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arte und 3sat übertragen in ihren umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.
Programmwoche 20:
Donnerstag, 14.05. (Christi Himmelfahrt) / 04:35 Uhr / Bilder allein zuhaus: Osteologie-Lektion von Dr. Sebastiaen Egbertsz, Pickenoy
Serie, Frankreich, 2021, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 01/09/2021 bis 05/09/2026
Die Serie nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In dieser Folge steht eine ganz besondere Osteologie-Lektion auf dem Programm. Für die Studierenden gilt heute: singen statt büffeln …
„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Boteros „Bailarines“ werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielerinnen und Schauspielern zum Leben erweckt, die in einem aufwendigen Casting aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die witzigen Dialoge spielen mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.
Freitag, 15.05. / 21:50 Uhr / Brian Jones und die Rolling Stones
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2023, ARTE F 98 Min.
Regie: Nick Broomfield
Online verfügbar von 08/05/2026 bis 14/11/2026
Ohne Brian Jones hätte es die Rolling Stones wohl nie gegeben. Der Dokumentarfilm würdigt seinen Beitrag zur Gründung und zum frühen Erfolg der Band. Zugleich zeigt er die internen Spannungen, die zu Jones’ Ausschluss führten. Exklusive Interviews mit Weggefährten und Bandmitgliedern sowie bisher unveröffentlichte Archivaufnahmen zeichnen den Lebensweg des Musikers nach.
Nick Broomfields Dokumentarfilm blickt auf das Leben und das Vermächtnis eines kreativen Genies und Mitbegründers der Rolling Stones: Brian Jones. Im Alter von 14 Jahren traf der Schüler Broomfield auf einer Zugreise zufällig Brian Jones. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Jones bereits auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Nur sechs Jahre später starb er auf tragische Weise.
Der Dokumentarfilm beleuchtet die Beziehungen und Rivalitäten in den ersten Bandjahren. Er taucht in die 1960er Jahre ein und zeigt eine Zeit der soziokulturellen Umbrüche, in der sich Freiheitskämpfe, Generationenkonflikte und die sexuelle Revolution miteinander verbanden. Dabei wird deutlich, wie sehr diese Zeit die heutige Gesellschaft mitprägte.
In bisher unveröffentlichten Aufnahmen und Interviews mit prägenden Figuren wird Brian Jones’ musikalisches Genie und seine entscheidende Rolle für den Erfolg der Rolling Stones deutlich. Der Dokumentarfilm beleuchtet, wie Jones eine der größten Rock ’n‘ Roll-Bands der Welt mitbegründete, schließlich von der Bildfläche verschwand und weitgehend in Vergessenheit geriet.
Nick Broomfield sagt: „Die Rolling Stones prägten meine Jugend grundlegend. Brian und Mick waren damals wahre Ikonen, sie verkörperten einen rebellischen Geist und eine Anti-Establishment-Mentalität, die alle inspirierte. Durch diesen Film konnte ich noch einmal auf diese entscheidenden Jahre meines Lebens blicken, bis zum tragischen Tod von Brian Jones 1969 – ein dunkler Schlüsselmoment in der Geschichte der Stones.“
Freitag, 15.05. / 23:30 Uhr / The Rolling Stones: Havana Moon
Musik, Großbritannien, 2016, ZDF 59 Min.
Regie: Paul Dugdale
Online verfügbar von 03/03/2026 bis 31/05/2026
Zuerst kam Barack Obama, dann kamen die Rolling Stones. Kurz nach dem historischen Kuba-Besuch des damaligen US-Präsidenten kam es 2016 auch zu einem historischen Popkonzert: Als erste britische Band überhaupt spielten die Rolling Stones ein Open-Air-Konzert in Havanna. Bei freiem Eintritt feierte eine halbe Million begeisterter kubanischer Fans die Rocklegenden.
Der 25. März 2016 ist ein Tag, der sowohl in die Geschichte Kubas als auch in die des Rock ’n‘ Rolls einging. Als erste britische Band überhaupt spielten die Rolling Stones ein Open-Air-Konzert in Havanna. Kurz nach dem historischen Besuch des damaligen US-Präsidenten Barack Obama, der von der Presse scherzhaft als „Warm-up-Act“ bezeichnet wurde, begeisterte die legendäre Rockband unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt Hunderttausende von Fans, die ihr Glück kaum fassen konnten.
Ein unvergessliches Konzert, nicht nur für die Zuschauenden, sondern auch für die Band selbst. „Die Show in Kuba war einfach atemberaubend. Es war ein unglaublicher Moment, diese riesigen Menschenmassen zu sehen. Man konnte den Enthusiasmus des Publikums förmlich spüren“, sagte Mick Jagger danach. Auch Keith Richards war sichtlich bewegt: „Kuba endlich so abrocken zu sehen, war etwas ganz Besonderes, eine unvergessliche Nacht!“ Die Stones spielten dabei all ihre großen Hits, wie „Start Me Up“, „Brown Sugar“, „You Can’t Always Get What You Want“, “ (I Can’t Get No) Satisfaction“ und noch viele mehr.
Aufzeichnung vom 25. März 2016 in Havanna, Kuba.
Freitag, 15.05. / 00:35 Uhr / Antonio Banderas / Pedro Almodóvar ~ Der Meister und seine Muse
Dokumentation, Frankreich, 2022, ARTE F 52 Min.
Regie: Nathalie Labarthe
Online verfügbar von 05/04/2026 bis 04/10/2026
Wiederholung vom 06.05.2026
Freitag, 15.05. / 02:30 Uhr / Slowdive ~ Echoes with Jehnny Beth
Musik, Frankreich, 2023, ARTE F 60 Min.
Regie: Antoine Carlier
Online verfügbar von 08/05/2026 bis 14/06/2026
Achtung, Legenden-Alarm: Die Shoegazer von Slowdive führen bei „Echoes with Jehnny Beth“ die besten Stücke ihres 2023 veröffentlichten Albums „Everything Is Alive“ auf und bringen das Publikum ordentlich in Fahrt.
Slowdive ist eine Kult-Gruppe der 1990er, die sich 2014 wiedervereint hat. Ihren Kult-Status haben sie jedoch nicht ihrem Comeback zu verschulden – schon damals schufen die Briten während ihrer kurzen Bandgeschichte einen einzigartigen Shoegaze-Sound, der Bands bis heute inspiriert.
Lange Zeit bestand die Diskographie der Band aus nur drei Alben: „Just for a Day“ (1991), „Souvlaki“ (1993) und „Pygmalion“ (1995). Mit „Slowdive“ kam 2017 mehr als 20 Jahre später ihr viertes Studioalbum dazu. Ihr fünftes Werk heißt „Everything Is Alive“ und wurde 2023 beim Label Dead Oceans veröffentlicht. Ihr ersehnter Auftritt bei „Echoes with Jehnny Beth“ zeigt dem Publikum erneut, wer die Meister des Dream-Pop-Genres sind.
Aufzeichnung vom 14. November 2023 im Yoyo in Paris.
Freitag, 15.05. / 03:44 Uhr / Bilder allein zuhaus: Das Angelusläuten, Jean-François Millet – Die Güte der Saat
Serie, Frankreich, 2021, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 31/08/2021 bis 05/09/2026
Das Kurzprogramm nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In dieser Folge: Beim alltäglichen Gebet auf dem Feld verliert der Landwirt seine Schlüssel. Das Bauernpaar begibt sich auf die Suche – doch die Schlüssel sind unauffindbar. Stattdessen bemerken sie, wie verschmutzt das Ackerland doch ist. Sogar Salvador Dalí scheint etwas auf dem Boden verloren zu haben.
„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Boteros „Bailarines“ werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielerinnen und Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.
Programmwoche 21:
Samstag, 16.05. / 00:05 Uhr / Gluck: Orpheus & Eurydike
Halle 47, Floirac
Oper, Frankreich, 2023, ARTE F 107 Min.
Komponist: Christoph Willibald Gluck
Inszenierung: Eddy Garaudel
Fernsehregie: François-René Martin
Dirigent: Raphaël Pichon
Orchester: Pygmalion
Chor: Pygmalion
Libretto: Hector Berlioz
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Bertrand Couderc
Kostüme: Vanessa Sannino
Licht: Bertrand Couderc
Mit: Blandine de Sansal (Orpheus), Jacquelyn Stucker (Eurydike), Madison Nonoa (Amor), Clara Prieur (Hochzeitsplanerin)
Online verfügbar von 09/05/2026 bis 15/06/2026
ʺOrpheus und Eurydikeʺ wurde 1774 im Théâtre du Palais-Royal aufgeführt und zählt zu den berühmtesten Opern von Christoph Willibald Gluck (1714–1787). Die Uraufführung war schon 1762 am Burgtheater Wien. Der Komponist schildert in dem Stück farben- und emotionsreich die tragische Geschichte von Orpheus, der in die Unterwelt hinabsteigt, um seine geliebte Eurydike aus den Fängen des Todes zu befreien – vergeblich. In diesem kurzen, aber selten eindringlichen Werk steht jede Note, jede Melodie, jedes Rezitativ ganz im Dienste des Dramas.
Zur Aufführung durch das Ensemble Pygmalion in einer alten Fabrikhalle gelangt die von Hector Berlioz 1859 überarbeitete Fassung. Dirigent Raphaël Pichon und Bühnenbildner Eddy Garaudel machen aus Glucks Meisterwerk eine amerikanische Hochzeit. Chor und Orchester und das Publikum sind Teil des Spektakels, der fast wie ein Flashmob anmutet. Mit Blandine de Sansal in der Rolle des Orpheus, Jacquelyn Stucker als Eurydike und Julie Roset als Amor ziehen alle zusammen durch die Fabrik und in die Unterwelt.
Als Ort für die Inszenierung von Glucks Meisterwerk wählten Pichon und Garaudel die Halle 47 in Floirac, unweit von Bordeaux. Die alte, verlassene Fabrik verwandelt sich unter ihrer Ägide in einen farb- und endlosen Ort voller Geister, der auf wunderbare Weise die Irrungen und das tragische Schicksal von Orpheus und Eurydike versinnbildlicht.
Aufzeichnung von Juni 2023 aus der Halle 47, Floirac.
Samstag, 16.05. / 02:40 Uhr / Tarmo Peltokoski und das Lettische Nationale Symphonieorchester
Vidzeme-Konzerthalle, Cēsis
Musik, Deutschland, 2022, ZDF 76 Min.
Regie: Henning Kasten
Komponist: Jean Sibelius, Ralph Vaughan Williams, Krists Auznieks
Dirigent: Tarmo Peltokoski
Orchester: Lettisches Nationales Symphonieorchester
Online verfügbar von 15/05/2026 bis 30/06/2026
Tarmo Peltokoski verfügt über eine brillante Schlagtechnik, eine expressive Klarheit und einen phänomenal musikalischen Instinkt. Das zeigte er beim Antrittskonzert am 19. November 2022 in der Vidzeme-Konzerthalle in Cēsis, Lettland. Bereits mit 14 Jahren begann er sein Studium. Schnell machte das Ausnahmetalent auf sich aufmerksam: zuerst als Pianist, dann als Dirigent.
Der finnische Dirigent Tarmo Peltokoski hat eine spannende Aufgabe vor sich: Das Lettische Nationale Symphonieorchester, ein Eckpfeiler der lettischen Nationalkultur. 1926 wurde es als Orchester des Radiozentrums Riga gegründet und trägt seit 1990 seinen heutigen Namen.
Auf dem Programm steht die 5. Symphonie von Ralph Vaughan Williams und ist im romantischen Stil Jean Sibelius gewidmet. Es folgt der junge lettische Komponist Krists Auznieks mit „Grace“. Abgerundet wird der Konzertabend mit der 5. Symphonie von Jean Sibelius. Das Werk wurde von der finnischen Regierung in Auftrag gegeben, um den 50. Geburtstag des Komponisten als Nationalfeiertag zu begehen.
Sibelius gilt als der bedeutendste Komponist Finnlands und leistete mit seinen Werken einen musikalischen Beitrag zur Identität des sich aus russischer Vorherrschaft befreienden Landes.
Tarmo Peltokoski setzt mit dieser Zusammenstellung für sein Antrittskonzert ein bewusstes Statement, denn er möchte völkerverbindend arbeiten und wählt deshalb Werke aus seiner Heimat Finnland, dem Gastgeberland Lettland und England.
Programm:
Ralph Vaughan Williams: Symphonie Nr. 5 in D-Dur
Krists Auznieks: Grace
Jean Sibelius: Symphonie Nr. 5 in Es-Dur, op. 82
Jean Sibelius: Finlandia
Aufzeichnung vom 19. November aus der Vidzeme-Konzerthalle in Cēsis, Lettland
Sonntag, 17.05. / 09:15 Uhr / Europas große Filmpaläste: Königliches Theater Tuschinski Amsterdam
Dokumentationsreihe: Europas große Filmpaläste
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2025, SR 26 Min.
Fernsehregie: Axel Fuhrmann
Online verfügbar von 01/05/2026 bis 30/07/2026
Erstausstrahlung
Elemente des Jugendstils, des Art déco und der Amsterdamer Schule prägen Fassade, Foyers und den Kinosaal des königlichen Theaters Tuschinski. ʺEuropas große Filmpalästeʺ präsentiert ein Kino, das der jüdische Unternehmer Abraham Tuschinski bauen ließ und das 1921 eröffnet wurde. Dort fand in Anwesenheit von Steven Spielberg die Europapremiere von ʺSchindlers Listeʺ statt.
Mit seinen zwei hoch aufragenden Türmen prägt das Königliche Theater Tuschinski bis heute das Stadtbild Amsterdams. Erbaut wird es von Abraham Tuschinski, dem mächtigsten Kinounternehmer der Niederlande in den 1920er Jahren. In Amsterdam will er das größte und luxuriöseste Kino des Landes errichten. 1921 ist es so weit – das Theater Tuschinski öffnet seine Türen für das staunende Publikum.
Elemente des Jugendstils, des Art déco und der Amsterdamer Schule prägen die Fassade, die Foyers und den großen Kinosaal. Weil seine Familie und er als Juden von den Nazis deportiert und ermordet werden, wählt Steven Spielberg Jahrzehnte später das Tuschinski für die Europapremiere seines Filmdramas ʺSchindlers Listeʺ. Bis heute ist es ein luxuriöses Kino und gleichzeitig Variété.
Sonntag, 17.05. / 10:15 Uhr / Marilyn Monroe – Berühmt um jeden Preis (1/3)
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2022, ARTE F 53 Min.
Regie: Ian Ayres
Online verfügbar von 20/03/2026 bis 31/12/2026
Wiederholung vom 06.04.2026
Sonntag, 17.05. / 11:10 Uhr / Marilyn Monroe – Berühmt um jeden Preis (2/3)
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2022, ARTE F 53 Min.
Regie: Ian Ayres
Online verfügbar von 20/03/2026 bis 31/12/2026
Wiederholung vom 06.04.2026
Sonntag, 17.05. / 12:05 Uhr / Marilyn Monroe – Berühmt um jeden Preis (3/3)
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2022, ARTE F 53 Min.
Regie: Ian Ayres
Online verfügbar von 20/03/2026 bis 31/12/2026
Wiederholung vom 06.04.2026
Sonntag, 17.05. / 13:00 Uhr / Auf den Spuren prähistorischer Künstler – Die Chauvet-Höhle
Dokumentarfilm, Frankreich, 2024, ARTE F 89 Min.
Regie: Alexis de Favitski
Online verfügbar von 19/01/2026 bis 18/03/2027
Wiederholung vom 18.04.2026
Sonntag, 17.05. / 16:35 Uhr / Famous Orchestras – Die besten Orchester der Welt: Orchestre National de France
Schwerpunkt: Famous Orchestras: Orchester der Weltklasse
Dokumentationsreihe, Deutschland, Frankreich, 2025, SWR 60 Min.
Regie: Magdalena Zięba-Schwind, Milena Smaczny
Online verfügbar von 03/05/2026 bis 10/10/2026
Erstausstrahlung
ʺFamous Orchestrasʺ porträtiert dieses Mal das Orchestre National de France – ein weltberühmtes Orchester, das untrennbar mit der französischen Musik verbunden ist. Der Film begleitet die Musiker Backstage und beim Concert de Paris 2025 vor Tausenden Gästen und Millionen von Zuschauern vor dem Fernseher. Mit dabei sind Joyce DiDonato, Bertrand Chamayou und Anne-Sophie Mutter.
Kaum ein Orchester ist so eng mit der Identität seines Landes verbunden wie das Orchestre National de France. 1934 als erstes permanentes Rundfunkorchester Frankreichs gegründet, steht es bis heute für musikalische Exzellenz, kulturelle Vielfalt und einen unverwechselbaren Klang. Vom Maison de la Radio et de la Musique in Paris trägt es das musikalische Erbe Frankreichs in die Welt. Geprägt von Dirigenten wie Sergiu Celibidache, Leonard Bernstein, Lorin Maazel, Seiji Ozawa, Kurt Masur und Daniele Gatti, gehört es zu den bedeutendsten Orchester Europas.
