arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.


Programmwoche 20:

Mittwoch, 18.05. / 05:00 Uhr / Berlin Live ~ Jan Blomqvist
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 61 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Online verfügbar von 17/05 bis 17/06

Jan Blomqvist, ein Berliner DJ, Komponist und Musiker mit schwedischen Wurzeln, ist ein in den Party- und Musikszenen aller Metropolen weltweit etablierter Künstler. Sein Markenzeichen: seine elektronische Musik mit richtiger Band und Live-Gesang zu präsentieren. Das unterscheidet ihn als Erfinder des Konzert-Techno von allen anderen DJ-Kolleginnen und DJ-Kollegen. Neben bereits sechs USA-Tourneen spielte er mehrfach auf dem Burning Man Festival in Nevada und dem Coachella Festival in Kalifornien. Letztes Jahr wurde ihm die Ehre zuteil, ein Cover eines bekannten Rolling-Stones-Songs zu produzieren. Jan Blomqvist ist nicht nur auf Elektro beschränkt, sondern verfügt über ein immenses Crossover-Potenzial. Mit seinem Werk „Disconnected“ ist er seit Herbst 2018 auf Tour. Für „Berlin Live“ machte er auch Halt im Neuköllner Club SchwuZ.

Mittwoch, 18.05. / 06:15 Uhr / Hollywood 1982: Ein magischer Kinosommer
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 52 Min.
Regie: Jacinto Carvalho, Johan Chiaramonte
Online verfügbar von 11/05 bis 25/05

Alle Welt kennt mindestens einen dieser Filme: „Conan der Barbar“, „Mad Max II – Der Vollstrecker“, „E.T. – Der Außerirdische“, „Das Ding aus einer anderen Welt“, „Poltergeist“, „Tron“, „Star Trek II: Der Zorn des Khan“, „Rocky III – Das Auge des Tigers“ und schließlich „Blade Runner“. Jeder von ihnen ist typisch für das US-Kino der 1980er Jahre und beeinflusst die Popkultur bis heute. Und noch eines haben die Filme gemeinsam: Allesamt kamen sie im Sommer 1982 heraus. Der Kinosommer 1982 veränderte den Unterhaltungsfilm für immer und bildete die Wende vom Filmschaffen der 70er zu dem der 80er Jahre.

„Hollywood 1982. Ein magischer Kinosommer“ erzählt die Vorgeschichte dieses produktiven und innovativen Sommers, der die Filmgeschichte vor allem deshalb prägte, weil er sich radikal von allem unterschied, was Hollywood bis dahin zu bieten hatte. Nach einer Einführung in das historische Umfeld dieses legendären Kinosommers widmet sich der Dokumentarfilm den neun Filmen, die damals Premiere feierten. Den krönenden Abschluss bildet „E.T. – Der Außerirdische“, einer der kommerziell erfolgreichsten Spielfilme aller Zeiten, der Steven Spielberg ein für alle Mal seinen Status als Starregisseur sicherte. Zu Wort kommen sowohl Zeitzeugen wie die Regisseure John Carpenter und Nicholas Meyer oder „Blade Runner“-Drehbuchautor David Webb Peoples als auch Künstler, die das Erbe des damaligen Schaffens angetreten haben, darunter David Hayter, Drehbuchautor von „Watchmen“. Gemeinsam mit Experten zeichnen sie die Entwicklung des Kinos Ende der 70er, Anfang der 80er nach und fügen so ein Bild der Epoche zusammen.

Freitag, 20.05. / 21:45 Uhr / Barbra Streisand – Geburt einer Diva (1942-1984)
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 58 Min.
Regie: Nicolas Maupied

Mit ihren Filmen und ihrer Musik begeistert sie ein Millionenpublikum: Barbra Streisand. Der Durchbruch gelang ihr mit dem Oscar für „Funny Girl“ und für den Filmsong „Evergreen“ in „A Star Is Born“. ARTE widmet der letzten großen „American Songbook“-Diva ein Porträt. Sie war die Königin des Broadway, der Musikindustrie und des New Hollywood, lange vor Pop-Größen wie Madonna, Beyoncé und Lady Gaga. Die Dokumentation schildert die Karriere des Weltstars, angefangen von den frühen Jahren in Hollywood bis zu ihrem politischen Engagement für Frauenrechte.

