TV-Tipps arte

arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.


Programmwoche 49:

Freitag, 09.12. / 23:15 Uhr / Tracks East
Magazin, Deutschland, 2022, ZDF 30 Min.
Erstausstrahlung

Freitag, 09.12. / 23:45 Uhr / Like a Rolling Stone
Theater, Frankreich, 2021, ARTE F 73 Min.
Regie: Julien Condemine
Online verfügbar von 02/12 bis 04/12
Erstausstrahlung

New York, Frühjahr 1965, Studio A der Columbia Records. Vier Musiker warten auf Bob Dylan. Einige kennen ihn, andere weniger. Sie wissen noch nicht, dass der Song, den sie einspielen werden, ein Meilenstein in der Geschichte der Rockkultur wird: „Like a Rolling Stone“. Die Inszenierung in Zusammenarbeit mit der Comédie Française vermischt in der Adaptation des Buches „Bob Dylans ‚Like a Rolling Stone‘ – Die Biografie eines Songs“ von Marcus Greil Konzert, Theater und Fiktion.

Der Schauplatz ist logischerweise ein Musikstudio. Vielleicht sah Studio A der New Yorker Columbia Records nicht haargenau so aus, aber es geht ja auch nicht um eine Nachstellung. Das Wesentliche ist jedenfalls da: ein Mischpult, Instrumente, Bierflaschen und Kabel kreuz und quer über den Boden …

Der Rockpoet Bob Dylan (Sébastien Pouderoux), Star des US-amerikanischen Folk, trifft als Letzter ein. Die Einspielung kann beginnen. Dylan beschließt, dass Mike Bloomfield als sein einziger Ansprechpartner alle Anweisungen an die anderen weiterleiten soll.

Man fängt an. Es gibt Momente des Wartens, Fehler, Ungewissheiten, Zweifel, Herantasten, Leerlauf – keiner weiß genau, in welche Richtung das Ganze geht. Und dann, am Ende einer Serie von Versuchen und Irrtümern, kommt etwas dabei heraus, das die Musikfachzeitschrift Rolling Stone später als den „größten Song aller Zeiten“ bezeichnen wird.

Die Einspielung zu diesem Song lief nicht nach dem üblichen Schema ab. 1965 wurden Rock und elektronisch verstärkte Musik bei Weitem nicht von allen als Kunst betrachtet. Das änderte sich, als Bob Dylan seine Gitarre an einen Verstärker anschloss.

Sébastien Pouderoux und sein Team erzählen diesen einzigartigen Moment der Musikgeschichte auf ihre Weise, irgendwo zwischen Realität und Erfindung. Ihre Protagonisten sind der Produzent Tom Wilson (Gilles David), der wegen der mangelnden Vorbereitung der Einspielung die Geduld verliert; der Gitarrist und Keyboarder Al Kooper (Christophe Montenez), der nur aus Liebe zu Dylan dabei ist; der Gitarrist Mike Bloomfield (Stéphane Varupenne), der die Verbindung zwischen dem stumm-verschlossenen Bob Dylan und den anderen Musikern herstellen soll; der Pianist Paul Griffin (Hugues Duchêne) und der Schlagzeuger Bobby Gregg (Gabriel Tur).

Freitag, 09.12. / 01:00 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2022, ZDF 30 Min.
Regie: Kobalt
Online verfügbar von 08/12 bis 09/03


Programmwoche 50:

Samstag, 10.12. / 07:50 Uhr / GEO Reportage: Java ~ Zauberhaftes Schattentheater
Reportage, Deutschland, 2017, ARTE 52 Min.
Regie: Julien Hamelin
Online verfügbar von 03/12 bis 09/01

Bis heute wird auf der Insel Java das indonesische Schattentheater Wayang Kulit aufgeführt. Nach wie vor erfreuen sich die jahrhundertealten Geschichten von Göttern, Kriegern und Prinzessinnen großer Beliebtheit. Die Puppenspieler, sogenannte Dalangs, gelten als Meister ihres Fachs und genießen große gesellschaftliche Anerkennung, zuweilen sogar Prominentenstatus. Ein Grund, warum viele junge Leute diesen Beruf anstreben. „GEO Reportage“ hat den Lehrling Ganesh bei der Anfertigung seiner ersten eigenen Schattenpuppen begleitet und den Meister Gondo Suharno bei seinen Aufführungen in der javanischen Provinz beobachtet.

Die Puppenspieler des Wayang Kulit, die sogenannten Dalangs, werden sowohl zu offiziellen Anlässen wie Lokalwahlen, als auch zu privaten Feiern wie Hochzeiten eingeladen. Die Aufführungen dauern bis zu sieben Stunden, vom Abend bis in die frühen Morgenstunden, ohne Pause. In dieser Zeit müssen die Dalangs ihr Publikum unterhalten, Geschichten erzählen und in eine Fantasiewelt aus drangsalierten Königen, schönen Prinzessinnen, mutigen Kriegern und weisen hinduistischen Gottheiten entführen. Alle werden von demselben Puppenspieler gesprochen, aber mit verschiedenen Stimmen. Zur Verfügung stehen dem Dalang dafür zweidimensionale Puppen, die von einem Teil der Zuschauerschaft nur hinter einer weißen Leinwand als Silhouetten wahrgenommen werden, als Schattenrisse. Daher wird das Wayang Kulit auch Schattentheater genannt. Dalangs, die diese Herausforderung mit Bravour bewältigen, gelten als Meister ihres Fachs, sind populär und zuweilen gar prominent. Sie verfügen über gut gefüllte Auftragsbücher und damit über ein gesichertes Einkommen. Gondo Suharno ist ein solcher Meister. Mit seiner Gruppe aus Musikern, Sängerinnen und Assistenten ist er ständig unterwegs und bildet darüber hinaus noch Studenten aus, die seine Kunst erlernen wollen. Zu ihnen gehört Ganesh, ein junger Student aus bescheidenen Verhältnissen. Wenn er nicht studiert, begleitet er den Meister bei seinen Aufführungen. Inzwischen hat Ganesh so viel Geld zusammengespart, dass er seine eigenen Puppen anfertigen lassen will.

Zusatzinfo:
„GEO Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

Samstag, 10.12. / 22:55 Uhr / D’Artagnan, Musketier im Dienst des Sonnenkönigs
Dokumentarfilm, Frankreich, 2020, ARTE F 90 Min.
Regie: Augustin Viatte
Online verfügbar von 03/12 bis 08/02

Wer kennt nicht d’Artagnan, den schneidigen „vierten Musketier“, der durch Alexandre Dumasʼ Erfolgsroman „Die drei Musketiere“ weltweit zur Legende wurde? Weniger bekannt ist, dass d’Artagnan wirklich existiert hat. Die Biografie der realen historischen Figur ist sogar noch faszinierender als die ihres fiktionalen Doppelgängers: Durch ein außergewöhnliches Schicksal wurde der Junge vom Lande zum unentbehrlichen Vertrauten Ludwigs XIV. Beinahe hätte Dumasʼ populärer, durch zahllose Verfilmungen unsterblich gewordener Held sein reales Vorbild für immer in den Schatten gestellt. Doch dank historischer Forschungen kennen wir nun die reale Figur d’Artagnans, und er kann seinen rechtmäßigen Platz in der Geschichte einnehmen.

Seit seinem Erscheinen im Jahr 1844 wurde der Roman „Die drei Musketiere“ in rund hundert Sprachen übersetzt und etliche Male verfilmt. Durch Leinwandstars wie Douglas Fairbanks, Jean-Paul Belmondo oder Gene Kelly erlangte Alexandre Dumas‘ Romanheld d’Artagnan Weltruhm. Hinter dieser legendären Figur verbirgt sich ein realer Mensch.

Aus welchen Quellen schöpfte Alexandre Dumas? Inwiefern bezog er sich auf historische Fakten in „Die drei Musketiere“ und den beiden weiteren Bänden der Trilogie, „Zwanzig Jahre danach“ und „Der Vicomte von Bragelonne“? Haben auch d’Artagnans Gefährten Athos, Porthos und Aramis reale Vorbilder? Und wie steht es mit dem berühmten Motto der Musketiere „Einer für alle, alle für einen“? Gestützt auf Forschungen in Archiven veranschaulicht der Dokumentarfilm die historischen Zusammenhänge mittels zahlreicher Filmauszüge und Reenactments, durch Gemälde und Radierungen der Epoche sowie anhand der wunderbaren Zeichnungen, die Dumas‘ Romane schmücken.

Von der südwestfranzösischen Provinz Gascogne, in der d’Artagnan um 1615 geboren wurde, über die Gassen des alten Paris, bis hin zu den Festungsmauern von Maastricht, wo er 1673 von einer feindlichen Kugel getroffen wurde, rekonstruiert der Film d’Artagnans Kindheit, seine Ausbildungsjahre bei den Kadetten und seinen fulminanten Aufstieg im Dienst des Sonnenkönigs. Es erweist sich, dass Alexandre Dumas‘ glanzvoller, immer zu Späßen aufgelegter Mantel-und-Degen-Held primär der Fantasie des Autors entsprungen ist. Im Lichte unveröffentlichten Archivmaterials entwickelt der Film das Bild einer weitaus vielschichtigeren, aber nicht weniger faszinierenden Persönlichkeit: Charles de Batz de Castelmore, so der Name des wahren d’Artagnan.

Sonntag, 11.12. (3. Advent) / 09:15 Uhr / Die Ursprünge der Fantasy-Romane ~ Der erste Fantasy-Autor: William Morris
Dokumentationsreihe, Frankreich, USA, Deutschland, 2021, WDR 26 Min.
Regie: Rüdiger Mörsdorf
Online verfügbar von 11/12 bis 10/01
Erstausstrahlung

John Howe begibt sich in London auf die Spuren von William Morris, der als der erste Fantasy-Autor gilt. Seine Romane hatten einen entscheidenden Einfluss auf die Werke von J.R.R. Tolkien und C.S. Lewis, dem Autor der „Chroniken von Narnia“. In den 1860er Jahren begann Morris mit den Arbeiten an einem umfassenderen dichterischen Werk, das in vier Bänden unter dem Titel „The Earthly Paradise“ veröffentlicht wurde. Aufeinander folgend werden klassische und nordirische mythologische Geschichten neu erzählt.

Fantasie ist überall zu finden. Im Kino, in der Literatur genauso wie in Videos und Rollenspielen. Aber woher kommen die Geschichten? Welches sind die Wegbereiter und was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn Fantasy-Serien wie „Game of Thrones“ oder „Der Herr der Ringe“ so erfolgreich werden? Der Illustrator John Howe ist einer der Meister des Fantasy-Genres.

Mit ihm begibt sich die Dokumentationsreihe auf eine Zeitreise von den Märchen der Gebrüder Grimm zu den Romanen von Robert E. Howard. In vier Folgen trifft John Howe auf berühmte Personen, die den Zuschauerinnen und Zuschauern die mehr als hundertjährige Geschichte hin zum Fantasy-Roman erklären.

Sonntag, 11.12. (3. Advent) / 09:40 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2022, HR 30 Min.
Moderation: Bianca Hauda
Online verfügbar von 09/12 bis 11/12
Erstausstrahlung

Sonntag, 11.12. (3. Advent) / 10:15 Uhr / Der Stil Louis XV. ~ Eine Frauensache
Dokumentation, Frankreich, 2022, ARTE F 52 Min.
Regie: Sylvie Faiveley
Online verfügbar von 04/12 bis 10/01
Erstausstrahlung

Die Herrschaft von Ludwig XV. war eine Epoche des Friedens und des Wohlstands, in der sich die Kunst voll entfalten konnte. Die Dokumentation ist eine Hommage an diese Blütezeit und nimmt die Perspektiven jener Frauen ein, die den König zeitlebens umgaben: Seine Ehefrau Marie Leszczyńska und auch seine Mätressen wie die Marquise de Pompadour und die Gräfin du Barry waren allesamt bedeutende Kunstförderinnen und führten die französische Kunst zu einem Höhepunkt der Perfektion.

Im Oktober 2022 zeigt das Schloss von Versailles zum 300-jährigen Jahrestag der Krönung von Ludwig XV. eine Ausstellung mit 250 Meisterwerken, die typisch für den Louis-Quinze-Stil sind. Darüber hinaus werden nach beispiellosen Restaurierungsarbeiten auch die luxuriösen Gemächer von Madame du Barry, der Mätresse Ludwigs des XV., wieder eingeweiht.

Die Dokumentation würdigt die künstlerische Vielfalt einer Epoche, die als Zeitalter der Perfektion in der französischen Kunst gilt. Sie nimmt die Perspektive bedeutender Frauen ein, die den König im Laufe seines Lebens begleiteten – seine Ehefrau Marie Leszczyńska, aber auch seine Mätressen, darunter die Schwestern de Nesle, die Marquise de Pompadour und die Gräfin du Barry.

Die Frauen des Königreichs waren Kunstliebhaberinnen, gebildete Sammlerinnen und kultivierte Mäzeninnen. Dank ihrer Stellung konnten sie die Karrieren fortschrittlicher Künstler ihrer Zeit fördern, darunter die von Antoine Watteau, François Boucher, Jean-Honoré Fragonard und Jean-Marc Nattier. Zudem unterstützten sie finanziell die von der Zensur betroffenen Philosophen der Aufklärung Voltaire und Diderot.

60 Jahre lang haben diese Frauen durch ihre künstlerischen Aufträge den Geschmack Frankreichs geprägt, von der Eleganz des Rokokos bis hin zum Klassizismus mit seinen Verweisen auf die Antike.

Sie führten eine Kunstrichtung zu ihrem Höhepunkt, in der sich die Kreativität des 18. Jahrhunderts ausdrückte: den Louis-Quinze-Stil, der bis heute mit dem Bourbonenkönig verbunden wird.

Sonntag, 11.12. (3. Advent) /16:05 Uhr / Heinrich Vogeler ~ Maler, Genosse, Märtyrer
Dokumentarfilm, Deutschland, 2022, NDR 89 Min.
Regie: Marie Noëlle Sehr
Mit: Florian Lukas (Heinrich Vogeler (Mahler)), Anna Maria Mühe (Martha Vogeler (Ehefrau)), Johann von Bülow (Rainer Maria Rilke (Schriftsteller)), Samuel Fintzi, Alice Dwyer (Sonja (eine Kommunistin))
Online verfügbar von 11/12 bis 11/03
Erstausstrahlung

Der Künstler Heinrich Vogeler, der vor allem für seine Werke im Jugendstil bekannt ist, war Anfang des 20. Jahrhunderts Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede und Liebling des Bürgertums. Doch der Erste Weltkrieg weckte sein politisches Interesse, das ihn und seine Kunst für immer veränderte. Das Doku-Drama mit Florian Lukas, Anna Maria Mühe, Johann von Bülow, Samuel Fintzi und Alice Dwyer zeigt die fesselnde Lebensgeschichte eines großen Künstlers in Zeiten radikaler gesellschaftlicher Umbrüche.

Heinrich Vogeler war ein Künstler, der nicht in eine Kategorie zu passen scheint: Er war Maler, aber auch Architekt und Designer. Bekannt wurde er vor allem für seine Werke im Jugendstil und als Besitzer des „Barkenhoffs“ in der Künstlerkolonie Worpswede.

Vor dem Ersten Weltkrieg war er Lieblingskünstler des Bürgertums, seine Jugendstilbilder erfreuten sich großer Nachfrage. Doch seine Erfahrungen im Ersten Weltkrieg sollten ihn und seine Kunst für immer verändern. Zunehmend begann er sich zu politisieren, sein Haus „Barkenhoff“ entwickelte sich vom Treffpunkt für Kunstschaffende wie Paula Modersohn-Becker und Rainer Maria Rilke zur Kommune und Schule für die Arbeiterklasse. Künstlerisch entwickelte Vogeler in dieser Zeit innovative Komplexbilder, die seinen politischen und gesellschaftlichen Überzeugungen Ausdruck verliehen.

Das Doku-Drama mit Florian Lukas, Anna Maria Mühe, Johann von Bülow, Samuel Fintzi und Alice Dwyer zeigt die fesselnde Lebensgeschichte eines großen Künstlers in Zeiten radikaler gesellschaftlicher Umbrüche.

Heinrich Vogelers künstlerische Sinnsuche wirft Fragen zum Verständnis und zur Verantwortung von Kunst auf, die im Film durch Interviews mit vielen verschiedenen Historikern und Historikern, Analytikerinnen und Analytikern diskutiert werden. Der Film befindet sich im Spannungsfeld zwischen den Genres Dokumentar- und Spielfilm, zwischen Kunst und Politik. Hier lässt die Regisseurin die Zuschauerinnen und Zuschauer in einer ebenso zauberhaften wie furiosen Verknüpfung aller Filmebenen am Schaffensprozess Heinrich Vogelers teilhaben und beweist: Die fesselnde Geschichte dieses Künstlers ist in diesen unseren Zeiten so relevant wie nie.

Sonntag, 11.12. (3. Advent) / 17:35 Uhr / Symphonie Nr. 1 op. 13 “Winterträume”
Peter Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893)
Musik, Deutschland, 2022, MDR 47 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Pjotr I. Tschaikowski
Dirigent: Andris Nelsons
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Online verfügbar von 11/12 bis 10/01
Erstausstrahlung

Es war Nikolai Rubinstein, der im Februar 1868 in Moskau Tschaikowskys symphonischen Erstling mit großem Erfolg uraufführte. Überliefert ist, dass den Komponisten sein symphonisches Debüt unendliche Mühe gekostet hat. Er klagte – übertrieben selbstkritisch – über „fehlende Geschicklichkeit im Umgang mit der Form“.

All das ist dem melodieseligen Werk aus unserer heutigen Perspektive nicht anzumerken. Tschaikowsky gab dem ersten Satz des Werks den Titelzusatz „Winterträume“. Über dem zweiten Satz notierte er in der Partitur „Land der Öde, Land der Nebel“. Diese poetischen Richtungsweiser knüpfen an die Tradition romantischer Wintermusiken an, wie sie in Schuberts „Winterreise“ oder in Liedern von Mendelssohn und Schumann angelegt ist.

Leider werden die ersten drei Tschaikowsky-Symphonien auch heute noch viel zu selten gespielt und blieben immer im Schatten ihrer großen Nachfolger.

Sonntag, 11.12. (3. Advent) /00:20 Uhr / Jacques Offenbach: Die schöne Helena
Operette, Schweiz, Frankreich, 2019, ARTESSR 126 Min.
Regie: Andy Sommer
Inszenierung: Michel Fau
Dirigent: Pierre Dumoussaud
Orchester: Sinfonietta de Lausanne
Chorleitung: Jacques Blanc
Chor: Choeur de l’Opéra de Lausanne
Kostüme: Diane Belugou

Mit: Julie Robard-Gendre (Helena), Michel Fau (Menelaos), Julien Dran (Paris), Christophe Lacassagne (Agamemnon), Jean-Francis Monvoisin (Achilles), Jean-Claude Sarragosse (Kalchas), Pier-Yves Têtu (Ajax I.), Hoël Troadec (Ajax II.), Paul Figuier (Orestes), Marie Daher (Bacchis)

Online verfügbar von 04/12 bis 27/12

Der französische Schauspieler und Bühnenregisseur Michel Fau übernimmt in Lausanne die Inszenierung der „Schönen Helena“ von Jacques Offenbach, dessen 200. Geburtstag die Musikwelt 2019 feierte. Für die musikalische Leitung zeichnet Pierre Dumoussaud verantwortlich. In der Neuproduktion lässt sich die französische Mezzosopranistin Julie Robard-Gendre in der Rolle der schönen Helena von ihrem Landsmann Julien Dran als Paris verführen. In der Rolle des gehörten Ehemannes: Michel Fau.

