024, ARTEFFL        52 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Lilly Schlagnitweit
Online verfügbar von 07/07/2024 bis 07/07/2027
Wiederholung vom 12.06.2026

Montag, 20.07. / 02:15 Uhr / Wie eine zweite Haut ~ Die Mode des Azzedine Alaïa
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE        53 Min.
Regie: Olivier Nicklaus
Online verfügbar von 13/07/2026 bis 03/08/2026

Er schuf hautenge Roben aus Leder, Latex und Lycra, die die weibliche Silhouette betonen, jedoch stets auf eine emanzipative und niemals vulgäre Art: Azzedine Alaïa (1935–2017). Er wurde vom tunesischen Bauernsohn zum gefragten Modeschöpfer im mondänen Paris. Seinen Beruf erlernte er als Assistent im Schatten bekannter Namen, schaffte in den 1980er Jahren mit seinen körperbetonten Roben den Durchbruch und erlangte schließlich Weltruhm. Trotz seines großen Erfolgs blieb Alaïa stets ein diskreter und genügsamer Mann, dessen Ziel es war, Frauen mit seiner Mode zu mehr Selbstsicherheit zu verhelfen. Die Dokumentation porträtiert einen großen Modeschöpfer, der bewies, dass sein Handwerk Kunst ist, und zeigt, wie Azzedine Alaïa zu einem großen Couturier wurde.

Azzedine Alaïa wurde 1935 als Sohn eines Weizenbauern in Tunesien geboren. Früh begeisterte sich der Junge für Mode, studierte Bildhauerei an der Kunsthochschule in Tunis und ging schließlich 1956 nach Paris, da Mode in Tunesien nicht als sogenannter Männerberuf galt. In der französischen Hauptstadt erlernte er das Metier als Assistent im Dienst renommierter Privatkundinnen wie Louise de Vilmorin, Arletty und Greta Garbo. Seine Geduld zahlte sich aus: Nach und nach erwarb er sich einen Ruf und Freunde wie Thierry Mugler überzeugten ihn davon, seine eigene Prêt-à-porter-Kollektion zu präsentieren. Besonders in den USA war man begeistert von seiner körperbetonten, eng anliegenden Mode aus Leder, Lycra und Stretch.

Ein Jahrzehnt des Erfolgs begann: In den 1980er Jahren kleidete Alaïa angesagte Popstars wie Grace Jones und Tina Turner, erhielt zwei ʺFashion-Oscarsʺ und richtete sich in einem 5.000 Quadratmeter großen Atelier im mondänen Pariser Marais ein. Dann folgte eine Flaute. Doch Alaïa war noch lange nicht am Ende. In den 2000er Jahren kehrte er mit Hilfe von Prada und Richemont auf die Laufstege zurück – mit schlichteren und zugleich vielfältigeren Entwürfen, die ihn endgültig als Meister seines Fachs auswiesen. Azzedine Alaïa stand für eine Entschleunigung der Mode, unbeeinflusst vom Rhythmus der Branche, die sich in den zeitlosen Schnitten und dem klaren Stil seiner Entwürfe widerspiegelte.

Mit zahlreichen Archivaufnahmen zeichnet der Film das Porträt eines diskreten Modeschöpfers, der mit der Technik eines Bildhauers skulpturale Roben entwarf, immer bescheiden blieb (ʺIch mache lediglich Kleidungsstücke für Frauenʺ) und doch der Welt bewies, dass sein Handwerk große Kunst ist.

Mittwoch, 22.07. /05:15 Uhr / Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentarfilm, Deutschland, 2026, RB        90 Min.
Autor:in: Michelle Brückner
Online verfügbar von 01/07/2026 bis 29/07/2026

ABBA, Boney M., The Jacksons, Donna Summer, Gloria Gaynor, Ike & Tina Turner, Kool & The Gang, Robin Gibb – alle diese Stars waren in den 1970er und 1980er Jahren im Musikladen von Radio Bremen zu Gast. ARTE bringt nun im Rahmen des „Summer of Disco“ die größten Disco-Klassiker aus dem Musikladen zurück auf den Bildschirm: „Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit“.

Der Musikladen von Radio Bremen hatte schon viele prominente Gäste: Dazu zählten ABBA, Boney M., The Jacksons, Donna Summer, Chic, Ike & Tina Turner, Kool & The Gang sowie Robin Gibb. Im Rahmen des „Summer of Disco“ bringt ARTE die größten Disco-Hits aus dem Musikladen zurück auf den Bildschirm: „Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit“.

Die 90-minütige Sendung zeigt die Auftritte von damals noch einmal: „Dancing Queen“ von ABBA, „Daddy Cool“ von Boney M., „Le Freak“ von Chic. Der junge Michael Jackson begeistert mit seinen Brüdern und „Blame It On the Boogie“ das Musikladen-Publikum. Auch mit dabei sind ein bislang ungesendeter Auftritt von Edwin Starr mit seinem Song „Contact“ und Gloria Gaynor mit ihrem Mega-Hit „I Will Survive“.

Der „Musikladen“ von Radio Bremen war eine legendäre Musiksendung von Radio Bremen, die von 1972 bis 1984 im deutschen Fernsehen lief. Als Nachfolger des „Beat-Clubs“ prägte sie die Jugend- und Musikkultur einer ganzen Generation. Zahlreiche nationale und internationale Stars traten dort auf und machten die Sendung zu einem prägenden Bestandteil der Musik- und Fernsehgeschichte der 1970er und frühen 1980er Jahre.

Regisseur und Mastermind des „Musikladens“ war Mike Leckebusch, der schon in den Vorjahren durch den „Beat-Club“ von Radio Bremen große Bekanntheit erlangte. Er war Vorreiter in der Umsetzung von Musikformaten im deutschen Fernsehen und schuf mit noch nie da gewesenen Videoeffekten eine ganz eigene Bildsprache und setzte jeden Auftritt einmalig in Szene.