Sie ist die Königin der Musikindustrie, des Broadways und des New Hollywood: Barbra Streisand. Die letzte große „American Songbook“-Diva hat viele Künstlerinnen nach ihr wie Madonna, Beyoncé oder Lady Gaga geprägt. Als perfektionistisches Multitalent steht sie in der Tradition der singenden, tanzenden und schauspielenden Hollywoodstars.
Barbara Joan Streisand kommt am 24. April 1942 in New York zur Welt. Ihr Vater, ein jüdischer Lehrer, stirbt 15 Monate nach ihrer Geburt. Nachdem sie versucht hat, als Sängerin in New Yorker Nachtclubs Fuß zu fassen, bekommt sie mit 19 ihre erste Rolle im Broadway-Musical „I Can Get It for You Wholesale“. Mit 21 veröffentlicht sie ihr erstes Studioalbum – „The Barbra Streisand Album“. Auch im Filmgeschäft kann sie beispiellose Erfolge feiern: Filmmusicals wie „Hello, Dolly!“, Screwball-Komödien wie „Is’ was, Doc?“ und Dramen wie „So wie wir waren“ werden dank ihr zu großen Publikumserfolgen.
Mit eigenen Regiearbeiten wie „Yentl“ und „Der Herr der Gezeiten“ etabliert sich Streisand als Regisseurin auch hinter der Kamera. Mit ihrer Mezzosopran-Stimme und ihrem Aussehen, das nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, schreibt sie ein ganz eigenes Kapitel in der Unterhaltungsgeschichte. Streisand verkörpert eine neue Art von Attraktivität und vor allem ein neues Bild des weiblichen Stars: frei, unangepasst und stark. Damit ebnet sie den Weg für die Künstlerinnen der Girl-Power-Bewegung.
Barbra Streisand gehört heute längst zu den etablierten Größen des amerikanischen Showbiz: Als sie ein junges Mädchen war, meinten ihre Mutter und ihr Stiefvater, sie sei nicht hübsch genug für die Bühne. Doch sie ließ sich nicht beirren und setzte sich auch später in einer Männerdomäne durch. Ihre Großmutter nannte sie wegen ihres Dickkopfs schon als Kind „farbrent“, was auf Jiddisch so viel wie „brennend“ bedeutet. Die Bilanz sind mehr als 60 Alben, 20 Filme als Schauspielerin, drei Spielfilme als Regisseurin und unzählige Shows in der ganzen Welt.
Die Dokumentation verfolgt ihren Lebensweg bis zum Höhepunkt ihrer Karriere in den 80er Jahren, als Barbra Streisand zum ersten weiblichen Megastar wird. Er beleuchtet den Werdegang einer Ikone, die sich bis heute für die Rechte von Frauen und Homosexuellen einsetzt.

Freitag, 20.05. / 22:45 Uhr / Damon Albarn ~ Eine britische Geschichte
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 51 Min.
Regie: Adrien Pavillard
Online verfügbar von 13/05 bis 19/07
Erstausstrahlung

Aus der europäischen Musiklandschaft ist er kaum mehr wegzudenken: Seit rund 30 Jahren ist Damon Albarn fester Bestandteil der Pop-Musikszene. In den 90er Jahren avancierte der Brite als Frontmann der Britpop-Band Blur zum Star, 1998 gründete er zusammen mit dem Zeichner Jamie Hewlett das Cartoon-Pop-Projekt Gorillaz, einige Jahre später folgte die Gründung der All-Star-Truppe The Good, The Bad & The Queen.

Inzwischen ist Damon Albarn auch als Solokünstler erfolgreich. Neben zahlreichen Kooperationen mit Künstlerinnen und Künstlern weltweit veröffentlichte er Soloalben und schrieb eine Oper. Stilistisch lässt sich der Sänger und Multiinstrumentalist dabei in keine Schublade stecken: Ob Pop, Afrobeat, Alternative, Psychedelic Funk, Trip-Hop oder Klassik – seit jeher experimentiert Damon Albarn mit verschiedensten Musikstilen und erfindet sich immer wieder neu.

Die Dokumentation beleuchtet die Karriere des Musikers anhand der Geschichte seiner Heimat Großbritannien. Mit Hilfe dieser Parallele wird deutlich, wie sich das Vereinigte Königreich in den letzten 25 Jahren entwickelt hat: von einem kulturell und wirtschaftlich tonangebenden Land zu einer zersplitterten Nation – unfähig, in die Zukunft zu blicken und davon überzeugt, dass das europäische Ideal die Ursache allen Übels ist. Aus heutiger Perspektive war die Geschichte des Brexit wohl unausweichlich. Seit dem Brexit-Referendum und dem EU-Austritt seines Heimatlandes ist für Damon Albarn das Engagement für eine multiethnische, progressive Gesellschaft zum künstlerischen Hauptantrieb geworden.

Die Dokumentation erzählt die Geschichte eines Musikers, der es über Begegnungen, verschiedene Formen der Zusammenarbeit und Reisen schaffte, die positiven Seiten der Globalisierung für sich zu nutzen und seinen Blick auf die Welt radikal zu ändern.

Freitag, 20.05. / 23:40 Uhr / Damon Albarn
ARTE Concert Festival 2021
Musik, Frankreich, 2021, ARTE F 67 Min.
Regie: David Ctiborsky
Mit: Damon Albarn
Online verfügbar von 18/11 bis 15/05

Zum sechsten Mal findet das „ARTE Concert Festival“ in der Pariser Gaîté Lyrique statt, produziert und gefilmt von La Blogothèque.

Damon Albarn präsentiert in dieser Ausgabe live sein neues Solo-Album „The Nearer the Fountain, More Pure the Stream Flows“ – eine poetische, sensibel orchestrierte Ode an Island, die Wahlheimat des Musikers.