„La Belle Hélène“ wurde 1864 im Pariser Théâtre des Varietés uraufgeführt, mit Hortense Schneider, Offenbachs Lieblingsinterpretin, in der Titelrolle. Die Operette ist nicht nur eine Parodie des antiken Griechenlands. Offenbach überzeichnet auch brillant die heroischen Vorbilder der großen Oper und gleichzeitig die bessere französische Gesellschaft des Zweiten Kaiserreichs unter Napoleon III. Mit „Die schöne Helena“ entwirft Jacques Offenbach eine unterhaltsame Version der Vorgeschichte des Trojanischen Krieges.

Helena, die schönste Frau unter dem Himmel der griechischen Antike, langweilt sich schrecklich. Als Ehefrau von Menelaos, König von Sparta, fristet sie ein unbefriedigtes Dasein. Venus soll ihr endlich wieder einmal einen Liebhaber verschaffen, der diesen Namen auch verdient. Bei einem Wettkampf in Sparta fasst sie einen Kandidaten ins Auge: einen mit Schlagfertigkeit ausgestatteten Schäfer, der in Wirklichkeit kein Geringerer ist als Prinz Paris aus Troja. Ja, genau der mit dem Apfel! Er hatte ihn ja Aphrodite gegeben. Die Fügung der Liebesgöttin entfaltet nun ihre Wirkung. Ehemann Menelaos wird kurzerhand nach Kreta beordert, und Helena empfängt „in einem Traum“ den Liebhaber Paris in ihren Gemächern. Doch Menelaos kehrt früher als erwartet zurück und entdeckt den Seitensprung …

In Lausanne lässt sich die französische Mezzosopranistin Julie Robard-Gendre in der Rolle der schönen Helena von ihrem Landsmann Julien Dran als Paris verführen. In der Rolle des gehörten Ehemannes: Michel Fau. Die Inszenierung wurde für ARTE am 23. Dezember 2019 aufgezeichnet.

Sonntag, 11.12. (3. Advent) /02:30 The Show Must Go On! Die Queen-Jahre mit Adam Lambert
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2019, ARTE F 85 Min.
Regie: Christopher Bird, Simon Lupton
Online verfügbar von 11/11 bis 01/01
Wiederholung vom 11.11.

Montag, 12.12. / 00:30 Uhr / Square für Künstler ~ Max Mutzke
Magazin, Frankreich, 2022, ARTE 26 Min.
Online verfügbar von 13/05 bis 29/03

„Square“ ist das bimediale Magazin auf ARTE. Die Sendung stellt die philosophischen, literarischen, künstlerischen und technischen Innovationen unserer heutigen Gesellschaften in den Mittelpunkt. Es geht um neue Ideen in allen Bereichen – nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern weltweit. „Square“ befasst sich vor allem mit dem Blick der Kreativen und Künstler auf eine Welt, die sich rasant bewegt.

Max Mutzke ohne Hut – unvorstellbar! Darunter scheint er alle Kontraste seines Lebens unterzubringen, musikalisch wie privat. Zur Entspannung fährt er den Pisten-Bully über die Hänge des verschneiten Schwarzwaldes, seiner Heimat. Im Berliner Studio und auf der Bühne singt er auf deutsch und englisch alle Stilrichtungen zwischen Pop, Rock, Soul, Funk und Jazz. Immer dabei: seine positive Lebenseinstellung. „Wunschlos süchtig“ heißt sein neustes und achtes  Album, über das der Musiker sagt: „Ich drücke all das Glück aus, das ich gerade empfinde“.

Der Durchbruch gelang Max Mutzke mit dem von Stefan Raab geschriebenen und produzierten Song „Can’t Wait until Tonight“: Direkteinstieg auf Platz eins der deutschen Charts, und 2004 dann Platz acht beim Eurovision Songcontest. Seitdem ist er aus der deutschen Musikszene nicht mehr wegzudenken.

Ausgehend von einem bedeutenden Ereignis aus der letzten Zeit, erklärt er für „Square“, welche Schlagzeilen und Geschehnisse in den letzten Jahren für ihn prägend waren und welchen Einfluss sie auf sein Denken und seine Kunst nahmen.

Freitag, 16.12. / 23:00 Uhr / Super Duper Alice Cooper
Dokumentarfilm, USA, 2014, ARTE F 82 Min.
Regie: Reginald Harkema, Sam Dunn, Scot McFadyen
Online verfügbar von 09/12 bis 23/12

Schauriges Make-up, Kunstblut und geköpfte Babypuppen – seine Bühnenshows seien wie eine Fahrt mit der Geisterbahn, sagte Alice Cooper einmal. Der Dokumentarfilm zeichnet die Karriere des Erfinders des Schockrocks nach: von den Anfängen in der Band The Spiders bis hin zu Coopers späteren Solokarriere ab Mitte der 70er Jahre. Anhand von zahlreichen Archivbildern und den Aussagen prominenter Wegbegleiter entsteht ein fesselndes Porträt des Künstlers, der sich liebend gerne in Szene setzte und typischerweise mit einer Boa constrictor ablichten ließ. Welcome to Alice Cooper’s Nightmare!

Er erfand den Schockrock mit Grusel-Make-up und Horrorshow: Alice Cooper. Als Sohn eines Priesters wurde Vincent Damon Furnier in Detroit im US-Bundesstaat Michigan geboren und zog später mit seiner Familie nach Arizona. Mit Freunden aus dem Langlaufteam nahm Cooper aus Spaß an Talentwettbewerben teil, zunächst noch als Beatles verkleidet. Nach einigen Umbesetzungen, Umbenennungen und einem Umzug nach Los Angeles bekam die Truppe dann einen Platten-Vertrag. Ein magisches Hexenbrett soll der Legende nach den endgültigen Bandnamen „Alice Cooper“ ausgespuckt haben. Frühe Alben verkauften sich nicht schlecht, aber erst die Rockhymne „School’s Out“ brachte 1972 den internationalen Durchbruch. Weitere Charts-Bestseller wie „No More Mr. Nice Guy“ folgten. Die Band war ständig auf Tournee. Der viele Stress und Alkohol führte die Band jedoch in einen Dauerstreit. Schließlich reklamierte Cooper den Bandnamen für sich alleine und startete solo. „Welcome To My Nightmare“ hieß das erste Soloalbum des Rockers 1975. Cooper hatte weiterhin Erfolg, aber der Alkohol ließ ihn nicht los. Der Gruselrocker, der heute jeden Tag nach dem Frühstück 20 Minuten in der Bibel liest, ist auch ein Familienmensch und hat gemeinsam mit der Tänzerin Sheryl Goddard drei Kinder großgezogen. 2017 veröffentlichte er mit „Paranormal“ sein 27. Studioalbum.

Der Dokumentarfilm zeigt umfassendes Archivmaterial, darunter Bilder wie die berühmt gewordene Szene, in der Alice Cooper das von einem Konzertbesucher auf die Bühne geworfene lebendige Huhn zurück in die Menge wirft, die es in Stücke reißt. Außerdem kommen Wegbegleiter wie Pamela Des Barres, Bob Ezrin, Elton John, Wayne Kramer, John Lydon, Iggy Pop, Dee Snider und Bernie Taupin zu Wort; ferner zeigt die Dokumentation Auszüge aus Interviews mit Vincent Furnier oder seinem Agenten Shep Gordon. „Super Duper Alice Cooper“ untermauert die Legende von Alice Cooper – noch zu Lebzeiten.

Zusatzinfo:
Der Film, der einer Rock-Oper gleicht, wurde bei den Canadian Screen Awards 2015 mit dem Preis für die beste Dokumentation ausgezeichnet.

Freitag, 16.12. / 00:25 Uhr / Tracks East
Magazin, Deutschland, 2022, ZDF 30 Min.
Erstausstrahlung

Freitag, 16.12. / 00:55 Uhr / Flow Festival 2022 ~ Best of
Musik, Finnland, Frankreich, 2022, ARTEYLE 74 Min.
Regie: Ilmari Aho, Kimmo Kajasto
Mit: Gorillaz, Florence + The Machine, Burna Boy, Sigird, Freddie Gibbs
Online verfügbar von 09/12 bis 15/01
Erstausstrahlung

Mit seinem breiten Musikstilangebot jagt eine Entdeckung die nächste: Indie-Pop trifft auf Jazz, Hip-Hop auf Elektro. Das Flow Festival in Helsinki setzt auf eine Mischung aus Musikgrößen, aktuellen Chartstürmerinnen und Charstürmern sowie funkelnden Neuentdeckungen. Der Veranstaltungsort, ein ehemaliges Kraftwerk, taucht das Musikereignis mit kreativ-bunten Lichtinstallationen in eine einmalige Atmosphäre und lässt an die Polarlichter des hohen Nordens denken – eine magische Kombination aus Klängen und Licht.

Drei Tage lang Auftritte von einigen der interessantesten Bands, die derzeit unterwegs sind, drei Tage lang feiern mit 90.000 Fans auf einem ehemaligen Industriegelände in Helsinki. Das Flow Festival im August 2022 bot ein Line-up der Extraklasse, angefangen mit den Briten von Gorillaz, die ihren bunten Mix aus Pop, Rock und elektronischer Musik auf die Bühne brachten. Nachdem die Bandmitglieder früher nur in animierter Form in Erscheinung getreten waren, hatte das Flow-Publikum die Gelegenheit, neben großartigen Leinwand-Visuals auch die charismatischen Musiker selbst, allen voran Damon Albarn, auf der Bühne zu erleben.

Noch mehr Britpop gab es beim Flow Festival von Florence + The Machine: Die Band um Sängerin Florence Welch brachte energiegeladene und atmosphärische Live-Interpretationen ihrer Indierock-Songs zu Gehör.

Damini Ebunoluwa Ogulu aka Burna Boy ist einer der größten Popstars aus Afrika. In seiner zehnjährigen Karriere gewann er einen Grammy für das beste Weltmusik-Album, und seine Songs wurden Hunderte Millionen Male gestreamt. Seine Show auf der Main Stage war das größte und ausgelassenste Event beim Flow Festival: 30.000 Menschen kamen zu seiner Dance Party.

Die norwegische Sängerin Sigrid wurde durch ihren Hit „Don’t Kill My Vibe“ international bekannt. Auf der Main Stage des Flow Festivals demonstrierte sie, warum sie als eine der talentiertesten Stimmen der nordischen Popmusik gilt.


Programmwoche 51:

Samstag, 17.12. / 08:15 Uhr / GEO Reportage: Friaul ~ Benvenuti im Musiktal
Reportage, Deutschland, 2017, ARTE 52 Min.
Regie: Gordian Arneth
Online verfügbar von 10/12 bis 16/01

Das Resiatal in den Julischen Alpen ist die Heimat einer der kleinsten Minderheiten Europas. Bis heute haben die Resianer eine eigene Kultur bewahrt, die sich hauptsächlich in ihren Liedern und Tänzen ausdrückt. Doch der Fortschritt hält auch hier Einzug, Traditionen gehen verloren. Weil im Resiatal nichts verschriftlicht wurde, ist die Kultur massiv bedroht. Inzwischen haben das auch die Einwohner begriffen und den Kampf gegen das Vergessen aufgenommen. „GEO Reportage“ hat das Tal und seine Menschen besucht.

Federico Lonardi ist vor einem Jahr ins Resiatal gekommen. Damit ist er einer der wenigen Neuankömmlinge – normalerweise geht der Trend den umgekehrten Weg: Menschen verlassen die Gegend auf der Suche nach Arbeit und Fortschritt. Damit sinkt auch die Zahl der Einwohner, welche die Sprache sprechen und die speziellen Gesänge und Tänze der Region beherrschen. Was besonders schwer wiegt: Über Jahrhunderte wurde die Kultur des Resiatals ausschließlich mündlich weitergegeben. Ein Brauch, der den Einwohnern nun zum Nachteil gereichen könnte. Neuankömmlinge wie Federico sind deshalb gern gesehen. Noch dazu, wenn er sich für die Musik des Tales interessiert und zum erklärten Ziel hat, Geige spielen zu können wie die großen Musiker des Tales. Ein anspruchsvolles Unterfangen. Denn die Musikanten konnten etwa tausend Tänze aus dem Kopf spielen, Federico bisher gerade mal fünf. Er ist nicht der einzige, der auf seine Art versucht, die Kultur des Tals zu bewahren. Während an den Schulen Sprache und Musik wieder gelehrt und gelebt werden, versucht der Musikwissenschaftler Roberto Frisano, dem Ursprung der Musik auf den Grund zu kommen. Fündig wurde er in Ljubljana, der Hauptstadt der benachbarten Republik Slowenien. Nicht alle Resianer sind mit seiner Entdeckung glücklich – Sprachwissenschaftler vermuten seit einiger Zeit eine Verwandtschaft zwischen dem Resianischen und dem Slowenischen, was bei vielen Einwohnern Angst vor einer Vereinnahmung durch den slowenischen Staat schürt. So droht dem Tal neben dem Verschwinden der Traditionen ein Kulturkampf. Federico indes hält weiter an seiner Vision der überdauernden Musik fest. Im August findet das Scherenschleiferfest, die bedeutendste Feierlichkeit der Region, statt. Dort will er seine Geigenkünste erstmals der Öffentlichkeit präsentieren.

Zusatzinfo:
„GEO Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

Samstag, 17.12. / 20:15 Uhr / Black Pharaos: Sudans vergessene Pyramiden
Festtagsprogramm
Dokumentarfilm, Irland, 2019, ARTE F 92 Min.
Regie: David Starkey
Online verfügbar von 10/12 bis 15/02

Fast ein Jahrhundert lang herrschte in Ägypten eine Dynastie schwarzer Pharaonen aus dem Königreich Kusch, dem heutigen Sudan. Es wurde von den Ägyptern als ein Reich mit geringem Einfluss angesehen. Wie kam es dennoch zur Eroberung des Landes durch die schwarzen Pharaonen? Im Sudan befinden sich einige der erstaunlichsten antiken Pyramiden weltweit. Die ersten Forscher vertrauten den Aufzeichnungen der alten Ägypter, die ihre südlichen Nachbarn als primitive, schwarze Barbaren beschrieben. Da dieser Standpunkt ohnehin in den Köpfen der westlichen Intellektuellen verankert war, ging man davon aus, dass die großartigen Bauwerke im Sudan von den Ägyptern stammten. Aufgrund dieser historischen Fehlinterpretation blieb das Königreich Kusch lange verkannt. Der Bürgerkrieg im Sudan machte neue Grabungen praktisch unmöglich. In den letzten Jahren jedoch vollzog sich eine Wende: Heute forschen internationale Archäologen wieder entlang des Nils im Sudan und rekonstruieren die vergessene Geschichte vom Königreich der schwarzen Pharaonen. Der Dokumentarfilm bietet die seltene Gelegenheit, den Archäologen bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen und Grabungsmethoden auf dem neusten Stand der Technik kennenzulernen. Die Forscher müssen schnell arbeiten, wenn sie dem Königreich Kusch seinen verdienten Platz in der Geschichte zurückgeben wollen, denn der Klimawandel und die Industrialisierung in der Region bringen die Relikte aus vergangener Zeit in Gefahr. Mit Hilfe moderner Drohnenaufnahmen werden die Erkundung unterirdischer Grabkammern und die Entdeckung einer versunkenen Stadt veranschaulicht, ebenso die Größe des Königreichs Kusch. Dabei wird die Theorie infrage gestellt, der zufolge Ägypten die einzige bedeutende Zivilisation Afrikas war. Tatsächlich war Kusch eine afrikanische Supermacht, die von der Geschichtsschreibung einfach übergangen wurde – bis heute.

Sonntag, 18.12. (4. Advent) / 08:35 Uhr / Die Ursprünge der Fantasy-Romane ~ Die amerikanische Entwicklung H.P. Lovecraft
Dokumentationsreihe, Frankreich, USA, Deutschland, 2021, WDR 26 Min.
Regie: Rüdiger Mörsdorf
Online verfügbar von 18/12 bis 17/01
Erstausstrahlung

Im 19. Jahrhundert in Europa entstanden, ein Jahrhundert später in Amerika geformt, ändern sich nun die Fantasy-Geschichten. John Howe reist nach Providence an der Ostküste der USA. Dort trifft er S.T. Joshi, den führenden Experten für H.P. Lovecraft. Zu seinen Lebzeiten fast unbekannt, ist Lovecraft heute ein Kultautor. „Cthulhus Ruf“ ist sein bekanntestes Werk. Der Zeichner Mike Mignola – Schöpfer der Figur Hellboy – erzählt von seiner Begegnung mit Lovecraft und der Herausforderung, die dessen Kreaturen für einen Illustrator darstellen.

Fantasy ist überall zu finden: im Kino, in der Literatur genauso wie in Videos und Rollenspielen. Aber was sind die Ursprünge dieser Geschichten? Wer sind ihre Wegbereiter? Und was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn Fantasy-Serien wie „Game of Thrones“ oder „Der Herr der Ringe“ so erfolgreich werden? Der Illustrator John Howe ist einer der Meister des Fantasy-Genres. Mit ihm begibt sich die Dokumentationsreihe auf eine Zeitreise zurück zu den Märchen der Gebrüder Grimm bis hin zu den Romanen von Robert E. Howard. In vier Folgen trifft John Howe auf berühmte Personen, die dem Zuschauer die mehr als hundertjährige Geschichte der Fantasy-Romane erklären.

Sonntag, 18.12. (4. Advent) / 09:10 Uhr / Vivien Leigh ~ Die Frau hinter Scarlett
Festtagsprogramm
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Priscilla Pizzato
Online verfügbar von 11/12 bis 16/02

In „Vom Winde verweht“ war sie eine unvergessliche Scarlett O’Hara, in „Endstation Sehnsucht“ eine erschütternde Blanche DuBois. Faszinierende Schönheit, zweifache Oscarpreisträgerin, gefeierter Hollywoodstar und großartige Shakespeare-Interpretin – all das war Vivien Leigh, eine der anerkanntesten Schauspielerinnen ihrer Generation. Mit Laurence Olivier, dem Star der britischen Bühne, bildete sie ein glamouröses Paar. Alles schien ihr zu gelingen. Hinter der bewunderten Berühmtheit verbarg sich jedoch eine fragile Person. Ihre bipolare Störung trübte ihren Erfolg und ihr privates Glück, wurde eine immer größere Last, je älter sie wurde. Die Dokumentation blickt mit reichem Archivmaterial und vielen Filmausschnitten auf das Leben und Wirken einer faszinierenden Persönlichkeit.