Mittwoch, 22.07. / 22:05 YMCA – Die Erfindung der Village People
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Deutschland, 2026, RB        52 Min.
Regie: Sascha Schmidt
Online verfügbar von 22/07/2026 bis 21/08/2026
Erstausstrahlung

„Y.M.C.A.“ von den Village People ist ein Welthit mit einer faszinierenden Geschichte: Erfunden von zwei Franzosen, begeisterte die Band mit dem uramerikanischen Image Ende der 1970er sowohl die queere Community, als auch die Mainstream-Popwelt. Doch mit dem Ende der Disco-Ära kam der Absturz. Ein bewegender Film über einen der ungewöhnlichsten Acts der Popgeschichte.

„Y.M.C.A.“ von der Band Village People zählt zu den größten Hits der Popgeschichte. Die Abkürzung bezieht sich auf den Namen der christlichen Bewegung „Young Men’s Christian Association“. Die Dokumentation erzählt die Geschichte hinter dem Welterfolg und zeigt, wie zwei Franzosen die Band mit dem uramerikanischen Image erfanden und zu Weltstars machte. Ausgangspunkt ist das krisengeschüttelte New York der 1970er Jahre, von wo aus sich Disco aus Underground Clubs schnell zum Massenphänomen entwickelte. Auch die beiden französischen Musikproduzenten Henri Belolo und Jacques Morali sind begeistert von der neuen Musik. In New York gründen sie die Village People: Sechs Sänger und Tänzer, die mit ihren Kostümen das popkulturelle Amerika verkörpern. „Jacques und Henri waren fasziniert von Hollywood und dem Mythos von Amerika“, erklärt Randy Jones, der Original-Cowboy der Village People, im Film die Idee hinter den ikonischen Outfits. Produzent Morali ist homosexuell, und auch die Band umgibt das Image einer Gay-Group: Sie spielen mit queeren Codes, erobern den Mainstream und werden wahlweise als Vorbilder der LGBTQI+-Bewegung gesehen oder für den Ausverkauf einer Underground-Kultur verantwortlich gemacht. Auch die Entstehung ihres größten Hits „Y.M.C.A.“ bildet diese Gegensätze ab.

Doch mit dem Ende der Siebziger Jahre kommt es zum Backlash: Bei der Disco Demolition Night werden Tausende Platten zerstört – es ist das Ende der Disco-Ära und auch die Glanzzeit der Village People ist nun vorbei. Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen und erzählt die faszinierende Geschichte einer Band zwischen Kult und Kommerz.

Mittwoch, 22.07. / 23:00 „Disco sucks!“ – Amerikas erster Kulturkampf
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, USA, 2023, ARTE F        52 Min.
Regie: Rushmore DeNoyeer
Erstausstrahlung

Kulturelle Konflikte gehörten in den Vereinigten Staaten schon lange zur Realität, bevor in den 1960er- und 1970er Jahren der Begriff „Kulturkampf“ aufkam. Die „Disco Demolition Night“, zunächst als lokale, provokante Marketingaktion gedacht, wirkte dabei wie ein Katalysator für bestehende soziale Spannungen und verwies bereits auf einen tiefgreifenden kulturellen Wandel.

In den 1970er Jahren erlebten die USA einen tiefgreifenden Kulturwandel, den der rasante Aufstieg der Discomusik zusätzlich beschleunigte. Disco entstand ab 1974 aus Funk, Phillysound und lateinamerikanischen Rhythmen. Zunächst war sie vor allem in Schwulenclubs zu Hause. Den Durchbruch im Mainstream brachte 1977 der Film „Saturday Night Fever“ mit John Travolta: Von da an wurde Disco zur Lieblingsmusik vieler Amerikanerinnen und Amerikaner und verdrängte den Rock von seiner Spitzenposition. Dabei war Disco mehr als ein Musikstil; sie wurde auch zum Ausdruck einer Pride-Bewegung diskriminierter Minderheiten.

Viele Rockfans hielten Disco dagegen für seicht und oberflächlich. „Disco war elektronische Musik, und Discofans mochten Clubs, in die man nicht reinkam, wenn man nicht schick genug angezogen war“, sagte Lee Abrams, Erfinder des Rundfunkformats „Album Oriented Rock“ (AOR). „Rocker hingegen mochten Riesenkonzerte mit echten Drummern und echten Gitarristen. Ihre Uniform war Jeans und T-Shirt. Rocker fanden Disco vor allem deshalb blöd, weil sie sich bedroht fühlten.“

Ihren Höhepunkt erreichten diese Spannungen am 12. Juli 1979 bei der „Disco Demolition Night“ während eines Baseballspiels in Chicago mit rund 50.000 Rockfans, die meisten waren eigens dafür angereist. Bereits während des ersten Spiels flogen Disco-LPs wie Frisbees von den Rängen, mehrere Menschen wurden getroffen und verletzt. Als die Veranstalter zwischen den beiden Spielen eine Kiste mit Disco-Alben sprengten, stürmten die meist weißen Disco-Gegner das Spielfeld, zertrampelten den Rasen und beschädigten die Technik. Erst die Polizei brachte die Lage wieder unter Kontrolle.

„Disco sucks! – Amerikas erster Kulturkampf“ handelt deshalb von weit mehr als Musik. Die Dokumentation zeigt, wie die mächtige Anti-Disco-Bewegung eine kulturelle Spaltung offenlegte, die auch von Rassismus und Homophobie geprägt war.

Mittwoch, 22.07. / 23:50 Uhr / Music Queer ~ Sylvester – You Make Me Feel
Serie, Frankreich, 2024, ARTE F        3 Min.
Regie: Amandine Fredon, Rebecca Manzoni
Online verfügbar von 20/06/2026 bis 01/03/2031
Erstausstrahlung

Ende der 1970er Jahre lief dieser Hit vermutlich in allen Gay-Clubs von San Francisco. Sylvesters androgyne Stimme machte „You Make Me Feel“ zu einer Disco-Hymne für homosexuelle Selbstbehauptung und queere Sichtbarkeit.

Freitag, 24.07. / 03:45 Uhr / Karambolage: Daten auf dem Asphalt / Bayreuther Festspiele
Magazin, Frankreich, 2016, ARTE F        11 Min.
Regie: Claire Doutriaux

(1): Inventar: Die Daten auf dem Asphalt der Pariser Straßen
(2): Das Ritual: Jeanette Konrad hat in ihren Sommerferien einen Abstecher zu den Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth gemacht.
(3): Das Rätsel: Und zum Schluss der Sendung wie immer ein Rätsel!