Damon Albarn ist eine der herausragenden Figuren des Britpop. Im Laufe seiner über 30-jährigen Karriere zeigte er sich immer wieder als einer der facettenreichsten und produktivsten Künstler seiner Generation. In den 90er Jahren war er der musikalische Kopf von Blur, wandte sich aber bald anderen Musikrichtungen zu. So musizierte er mit Größen des malischen Folk ebenso wie mit den Meistern des Afrobeat, erneuerte die Popmusik mit der von ihm mitbegründeten Hybrid-Band Gorillaz und trat in der Super-Group The Good, The Bad & The Queen an der Seite des früheren Clash-Bassisten Paul Simonon, des Ex-Gitarristen von The Verve Simon Tong und seines Freundes und genialen ehemaligen Drummers von Fela Kuti, Tony Allen, auf. Daneben komponierte Damon Albarn in zahlreichen Kooperationen neben Opern Songs, die um die Welt gingen (darunter „Song 2“, „Boys and Girls“, „Feel Good Inc.“).

Auf der Bühne des „ARTE Concert Festival 2021“ stellt er sein neues Album „The Nearer the Fountain, More Pure the Stream Flows“ vor – eine poetische, sensibel orchestrierte Ode an Island, die Wahlheimat des Musikers. In gewohnter Manier liefert der Brite mit Unterstützung seiner Band und eines Streichquartetts ein intensives, gefühlvolles Konzert, das unter die Haut geht.

Freitag, 20.05. / 00:50 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2021, ARTE F 30 Min.
Online verfügbar von 13/05 bis 08/05
Erstausstrahlung

Freitag, 20.05. / 01:25 Uhr / Die Welt, wie Radiohead sie sieht
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Benjamin Clavel
Online verfügbar von 13/05 bis 02/07

Mit ihrem Hit „Creep“ gelang der britischen Band Radiohead in den frühen 1990ern der internationale Durchbruch. Seither ist es der zunächst als englische Weirdo-Band abgestempelten Rockgruppe gelungen, mit jedem Album ihren Stil neu zu definieren und ihre Fans herauszufordern. In ihren Texten setzen sich die fünf Briten um Frontman Thom Yorke seit über 30 Jahren kritisch und ohne Scheuklappen mit der modernen Gesellschaft auseinander und schrecken dabei nicht vor philosophischen und politischen Themen zurück. Die Dokumentation beleuchtet das widersprüchliche Verhältnis zwischen der immensen Popularität und der künstlerischen Integrität der Band.

Radiohead ist seit den 1990ern eine der erfolgreichsten Pop-Rock-Bands der Welt. Zwischen Weltstar-Status und Zurückhaltung, massentauglichem Pop-Rock und musikalischen Experimenten hat die ebenso widersprüchliche wie emblematische Band eine einzigartige Spur in der weltweiten Musikszene hinterlassen. In ihren Songtexten spiegeln sich drei Jahrzehnte wider – geprägt von der Ausbreitung des Neoliberalismus und Konsumismus in der westlichen Welt, dem Internet und der zunehmenden Allgegenwärtigkeit von Technologie. Auch wenn es nicht jedem Radiohead-Fan bewusst ist: Die gesamte Diskografie der Band ist von existenziellen und politischen Fragen durchzogen; jedes Album liefert eine präzise Momentaufnahme von Geschichte und Zeitgeist. In „Kid A“ wagten Radiohead ein teuflisches Porträt von Tony Blair; in „Hail to the Thief“ kritisierten sie George W. Bush aufs Schärfste; und in „OK Computer“ setzte sich die Band mit dem ambivalenten Verhältnis zu neuer Technologie auseinander. Seit ihrer Entstehung zeigt sich die Band stets engagiert und am Puls der Zeit. Als Wegbegleiter von Noam Chomsky und Naomi Klein sowie als Leser von J. G. Ballard und George Orwell sind die fünf Briten nicht nur Künstler, sondern vor allem auch Weltbürger, die sich gegen jegliche Form von Entfremdung auflehnen. Die Dokumentation wagt einen Blick in das Innenleben der Kultband und illustriert deren scharfsinnigen Blick auf die Welt und sich selbst.


Programmwoche 21:

Samstag, 21.05. / 05:00 Uhr / Es war einmal… „The Square“
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Manuelle Blanc
Online verfügbar von 14/05 bis 20/07

In seinem vierten Spielfilm „The Square“ zeichnet der Schwede Ruben Östlund eine bissige Satire des zeitgenössischen Kunstbetriebs. 2017 erhielt er dafür bei den Filmfestspielen von Cannes die Goldene Palme. Die Dokumentation beleuchtet den schöpferischen Prozess des Filmemachers, der ein scharfer Beobachter der gesellschaftlichen Verhältnisse ist und in „The Square“ das heutige Schweden sehr kritisch darstellt: Einst Musterschüler der skandinavischen Sozialdemokratie, hat das Land heute mit Individualismus und sozialer Ungleichheit zu kämpfen.