Vornehme Lady, Femme fatale: Vivien Leigh zählt bis heute zu den außergewöhnlichsten und faszinierendsten Schauspielerinnen ihrer Zeit. Die in den USA noch unbekannte Schauspielerin aus Großbritannien ergattert die damals begehrteste Rolle Hollywoods: die weibliche Hauptrolle in „Vom Winde verweht“. Über Nacht wird sie zum Star und von da an für immer und ewig Scarlett O’Hara bleiben: biestig, grausam, egoistisch, unerträglich, aber auch unbeugsam, mutig, heißblütig und hinreißend schön – einfach unwiderstehlich. Ein wahrer Triumph für Vivien Leigh, die mit dieser Rolle 1940 den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewinnt. Im selben Jahr heiratet sie die große Liebe ihres Lebens, den britischen Schauspieler Laurence Olivier. Bald wird das Paar fast ebenso berühmt wie die Windsors. Die Aufmerksamkeit, die sie auf sich zieht, rührt nicht nur von ihrem Schauspieltalent. Ihr Äußeres wird als magisch beschrieben. Doch das Letzte, was sie will, ist auf ihr Aussehen reduziert zu werden. Sie zieht das Bühnenlicht so oft dem Scheinwerferlicht von Hollywood vor und arbeitet hart für die Anerkennung ihres Talents. Für ihre erschütternde Darstellung der Blanche DuBois in Elia Kazans „Endstation Sehnsucht“ bekommt Vivien ihren zweiten Oscar. In der letzten Szene des Films wird sie in Zwangsjacke in eine psychiatrische Heilanstalt überführt. Eine bedrückende Koinzidenz, wenn man weiß, dass Vivien Leigh ihr ganzes Leben lang unter einer manisch-depressiven Störung litt. Wer war die Frau, in deren Leben sich Ruhm und Tragik so oft vermischten? Wer war Vivien Leigh? Anhand von privatem und öffentlichem Archivmaterial, von Filmausschnitten und Zeichnungen erschließt die Dokumentation ihre viel zu wenig bekannte Welt.

Sonntag, 18.12. (4. Advent) / 17:55 Uhr / Christmas@Home 2022
Das Weihnachtskonzert mit Daniel Hope, Sting und weiteren Gästen
Musik, Erstausstrahlung
Deutschland, 2022, ZDF
Regie: Stefan Mathieu

Mit: Daniel Hope (Violine), Sting (Gesang), Bruce Liu (Klavier), Golda Schultz (Sopran), Dominic Miller (Gitarre), Sylvia Thereza (Klavier), Leonkoro Quartet, Nicola Mosca (Violoncello), Michael Metzler (Percussion)

Mit „Hope@Home“ haben ARTE und Daniel Hope ein Erfolgsformat geschaffen, das während der Corona-Lockdowns 2020 und 2021 mit rund 140 unvergesslichen Konzerten aus dem Wohnzimmer des Violinisten weltweit ein Millionenpublikum erreichte. 2022 öffnet Daniel Hope seine Türen erneut für ein Weihnachtsspecial. Besinnlich und musikalisch anspruchsvoll wird es, wenn Daniel Hope in seinem Wohnzimmer ans Mikrofon tritt und verkündet: „Good evening, Ladies and Gentlemen, and a very warm welcome to my living-room!“.

Für „Christmas@Home 2022“ konnte Daniel Hope unter anderem den legendären britischen Musiker und Komponisten Sting, die südafrikanische Opernsängerin Golda Schultz, den argentinisch-britischen Gitarristen Dominic Miller sowie das noch junge Leonkoro Quartett gewinnen. Gemeinsam mit weiteren hochkarätigen Musikerinnen und Musikern werden sie ein abwechslungsreiches und stimmungsvolles Repertoire darbieten, das von anspruchsvollen Interpretationen von Traditionals über klassische Werke bis hin zu Pop- und Jazz-Titeln reicht.

Sonntag, 18.12. (4. Advent) / 21:55 Uhr / Dean Martin: King of Cool
Festtagsprogramm
Dokumentation, USA, 2021, ZDF 53 Min.
Regie: Tom Donahue
Online verfügbar von 17/12 bis 18/03
Erstausstrahlung

Dean Martin war der „King of Cool“. Mit samtener Stimme, Witz und Leichtigkeit begeisterte er sein Publikum als Schauspieler, Sänger und Performer jahrzehntelang. Im Zusammenspiel mit Jerry Lewis ging Dean Martin als Meister der Improvisation und Gigant des komödiantischen Timings in die Showgeschichte ein – woher kommt nur seine Coolness?

Dean Martin gehört zu den bekanntesten amerikanischen Schauspielern des 20. Jahrhunderts und wohl zu seinen sanftesten Sängern. Er gilt mit einem unschlagbaren komödiantischen Timing als Meister der Improvisation – und scheint bei seinen Auftritten doch erstaunlich tiefenentspannt. Woher rührt diese ihm auch von Elvis Presley zugeschriebene Coolness?

Der amerikanische Dokumentarfilmer Tom Donahue geht in seinem filmischen Porträt der vielschichtigen Karriere des Jungen auf den Grund, der 1917 in Steubenville, Ohio, als Dino Paul Crocetti inmitten einer italienischen Großfamilie geboren wird. Nur wenig deutet zunächst darauf hin, dass er sich zu einem international bekannten Star entwickeln wird. Erst mit sechs Jahren lernt Dino überhaupt englisch zu sprechen. Seine ersten Jobs findet er im Stahlwerk und an Spieltischen.

Doch der Junge liebt es zu singen – zu Hause wie in lokalen Bands – und nimmt dafür den Namen Dean Martin an. Die Begegnung mit Jerry Lewis lässt sein komödiantisches Talent sichtbar werden. Und als Mitglied des Rat Pack gab er in Las Vegas ausverkaufte Vorstellungen.

Die Erinnerungen seiner Tochter Deana auch an tragische und schmerzhafte Momente im Leben von Dean Martin, die Interviews mit Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen und Weggefährten sowie vielfältiges Archivmaterial lassen einen Künstler nahbar werden, der häufig unterschätzt wurde – vielleicht weil für ihn alles so einfach schien. Er machte es den anderen leicht, ihn zu mögen, weil ihm Ruhm nicht so wichtig war. Das Geheimnis dafür liegt wohl in Dean Martins Kindheit begründet: in „La Famiglia“.

Sonntag, 18.12. (4. Advent) / 22:50 Uhr/ Die Tanzschüler der Pariser Oper … Die Reifejahre
Festtagsprogramm
Dokumentarfilm, Frankreich, 2022, ARTE F 75 Min.
Regie: Françoise Marie
Online verfügbar von 11/12 bis 16/06
Erstausstrahlung

Im Jahr 2011 erschien die Dokumentationsreihe „Die Tanzschüler der Pariser Oper“. Die zweite Staffel „Die Tanzschüler der Pariser Oper … 5 Jahre später“ begleitete die jungen Menschen bei ihrem Start ins Berufsleben. Heute, zehn Jahre nach dem Beginn ihres Tanzabenteuers, blickt „Die Tanzschule der Pariser Oper … Die Reifejahre“ auf den Werdegang der Protagonistinnen und Protagonisten zurück.

Mit Mitte zwanzig nähern sich die Tänzerinnen und Tänzer dem Zenit ihrer Karriere. Sie müssen Gelegenheiten ergreifen beziehungsweise erschaffen und an das Danach denken. Der Dokumentarfilm befasst sich mit ihren Fragen. Während einige ihr Streben nach Perfektion an der Pariser Oper ausleben, geht es bei allen darum, kreative Erfahrungen zu machen, eine Beziehung zum eigenen Körper und eine Identität als Tänzer zu entwickeln und sich selbst zu verwirklichen.

Die Regisseurin Françoise Marie und die Tanzschülerinnen und -schüler sind seit den ersten Folgen in engem Kontakt geblieben. Heute sind Awa, Roxane und Antonio erwachsen. Die Kamera ist bei den Proben, den Aufführungen und in persönlichen Momenten dabei. Der Dokumentarfilm widmet sich dem Tanz in all seinen Ausprägungen, vom klassischen Ballett wie „Romeo und Julia“ bis zu zeitgenössischen Kreationen wie „In your Rooms“ von Hofesh Shechter, von eigenen Choreographien bis zu Breakdance und der Hinwendung zu anderen Kunstformen.

Sonntag, 18.12. (4. Advent) / 00:10 Uhr / Der Widerspenstigen Zähmung
Ballett von John Cranko nach William Shakespeare
Festtagsprogramm
Ballett, Deutschland, 2022, SWR 120 Min.
Regie: Michael Beyer
Komponist: Kurt-Heinz Stolze
Dirigent: Wolfgang Heinz
Orchester: Staatsorchester Stuttgart
Choreographie: John Cranko
Libretto: John Cranko
Künstlerischer Leiter: Reid Anderson

Mit: Das Stuttgarter Ballett, Elisa Badenes (Katharina), Jason Reilly (Petruchio), Veronika Verterich (Bianca), Martí Fernández Paixá (Lucentio), Alessandro Giaquinto (Gremio), Fabio Adorisio (Hortensio)

Online verfügbar von 18/12 bis 17/01
Erstausstrahlung

Einen festen Platz in der Ballettgeschichte sicherte sich John Cranko durch seine drei abendfüllenden Handlungsballette, die er für das Stuttgarter Ensemble choreographierte: „Romeo und Julia“, die legendäre Produktion, mit der John Cranko und seine Compagnie des Stuttgarter Balletts die Herzen des internationalen Publikums im Sturm eroberten, außerdem Alexander Puschkins Nationalepos „Onegin“ und die Shakespear-Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“. Mit der Cranko-Trilogie wurde 2018 das 50. Jubiläum dieser drei Ballette gefeiert, wobei die letztgenannte Produktion pandemiebedingt ins Jahr 2022 verschoben wurde und nun auf ARTE zu sehen ist.

Vor 50 Jahren kreierte Choreograph John Cranko seine drei großen Ballette, die nicht nur das Stuttgarter Ballett über Nacht weltberühmt machten – Stichwort „Stuttgarter Ballettwunder“ –, sondern auch Ballettgeschichte geschrieben haben. Sie inspirierten eine ganze Generation an Tänzerinnen und Tänzern und gehören noch heute zu den meistgespielten Balletten weltweit.

Anlässlich des Jubiläums seines Werkes ist es erstmals gelungen, eine umfassende Aufzeichnung der drei großen John-Cranko-Ballette zu realisieren.

„Romeo und Julia“ ist die legendäre Produktion, mit der John Cranko und seine Compagnie des Stuttgarter Balletts die Herzen des internationalen Publikums im Sturm eroberten. Noch heute gilt die Inszenierung mit der detailreichen und farbenfrohen Ausstattung Jürgen Roses als eine der meistgespielten der Welt. Sie war der Auslöser des „Stuttgarter Ballettwunders“ mit umjubelten Vorstellungen in Europa, den USA, dem Nahen Osten und der ehemaligen Sowjetunion.

Einen festen Platz in der Ballettgeschichte sicherte sich John Cranko durch zwei weitere abendfüllende Handlungsballette, die er ebenfalls für das Stuttgarter Ensemble choreographierte: Alexander Puschkins Nationalepos „Onegin“ und die Shakespeare-Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“.
Mit der Cranko-Trilogie wurde aber mehr als nur ein Jubiläum begangen:
Marciá Haydée, Crankos einstige Muse und Primaballerina, feierte 2018 in „Romeo und Julia“ ihren 80. Geburtstag auf der Bühne!
Als im November „Onegin“ aufgezeichnet wurde, war das exakt 50 Jahre, nachdem John Cranko die bis heute gültige Fassung seines „Onegin“ kreierte. Und 2019, passend zur zunächst geplanten, dann aber verschobenen Aufzeichnung, wurde „Der Widerspenstigen Zähmung“ 50 Jahre alt.

Montag, 19.12. / 23:55 Uhr / Fellini und die Geister
Dokumentation, Italien, 2019, ARTERAI 58 Min.
Regie: Anselma Dell’Olio
Online verfügbar von 12/12 bis 18/01
Erstausstrahlung

Federico Fellini liebte das Leben und war stets auf der Suche nach dem Sinn des Daseins. Die Dokumentation geht Fellinis Leidenschaft für das „Geheimnisvolle“ auf den Grund, wie er selbst es nannte: Tatsächlich faszinierten ihn Esoterik übersinnliche Phänomene. Bis zu seinem Tod befasste er sich mit spirituellen Erfahrungen an Geist und Seele.

Der Psychoanalytiker Ernst Bernhard versuchte diesen Themen, die in Fellinis Filmografie immer wieder eine Rolle spielen, näher auf den Grund zu gehen, und offenbarte dem Filmemacher nicht nur die Geheimnisse des Unterbewussten, sondern verhalf ihm durch das Legen von Tarotkarten und die Befragung des I-Ging-Orakels zu einer völlig neuen Weltsicht. Doch erst der durch „Julia und die Geister“ bekannt gewordene Denker und Maler Gustavo Rol überzeugte Fellini mit seinen Experimenten von der tatsächlichen Existenz des Übersinnlichen und davon, dass es mehr gibt, als der Mensch mit seinem Verstand zu fassen vermag.

Zahlreiche Zeitzeugen berichten über Fellinis magische Welt: Zu Wort kommen sein persönlicher Tarotleger, der Regisseur Terry Gilliam („Brazil“), die mit Gustavo Rol befreundete Giuditta Miscioscia, der Regisseur Damien Chazelle („La La Land“), enge Mitarbeiter und Weggefährten Fellinis und Oscarpreisträger William Friedkin („Der Exorzist“). Untermalt von spektakulärem Archivmaterial, Filmausschnitten und Interviews mit Fellini-Experten entsteht in „Fellini und die Geister“ ein ungewöhnliches, sehr persönliches und spirituelles Porträt des großen italienischen Filmemachers.

Dienstag, 20.12. / 05:00 Uhr / Gardiner dirigiert Mendelssohn ~ „Ein Sommernachtstraum“ und „Die erste Walpurgisnacht“
Österreich, Deutschland, 2021, HR 43 Min.
Regie: Lauran Jurrius
Komponist: Felix Mendelssohn Bartholdy
Dirigent: Sir John Eliot Gardiner
Orchester: Camerata Salzburg
Chor: Monteverdi Choir

Mit: Jessica Cale (Sopran), Sam Cobb (Sopran), Regina Fritsch (Hermia, Elfe, Titania), Roland Koch (Oberon, Theseus), Mavie Hörbiger (Lysander, Puck)

Online verfügbar von 20/12 bis 19/01
Erstausstrahlung

Mendelssohns Schauspielmusik zu Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ ist für die beschwingte Ouvertüre, das Schlaflied und den Hochzeitsmarsch berühmt.
John Eliot Gardiner arbeitet den Farbenreichtum des Stücks mit dem Monteverdi Choir und der Camerata Salzburg heraus. In den Sprechrollen überzeugen berühmte Burgschauspielerinnen und -schauspieler. Darunter auch Mavie Hörbiger in der Rolle des Puck.

Felix Mendelssohn schrieb als 17-Jähriger eine Ouvertüre, die „Opus 21″, die seinen Ruhm als Komponist begründen sollte: die Schauspielmusik zu William Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“.

Erst viele Jahre später ergänzte und vollendete Mendelssohn das Werk um Stücke zu allen Szenen. Das bekannteste darunter ist der Hochzeitsmarsch.

Für John Eliot Gardiner ist Mendelssohns Musik so wunderbar, weil sie so reich an musikalischen Einfällen ist. Außerdem gelang es dem reifen Komponisten, das Werk zu einem bruchlosen Ganzen zu formen.

Frühere Interpretationen des Stücks durch John Eliot Gardiner wurden als magisch gerühmt. In dieser Aufführung der Salzburger Festspielen 2021 lässt Gardiner die Farben des Stücks etwa dadurch hervortreten, dass er das Orchester, die Camerata Salzburg, an einer Stelle wie ein Eselsschrei klingen lässt, als Bezug auf die bekannte Szene, als dem männlichen Hauptdarsteller plötzlich ein Eselskopf gezaubert wird.

Die Solistinnen des Monteverdi Choir animiert Gardiner dazu, im „Eiapopei“-Schlaflied ein Höchstmaß an Schmelz und Zärtlichkeit zu verströmen. Die Sprechrollen werden von bekannten Burgschauspielerinnen und -schauspielern, darunter Mavie Hörbiger in der Rolle des Puck, überzeugend verkörpert.

Mittwoch, 21.12. / 21:45 Uhr / Julio Iglesias ~ Mit Charme zum Weltstar
Festtagsprogramm
Dokumentation, Frankreich, 2022, ARTE F 53 Min.
Regie: Anne-Solen Douguet
Online verfügbar von 14/12 bis 19/06
Erstausstrahlung

Fünf Jahrzehnte, 14 Sprachen, 300 Millionen verkaufte Tonträger und 2.600 Goldene und Platin-Schallplatten: Diese Zahlen sind Zeugnis für Julio Iglesias‘ beeindruckende musikalische Karriere gespickt mit Meilensteinen. Der Latin Crooner sang sich in die Herzen von unzähligen Menschen. Als er am 8. September 1988 die Bühne des ausverkauften Fußballstadions Camp Nou in Barcelona betrat, wurde er von 100.000 Fans bejubelt. Von Deutschland bis Frankreich, über Brasilien und Japan bis nach China: Der spanische Sänger eroberte mit seinen Hits wie „Un canto a Galicia“ („Wenn ein Schiff vorüberfährt“) die ganze Welt und wurde zum perfekten Botschafter seines Heimatlandes. Ein Konquistador mit Talent und Charme!

„Der Mann wird zur Legende!“ So der Manager von Julio Iglesias, als die beiden sich 1978 aufmachten, die USA zu erobern. Er sollte Recht behalten: Heute ist der spanische Sänger tatsächlich eine lebende Legende. Alles begann im Alter von 20 Jahren: Iglesias lag nach einem schweren Autounfall im Krankenhaus und bekam seine erste Gitarre geschenkt – und damit auch eine Karriere der Sonderklasse.

Ein halbes Jahrhundert später füllt er immer noch die großen Stadien der Welt und führt eine beachtliche Rekordliste: Seine erste Tournee in Spanien zählte 41 Konzerte in 41 Städten innerhalb nur 30 Tagen, 1976 war dank ihm die berühmte Arena Madison Square Garden in nur 24 Stunden ausverkauft – kein Wunder, dass Iglesias bereits 1985 mit einem Stern auf dem Walk of Fame und 2019 mit einem Grammy für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Ein Latin Crooner, der sogar Frank Sinatra in den Schatten stellt.