Samstag, 25.07. / 07:25 Uhr / GEO Reportage: Das Elsass, Land der Orgeln
Reportage, Deutschland, 2021, ARTE 52 Min.
Regie: Vincent Froehly
Online verfügbar von 18/07/2026 bis 23/10/2026

Sie erklingen an ganz besonderen Orten: in Kirchen und manchmal auch in Synagogen. Orgeln scheinen mit ihren mächtigen Klängen Himmel und Erde fast miteinander zu verbinden. Sie zu bauen, ist seit Jahrhunderten eine Kunst. In keiner Region Frankreichs gibt es mehr Orgeln als im Elsass: Von fast 8.000 im ganzen Land finden sich allein im Elsass 1.250 Stück.

Patrick Armand ist Orgelbauer. Er betreibt eine der renommiertesten und ältesten Orgelbau-Manufakturen, die Firma Muhleisen im elsässischen Eschau. In keiner Region Frankreichs gibt es mehr Orgeln als im Elsass: Von fast 8.000 im ganzen Land finden sich allein im Elsass 1.250 Stück. Sie zu bauen und zu restaurieren, ist seit Jahrhunderten eine Kunst.

Die Orgelmanufaktur befasst sich mit vier verschiedenen Aufgaben: der Wartung und Pflege alter Orgeln, dem Neubau, der Restaurierung und mit der sogenannten Ausreinigung, einer Generalüberholung.

Orgelbauer sind oft selbst Organisten, denn sie brauchen für ihr Handwerk die nötigen musikalischen Qualifikationen. Aber auch ein komplexes handwerkliches Können ist essenziell: Sie müssen mit Holz, Eisen, Metalllegierungen und mit anderen edlen und uralten Materialien umgehen können. Die Arbeiten an den einzelnen Projekten sind aufwändig und erstrecken sich meist über mehrere Jahre.

In der Manufaktur Muhleisen ist für eine Kirche in Köln gerade der Neubau einer Orgel in Planung, in Versailles kümmert sich das Team um die Ausreinigung eines Instruments und im nordfranzösischen Amiens wird die Orgel der Kathedrale Notre-Dame komplett überholt. Dafür braucht es viele Spezialistinnen und Spezialisten, die alle ihren Beitrag zur Bewahrung der Instrumente vergangener Jahrhunderte leisten.

„Eine Orgel stirbt nicht,“, sagen die Orgelbauer, „sie ist für die Ewigkeit gedacht.“ Und gerade deshalb ist sie für viele bis heute die „Königin der Instrumente“, die mit ihren mächtigen Klängen Himmel und Erde verbindet.

Samstag, 25.07. / 00:30 Uhr / Young Euro Classic 2025 – Highlights
Musik, Deutschland, 2025, ZDF 64 Min.
Regie: Jörg Thomas Mohr, Torben Jacobsen
Komponist: Edvard Grieg, Jean Sibelius, Johann Sebastian Bach, Antonín Dvořák, Hector Berlioz, Isaac Albéniz, Johann Strauß

Dirigent: Sergey Smbatyan, Katharina Wincor, Vasily Petrenko, Catherine Larsen-Maguire
Orchester: Yerevan Youth Symphony Orchestra, National Youth Orchestra of Romania, Yerevan Youth Symphony Orchestra, Joven Orquesta Nacional de España, National Youth Orchestra of Scotland, European Union Youth Orchestra

Mit: Ioana Cristina Goicea (Violine), Sergei Nakariakov (Trompete)

Online verfügbar von 25/07/2026 bis 23/10/2026
Erstausstrahlung

Große Stars, große Musik und junge Orchester: Wer die Zukunft der Klassik erleben will, kommt im Sommer nach Berlin. Dort zeigt das Festival Young Euro Classic die besten Nachwuchsorchester der Welt. ARTE präsentiert die Highlights, mit Musik von Bach bis Sibelius, Orchestern aus ganz Europa und dem armenischen Yerevan Youth Symphony Orchestra samt Star-Trompeter Sergei Nakariakov.

Es ist ein jugendliches Come-Together der Superlative: Nachwuchsorchester aus aller Welt präsentieren sich jedes Jahr im Sommer zwei Wochen lang ausgelassen und zugleich hochkonzentriert im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Wohl nirgendwo sonst kann man dem orchestralen Nachwuchs in solch einer Breite lauschen und zujubeln. Unterstützt werden die Orchester von hochkarätigen Gästen – am Dirigentenpult oder als Solisten. Vasily Petrenko leitet das European Union Youth Orchestra; die Geigerin Ioana Cristina Goicea beeindruckt mit ihrer hochvirtuosen Interpretation von Sibelius‘ Violinkonzert und der spanische Nachwuchs bringt den Saal mit der Musik von Albéniz zum Glühen. Klassisch gibt sich Star-Trompeter Sergei Nakariakov, der mit dem Yerevan Youth Symphony Orchestra die Musik Bachs interpretiert. Die Sendung präsentiert Höhepunkte der Konzerte, samt eines furiosen Schlussspurts des schottischen Jugendorchesters.

Samstag, 25.07. / 02:55 Uhr / Soundtrack of Arts – Kunst in Pop und Klassik: Louvre, Da Vinci, Will.i.am
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2023, SR 26 Min.
Regie: Axel Fuhrmann
Online verfügbar von 25/06/2026 bis 23/09/2026

In Edward Hoppers weltbekanntem Bild „Nighthawks“ geht die chinesische Popsängerin Jane Zhang auf eine bildstarke filmische Reise durch die Kunstgeschichte. Am Broadway setzt Stephen Sondheim dem Maler Georges Seurat ein Denkmal und die Popikonen Beyoncé und Jay-Z feiern im Louvre das „Black Empowerment“. Rapper Kendrick Lamar und Künstlerin Shantell Martin kreieren ein Gemeinschaftskunstwerk, Claude Debussy vertont ein Bild des Malers Jean-Antoine Watteau und die Band Emerson, Lake and Palmer erinnert mit ihrem Album „Pictures at an Exhibition“ an den längst vergessenen Maler Viktor Hartmann.