Der Kurator eines Museums für zeitgenössische Kunst in Stockholm präsentiert seine neueste Installation: „The Square“ ist ein großes weißes Quadrat auf dem Boden vor dem Museum, das für Vertrauen und Altruismus stehen soll. Doch am Tag vor der Einweihung werden dem Kurator Geldbörse und Handy gestohlen. Bei der Suche nach dem Mobilgerät wirft er seine gutmenschlichen Prinzipien schnell über den Haufen. Außerdem startet sein Marketingteam eine Werbekampagne, die so skandalös ist, dass sie ihn zum Rücktritt zwingt. Allmählich wird ihm bewusst, wie oberflächlich und leer sein Leben wirklich ist. Die Dokumentation beleuchtet Entstehung, Kontext und Produktion von Ruben Östlunds viertem Spielfilm, der 2017 bei den Filmfestspielen von Cannes die Goldene Palme erhielt. Filmausschnitte, exklusives Drehmaterial und andere Dokumente zeigen, dass „The Square“ auf Erlebtem basiert, denn der Filmemacher stellte die gleiche Installation als eine Art soziales Experiment in einem schwedischen Museum aus. Schonungslos macht er sich über die zeitgenössische Kunst lustig, wenn sie so abstrakt ist, dass sie ans Abstruse grenzt, und vor allem wenn sie sich blind den Gesetzen des Viralmarketings unterwirft. Deutlich wird auch Östlunds Kritik an der schwedischen Gesellschaft: Das Land, einst Vorreiter der skandinavischen Sozialdemokratie, hat heute mit Individualismus und sozialer Ungleichheit zu kämpfen. Ruben Östlund ist der bekannteste Vertreter des schwedischen Filmnachwuchses. Die Dokumentation zeigt ihn als anspruchsvollen Profi, der seine Schauspieler bei langen Plansequenzen zuweilen überstrapaziert, um das Beste aus ihnen herauszuholen, und als scharfen Beobachter der gesellschaftlichen Verhältnisse, in dessen Arbeiten die Frage des Altruismus eine zentrale Rolle spielt.

Samstag, 21.05. / 05:55 Uhr / Antonio Banderas / Pedro Almodóvar ~ Der Meister und seine Muse
Dokumentation, Frankreich, 2022, ARTE F 52 Min.
Regie: Nathalie Labarthe
Online verfügbar von 01/05 bis 04/11
Wiederholung vom 08.05.

Samstag, 21.05. / 20:15 Uhr / Vom Schreiben und Denken – Die Saga der Schrift: Der Anfang
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2020, ARTE F 51 Min.
Regie: David Sington
Online verfügbar von 14/05 bis 20/07

Aus heutiger Sicht ist Schreiben etwas ganz Banales. Doch das war nicht immer so. In drei Folgen erzählt „Vom Schreiben und Denken – Die Saga der Schrift“, wie die Kunst des Schreibens im Laufe der Jahrtausende Gesellschaften prägte. Die Macht- und Kulturkämpfe zwischen Orient und Okzident lassen sich aus der Entwicklung der Schriftsysteme herauslesen. Hier fand die Geschichtsschreibung ihren Anfang und hier setzt sie sich bis heute fort. Die erste Folge der Dokumentationsreihe führt auf eine Reise um die Welt und erkundet die Ursprünge der Schrift.

Schreiben ist heute für die meisten etwas Selbstverständliches. Die Schrift ermöglicht es, über Zeit und Raum hinweg mit anderen Menschen zu kommunizieren. Ohne die Erfindung des Alphabets hätte die moderne Welt unmöglich entstehen können. Doch wer kam auf diese geniale Idee? Die erste Folge der Dokumentationsreihe nimmt die Zuschauer mit auf eine historische Entdeckungsreise: Von Ägypten über Australien bis nach China ergründet sie die Entwicklung der Schrift – von den ersten Zeichen bis zu den Buchstaben, die heute allgegenwärtig sind. Die Schrift spielte in der Entwicklung von Hochkulturen eine äußerst wichtige Rolle – eine bahnbrechende Erfindung, die nunmehr 5.000 Jahre alt ist. Ohne die Schrift wären das Entstehen moderner Gesellschaften und technische Innovationen nicht möglich gewesen. Einer der bedeutendsten Meilensteine der Menschheitsgeschichte war die Entstehung des Alphabets. Archäologen vermuten seinen Ursprung in Ägypten, wo sie einige simple, in Stein gehauene Symbole fanden. An zahlreichen Orten kamen zu verschiedenen Zeiten erste Formen von Schrift auf, die auch Gemeinsamkeiten aufzeigten: Das Bild ging der Schrift voraus und entwickelte sich weiter zum Schriftzeichen. So resultieren heute zum Beispiel der erste Buchstabe unseres Alphabets A aus dem Abbild eines gedrehten Stierkopfes und das M aus dem welligen Symbol für Wasser. Wie die Buchstaben sich entwickelt haben, ist heute allerdings nur den wenigsten bekannt.