Musikdirektor Cristian Măcelaru vergleicht seinen Klang mit Honig, warm und fließend, sich entfaltend, ohne zu beschweren. Der Film begleitet die Musikerinnen und Musiker auf Reisen und in Paris, beim Concert de Paris am 14. Juli 2025 unter dem Eiffelturm, wo das Orchester am Nationalfeiertag jedes Jahr vor mehr als 100.000 Zuschauerinnen und Zuschauern spielt – und Millionen weitere das Ereignis vor dem Fernseher verfolgen.
Die Kamera begleitet musikalische Begegnungen mit international bekannten Solistinnen und Solisten wie Joyce DiDonato, Bertrand Chamayou und Anne-Sophie Mutter. Tief verwurzelt in der Musik von Camille Saint-Saëns, Gabriel Fauré, Claude Debussy, Maurice Ravel oder Henri Dutilleux zeigt das Orchestre National de France seine französische Klangtradition auf der Grand Tour durch das eigene Land – vom Festival Ravel in Saint-Jean-de-Luz bis zum Auditorium der Opéra de Dijon
Die Dokumentation Orchestre National de France porträtiert ein Orchester von internationalem Rang mit einem Klanggedächtnis, das in der DNA seiner Mitglieder verwurzelt ist und das, wie die Stadt, in der es zu Hause ist, zwischen Tradition und Gegenwart lebendig bleibt.
Sonntag, 17.05. / 17:40 Uhr / Bernstein & Gershwin – Zwei Amerikaner in Paris
Schwerpunkt: Famous Orchestras: Orchester der Weltklasse
Musik, Frankreich, 2023, ARTE F 44 Min.
Regie: Isabelle Soulard
Komponist: Georges Bizet, Jacques Offenbach, George Gershwin
Dirigent: Stéphane Denève
Orchester: Orchestre National de France
Komponist und Autor: Leonard Bernstein
Mit: Lise de la Salle (Klavier)
Online verfügbar von 10/05/2026 bis 16/06/2026
Zum Jahresausklang lädt das Orchestre National de France in großer symphonischer Besetzung zu einem festlichen Konzert nach Paris ein. Am Pult steht der französische Dirigent Stéphane Denève, am Klavier sitzt mit Lise de la Salle eine der bedeutendsten Pianistinnen ihrer Generation.
Zum Jahresausklang hat das Orchestre National de France zwei Amerikaner nach Paris eingeladen. Den Auftakt des Konzerts bildet die schwungvolle „Candide“-Ouvertüre (1956) des Frankreichliebhabers Leonard Bernstein (1918–1990), der das Orchestre National de France in den 1970er Jahren wiederholt dirigierte.
Es folgt ʺEin Amerikaner in Parisʺ (1928) von George Gershwin, der das Paris der Goldenen Zwanziger zu einem musikalischen Feuerwerk im Broadway-Stil verklärt – inklusive Hupkonzert. Zum Abschluss wird es jazzig mit George Gershwins (1898–1937) ʺRhapsody in Blueʺ (1924), interpretiert von der Pianistin Lise de la Salle.
Passend zu diesem Programm verwandelt sich das Auditorium von Radio France in einen Großstadt-Boulevard mit Pariser Straßenlaternen und vielen Scheinwerfern, die mit mal blauem, mal rotem, mal gedämpftem Licht eine festliche Stimmung erzeugen – genau die richtige Kulisse für die ebenso energiegeladene wie nuancenreiche Darbietung des Orchestre National de France unter der Leitung des auch in Übersee beliebten französischen Dirigenten Stéphane Denève.
Aufzeichnung vom 30. Dezember 2023 im Auditorium von Radio France.
Sonntag, 17.05. / 22:05 Uhr / Jeff Bridges und „The Dude“ – Coole Aura, später Ruhm
Schwerpunkt: The Big Lebowski: Jeff Bridges und die Coen-Brüder im Fokus
Dokumentation, Frankreich, 2025, ARTE 52 Min.
Regie: Charles-Antoine de Rouvre
Online verfügbar von 10/05/2026 bis 20/10/2026
„The Dude“, der von den Coen-Brüdern für ihren Film „The Big Lebowski“ erdachte Antiheld, gilt als Ikone der Popkultur. Jeff Bridges, der bis dahin eher in Nebenrollen zu sehen war, machte die Rolle über Nacht zum Star. Trotz seines Talents hatte der „meistunterschätzte Schauspieler seiner Generation“ nie zur ersten Hollywood-Garde gezählt. Das Porträt einer Spätzünder-Karriere.
Durch ihren Film „The Big Lebowski“ machten die Coen-Brüder 1998 einen schluffigen Typen mit dem Spitznamen „The Dude“ zur Kultfigur. Darsteller des Antihelden war Jeff Bridges, der bis dahin eher in Nebenrollen und Genrefilmen zu sehen war. Doch nun wurde Bridges über Nacht zum Hollywood-Star. Dabei wollte er nie im Rampenlicht stehen und lehnte Rollen ab, die ihm zu viel Sichtbarkeit beschert hätten.
Die Wurzeln dieser Verweigerung liegen in seiner Biografie: Bridges entstammt einer Schauspielerfamilie und fürchtete, mit den Erfolgen seiner Eltern und seines Bruders Beau nicht mithalten zu können. Sein Verhältnis zur Schauspielerei war gespalten. In der Öffentlichkeit schob er Faulheit und mangelnden Ehrgeiz vor – und lebte danach. Lieber frönte er seiner Kunstleidenschaft und versuchte sich in Musik, Malerei, Bildhauerei und Fotografie. Dabei wurde Jeff Bridges schon 1972 für seine Rolle in „Die letzte Vorstellung“ für einen Oscar nominiert, sowie ein zweites Mal 1985 für „Starman“. Mit „Die fabelhaften Baker Boys“ (1989) landete er einen Publikumserfolg. Das versöhnte ihn zwar mit dem Schauspielberuf, aber ein Star wollte er immer noch nicht sein. Er lebte zurückgezogen in Montana, mit derselben Frau seit 1974 und seinen Kindern.
Aber seine Bestimmung holte ihn mit einer Rolle ein, die ihm wie auf den Leib geschrieben war: „The Dude“. Erstmals wurde er nachhaltig mit einer von ihm verkörperten Figur identifiziert. Dieser Befreiungsschlag ebnete den Weg für einen Karriereneustart – und den lange fälligen Oscar im Jahr 2010 für „Crazy Heart“.
Sonntag, 17.05. / 23:00 Uhr / Die Coen-Brüder – Eine amerikanische Geschichte
Schwerpunkt: The Big Lebowski: Jeff Bridges und die Coen-Brüder im Fokus
Dokumentation, Deutschland, Großbritannien, 2025, ZDF 54 Min.
Regie: Sarah Aspinall
Online verfügbar von 17/05/2026 bis 15/08/2026
Die Brüder Joel und Ethan Coen haben in sehr eigenwilligen Filmen ein ganz eigenes Genre in der Welt des Kinos geschaffen – ein filmisches Universum mit eigener Moral und eigenen Regeln. Ein Ort, der ihrer Heimat Amerika auf beunruhigende Weise ähnelt, es aber doch nicht ist. Es ist eine Welt, die nur mit einem Wort beschrieben werden kann: Coenesque. Die Dokumentation folgt der seltsamen, aber brillanten Reise, die die Coens dorthin geführt hat. Eine faszinierende Geschichte über die Zusammenarbeit zweier Brüder, die manchmal wie eine Person erscheinen.
Sie sind ein Rätsel in der grell ausgeleuchteten Welt des großen Kinos: Die Coen-Brüder haben in sehr eigenwilligen Filmen ein ganz eigenes Genre in der Welt des Kinos geschaffen – ein filmisches Universum mit eigener Moral und eigenen Regeln, ein Ort, der Amerika auf beunruhigende Weise ähnelt, es aber doch nicht ist. Es ist eine Welt, die nur mit einem Wort beschrieben werden kann: Coenesque. Die Dokumentation fächert die Karriere von Joel und Ethan Coen auf und versucht sich an einer Antwort auf die Frage, die so viele gestellt haben: Wie machen sie das?
Ihr Chamäleon-Talent hat jedes Genre – Thriller, Komödien, Tragödien, Western, Musicals, Spionage – neu erfunden und zu ihrem eigenen gemacht. Die Dokumentation zeigt, wie ihre gemeinsame Fantasiewelt aus der Kindheit und die Entfremdung, die sie vom amerikanischen Leben empfanden, diese einzigartige Vision hervorgebracht haben. Wie sie durch das goldene Zeitalter Hollywoods geprägt wurden und selbst ein neues goldenes Zeitalter des unabhängigen Kinos geschaffen haben. Dabei haben sie ihre kauzigen Persönlichkeiten bewahrt, was sie zu den beiden unwahrscheinlichsten Kreativen macht, die jemals Hollywood erobert haben.
Die Dokumentation folgt der seltsamen, aber brillanten Reise, die die Brüder dorthin geführt hat. Eine faszinierende Geschichte über die Zusammenarbeit von zwei Menschen, die manchmal wie eine Person erscheinen. Und eine Geschichte, die so düster-komisch ist wie jeder einzelne ihrer Filme.
Zusatzinfo:
Mit: George Clooney, Jeff Bridges, Tilda Swinton, John Malkovich, Tim Blake Nelson und Kathryn Hunter.
Sonntag, 17.05. / 23:55 Uhr / Die vielen Gesichter der USA: Der Fotograf Martin Schoeller
Dokumentation, Deutschland, 2022, RBB 52 Min.
Regie: Josephine Links
Online verfügbar von 17/05/2026 bis 16/06/2026
Martin Schoeller ist ein Star in seiner Branche. Mit Fotografien, die Menschen extrem nahekommen, wurde er berühmt. ʺClose Upsʺ nennt der deutsche Fotograf, der seit vielen Jahren in New York lebt, seine Porträtfotos. Sie erzählen unmittelbar und direkt einerseits von den Erfolgreichen und andererseits von denjenigen, die ums Überleben oder ihre Identität kämpfen müssen. Staatschefs, Hollywood-Ikonen, Drag Queens, Obdachlose oder Musikerinnen blicken in seine Kamera.
Die Dokumentation begleitet Martin Schoeller bei seiner Arbeit und zeichnet damit ein facettenreiches Bild der USA mit ihren großen Kontrasten, Divergenzen und Brüchen.
Ob Barack Obama oder Donald Trump, Meryl Streep oder Angelina Jolie, Johnny Cash oder Adele: In seinen Ausstellungen und Fotobänden sind sie alle zu sehen. Doch der seit 30 Jahren in New York lebende Deutsche interessiert sich auch für diejenigen, die auf der Straße leben.
Für seine Fotoprojekte trifft Martin Schoeller obdachlose Menschen auf den Straßen von Hollywood, holt Drag Queens in sein Studio und besucht Menschen, die zu Unrecht zum Tode verurteilt wurden.
Ob berühmt oder unbekannt: Schoeller begegnet allen auf Augenhöhe, sucht mit jeder einzelnen Aufnahme nach der Persönlichkeit des Porträtierten, hinter jeder einstudierten Geste das Unerwartete. Doch es geht dem Fotografen auch um die Geschichten hinter den Gesichtern. In seinen Videoarbeiten über Menschen, die zu Unrecht zum Tode verurteilt waren, gibt er den ehemals Inhaftierten ein Gesicht und eine Stimme.
Regisseurin Josephine Links begleitet den Fotografen Martin Schoeller bei seiner Arbeit und zeichnet so auch ein facettenreiches Bild eines Landes, das zerrissener ist denn je.
Sonntag, 17.05. / 00:50 Uhr / In den Augen von Johnny Depp
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 53 Min.
Regie: Régis Brochier
Online verfügbar von 26/04/2026 bis 25/10/2026
Wiederholung vom 03.05.2026
Sonntag, 17.05. / 03:25 Uhr / Deep Purple, Cory Wong & Branford Marsalis
Best of Jazzopen Stuttgart 2023
Musik, Deutschland, 2023, SWR 74 Min.
Regie: Marc Schütrumpf
Online verfügbar von 17/05/2026 bis 16/06/2026
Feinster Jazz, harter Rock, gefühlvoller Soul bis hin zum Techno-Blasmusik-Mix – die Jazzopen 2023 in der Stuttgarter City präsentierten die bunte Vielfalt der Musik und untermauerten ihren Ruf als eines der europäischen Top-3-Festivals. Die Jazzopen gehören nach fast 30 Jahren zu den bedeutendsten Festivals dieser Art in Europa. Ein Mitschnitt der Jazzopen: die Performances der Hardrock-Band Deep Purple, Gitarrist und Songwriter Cory Wong und dem Jazzmusiker Branford Marsalis als 75-minütiges Best-of.
Die 1994 gegründeten Jazzopen gehören mittlerweile zu den bedeutendsten Festivals in Europa. Das Best-of zeigt die Performances von Deep Purple, Cory Wong und Branford Marsalis.
Mit einem Werk, das sich über sieben Jahrzehnte erstreckt, haben Deep Purple dazu beigetragen, das Hardrock-Genre zu prägen und zu definieren, während sie sich nach und nach in neue Bereiche vorarbeiteten, um ihren Sound frisch zu halten und neue Fans hinzuzugewinnen. Deep Purple sind seit ihrer Gründung im Jahr 1968 mit nur wenigen Pausen bis heute weltweit auf Tournee. Sie sind ihren musikalischen Wurzeln treu geblieben und haben aus einer Mischung von Stilen einen unverwechselbaren Sound geschaffen, der die Band heute ausmacht, und ein Vermächtnis geschaffen, wie es nur wenige Bands erreichen.
Nach vier Jahrzehnten im internationalen Rampenlicht wächst der Erfolg des Saxofonisten Branford Marsalis weiter an. Seit seiner ersten Anerkennung als junger Jazz-Löwe hat er seine Vision als Instrumentalist, Komponist, Bandleader und Dozent erweitert, wobei er stilistische Grenzen überschreitet und gleichzeitig eine unerschütterliche kreative Integrität bewahrt.
Der aus Minneapolis stammende Cory Wong versteht sich als musikalische Antwort auf Motivationsredner wie Tony Robbins. Mit seiner markanten Rhythmusgitarre, seiner Bühnenpräsenz und seinem Humor hat er sich sowohl als gefragter Musikpartner als auch als gefeierter Solokünstler etabliert.
Aufzeichnung von Juli 2023 bei den Jazzopen in Stuttgart.
Mittwoch, 20.05. / 22:00 Uhr / Margarethe von Trotta – Zeit der Frauen
Dokumentarfilm, Italien, USA, Deutschland, 2021, WDR 89 Min.
Regie: Cuini Amelio Ortiz, Peter Altmann
Online verfügbar von 18/05/2026 bis 18/08/2026
Margarethe von Trotta, 1942 in Berlin geboren, ist eine der wenigen deutschen Regie-Ikonen und wird international verehrt. Ihre Werke gehören zu den bedeutendsten deutschen Filmen. Von Trotta setzte sich in einer reinen Männerdomäne durch und engagierte sich ihr Leben lang für Frauenrechte. In dem Dokumentarfilm kommen ihre wichtigsten Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter zu Wort.
Margarethe von Trotta wird international als Starregisseurin verehrt. Die 1942 in Berlin geborene von Trotta ist eine der wenigen deutschen Regie-Ikonen, ihre Werke haben deutsche (Film-)Geschichte geschrieben. Schon früh setzt sich Margarethe von Trotta in einer reinen Männerdomäne durch. 1981 gewinnt sie bei den Filmfestspielen in Venedig für „Die bleierne Zeit“ den Goldenen Löwen und startet damit ihre Weltkarriere. Margarethe von Trotta hat sich in ihren Filmen und in ihrer Arbeit immer für mehr Gleichberechtigung eingesetzt, die Hauptrollen in all ihren Filmen besetzte sie mit Frauen. Für die Regisseurin und Filmprofessorin Julia von Heinz war Margarethe von Trotta ein wichtiges Vorbild. Bis heute ist sie das für viele junge Frauen.
Begleitet wird Margarethe von Trotta in dem abendfüllenden Dokumentarfilm an die zentralen Orte ihrer Biografie – nach Berlin, Paris, München und Rom. Der Film geht ausführlich auf ihr künstlerisches Werk und den jeweiligen Bezug zum Zeitgeschehen ein und nähert sich der Privatperson Margarethe von Trotta. Was bewegt sie, wer hat sie geprägt, beeinflusst, was treibt sie noch heute an? Wir treffen ihre wichtigsten Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter – ihren Ex-Mann, den Regisseur Volker Schlöndorff, sowie die Schauspielerinnen Angela Winkler, Barbara Sukowa und Katja Riemann, mit denen sie bis heute eng verbunden ist. Was ist ihr „Geheimnis“, und warum verehren sie alle, die mit ihr arbeiten durften?
Freitag, 22.05. / 03:44 Bilder allein zuhaus: We Can Do It!, J. Howard Miller – Aufstieg ins Weiße Haus
Serie, Frankreich, 2021, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 30/06/2025 bis 17/10/2026
Rosie, die Ikone der amerikanischen Popkultur, will hoch hinaus – und zwar ins Weiße Haus. Sie hat die Nase voll davon, dass sonst fast nur ältere Männer regieren. Es ist doch ganz klar, dass sie selbst eine viel bessere Kandidatin ist! Sie animiert ihre Wählerschaft: „We can do it!“
ʺBilder allein zuhausʺ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis ʺMona Lisaʺ bis hin zu Boteros ʺBailarinesʺ werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielern und Schauspielerinnen zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.