Dieser Teil der Reihe zeigt, wie der Louvre, das meistbesuchte Kunstmuseum der Welt, zur Kulisse von Musikvideos wird. Beyoncé, Grande Dame des R’n’B, und ihr Ehemann Jay-Z mieten ihn für den Videodreh ihrer Single „Apeshit“ kurzerhand an. Gekonnt positioniert sich das Künstlerpaar samt Background-Tänzerinnen vor berühmten Werken wie der Mona Lisa, der Venus von Milo oder den Sabinerinnen von Jacques-Louis David. Sowohl die Kunstwerke als auch der Ort werden zum Statussymbol: eine Demonstration von Macht und Einfluss in einem Gebäude, das man auch heute noch als Symbol für weiße Vorherrschaft in der Welt der Kunst verstehen kann.

In Edward Hoppers weltbekanntem Bild „Nighthawks“ geht die chinesische Popsängerin Jane Zhang auf eine bildstarke filmische Reise durch die Kunstgeschichte. Und am Broadway setzt Stephen Sondheim dem Maler Georges Seurat ein Denkmal. Der Rapper Kendrick Lamar und die Künstlerin Shantell Martin kreieren ein Gemeinschaftskunstwerk und Claude Debussy vertont ein Bild des Malers Jean-Antoine Watteau.

Das wohl berühmteste Beispiel bildender Kunst in der Klassik ist „Bilder einer Ausstellung“ des russischen Komponisten Modest Mussorgski. Im 20. Jahrhundert wurden sie durch die Neuinterpretation der britischen Progressive-Rock-Band Emerson, Lake and Palmer bekannt. Die Bilder des Malers Viktor Hartmann, auf die Mussorgskis Werk zurückgeht, sind bis auf wenige verloren gegangen. Ohne die musikalische Adaption wäre wohl auch ihr Schöpfer längst vergessen.

Sonntag, 26.07. / 12:20 Uhr / ABBA Silver, ABBA Gold
Dokumentation, USA, 2023, ARTE 52 Min.
Regie: Chris Hunt
Online verfügbar von 08/07/2026 bis 16/01/2027
Wiederholung vom 15.07.2026

Sonntag, 26.07. / 13:15 Uhr / Saturday Night Fever
Spielfilm, USA, 1977, ARD 114 Min.
Regie: John Badham
Drehbuch: Norman Wexler
Autor:in: Nik Cohn
Produktion: Robert Stigwood Organization
Produzent: Robert Stigwood
Kamera: Ralf D. Bode
Schnitt: David Rawlins
Musik: Barry Gibb, Maurice Gibb, Robin Gibb, David Shire

Mit: Barry Miller (Bobby), John Travolta (Tony Manero), Karen Lynn Gorney (Stephanie Mangano), Donna Pescow (Annette), Joseph Cali (Joey), Paul Pape (John-Billy), Bruce Ornstein (Gus), Julie Bovasso (Flo Manero)
Online verfügbar von 19/07/2026 bis 18/08/2026
Wiederholung vom 19.07.2026

Sonntag, 26.07. / 15:10 Uhr / The Bee Gees: How Can You Mend a Broken Heart
Dokumentarfilm, USA, 2020, ARTE 104 Min.
Regie: Frank Marshall
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 28/07/2026
Wiederholung vom 28.06.2026

Sonntag, 26.07. / 16:55 Uhr / Zeit der Narren
Dokumentation, Frankreich, 2023, ARTE F 53 Min.
Regie: Jacques Loeuille
Online verfügbar von 19/06/2026 bis 11/01/2027

Verrücktes Verhalten galt nicht immer als ein Fall für die Medizin. Die Figur des Narren hatte in der Zeit zwischen Mittelalter und Renaissance einen festen Platz in der Gesellschaft und war allgegenwärtig in der Kunst. Der Narr verkörperte zahlreiche Ängste, die Europa im Zeitalter der großen Entdeckungen und angesichts der religiösen Spaltungen im Zuge der Reformation und des aufkommenden Kapitalismus verunsicherten. Mit subversiver Kraft befeuerte er die Fantasie der Menschen, kristallisierte die Widersprüche der Zeit heraus und wurde damit zum Vorboten der aufkeimenden Moderne.

Zwischen Mittelalter und Renaissance verlor die westliche Welt innerhalb weniger Jahre ihre bisherigen Orientierungspunkte. Die Erfindung des Buchdrucks, das Erstarken religiöser Intoleranz, die Reformation und die Entwicklung von Kapitalismus und Bourgeoisie brachten eine von ständigem Wandel geprägte neue Welt hervor. Die großen Entdeckungen bahnten dem Fortschritt den Weg, erzeugten aber auch starke Verunsicherung. Der Narr brachte all diese Widersprüche auf den Punkt und wurde damit zum Vorboten der aufkeimenden Moderne.

Er ist der Held in Erasmus von Rotterdams Werk „Lob der Torheit“ (1511) und sein Motiv durchzieht Victor Hugos Roman „Der Glöckner von Notre-Dame“ (1831). Obwohl die Forschung sich dieser Figur angenommen hat, ist über den Narren als zentrale Gestalt der europäischen Kultur noch immer erstaunlich wenig bekannt.

Hieronymus Bosch und Pieter Bruegel der Ältere machten den Narren zu einem wiederkehrenden Motiv ihrer Malerei. Doch der eigentliche Ursprung der Figur liegt im Christentum. Von der Kirche als Inbegriff der Ketzerei und der Ungläubigkeit stigmatisiert, wurde der Narr zum Sonderling und Ausgestoßenen und nahm allmählich politischere Züge an: Er stellte sich den Mächtigen entgegen, streute Sand ins Getriebe und brachte in seiner Andersartigkeit ein zutiefst menschliches Verlangen nach Freiheit und Wahrheit zum Ausdruck.