Samstag, 21.05. / 21:05 Uhr / Vom Schreiben und Denken – Die Saga der Schrift: Imprimatur – Buch und Zivilisation
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2020, ARTE F 51 Min.
Regie: David Sington
Online verfügbar von 14/05 bis 20/07

Die Geschichte der Menschheit wurde stark von den Wechselbeziehungen zwischen Europa, Asien und der arabisch-islamischen Welt geprägt. Die Schriftsysteme dieser drei großen Kulturräume spiegeln ihre Gegensätze wider und greifen auf sehr unterschiedliche Techniken zurück. Die zweite Folge der Dokumentationsreihe „Vom Schreiben und Denken. Die Saga der Schrift“ beschäftigt sich mit dem Einfluss, den Schreibgeräte und -materialien auf die Entwicklung einer Kultur haben. Die Verwendung von Feder oder Pinsel, Papyrus, Pergament oder Papier bestimmte lange Zeit, wer in einer Gesellschaft lesen und schreiben konnte – bis die Erfindung des Buchdrucks die Karten neu verteilte. Welche Rolle spielte das Schreiben bei der Entwicklung der Zivilisationen? Seit es Schrift gibt, nutzen die großen Imperien der Geschichte sie für Kommunikation und Verwaltung. Darüber hinaus wurde die Weitergabe von Informationen schnell zu einem wichtigen Faktor für das Aufblühen von Kultur und Wissenschaft. Die Erfindung des Papiers ließ in China und später in der islamischen Welt Gelehrsamkeit und Bildung gedeihen – bis in Europa die bahnbrechende Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg für weitere Umwälzungen sorgte. Buchdrucker, Kalligrafen und Handwerker bewahren jahrtausendealte Techniken und machen den Siegeszug der Schrift für die Zuschauer erlebbar. Die Dokumentation verdeutlicht die zentrale Rolle von Schreibtechniken im Ringen um Einfluss zwischen Europa, China und der arabisch-islamischen Welt.

Samstag, 21.05. / 22:00 Uhr / Vom Schreiben und Denken – Die Saga der Schrift: Eine neue Ära
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2020, ARTE F 53 Min.
Regie: David Sington
Online verfügbar von 14/05 bis 20/07

Die Schrift entwickelte sich aus einem gemeinsamen Ursprung und nahm im Laufe der Geschichte ganz unterschiedliche Formen an. Heute erobern digitale Technologien die Welt. Werden die neuen globalen Kommunikationsformen auch eine universelle Art des Schreibens hervorbringen? Die Schrift eines Kulturkreises hatte schon immer maßgeblichen Einfluss auf das Denken und das Bewusstsein ihrer Mitglieder. Wenn die Schrift sich verändert – verändert sich dann auch der Mensch? Im 20. Jahrhundert setzten Reformer und Revolutionäre die Schrift zu politischen Zwecken ein: Atatürk, Stalin und Mao. Sie alle versuchten mit unterschiedlichem Erfolg eine Schriftreform durchzusetzen. Was geschieht mit der Identität und Geschichte eines Volkes, wenn sich seine Art zu schreiben verändert? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schrift und Identität? Im Zeitalter der Digitalisierung vollzieht sich erneut ein Umbruch: Füllfederhalter und Pinsel müssen nach mehreren tausend Jahren Bildschirmen und Tastaturen weichen. Dabei können auch neue Arten der Sprache entstehen, denn wie soll man sich zum Beispiel auf Arabisch unterhalten, wenn man nur eine Computertastatur mit einem lateinischen Alphabet hat? Wie sieht die Zukunft der Schrift aus? Und welche Folgen hat diese Entwicklung für das Denken der Menschen? Der dritte Teil der Dokumentationsreihe beschäftigt sich mit den Schriftreformen des 20. Jahrhunderts in der Türkei, Usbekistan und China sowie mit dem Siegeszug der digitalen Medien. Dabei wird deutlich, wie eng Schrift und Identität miteinander verknüpft sind.

Samstag, 21.05. / 02:50 Uhr / Marcel Duchamp ~ Die Kunst des Möglichen
Dokumentation, Deutschland, 2018, ZDF 53 Min.
Regie: Matthew A. Taylor
Online verfügbar von 20/05 bis 20/06

Marcel Duchamp zählt zu den eigenwilligsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er gilt als Mitbegründer der Konzeptkunst und Erfinder des Readymade. Mit seinen revolutionären Ideen hat er nicht nur die nachfolgenden Künstlergenerationen beeinflusst, sondern auch unsere Wahrnehmung und Verständnis von Kunst bis heute verändert. Was ist Duchamps bleibendes Vermächtnis und wie prägen seine Arbeiten und Ideen unsere Gegenwart und Zukunft? Antworten geben seltene Interviewsequenzen mit Duchamp selbst sowie namhafte Experten und Künstler wie Francis Naumann, Jeff Koons, Paul Matisse oder Edward Ruscha.

„Marcel Duchamp – Die Kunst des Möglichen“ ist mehr als ein Biopic, das die Lebensgeschichte eines der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts erzählt. Die Dokumentation erkundet die Möglichkeiten in jedem Kunstprojekt und zeigt Duchamps Einfluss auf zeitgenössische bildende Künstler, Grafikdesigner, Filmemacher, Musiker und Technologien.