Programmwoche 22:
Samstag, 23.05. / 07:20 Uhr / GEO Reportage: Die Puppen tanzen! Litauens rollendes Theater
Reportage, Deutschland, 2021, ARTE 52 Min.
Regie: Gordian Arneth
Online verfügbar von 16/05/2026 bis 21/08/2026
Puppentheater hat in den Ländern Osteuropas eine lange Tradition, auch in Litauen. Die rollende Bühne aus Panevezys tourt jeden Sommer durch entlegenste Dörfer. In diesem Jahr ist Daniel neu dabei. Anfangs nur in einer kleinen Nebenrolle besetzt, soll er schon bald beweisen, dass er mehr kann. Wird er es schaffen, Regisseur und Publikum zu begeistern?
Jedes Jahr im Sommer bringt das Ensemble des Marionettenkutschentheaters aus Panevezys seine Kunst in litauische Dörfer, in denen es noch nie zuvor gastiert hat. Gezogen von einer motorisierten und kunstvoll dekorierten Dampflok geht es im Puppentheaterwaggon in die entferntesten Winkel des Landes. Kleine Städtchen und winzige Ortschaften, kaum verändert über die Jahrzehnte. Sie gelten als „vergessen“. Viele Straßen sind noch unbefestigt, die Häuser einfach aus Holz gebaut, in einigen von ihnen gibt es bis heute kein fließendes Wasser.
Die meisten Kinder und Jugendlichen hier waren noch nie in einem Kino, in einem Schwimmbad oder in einem Theater. Puppenspieler Daniel ist zum ersten Mal mit auf Tour. Wird sich der 23-Jährige in die Gruppe einfinden? Den straffen Spielplan einhalten können, die Zuschauer begeistern, täglich zwei Vorstellungen an neuen Orten spielen? Hält der Neuling auch Unannehmlichkeiten während der Reise durch? Wenn es etwa Streit in der Gruppe gibt, wenn es im Regenwetter über unwegsame Straßen geht?
Daniel ist guter Dinge. Vielmehr wartet er darauf, endlich eine größere Rolle im Ensemble übernehmen zu dürfen. Doch als ihm der Theaterleiter diesen Wunsch erfüllt, tut Daniel sich ausgerechnet bei den Proben schwer. Wird er am Ende trotzdem seine Kolleginnen und Kollegen, den Regisseur und vor allem sein Publikum überzeugen können?
Zusatzinfo: „GEO Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.
Samstag, 23.05. / 23:15 Uhr / Die vier Jahreszeiten ~ In Venedig
Musik, Frankreich, 2025, ARTE F 52 Min.
Regie: Martin Mirabel
Dirigent: Théotime Langlois de Swarte
Komponist: Antonio Vivaldi
Orchester: Le Consort
Online verfügbar von 16/05/2026 bis 07/07/2026
Théotime Langlois de Swarte und das Ensemble Le Consort spielen in Antonio Vivaldis Geburtsstadt Venedig „Vier Jahreszeiten“, eines der bekanntesten und beliebtesten Werke der Musikgeschichte. Ihre Interpretation auf barocken Instrumenten bringt dieses emblematische Werk so zur Geltung, wie es sich Vivaldi wohl einst vorgestellt hat.
Anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der ʺVier Jahreszeitenʺ von Antonio Vivaldi im Jahr 2025 führen Théotime Langlois de Swarte und die Musiker des Ensembles Le Consort das berühmte Werk in Vivaldis Geburtsstadt Venedig auf. Ihre Interpretation auf barocken Instrumenten kehrt zu den Ursprüngen zurück und nähert sich der Intention Vivaldis, der sein Werk als Sinnbild für die Kraft der Natur und der Elemente verstand. Jenseits ihrer idyllischen Schönheit enthalten diese vier Konzerte eine zeitlose Botschaft: Indem sie die Sinne ansprechen und den Kreislauf des Lebens nachempfinden, regen sie zum Nachdenken über die menschliche Existenz an.
An symbolträchtigen und prachtvollen Orten Venedigs, wie dem Palazzo Contarini della Porta di Ferro, dem Palazzo Grassi und der Fondazione Giorgio Cini, präsentieren Théotime Langlois de Swarte und sein Ensemble die einzelnen Jahreszeiten zu unterschiedlichen Tageszeiten – vom Morgen bis zum Einbruch der Dunkelheit, dem zyklischen Ablauf des Stückes folgend: Im Frühling zeigt sich Venedig in goldenes Morgenlicht getaucht, im Sommer unter einem bedrohlichen Gewitterhimmel, und während der Winter wie ein Totentanz in f-Moll erklingt, bricht die Nacht herein.
Zusammen mit dem Musikwissenschaftler Olivier Fourés besucht Théotime Langlois de Swarte die ehemaligen Aufführungsorte von Vivaldis Musik und entdeckt einzigartige Dokumente wie die Erstausgabe der ʺVier Jahreszeitenʺ oder die Notizen der berühmten italienischen Geigerin Anna Maria dal Violin, einer Schülerin Vivaldis.
Samstag, 23.05. / 03:25 Tracks East: Der Eurovision Song Contest: Pop und Politik
Magazin, Deutschland, 2023, ZDF 30 Min.
Regie: N.N.
Produktion: N.N.
Online verfügbar von 15/05/2026 bis 04/11/2026
Der Eurovision Song Contest (ESC) ist eine große paneuropäische Party. Aber in Osteuropa war die Party oft politischer Ernst – und die Songs und Auftritte auch deutliche gesellschaftliche Zeichen. 2022 gewann das Kalush Orchestra aus der Ukraine den Wettbewerb, was als eine unmissverständliche Abstimmung Europas gegen Russland interpretiert wurde.
Schon 2009 zeigte die georgische Gruppe Stephane & 3G mit dem Hit ʺWe Don’t Wanna Put Inʺ sehr deutlich, was sie von Wladimir Putin und dem Krieg in Georgien hielt. Die ESC-Leitung verbot zwar den Auftritt in Moskau, aber die Gruppe hatte die internationale Aufmerksamkeit.
ʺTracks Eastʺ schaut nach Georgien, wo Stephane Mgebrishvili, seinerzeit Frontmann von Stephane & 3G, mittlerweile in der Jury für den georgischen Vorentscheid sitzt. Er erzählt von der politischen Kraft des Gesangswettbewerbs und von den aktuellen Unruhen. Im georgischen Vorentscheid war auch die Sängerin und Transfrau Anastasia Pirveli – keine Selbstverständlichkeit in dem Land, in dem das Büro der Tbilisi Pride von einem Mob von Transfeinden gestürmt wurde.
In der Ukraine fand der ESC-Vorentscheid wegen des andauernden Bombenalarms in der Kiewer Metro statt. Die Sängerin Jerry Heil berichtet von dem besonderen Zusammenhalt während dieses ungewöhnlichen Wettbewerbs. Und wir begleiten das Kalush Orchestra in Paris bei seiner neuen Rolle als ukrainische Kulturbotschafter.
Pfingstsonntag, 24.05. / 07:55 Uhr / Barbra Streisand – Geburt einer Diva 1942-1984
Schwerpunkt: Festival de Cannes 2026
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 58 Min.
Regie: Nicolas Maupied
Online verfügbar von 17/05/2026 bis 23/06/2026
Mit ihren Filmen und ihrer Musik begeistert sie ein Millionenpublikum: Barbra Streisand. Den Durchbruch schaffte sie mit ihrer Oscar-prämierten Rolle in „Funny Girl“ und dem Filmsong „Evergreen“ aus „A Star Is Born“. ARTE widmet der letzten großen „American Songbook“-Diva ein Porträt. Sie war die Königin des Broadway, der Musikindustrie und des New Hollywood – lange vor Popgrößen wie Madonna, Beyoncé und Lady Gaga. Die Dokumentation schildert die Karriere des Weltstars, angefangen bei den frühen Jahren in Hollywood bis hin zu ihrem politischen Engagement für Frauenrechte.
Sie ist die Königin der Musikindustrie, des Broadways und des New Hollywood: Barbra Streisand. Die letzte große „American Songbook“-Diva hat viele Künstlerinnen nach ihr, wie Madonna, Beyoncé oder Lady Gaga, geprägt. Als perfektionistisches Multitalent steht sie in der Tradition der singenden, tanzenden und schauspielenden Hollywoodstars.
Barbara Joan Streisand kommt am 24. April 1942 in New York zur Welt. Ihr Vater, ein jüdischer Lehrer, stirbt 15 Monate nach ihrer Geburt. Nachdem sie versucht hat, als Sängerin in New Yorker Nachtclubs Fuß zu fassen, bekommt sie mit 19 ihre erste Rolle im Broadway-Musical „I Can Get It for You Wholesale“. Mit 21 veröffentlicht sie ihr erstes Studioalbum – „The Barbra Streisand Album“.
Auch im Filmgeschäft kann sie beispiellose Erfolge feiern: Filmmusicals wie „Hello, Dolly!“, Screwball-Komödien wie „Is’ was, Doc?“ und Dramen wie „So wie wir waren“ werden dank ihr zu großen Publikumserfolgen. Mit eigenen Regiearbeiten wie „Yentl“ und „Der Herr der Gezeiten“ etabliert sich Streisand als Regisseurin auch hinter der Kamera. Mit ihrer Mezzosopranstimme und ihrem Aussehen, das nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, schreibt sie ein ganz eigenes Kapitel in der Unterhaltungsgeschichte.
Die Dokumentation verfolgt ihren Lebensweg bis zum Höhepunkt ihrer Karriere in den 1980er Jahren, als Barbra Streisand zum ersten weiblichen Megastar wird. Sie beleuchtet den Werdegang einer Ikone, die sich bis heute für die Rechte von Frauen und Homosexuellen einsetzt.
Zusatzinfo:
Streisand verkörpert eine neue Art von Attraktivität und vor allem ein neues Bild des weiblichen Stars: frei, unangepasst und stark. Damit ebnet sie den Weg für die Künstlerinnen der Girl-Power-Bewegung. Barbra Streisand gehört heute längst zu den etablierten Größen des amerikanischen Showbusiness: Als sie ein junges Mädchen war, meinten ihre Mutter und ihr Stiefvater, sie sei nicht hübsch genug für die Bühne. Doch sie ließ sich nicht beirren und setzte sich auch später in einer Männerdomäne durch.
Ihre Großmutter nannte sie wegen ihres Dickkopfs schon als Kind „farbrent“, was auf Jiddisch so viel wie „brennend“ bedeutet. Die Bilanz: mehr als 60 Alben, 20 Filme als Schauspielerin, drei Spielfilme als Regisseurin und unzählige Shows in der ganzen Welt.
Pfingstsonntag, 24.05. / 09:25 Uhr / Europas große Filmpaläste: Nationales Filmtheater Uránia, Budapest
Dokumentationsreihe: Europas große Filmpaläste
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2025, SR 26 Min.
Fernsehregie: Axel Fuhrmann
Online verfügbar von 01/05/2026 bis 30/07/2026
Erstausstrahlung
Von dem deutschen Architekten Henrik Schmal 1896 in Budapest als Varieté Theater erbaut, ist das Nationale Filmtheater Uránia bis heute ein architektonisches Wahrzeichen der Donaumetropole. ʺEuropas große Filmpalästeʺ zeigt die Fassade, die Foyers und den großen Saal im Stil der maurischen Architektur, die dieses Kino zu einer Stilikone des späten 19. Jahrhunderts machten.
Das Nationale Filmtheater Uránia in Budapest wurde in einer Zeit eröffnet, als das Kino noch in den Kinderschuhen steckte. Um die Jahrhundertwende wurden hier die ersten Filme gezeigt. Von dem deutschen Architekten Henrik Schmahl 1896 als Varieté Theater erbaut, gilt dieser Filmpalast bis heute als architektonisches Wahrzeichen der Donaumetropole. Die Fassade, die Foyers und der große Saal im Stil der maurischen Architektur machen dieses Kino zu einer Stilikone des späten 19. Jahrhunderts.
Betrieben von der Budapester Uránia, einer wissenschaftlichen Gesellschaft, wendet sich das Varieté Theater an ein breites Publikum. Auch Künstlerinnen und Künstler treten weiterhin auf. Für die Tänzerin Isadora Duncan beginnt hier ihre Weltkarriere.
Heute ist es die erste Kinoadresse in Ungarn. Nationale und internationale Filmstars und Regisseure feiern hier Premieren. Mit 425 Plätzen ist das Uránia einer der ältesten vollständig erhaltenen Filmpaläste Europas.
Pfingstsonntag, 24.05. / 16:40 Uhr / Michelangelo, Skandal in der sixtinischen Kapelle
Dokumentation, Frankreich, 2023, ARTE F 53 Min.
Regie: Cécile Bulte, Frédéric Biamonti
Online verfügbar von 17/05/2026 bis 22/12/2026
Erstausstrahlung
Das Italien der Renaissance scheute sich nicht vor nackten Körpern. Davon zeugt Michelangelos monumentaler „David“, 1504 auf der Piazza della Signoria in Florenz aufgestellt. Doch fast 40 Jahre später lösten die Aktdarstellungen im Fresko „Das Jüngste Gericht“ in der Sixtinischen Kapelle heftige Kontroversen aus und führten zur ersten großen Zensur durch die katholische Kirche.
Michelangelo war ein Künstler wie kein anderer. Mit seinem kreativen Geist eckte er nicht selten an und fand sich im Zwiespalt zwischen seinen künstlerischen Idealen und der Unnachgiebigkeit seiner Auftraggeber wieder. In der Sixtinischen Kapelle schuf er im Abstand von 30 Jahren zwei atemberaubende Meisterwerke, die insgesamt fast zehn Jahre seiner Lebenszeit in Anspruch nahmen. Nach der Fertigstellung des revolutionären Deckenfreskos im Trompe-l‘œil-Stil widmete er sich dem Werk, das als Höhepunkt seines Schaffens gilt: „Das Jüngste Gericht“. Das Fresko mit knapp 400 nackten Figuren, das sich über die 15 Meter hohe Altarwand der Kapelle erstreckt, fasziniert in jeder Hinsicht.
Nach seiner Enthüllung im Jahr 1541 wurde das Gemälde zunächst als Meisterwerk gefeiert und vom Papst Paul III. sowie den Kritikern der damaligen Zeit gelobt. Da Nacktheit in der Renaissance allgemein akzeptiert war, stieß die Darstellung der nackten Figuren nicht auf Widerstand. Die Virtuosität des Künstlers schien damit besiegelt.
Doch fast 40 Jahre später entbrannten heftige Diskussionen. Pietro Aretino, einflussreicher Schriftsteller, Begründer der modernen literarischen Pornografie und Meister der Erpressung, goss Öl ins Feuer: Unsittlich. Sündhaft. Gotteslästerung. Schließlich berief der Papst das Konzil von Trient ein, um die Kirche zu reformieren und neue Beschlüsse zu erlassen.
Michelangelo war fast 90 Jahre alt, als 1564 – nach zwei Jahrzehnten der Kontroversen – schließlich das unwiderrufliche Urteil fiel: „Das Jüngste Gericht“ muss zensiert werden.
Pfingstsonntag, 24.05. / 17:35 Uhr / John Eliot Gardiner dirigiert Monteverdi
Galleria Borghese, RomMusik, Frankreich, 2023, ARTE F 44 Min.
Regie: Sébastien Glas
Dirigent: Sir John Eliot Gardiner
Chor: Monteverdi Choir
Orchester: English Baroque Soloists
Mit: Silvia Frigato (Sopran), Anna Dennis (Sopran), Francesca Biliotti (Mezzosopran), Tim Morgan (Countertenor), Gareth Treseder (Tenor), Furio Zanasi (Bariton), Alex Rosen (Bass), Miriam Allan (Sopran), Mariana Flores (Sopran), Theano Papadaki (Sopran), Riccardo Pisani (Tenor), John Taylor Ward (Bass)
Online verfügbar von 17/05/2026 bis 20/06/2026
In den prächtigen Räumlichkeiten der Galleria Borghese in Rom lässt John Eliot Gardiner, der als größter lebender Monteverdi-Spezialist gilt, zusammen mit dem Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists die Musik von Claudio Monteverdi und die Malerei von Michelangelo Merisi da Caravaggio aufeinandertreffen.
1610 weilten sowohl Monteverdi als auch Caravaggio in Rom, wo sie sich jedoch nie begegneten. Die beiden Künstler hatten einen völlig unterschiedlichen Lebenswandel, verfolgten kreativ jedoch das gleiche Ziel: Sie wollten die Intensität der menschlichen Emotionen in ihrer ganzen Bandbreite ausdrücken und vermitteln.
Vor den sechs Caravaggio-Gemälden, die im Saal des Silen in der Galleria Borghese in Rom zu sehen sind, offenbart John Eliot Gardiner auf musikalische Weise, wie ähnlich sich die beiden Genies tatsächlich waren. So demonstriert er eindrucksvoll, wie die Technik des „Chiaroscuro“, die dramatische Verwendung von Licht und Schatten in Caravaggios Werk, sich bei Monteverdi im Wechsel von Dissonanz und Konsonanz wiederfindet. Auch griffen beide in ihren Werken erstmals erotische Themen auf, was für die damalige Zeit revolutionär war.