Sonntag, 26.07. / 17:50 Uhr / La Folle Journée de Nantes 2025
Die Musikmetropolen Wien und Paris

Musik, Frankreich, 2025, ARTE F 44 Min.
Regie: François-René Martin
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Johann Strauss, Arnold Schönberg, Camille Saint-Saëns
Dirigent: Lionel Bringuier
Orchester: Orchestre Philharmonique de Nice, Quatuor Fidelio

Mit: Geister Duo (Klavier), Lilian Lefebvre (Klarinette), Bomsori Kim (Violine), Léa Hennino (Bratsche), Astrig Siranossian (Violoncello), Maroussia Gentet (Klavier), Lucile Dollat (Harmonium), Sophia Liu (Klavier)
Online verfügbar von 19/07/2026 bis 25/08/2026
Erstausstrahlung

2025 feierte das Festival „La Folle journée“ von Nantes sein 30-jähriges Jubiläum. In der Jubiläumsausgabe der „Folle journée“ von Nantes drehte sich alles um die großen Musikmetropolen. Wien und Paris standen im Mittelpunkt des Abschlusskonzertes, mit Musik von Wolfang Amadeus Mozart, Franz Schubert und Johann Strauss, bis hin zu der von Camille Saint-Saëns.

Was 1995 als bescheidenes Klassikfestival begann, ist heute eines der bestbesuchten Festivals für klassische Musik in Europa. Über 150.000 Zuschauer finden alljährlich den Weg zu dem Festival, das vor über 30 Jahren mit Mozart begann. Der Name „La Folle Journée“ wurde der Mozart-Oper „Le nozze di Figaro“ entlehnt. Eigentlich übernahmen die Festival-Gründer den Originaltitel von Beaumarchais bissige Komödie, die als Vorlage gedient hatte: „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“ (auf Französisch: „La Folle journée ou Le mariage de Figaro“). Inzwischen dauert der „tolle Tag“ nicht mehr nur einen Tag. In vier Tagen geben über 1.500 Musiker über 300 Konzerte. 

2025 war das Festival den großen Musikmetropolen gewidmet, und das Abschlusskonzert brachte Musik aus Wien und Paris. Lilian Lefebvre und das Fidelio-Quartett spielten das Larghetto aus Mozarts Klarinettenquintett, das Geistertrio den Militärmarsch von Franz Schubert. Nach Arnold Schönbergs Fassung des Strauss-Walzers „Rosen aus dem Süden“, unter anderen mit Bomsori Kim und Maroussia Gentet, klang der Abend aus mit dem ersten und dritten Satz von Camille Saint-Saëns Klavierkonzert Nr. 2. Den Solopart übernahm Sophia Liu. Begleitet wurde sie vom Orchestre philharmonique de Nice unter Lionel Bringuier.

Aufzeichnung vom 2. Februar 2025 beim „La Folle Journée de Nantes 2025“.

Zusatzinfo:
Das Programm: – Larghetto (aus dem Klarinettenquintett KV 581) Lilian Lefebvre, Klarinette Quatuor Fidelio Franz Schubert: Militärmarsch Nr. 1, D733 – Geister Duo – Johann Strauss, Arnold Schönberg: – Rosen aus dem Süden, op. 388 Bomsori, Violine Alexandra Conunova, Violine, Léa Hennino, Bratsche Astrig Siranossian, Cello Maroussia Gentet, Piano Lucile Dollat, Harmonium – Saint-Saëns: Klavierkonzert 3, Opus 22, 1. Andante sostenuto Sophia Liu, Klavier Orchestre philharmonique de Nice, Lionel Bringuier

Sonntag, 26.07. / 20:15 Uhr / Fame – Der Weg zum Ruhm
(Fame)
Schwerpunkt: Summer of Disco
Spielfilm, USA, 1980, ARTE 127 Min.
Regie: Alan Parker
Drehbuch: Christopher Gore
Produktion: Metro-Goldwyn-Mayer
Produzent: David DeSilva, Alan Marshall
Kamera: Michael Seresin
Schnitt: Gerry Hambling
Musik: Michael Gore
Choreographie: Louis Falco

Mit: Irene Cara (Coco), Lee Curreri (Bruno), Laura Dean (Lisa), Antonia Franceschi (Hilary), Eddie Barth (Angelo), Boyd Gaines (Michael), Maureen Teefy (Doris), Gene Anthony Ray (Leroy), Paul McCrane (Montgomery), Barry Miller (Ralph)

Acht Jugendliche an der berühmten New Yorker „High School of Performing Arts“ werden von der Aufnahmeprüfung bis zur großen Abschlussperformance begleitet. Vereint durch ihren großen Traum steht ihnen jedoch nicht nur das anstrengende Training bevor, sondern auch die harte Schule des Lebens. Oscarprämierter Episodenfilm mit mitreißenden Musik- und Tanzszenen.

Der große Traum vom Showbiz: Wer das harte Casting der „High School of Performing Arts“ in New York hinter sich gebracht hat, hat noch einen steinigen Weg bis zum Ruhm vor sich. In den drei Studiengängen Musik, Tanz und Schauspiel müssen die Studierenden alles geben, um später für das harte Showbiz gewappnet zu sein.

Im aktuellen Jahrgang prallen komplett unterschiedliche Charaktere aufeinander. Zum Beispiel muss die schüchterne Doris, behütet von einer überfürsorglichen Mutter, sich mit Leroy aus einem New Yorker Ghetto verständigen. Oder der introvertierte Montgomery, der den Hänseleien des vorlauten Ralph ausgesetzt ist.

Auf dem Weg bis zum Abschlussball müssen die jungen Künstler durch die harte Schule des Lebens gehen: Coming-outs, häusliche Gewalt, erste Liebesnächte, stolze Eltern, sexuelle Übergriffe, unverhoffte Schwangerschaften und besonders der Umgang mit Erfolg und Misserfolg neben der kräftezehrenden Ausbildung.

Für seinen Film castete Alan Parker echte Studierende der New Yorker „High School of Performing Arts“ und kreierte mit spaßigen Musicalszenen im Discoglanz der 80er Jahre ein lebensechtes Ensemblestück, dessen Titel „Fame“ einen ironischen Unterton mitschwingen lässt.