Egal ob „La vida sigue igual“ oder „Un canto a Galicia“: Seine Evergreens machen den charmanten Spanier zu einem nationalen Kulturgut auf jeder Bühne – nicht zuletzt wegen seinen zahlreichen fremdsprachigen Tonträgern unter anderem auf Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Japanisch. Die Dokumentation erzählt den Werdegang des Superstars und wie dieser es schaffte, die Musik Lateinamerikas und die mediterrane Kultur zu globalisieren.

Mittwoch, 21.12. / 00:30 Uhr / Die Neue Zeit ~ Nach dem Krieg
Serie, Deutschland, 2019, ZDF 45 Min.
Regie: Lars Kraume
Drehbuch: Lars Kraume, Judith Angerbauer, Lena Kiessler
Produktion: zero one film, Constantin Television, Nadcon Film, ZDF, ARTE
Produzent: Thomas Kufus
Kamera: Jens Harant
Schnitt: Barbara Gies, Jens Klüber
Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas
Kostüme: Esther Walz
Szenenbild / Bauten: Olaf Schiefner
Redaktion: Olaf Grunert, Elke Müller
Ton: Patrick Veigel

Mit: August Diehl (Walter Gropius), Anna Maria Mühe (Dörte Helm), Valerie Pachner (Gunta Stölzl), Ludwig Trepte (Marcel Breuer), Trine Dyrholm (Stine Branderup), Sven Schelker (Johannes Itten), Hanns Zischler (Rudolf Helm), Sebastian Blomberg (Minister Max Greil), Corinna Kirchhoff (Baronesse von Freytag-Loringhoven), Max Hopp (Dr. Emil Herfurth), Alexander Finkenwirth (Johannes Ilmari Auerbach), Birgit Minichmayr (Alma Mahler), Ernst Stötzner (Lyonel Feininger), Julius Feldmeier (Hans Gross)

Online verfügbar von 14/12 bis 20/01

1963 in New York: In seinem Apartment trifft Walter Gropius auf die feministische Journalistin Stine Branderup. Der international erfolgreiche und berühmte Gropius, inzwischen 80 Jahre alt und seit 1944 amerikanischer Staatsbürger, blickt auf ein bewegtes und erfolgreiches Leben als Architekt zurück. Branderup beschuldigt ihn, die Frauen am Bauhaus unterdrückt zu haben. Gropius wehrt sich gegen den Vorwurf und beginnt, ihr von den Anfangsjahren des Staatlichen Bauhauses in Weimar zu erzählen. Weimar ist nach dem verlorenen Krieg nicht nur der politische Nabel der neuen Republik, auch in der Kunst versucht man neue Wege zu beschreiten. Die alten Lehrstuhlinhaber und mit ihnen das altehrwürdige Weimarer Establishment sehen sich mit neuen und avantgardistischen Kollegen konfrontiert, die die Kunst dem nationalistischen und piefigen Milieu entreißen möchten. Unter den vielen neuen Studenten aus dem In- und Ausland ist auch die Rostocker Professorentochter Dörte Helm, die unter dem Geist des Bauhauses ihre bürgerlichen Normen abwirft und sich jeglichen Einschränkungen widersetzt. Gropius unterstützt sie dabei, der Leiter des obligatorischen Vorkurses, Johannes Itten, sieht in ihr hingegen ein zutiefst bürgerliches Mädchen, das allenfalls zu epigonalen Kopien imstande sei. Doch der asketischen Strenge Meister Ittens stehen spontane Feste gegenüber, gemeinsames Musizieren auf offener Straße und Nacktbaden in der Ilm. Die konservative Bürgerschaft ist schockiert und formiert sich zum Kampf.

Zusatzinfo:
Die sechsteilige historische Serie „Die Neue Zeit“ von Grimme-Preisträger Lars Kraume erzählt aus weiblicher Perspektive von den turbulenten Gründerjahren des Staatlichen Bauhauses in Weimar, der berühmtesten Kunstschule des 20. Jahrhunderts. Die Studentin Dörte Helm begegnet dort großen Avantgardisten, Künstlern und Künstlerinnen wie Wassily Kandinsky, Paul Klee, Laszlo Moholy-Nagy oder Else Lasker-Schüler und findet in einer Welt der Männer nach und nach ihre eigene Stimme. Für eine historisch genaue Requisite bauten 40 Mitarbeiter Original-Kostüme und -Möbel nach, zum Beispiel den „Afrikanischen Stuhl“. „Die Neue Zeit“ wurde beim Münchner Filmfest 2019 vorgestellt und gewann in Cannes beim Festival Canneseries den Preis für die beste Musik.

Mittwoch, 21.12. / 01:20 Uhr / Die Neue Zeit ~ Der Prinz von Theben
Serie, Deutschland, 2019, ZDF 45 Min.
Regie: Lars Kraume
Drehbuch: Lars Kraume, Judith Angerbauer, Lena Kiessler
Produktion: zero one film, Constantin Television, Nadcon Film, ZDF, ARTE
Produzent: Thomas Kufus
Kamera: Jens Harant
Schnitt: Barbara Gies, Jens Klüber
Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas
Kostüme: Esther Walz
Szenenbild / Bauten: Olaf Schiefner
Redaktion: Olaf Grunert, Elke Müller
Ton: Patrick Veigel

Mit: August Diehl (Walter Gropius), Anna Maria Mühe (Dörte Helm), Valerie Pachner (Gunta Stölzl), Ludwig Trepte (Marcel Breuer), Trine Dyrholm (Stine Branderup), Sven Schelker (Johannes Itten), Hanns Zischler (Rudolf Helm), Sebastian Blomberg (Minister Max Greil), Corinna Kirchhoff (Baronesse von Freytag-Loringhoven), Max Hopp (Dr. Emil Herfurth), Alexander Finkenwirth (Johannes Ilmari Auerbach), Julius Feldmeier (Hans Gross), Birgit Minichmayr (Alma Mahler), Ernst Stötzner (Lyonel Feininger), Marie-Lou Sellem (Else Lasker-Schüler)

Online verfügbar von 14/12 bis 20/01

Gropius und sein Kollegium werden vor den erzkonservativen Bürgerausschuss zitiert. Dabei geht es durchaus nicht nur um nackte Studenten im Stadtpark. Man wirft dem Bauhaus vor, zu viele Ausländer, vor allem Juden, und auch zu viele Frauen anzunehmen. Gropius pocht auf die Unabhängigkeit und Internationalität seiner Schule und der Kunst, verspricht aber im Gegenzug, dass die Schule unpolitisch sei und bleiben werde. Infolge dieser stürmischen Sitzung wird die Hochschule aufgeteilt, die Studenten können sich zwischen der klassischen Akademie und dem Bauhaus entscheiden. Doch das bedeutet auch, dass das ohnehin schmale Nachkriegsbudget aufgeteilt wird. Der exzentrische Auftritt der Lyrikerin Else Lasker-Schüler beeindruckt Dörte derart, dass sie ihre Kleidung und Frisur radikal ändert und dafür von Meister Itten verspottet wird. Der propagiert mittlerweile an der Schule den Mazdaznan-Kult, der von seinen Schülern Kontemplation, Selbstreinigung und Verzicht auf tierische Nahrung fordert. Obschon Gropius und einige Studenten verstimmt auf die rein vegetarische Kantine reagieren, gewinnt Ittens Anhängerschaft an Boden. Und Dörte unterzieht sich als seine eifrigste Schülerin schmerzhaften Reinigungszeremonien. Derweil kriselt es mächtig in der Ehe von Gropius mit Alma Mahler, die ihm vorwirft, sich für Dörte zu interessieren.

Mittwoch, 21.12. / 02:05 Uhr / Die Neue Zeit ~ Die Märzgefallenen
Serie, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Regie: Lars Kraume
Drehbuch: Lars Kraume, Judith Angerbauer, Lena Kiessler
Produktion: zero one film, Constantin Television, Nadcon Film, ZDF, ARTE
Produzent: Thomas Kufus
Kamera: Jens Harant
Schnitt: Barbara Gies, Jens Klüber
Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas
Kostüme: Esther Walz
Szenenbild / Bauten: Olaf Schiefner
Redaktion: Olaf Grunert, Elke Müller
Ton: Patrick Veigel

Mit: August Diehl (Walter Gropius), Anna Maria Mühe (Dörte Helm), Valerie Pachner (Gunta Stölzl), Ludwig Trepte (Marcel Breuer), Trine Dyrholm (Stine Branderup), Sven Schelker (Johannes Itten), Hanns Zischler (Rudolf Helm), Sebastian Blomberg (Minister Max Greil), Corinna Kirchhoff (Baronesse von Freytag-Loringhoven), Max Hopp (Dr. Emil Herfurth), Alexander Finkenwirth (Johannes Ilmari Auerbach), Birgit Minichmayr (Alma Mahler), Ernst Stötzner (Lyonel Feininger)
Online verfügbar von 14/12 bis 20/01

Mit dem Kapp-Putsch kommt es auch in Weimar zu Straßenkämpfen zwischen Kommunisten und nationalkonservativen Freikorps. Gropius weiß, dass seine Schule unpolitisch bleiben muss, und droht, jeden Studenten zu exmatrikulieren, der sich dem widersetzt. Dörte, die heimlich Flugblätter druckt, wird erwischt. Der Putsch wird tatsächlich nach wenigen Tagen durch den deutschlandweiten Generalstreik beendet. In Weimar werden die Toten der Kämpfe, die sogenannten Märzgefallenen, zu Grabe getragen. Dörte entrollt beim Trauermarsch ein politisches Banner und muss mit ihrer Exmatrikulation rechnen.

In ganz Deutschland brechen Straßenkämpfe zwischen Kommunisten und nationalkonservativen Freikorps aus. Es kommt zum Putsch. Gropius weiß, dass die Schule und ihre Studenten unpolitisch bleiben müssen, da man den Ausgang des Putsches nicht absehen kann. Er droht, jeden Studenten sofort zu exmatrikulieren, der sich politisch äußert. Tatsächlich wird der Kapp-Putsch nach wenigen Tagen durch den deutschlandweiten Generalstreik beendet. In Weimar werden die Toten, die sogenannten Märzgefallenen, zu Grabe getragen. Dörte widersetzt sich der Anweisung von Gropius und druckt heimlich Flugblätter. Sie wird dabei erwischt, und Gropius spricht ein Machtwort: Die ehrgeizige Studentin wird exmatrikuliert.

Donnerstag, 22.12. / 20:15 Uhr / Unterm Birnbaum
Festtagsprogramm
Fernsehfilm, Deutschland, 2019, ZDF 89 Min.
Regie: Uli Edel
Drehbuch: Léonie-Claire Breinersdorfer
Autor:in: Theodor Fontane
Produktion: mecom fiction GmbH, ZDF, ARTE
Produzent: Jan-Richard Schuster, Michael Luda
Kamera: Hannes Hubach
Schnitt: Julia Oehring
Musik: Sebastian Fillenberg
Kostüme: Saskia Richter
Redaktion: Olaf Grunert, Andreas Schreitmüller
Ton: Marc Meusinger
Mit: Fritz Karl (Abel Hradschek), Julia Koschitz (Ursel Hradschek), Katharina Thalbach (Mutter Jeschke), Devid Striesow (Dorfpolizist Geelhaar), Peter Schneider (Schulze), Nellie Thalbach (Line)
Online verfügbar von 21/12 bis 21/01

Das Ehepaar Abel und Ursel Hradschek betreibt ein Landhotel im Oderbruch. Der Betrieb läuft schlecht und die Hradscheks leben über ihre Verhältnisse. Während sich bei Abel Spielschulden aus illegalen Pokerabenden anhäufen, tröstet sich Ursel mit exzessivem Shoppen im Internet und mondäner Attitüde über den Tod ihres Kindes und ihre triste Existenz in dem abgelegenen Dorf hinweg.

Abel gerät gewaltig unter Druck, als sich der Besuch eines reichen Gläubigers ankündigt, der nicht länger auf sein Geld warten will. Doch als Abel bei Gartenarbeiten zufällig unter einem Birnbaum das Skelett eines Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, reift in ihm ein raffinierter Plan, wie er seine Probleme auf einen Schlag loswerden kann. Mit Hilfe seiner Frau arrangiert er den „perfekten Mord“ an seinem Gläubiger. Tatsächlich scheint niemand etwas zu ahnen.

Der Dorfpolizist Geelhaar blamiert sich in seinem Bestreben, Abel zu überführen. Nicht ganz uneigennützig, da er ein Auge auf Abels Frau geworfen hat. Doch Ursel hält dem Druck nicht stand. Sie leidet zunehmend unter schrecklichen Alpträumen, gegen die auch Tabletten nicht mehr helfen. Sie verfällt in eine tiefe Depression und sieht keinen anderen Weg, ihrer Schuld zu entfliehen, als den Freitod. Und zu alledem hat Abel die penetrante Neugier seiner Nachbarin, der alten Mutter Jeschke, unterschätzt …

Zusatzinfo:
Theodor Fontanes 1885 veröffentlichte Novelle „Unterm Birnbaum“ gilt als Frühwerk der Kriminalliteratur. Regisseur Uli Edel („Das Adlon – Eine Familiensaga“, 2013) und Drehbuchautorin Léonie-Claire Breinersdorfer („Die Glasbläserin“, 2016) haben die Novelle als zeitgenössisches Thriller-Drama adaptiert. Für den Film konnte eine erstklassige Besetzung gewonnen werden: Fritz Karl („Falk“, 2018-2020, „Alles auf Rot“, 2021) und Julia Koschitz („Weil du mir gehörst“, 2019) verkörpern das Ehepaar Hradschek. An ihrer Seite spielen unter anderem Katharina Thalbach („Ich war noch niemals in New York“, 2019) und Devid Striesow („Ich bin dann mal weg“, 2015, „Im Westen nichts Neues“, 2022).

Donnerstag, 22.12. / 21:45 Uhr / Katharina Thalbach ~ Die Unbändige
Festtagsprogramm
Dokumentation, Deutschland, 2022, MDR 52 Min.
Regie: Jana von Rautenbach
Online verfügbar von 22/12 bis 21/01
Erstausstrahlung

Als eine der wenigen Deutschen trägt Katharina Thalbach den Ordre des Arts et des Lettres. Diese höchste Auszeichnung des französischen Kulturministeriums wurde der Schauspielerin und Regisseurin im Jahr 2019 verliehen. Diese Auszeichnung kommt nicht von ungefähr, denn Katharina Thalbach und Frankreich, das ist eine lange Beziehung.

Die Dokumentation zeigt ihr bewegtes Leben und Schaffen zwischen den Grenzen und stellt eine Künstlerin vor, die sich über Konventionen hinwegsetzt und die auch ein faszinierender Mensch ist. Der Film begleitet Katharina auch in ihre Traumstadt Paris. Sie trifft dort unter anderem Marie Noëlle, eine gute Freundin und Regisseurin, und Léonidas Strapatsakis, ebenso ein langjähriger Freund und Dramaturg.

Und in Zürich kommt es zu einem großen Familientreffen. Denn Familie, Zusammenhalt, füreinander da sein sind für Katharina Thalbach lebenswichtig. Im Stammlokal versammelt sich der Clan Thalbach-Besson: Tochter Anna, Enkelin Nellie, die Brüder Pierre und Philippe Besson, Schwester Marie Besson. Sie alle leben und arbeiten für die Kunst. Eine deutsch-französische Künstlerfamilie.

Zwischen Berliner Hackepeter und französischem Rotwein zeichnet der Film das pure Leben und die Träume einer Künstlerin zwischen Berlin und Paris und entwickelt ein sehr familiäres und inniges Bild einer starken Frau.

Donnerstag, 22.12. / 22:40 Uhr / Die wiedergefundene Zeit
(Le temps retrouvé)
Festtagsprogramm

Spielfilm, Frankreich, Italien, Portugal, 1999, ARTE F 155 Min.
Regie: Raoul Ruiz
Drehbuch: Gilles Taurand, Raoul Ruiz
Autor:in: Marcel Proust
Produktion: Gemini Films, France 2 Cinéma, Les Films du Lendemain, Blu Cinematografica
Produzent: Paulo Blanco
Kamera: Ricardo Aronovich
Schnitt: Denise de Casabianca
Musik: Jorge Arriagada
Kostüme: Gabriella Pescucci, Caroline de Vivaise
Szenenbild / Bauten: Bruno Beaugé

Mit: Catherine Deneuve (Odette de Crécy), Emmanuelle Béart (Gilberte), Vincent Perez (Charlie Morel), Pascal Greggory (Robert de Saint-Loup), Marie-France Pisier (Madame Verdurin), Chiara Mastroianni (Albertine), Arielle Dombasle (Madame de Farcy), Marcello Mazzarella (Marcel Proust), John Malkovich (Baron de Charlus), Mathilde Seigner (Céleste)

Online verfügbar von 22/12 bis 21/01
Erstausstrahlung

Mit der Literaturverfilmung „Die wiedergefundene Zeit“, basierend auf Marcel Prousts Werk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, hat Regisseur Raoul Ruiz sich einer Herkulesaufgabe angenommen. Der Roman ist ausschweifend lang und auch Prousts gehobene Sprache und die elliptische Erzählweise, die dem Erinnerungsvermögen der Hauptfigur gerecht werden sollen, machen ihn nicht gerade zugänglich. Doch Kameramann Ricardo Aronovich und Szenenbildner Bruno Beaugé schaffen es, physikalische Gesetze wie Zeit, Raum und Schwerkraft so auszuhebeln, dass dem Film etwas traumhaft Verwunschenes anhaftet. Das Bewegtsein während eines Konzerts wird durch sich bewegende Sitzreihen wunderbar versinnbildlicht. Aufgrund einer schweren Krankheit ist die Hauptfigur Marcel Proust ans Bett gefesselt und muss der Haushälterin Céleste die eigenen Gedanken diktieren. Beim Betrachten alter Fotos schwelgt er in Erinnerungen an seine Verflossene Gilberte, ihre Mutter Odette, ihren bisexuellen Mann Robert, Albertine und den Baron de Charlus. Marcels Erinnerungen erzählen die Geschichte seiner Liebe zu Gilberte, die unter ihrer Ehe mit Robert leidet, vor dem Ersten Weltkrieg. Später, als der Krieg in vollem Gange ist, geben Marcels Erinnerungen einen Einblick in die Ignoranz und Vergnügungssucht der Oberschicht und nicht zuletzt die Entfremdung der Figuren. Getragen wird die komplexe Handlung von französischen Kinogrößen wie Catherine Deneuve in der Rolle der Odette und Emmanuelle Béart als Gilberte.

Zusatzinfo:
Regisseur Raoul Ruiz wurde mit „Die wiedergefundene Zeit“ 1999 für die Goldene Palme in Cannes nominiert. Im selben Jahr wurde die grandiose Kameraleistung von Ricardo Aronovich beim Independent Film Festival im spanischen Ourense ausgezeichnet. Die authentischen Kostüme von Gabriella Pescucci und Caroline de Vivaise wurden bei den Césars nominiert, und Emmanuelle Béart gewann den Schauspielpreis des Filmfestivals in Cabourg für ihre Verkörperung der Gilberte.