„Gemeinsam haben Monteverdi und Caravaggio in ihren jeweiligen Disziplinen die Grenzen der darstellenden Kunst verschoben wie niemand zuvor und damit in Malerei und Musik eine Zeitenwende herbeigeführt“, erklärt John Eliot Gardiner. Der musikalische Spaziergang, der fast wie ein kleines Privatkonzert anmutet, führt vorbei an Gemälden und Skulpturen aus dem 17. Jahrhundert durch die üppige Pracht der Galleria Borghese und ihrer Parkanlagen in Rom.
Aufzeichnung vom 9. bis 12. Juni 2023 in der Galeria Borghese, Rom
Pfingstsonntag, 24.05. / 22:15 Uhr / Sidney Poitier – Der Mann, der Hollywood veränderte
Dokumentation, Deutschland, 2022, RB 52 Min.
Regie: Katja Runge, Henning van Lil
Online verfügbar von 24/05/2026 bis 23/06/2026
„Mit 22 Jahren bin ich nach Hollywood gekommen, um eine Reise anzutreten, die unmöglich erschien.“ Das waren die Worte Sidney Poitiers im Jahr 1964, als er als erster schwarzer Schauspieler den Oscar in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ gewann. „Sidney Poitier – Der Mann, der Hollywood veränderte“ ist das Porträt eines Schauspielers, der sich gegen alle Widerstände künstlerisch und politisch engagierte. Das sehr persönliche Porträt einer Legende, die am 6. Januar 2022 im Alter von 94 Jahren in Los Angeles verstarb.
Schauspielerisches Ausnahmetalent und Brückenbauer zwischen Schwarz und Weiß, politische Ikone und Künstler zugleich: Das war Sidney Poitier. Er schrieb Hollywoodgeschichte, als er 1964 als erster Schwarzer den Oscar in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ gewann – und wurde dadurch zum ersten internationalen schwarzen Superstar.
Aufgewachsen in großer Armut auf den Bahamas, ging Sidney Poitier mit 15 Jahren in die USA. In Harlem, New York, spielte er im legendären American Negro Theatre. 1950 wurde er fürs Kino entdeckt und verkörperte in „Der Hass ist blind“ einen jungen Arzt – ein Wendepunkt in der Filmgeschichte. Bis dato wurden Afroamerikaner nämlich hauptsächlich in Stereotypen dargestellt, als Diener oder Knechte. Durch Sidney Poitier änderte sich das. Er zeigte Afroamerikaner selbstbewusster und hielt der amerikanischen Filmindustrie damit einen Spiegel vor.
Dennoch sah sich Poitier immer wieder Kritik ausgesetzt, sich nicht genug zu engagieren. Wie ging der stets formvollendete und makellose Schauspieler damit um? Welche Kompromisse musste er eingehen? Was hat ihn geprägt?
In der Dokumentation spricht Sidney Poitier selbst über seine Kindheit, seine Familie und seine Rolle als Vorreiter in Hollywood. Ausschnitte seiner wichtigsten Karrieremomente und Gespräche mit engen Weggefährten wie Lee Grant, Constance Towers und Gregg Champion geben einen intimen Einblick in das Leben des Schauspielers und Regisseurs.
Pfingstsonntag, 24.05. / 23:10 Uhr / Famous Orchestras – Die besten Orchester der Welt: Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam
Schwerpunkt: Famous Orchestras: Orchester der Weltklasse
Dokumentationsreihe, Deutschland, Frankreich, Niederlande, 2025, BR 60 Min.
Regie: Andreas Morell
Online verfügbar von 03/05/2026 bis 10/10/2026
Erstausstrahlung
„Das beste Orchester der Welt“, so hat das renommierte britische „Gramophone-Magazin“ das Royal Concertgebouw Orchestra nach einer Kritiker-Umfrage im Jahr 2008 geadelt. Was macht das Orchester so besonders? Wieso gehört es zur absoluten Weltspitze? Welchen Einfluss haben die Stadt Amsterdam und der gleichnamige Saal auf das Concertgebouw Orchestra?
Das Royal Concertgebouw Orchestra (Koninklijk Concertgebouworkest) wurde 1888 gegründet und zeichnet sich durch einen unnachahmlichen Klang aus. „Die Magie des Klangs des Concertgebouw Orchestra liegt in der Kombination aus Wärme und Transparenz“, sagt der designierte Chefdirigent Klaus Mäkelä. Und Intendant Dominik Winterling ergänzt: „In den Streichern samtig, ein sehr weicher, ein sehr flexibler, ein runder Klang.“ Und: „Jedes Mal, wenn ich ins Concertgebouw hineingehe, habe ich das Gefühl, ich betrete historische Pfade.“
Die Dokumentation taucht ein in die spannende Geschichte des traditionsreichen Orchesters und lässt dabei die Musikerinnen und Musiker zu Wort kommen. Sie erzählen, wie unter anderem Richard Strauss, Claude Debussy, Sergei Rachmaninow, Igor Strawinsky, und vor allem Gustav Mahler das Orchester persönlich geprägt haben. Es entsteht ein facettenreiches Porträt eines einzigartigen Klangkörpers, der auch für die intensive Förderung von Spitzentalenten aus aller Welt bekannt ist.
Pfingstsonntag, 24.05. / 00:10 Uhr / Klaus Mäkelä, der Flamme entgegen
Schwerpunkt: Famous Orchestras: Orchester der Weltklasse
Dokumentation, Frankreich, 2023, ARTE F 52 Min.
Regie: Bruno Monsaingeon
Online verfügbar von 24/03/2026 bis 02/07/2026
Bruno Monsaingeons Entdeckung heißt Klaus Mäkelä. Im Austausch mit dem berühmten Musikdokumentarfilmer gewährt der junge, aufstrebende Dirigent vielversprechende Einblicke in seine künstlerische Welt. Der Regisseur stellt einen Künstler vor, der noch am Anfang seiner Karriere steht, aber bereits erahnen lässt, dass er das 21. Jahrhundert nachhaltig prägen wird. Im September 2027 wird Klaus Mäkelä die Leitung des Royal Concertgebouw Orchestra übernehmen.
Eine Begegnung mit dem Dirigenten und Cellisten Klaus Mäkelä, eingefangen von Dokumentarfilmer Bruno Monsaingeon, der den jungen Maestro erstmals 2021 bei einem Konzert des Orchestre de Paris erlebte. Der Musiker war damals gerade 25 Jahre alt, doch seine Interpretation löste eine Welle von Emotionen aus. Das Orchester äußerte daraufhin den Wunsch, noch einmal unter seiner Leitung zu spielen, und Bruno Monsaingeon beschloss, die Geschichte des jungen Dirigentengenies mit der Welt zu teilen.
In seinem filmischen Porträt beleuchtet er Mäkeläs Herangehensweise an große Kompositionen, seinen persönlichen Hintergrund, seine Ausbildung (in der Klasse von Jorma Panula), seine Arbeit im Studio (mit den Osloer Philharmonikern), aber auch sein präzises Vorgehen bei Konzerten (mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam oder dem Orchestre de Paris).
Durch das Prisma verschiedener Schauplätze und Begegnungen stellt der Regisseur einen Künstler vor, der noch am Anfang seiner Karriere steht, aber bereits erahnen lässt, dass er das 21. Jahrhundert nachhaltig prägen wird. Doch der Maestro ist nicht einfach Gegenstand der Dokumentation, sondern spielt darin einen aktiven Part, indem er in Gesprächen persönliche Einblicke in seine musikalische Welt gewährt.
Pfingstsonntag, 24.05. / 02:55 Brâncuși – Der Erfinder der modernen Skulptur
Dokumentation, Frankreich, 2023, ARTE F 51 Min.
Regie: Alain Fleischer
Online verfügbar von 20/12/2025 bis 19/04/2026
Constantin Brâncuși (1876-1957) gilt als Erfinder der modernen Bildhauerei. Er erfand die Sprache des plastischen Gestaltens neu und bereitete den Weg zur dreidimensionalen Abstraktion. Sein Atelier war ein Kunstwerk für sich, das seine Zeitgenossen faszinierte und wohl am besten seine Suche nach der ʺEssenz der Dingeʺ versinnbildlicht. In Kooperation mit dem Centre Pompidou in Paris zeigt die Neue Nationalgalerie in Berlin ab 20. März 2026 die erste Werkschau des Ausnahmekünstlers seit über 50 Jahren in Deutschland.
Constantin Brâncuși zählt neben Alberto Giacometti zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Sein minimalistischer Stil war ein Paradigmenwechsel und ebnete der Bildhauerei den Weg in die neue Welt der Abstraktion. Bereits zu Studienzeiten distanzierte sich der 1876 in Rumänien geborene Künstler von den realistischen Darstellungen eines Michelangelo. Schließlich verschlug es ihn nach Paris, wo er sich bald auch vom Realismus eines Rodin emanzipierte und sich auf die Suche nach einer ʺreinen Formʺ begab, die sich vor allem in den Serien von ʺLe Baiserʺ und ʺLe Nouveau-néʺ zeigt.
Zwischen 1910 und 1920 trat der Bildhauer in den Kreis der Avantgardisten ein, wo er anderen Künstlern wie Tristan Tzara, Ezra Pound und Fernand Léger begegnete. Marcel Duchamp verteidigte ihn in einem kafkaesken Prozess in den USA, der in die Kunstgeschichte einging. Man Ray brachte ihm die Fotografie und das Kino nahe. Brâncuși, der jede Spur seines Lebens in Skizzen, Tagebüchern und Briefwechseln festhielt, begeisterte sich für diese Medien.
In seinem berühmten Pariser Atelier in der Impasse Ronsin, ganz in der Nähe von Montparnasse, setzte er seine Kunstwerke in Fotografien und Filmaufnahmen in Szene. Als Ergebnis eines lebenslangen kreativen Schaffens war sein Atelier ständigen Veränderungen unterworfen. Es faszinierte seine Zeitgenossen und ist für sich genommen Brâncușis Meisterwerk.
Die Dokumentation schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, indem sie Archivaufnahmen mit dem detailgetreuen Nachbau von Brâncușis Atelier im Centre Pompidou zusammenführt. Auf den Spuren des Bildhauers reist der Filmemacher Alain Fleischer auch nach Rumänien, wo einige von Brâncușis monumentalen Skulpturen dem Verfall standhalten.
In Kooperation mit dem Centre Pompidou in Paris zeigt die Neue Nationalgalerie in Berlin ab 20. März 2026 die erste Werkschau des Ausnahmekünstlers seit über 50 Jahren in Deutschland.
Pfingstmontag, 25.05. / 20:15 Uhr / Fahrstuhl zum Schafott
Schwerpunkt: We Want Miles! – Miles Davis wird 100
(Ascenseur pour l’échafaud)
Spielfilm, Frankreich, 1958, ZDF 87 Min.
Regie: Louis Malle
Drehbuch: Louis Malle, Roger Nimier
Autor:in: Noël Calef
Produktion: Nouvelles Editions de Films
Produzent: Jean Thuillier
Kamera: Henri Decaë
Schnitt: Léonide Azar
Musik: Miles Davis
Mit: Jeanne Moreau (Florence Carala), Maurice Ronet (Julien Tavernier), Georges Poujouly (Louis), Yori Bertin (Véronique), Jean Wall (Simon Carala), Elga Andersen (Frieda Bencker), Sylviane Aisenstein (Sekretärin), Micheline Bona (Geneviève), Gérard Darrieu (Maurice), Ivan Petrovich (Horst Bencker), Lino Ventura (Inspektor Cherrier), Jacqueline Staup (Anna)
Online verfügbar von 24/05/2026 bis 24/06/2026
Eigentlich ist der Plan perfekt: Julien Tavernier erschießt seinen Chef, den Ehemann seiner Geliebten Florence, nach Dienstschluss in dessen Büro und lässt die Tat nach Suizid aussehen. Doch kaum unten auf der Straße angekommen, fällt ihm auf, dass er ein verräterisches Indiz hinterlassen hat. Unbemerkt stiehlt er sich zurück in das am Abend verlassene Bürogebäude – und bleibt dort im Fahrstuhl stecken.
Während Florence auf der Suche nach Julien verzweifelt durch das nächtliche Paris irrt, stiehlt ein junges Paar das Auto des Mörders. Die abenteuerliche Spritztour der beiden endet in einem Hotel, wo sie unter dem Namen Julien Tavernier ein Zimmer mieten und sich mit einem deutschen Ehepaar anfreunden. Als das Diebespaar sich in der Nacht unbemerkt mit dem Wagen der Deutschen davonmachen will, wird es von ihnen überrascht.
Im Affekt erschießt der Autodieb das Ehepaar mit einem Revolver, den er in Juliens Auto gefunden hat, und flüchtet mit seiner Freundin. Die Folgen sind für alle fatal. Aus dem Aufzug befreit, kann sich Julien zwar am nächsten Morgen heimlich aus dem Gebäude schleichen, weiß aber nicht, dass die Polizei ihn bereits sucht: Der Mörder wird eines anderen Mordes verdächtigt, den er nicht begangen hat …
Zusatzinfo:
In Frankreich feierte Louis Malles Spielfilmdebüt mit Jeanne Moreau und Maurice Ronet in den Hauptrollen überwältigenden Erfolg und wurde mit dem Prix Louis Delluc als künstlerisch bedeutendster französischer Film des Jahres 1957 ausgezeichnet. „Fahrstuhl zum Schafott“ zeichnet sich sowohl durch atmosphärisch dichte Schwarz-Weiß-Bilder als auch das einprägsame Spiel seiner Darsteller und die improvisierte Jazzmusik von Miles Davis aus, die den Szenen ihren besonderen Charakter verleiht. Malles Debüt folgten weitere bedeutende Spielfilme wie „Die Liebenden“ (1958), „Zazie“ (1960) oder „Privatleben“ (1962).
Pfingstmontag, 25.05. / 21:40 Uhr / Miles Davis: Birth of the Cool
Schwerpunkt: We Want Miles! – Miles Davis wird 100
Dokumentarfilm, USA, 2019, ARTE 115 Min.
Regie: Stanley Nelson
Online verfügbar von 01/11/2025 bis 30/04/2026
Miles Davis war einer der einflussreichsten Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts. Als visionärer, innovativer und kreativer Geist ließ er sich nie in eine Schublade stecken. Davis war eine Ikone und der Inbegriff von cool! Der Film „Miles Davis: Birth of the Cool“ (2019) zeigt unveröffentlichtes Archivmaterial, Outtakes von Studioaufnahmen und seltene Fotos. Er erzählt die Geschichte eines ungewöhnlichen Mannes und einzigartigen Talents.
Miles Davis (1926-1991) war Trompeter, Bandleader und Innovator. Er war elegant, intellektuell und beeindruckend – aber auch sprunghaft, arrogant und kalt. Ein kreatives Genie und der Inbegriff von cool. Davis beeinflusste die Jazzmusik wie kaum ein anderer, und sein Spiel besaß eine unverwechselbare Ausstrahlung. Sein Werdegang war geprägt von einem unbezwingbaren Willen, Grenzen zu sprengen und eine selbstbestimmte Existenz zu führen. Dies machte ihn zum Weltstar.
Für die Menschen, denen er am meisten bedeutete, war aber genau deshalb das Zusammenleben mit ihm oft sehr schwer. Immer wieder – sei es in der Musik oder privat – brach Davis mit den Normen. Wenn er glaubte, seine Werke seien ihrerseits zu einer neuen Norm geworden, ging er erneut in eine andere Richtung. Der Künstler missachtete Traditionen und folgte voller Energie und Innovationsdrang stets seinen klaren eigenen Vorstellungen. So wurde er zu einem Quell der Inspiration für andere Musikerinnen und Musiker und zu einer Ikone für Generationen von Fans. Er beschritt neue Wege in der Musik – vom Bebop über den Cool Jazz, Orchestermusik, Fusion und Rock ’n‘ Roll bis hin zum Hip-Hop.
Der Film „Miles Davis: Birth of the Cool“ (2019), benannt nach dem gleichnamigen Album von 1957, zeigt unveröffentlichtes Archivmaterial, Studio-Outtakes und seltene Fotos des Künstlers. Regisseur Stanley Nelson erzählt mit diesem Film die Geschichte eines ungewöhnlichen Mannes und einzigartigen Talents.
Pfingstmontag, 25.05. / 23:40Uhr / Arundhati Roy – Eine andere Geschichte Indiens
Dokumentation, Deutschland, 2025, ZDF 52 Min.
Regie: Sabine Jainski
Online verfügbar von 25/05/2026 bis 23/08/2026
Erstausstrahlung
Mit „Der Gott der kleinen Dinge“ schuf Arundhati Roy 1997 Weltliteratur und gewann als erste indische Schriftstellerin den Booker Prize. Sie wird zur bekanntesten Autorin Indiens und zur kompromisslosen Stimme für Gerechtigkeit und Menschenrechte. Ihre Bücher sind Meisterwerke voll politischer Sprengkraft. Die Begegnung mit einer der furchtlosesten Autorinnen unserer Zeit.
Arundhati Roy wurde 1997 mit ihrem Debüt „Der Gott der kleinen Dinge“ über Nacht weltberühmt. Der Roman verkaufte sich über acht Millionen Mal, wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt – und mit dem renommierten Booker Prize ausgezeichnet. Doch anstatt den Erfolg konventionell fortzusetzen und weiter Romane zu schreiben, nutzt Roy ihren Ruhm, um gegen Umweltzerstörung, Ausgrenzung und Nationalismus in Indien zu protestieren. Ihr radikales Engagement bringt sie bis vor Gericht – und sogar ins Gefängnis.