Zusatzinfo:
„Fame“ – ein Höhenflug für das Genre Musical. Erstmals in der Geschichte der Oscars wurden 1981 gleich zwei Songs aus einem Film nominiert: „Fame“ und „Out Here on My Own“. Komponist Michael Gore räumte schließlich zwei Trophäen ab – für den Titelsong und den gesamten Soundtrack. Auch Drehbuch, Schnitt und Ton erhielten Nominierungen. Dem erfolgreichen Werk folgten eine TV-Serie mit sechs Staffeln sowie ein Musical zum Film, das zehn Jahre lang im Londoner West End aufgeführt wurde.

Sonntag, 26.07. / 22:20 Uhr / Dirty Dancing: Romantik, Drama, Tanz!
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Frankreich, 2026, ARTE F 52 Min.
Regie: Leni Merat, Joséphine Petit
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 28/03/2027
Erstausstrahlung

Der Kultfilm „Dirty Dancing“ (1987) wurde mit seinem ikonischen Soundtrack, seinen unvergesslichen Tanzszenen und seiner Liebesgeschichte zum Klassiker. Doch hinter der scheinbar leichten Erzählung verbirgt sich eine politische Dimension: Der Film thematisiert zentrale Aspekte weiblicher Emanzipation und setzt sich mit dem Kampf für das Recht auf Abtreibung auseinander.

„Dirty Dancing“ – nur eine seichte Musik-RomCom der 80er Jahre? Keineswegs. Hinter der Liebesgeschichte steckt eine politische Erzählung mit klarer feministischer Dimension. Baby trainiert nur deshalb so intensiv mit Johnny für den Wettbewerb, weil sie kurzfristig dessen eigentliche Tanzpartnerin ersetzt. Diese lässt in der Zwischenzeit einen illegalen Schwangerschaftsabbruch vornehmen. Die Handlung spielt 1963, als Abtreibung in den USA noch strafbar war. Bis zum Grundsatzurteil „Roe gegen Wade“, das das Recht auf Abtreibung landesweit absicherte, vergingen noch zehn Jahre.

Drehbuchautorin Eleonor Bergstein verknüpfte, auch auf Grundlage eigener Erfahrungen, Romanze und das Thema Abtreibung bewusst miteinander. Sie war überzeugt, dass politische Botschaften in einem populären, glamourös inszenierten Film ein größeres Publikum erreichen würden. „Ein Musikfilm mit einer Prinzessin, die keine andere Wahl hat, als sich unters Messer eines Quacksalbers zu legen, um sich nicht ihre Zukunft zu verbauen, ist der beste Weg, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren“, sagte sie.

Als „Dirty Dancing“ 1987 in die Kinos kam, war Abtreibung in den USA zwar legal, doch die Pro-Life-Bewegung gewann unter Präsident Ronald Reagan an Einfluss. Indem Bergstein die Geschichte in eine Zeit vor der Legalisierung verlegte, erinnerte sie an die Bedeutung dieser hart erkämpften Errungenschaft. „Dirty Dancing“ heute wiederzusehen heißt deshalb auch, einen Film neu zu entdecken, der weit über die Konventionen der RomCom hinausgeht und überraschend deutlich für Feminismus und sexuelle Selbstbestimmung eintritt.

Lange nach „Roe gegen Wade“ stehen das Recht auf Abtreibung und andere Freiheiten in den Vereinigten Staaten erneut massiv unter Druck. Vor diesem Hintergrund wirkt „Dirty Dancing“ aktueller denn je.

Sonntag, 26.07. / 23:15 Uhr / Patrick Swayze – Hollywoods Traumtänzer
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentarfilm, USA, 2019, ZDF 86 Min.
Regie: Derik Murray
Online verfügbar von 25/07/2026 bis 24/10/2026

Leinwandikone Patrick Swayze: Seine Mutter war eine gefeierte Choreographin und Patrick sollte das Beste seiner Eltern in sich vereinen: Athlet, Wettkämpfer, Künstler. Nachdem er sich in New York in einer Ballettkompanie einen Namen gemacht hatte, zog er nach Los Angeles, um Filmstar zu werden. Wie keiner vor ihm hatte er den Ehrgeiz, alle körperlichen Herausforderungen und Stunts selbst auszuführen. Seinem Talent, aber auch seiner unbedingten Härte gegen sich selbst verdankte er große Erfolge – und sie führten ihn in große Krisen. Durch alle diese Phasen begleiteten ihn seine Ehefrau Lisa Niemi und wenige Vertraute wie seine Agentin, seine Managerin und Schauspielerkollegen. In diesem Dokumentarfilm berichten sie von seinem Leben und seiner Karriere und zeichnen das Bild eines Künstlers zwischen Depression und Manie, zwischen Abschottung und Geltungsdrang. In Archivaufnahmen kommt auch immer wieder Patrick Swayze selbst zu Wort und erzählt von Höhenflügen und Fluchten aus Hollywood in die Einsamkeit der Ranch in New Mexico. Swayze starb 2009 mit nur 57 Jahren.

Sonntag, 26.07. / 00:45 Uhr / ABBA
Wembley-Arena, 1979
Dokumentation, Schweden, 1979, ARTE F 52 Min.
Regie: Urban Larsson
Online verfügbar von 03/02/2026 bis 14/08/2026
Wiederholung vom 15.07.2026

Sonntag, 26.07. / 03:20 Uhr / Soundtrack of Arts – Kunst in Pop und Klassik ~ Goya, Mondrian, Madonna
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2023, SR 26 Min.
Regie: Axel Fuhrmann
Online verfügbar von 26/06/2026 bis 24/09/2026

Katy Perry tanzt im Mondrian-Kleid, Mondrian malt in New York den „Broadway Boogie Woogie“, und Auguste Renoirs Kinderbilder werden in der Musik von Jean Françaix lebendig. Der Rapper Drake performt in Räumen des Lichtkünstlers James Turrell und im Panthéon in Paris beginnen Skulpturen von Anselm Kiefer zu singen. Die Sängerin Annie Clark verwandelt sich in eine überlebensgroße Skulptur von Ron Mueck und Böcklins „Toteninsel“ leuchtet in düsteren Orchesterfarben. Madonna imitiert die Malerin Tamara de Lempicka und Olga Neuwirth schreibt neue Musik zum historischen Vorläufer des Musikvideos.