Donnerstag, 22.12. / 01:15 Uhr / Die Neue Zeit ~ Die Frauenklasse
Serie, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Regie: Lars Kraume
Drehbuch: Lars Kraume, Judith Angerbauer, Lena Kiessler
Produktion: zero one film, Constantin Television, Nadcon Film, ZDF, ARTE
Produzent: Thomas Kufus
Kamera: Jens Harant
Schnitt: Barbara Gies, Jens Klüber
Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas
Kostüme: Esther Walz
Szenenbild / Bauten: Olaf Schiefner
Redaktion: Olaf Grunert, Elke Müller
Ton: Patrick Veigel

Mit: August Diehl (Walter Gropius), Anna Maria Mühe (Dörte Helm), Valerie Pachner (Gunta Stölzl), Ludwig Trepte (Marcel Breuer), Trine Dyrholm (Stine Branderup), Sven Schelker (Johannes Itten), Alexander Finkenwirth (Johannes Ilmari Auerbach), Corinna Kirchhoff (Baronesse von Freytag-Loringhoven), Max Hopp (Dr. Emil Herfurth), Julia Goldberg (Anni Fleischmann), Tilo Werner (Oskar Schlemmer), Marek Harloff (Paul Klee), Nicki von Tempelhoff (Theo van Doesburg), Ernst Stötzner (Lyonel Feininger), David Bredin (Josef Zachmann), Felix Eitner (Carl Schlemmer), Imogen Kogge (Helene Börner), Pjotr Olev (Wassily Kandinsky), Alexandru Cirneala (Laszlo Moholy-Nagy), Marie-Lou Sellem (Else Lasker-Schüler)

Online verfügbar von 14/12 bis 21/01

Die exmatrikulierte Studentin Dörte Helm zieht in die Landkommune ihres Ex-Freunds Auerbach, wo sie neben der Landarbeit auch die gestalterische Erziehung der Kinder übernimmt. Doch Walter Gropius taucht irgendwann auf und bietet ihr die Wiederaufnahme ihres Studiums an. Er verschweigt ihr allerdings, dass mit Beginn des neuen Semesters die Studentinnen einzig und allein in der Webereiklasse studieren können. Das steht in diametralem Gegensatz zu den emanzipatorischen Idealen der Schule. Dörte protestiert mit einem Artikel und einer Grafik dagegen und wirft Gropius vor, vor dem Bürgerausschuss gekuscht zu haben – nicht wissend, dass ihre Freundin Gunta die Mutter dieser Idee war. Mit Oskar Schlemmer und Paul Klee holt Gropius zwei neue Meister ins Kollegium, auch um die Allmacht Johannes Ittens, der zunehmend in Konkurrenz zu ihm steht, einzuschränken. Mit dem gleichfalls berufenen Niederländer Theo van Doesburg, dem Vertreter des konstruktivistischen De Stijl, ficht Gropius einen Konflikt aus, in dessen Folge van Doesburg die Bauhausstudenten im Geheimen unterrichtet. Dörte setzt durch, dass sie Wandmalerei bei Oskar Schlemmer studieren darf, was zu Gerede über sie und Gropius führt. Weshalb darf sie Dinge tun, die ihren Kommilitoninnen verwehrt sind?

Donnerstag, 22.12. / 02:00 Uhr / Die Neue Zeit ~ Das Ehrengericht
Serie, Deutschland, 2019, ZDF 46 Min.
Regie: Lars Kraume
Drehbuch: Lars Kraume, Judith Angerbauer, Lena Kiessler
Produktion: zero one film, Constantin Television, Nadcon Film, ZDF, ARTE
Produzent: Thomas Kufus
Kamera: Jens Harant
Schnitt: Barbara Gies, Jens Klüber
Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas
Kostüme: Esther Walz
Szenenbild / Bauten: Olaf Schiefner
Redaktion: Olaf Grunert, Elke Müller
Ton: Patrick Veigel

Mit: August Diehl (Walter Gropius), Anna Maria Mühe (Dörte Helm), Valerie Pachner (Gunta Stölzl), Ludwig Trepte (Marcel Breuer), Trine Dyrholm (Stine Branderup), Sven Schelker (Johannes Itten), Hanns Zischler (Rudolf Helm), Sebastian Blomberg (Minister Max Greil), Corinna Kirchhoff (Baronesse von Freytag-Loringhoven), Tilo Werner (Oskar Schlemmer), Nicki von Tempelhoff (Theo van Doesburg), Felix Eitner (Carl Schlemmer), Alexandru Cirneala (Laszlo Moholy-Nagy), Birgit Minichmayr (Alma Mahler)

Online verfügbar von 14/12 bis 21/01

In Oskar Schlemmers Klasse hat Dörte endlich ihre künstlerische Bestimmung gefunden. Der Meister entscheidet sich dann auch für ihren Entwurf zur Gestaltung der Decke eines Theatersaals. Sehr zum Unmut von Carl Schlemmer, der als Handwerksmeister seinen Bruder Oskar unterstützt und eine deutlich ablehnende Haltung gegenüber Frauen in Handwerksberufen hat. Er gehört dann auch zu denjenigen, die das Gerücht in die Welt setzen, der mittlerweile von Alma Mahler geschiedene Gropius habe ein Verhältnis mit seiner Studentin Dörte. Dass die beiden sich tatsächlich nach einer heftigen Auseinandersetzung in Gropius‘ Büro leidenschaftlich geküsst haben und dass Gropius in Rostock um Dörtes Hand anhält, weiß allerdings niemand. Das eingesetzte Ehrengericht unter der Leitung von Johannes Itten entlastet sie zwar, aber Itten sagt den beiden vor seinem Abschied in die Schweiz, dass er ihnen nicht glaubt. Doch Dörte hat zu dem Zeitpunkt ihre heimliche Verlobung bereits gelöst und Gropius ordnet an, dass die von ihr gestaltete Decke monochrom übermalt werden muss.

Donnerstag, 22.12. / 02:50 Uhr / Die Neue Zeit ~ Das Ende in Weimar
Serie, Deutschland, 2019, ZDF 42 Min.
Regie: Lars Kraume
Drehbuch: Lars Kraume, Judith Angerbauer, Lena Kiessler
Produktion: zero one film, Constantin Television, Nadcon Film, ZDF, ARTE
Produzent: Thomas Kufus
Kamera: Jens Harant
Schnitt: Barbara Gies, Jens Klüber
Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas
Kostüme: Esther Walz
Szenenbild / Bauten: Olaf Schiefner
Redaktion: Olaf Grunert, Elke Müller
Ton: Patrick Veigel

Mit: August Diehl (Walter Gropius), Anna Maria Mühe (Dörte Helm), Valerie Pachner (Gunta Stölzl), Ludwig Trepte (Marcel Breuer), Trine Dyrholm (Stine Branderup), Sebastian Blomberg (Minister Max Greil), Corinna Kirchhoff (Baronesse von Freytag-Loringhoven), Max Hopp (Dr. Emil Herfurth), Ernst Stötzner (Lyonel Feininger), Imogen Kogge (Helene Börner), Tilo Werner (Oskar Schlemmer), Peri Baumeister (Ise Frank), Lenn Kudrjawizki (Adolf Sommerfeld), Max Hubacher (Georg Muche), Holger Handtke (Richard Leutheußer)

Online verfügbar von 14/12 bis 21/01

Die Ruhrkrise löst in Deutschland die Inflation aus, und mit der wirtschaftlichen Unsicherheit bekommen die nationalkonservativen Kräfte neuen Zulauf. In Thüringen stehen Wahlen bevor und ein Mann namens Richard Leutheußer, Mitglied der Deutschen Volkspartei, kündigt an, im Falle einer Regierungsbeteiligung seiner Partei dem Bauhaus die Mittel zu streichen. Gropius ruft auf Anregung des amtierenden Ministers Greil die Meister und Studenten auf, eine Ausstellung vorzubereiten, damit die Welt ihre Ideen sehen kann, bevor es zu spät ist. Auch Dörte wird diese Ausstellung mitgestalten, aber der gekränkte Gropius kann mit der selbstbewussten Frau nicht mehr umgehen. Er tourt durch Deutschland, um Mittel zu beschaffen, und lernt dabei seine spätere Frau Ise Frank kennen. Die Ausstellung wird zwar ein großer Erfolg, rettet die Schule aber nicht vor ihrer Schließung in Weimar. Während viele Studenten zum neuen Standort nach Dessau umziehen, um dort als Jungmeister den Grundstein für eine große künstlerische Karriere zu legen, muss Dörte ihren eigenen Weg gehen.

Freitag, 23.12. / 23:40 Uhr / Chilly Gonzales ~ A Very Chilly Christmas Special
Festtagsprogramm
Dokumentation, Deutschland, 2020, ZDF 59 Min.
Regie: Stéphane Bohée
Mit: Jarvis Cocker, Feist, Alison Wheeler, Chilly Gonzales
Online verfügbar von 23/12 bis 22/01

“A Very Chilly Christmas” nimmt sich die geliebten, alten Weihnachtssendungen im Fernsehen zum Vorbild und unterzieht sie einer zeitgemäßen Überarbeitung. Denn der Weihnachtsmann hat, wie wir alle, ein anstrengendes und herausforderndes Jahr hinter sich. Überfordert von Warenwelt und Konsumrausch, muss er sich einer Therapie unterziehen. Da trifft es sich gut, dass Chilly Gonzales und seine Freunde wie Jarvis Cocker und Feist zur Stelle sind, um musikalisch auszuhelfen. Denn nur gemeinsam können sie dem Weihnachtsmann aus seiner drohenden Depression helfen und ihn überzeugen, weiterzumachen – und so das Jahr für ihn und uns alle mit einer versöhnlichen Note ausklingen zu lassen…

Der aus Kanada stammende Pianist und Entertainer Chilly Gonzales reißt mühelos die Grenzen zwischen Klassik, Pop und Jazz ein. Er ist für den innigen Klavierklang ebenso bekannt wie für seine Bühnenshow und seine Kompositionen für die großen Stars.


Programmwoche 52:

Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 16:00 Uhr / 41. Weltfestival des Zirkus von Morgen
Frankreich, 2019, ARTE F
Regie: Yvan Benedetti
Moderation: Calixte de Nigremont

Das Festival Mondial du Cirque de Demain ist ein unverzichtbarer Termin für Liebhaber des modernen Zirkus – und vor allem für Nachwuchstalente, die den professionellen Einstieg in die Zirkuswelt suchen. Jedes Jahr reichen zahlreiche Frauen und Männer unter 25 Jahren ihre Kandidaturen ein, um vor einer internationalen Jury ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Den Vorsitz der Jury für die 41. Ausgabe des Festivals übernahm Maxim Nikulin, Leiter des Moskauer Nikulin-Zirkus. Die besten Künstlerinnen und Künstler wurden mit einer Gold-, Silber- oder Bronzemedaille ausgezeichnet und kamen ihrem Ziel einer glanzvollen Karriere in der Zirkuswelt ein großes Stück näher. Ob als Solonummer, im Duo oder im Künstlerkollektiv – die jungen Talente zeigten, was sie können, und führten auf höchstem Niveau die hochkreative und breite Palette der modernen Zirkuskunst vor. Auch in der 41. Festivalausgabe waren alle Hauptdisziplinen des modernen Zirkus vertreten – von Akrobatik, Trapez und Luftreifen über Jonglage und Zopfhang bis hin zu Flying Pole. Mit viel Humor präsentierte Moderator Calixte de Nigremont die Gewinner der 41. Ausgabe mit insgesamt 83 Vertikalakrobatik-, 62 Jonglier- und 5 Seilnummern.

Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 17:30 Uhr / Christmas in Vienna 2022
Aus dem Wiener Konzerthaus
Musik, Erstausstrahlung
Österreich, Frankreich, 2022, ARTEORF
Fernsehregie: Felix Breisach
Dirigent: Claire Levacher
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Chor: Wiener Singakademie, Wiener Sängerknaben
Moderation: Stephan Egghart

Mit: Katharina Konradi (Sopran), Rolando Villazón (Tenor), Jamie Barton (Mezzosopran)
Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 16:00 Uhr /

Das traditionelle Weihnachtskonzert aus dem Wiener Konzerthaus versammelt auch in diesem Jahr wieder nationale und internationale Sängergrößen: Rolando Villazón, Jamie Barton und Katharina Konradi singen Weihnachtslieder aus aller Welt. Mit dabei: das Streicherduo BartolomeyBittmann, die Wiener Singakademie und die Wiener Sängerknaben.

Schubert, Händel und „Stille Nacht, heilige Nacht“: Das Wiener Weihnachtskonzert „Christmas in Vienna“ aus dem feierlich geschmückten Wiener Konzerthaus ist zu einem wesentlichen Bestandteil der Weihnachtszeit in der Donaustadt geworden und bietet einen musikalischen Ausflug in weihnachtliche Traditionen aus aller Welt.
Auch in diesem Jahr versammelt das Konzert wieder einen Strauß von international renommierten Sängergrößen. Allen voran das Multitalent Rolando Villazón, die aus Kirgisistan stammende Sopranistin Katharina Konradi und Jamie Barton, die vielfach ausgezeichnete Mezzosopranistin aus dem Bundesstaat Georgia der USA.
Das musikalische Programm erstreckt sich vom klassischen Repertoire über traditionelle Weihnachtslieder aus aller Welt bis hin zu den populärsten Weihnachtsliedern aus dem deutschen Sprachraum.
Neben der Wiener Singakademie sind auch die Wiener Sängerknaben wieder mit dabei. Begleitet werden sie vom ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der musikalischen Leitung von Claire Levacher. Für virtuosen Pfiff sorgt das Streicherduo BartolomeyBittmann. Durch den Abend führt Stephan Egghart.

Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 18:30 Uhr / Christmas@Home 2022
Das Weihnachtskonzert mit Daniel Hope, Sting und weiteren Gästen
Wiederholung vom 18.12.
Deutschland, 2022, ZDF
Regie: Stefan Mathieu
Produktion: Kobalt Productions GmbH

Mit „Hope@Home“ haben ARTE und Daniel Hope ein Erfolgsformat geschaffen, das während der Corona-Lockdowns 2020 und 2021 mit rund 140 unvergesslichen Konzerten aus dem Wohnzimmer des Violinisten weltweit ein Millionenpublikum erreichte. 2022 öffnet Daniel Hope seine Türen erneut für ein Weihnachtsspecial. Besinnlich und musikalisch anspruchsvoll wird es, wenn Daniel Hope in seinem Wohnzimmer ans Mikrofon tritt und verkündet: „Good evening, Ladies and Gentlemen, and a very warm welcome to my living-room!“.
Für „Christmas@Home 2022“ konnte Daniel Hope unter anderem den legendären britischen Musiker und Komponisten Sting, die südafrikanische Opernsängerin Golda Schultz, den argentinisch-britischen Gitarristen Dominic Miller sowie das noch junge Leonkoro Quartett gewinnen. Gemeinsam mit weiteren hochkarätigen Musikerinnen und Musikern werden sie ein abwechslungsreiches und stimmungsvolles Repertoire darbieten, das von anspruchsvollen Interpretationen von Weihnachtsliedern über klassische Werke bis hin zu Pop- und Jazz-Titeln reicht.

Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 00:40 Uhr / Das Geheimnis Georges Méliès
Dokumentation
Frankreich, 2020, ARTE
Regie: Eric Lange
Drehbuch: Serge Bromberg, Eric Lange
Produktion: Steamboat Films, Lobster Films
Produzent: Serge Bromberg
Schnitt: Eric Lange
Musik: Léon Rousseau
Interviewpartner: Costa-Gavras, Michel Gondry, Laurent Mannoni, Heather Linville, Béatrice de Pastre, Randy Haberkamp

Der Regisseur, Zauberkünstler und Theaterbesitzer Georges Méliès ist einer der großen Pioniere des frühen Films. Am 8. Dezember 1861 in Paris geboren, interessiert sich Méliès bereits im jungen Alter für Zauberei und Illusionen. In seiner Freizeit baut er Automaten von Zauberkünstlern nach, bevor er 1888 das Theater Robert-Houdin kauft. Über den Theaterräumen haben die Brüder Louis und Auguste Lumière ein Atelier, dadurch kommt Méliès 1895 in den Genuss einer der ersten Vorführungen des Kinematographen. Er ist sofort begeistert von der neuartigen Technik des bewegten Bildes, erwirbt in England einen Projektor und baut sein Theater zu einem Kino um. Bereits 1896 entsteht sein erster eigener Film, „Une partie de cartes“. Noch im gleichen Jahr errichtet er ein Filmstudio – das erste Frankreichs – und ein Jahr später gründet er seine eigene Produktionsgesellschaft Star Film, mit der er insgesamt mehr als 500 Filme produzieren wird.

Auf Jahre des Erfolgs folgen Jahre der Aussichtslosigkeit. Große Kinosäle werden gebaut, die Nachfrage nach neuen Filmen steigt rasant und große Filmgesellschaften überfluten mit ihren Produktionen den Markt. Méliès kann mit diesen Giganten nicht mithalten und verliert den Großteil seines Vermögens. Aus Geldmangel fehlen ihm irgendwann auch die Lagermöglichkeiten für seine Filmrollen. So entschließt er sich, sein Werk zu zerstören, und verbrennt die Negative.

„Das Geheimnis Georges Méliès“ zeichnet die jahrelange Suche nach Überresten seiner Filme nach und zeigt Ausschnitte. Auch Madeleine Méliès, Sekretärin in der französischen Cinémathèque und Enkelin von Georges Méliès, forscht nach den Werken ihres Großvaters. Bis Anfang 2000 findet man fast 200 Filmkopien, die jedoch von schlechter Qualität, beschädigt oder unvollständig sind. Im Rahmen der Restaurierung dieser Filmkopien stellt die Library of Congress ein dort vorhandenes Filmfragment zur Verfügung. Hierbei stellt sich heraus, dass es sich nicht um eine Kopie, sondern um einen Originalfilm handelt. Dieser überraschende Fund löst umfangreiche Recherchen nach den Werken von Méliès und ihrem Schicksal aus …

Zusatzinfo:
Serge Bromberg ist Gründer des französischen Unternehmens Lobster Films, das sich neben der Produktion von neuen Filmen auch der Restauration von historischen Filmen widmet. 2009 produzierte Lobster Films unter der Regie von Serge Bromberg „Die Hölle von Henri-Georges Clouzot“, 2010 ausgezeichnet mit dem César für den besten Dokumentarfilm. Die Dokumentation „Das Geheimnis Georges Méliès“ (2020) beleuchtet auf neue und einzigartige Weise das Leben von Méliès, seine Werke und die Wiederentdeckung der Negative. Gleichzeitig restauriert Lobster Films auch die Filme von Méliès selbst.