2017, erst 20 Jahre nach ihrem Debüt, erscheint ihr zweiter Roman „Das Ministerium des äußersten Glücks“, ein poetischer, politischer Rundumschlag gegen die Zustände im heutigen Indien. 2025, weitere acht Jahre später, folgt ihr bislang persönlichstes Werk: „Meine Zuflucht und mein Sturm“. Bewegend und kompromisslos ehrlich erzählt Roy von der Frau, die sie prägte wie keine andere – ihrer Mutter Mary Roy: Feministin, Schuldirektorin, Rebellin.
Wie erzählt man die Geschichte einer launischen, herrischen, manchmal gewalttätigen Mutter, ohne sie zu zerstören? Roy gelingt ein Meisterstück literarischen Ambivalenz. „Auf diesen Seiten wird meine Mutter, meine Gangsterin, weiterleben. Sie war meine Zuflucht und mein Sturm.“ Die Dokumentation folgt dieser literarischen Selbstbefragung, spürt der Kraft und dem Schmerz nach, die Roys Schreiben bis heute antreiben.
In einem langen Interview in Delhi gewährt Arundhati Roy tiefe Einblicke in ihr Leben und Schreiben. Die Dokumentation verwebt ihre Erzählung mit poetischen Aufnahmen aus ihrer Heimat Kerala in Südindien – und zeichnet das Porträt einer kompromisslosen Schriftstellerin.
Pfingstmontag, 25.05. / 00:35 Uhr / Man in Black (Wang Xilin)
Dokumentation, Frankreich, Hongkong, Großbritannien, 2023, ARTE F 60 Min.
Regie: Wang Bing
Online verfügbar von 18/05/2026 bis 24/06/2026
Im Pariser Théâtre des Bouffes du Nord bringt Wang Xilin Ausschnitte aus seinen berühmtesten Symphonien zur Aufführung. 1936 in der Provinz Henan geboren, zählt der Komponist heute zu den bedeutendsten Persönlichkeiten Chinas. Regisseur Wang Bing filmt Xilins Körper, der vom Alter, aber auch von jahrelanger Folter gezeichnet ist. Zwischen zwei Auftritten erzählt der seit 2005 im deutschen Exil lebende Dissident, was ihn zu den jeweiligen Stücken bewogen hat.
Regisseur Wang Bing begegnete dem Komponisten Wang Xilin erstmals im Jahr 2005 bei einer aufsehenerregenden Aufführung seiner vierten Symphonie in der Philharmonie von Peking. Die beiden blieben in Kontakt und 2018, als Wang Bing den Komponisten in Deutschland besuchte, entstand die Idee zu diesem Dokumentarfilm. Der Regisseur bat Wang Xilin, seine Komposition ʺMan in Blackʺ zu interpretieren, die auf der Kurzgeschichte ʺDas Schmieden der Schwerterʺ des chinesischen Schriftstellers Lu Xun (1881–1936) basiert. Lu Xun ist einer der gelehrtesten und produktivsten Intellektuellen Chinas, er steht für Unabhängigkeit und Kritikfähigkeit.
Schonungslos brandmarkt der Komponist das Regime und die Epoche, in der er lebt. Er hat fast ein Jahrhundert chinesischer Geschichte selbst miterlebt. Wie kaum einem anderen gelingt es Wang Xilin, Leid und Widerstand in seinem Œuvre zu verarbeiten.
Wang Bing entschied sich für das Pariser Théâtre des Bouffes du Nord als Aufführungsort aus ästhetischen wie praktischen Erwägungen: der historische Bau mit seiner Kuppel und den hohen Rängen verfügt über eine ebenerdige Bühne, die es Wang Xilin und dem Kamerateam ermöglichte, sich völlig frei zu bewegen.
In seinem Dokumentarfilm setzt Wang Bing den von Folter und Misshandlungen gezeichneten nackten Körper dieses Mannes in Szene, der dennoch oder gerade deshalb dazu fähig ist, in seinen Kompositionen tiefes Mitgefühl auszudrücken. Ausgewählte Auszüge aus Wang Xilins Symphonien erinnern an einige der tragischsten Momente in der chinesischen Geschichte. Wang Xilins gepeinigter Körper zeugt von den Schrecken jener Zeit, als das chinesische Volk völlig entmenschlicht wurde.
Zusatzinfo:
Wang Bing hat sich mit seinem Werk als eine herausragende Figur des zeitgenössischen chinesischen Kinos etabliert. In seinen Filmen entwickelt er ein besonderes Verhältnis zur Zeit. Dadurch entsteht eine Intensität, mit der er versucht, die Vergänglichkeit des Lebens seiner Figuren in eine Allegorie zu verwandeln. Eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte stellt er mit seinen Filmen in den Vordergrund. ʺMan in Blackʺ hatte seine Premiere 2023 beim Filmfestival in Cannes im Rahmen einer Sondervorführung.
Pfingstmontag, 25.05. / 02:40 Uhr / Novela negra – Krimis aus Lateinamerika
Dokumentation, Griechenland, 2020, ARTEERT 55 Min.
Regie: Andreas Apostolides
Online verfügbar von 18/05/2026 bis 21/07/2026
ʺNovela negraʺ beschreibt ein Genre, das Roman, Politgeschichte und kriminalistische Ermittlung zusammenführt. Der Film zeigt, wie eine neue Generation lateinamerikanischer Autoren in der Spannungsliteratur die ideale Form gefunden hat, um die politische Vergangenheit und Gegenwart ihrer Länder aufzuarbeiten. Kriminalromane aus Lateinamerika – von Mexiko bis Argentinien und von Kuba über Peru bis nach Chile – bieten eine Reise durch die Geschichte des Kontinents ebenso wie durch die der jeweiligen Länder und erschließen dem internationalen Publikum eine der lebendigsten und ideenreichsten Formen des dortigen literarischen Schaffens.
ʺNovela negra – Krimis aus Lateinamerikaʺ erzählt, wie sich Romanautoren der Spannungsliteratur zugewandt haben, um die finstersten Kapitel ihres Kontinents aufzuarbeiten. Die Dokumentation porträtiert diese neue Schriftstellergeneration, die – verpackt in spannende Kriminalromane – Diktatur, Korruption, Verbrechen und Globalisierung anprangert und die jüngere Geschichte der südamerikanischen Gesellschaften auf sehr einprägsame Weise schildert.
Das Kamerateam besucht renommierte Krimiautorinnen und -autoren in fünf Städten: Leonardo Padura in Havanna, Luis Sepúlveda in Santiago de Chile, Paco Ignacio Taibo II in Mexiko-Stadt, Santiago Roncagliolo in Lima, Guillermo Orsi und Claudia Piñeiro in Buenos Aires.
Anhand ihrer Erzählungen und Romanfiguren lassen sich radikale zeitgeschichtliche Entwicklungen in Südamerika gut nachvollziehen. Der mit vielen Preisen ausgezeichnete Filmemacher Andreas Apostolides – selbst auch Krimiautor – geht diesem literarischen Genre auf den Grund, um Strukturen und Funktionsweise der südamerikanischen Gesellschaften besser zu verstehen.
Mit den „Novelas negras“ im Gepäck unternimmt diese Dokumentation eine Reise von Mexiko bis Argentinien, von Kuba über Peru bis nach Chile. Angereichert mit Archivmaterial und neuen Filmausschnitten sowie mit vielen Krimizitaten erzählt die Dokumentation von Widerstand und Überleben sowie von gesellschaftlichen Umbrüchen der vergangenen Jahrzehnte auf dem lateinamerikanischen Kontinent.
Freitag, 29.05. / 12:25 Uhr / Stadt Land Kunst: Karol Szymanowskis Polen / Neuseeland / Toulouse
Magazin, Frankreich, 2024, ARTE F 45 Min.
Regie: Fabrice Michelin
Online verfügbar von 22/05/2026 bis 27/08/2026
(1): Polen: Karol Szymanowski bringt die Tatra zum Klingen
(2): Neuseeland: Die Jagd ist eröffnet
(3): Senegal: Mounas‘ Zackenbarsch mit Seerosensamen
(4): Toulouse: Das Geheimnis der deformierten Schädel
(1): Polen: Karol Szymanowski bringt die Tatra zum Klingen
Karol Szymanowski (1882-1937) ist der wohl bekannteste polnische Komponist nach Frédéric Chopin (1810-1849). Seine schwärmerische, slawische Musik zieht die Hörer in ihren Bann. In den 1920er Jahren entdeckte der vielgereiste Ästhet die Tatra im Süden seines Heimatlandes und setzte sich mit der Volksmusik der Bergregion auseinander. Aus seiner musikalischen Begegnung mit Folklore und Tradition ging ein radikal modernes Werk hervor.
(2): Neuseeland: Die Jagd ist eröffnet
In Neuseeland war Jagen schon bei den Maoris ein Volkssport. Dabei wurden die meisten Wildtiere, die heute im Inselstaat leben, im 19. Jahrhundert importiert. Die britischen Siedler sahen die Wälder Neuseelands als ideale Jagdgründe, wo sie ihrem Hobby ohne Einschränkungen nachgehen konnten. Ihr Wild brachten sie gleich mit: Sie siedelten rund fünfzig Arten an und brachten das Ökosystem gehörig durcheinander. Im 20. Jahrhundert nahm der Rotwildbestand derart zu, dass die Tiere nun massiv bejagt werden müssen. Ein schwieriges und gefährliches Unterfangen.
(3): Senegal: Mounas‘ Zackenbarsch mit Seerosensamen
In Saint-Louis bereitet Mounas eine Spezialität ihrer Heimatstadt zu: ein Fisch-Jàqar. Zunächst füllt sie einen frischen Zackenbarsch mit Petersilie, Piment und grünem Pfeffer und kocht ihn in einer Soße mit Gemüse ihrer Wahl. Als Beilage gibt es Jàqar: dampfgegarte Seerosensamen, die Mounas in die Soße gibt. Ein ausgefallenes und leckeres Fischgericht!
(4): Toulouse: Das Geheimnis der deformierten Schädel
Heute erkennt man die Bewohner von Toulouse vor allem an ihrem melodischen Akzent. Doch im 19. Jahrhundert stachen sie noch wegen eines ganz anderen Merkmals hervor, das der junge Fotograf Eugène Trutat (1840-1910) für die Nachwelt festhielt. Zahlreiche Einwohner aus allen sozialen Schichten wiesen seltsame Verformungen des Schädels auf …
Freitag, 29.05. / 23:35 Uhr / Kruder & Dorfmeister ~ Wiener Konzerthaus
Musik, Österreich, 2025, WDR 82 Min.
Regie: Moritz Hils
Online verfügbar von 19/12/2025 bis 17/06/2026
Erstausstrahlung
Der Konzert-Film ist mehr als nur ein Konzertmitschnitt. Er ist eine Reise nach innen, eine Art flirrender Tauchgang in die Sphären von Dub, Breakbeats und Jazz. Die VHS-Ästhetik zerschneidet die Klarheit der digitalen Welt und lässt Raum für Brüche, Erinnerungsreste und das Unaussprechliche zwischen den Tönen.
Einatmen. Zurücklehnen. Die Nadel setzt auf. „The K&D Sessions“. Kein Album. Ein Zustand. Ein akustischer Raum, in dem das Zeitgefühl sich auflöst, in dem Beats nicht nur treiben, sondern tragen. Seit mehr als 25 Jahren ist es da – nicht als Echo einer Ära, sondern als leiser, beständiger Strom unter der Oberfläche. Nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart in Zeitlupe. Kein Comeback, keine Nostalgie. Sondern eine Ausweitung des Moments.
Kruder & Dorfmeister übertragen den organischen Puls ihres legendären Albums mit einer vierköpfigen Live-Band in den Raum des Wiener Konzerthauses – nicht als Rückblick, sondern als präzise Gegenwart. Der Konzertfilm „Kruder & Dorfmeister play the K&D Sessions live at Wiener Konzerthaus“ ist mehr als nur ein Konzertmitschnitt. Er ist eine Reise – nicht zurück, sondern nach innen. Ein Tauchgang in die Schichten von Dub, Breakbeats und jazzigen Texturen. Fragmentarisch, flirrend, atmosphärisch.
Die Kamera streift durch Licht und Schatten, durch Körper, Wände, Frequenzen. Alles ist durchlässig. Alles ist Klang. Was früher Wohnzimmer vernebelte, durch Straßen bei Nacht vibrierte, sitzt heute tiefer – bewusster, dichter, unmittelbarer. Das Album „The K&D Sessions“ ist kein Dokument der 1990er. Es ist ein Zustand, der weiterlebt – lauter, klarer und radikaler denn je. Nicht retro. Nicht neu. Sondern jetzt. Und immer.
Freitag, 29.05. / 03:50 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die zwei Galizierinnen, Murillo – Staatsfeind Nr. 1
Serie, Frankreich, 2021, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 31/08/2021 bis 05/09/2026
Die zwei Galizierinnen sind auf einer heißen Spur. Mit einem Fernglas beobachten sie ihre Nachbarn – und ein Mann kommt ihnen dabei besonders verdächtig vor… Es ist wie in Alfred Hitchcocks Filmklassiker ʺDas Fenster zum Hofʺ – Spannung garantiert!
ʺBilder allein zuhausʺ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis ʺMona Lisaʺ bis hin zu Boteros ʺBailarinesʺ werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielern und Schauspielerinnen zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.
Programmwoche 23:
Samstag, 30.05. / 05:20 Uhr / Kevin Costner und der Western
Dokumentation, Deutschland, 2026, NDR 52 Min.
Regie: Silvia Palmigiano
Online verfügbar von 01/03/2026 bis 28/08/2026
Eine weite Landschaft. Ein mitreißender Soundtrack. Ein Mann tanzt ums Feuer. Ein Wolf beobachtet ihn. 1990 schauen Millionen Menschen Kevin Costners Regiedebüt ʺDer mit dem Wolf tanztʺ. Es ist ein riskantes Projekt – und wird zum Meisterwerk. Einen Western ins Kino zu bringen, gilt zu dieser Zeit als Wagnis: Das Genre ist unpopulär, während Filme wie ʺPretty Womanʺ, ʺDas Schweigen der Lämmerʺ und ʺKevin allein zu Hausʺ die Charts dominieren. Warum wurde die Geschichte eines einsamen Offiziers dennoch zum Welthit – und wie hat Kevin Costner den Western bis heute geprägt?
ʺDer mit dem Wolf tanztʺ gilt als Kevin Costners Meisterwerk und belebt Anfang der 1990er ein totgeglaubtes Genre. Während Western als unmodern gelten, ist Costner überzeugt: Man muss sie nur anders erzählen. Er führt selbst Regie und setzt auf maximale Authentizität – erstmals werden indigene Rollen ausschließlich mit amerikanischen Ureinwohnern besetzt, erstmals sprechen indigene Figuren im Blockbuster-Kino Lakota. Der Film trifft den Nerv der Zeit, gewinnt sieben Oscars und verändert die Wahrnehmung des Westerns nachhaltig.
Costner wächst behütet auf, entdeckt früh seine Liebe zum Kino und arbeitet sich vom Nebendarsteller in ʺSilveradoʺ zum Weltstar in ʺBodyguardʺ hoch. Flops wie „Waterworld“ oder ʺPostmanʺ lassen sein Image schwanken, doch dem Western bleibt er treu: Mit ʺOpen Rangeʺ kehrt er 2003 zurück, mit der Serie ʺYellowstoneʺ prägt er das Genre im Streaming-Zeitalter neu.
leichzeitig entwickelt sich der Western weiter: ʺBrokeback Mountainʺ zeigt 2005 offen die intime Beziehung zweier Cowboys, ʺWestworldʺ verbindet Westernmotive mit Science-Fiction, Quentin Tarantino setzt in ʺDjango Unchainedʺ auf überzeichnete Gewalt und Hip-Hop-Sounds.
Samstag, 30.05. / 23:15 Uhr / Giora Feidman – Seele der Klarinette
Dokumentation, Deutschland, 2026, NDR 52 Min.
Regie: Nahuel Lopez
Online verfügbar von 30/04/2026 bis 29/07/2026
Erstausstrahlung
„Ich gehe auf die Bühne, um meine Seele zu teilen“. Für Giora Feidman ist das kein Bild, sondern Haltung. Kurz vor seinem 90. Geburtstag arbeitet der international gefeierte jüdische Klarinettist an einem neuen Album mit dem Titel „For A Better World“, während im Nahen Osten die politische Lage eskaliert. Konzerttermine geraten ins Wanken, Reisewege werden unsicher.
Die Dokumentation begleitet Feidman in dieser Phase zwischen Tel Aviv, Hamburg und Zürich ins Tonstudio, auf die Bühne und in sein privates Umfeld. Nach dem Tod seiner Frau Ora im Jahr 2022 ist die Musik für ihn stärker als je zuvor mit Erinnerung und Verantwortung verbunden.
Geboren 1936 in Buenos Aires als Sohn einer jüdischen Musikerfamilie, wurde Feidman trotz starker Sehbehinderung Mitglied des Israel Philharmonic Orchestra. Seit den 1970er Jahren prägt er als Solist die internationale Rezeption des Klezmer und versteht ihn weniger als Genre denn als Ausdruck einer kulturellen Haltung.