Dieser Teil der Reihe zeigt, wie die bildende Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts sowohl im Pop als auch in der zeitgenössischen Klassik angekommen ist. Für das Panthéon in Paris schufen der deutsche Bildhauer Anselm Kiefer und der französische Komponist Pascal Dusapin im Auftrag des Staatspräsidenten Emmanuel Macron ein Gesamtkunstwerk aus Klängen und Skulpturen, das an die Toten des Ersten Weltkriegs erinnern soll.

Der Rapper Drake performt in Räumen des Lichtkünstlers James Turrell. Die Sängerin Annie Clark verwandelt sich in eine überlebensgroße Skulptur von Ron Mueck und Böcklins „Toteninsel“ leuchtet in düsteren Orchesterfarben.

Madonna ist bekennender Fan der polnischen Künstlerin Tamara de Lempicka. In ihrem Musikvideos zum Song „Vogue“ werden gleich mehrere Kunstwerke der berühmten Vertreterin des Art déco gezeigt. Der niederländische Maler Piet Mondrian hat in Katy Perrys Video zu dem Song „This Is How We Do“ seinen großen Auftritt. Es enthält mehrere Sequenzen, in denen Perry mit Tänzerinnen vor einer der berühmten Farbkompositionen des De-Stijl-Künstlers tanzen, im Mondrian-Cocktaildress, das Yves Saint Laurent in den 1960er Jahren entwarf. Mondrian seinerseits malte in New York den „Broadway Boogie Woogie“, und Auguste Renoirs Kinderbilder werden in der Musik von Jean Françaix lebendig.

Montag, 27.07. / 22:20 Uhr / Terence Hill: Pazifist und Cowboy
Dokumentation, Deutschland, 2024, MDR 52 Min.
Regie: Reinhard Joksch
Online verfügbar von 27/07/2026 bis 25/10/2026

Die meisten Menschen kennen ihn als Schlitzohr, als wortgewandten Filmpartner von Bud Spencer: Terence Hill, der mit bürgerlichem Namen Mario Matteo Girotti heißt. Das Filmduo hat mit seinen Actionkomödien einen Mythos erschaffen, der bis heute Millionen von Menschen weltweit begeistert. Aber der Privatmensch Terence Hill steht in starkem Kontrast zu den Rollen, die er verkörpert – bescheiden, öffentlichkeitsscheu und geprägt von festen, christlichen Werten.

Dennoch hat er ein rastloses Leben geführt, ganz wie seine Figuren: Oft war ungewiss, woher sie kommen und wohin sie gehen. Hill ist ein Kosmopolit und besitzt dazu passend den italienischen, den deutschen und den amerikanischen Pass. Er ist ein Mensch, der die Natur und Einsamkeit liebt und ein Pazifist, der Waffen und Gewalt sein Leben lang verabscheut hat. Sein filmisches Werk umfasst weit mehr als die 17 Filme mit Bud Spencer: Er stand in vielen weiteren Produktionen vor der Kamera.

Das Porträt „Terence Hill: Pazifist und Cowboy“ kehrt an die wichtigsten Stationen und Orte seines Lebens zurück, die den Menschen und Künstler geprägt haben. Rom, Lommatzsch, Gubbio, die Wüste von Tabernas in Spanien und Stockbridge in Massachusetts sind Schlüsselorte. Aus Erzählungen von Freunden, Kollegen und Wegbegleitern entsteht ein facettenreiches Mosaik, das sich zu einem erstaunlichen, überraschenden und beeindruckenden Bild des Menschen Terence Hill verdichtet.

Dienstag, 28.07. / 03:10 Uhr / Soundtrack of Arts – Kunst in Pop und Klassik:  Picasso, Popart, Lady Gaga
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2022, SR 26 Min.
Regie: Axel Fuhrmann
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 26/09/2026

Der Hip-Hopper Jay-Z betrachtet sich als modernen Picasso, und die Performance-Künstlerin Marina Abramovic lässt Maria Callas wiederauferstehen. Franz Liszt taucht das Gemälde „Die Hunnenschlacht“ in triumphale Orchesterfarben. Die Hip-Hop-Formation Deichkind zieht in die Hamburger Kunsthalle ein und der Schauspieler Lars Eidinger wird zum lebenden Pinsel. Der Komponist Detlev Glanert schreibt ein Requiem für Hieronymus Bosch, Ariana Grande taucht in die Farbwelt der amerikanischen Malerin Georgia O’Keeffe ein und Lady Gaga erklärt sich mit ihrem Album „Artpop“ zum unvollendeten Kunstwerk.

Dieser Teil der Reihe zeigt, dass die Grenzen zwischen bildender Kunst, Performance Art und Musik des Pop und der Klassik fließend geworden sind.

Der Hip-Hopper Jay-Z betrachtet sich als modernen Picasso. Bereits der Songtext zu „Picasso Baby“ ist ein einziges kunsthistorisches Namedropping. Aber auch für das dazugehörige Musikvideo hat sich Jay-Z etwas Besonderes einfallen lassen: Er adaptiert die weltbekannte Performance „The Artist is Present“ von Marina Abramovic aus dem Jahr 2010 im New Yorker MoMA, wo die Künstlerin Besucherinnen und Besucher dazu einlud, sich ihr gegenüberzusetzen und ihr in die Augen zu blicken. Keiner Geringeren als Abramovic selbst steht der Rapper in seinem Musikvideo gegenüber.

Marina Abramovic ihrerseits verkörpert in ihrer Musik-Performance „7 Deaths of Maria Callas“ die weltberühmte Operndiva. Franz Liszt taucht das Gemälde „Die Hunnenschlacht“ in triumphale Orchesterfarben. Die Hip-Hop-Formation Deichkind zieht in die Hamburger Kunsthalle ein und der Schauspieler Lars Eidinger wird zum lebenden Pinsel. Der Komponist Detlev Glanert schreibt ein Requiem für Hieronymus Bosch, Ariana Grande taucht in die Farbwelt der amerikanischen Malerin Georgia O’Keeffe ein, und Lady Gaga erklärt sich mit ihrem Album „Artpop“ zum unvollendeten Kunstwerk.