Samstag, 24.12. (Heiligabend) / 01:45 Uhr / Die Tanzschüler der Pariser Oper … Die Reifejahre
Dokumentarfilm
Wiederholung vom 18.12.
Frankreich, 2022, ARTE F
Regie: Françoise Marie

Im Jahr 2011 erschien die Dokumentationsreihe „Die Tanzschüler der Pariser Oper“. Die zweite Staffel „Die Tanzschüler der Pariser Oper … 5 Jahre später“ begleitete die jungen Menschen bei ihrem Start ins Berufsleben. Heute, zehn Jahre nach dem Beginn ihres Tanzabenteuers, blickt „Die Tanzschule der Pariser Oper … Die Reifejahre“ auf den Werdegang der Protagonistinnen und Protagonisten zurück.
Mit Mitte zwanzig nähern sich die Tänzerinnen und Tänzer dem Zenit ihrer Karriere. Sie müssen Gelegenheiten ergreifen beziehungsweise erschaffen und an das Danach denken. Der Dokumentarfilm befasst sich mit ihren Fragen. Während einige ihr Streben nach Perfektion an der Pariser Oper ausleben, geht es bei allen darum, kreative Erfahrungen zu machen, eine Beziehung zum eigenen Körper und eine Identität als Tänzer zu entwickeln und sich selbst zu verwirklichen.
Die Regisseurin Françoise Marie und die Tanzschülerinnen und -schüler sind seit den ersten Folgen in engem Kontakt geblieben. Heute sind Awa, Roxane und Antonio erwachsen. Die Kamera ist bei den Proben, den Aufführungen und in persönlichen Momenten dabei. Der Dokumentarfilm widmet sich dem Tanz in all seinen Ausprägungen, vom klassischen Ballett wie „Romeo und Julia“ bis zu zeitgenössischen Kreationen wie „In your Rooms“ von Hofesh Shechter, von eigenen Choreographien bis zu Breakdance und der Hinwendung zu anderen Kunstformen.

Sonntag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 07:40 Uhr / Die Ursprünge der Fantasy-Romane ~ Ein Held der Fantasy entsteht: Robert E. Howard
Dokumentationsreihe, Erstausstrahlung
Frankreich, USA, Deutschland, 2021, WDR
Regie: Stéphan Roelants
Conan ist der Archetyp des Fantasy-Helden – ein muskelbepackter, schwertschwingender Barbar, der versucht, in einer von Gewalt und Sex regierten Welt zu überleben. John Howe setzt seine Amerikareise in Cross Plains (Texas) fort – dem Dorf, in dem sein Schöpfer Robert E. Howard lebte. Hier lernt er Conan ganz anders kennen: als einen Helden, der viel komplexer und tiefgründiger ist als gedacht.
John Howe trifft auf den Künstler Barry Windsor-Smith, der sich auf Howard beruft und Conan als Erster in Comics für Marvel umsetzte.

Fantasy ist überall zu finden: im Kino, in der Literatur genauso wie in Videos und Rollenspielen. Aber was sind die Ursprünge dieser Geschichten? Wer sind ihre Wegbereiter? Und was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn Fantasy-Serien wie „Game of Thrones“ oder „Der Herr der Ringe“ so erfolgreich werden? Der Illustrator John Howe ist einer der Meister des Fantasy-Genres.
Mit ihm begibt sich die Dokumentationsreihe auf eine Zeitreise zurück zu den Märchen der Gebrüder Grimm bis hin zu den Romanen von Robert E. Howard. In vier Folgen trifft John Howe auf berühmte Personen, die dem Zuschauer die mehr als hundertjährige Geschichte der Fantasy-Romane erklären.

Sonntag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 11:25 Uhr / Kleopatra ~ Porträt einer Mörderin
Dokumentation
Großbritannien, 2009, BR
Regie: Paul Elston

Kleopatra gehört zu den schillerndsten Gestalten der Geschichte. Die ägyptische Königin wurde durch ihre Schönheit, ihre Liebesbeziehungen zu Julius Caesar und Marcus Antonius, ihre List und ihren Freitod zur Legende. Eine bahnbrechende Entdeckung enthüllt nun eine dunkle und skrupellose Seite der großen Herrscherin. In der szenischen Dokumentation „Kleopatra – Porträt einer Mörderin “ wird ein historisches Drama aufgerollt. Eine Reihe zufälliger Entdeckungen, die mit einem sensationellen Knochenfund in einer verschollenen Grabstätte ihren Höhepunkt erreichten, haben Archäologen zu erstaunlichen Schlussfolgerungen kommen lassen: Vieles deutet darauf hin, dass es sich bei den Knochen um das Skelett von Kleopatras jüngerer Schwester Arsinoë handelt, die von Marcus Antonius auf Befehl seiner Geliebten Kleopatra ermordet wurde. So kommt ein neues Gesicht der glorreichen ägyptischen Herrscherin ans Licht, das mit der mitfühlenden Femme fatale, die uns Hollywood einst vorführte, nicht mehr viel gemein hat. Kleopatra führte einen Kampf gegen ihre Schwester Arsinoë, in dem es um alles oder nichts ging. Römische Historiker berichteten von Kleopatras nationalistischer, kämpferischer Schwester, die sich gegen Caesar auflehnte und auch gegen Marcus Antonius wandte. Doch bisher war dieses Thema ein Feld nicht belegbarer historischer Spekulation. Diese Dokumentation zeigt zum ersten Mal und mit Hilfe modernster Computeranimationen, was wirklich geschah – und damit eine bisher unbekannte Seite von Kleopatra.

Sonntag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 17:45 Uhr / Alive – David Garrett in Rom
Musik
Deutschland, 2022, ZDF
Regie: Marc Schütrumpf
Mit: David Garrett (Violine)

Im Rahmen seiner weltweiten „ALIVE“-Tour gibt der Stargeiger David Garrett auch ein Konzert in den römischen Caracalla-Thermen. Dort, wo 1990 die Drei Tenöre ihr legendäres Konzert gaben, performt Garrett packende Songs, die das Leben feiern, ultimative Cross-over-Musik, die virtuose Klassik mit feinstem Pop verschmilzt, und Melodien mit Gänsehauteffekt.
Anfang 2022 kehrte David Garrett endlich zurück auf die Bühne und begeistert wieder sein Publikum auf der ganzen Welt. Dass der Geiger damit erneut den Nerv der Zeit trifft, zeigt der Erfolg: ALIVE – My Soundtrack ist direkt auf Platz vier der deutschen Album-Charts eingestiegen. ALIVE ist seine Hymne auf das Leben, eine Ode an die Hoffnung und ein Manifest für die Macht der Musik.
ARTE zeigt die Höhepunkte des Konzerts aus den Caracalla-Thermen, die eine spektakuläre Kulisse für ein einmaliges Konzerterlebnis sind. David Garrett ist Klassik- und Popstar gleichzeitig. Als Wunderkind gab er sein Bühnendebüt bereits im Alter von zehn Jahren. An der Juilliard School in New York studierte er bei Itzhak Perlman und spielt seitdem mit den bedeutendsten Orchestern und Dirigenten der Welt zusammen. Zu seinem Markenzeichen aber wurden Cross-over-Konzerte mit eigenen Arrangements und effektvollen Bühnenshows. Dabei verbindet er das Charisma eines Rockstars mit seiner klassischen Virtuosität und fasziniert damit Fans aller Altersklassen.

Sonntag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 20:15 Uhr / Cleopatra
Spielfilm
USA, 1963, ARTE
Regie: Joseph L. Mankiewicz
Drehbuch: Joseph L. Mankiewicz, Ranald MacDougall, Sidney Buchman
Autor:in: Carlo Maria Franzero
Produktion: Twentieth Century Fox, MCL Films, Walwa Films
Produzent: Walter Wanger
Kamera: Leon Shamroy, Jack Hildyard
Schnitt: Dorothy Spencer, Elmo Williams
Musik: Alex North
Choreographie: Hermes Pan

Mit: Rex Harrison (Julius Caesar), Elizabeth Taylor (Cleopatra), Richard Burton (Marcus Antonius), Roddy McDowall (Octavian), Pamela Brown (Hohepriesterin), George Cole (Flavius), Martin Landau (Rufio), Richard O’Sullivan (Pharao), Gregoire Aslan (Pothinus)

Nach siegreichen Feldzügen gegen Pompeius im römischen Bürgerkrieg in Ägypten angekommen, bekommt Caesar vom Pharao Ptolemaios den Kopf seines Gegners auf dem Silbertablett serviert. Zwar ist der Pharao anzutreffen, nicht aber seine Schwester Cleopatra. Nach einem Mordversuch an ihrem Bruder hat man sie in die Wüste verbannt, heißt es. Bald jedoch erreicht Caesar ein Geschenk von Cleopatra – ein Teppich, auf dem sie ihm zu Füßen liegt und ihn bittet, sie zur Herrscherin über Ägypten zu machen.
Ihrem Bruder, dem Pharao, ist jedes Mittel recht, um seiner Schwester die Mitherrschaft streitig zu machen. Durch seinen Bediensteten Pothinus versucht er sie zu vergiften, zur Strafe wird er verbannt. Cleopatra besteigt den Thron, geht eine Beziehung mit Caesar ein und bringt den gemeinsamen Sohn Caesarion zur Welt. Doch das Glück der beiden Großherrscher währt nicht lange: Nach dem feierlichen Empfang Cleopatras in Rom und Caesars Ernennung zum Diktator auf Lebenszeit wird er bald getötet.
Von nun an wird Rom von Antonius und Octavian regiert. Antonius bittet Cleopatra um Unterstützung in einer bevorstehenden Schlacht und trifft sie in Tarsus, wo sie ein Bündnis zwischen Rom und Ägypten schließen und er ihrem Charme verfällt. Um die politische Ordnung nicht zu stören, soll er allerdings Octavians Schwester ehelichen. Zum Leidwesen von Cleopatra und der beiden Bündnispartner Ägypten und Rom …
Reich an Wendungen erzählt „Cleopatra“ vom Aufstieg und Fall einer legendären Frau, verkörpert von der Hollywood-Ikone Elizabeth Taylor.

Zusatzinfo:
„Cleopatra“ von Joseph L. Mankiewicz gilt als eines der populärsten Werke der Filmgeschichte. Über mehrere Jahre zogen sich die Dreharbeiten für den vierstündigen Giganten. Beinahe ruinierte das Filmbudget von geschätzt 35 Millionen US-Dollar das Studio Twentieth Century Fox. 1964 machte sich der Aufwand mit vier Oscars bezahlt: für beste Kamera (Farbe), bestes Szenenbild, bestes Kostümbild und beste Spezialeffekte. Außerdem wurde der Film bei den Laurel Awards ausgezeichnet und Rex Harrison in der Hauptrolle des Caesar gewann den National Board of Review Award.

Sonntag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 00:10 Uhr / Romeo & Juliet
Ballett
Großbritannien, 2019, ZDF
Regie: Michael Nunn
Choreographie: Kenneth MacMillan
Komponist: Sergej Prokofjew
Dirigent: Koen Kessels
Orchester: Orchestra of the Royal Opera House

Mit: The Royal Ballet, Francesca Hayward (Julia), William Bracewell (Romeo)

Es ist die berühmteste Liebesgeschichte der Welt und auch auf der Ballettbühne ein Klassiker: Kenneth MacMillan schuf in den 60er Jahren eine zeitlose Choreographie zu der Musik von Sergej Prokofjew. Michael Nunn und William Trevitt haben zusammen mit dem Royal Ballet die Choreographie als Spielfilm inszeniert: von der Theaterbühne auf die Straßen Veronas. Mit voller Leidenschaft werfen sich die jungen Stars des Ensembles in die Geschichte und tanzen bravourös über das Pflaster, als wäre es ein Theaterboden. William Bracewell als Romeo, Francesca Hayward als Julia und Matthew Ball als Tybalt überzeugen auch mit ihrer starken schauspielerischen Präsenz. Film, Musik und Theater verbinden sich in einer völlig neuen Weise miteinander, und so kann die Geschichte von der Feindschaft der Montagues und Capulets, die mit dem tragischen Tod des jungen Liebespaares endet, eine besondere emotionale Wirkung entfalten. Nunn und Trevitt können selber auf eine Laufbahn als Tänzer zurückblicken und haben dabei sehr eng mit Kenneth MacMillan zusammengearbeitet. Sie können Tanz kongenial in Film verwandeln und wurden dafür international ausgezeichnet, unter anderem mit dem Emmy Award. Die Originalpartitur von Sergej Prokofjew wird gespielt vom Orchestra of the Royal Opera House unter der Leitung von Koen Kessels.

Sonntag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 01:40 Uhr / Cirque du Soleil: VOLTA
Zirkus, Erstausstrahlung
Kanada, 2017, ZDF
Regie: Benoit Giguère

„Cirque du Soleil: VOLTA“ ist eine fesselnde Entdeckungsreise. Eine Reise zu sich selbst auf der Suche danach, die eigenen Kräfte zur Entfaltung zu bringen. Inspiriert von der Abenteuerlust, die aus der Kultur der Straßensportarten kommt, erschafft die Show mithilfe atemberaubender Akrobatik eine visuell beeindruckende Welt, die von einer mitreißenden Musik untermalt wird.

„Cirque du Soleil: VOLTA“ ist eine Geschichte der Verwandlung. Es geht darum, sich selbst treu zu sein, sein wahres Potenzial zu entfalten und um die Erkenntnis der eigenen Kraft, die dies erst ermöglicht. Die ultimative Freiheit kann erreicht werden, indem man sich selbst akzeptiert und sich nicht der Beurteilung anderer aussetzt.

WAZ ist ein Gameshow-Teilnehmer, der die Verbindung zu sich selbst verloren hat. Er schämt sich dafür, zu sein, wer er ist. Er nimmt an der Show teil, um berühmt zu werden, weil er glaubt, dass es ihm Liebe und Anerkennung bringt. Was er findet, ist etwas anderes. Er erkennt, dass Ruhm nicht die Antwort ist. Wenn aber Ruhm nicht Freiheit und Anerkennung bietet, was dann? Wird WAZ zu seinem wahren Ich zurückfinden – und für all das einstehen, was ihn wirklich einzigartig macht? Wird er erkennen, dass es seine Andersartigkeit ist, die ihn wirklich ausmacht?

Montag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 20:15 Uhr / Die drei Musketiere
Spielfilm
(The Three Musketeers)
USA, Großbritannien, Spanien, 1973, ARTE
Regie: Richard Lester
Drehbuch: George MacDonald Fraser
Autor:in: Alexandre Dumas
Produktion: Alexander, Michael and Ilya Salkind Productions
Produzent: Alexander Salkind
Kamera: David Watkin
Schnitt: John Victor Smith
Musik: Michel Legrand

Mit: Richard Chamberlain (Aramis), Raquel Welch (Constance de Bonacieux), Geraldine Chaplin (Anna von Österreich), Christopher Lee (Rochefort), Michael York (D’Artagnan), Oliver Reed (Athos), Frank Finlay (Porthos), Charlton Heston (Richelieu), Faye Dunaway (Milady de Winter), Jean-Pierre Cassel (Ludwig XIII.), Simon Ward (Herzog von Buckingham)

Frankreich im 17. Jahrhundert: Der junge Gascogner D’Artagnan reist nach Paris, um ein Musketier, ein Mitglied der königlichen Garde, zu werden. Gleich nach seiner Ankunft passieren ihm mehrere Missgeschicke, die dem heißblütigen Jüngling drei Duelle mit drei Musketieren bescheren. Doch den Duellanten kommen die Erzfeinde der Musketiere dazwischen, die Mitglieder der Garde von Kardinal Richelieu. Ein heißer Kampf entbrennt, und D’Artagnan schlägt sich natürlich auf die Seite der Musketiere. So beginnt die unzerstörbare Freundschaft zwischen Porthos, Athos, Aramis und D’Artagnan.

Ganz Frankreich weiß, dass Kardinal Richelieu Böses im Schilde führt, nur König Ludwig XIII. ist ahnungslos. Richelieu will den Monarchen stürzen und selbst die Macht übernehmen. Um sein Ziel zu erreichen, plant er erneut eine Intrige. Diesmal will er die Königin dazu benutzen, Ludwig XIII. und den Herzog von Buckingham zu einem erneuten Krieg zwischen Frankreich und England aufzustacheln. Tatkräftige Unterstützung bekommt Richelieu von dem ehemaligen, in Ungnade gefallenen Musketier Rochefort und Milady de Winter, die ihre Reize in Paris wie auch in London einsetzt, um dem Kardinal zu dienen.

Die Königin erkennt die Gefahr. Nur ein versöhnlicher Brief an den Herzog von Buckingham in London kann die Lage entschärfen. Aber wer soll diesen Brief nach England befördern? Wem kann man noch vertrauen? Eine der Hofdamen von Königin Anna, Constance de Bonacieux, weiß Rat: Ihr Liebhaber D’Artagnan ist tapfer, stark und dem König treu ergeben. Er werde den Brief sicher nach England bringen und mit einer Antwort innerhalb von 14 Tagen zurück sein. Unterstützung bekommt D’Artagnan natürlich von seinen Freunden, den drei Musketieren …

Zusatzinfo:
Der US-amerikanische Regisseur Richard Lester schuf mit großem Star-Aufgebot, viel Witz, Spaß und Humor den wohl bekanntesten Musketier-Film überhaupt. Für Raquel Welch, in der Rolle der Hofdame Constance de Bonacieux, gab es 1975 bei den Golden Globes den Preis für die beste Schauspielerin. Im selben Jahr zeichnete der „Evening Standard“ den Film als beste Komödie aus, die Writers‘ Guild of Great Britain das Drehbuch. „Die drei Musketiere“ (1973) ist der erste Teil von Lesters Musketier-Trilogie, die erst um „Die vier Musketiere“ (1974) erweitert und schließlich mit „Die Rückkehr der Musketiere“ (1989) komplettiert wurde.

Montag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 22:00 Uhr / D’Artagnan, Musketier im Dienst des Sonnenkönigs
Dokumentarfilm, Wiederholung vom 10.12.
Frankreich, 2020, ARTE F
Regie: Augustin Viatte

Seit seinem Erscheinen im Jahr 1844 wurde der Roman „Die drei Musketiere“ in rund hundert Sprachen übersetzt und etliche Male verfilmt. Durch Leinwandstars wie Douglas Fairbanks, Jean-Paul Belmondo oder Gene Kelly erlangte Alexandre Dumas‘ Romanheld d’Artagnan Weltruhm. Hinter dieser legendären Figur verbirgt sich ein realer Mensch.
Aus welchen Quellen schöpfte Alexandre Dumas? Inwiefern bezog er sich auf historische Fakten in „Die drei Musketiere“ und den beiden weiteren Bänden der Trilogie, „Zwanzig Jahre danach“ und „Der Vicomte von Bragelonne“? Haben auch d’Artagnans Gefährten Athos, Porthos und Aramis reale Vorbilder? Und wie steht es mit dem berühmten Motto der Musketiere „Einer für alle, alle für einen“? Gestützt auf Forschungen in Archiven veranschaulicht der Dokumentarfilm die historischen Zusammenhänge mittels zahlreicher Filmauszüge und Reenactments, durch Gemälde und Radierungen der Epoche sowie anhand der wunderbaren Zeichnungen, die Dumas‘ Romane schmücken.
Von der südwestfranzösischen Provinz Gascogne, in der d’Artagnan um 1615 geboren wurde, über die Gassen des alten Paris, bis hin zu den Festungsmauern von Maastricht, wo er 1673 von einer feindlichen Kugel getroffen wurde, rekonstruiert der Film d’Artagnans Kindheit, seine Ausbildungsjahre bei den Kadetten und seinen fulminanten Aufstieg im Dienst des Sonnenkönigs. Es erweist sich, dass Alexandre Dumas‘ glanzvoller, immer zu Späßen aufgelegter Mantel-und-Degen-Held primär der Fantasie des Autors entsprungen ist. Im Lichte unveröffentlichten Archivmaterials entwickelt der Film das Bild einer weitaus vielschichtigeren, aber nicht weniger faszinierenden Persönlichkeit: Charles de Batz de Castelmore, so der Name des wahren d’Artagnan.