Gemeinsam mit seinem aus dem Iran stammenden Komponisten, Manager und engen Freund Majid Montazer bringt er Musikschaffende unterschiedlicher Herkunft zusammen. In einer Zeit politischer Polarisierung setzt er auf künstlerische Zusammenarbeit als Form des Dialogs. „Giora Feidman – Seele der Klarinette“ zeigt einen Musiker, der unbeirrt weiterarbeitet – überzeugt davon, dass Kunst Öffentlichkeit herstellen und Menschen verbinden kann.
Samstag, 30.05. / 00:10 Uhr / Robert Schumann: Das Paradies und die Peri
Konzerthaus La Seine Musicale, Paris
Musik, Frankreich, 2025, ARTE F 94 Min.
Regie: Isabelle Soulard
Komponist: Robert Schumann
Inszenierung: Daniela Kerck
Dirigent: Laurence Equilbey
Orchester: Insula orchestra & accentus
Chorleitung: Albert Horne
Choreographie: Rosana Riberio
Video: Astrid Steiner
Mit: Mandy Fredrich (Die Peri), Sebastian Kohlhepp (Tenor), Agata Schmidt (Alt), Samuel Hasselhorn (Bariton), Clara Guillon (Das Mädchen), Victoire Bunel (Der Engel), Lancelot Lamotte (Der junge Mann), Julien Clément (Gazna)
Online verfügbar von 18/02/2026 bis 18/02/2027
Erstausstrahlung
Als Tochter eines gefallenen Engels und eines Sterblichen ist der Peri (persisch für „Fee“ oder „Elfe“) das Paradies verwehrt. Um dennoch Zutritt zu erhalten, muss sie dem Engel, der das Tor bewacht, „des Himmels liebste Gabe“ darbringen. Auf der Suche danach begibt sich die Peri auf eine lange Reise nach Indien, Syrien und Ägypten, bis sich die himmlischen Pforten für sie öffnen.
Wie viele seiner Zeitgenossen war auch Robert Schumann von den Legenden und Mysterien des Orients fasziniert. „Das Paradies und die Peri“ entstand 1843 als weltliches Oratorium. Die Geschichte basiert auf einer Erzählung des irischen Dichters Thomas Moore, der sich seinerseits von einer persischen Fabel inspirieren lassen hatte. Mit diesem selten in szenischer Form aufgeführten Werk überwand der Komponist kulturelle Grenzen; seine romantischen Melodien und üppigen Harmonien kommen durch die glanzvolle Instrumentierung voll zur Geltung.
Diese Aufführung von Schumanns Oratorium entstand im Rahmen einer Residence in der Pariser „Seine Musicale“. Es spielt das Insula Orchestra, und es singt der Kammerchor Accentus. Für die musikalische Leitung zeichnet Laurence Equilbey verantwortlich.
Die Inszenierung der Österreicherin Daniela Kerck, bereichert durch die Videokreationen von Astrid Steiner, verleiht diesem Juwel der Romantik seine ursprüngliche, opernhaft-magische Ausstrahlung. Getragen wird die musikalische Reise zwischen zwei Welten von einer hochkarätigen Besetzung, allen voran der Tenor Sebastian Kohlhepp und die Sopranistin Mandy Fredrich, die in der Rolle der Peri mit bemerkenswerter Ausdruckskraft überzeugt.
Aufzeichnung aus dem Mai 2025 aus dem Konzerthaus La Seine Musicale, Paris.
Samstag, 30.05. / 01:45 Uhr / Im Labyrinth – Der Musiker Jörg Widmann
Dokumentation, Deutschland, 2022, BR 52 Min.
Regie: Holger Preuße
Online verfügbar von 30/05/2026 bis 06/06/2026
Jörg Widmann: Klarinettist, Dirigent, Komponist und Professor. Der Musiker arbeitet an einem neuen Projekt, einem Kompositionsauftrag: Er soll für das Gewandhausorchester in Leipzig und das Boston Symphony Orchestra ein groß angelegtes Trompetenkonzert („Towards Paradise“) schreiben. ARTE begleitet ihn auf dieser künstlerischen Reise von den ersten Entwürfen bis zur Uraufführung durch die verschiedenen psychischen und klanglichen Zonen.
Die Musik bekommt ein Eigenleben im Moment des Schreibens, sagt Jörg Widmann. Sie schlüpft gleichsam in einen eigenen Körper und wird zu einem Lebewesen, das seine eigenen Wege geht. Das Labyrinth ist für Jörg Widmann ein Bild, das diesen Zustand beschreibt. Es ist zu seinem Lebensthema geworden, das er mittlerweile auch in sechs Stücken musikalisch verarbeitet hat.
Regisseur Holger Preuße begleitet Jörg Widmann bei der Arbeit an seinem Trompetenkonzert „Towards Paradise (Labyrinth VI)“, das im Auftrag des Gewandhausorchesters Leipzig und des Boston Symphony Orchestra entsteht. Er schaut Widmann beim Komponieren zu, wenn er auf dem Notenblatt seine ersten Melodienlinien entwirft, überlegt, philosophiert, das Geschriebene am Klavier ausprobiert. Er steht neben ihm bei den Proben, hört seinen Zweifeln zu und seinem Enthusiasmus.
Sein musikalisches Denken sei nicht abstrakt, sondern komme ganz konkret von der Klarinette, seinem Instrument, sagt Widmann. Die Töne der Klarinette und Geräusche, die er ihr entlocken kann, dienen ihn als Inspirationsquelle. Er tritt auch als Solist auf, bei den Salzburger Festspielen zum Beispiel mit Mozarts „Klarinettenkonzert“ oder in Begleitung von Daniel Barenboim am Klavier mit den „Vier Stücken“ von Alban Berg.
Als Dirigenten erleben wir Jörg Widmann bei den Proben zur „Reformationssymphonie“ von Felix Mendelssohn Bartholdy im Berliner Konzerthaus. Als Komponisten wiederum sehen wir ihn im Gespräch mit Anne-Sophie Mutter über die zeitgenössische Musik im Allgemeinen sowie über sein „6. Streichquartett“, das er für sie geschrieben hat. Außerdem begleitet die Dokumentation ihn auf Tournee durch Taiwan mit seiner Schwester Carolin Widmann.
Samstag, 30.05. / 02:40 Uhr / John Eliot Gardiner – The Art of Conducting
Dokumentation, Deutschland, 2022, HR 51 Min.
Regie: Natascha Pflaumbaum
Online verfügbar von 30/05/2026 bis 28/08/2026
John Eliot Gardiner gehört zu den bedeutendsten Dirigenten der Gegenwart. Der studierte Historiker gründete mehrere berühmte Ensembles – die English Baroque Soloists, den Monteverdi Choir sowie das Orchestre Révolutionnaire et Romantique – und sucht unermüdlich nach dem Klang, der dem Werk gerecht wird und dem Publikum so frisch entgegenkommt, als wäre das Stück gerade erst geschrieben worden. Beim Dirigieren fühlt sich Gardiner manchmal wie ein Blitzableiter, der die Spannung zwischen Publikum und Musikerinnen und Musikern aufnimmt und in musikalische Bewegung verwandelt.
Orchesterleiter und Biobauer: Wenn John Eliot Gardiner von einer Konzerttournee zurückkehrt, füttert er gerne seine Aubrac-Rinder, die er auf seinem Biohof im südenglischen Dorset hält. Das erde ihn und verbinde ihn mit der Natur im Gang der Jahreszeiten, sagt er. Gardiners internationale Karriere begann mit einer Neuinszenierung von Monteverdis „Marienvesper“; er positionierte einzelne Sänger und Sängerinnen und Instrumentengruppen in verschiedenen Teilen des gewaltigen Baus, so dass die in der Komposition angelegten Raumklang- und Echoeffekte deutlicher zu spüren waren als in früheren Einspielungen. Inzwischen hat sich Gardiner nach Monteverdi, Bach und Händel auch die wichtigsten Orchester- und Chorwerke Mendelssohns, Beethovens und Berlioz‘ erschlossen.
In der Dokumentation spricht Gardiner von Bachs „h-Moll-Messe“ als einem „Mount Everest der Musikliteratur“, die den Komponisten auch als Zweifler zeige. Der Dirigent hat mehrere Ensembles von Weltrang gegründet, die mit ihm am idealen Klang arbeiten: den Monteverdi Choir, die English Baroque Soloists und das Orchestre Révolutionnaire et Romantique. Gardiner hört erst auf, wenn der perfekte Klang gefunden ist: Er muss die Stimmungen und Gefühlsqualitäten, die Komponist oder die Komponistin im Sinn hatte, zum Ausdruck bringen, damit das Publikum die Musik so frisch empfindet, als wäre das Stück gerade erst geschrieben worden.
Sonntag, 31.05. / 07:10 Uhr / Gregory Peck, Filmstar und Gentleman
Dokumentation, Frankreich, 2022, ARTE F 52 Min.
Regie: Grégory Maitre
Online verfügbar von 12/04/2026 bis 11/01/2027
Wiederholung vom 19.04.2026
Sonntag, 31.05. / 08:05 Uhr / Josephine Baker, Ikone der Befreiung
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 53 Min.
Regie: Ilana Navaro
Online verfügbar von 20/04/2026 bis 29/11/2026
Im Jahr 1925 verließ die junge schwarze Varieté-Tänzerin Josephine Baker die USA und machte sich auf den Weg nach Europa. Sie entfloh der Rassentrennung und versuchte ihr Glück in Paris. In nur einer Nacht wurde sie zum Liebling der französischen Metropole. Ihr „Danse sauvage“ sorgte für Furore auf dem alten Kontinent. Doch jedes Mal, wenn sie in ihr Heimatland zurückkehrte, stieß sie auf Rassentrennung und Rassismus. Eine Dokumentation über ihr politisches Erwachen.
Hundert Jahre vor Beyoncé lebte Josephine Baker. Sie wuchs in armen Verhältnissen in Missouri auf, wurde in Frankreich zur berühmten Tänzerin und Sängerin, setzte sich im Zweiten Weltkrieg an der Seite von General de Gaulle für die Résistance ein und adoptierte zwölf Kinder aus verschiedenen Teilen der Welt. Ihr Leben klingt wie ein Roman. Doch das ist nur die eine Hälfte der Wahrheit und sich damit zu begnügen, würde ihr nicht gerecht. Wer Josephine Baker wirklich verstehen will, muss ihre Ursprünge kennen. Ihr unstillbares Verlangen, alles zu verändern, ist einer Kindheit geschuldet, in der Gewalt und harscher Rassismus Alltag waren. Als Josephine Baker zur Welt kam, lag die Sklaverei erst 40 Jahre zurück. Im Mittleren Westen der USA, wo Baker aufwuchs, wurden Schwarze immer noch behandelt wie Menschen zweiter Klasse. Sie wohnten in Elendsvierteln und wurden regelmäßig von Weißen angegriffen, die den Ausgang des Bürgerkriegs nicht verkraften konnten. Aus dieser Situation floh Josephine Baker. Doch jedes Mal, wenn sie in ihre Heimat zurückkehrte, holten sie Hass und Rassismus wieder ein. Ihre USA-Reisen waren leidvolle Erfahrungen, die sie nachhaltig prägten. Fortan und bis ans Ende ihres Lebens nutzte Josephine Baker ihre Berühmtheit, um für ihre Ideale zu kämpfen. Die Dokumentation zeigt die Entwicklung von der Tänzerin im Bananenröckchen zur politischen Figur, die 1963 beim Marsch auf Washington als einzige Frau an der Seite von Martin Luther King das Wort ergriff. Es ist die Geschichte des politischen Erwachens des ersten schwarzen Superstars.
Sonntag, 31.05. / 17:50 Uhr / Elīna Garanča – My Playlist
Dokumentation, Deutschland, 2025, ZDF 43 Min.
Regie: Martin Schneider
Online verfügbar von 31/05/2026 bis 29/08/2026
Erstausstrahlung
Wie ein Blitz traf die Stimme von Elīna Garanča einst die Opernwelt. „Als würde sie Dart spielen, so treffsicher und genau sind ihre Töne“, jubelte „The Times“. Mit ihrer charismatischen Bühnenpräsenz hat sich die Mezzosopranistin an die Weltspitze gesungen und blickt auf Highlights und Lieblingsmelodien ihrer Karriere zurück – veranschaulicht durch Clips, Opern- und Konzertausschnitte.
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In dieser Folge lädt die lettische Mezzosopranistin Elīna Garanča zu einer ebenso klangvollen wie persönlichen Reise ein. Sie entführt die Zuschauerinnen und Zuschauer in die Musikstadt Wien und auf die großen Bühnen der Welt. Von Georges Bizets verführerischer „Carmen“ über Agustín Laras temperamentvolles „Granada“ und Gustav Mahlers berührende Rückert-Lieder bis hin zu Richard Wagners mystischem „Parsifal“ – Garanča beweist eindrucksvoll ihre enorme Wandlungsfähigkeit. Zahlreiche magische Momente lassen die vielfältigen Facetten des künstlerischen Schaffens dieser Ausnahmesängerin aufleuchten. Elīna Garančas „Playlist“ ist ein Erlebnis, das die Seele berührt und das Herz höher schlagen lässt.
Sonntag, 31.05. / 22:00 Uhr / Clint Eastwood, der Letzte seiner Art
Dokumentarfilm, Frankreich, 2022, ARTE F 77 Min.
Regie: Clélia Cohen
Online verfügbar von 20/04/2026 bis 30/12/2026
Den Poncho lässig um die Schultern gelegt, die Zigarre im Mundwinkel und ein grimmiger Blick unter der Hutkrempe – Clint Eastwood, wie man ihn kennt! Als cooler Cowboy und zynischer Polizist spielte er sich zunächst in die Herzen der Zuschauer, nicht aber der Kritiker. Mit einfühlsamen Meisterwerken wie „Die Brücken am Fluss“ (1995) und „Gran Torino“ (2008) gelang es ihm schließlich, auch sie als Schauspieler und Regisseur zu überzeugen. Über 60 Jahre vor und hinter der Kamera – und mit 95 Jahren noch immer aktiv: Clint Eastwood ist eine Hollywoodlegende und der Letzte seiner Art.
1959 beginnt Clint Eastwood, Sohn eines Stahlarbeiters aus San Francisco, seine beispiellose Karriere – als Cowboy in der Westernserie „Rawhide“. Weltbekannt wird er als unbarmherziger Rächer in Sergio Leones Italowestern „Für eine Handvoll Dollar“ (1964), „Für ein paar Dollar mehr“ (1965) und „Zwei glorreiche Halunken“ (1966) – sowie als knallharter Polizist in „Dirty Harry“ (1971).
Nach unzähligen Action-Rollen, meist als wortkarger Macho, zeigt Eastwood in den 1990er Jahren als Darsteller und Regisseur eine einfühlsame, komplexere Seite. In der melancholischen Romanze „Die Brücken am Fluss“ (1995) ist er der Liebhaber einer einsamen Farmersfrau, gespielt von Meryl Streep. Eastwood produziert den Film und führt selbst Regie. Mit dem Westernepos „Erbarmungslos“ (1992) und dem Box- und Sterbehilfedrama „Million Dollar Baby“ (2004) kommt er in Hollywood mit mehr als 60 Jahren schließlich zu den höchsten Ehren. Seine vier Oscars gewinnt er als Produzent und Regisseur mit diesen beiden Werken.
Fast jedes Jahr stellt er seitdem ein neues Regiewerk vor, darunter die Kriegsdramen „Letters From Iwo Jima“ und „Flags of Our Fathers“ (2006), den Politfilm „Invictus – Unbezwungen“ (2009), das Scharfschützendrama „American Sniper“ (2014) oder „Sully“ (2016) mit Tom Hanks als Pilot Chesley Sullenberger, dem 2009 eine spektakuläre Notwasserung gelang. 2021 kam „Cry Macho“ in die Kinos – mit Eastwood in der Hauptrolle und als Regisseur. Der 95-Jährige hat nichts von seiner Leinwandpräsenz eingebüßt: In „Cry Macho“ soll der Cowboy Mike Milo nach Mexiko reisen, um den Sohn seines Chefs zurück in die USA zu bringen – gegen den Willen von dessen alkoholsüchtiger Mutter.
In Hollywood genießt der Alt-Star längst Kultstatus. Sein Spätwerk beeindruckt. Eastwoods Gesicht erzählt eine bewegte Geschichte – und trug schon in jungen Jahren zwei seiner Markenzeichen: charakteristische Falten und ein verächtliches Lächeln im Mundwinkel. Ein Antlitz wie in Stein gemeißelt. Eastwood, so scheint es, war immer da. Er ist Teil der amerikanischen Geschichte – und einer ihrer letzten lebenden Legenden.
Der Dokumentarfilm erzählt Eastwoods Karriere wie einen spannenden Roman – mit allen Hindernissen, Brüchen und Wendungen. Anhand selten gezeigten Archivmaterials und zahlreicher Filmausschnitte zeichnet die Dokumentation sein beeindruckendes Gesamtwerk nach.
Sonntag, 31.05. / 23:20 Uhr / The Rolling Stones: Havana Moon
Musik, Großbritannien, 2016, ZDF 59 Min.