Dass ein Kunstwerk kopiert werden konnte, dass diese Arbeiten, auch wenn es sich dabei um Kopien oder Replikate handelte, eigenständige Kunstwerke sind, diese Idee führte Duchamp systematisch in die Kunstwelt des 20. Jahrhunderts ein . Aus dieser Kunstauffassung wurden die Installationskunst, Happenings, Performancekunst und die Körperkunst geboren – alles Formen, die für uns heute selbstverständlich sind. Duchamp war die Urquelle für viele moderne künstlerische Ausdrucksformen.

Für seine berühmten Readymades wählte Duchamp ein Objekt – das wirklich alles sein konnte – und machte es, ungeachtet seiner Form, seiner Farbe zur Kunst: So entstand mittels eines „Objet trouvé“ etwa sein berühmtes „Fahrrad-Rad“ (1913) oder „Die Fontäne“ (1917), sein bekanntes Urinal, das zu einer Kontroverse um den Kunstbegriff führte.

Durch und in seiner Arbeit wirft Duchamp die Frage auf: „Was ist Kunst?“ und weist damit zukünftigen Künstlern einen Weg, ihre Kreativität quasi grenzenlos zu erweitern. Wer war der Ausnahmekünstler Marcel Duchamp? Welche sind seine einflussreichsten Arbeiten und warum waren sie wichtig? Was ist Duchamps bleibendes Vermächtnis und wie prägen seine Arbeiten und Ideen unsere Gegenwart und Zukunft?

Antworten geben seltene Interviewsequenzen mit Duchamp selbst, sowie namhafte Experten und Künstler wie Francis Naumann, Michael R. Taylor, Jeff Koons, Thierry de Duve, Paul Matisse, Joseph Kosuth, Edward Ruscha.

Sonntag, 22.05. / 05:40 Uhr / The Art of Museums ~ Die Alte Nationalgalerie, Berlin
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Ralf Pleger
Online verfügbar von 21/05 bis 21/06

„The Art of Museums“ zeigt acht bedeutende Museen aus acht verschiedenen Ländern und ihre bedeutendsten Werke, deren Faszination von prominenten Kunstliebhabern wie Vivienne Westwood, Sasha Waltz, Wolfgang Joop und Karl Ove Knausgård erklärt werden. Ein antiker Tempelbau für die deutsche Kunst, das war die Alte Nationalgalerie bei ihrer Eröffnung 1876. Heute beherbergt das Haus auf der Berliner Museumsinsel Meisterwerke wie Caspar David Friedrichs „Der Mönch am Meer“ – ein Sinnbild deutscher romantischer Malerei. Die Dokumentation erzählt die Geschichte des Museums, in der sich die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte widerspiegeln, und von den Werken seiner Sammlung.

Ein antiker Tempelbau für die deutsche Kunst sollte sie einst werden: die 1876 eröffnete Alte Nationalgalerie in Berlin. An zentraler Stelle auf der Museumsinsel gelegen, sollte sie den Deutschen den Gedanken einer Kulturnation näherbringen. Allerdings öffnete sich das Haus sehr früh auch anderen Kunststilen wie dem französischen Impressionismus. Heute beherbergt die Alte Nationalgalerie Meisterwerke vom Klassizismus bis zur beginnenden Moderne. Mit dem Bild „Der Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich ist hier eines der wichtigsten Werke der romantischen Malerei zu sehen, das geradezu zu einem Sinnbild für die deutsche Kunst geworden ist. Die Dokumentation erzählt, wie die Restaurierung des Bildes neue Erkenntnisse über den Malprozess hervorbrachte und die Deutung des Bildes veränderte. Und sie erzählt die faszinierende Geschichte des Museums, in der sich auch die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte widerspiegeln: In der NS-Zeit wurden mehr als 500 Werke des Hauses als „entartete Kunst“ degradiert; im Krieg wurde das Gebäude schwer beschädigt. Mit der deutschen Teilung befand sich das Haus dann im Ostteil der Stadt, was zur Gründung der Neuen Nationalgalerie in West-Berlin führte. Die Wiedervereinigung brachte die Alte und die Neue Nationalgalerie schließlich zusammen. Heute gehören weitere Museen in Berlin zur Nationalgalerie, darunter der Hamburger Bahnhof als Museum der Gegenwart. Der Film begleitet Katharina Grosse, eine der wichtigen Künstlerinnen der heutigen Zeit, bei einem Gang durch das Museum. Sie schildert ihre Eindrücke von Bildern wie dem „Mönch am Meer“ und „Im Wintergarten“ von Edouard Manet.

Sonntag, 22.05. / 06:35 Uhr / Abenteuer Museum ~ Das Moderna Museet in Stockholm
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, SWR 53 Min.
Regie: Verena Knümann
Online verfügbar von 22/05 bis 06/07

Von Klee bis Eliasson, von Picasso bis Rauschenberg. Das Moderna Museet in Stockholm zeigt nationale und internationale Kunstwerke der Moderne. 1998 wurde das neue Museumsgebäude in seiner heutigen Form eingeweiht, idyllisch auf der Insel Skeppsholmen gelegen. Bei freiem Eintritt kann man eine umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst und Fotografie der Spitzenklasse besuchen. Marie Labory und Gustav Hofer erkunden gemeinsam mit der schwedischen Sängerin Fredrika Stahl das Museum und seine Umgebung, befragen Direktoren und Kuratoren, Künstler und Köche.