Montag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 01:35 Uhr / Der Klang Afrikas ~ Die Geschichte von Ladysmith Black Mambazo
Dokumentation, Erstausstrahlung
Südafrika, 2021, ZDF
Regie: Mpumi Mbele

Dienstag, 27.12. / 05:00 Uhr / Zirkus „Recirquel“: My Land
Tanz, Erstausstrahlung
Deutschland, 2022, ZDF
Regie: László G. Kecskés
Choreographie: Bence Vági
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Bence Vági
Musik: Edina Szirtes, Gábor Terjék

Mit: Zirkus Recirquel, Rodion Drahun, Roman Khafizov, Arsenii Khrapeichuk, Sergii Materynskyi, Mykola Pysiura, Yevheniia Obolonina, Andrii Pysiura, Andrii Spatar

Die ungarische Zirkustruppe Recirquel wurde 2012 in Budapest gegründet und hat sich zu einer der führenden zeitgenössischen Zirkuskompanien der Welt entwickelt. Ihr besonderer Zirkusstil kombiniert Akrobatik mit Tanz und Theater und verzaubert damit das Publikum auf der ganzen Welt.
In dem Stück „My Land“ arbeitet der Regisseur und künstlerische Leiter Bence Vági mit jungen ukrainischen Artistinnen und Artisten. Sie zeigen ihre Verbundenheit mit ihrem Heimatland mit eindrücklichen Bildern und unglaublichen Kunststücken. Zu traditionellen Musikstücken aus Moldawien und der Ukraine erzählen sie mit ihren Körpern persönliche Geschichten von Tradition, Freiheit und Liebe und zeigen nie zuvor gesehene physische Kunststücke. „My Land“ ist teils zeitgenössischer Tanz, teils Zirkusvorstellung und lotet in seinen akrobatischen Elementen die Grenzen des menschlichen Körpers aus.
Aufgenommen im Müpa Budapest am 31. Oktober 2021.

Dienstag, 27.12. / 20:15 Uhr / Die vier Musketiere ~ Die Rache der Mylady
Spielfilm
(The Four Musketeers)
USA, 1974, ARTE
Regie: Richard Lester
Drehbuch: George MacDonald Fraser
Autor:in: Alexandre Dumas
Produktion: Alexander, Michael and Ilya Salkind Productions
Produzent: Alexander Salkind
Kamera: David Watkin
Schnitt: John Victor Smith
Musik: Lalo Schifrin
Kostüme: Yvonne Blake, Ron Talsky

Mit: Michael York (D’Artagnan), Oliver Reed (Athos), Richard Chamberlain (Aramis), Jean-Pierre Cassel (Ludwig XIII.), Raquel Welch (Constance de Bonacieux), Christopher Lee (Rochefort), Geraldine Chaplin (Anne von Österreich), Faye Dunaway (Milady), Charlton Heston (Richelieu), Frank Finlay (Porthos)

Die Fortsetzung der Musketier-Abenteuer am Hofe Ludwigs des XIII.: Die – nunmehr – vier Musketiere tun alles, um ihrem überforderten König und seiner Gemahlin auch weiterhin ergeben zu Diensten zu sein. Dies wird immer schwieriger und verlangt ihnen zunehmend mehr körperlichen Einsatz und immer neue Listen ab, denn Mylady de Winter ist zu absoluter Hochform aufgelaufen: Ihre Intrigen, Ränkespiele, Mord- und Verführungsversuche lassen die vier Helden nicht zur Ruhe kommen, zumal mindestens zwei von ihnen alle Mühe haben, dem Charme Myladys nicht oder nicht wieder zu erliegen.

Richard Lester gelingt es auch in diesem Film erneut, Spannung, Abenteuer, Tempo und Überraschungseffekte des Genres zu nutzen und zugleich seinen witzig-ironischen Blick auf das Genre spürbar zu machen. Unterstützt wird er von einer Startruppe ersten Ranges: Faye Dunaway als intrigante Mylady de Winter, Raquel Welch als treu ergebene Constance de Bonacieux, Michael York als ewig junger D’Artagnan, Oliver Reed, Richard Chamberlain und Frank Finlay als Musketiere und Jean-Pierre Cassel als König von Frankreich, der nur froh über die Königin an seiner Seite sein kann, gespielt von Geraldine Chaplin. Nicht zuletzt ist Charlton Heston als berühmt-berüchtigter Kardinal Richelieu zu erleben.

Zusatzinfo:
„Die vier Musketiere“ (1974) ist nach „Die drei Musketiere“ (1973) der zweite Teil in Richard Lesters Musketier-Trilogie, die er 1989 mit „Die Rückkehr der Musketiere“ abschloss. Wie schon für Lesters ersten Musketier-Film gab es auch für den zweiten Teil beim Evening Standard British Film Award den Preis für die beste Komödie. Für das Kostümbild wurden Yvonne Blake und Ron Talsky 1976 bei den Oscars nominiert.

Dienstag, 27.12. / 22:00 Uhr / Walt Disney – Der Zauberer (1/2)
Dokumentarfilm
USA, 2015, ARTE
Regie: Sarah Colt

Wer war Walt Disney? Hinter dem Erfinder der charmanten Micky Maus und unzähligen weiteren Cartoon-Klassikern verbirgt sich ein Mensch mit vielen Gesichtern: ein Visionär und Intrigant, Gutmensch und Ausbeuter zugleich. Teil eins dieses Dokumentarfilms beleuchtet die Jahre 1901 bis 1941 des facettenreichen Lebens und nachhaltigen Vermächtnisses Disneys. Anhand von seltenem Material aus dem Disney-Archiv untersucht der Film den Werdegang eines beispiellosen Unternehmers, von den Anfängen mit Micky Maus bis zum Triumph von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, dem ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm überhaupt.

Er baute einen Medien- und Unterhaltungskonzern auf, der zu den mächtigsten des Planeten gehört, bekam mehr Oscars verliehen als jeder andere in der Branche, schuf eine neue Form der Kinokunst und erfand zudem fast beiläufig ein neues amerikanisches Ferienziel: Walt Disney. Doch der Erfinder der charmanten Micky Maus war ein zweischneidiger Mensch: mal scherzhaft kreativ, mal gnadenloser Unternehmer. Sein Name ist weltweit so geläufig wie etwa Coca Cola, und ebenso assoziiert jeder den Begriff „Walt Disney“ mit der Wohlfühlversion des amerikanischen Traums. Doch hinter den Kulissen der Walt Disney Company zeigte er oft auch ein anderes Gesicht. In „Bambi“ gibt es eine Zeile, „Mensch im Wald!“, wenn Gefahr im Verzug ist. Dann muss man sich Sorgen machen. Seinen Angestellten ging es ähnlich, wenn Walt Disney im Flur gehustet hat. Irgendwer hat dann immer gesagt: „Mensch im Wald!“. Und dann haben sie sich auf Walt gefasst gemacht. 1901 in Chicago geboren, wuchs Disney ab seinem vierten Lebensjahr behütet im beschaulichen Marceline in Missouri auf. Nach seiner Heimkehr aus dem Ersten Weltkrieg wollte der 17-jährige Walt dem Schatten seines herrischen Vaters entfliehen und ging nach Kansas, um als Grafiker zu arbeiten. Er erkämpft sich fortan selbst den Weg an die Spitze. Bald zieht er, zunächst mit seinem Bruder Roy, weiter nach Los Angeles, wo die Filmindustrie bereits boomte. 1928 dann der große Durchbruch: Mit „Steamboat Willie“ avanciert Disneys Micky Maus zum Hollywoodstar – und er mit ihr. Es folgten „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, „Pinocchio“ und „Bambi“ – jeder Film ein großer Erfolg.

Dienstag, 27.12. / 23:50 Uhr / Walt Disney – Der Zauberer (2/2)
Dokumentarfilm
USA, 2015, ARTE
Regie: Sarah Colt

Nach den ersten großen Erfolgen, die die Walt Disney Company in den ersten Jahren erzielte, kam die große Flaute. Aufgrund einer andauernden kreativen Durststrecke blieb der nächste große Kassenschlager vorerst aus. Mit Propaganda- und Ausbildungsfilmen für die Regierung allein konnten sich die Disney-Studios nicht ewig über Wasser halten. Das Unternehmen verschuldete sich maßlos und es kam zum Aufstand der Screen Cartoonist‘s Guild – der Gewerkschaft der Cartoonisten in Hollywood. Die Marke „Walt Disney“ erlitt einen erheblichen Imageschaden. Denn Disney hatte kein Interesse an Verhandlungen mit den Gewerkschaften und bezichtigte sie stattdessen der kommunistischen Verschwörung. Walt Disney brauchte Abstand von seinem Gewerbe und nahm ihn sich auch, nur um sich kurze Zeit später mit doppelter Kraft und einer genialen Geschäftsidee den Platz an der Spitze zurückzuerobern. Während seiner Auszeit entdeckte Disney die Modelleisenbahnen für sich. Er war wie besessen, bastelte und verlegte wie ein Verrückter die Gleise auf seinem Grundstück. Wohin ihn das brachte? Es waren die Anfänge eines bis dato noch nie dagewesenen Geschäftskonzepts: eine Fantasiewelt, die all seine Cartoon-Figuren vereint – das Disneyland. Zunächst nur als Theorie im Kopf, doch als bald schon die Verhandlungen mit dem TV-Sender ABC erfolgreich abgeschlossen wurden, gab es kein Zurück mehr.

Mittwoch, 28.12. / 20:15 Uhr / Laurel und Hardy ~ Die komische Liebesgeschichte von „Dick & Doof“
Dokumentarfilm
Deutschland, 2011, ZDF
Regie: Andreas Baum

Stan Laurel und Oliver Hardy sind das erfolgreichste und bekannteste Komikerduo der Welt und erfreuen sich bis heute größter Beliebtheit. Die Comedy-Genies, in Deutschland auch bekannt als „Dick & Doof“, waren aber weit mehr als das: Oliver Hardy war ein echtes Schwergewicht als Schauspieler und Stan Laurel agierte nicht nur vor der Kamera, sondern war der kreative Kopf des Duos, schrieb die Gags und führte Regie. Mit ihren genialen Komödien sind die beiden Comedians bis heute die unangefochtenen Meister des Slapsticks. Die filmische Hommage dokumentiert nicht nur die Leinwandkarriere des Duos, sondern gewährt auch Einblicke in ihr Privatleben.

Mit spielerischer Leichtigkeit gelingt es Stan Laurel und Oliver Hardy, die Tücken des Alltags in ihren Klassikern aberwitzig in Szene zu setzen. Ob sich die beiden Sahnetorten ins Gesicht schleudern, gegenseitig gegen die Schienbeine treten oder lustvoll Autos und ganze Häuser zerlegen: Stan und Ollie alias „Dick & Doof“ tun es nie in wirklich böser Absicht, dafür immer voller Hingabe. Als Schauspieler beherrschen Stan Laurel und Oliver Hardy das Chaos und haben immer das perfekte Timing. Für ihre Komödien-Klassiker erfanden sie zahlreiche Comedy-Elemente, die Filmgeschichte geschrieben haben und bis heute zum Repertoire vieler Komiker gehören. Mit ihren über hundert gemeinsamen Kurz- und Langfilmen begeistern die beiden bis heute Jung und Alt. Stan Laurel und Oliver Hardy sind aber mehr als zwei begnadete Komiker. Die beiden zählen zu den Urvätern der Comedy und haben weltweit Generationen von Künstlern wie Peter Sellers, Marcel Marceau oder Jerry Lewis inspiriert. Das liegt nicht nur an der einzigartigen Symbiose ihrer Leinwandcharaktere und dem unwiderstehlichen Charme von Laurel und Hardy, sondern vor allem an ihrer Professionalität und ihrem Ideenreichtum. Doch neben der Kunst der großartigen Gags der beiden will die Dokumentation den Zuschauern insbesondere auch die sich hinter dem Künstlerduo verbergenden Menschen näherbringen. Unterhaltsam und informativ beleuchtet sie deren nicht weniger turbulentes Privatleben: Wer waren Stan und Oliver wirklich? Wie lebten sie und wie war ihre Beziehung außerhalb der Studios? Waren die beiden auch im wahren Leben unzertrennliche Freunde? Auf amüsante Weise geht der Dokumentarfilm der Frage nach, warum das Duo auch heute noch – über 60 Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Auftritt – auf der ganzen Welt ungebrochen populär sind. Was also macht ihren unwiderstehlichen Charme aus, was ihren ebenso speziellen wie universellen Humor? Warum können sich über „Dick & Doof“ Kinder ebenso amüsieren wie Erwachsene?

Zusatzinfo:
Der Dokumentarfilm präsentiert viel neu entdecktes und bislang unveröffentlichtes Material, private Fotos, Requisiten und Filme. Kollegen, Freunde, Experten, Filmhistoriker, Laurel-&-Hardy-Fans sowie populäre Schauspieler und Comedians aus Frankreich, Deutschland und den USA, die von Stan und Ollie beeinflusst wurden, und vor allem Familienmitglieder kommen zu Wort, die sich bislang nur selten oder noch nie vor einer Kamera zu „Laurel & Hardy“ geäußert haben. Ein besonderes Highlight der Dokumentation sind die kürzlich entdeckten, letzten Aufnahmen von Stan Laurel. Das Farbmaterial zeigt ihn gut gelaunt, wenige Monate vor seinem Tod am 23. Februar 1965, zusammen mit seiner Frau und Freunden. Laurel verfällt dort zum letzten Mal vor einer Kamera in seinen Leinwand-Charakter: So kratzt er sich den Kopf, legt sein berühmtes „Funny Face“ auf und winkt am Ende ein „Goodbye“ in die Kamera.

Mittwoch, 28.12. / 21:45 Uhr / Laurel & Hardy: Die Klotzköpfe
Spielfilm
(Block-Heads)
USA, 1938, ZDF
Regie: John G. Blystone
Drehbuch: James Parrott, Charley Rogers, Felix Adler, Harry Langdon, Arnold Belgard
Autor:in: Felix Adler, Charley Rogers, James Parrott
Produktion: Metro-Goldwyn-Mayer Pictures, Hal Roach Studios
Produzent: Hal Roach, Hal Roach Jr.
Kamera: Art Lloyd
Schnitt: Bert Jordan
Musik: Marvin Hatley
Komponist: Marvin Hatley

Mit: Stan Laurel (Stan), Oliver Hardy (Ollie), Billy Gilbert (Mr. Gilbert), Patricia Ellis (Mrs. Gilbert), Minna Gombell (Mrs. Hardy), James Finlayson (Finn)

In dem 1938 erschienenen Spielfilm „Die Klotzköpfe“ von John G. Blystone (1892-1938) treffen die Freunde Stan und Ollie 20 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufeinander. Stan, der die zwei Jahrzehnte in dem Glauben verbrachte, der Krieg wäre noch nicht vorbei, wird von Ollie zu sich nach Hause zum Essen eingeladen, obwohl er an diesem Tag seinen ersten Hochzeitstag feiert. Mit seinem Gast an seiner Seite kommen lauter unerwartete Ereignisse auf Ollie zu, die schlussendlich nicht nur auf die Verwüstung seiner Wohnung hinauslaufen, sondern auch das Scheitern seiner Ehe besiegeln.

Stan und Ollie freunden sich bei ihrem Einsatz im Ersten Weltkrieg an. Zwei Jahrzehnte später hat Ollie sich in der Stadt mit seiner Frau ein bürgerliches Leben aufgebaut. Um ein Geschenk für den Hochzeitstag zu besorgen, leiht er sich den Wagen seiner Frau und verspricht, schnell wieder da zu sein.
Im Flur erhält Ollie jedoch zwei Nachrichten, die den Tag entscheidend beeinflussen werden: Die Nachbarin Mrs. Gilbert erzählt, dass ihr Mann heute von einem längeren Auslandsaufenthalt zurückkehrt, und aus der Zeitung erfährt er die kuriose Geschichte von einem Kriegsveteranen, der sich 20 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs noch immer im Krieg wähnt.
Anhand des abgebildeten Fotos erkennt er seinen Kameraden Stan wieder und beschließt, seinen alten Freund zu besuchen. Im Veteranenheim angekommen, schwärmt Ollie von seiner Frau und ihren Kochkünsten. Da Ollie glaubt, dass Stan ein Bein verloren hat und deswegen im Rollstuhl sitzt, lädt er ihn aus Mitgefühl zum Essen zu sich nach Hause ein.
Erst als er Stan bis zum Auto getragen hat, erkennt Ollie, dass Stan keine Behinderung hat … Dieses Missverständnis bildet nur den Anfang einer Reihe von Geschehnissen, die mit Stan in Ollies Leben – zum Leidwesen Ollies und zur Belustigung des Zuschauers – treten und Ollie in ein Gefühlschaos zwischen rasender Wut und purer Verzweiflung stürzen.

Zusatzinfo:
Nachdem John G. Blystone sich kurz als Schauspieler versucht hatte, wechselte er zu Drehbuch, Produktion und Regie. Einer seiner ersten langen Filme als Regisseur war Buster Keatons „Our Hospitality“ (1923), und bis ins Jahr 1926 führte er bei mehreren Filmen mit Tom Mix Regie. Er war als ein Regisseur bekannt, der den Darstellern großen kreativen Freiraum ließ, weswegen er von Laurel & Hardy für ihre Filme engagiert wurde. Nicht einmal einen Monat nach Fertigstellung des Films „Die Klotzköpfe“ (1938) verstarb Blystone an einem Herzinfarkt.

Freitag, 30.12. / 05:00 Uhr / Habermas ~ Philosoph und Europäer
Dokumentation, Erstausstrahlung
Deutschland, 2021, ZDF
Regie: Christian Bettges

Von den Studentenunruhen der 60er Jahre über die sozialen Bewegungen der 70er und 80er bis zur Wiedervereinigung zur aktuellen Lage Europas: Für den deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier ist Jürgen Habermas ein gelebtes Plädoyer für Demokratie. Die Dokumentation würdigt das Schaffen des Philosophen und dessen Einfluss auf die politischen Diskussionen der letzten Jahrzehnte.