Regie: Paul Dugdale
Online verfügbar von 03/03/2026 bis 31/05/2026
Wiederholung vom 15.05.2026
Sonntag, 31.05. / 02:45 Uhr / Jeff Bridges und „The Dude“ – Coole Aura, später Ruhm
Dokumentation, Frankreich, 2025, ARTE 52 Min.
Regie: Charles-Antoine de Rouvre
Online verfügbar von 10/05/2026 bis 20/10/2026
Wiederholung vom 17.05.2026
Freitag, 05.06. / 22:30 Uhr / Barbra Streisand – Geburt einer Diva (1942-1984)
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 58 Min.
Regie: Nicolas Maupied
Online verfügbar von 20/04/2026 bis 11/11/2026
Wiederholung vom 24.05.2026
Freitag, 05.06. / 23:30 Uhr / Zaz – Sounds Like Art
MO Museum Vilnius
Musik, Deutschland, 2026, ZDF 58 Min.
Regie: Flo Breuer
Online verfügbar von 01/04/2026 bis 30/06/2027
Erstausstrahlung
„Sounds like Art“ begleitet Zaz ins MO Museum Vilnius, wo sie ein Set mit Songs aus ihrer gesamten Karriere zum Besten gibt. Inspiriert von den Werken von Selma Selman, Vytautas Viržbickas, Baltos Kandys und Andrius Arutiunian erkundet Zaz die außergewöhnliche Architektur von Daniel Libeskind und reflektiert über eine Zeit großer Veränderungen in ihrem Leben.
„Sounds like Art“ lädt Musikerinnen und Musiker ein, inmitten von Kunstwerken in einem europäischen Museum zu spielen. In dieser Folge tritt Zaz im MO Museum in Vilnius auf, das in einem einzigartigen, von Daniel Libeskind entworfenen Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Lietuva-Kinos untergebracht ist.
Zaz erkundet die Geschichte des Museums und die Litauens, dem ersten Land, das 1990 seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion erklärte. Sie hat seit der Corona-Pandemie viele Veränderungen in ihrem Leben erlebt und reflektiert bewegend über ihren neuen nüchternen Lebensstil und den Tod ihres Vaters. Auf Zaz‘ neuestem Album „Sains et saufs“ findet sich ein Lied über die Beerdigung ihres Vaters sowie eine Vertonung eines Gedichts der iranischen Feminismus-Ikone Forugh Farrochzad. Zaz geht tief auf die Zusammenarbeit mit Noé Preszow ein, der diese Songs hervorgebracht hat, und würdigt das viel zu kurze Leben von Farrochzad.
All dies findet statt inmitten der zum Nachdenken anregenden und visuell beeindruckenden Kunstwerke von Selma Selman, Vytautas Viržbickas, Baltos Kandys und Andrius Arutiunian – einer jungen internationalen Künstlergruppe, deren Werke in der Sammlung des MO Museums zu sehen sind.
Das MO Museum hat es sich zur Aufgabe gemacht, litauische Kunst zu sammeln und auf der Weltbühne zu fördern. Inmitten der inspirierenden Werke dieser Sammlung performt Zaz ihre bekanntesten Hits, darunter „Je veux“ und „On ira“, mit ihrer charakteristischen Herzlichkeit und grenzenlosen Energie.
Aufzeichnung vom 5. Februar 2026 im MO Museum in Vilnius, Litauen.
Freitag, 05.06. / 03:56 Uhr / Bilder allein zuhaus: Street Life, Harlem – William H. Johnson – Black Lives Matter
Serie, Frankreich, 2021, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 31/08/2021 bis 05/09/2026
Das Kurzprogramm nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In dieser Folge: Es ist der 4. Juli, Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten. Auf den Straßen von Harlem findet eine Parade statt, bei der das gut gekleidete Paar natürlich nicht fehlen darf. Plötzlich fällt der Mann vor seiner Freundin auf die Knie. Doch es ist nicht so, wie es aussehen mag …
„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Boteros „Bailarines“ werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielerinnen und Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.
Programmwoche 24:
Samstag, 06.06. / 20:15 Uhr / Sagrada Família. Antoni Gaudís Meisterwerk
Dokumentarfilm, Frankreich, 2026, ARTE F 90 Min.
Regie: Marc Jampolsky
Online verfügbar von 30/05/2026 bis 29/12/2026
Erstausstrahlung
Erst 2026 wurde dem fertiggestellten Hauptturm der Sagrada Família das Kreuz aufgesetzt. Begonnen haben die Bauarbeiten vor 150 Jahren, doch das nun alle anderen Kirchtürme der Welt überragende Meisterwerk Gaudís stellte die Nachfolger des Architekten vor immense Herausforderungen. Der Film gibt Einblicke in die Vorgehensweise der Architekturteams und zeichnet das Porträt des Baugenies.
Nördlich von Barcelonas Altstadt, im Stadtteil Eixample, ragen die organisch geformten Türme der Sagrada Família in den Himmel. Im Inneren taucht man in eine floral-botanische, wie in Stein gemeißelte Pflanzenwelt ein. Im Februar 2026 wurde das Kreuz auf den zuletzt fertiggestellten Hauptturm gesetzt – seitdem ist die Sagrada Família die höchste Kirche der Welt.
Warum braucht es über ein Jahrhundert, um Gaudís Lebenswerk zu vollenden? Was inspirierte ihn bei der Entwurfsanfertigung und vor allem: Wie beendet man ein Werk ohne seinen Schöpfer?
Um diesen Fragen nachzugehen, taucht der Film in die älteste aktive Baustelle der Welt ein und zeichnet ihre Entstehungsgeschichte sowie die jüngsten architektonischen Entscheidungen nach. Fachleute aus Geschichtswissenschaft und Architektur gehen auf Gaudí und sein Schaffen ein. Beleuchtet werden zudem die Herausforderungen, die mit dem Weiterbau einhergingen, und wie die die Nachfolger des katalanischen Meisters das visionäre Projekt auslegten und umsetzten.
Als Gaudí 1926 verstarb, war lediglich die Geburtsfassade fertiggestellt. Erschwerend kommt hinzu, dass Gaudís Atelier 1936 niederbrannte und zahlreiche Entwürfe zerstört wurden. Der Weiterbau forderte daher aufwändige Deutungsarbeit, die auf den wenigen Überresten der Bauhütte beruhte, sowie auf privaten Schriften Gaudís, in denen er seine Ideen, Obsessionen und Leiden festhielt.
Samstag, 06.06. / 21:45 Uhr / Mozarts Requiem in der Sagrada Família
Musik, Frankreich, 2025, ARTE F 48 Min.
Regie: Guillaume Klein
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Giovanni Antonini
Orchester: Gran Teatre del Liceu
Chorleitung: Pablo Assante
Chor: Gran Teatre del Liceu
Mit: Marina Viotti (Mezzosopran), Levy Sekgapane (Tenor), Nicola Ulivieri (Bass), Emőke Baráth (Sopran)
Online verfügbar von 14/12/2025 bis 20/01/2028
In der magischen Kulisse der Sagrada Família – Barcelonas weltberühmtem Wahrzeichen und einem der faszinierendsten Bauwerke Europas – vereint sich große Musik mit einzigartiger Architektur: Das Symphonieorchester unter der Leitung von Maestro Giovanni Antonini und der Chor des Gran Teatre del Liceu unter der Leitung von Pablo Assante präsentieren Wolfgang Amadeus Mozarts ergreifendes Requiem in d-Moll. Ein Abend, der zwei Kunstwelten verbindet: die mystische Aura von Antoni Gaudís unvollendetem Meisterwerk und die zeitlose Schönheit eines der bedeutendsten Werke der klassischen Musik.
Barcelona – wenn zwei unvollendete Meisterwerke miteinander in Austausch treten, bekommt man das Gefühl, sie bildeten ein untrennbares Ganzes: Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem d-Moll KV 626 und Antoni Gaudís Sagrada Família. Das Symphonieorchester, dirigiert von Giovanni Antonini, und der Chor des Gran Teatre del Liceu unter der Leitung von Pablo Assante präsentieren eine Aufführung des Meisterwerks in der ikonischen Basilika.
Die Wahl des Ortes ist Programm: Gaudís modernistisches Bauwerk, dessen Fertigstellung für 2026 geplant ist, korrespondiert mit Mozarts Fragment gebliebenem Requiem – beide Werke verbinden geniale Schöpfungskraft mit einer Aura des Unabgeschlossenen.
Die dramatische Spannweite des Requiems – vom düsteren Dies irae bis zum hellen Sanctus – findet in der lichtdurchfluteten, organisch geformten Architektur der Sagrada Família eine ideale Klangkulisse.
Mit hochkarätigen Solisten und dem renommierten Liceu-Ensemble verspricht die Interpretation unter Antoninis Leitung eine musikalisch wie visuell beeindruckende Inszenierung. Eine aufwendige immersive Kameraführung verbindet Weitwinkelansichten der Basilika mit Nahperspektiven der Musikerinnen und Musiker, während dynamische Lichteffekte die Wechsel zwischen Pathos und Zartheit des Werks unterstreichen. Ein universeller Moment der Spiritualität, der lange nachklingt, und nicht nur Mozart- und Gaudí-Enthusiasten faszinieren dürfte.
Aufzeichnung vom 17. Februar 2025 in der Basilika Sagrada Família.
Samstag, 06.06. / 22:35 Uhr / Tenor – Die Geschichte von Pene Pati
Dokumentarfilm, Neuseeland, 2026, ZDF 80 Min.
Regie: Rebecca Tansley
Erstausstrahlung
Der Film erzählt die unglaubliche Geschichte des charismatischen Opernstars Pene Pati aus Samoa, der sich aus äußerst bescheidenen Verhältnissen bis auf die größten Opernbühnen der Welt hochgesungen hat. Und sich damit einen Traum erfüllte, der eigentlich unmöglich war: als Samoaner in der europäischsten aller Kulturformen die Weltspitze zu erreichen.
Der charismatische samoanische Tenor Pene Pati gilt als die Opernentdeckung des Jahrzehnts. In nur wenigen Jahren hat er das Publikum auf der ganzen Welt in seinen Bann gezogen, manche haben ihn schon als den nächsten Pavarotti gefeiert. Auch sein Bruder Amitai hat sich als Tenor einen Namen gemacht.
Der Film zeigt den bemerkenswerten Aufstieg des Pene Pati von den Inseln Samoas im Südpazifik über South Auckland in Neuseeland bis auf die größten Opernbühnen der Welt. Ein Aufstieg, der für einen Jungen aus Samoa kaum möglich schien. In seiner Kindheit und Jugend von Gesang umgeben, kommt Pati erst im Studium mit der Oper in Berührung. Überwältigt von einem Besuch von „La Bohème“ beschließt er, Opernsänger zu werden.
Mit Humor, Herz und mitreißendem Gesang zeigt der Film den Erfolg, der sich gegen alle Widrigkeiten aus dem Verfolgen eines ganz unwahrscheinlichen Traums ergeben hat. Dabei ist Pati immer eng mit der samoanischen Kultur verbunden geblieben, in der die Wertschätzung der eigenen Familie ein wichtiges Thema ist. So ist für Pati sein eigener Erfolg auch ein Erfolg der Familie.
Mit besonderem Zugang verwebt der Film Archivmaterial der Familie, Einblicke hinter die Kulissen, emotionale Szenen und viel Musik. Eine Geschichte von Talent und Entschlossenheit, von der Kraft der Familie und von kulturellem Stolz.
Samstag, 06.06. / 01:50 Uhr / Ode an die Sonne. Eine Kunstgeschichte.
Dokumentation, Deutschland, 2022, ZDF 52 Min.
Regie: Mathias Frick
Online verfügbar von 06/06/2026 bis 31/08/2026
Ohne die Sonne gibt es auf diesem Planeten kein Leben. Diese Erkenntnis ist so alt wie die Menschheit selbst. Doch wie wir auf unseren Stern blicken und was wir in ihm sehen, hat sich im Laufe der Menschheitsgeschichte mehrere Male fundamental geändert. Ob als spirituelle oder physische Kraft, als Göttin oder als Gebieterin – die Sonne verkörpert Macht, Schöpfung und Zerstörung, erweckt Schrecken und Ehrfurcht und gewährt zugleich Schutz, Struktur und Trost.
Die Dokumentation illustriert den großen Einfluss der Sonne auf unsere Kultur durch die Epochen und liefert einen besonderen Blick auf unseren Stern im Spiegel der Kunst. Anhand ausgewählter künstlerischer Werke begibt sie sich auf eine filmische Reise durch die Kunst- und Kulturgeschichte und erzählt, wie sich Künstlerinnen und Künstler seit vielen Jahrhunderten mit der Sonne auseinandergesetzt und ihre weltanschaulichen Vorstellungen in ihre Werke einfließen lassen haben.
Anhand der Kunstwerke, mit denen Generationen von Künstlerinnen und Künstlern dieses individuelle Erleben der Sonne dokumentiert haben, wird der Wandel unseres Verhältnisses zur Sonne und unserer Selbstwahrnehmung als Menschen auf eindrückliche Weise nachvollziehbar.
Ein deutsch-französisches Kunstausstellungsprojekt (Musée Marmottan Monet, Paris; Museum Barberini, Potsdam) dokumentiert dieses besondere Verhältnis des Menschen zur Sonne und die jahrhundertelange künstlerische Auseinandersetzung: Es reicht von den Sonnenkulten des Altertums über die mittelalterliche Vorstellung der Sonne als die Erde umkreisendes Gestirn und das heliozentrische Weltbild seit den Entdeckungen von Kopernikus bis hin zu künstlerischen Positionen der Moderne und gegenwärtigen Auseinandersetzungen mit dem Himmelskörper.
Sonntag, 07.06. / 16:45 Uhr / Flower Power ~ Niederländische Malerinnen im 17. Jahrhundert
Dokumentation, Deutschland, 2026, SWR 52 Min.
Regie: Susanne Brand
Online verfügbar von 07/06/2026 bis 05/09/2026
Erstausstrahlung
Im 17. Jahrhundert bewirkten die Naturwissenschaften, dass niederländische Malerinnen Reptilien und Insekten in ihre Kunst holten. Frauen wie Maria Sibylla Merian, Alida Withoos und Maria Moninckx haben die Botanik und Zoologie mit ihren Bildern vorangetrieben. Zwischenzeitlich waren sie beinahe vergessen, nun hängen ihre Werke in vielen bedeutenden Museen weltweit.
Sie waren Pionierinnen, die Stillleben und Zeichnungen für die Wissenschaft lieferten: Rachel Ruysch, Maria Sibylla Merian, Alida Withoos, Clara Peeters, Margareta de Heer oder Maria Moninckx. Sie holten im 17. Jahrhundert das tierische Leben in ihre Bilder und waren die ersten Dokumentaristinnen von Naturkunde und Artenvielfalt, ein damals gänzlich unbekannter Begriff.
Das aufkommende große wissenschaftliche Interesse an Zoologie und Botanik führte dazu, dass niederländische Missionare große Mengen an Daten zur Natur der eroberten Territorien sammelten und diese Funde nach ihrer Rückkehr veröffentlichten – oft mithilfe der Bilder dieser Künstlerinnen. Sie hatten große Bedeutung für den damaligen Kunstbetrieb in Amsterdam, denn der wirtschaftliche Erfolg und Reichtum der Niederlande seinerzeit ist auch eine Erzählung von Kunst, Kultur und Kolonialgeschichte. Während die erfolgreichen Künstlerinnen zwischenzeitlich zum großen Teil vergessen waren, wird ihr Werk heute neu gewürdigt, und ihre Bilder sind weltweit in Museen zu sehen.
Sonntag, 07.06. / 17:40 Uhr / Die vier Jahreszeiten ~ In Venedig
Musik, Frankreich, 2025, ARTE F 52 Min.
Regie: Martin Mirabel
Dirigent: Théotime Langlois de Swarte
Komponist: Antonio Vivaldi
Orchester: Le Consort
Online verfügbar von 16/05/2026 bis 07/07/2026
Wiederholung vom 23.05.2026
Sonntag, 07.06. / 22:25 Uhr / Tom Hanks, ein ganz normaler Held
Dokumentation, Frankreich, 2026, ARTE F 52 Min.
Regie: Pierre-François Didek
Online verfügbar von 31/05/2026 bis 26/09/2026
Erstausstrahlung
Sein Markenzeichen: Durchschnittstypen, mit denen sich das Publikum identifizieren kann. Durch einen Traum und harte Arbeit wurde Tom Hanks zu einem der beliebtesten Schauspieler Hollywoods und zu einem Spiegel – und Vorbild für viele Menschen in den USA. Ein Porträt mit zahlreichen Interviews mit dem Schauspieler und Filmausschnitten von den 1980ern bis heute.