Von Klee bis Eliasson, von Picasso bis Rauschenberg – seit 1958 zeigt das Moderna Museet in Stockholm nationale und internationale Kunstwerke der Moderne. Im Jahr 1998 wurde das neue Museumsgebäude in seiner heutigen Form eingeweiht, erbaut nach den Plänen des spanischen Architekten Rafael Moneo – ein besucherfreundliches, unkompliziertes Kunsthaus. Es ist idyllisch auf der Insel Skeppsholmen gelegen, mitten im Herzen Stockholms, mit Traumblick auf die umliegenden Inseln, auf Wasser, Boote und viel Grün, im Museumsgarten Großplastiken von Picasso, Calder, Niki de Saint Phalle. Bei freiem Eintritt kann man eine umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst und Fotografie der Spitzenklasse besuchen. Zum inoffiziellen Wahrzeichen und Besuchermagnet wurde in den letzten Jahren „Monogram“, Robert Rauschenbergs berühmte Angora-Ziege. Neben der ständigen Sammlung präsentieren wechselnde Ausstellungen Werke der Gegenwartskunst, wobei die derzeitigen Direktoren Ann-Sofi Noring und Daniel Birnbaum dem Genderaspekt besondere Aufmerksamkeit schenken. Stockholm, die Stadt, die auf dem Wasser schwimmt, legendär umweltfreundlich und cool, war 2010 die erste Grüne Hauptstadt Europas mit Hunderten Parks und Grünflächen. Auch das Moderna Museet liegt in einem Park, dem Ekoparken, dem weltweit ersten innerstädtischen Nationalpark. Marie Labory und Gustav Hofer erkunden gemeinsam mit der schwedischen Sängerin Fredrika Stahl das Museum und seine Umgebung, befragen Direktoren und Kuratoren, Künstler und Köche.

Sonntag, 22.05. / 09:20 Uhr / Lino Ventura ~ Ganove mit Herz
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 52 Min.
Regie: Philippe Kohly
Online verfügbar von 15/05 bis 21/06

Ob knallharte Polizisten oder schwere Jungs – Lino Ventura war als Schauspieler ein Naturtalent. Seine Mimik war sparsam, er wirkte kantig, aber auch melancholisch: Er vermittelte immer den Eindruck, dass hinter seinen Figuren, die meist in sich gekehrte Einzelgänger waren, ein Mann mit Prinzipien und ausgeprägtem Moralbegriff steht, solide und wortkarg, hart und sentimental. Doch warum lehnte er so viele große Rollen ab? Und weshalb schien er sich als Schauspieler manchmal selbst im Weg zu stehen? Der am 14. Juli 1919 als Angiolino Ventura geborene Italiener kam als Kind nach Paris. Als italienisches Einwandererkind wurde Ventura in Frankeich geschmäht und gedemütigt. Nach einer sehr kurzen Schulzeit schlug er sich als Gelegenheitsarbeiter durch, später wurde er Profiringer. Kurz nach dem Gewinn des Europameistertitels im Jahr 1950 zwang ihn eine Verletzung dazu, seine Karriere als Catcher aufzugeben. 1953 wurde er als Schauspieler entdeckt. Er spielte in dem Gangsterfilm „Wenn es Nacht wird in Paris“ an der Seite von Jean Gabin und Jeanne Moreau. Der Film „Der Mörder kam um Mitternacht“ machte Lino Ventura im Jahr 1959 endgültig zum Charakterdarsteller. Es folgten Filme wie „Fahrstuhl zum Schafott“ (1958) und „Der Panther wird gehetzt“ (1960), „Die Abenteurer“ (1967), „Der zweite Atem“ (1966) oder „Armee im Schatten“ (1969). 1969 wurde auch „Der Clan der Sizilianer“ produziert – hier spielte Lino Ventura an der Seite von Alain Delon und Jean Gabin. Später brillierte er in „Der Kommissar und sein Lockvogel“ (1970), „Die Filzlaus“ (1973) und „Das Verhör“ (1981). Blickt man auf Lino Venturas Kindheit, erscheint der Mann unter der rauen Schale in einem ganz anderen Licht. Lino Ventura überzeugte vor der Kamera durch seine starke Präsenz und Männlichkeit, im Kreis der Kollegen und Filmemacher aber war er bekannt als sensibler, schweigsamer Mensch, für seine Achtsamkeit und das übertrieben genaue Studieren der Drehbücher, für seine Ängstlichkeit am Set und seine Scheu vor anzüglichen Filmszenen und sei es auch nur ein Kuss. Das Porträt bringt eine sehr intime Seite des Schauspielers zutage. Ob als Agent, Killer oder Kommissar – immer sind in den Figuren auch die Verletzungen seiner Kindheit spürbar. Privat führte Ventura ein solides, bürgerliches Leben und eine skandalfreie Ehe mit der Frau, die er als 17-Jähriger kennenlernte und mit der er vier Kinder hatte. Am 22. Oktober 1987 starb Lino Ventura mit 68 Jahren in seinem Haus im Pariser Vorort Saint-Cloud an Herzversagen.