Jürgen Habermas gilt als bedeutendster deutscher Philosoph seiner Generation. Geboren 1929, prägen sein Denken und seine publizistischen Einmischungen grundlegende Diskussionen in der Bundesrepublik wie rund um die Europapolitik. Die Dokumentation vollzieht den Wandel von Habermas nach, der über die Zeit von einem Vertreter eines westlichen, sowjetkritischen Marxismus zum Vordenker deutscher und europäischer Demokratie wurde.

Dabei rückt die Dokumentation zentrale Aspekte seiner Philosophie in den Mittelpunkt und zeigt, wie sie wichtige gesellschaftliche und politische Umwälzungen der vergangenen Jahrzehnte beeinflusst hat. Dazu zählen die Studentenunruhen der 60er Jahre, die Anti-Atomkraft- oder die Friedensbewegung der 70er- und 80er Jahre, der Historikerstreit um deutsche Schuld und Verantwortung in der Folge des Dritten Reichs, die Wiedervereinigung, oder auch die Auseinandersetzung mit den französischen Poststrukturalisten.

In jüngerer Zeit noch machte Habermas durch die Wende zur Religionsphilosophie von sich Reden. Dabei ist die Frage, um die sein Denken seit je kreist, in ihrer Grundsätzlichkeit von ungebrochener Aktualität: Wie stellt sich Gemeinschaft her, wenn jeder seinen eigenen Interessen folgt?

Visuell ansprechend und verständlich erzählt, leitet die Dokumentation zentrale Gedanken von Jürgen Habermas aus dem jeweiligen zeitgeschichtlichen Kontext her. Fachphilosophinnen und Philosophen, Politikerinnen und Politiker sowie Publizistinnen und Publizisten kommen gleichermaßen zu Wort – darunter Außenminister a.D. Joschka Fischer, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, sowie Gérard Raulet, Micha Brumlik und Katia Genel.

Freitag, 30.12. / 22:05 Uhr / Time Bandits
Spielfilm
Großbritannien, 1981, ZDF
Regie: Terry Gilliam
Drehbuch: Michael Palin, Terry Gilliam
Autor:in: Michael Palin, Terry Gilliam
Produktion: HandMade Films
Produzent: Terry Gilliam
Kamera: Peter Biziou
Schnitt: Julian Doyle
Musik: Mike Moran
Komponist: Mike Moran

Mit: Sean Connery (Agamemnon), John Cleese (Robin Hood), Craig Warnock (Kevin), Shelley Duvall (Pansy), Katherine Helmond (Frau Oger), David Rappaport (Randall), Kenny Baker (Fidgit), Malcolm Dixon (Strutter), Jack Purvis (Wally), Ian Holm (Napoleon), David Warner (das Böse), Ralph Richardson (Oberstes Wesen)

Der elfjährige Kevin wohnt mit seinen Eltern in einem Vorort Londons. Eines Nachts wird Kevin plötzlich aus dem Schlaf gerissen, als sechs wundersame Wesen, die „Time Bandits“, durch ein Zeitloch auf die Erde stürzen und genau auf seinem Schlafzimmerteppich landen. Der Junge erfährt, dass die „Time Bandits“ dem Obersten Wesen eine Karte entwendet haben, auf der alle Zeitlöcher eingetragen sind, durch die man in unterschiedliche Epochen springen kann. Doch nun ist ihnen das Oberste Wesen auf den Fersen und sie haben sich auf ihrer Reise durch Raum und Zeit verirrt – mitten in Kevins Kinderzimmer.

Nachdem Kevin seine anfängliche Furcht vor den „Time Bandits“ überwunden hat, schließt er sich begeistert der Reise quer durch die Zeiten an: Vom Schlachtfeld Napoleons gelangen die sieben Abenteurer in den mittelalterlichen Sherwood Forest, wo sie auf Robin Hood stoßen. Im antiken Griechenland wird Kevin in den Kampf Agamemnons mit dem Minotaurus verwickelt. Als die Abenteurer dann den Untergang der „Titanic“ nicht verhindern können, springen sie schnell vom sinkenden Schiff in ein Fantasieland. Dort werden sie im Schloss des Bösen gefangen gesetzt. Ein fantastischer Kampf zwischen Zeit und Raum entbrennt, aus dem sie nur noch das Oberste Wesen retten kann …

Zusatzinfo:
Der amerikanisch-britische Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Terry Gilliam ist nicht nur durch die britische Comedy-Truppe Monty Python, sondern auch seine eigenen Filme wie „König der Fischer“ (1991), „12 Monkeys“ (1995) oder „Fear and Loathing in Las Vegas“ (1998) weltberühmt. In seiner Fantasykomödie „Time Bandits“ scheint in vielen Szenen die beißende Ironie der Monty-Python-Truppe durch, doch insgesamt kommt der Film eher als Märchen daher. Der Film hält einen wahren Fundus an exquisiten Spezialeffekten und grafischen Meisterleistungen bereit.


Programmwoche 01:

Samstag, 31. 12. (Silvester) / 16:40 Uhr / Julio Iglesias – Mit Charme zum Weltstar
Dokumentation, Wiederholung vom 21.12.
Frankreich, 2022, ARTE F
Regie: Anne-Solen Douguet

Samstag, 31. 12. (Silvester) / 17:35 Uhr / ARTE 360° Reportage: Chartres, die Farben des Himmels
Deutschland, 2022, ARTE 32 Min.
Regie: Jean-Baptiste Mathieu
Online verfügbar von 24/12 bis 31/03
Erstausstrahlung

Weniger als 100 Kilometer südwestlich von Paris, inmitten der großen Ebene von Beauce, bekannt als die „Kornkammer“ Frankreichs, ist die Kathedrale Notre-Dame de Chartres weithin sichtbar. Der Bildhauer Auguste Rodin nannte sie die „Akropolis von Frankreich“. Auch die kunstvollen Glasmalereien der Kathedrale beeindrucken Besucher seit jeher.Glas und Farben begeistern in Chartres. So beherbergt die Gegend, im Schatten des Riesenbaus, noch immer Werkstätten für Glasmalereien. Die „Maison Lorin“ ist eine der letzten aus dem 19. Jahrhundert, die heute noch in Betrieb sind. Sie wird von Elodie Vally geführt, einer Meisterin ihres Fachs.

Samstag, 31. 12. (Silvester) / 18:35 Uhr / Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker 2022
Musik, Erstausstrahlung
Deutschland, 2022, RBB
Regie: Henning Kasten
Komponist: Giuseppe Verdi, Riccardo Zandonai, Sergej Prokofjew, Umberto Giordano, Pietro Mascagni, Nino Rota, Piotr Tschaikowsky
Dirigent: Kirill Petrenko
Orchester: Berliner Philharmoniker
Moderation: Dorothée Haffner
Mit: Jonas Kaufmann (Tenor)

Zum Jahresausklang präsentieren die Berliner Philharmoniker und ihr Chefdirigent Kirill Petrenko in diesem Jahr ein mitreißendes russisch-italienisches Programm.
Stargast des festlichen Abends ist Jonas Kaufmann. Der deutsch-österreichische Tenor wurde vor kurzem beim OPUS Klassik als Opernsänger des Jahres 2022 ausgezeichnet. Sonores Fundament, strahlende Höhe, intelligente Gestaltung: All das macht ihn zu einem der führenden Sänger weltweit.
Das Konzert in der Berliner Philharmonie beginnt mit der Ouvertüre und einer Arie aus Giuseppe Verdis „La forza del destino“. Auf die Arie des Romeo aus Riccardo Zandonais „Giulietta e Romeo“ folgen dann die schönsten Nummern aus Sergej Prokofjews Ballett „Romeo und Julia“. Weitere Höhepunkte der Silvestergala sind Auszüge aus Pietro Mascagnis „Cavalleria rusticana“ und Nino Rotas Orchestersuite „La strada“. Den krönenden Abschluss bildet Peter Tschaikowskys „Capriccio italien“.
Kirill Petrenko wurde 1972 im russischen Omsk geboren und zog im Alter von 18 Jahren mit seiner Familie nach Österreich. Von 1997 bis 1999 war er Kapellmeister an der Volksoper Wien und nach einer Station in Meiningen von 2002 bis 2007 Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin. Von 2013 bis 2020 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, und seit 2019 ist er Chefdirigent der Berliner Philharmoniker.
Durch den Abend führt ARTE-Moderatorin Dorothee Haffner.

Sonntag, 01.01. (Neujahr) / 09:15 Uhr / Claude Monet ~ Im Licht des Augenblicks
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Mathias Frick
Online verfügbar von 31/12 bis 01/04

„Raus aus dem Atelier und ins Freie, um die Natur vor Ort zu malen“ lautete das Credo der Impressionisten. Claude Monet, ihr berühmtester Vertreter, suchte bewusst den Bruch mit der akademischen Malweise, schockierte damit die Kunstwelt seiner Zeit und revolutionierte die Malerei. Gerade die Orte, an denen Claude Monet malte und lebte, sind für sein Werk von enormer Bedeutung. 2020 widmete das Museum Barberini in Potsdam dem französischen Impressionisten eine groß angelegte Retrospektive mit dem Titel „Monet. Orte“. Anlässlich dieser Ausstellung unternimmt die Kulturdokumentation eine Reise von Paris, wo Monet sich mit den großen Boulevards und dem Gare St. Lazare beschäftigte, die Seine hinab über das malerische Argenteuil nach Vétheuil, Ort persönlicher Schicksalsschläge für den Maler. Von dort geht es weiter nach Rouen, dessen Kathedrale ihren weltweiten Ruhm sicherlich auch Monets Bildern verdankt, und schließlich nach Giverny, in den wahrscheinlich berühmtesten Garten der Welt, zugleich letzte Wirkungsstätte des Künstlers. An den verschiedenen Stationen kommen wichtige Details aus dem Leben und Schaffen Claude Monets zutage. Biografen, Kunsthistoriker, Fotografen und Monet-Anhänger kommen zu Wort und verlieren dabei nie seine Spur: Wo genau stellte er seine Staffelei auf? Inwieweit sind diese Orte heute noch so erfahrbar? Wie sah Monet die Dinge damals, und wie sehen wir diese Orte heute? Wie sehr hat Monets Art, seine Umgebung auf der Leinwand einzufangen, unseren Blick auf die Natur und Stadt in den vergangenen 150 Jahren verändert?

Sonntag, 01.01. (Neujahr) / 17:55 Uhr / Neujahrskonzert 2023 aus dem Teatro La Fenice in Venedig
Festtagsprogramm
Musik, Deutschland, Italien, 2023, WDR 60 Min.
Regie: Fabrizio Guttuso Alaimo
Dirigent: Daniel Harding
Orchester: Orchestra del Teatro La Fenice
Chorleitung: Alfonso Caiani
Chor: Coro del Teatro La Fenice
Kommentar: Priscille Lafitte, Stefan Eggahrt
Mit: Federica Lombardi (Sopran), Freddie De Tommaso (Tenor)
Erstausstrahlung

Seit fast 20 Jahren lädt ARTE zum Concerto di Capodanno, dem Neujahrskonzert des Teatro La Fenice in Venedig. Das Orchester des Hauses unter der Leitung von Daniel Harding präsentiert einen bunten Reigen von Arien und Orchesterstücken aus den großen Opern des Repertoires. Einen Ehrenplatz im Konzertprogramm nimmt Giuseppe Verdi ein, unter anderem mit dem feierlichen Abschluss. Zum „Brindisi“ seiner bekanntesten Oper, der „Traviata“, die 1853 im Teatro La Fenice uraufgeführt wurde, stoßen die Solisten auf das neue Jahr an. 2023 sind das Federica Lombardi und Freddie De Tommaso.

Federica Lombardi studierte in Modena, in Rom unter anderem bei Mirella Freni und absolvierte 2015 das Young Singers Project der Salzburger Festspiele. Für ihre herausragenden Mozart-Interpretationen auf wichtigen italienischen Opernbühnen wurde sie 2019 vom Verband der italienischen Musikkritiker mit dem Premio Franco Abbiati ausgezeichnet. 2020 erschien eine Aufnahme von „Otello“ unter Pappano, in der Federica Lombardi als Desdemona neben Jonas Kaufmann in der Titelpartie zu hören ist. Als viel gefragte Konzertsängerin war Federica Lombardi unter anderem unter Mehta in Beethovens 9. Symphonie in Neapel, Bangkok und Astana sowie in Mozarts „Requiem“ zu hören.

Freddie De Tommaso machte sich einen Namen, als er 2018 den ersten Preis, den Plácido-Domingo-Tenor-Preis und den Verdi-Preis beim Viñas- Gesangswettbewerb in Barcelona errang.

Seit der Wiedereröffnung feiert das Teatro La Fenice di Venezia, das Opernhaus der Lagunenstadt, alljährlich das traditionelle Neujahrskonzert. 1996 war die Oper zum wiederholten Male einem Brand zum Opfer gefallen und entstand nach detailgenauer Rekonstruktion wieder neu aus der Asche, passend zu seinem Namen: La Fenice – auf Deutsch: der Phönix.

Sonntag, 01.01. (Neujahr) / 00:40 Uhr / Hoffmanns Erzählungen
Festtagsprogramm
Oper, Frankreich, 2019, ARTE F 182 Min.
Regie: François Roussillon
Inszenierung: Krzysztof Warlikowski
Dirigent: Alain Altinoglu
Orchester: Orchestre Symphonique de La Monnaie
Chorleitung: Martino Faggiani, Alberto Moro
Chor: Chœurs de La Monnaie
Libretto: Jules Barbier

Mit: Eric Cutler (Hoffmann), Patricia Petitbon (Olympia, Antonia, Giulietta, Stella), Michèle Losier (Muse), Sylvie Brunet-Grupposo (Stimme des Grabes), Gabor Bretz (Berater)

Online verfügbar von 25/12 bis 22/03

In Jacques Offenbachs fantastischer Oper wird der Dichter E.T.A. Hoffmann zum Protagonisten von drei Erzählungen aus seiner eigenen Feder. Hoffmanns Liebesbeziehungen zu der Puppe Olympia, zu der schwerkranken Sängerin Antonia und zu der Kurtisane Giulietta scheitern alle drei an der Kluft zwischen schönem Traum und harter Wirklichkeit. Kurz vor seinem Tod vollendete Offenbach mit „Hoffmanns Erzählungen“ seine erste Oper. Zuvor hatte er fast ausschließlich sehr melodiöse und gesellschaftssatirische Operetten komponiert, die seinen Ruhm begründeten. Offenbachs allerletztes Bühnenwerk ist eine Elegie auf die vergeblichen Hoffnungen und gescheiterten Idealen eines Künstlerlebens.

Bereits zwei Mal war „Hoffmanns Erzählungen“ am Brüsseler Opernhaus prominent produziert worden: 1961 unter der Regie von Maurice Béjart und 1985 mit José van Dam als Interpret der vier Verkörperungen des Teufels. 2019 verpflichtete La Monnaie den polnischen Regisseur Krzysztof Warlikowski für eine neue Aufführung. Er nahm eine verbreitete Inszenierungspraxis auf und entschied sich nicht für drei Erzählungen, sondern für eine einzige: die von der Höllenfahrt des Protagonisten. Dieser ist in Warlikowskis Inszenierung ein völlig heruntergekommener, von seinen amourösen Misserfolgen geplagter Dichter im Endstadium der Alkoholsucht. Im Rahmen seiner vielfältigen Anspielungen auf Hollywood übernimmt Warlikowski den Plot des Films „Ein Stern geht auf“ („A Star Is Born“), indem er Hoffmann in einen gefallenen Pygmalion und Stella in eine Nachwuchsschauspielerin verwandelt. Die Inszenierung besticht durch die Leistungen des US-amerikanischen Tenors Eric Cutler in der Titelrolle und der französischen Sopranistin Patricia Petibon, die das Kunststück vollbringt, neben der Stella auch noch deren drei andere, in die Filmwelt projizierte Fantasiefiguren zu singen: Olympia, Antonia und Giulietta.

Dienstag, 03.01. / 00:10 Uhr / Tracks East
Magazin, Deutschland, 2022, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 31/12 bis 31/12
Erstausstrahlung

Freitag, 06.01. / 21:40 Uhr / Eric Clapton: Leben mit dem Blues
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2017, BR 126 Min.
Regie: Lili Fini Zanuck
Online verfügbar von 06/01 bis 05/02

„Clapton is God“ – mit diesem Graffiti quer durch London wurde Eric Clapton letztendlich zum ultimativen Gitarrenhelden ernannt. Er ist zweifellos einer der erfolgreichsten Musiker: 17-facher Grammy-Preisträger, drei Aufnahmen in der Rock and Roll Hall of Fame, und 2015 wurde er auch in die Blues Hall of Fame aufgenommen. Dieser Dokumentarfilm gibt dem Zuschauer einen einzigartigen Einblick in Eric Claptons bewegte Lebensgeschichte – von den schwindelerregenden Höhen und Tiefen seines öffentlichen sowie privaten Lebens. Durch den erstmals exklusiven Zugriff auf Claptons umfangreiches persönliches Archivmaterial – einschließlich seiner berühmtesten Performances, Backstage-Aufnahmen, Heimvideos, ikonischen und privaten Fotos, handgeschriebenen Briefen und persönlichen Tagebucheinträgen – bekommt das Publikum Einsicht, welches Talent und Ehrgeiz ihn ihm steckt sowie welche Dämonen ihn beinahe zerstört hätten. Doch Clapton ist ein geborener Kämpfer, der sich immer bemüht hat, den harten Realitäten der Welt mit seinem unerschütterlichen Engagement für den Blues zu entkommen.

Freitag, 06.01. / 23:50 Uhr / Eric Clapton – Nothing But the Blues
Dokumentarfilm, USA, 2016, WDR 103 Min.
Regie: Martin Scorsese
Online verfügbar von 06/01 bis 05/02

1996 wurde die Eric-Clapton-Doku „Nothing But the Blues“ zurückgezogen und verstaubte über ein Vierteljahrhundert im Regal. Jetzt wurde der Film komplett restauriert – von Filmnegativ auf Digital 4K. Auch der Sound wurde unter der Aufsicht von Martin Scorsese und Eric Clapton runderneuert.

Neben legendären Konzertausschnitten von Eric Clapton im Fillmore West aus dem Jahr 1994 wirft „Nothing But the Blues“ einen Blick auf die Geschichte des Blues und untersucht seinen Einfluss auf aktuelle Popmusik und modernes Songwriting.

Die musikalische Entwicklung von Eric Clapton und dessen großer Liebe zum Blues findet ebenso darin ihren Platz wie Livekonzerte, bei denen Clapton bekannte Bluesstandards interpretiert. Historische Aufnahmen von Bluesmusikern aus verschiedenen Epochen runden den Film ab – ebenso wie Interviews mit Eric Clapton, in denen er seinen Helden Howlin‘ Wolf, Muddy Waters, Otis Spann, Jimmie Rodgers und Buddy Guy Tribut zollt.


Regelmäßige Sendungen mit kultureller Themen auf arte sind zudem:
– Stadt, Land, Kunst (Mo. – Fr. 13 Uhr) und
– TWIST (Sonntagnachmittag)

Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt.
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