Von „Forrest Gump“ über „Cast Away – Verschollen“ bis „Sully“: Tom Hanks wurde zum ganz normalen Helden, der turbulenten Ereignissen standhalten muss und immer wieder Zuversicht ausstrahlt. In seiner Karriere, die in den 1980ern ihren Anfang nahm, hat er es geschafft, eine einzigartige Beziehung zu seinem Publikum aufzubauen, zum Spiegel – und Vorbild für viele US-Amerikaner und Amerikanerinnen zu werden. Ein Soldat im Chaos des D-Days in der Normandie („Der Soldat James Ryan“), ein Astronaut bei einer missglückten Mond-Mission („Apollo 13“), ein aidskranker, schwuler Anwalt in einer homophoben Gesellschaft („Philadelphia“), ein Antiheld, der mit 30 Jahren Geschichte konfrontiert wird und den Menschen weltweit ins Herz schlossen („Forrest Gump“). Ob fiktive oder reale Personen, sie alle haben nur ihren gesunden Menschenverstand, ihre Empathie und schließlich ihre Resilienz als Waffen gegen die Widrigkeiten der Welt. Statt Heldenpose Menschlichkeit. Seine Werte und die seiner Figuren machten Tom Hanks zum Weltstar, zum „good guy next door“, zum Star mit Vorstadt-Normalität. Als einer, der stets Zuversicht vermittelt, ist er zu „America’s Dad“ geworden, manch einer und eine wünschte sich sogar seine Kandidatur fürs Weiße Haus. Doch die Spaltung der Gesellschaft macht es ihm zunehmend schwer, eine verbindende Kraft zu sein. Das Porträt stützt sich auf zahlreiche Interviews mit dem Schauspielstar. Mit Humor und Nahbarkeit erzählt er von seiner Kindheit, seinem Werdegang in Theater und Film, seinen Inspirationsquellen und seinem Arbeitsethos. Archivmaterial und Filmausschnitte veranschaulichen seine beeindruckende Karriere und lassen den Eindruck entstehen, einem alten Freund wiederzubegegnen.
Sonntag, 07.06. / 23:20 Uhr / Steven Spielberg, Hollywoods ewiges Wunderkind
Dokumentation, Frankreich, 2024, ARTEFFL 55 Min.
Regie: Michaël Prazan
Online verfügbar von 31/05/2026 bis 06/10/2026
Steven Spielberg ist einer der erfolgreichsten Filmemacher aller Zeiten. Mit „Der weiße Hai“ läutete er die Ära des Blockbuster-Kinos ein. Es folgten zahlreiche Publikumserfolge wie „E.T. – Der Außerirdische“, die „Indiana Jones“-Reihe und „Jurassic Park“. Doch auch mit ernsten Stoffen wie „Schindlers Liste“ erreichte er ein Millionenpublikum. Archivmaterial, Filmausschnitte, Making-ofs und Interviews zeichnen ein Porträt des Meisterregisseurs, das nicht nur den Filmemacher, sondern auch den Privatmenschen Steven Spielberg beleuchtet. Was treibt ihn an? Und was macht sein Genie aus?
Der Regisseur und Drehbuchautor Steven Spielberg, dessen außergewöhnliches Talent früh erkannt wurde, hat die Filmgeschichte der letzten fünf Jahrzehnte maßgeblich geprägt. Er gilt als einer der kommerziell erfolgreichsten Regisseure, Produzenten und Filmemacher Hollywoods. Doch sein Werk ist persönlicher, als es auf den ersten Blick scheint: Viele seiner frühen Filme greifen Ängste auf, die ihn in seiner Kindheit begleiteten – etwa die Furcht vor dem Ozean („Der weiße Hai“) oder vor den endlosen Straßen Amerikas („Duell“).
Seine kindliche Einsamkeit verarbeitete er in Filmen wie „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und „E.T. – Der Außerirdische“. Darin stellte er Außerirdische – entgegen dem damaligen Feindbild – als wohlwollende Wesen dar, so wie er sich selbst Freunde gewünscht hätte. In seiner Schulzeit wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft ausgegrenzt und gehänselt. Dieses lange verdrängte Thema griff er schließlich in „Schindlers Liste“ auf – ein Film, der nach vielen Höhen und Tiefen einen entscheidenden Wendepunkt in seinem Schaffen markierte. Seine Kindheit, die sich zunächst bruchstückhaft durch sein Werk zieht, verarbeitete er erst Jahrzehnte später in dem autobiografischen Drama „Die Fabelmans“, das 2022 in die Kinos kam.
Bislang unveröffentlichtes Archivmaterial, Filmausschnitte, Making-ofs und Interviewauszüge fügen sich zu einem vielschichtigen Porträt eines berühmten und dennoch wenig bekannten Filmemachers. Die Dokumentation erkundet sein Genie und seine außergewöhnliche Schaffenskraft.
Sonntag, 07.06. / 03:30 Uhr / The Lemon Twigs, Los Bitchos & The Fat White Family ~ Ground Control
Musik, Frankreich, 2024, ARTE F 65 Min.
Regie: Thierry Gautier, Sylvain Leduc
Mit: Christophe Chassol (Moderation), The Lemon Twigs, The Fat White Family, Los Bitchos
Online verfügbar von 31/05/2026 bis 07/07/2026
Das „Ground Control“ – benannt nach dem Kultsong „Space Oddity“ von David Bowie – befindet sich in einem ehemaligen Postverteilzentrum der SNCF, der französischen Bahn. Für ARTE wurde die Pariser Kulturstätte zum Schauplatz eines einzigartigen Musik-Events: Am 7. Juni 2024 moderierte der französische Musiker Christophe Chassol hier einen Konzertabend mit den Bands The Lemon Twigs, Fat White Family und Los Bitchos.
Hinter The Lemon Twigs stecken die Brüder Brian (Jahrgang 1997) und Michael D’Addario (Jahrgang 1998), die trotz ihrer jungen Jahre wahre Allround-Künstler sind: Sie singen, spielen Schlagzeug und Gitarre – und wirkten bereits als Kinder in Broadway-Musicals und Fernsehserien mit. Im „Ground Control“ laden die beiden New Yorker zu einer Zeitreise in die 1960er und 1970er Jahre ein. Gemeinsam mit ihren Musikerfreunden präsentieren sie unter anderem einige Titel aus ihrem fünften Album „A Dream Is All We Know“ (2024).
Die sechs Briten von Fat White Family provozieren gern und peppen ihren melodischen Rock mit viel Cockney-Spirit auf. Ihre Musik erinnert an Bands wie The Cramps, The Fall oder Gallon Drunk, und mit ihren Songs brechen Fat White Family bewusst Tabus. Dank ihrer energiegeladenen Shows gewann die Band bei den NME Awards 2014 den Philip Hall Radar Award für die englische Newcomer-Band mit der besten Bühnenpräsenz. Zehn Jahre danach beweisen die Fat White Family im Ground Control, dass sie ihrem Ruf treu geblieben sind.
Los Bitchos, das sind Serra Petale an der Gitarre, Agustina Ruiz am Keyboard, Josefine Jonsson am Bass und Nic Crawshaw am Schlagzeug. Das Quartett ist so multikulturell wie seine Wahlheimat London, denn die Musikerinnen stammen aus dem Vereinigten Königreich, Australien, Schweden und Uruguay. Eine Mischung, die es in sich hat! Auch die Musik der vier Frauen speist sich aus unterschiedlichsten Einflüssen wie Surf Rock, Sixties Rock, Grunge, Cumbia und Oriental Pop. 2022 veröffentlichten Los Bitchos ihr Debütalbum „Let the Festivities Begin!“. Produziert wurde es von keinem Geringeren als Alex Kapranos, dem Frontmann von Franz Ferdinand.
Mittwoch, 10.06. / 22:10 Uhr / Bruce Lee oder Der Mann mit der Todeskralle
Dokumentation, Frankreich, 2025, ARTE F 53 Min.
Regie: Marc Ball
Online verfügbar von 03/06/2026 bis 09/01/2027
Erstausstrahlung
„Der Mann mit der Todeskralle“ (1973) machte seinen Hauptdarsteller Bruce Lee zum größten asiatischen Filmstar aller Zeiten und zu einem Hoffnungsträger für viele Menschen, die wie er diskriminiert wurden. Es war Lees Sieg über Hollywood, das ihn lange nicht gewollt hatte.
Mit dem Film „Der Mann mit der Todeskralle“ änderte Bruce Lee den Blick des Westens auf die asiatische Community und zwang Hollywood, eine Realität anzuerkennen, die es bis dahin negiert und sogar verfälscht hatte. Asiatinnen und Asiaten verkörperten in amerikanischen Produktionen bis dahin meist unterwürfige oder bösartige Charaktere. Oft wurden sie von überschminkten und verkleideten Weißen gespielt, weil die Produzenten meinten, mit dieser als Yellowface bezeichneten Praxis den Publikumserwartungen gerecht zu werden.
In „Der Mann mit der Todeskralle“ war erstmals in der Geschichte Hollywoods ein asiatischer Schauspieler der Star eines Films. Das löste eine weltweite Schockwelle aus, und Bruce Lee stieg zu Bob Marley, Che Guevara und Mohammed Ali in das Pantheon der Rebellen auf. Die asiatische, aber auch die afroamerikanische Community war stolz auf Lee. Viele, die unter Rassendiskriminierung zu leiden hatten, identifizierten sich mit ihm.
In den fünfzig Jahren nach dem Film und dem kurz darauf folgenden Tod seines Hauptdarstellers inspirierte Bruce Lee zahlreiche Hollywood-Produktionen, von „Matrix“ bis „Kill Bill“. Doch der Erfolg des „kleinen Chinesen, der sich für unbesiegbar“ hielt, war ein Affront, den weiße Schauspieler wie Jean Claude van Damme, Steven Seagal oder Chuck Norris wiedergutmachen sollten. Auch Quentin Tarantino attackierte den Mythos und erweckte Lee in seinem Film „Once Upon a Time in Hollywood“ als arroganten Aufschneider in einer Nebenrolle zum Leben. Doch es funktionierte nicht, die Legende Bruce Lee ist unzerstörbar.
Donnerstag, 11.06. / 01:05 Uhr / C’est pas moi: Das bin ich nicht
Dokumentation, Frankreich, 2024, ARTE F 40 Min.
Regie: Leos Carax
Online verfügbar von 11/06/2026 bis 11/07/2026
Erstausstrahlung
Leos Carax, einer der bedeutendsten Filmemacher Frankreichs, blickt zurück – doch statt Antworten liefert er Fragen. Für eine nie gezeigte Ausstellung schuf er einen ungewöhnlichen Collagefilm: eine persönliche Spurensuche nach 40 Jahren Filmschaffen. Wie erzählt man ein Leben, das sich jeder Einordnung entzieht? Ein intimes Porträt jenseits der großen Leinwand.
Auf die Anfrage des Centre Georges Pompidou, „Wo stehen Sie heute, Leos Carax?“, antwortet der Regisseur, dessen Filme das französische Autorenkino geprägt haben („Die Liebenden von Pont-Neuf“, „Holy Motors“) mit einem souverän unordentlichen Selbstporträt. Sein Collagefilm zeigt einen atemlosen Reigen aus privaten Videos und historischem Archivmaterial, seinen eigenen Werken und solchen, die ihn beeinflusst haben. Zwischen Autobiografie und einem Assoziationsstrom von Vertov über Chaplin bis Nina Simone reflektiert Leos Carax über sein Medium und seine künstlerischen Leitfiguren – im Zentrum: Jean-Luc Godard als cineastisches Leitbild.
Der rätselhafte Chronist des französischen Kinos nähert sich seinem Leben wie einem fremden Drehbuch: fragmentarisch, subjektiv, widersprüchlich. Lineare Erzählungen verweigert er ebenso wie eindeutige Antworten. Dieses persönliche Projekt ist weniger Rückblick als offenes Experiment – ein Statement über das Kino als Raum der Ungewissheit. Ein Werk, das nie Teil der Ausstellung wurde und gerade dadurch seine besondere Faszination entfaltet.
Freitag, 12.06. / 22:30 Uhr / Queen, „We Are the Champions“
Die Geschichte der größten Sporthymne aller Zeiten
Dokumentation, Deutschland, 2024, ARTEFFL 52 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Lilly Schlagnitweit
Online verfügbar von 07/07/2024 bis 07/07/2027
Freddie Mercury stimmt an, und alle singen mit – bis heute. Der Film folgt dem Queen-Hit „We Are the Champions“ von seiner Entstehung inmitten der musikalischen Aufbruchstimmung der 1970er Jahre bis zu den Stadionhymnen der Gegenwart. Die Queen-Mitbegründer Brian May und Roger Taylor erzählen von damals. Zusammen mit „We Will Rock You“ wurde das Lied zum Klassiker auf Konzerten und im Sport. Und immer wieder neu interpretiert: zu den Olympischen Spielen 2024 etwa von Dolly Parton. Was steckt hinter dem Ohrwurmpotenzial der beliebtesten Mitsing-Hits? Eine Reise durch die Musikgeschichte und die Welt der großen Hymnen.
Kaum ein Song bringt ganze Stadien so mühelos zum Mitsingen wie „We Are the Champions“. Seit Jahrzehnten begleitet die Hymne sportliche Triumphe und große Emotionen – und ist untrennbar mit der Band Queen verbunden.
Der Film erzählt die Geschichte dieses außergewöhnlichen Hits: von seiner Entstehung inmitten der musikalischen Aufbruchstimmung im London der 1970er Jahre bis zu seiner weltweiten Karriere als Sporthymne. Die Queen-Mitbegründer Brian May und Roger Taylor erinnern sich an die Idee, einen Song zu schreiben, der das Publikum einbezieht und mitreißt.
Der anhaltende Erfolg der Queen-Rockhymnen „We Are the Champions“ und „We Will Rock You“ zeigt: Experiment geglückt. Für das Musikvideo mobilisierte die Band ihren Fanclub. Die Clubvorsitzende Jackie Smith erinnert sich an ihre Begegnungen mit der Band. Der Erfolgszug der Queen-Songs setzt sich bis heute fort – in unterschiedlichsten Besetzungen und Versionen, als Klassiker im Sport und bei Siegerehrungen. Zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris präsentierte Dolly Parton ihre eigene Version.
Wegbegleiter, Musiker und Wissenschaftler erklären: Was macht diese Songs und andere große Mitsing-Klassiker aus? Wie entstanden Sporthymnen wie die Queen-Hits oder Whitney Houstons Olympiasong „One Moment in Time“? Was steckt hinter ihrem Ohrwurmpotenzial? Welche Kräfte werden freigesetzt, wenn das ganze Stadion gemeinsam singt? Eine Reise durch die Musikgeschichte und die Welt der großen Hymnen, die bei Sportveranstaltungen die Stimmung zum Kochen bringen.
Freitag, 12.06. / 23:25 Uhr / The Cure: Anniversary 1978-2018
Live in Hyde Park London
Musik, Großbritannien, 2018, WDR 89 Min.
Regie: Tim Pope
Musik: The Cure
Mit: Robert Smith (Gesang, Gitarre), Simon Gallup (Bass), Jason Cooper (Schlagzeug), Roger O’Donnell (Keyboards), Reeves Gabrels (Gitarre)
Online verfügbar von 12/06/2026 bis 10/09/2026
The Cure sind eine der größten Live-Bands der vergangenen Jahrzehnte: Mit ihren elektrisierenden Shows voller raffiniert eingesetzter Lichteffekte, sattem Sound und ausgefeilten Setlists versetzen sie ihr Publikum immer wieder in eine Art glückseligen Trance-Zustand. 2018 feierte die Band ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum im Londoner Hyde Park. Von „Lovesong“ bis „Lullaby“, von „Boys Don’t Cry“ bis „Never Enough“ nehmen The Cure und Regisseur Tim Pope das Publikum mit auf eine spektakuläre Zeitreise durch vier Jahrzehnte alternativer Popmusik.
Die 1978 von Robert Smith gegründete britische Band The Cure ist bekannt für ihre elektrisierenden Live-Shows und ihr geniales Songwriting. Im Laufe der Jahre haben sie sich von einer kleinen Indie-Band zu einer international erfolgreichen Gruppe entwickelt.
Mit ihrem legendären Jubiläumskonzert im Jahr 2018 im Londoner Hyde Park bewiesen The Cure einmal mehr, warum die einst als kleine Nischencombo gestartete englische Indie-Band seit fast einem halben Jahrhundert international erfolgreich ist. Geniales Songwriting und poetische Texte treffen auf eine ausgefeilte Show: Robert Smith, Simon Gallup, Jason Cooper, Roger O‘ Donnell und Reeves Gabrels verstehen es meisterhaft, das Intime mit der großen Geste, das Minimalistische mit dem Grandiosen zu verbinden.
Unter der Regie des langjährigen Wegbegleiters Tim Pope entstand ein Zeitdokument, das dem Live-Erlebnis so nahe wie möglich kommt – mit 4K-Bildern und einem 5.1-Audiomix.
Freitag, 12.06. / 03:40 Uhr / Bilder allein zuhaus: Der Tod des Marat, Jacques-Louis David – Volkslied
Serie, Frankreich, 2021, ARTE F 3 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 31/08/2021 bis 05/09/2026
Das Kurzprogramm nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In dieser Folge: Marat sitzt in seiner Badewanne. Er hat beschlossen, eine neue Hymne für Frankreich zu komponieren: Sie soll fröhlich sein und die Massen mitreißen. Marat selbst ist jetzt schon begeistert von seinem Meisterwerk …
„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Boteros „Bailarines“ werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielerinnen und Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.
Regelmäßige Sendungen mit kulturellen Themen auf arte sind zudem:
Stadt, Land, Kunst (Mo. – Fr. 13 Uhr) und TWIST
Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt.
Aktuelle Programmänderungen sind meist nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.