Mittwoch, 29.07. / 22:15 Uhr / Lady Gaga – My Songs. My Life.
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Deutschland, 2026, MDR 52 Min.
Regie: Schyda Vasseghi
Online verfügbar von 29/07/2026 bis 27/10/2026
Erstausstrahlung

Seit zwei Jahrzehnten lebt Lady Gaga für die Kunst – provokant, laut und verletzlich. Sie verweigert sich der Rolle des klassischen Popstars und wurde doch zur Ikone. Die Doku zeichnet ihren Weg anhand prägender Songs nach. Interviews geben intime Einblicke in Einflüsse und Geschichten hinter ihrem Werk – ein Porträt über Freiheit, Identität und Mut.

Lady Gaga verweigert sich konsequent der Rolle des klassischen Popstars und ist doch längst zur Ikone geworden. Mit ihrem aktuellen Album „Mayhem“ und der dazugehörigen „Mayhem Ball“-Tour zeigt sich die 40-Jährige auf einem weiteren Höhepunkt ihres künstlerischen Schaffens. Wieder einmal bewegt sie sich dabei erfolgreich jenseits aller Konventionen. Die Dokumentation nähert sich dieser außergewöhnlichen Künstlerin über das Herzstück ihres Schaffens: die Musik. Entlang prägender Songs zeichnet Regisseurin Schyda Vasseghi in mehreren Kapiteln den Weg einer Künstlerin nach, die sich kontinuierlich weiterentwickelt. Ihr expressiver Stil und ihre radikale Offenheit prägen nicht nur ihre Kunst, sondern auch ihr Leben – und lassen die Grenzen zwischen Inszenierung und Persönlichkeit verschwimmen.

Basierend auf zahlreichen Interviews – unter anderem mit den für Lady Gaga in unterschiedlichen Phasen tätigen Designern Asher Levine und Rebar Aziz, der Bestseller-Autorin Melanie Raabe, der Musikjournalistin Hadnet Tesfai und dem Podcaster Robin Solf – gewährt der Film intime Einblicke in die musikalischen Einflüsse und persönlichen Geschichten hinter Gagas Werk. Die Dokumentation zeichnet den „Soundtrack ihres Lebens“ nach – von den Anfängen im Underground bis zu den größten Bühnen der Welt. Sie zeigt Lady Gaga als Sängerin, als Persönlichkeit und als engagierte Stimme für soziale Gerechtigkeit. Ein emotionales Porträt über künstlerische Freiheit, Identität und den Mut, sich selbst treu zu bleiben.

Mittwoch, 29.07. / 23:10 Uhr / Dua Lipa – Unstoppable
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Deutschland, 2026, RBB 52 Min.
Regie: Oliver Schwabe
Online verfügbar von 29/07/2026 bis 29/07/2027
Erstausstrahlung

Dua Lipa hat es aus eigener Kraft an die Spitze der internationalen Popmusik geschafft. Die Sängerin steht exemplarisch für eine neue Generation von Popstars und neue Möglichkeiten, berühmt zu werden. Ihre künstlerische Vision trägt sie über digitale Plattformen in die Welt – und hat so einen beispiellosen und kaum aufzuhaltenden Aufstieg hingelegt.

Dua Lipa hat sich aus eigener Kraft an die Spitze der internationalen Popmusik gearbeitet. Sie ist die Kuratorin ihrer eigenen Karriere, kontrolliert und cool zugleich, eine junge Frau, die sich bereits früh dafür entschieden hat, auf eigenen Füßen zu stehen, und entschlossen ist, einen festen Platz zwischen ausverkauften Stadien und digitalen Social-Media-Welten einzunehmen. Wie aber hat es die Künstlerin quasi aus dem Nichts in den Pop-Olymp geschafft?

Die Dokumentation von Oliver Schwabe zeichnet die Geschichte einer außergewöhnlichen Karriere nach, von London über den Kosovo bis auf die größten Bühnen der Welt. Dort bewegt sich Dua Lipa inzwischen souverän zwischen Disco, Dance und zeitgenössischem Pop – und erschafft einen Sound, der gleichermaßen nostalgisch wie zukunftsweisend wirkt. Ihre visuelle Sprache, ihre Bühnenpräsenz und ihr Gespür für Trends machen sie zu einer Künstlerin, die weit über die Musik hinaus kulturelle Impulse setzt.

Die Choreografin Teresa Barcelo, die an Dua Lipas „New Rules“-Video mitwirkte, blickt auf die Anfänge der Sängerin zurück. Der britische Musiker RY-GUY erklärt seine Faszination für das Pop-Konzept der Sängerin, während Haiyti den Aufstieg des Weltstars aus der Perspektive einer deutschen Rapperin betrachtet. Die Musikjournalistin Laura Ewert ordnet Dua Lipas wichtigste Karriere-Stationen ein.

„Dua Lipa – Unstoppable“ zeigt eine Musikerin, die weit über die Popmusik hinauswirkt: vom Social-Media-Hype hin zur Stilikone, voller Kraft, moderner Identität und unbeirrbarer Konsequenz.

Freitag, 31.07. / 14:00 Uhr / Fame – Der Weg zum Ruhm
(Fame)
Spielfilm, USA, 1980, ARTE 127 Min.
Regie: Alan Parker
Drehbuch: Christopher Gore
Produktion: Metro-Goldwyn-Mayer
Produzent: David DeSilva, Alan Marshall
Kamera: Michael Seresin
Schnitt: Gerry Hambling
Musik: Michael Gore
Choreographie: Louis Falco
Mit: Irene Cara (Coco), Lee Curreri (Bruno), Laura Dean (Lisa), Antonia Franceschi (Hilary), Eddie Barth (Angelo), Boyd Gaines (Michael), Maureen Teefy (Doris), Gene Anthony Ray (Leroy), Paul McCrane (Montgomery), Barry Miller (Ralph)
Wiederholung vom 26.07.2026


Regelmäßige Sendungen mit kulturellen Themen auf arte sind zudem:
Stadt, Land, Kunst (Mo. – Fr. 13 Uhr) und TWIST

Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt.
Aktuelle Programmänderungen sind meist nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.