Sonntag, 22.05. / 10:15 Uhr / Lion – Der lange Weg nach Hause
(Lion)
Spielfilm, Großbritannien, Australien, USA, 2016, ARD 114 Min.
Regie: Garth Davis
Drehbuch: Luke Davies
Autor:in: Saroo Brierley
Produktion: The Weinstein Company, Screen Australia, See-Saw Films, Aquarius Films, Sunstar Entertainment
Produzent: Iain Canning, Angie Fielder, Emile Sherman
Kamera: Greig Fraser
Schnitt: Alexandre de Franceschi
Musik: Hauschka, Dustin O’Halloran
Kostüme: Cappi Ireland

Mit: Dev Patel (Saroo Brierley), Rooney Mara (Lucy), Nicole Kidman (Sue Brierley), David Wenham (John Brierley), Priyanka Bose (Kamla), Sunny Pawar (Saroo als Kind), Abhishek Bharate (Guddu)
Wiederholung vom 04.05.

Sonntag, 22.05. / 12:10 Uhr / Ist das Kunst? (1/4): Wer macht die Kunst?
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2022, RBB 26 Min.
Regie: Felix von Boehm
Online verfügbar von 22/05 bis 17/05
Erstausstrahlung

Immer wieder versetzten schier unglaubliche Rekordwerte, die Kunstwerke bei internationalen Auktionen erzielen, die Welt in Erstaunen. Doch wie entsteht eigentlich der Wert eines Kunstwerkes? Was macht die Kunst zu Kunst? Und: Wer sind die entscheidenden Player? Die Mini-Serie „Ist das Kunst?“ macht sich auf die Suche nach Antworten. Die erste Folge konzentriert sich auf die Künstlerinnen und Künstler selbst sowie deren Schaffensprozess: Wer macht die Kunst?

Die Art Basel ist die wichtigste Kunstmesse der Welt. Viele Werke privater und öffentlicher Sammlungen wurden hier zum ersten Mal gezeigt und verkauft. Doch wo kommt diese Kunst eigentlich her? In der ersten Folge von „Ist das Kunst?“ besucht Silke Hohmann, Kunstmarktexpertin und Redakteurin bei dem renommierten Kunstmagazin „Monopol“, einige der gefragtesten Künstlerinnen und Künstler der Kunstszene. In ihren Ateliers geben sie Einblicke in ihren Arbeitsalltag und die Vielzahl an Entscheidungsprozessen, die hinter der Entstehung und dem Verkauf ihrer Werke steckt.

Alicja Kwade öffnet die Türen zu ihren Ateliers in Berlin- Oberschöneweide, die sie inzwischen zu echten Unternehmen entwickelt hat. Mehr als 20 Menschen – darunter Steinmetze, Architektinnen und Statiker – arbeiten hier daran, die Ideen der deutsch-polnischen Künstlerin zu verwirklichen. Wie entstehen Kwades weltweit gefeierte Werke; sowohl aus künstlerischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht?

Anne Imhof, 2017 mit dem Goldenen Löwen auf der Biennale von Venedig ausgezeichnet, zeigt, wie sie ihr nächstes künstlerisches Großprojekt plant: eine Einzelausstellung in Paris, mit der sie das gesamte Palais de Tokyo bespielen wird. Zehntausende von Quadratmetern wird Imhof hier mit ihrer Kunst füllen.

Sammlerinnen und Sammler reißen sich um seine Werke, Museen platzieren ihn in ihren Sammlungen, auf Auktionen erzielen seine Bilder Rekordpreise: Der ghanaische Maler Amoako Boafo zählt zu den gefragtesten Künstlern der Welt. Seine Karriere startete er auf Instagram; heute will sogar die Modebranche mit dem jungen Künstler zusammenarbeiten. Doch warum sind seine Gemälde überhaupt so gefragt? Galeristen, Kuratorinnen, Kunstjournalisten und Sammlerinnen geben Einblicke in die Mechanismen des internationalen Kunstmarktes.

Sonntag, 22.05. / 16:10 Uhr / Die Stadt als Bühne ~ Der Maler Bellotto genannt Canaletto
Dokumentation, Italien, Deutschland, Österreich, 2022, ZDF 52 Min.
Regie: Leif Karpe, Christoph Goldmann
Online verfügbar von 21/05 bis 20/08
Erstausstrahlung

Der venezianische Maler Canaletto ist der unbestrittene Hauptmeister der Vedutenmalerei. Seine Ansichten europäischer Städte erlangten schon im 18. Jahrhundert Berühmtheit. Anlässlich seines 300. Geburtstags begibt sich die Dokumentation auf die Spuren des Künstlers. Die Reise führt nach Venedig, Dresden und Warschau sowie in die illusionistische Trickkiste des Künstlers.

Mit großen Ausstellungen feiern Städte wie Dresden, Warschau und Venedig dieses Jahr den 300. Geburtstag von Bernardo Bellotto – vielen besser bekannt unter dem Namen Canaletto. Im Werk des italienischen Malers wird die naturgetreue Wiedergabe von Städten perfektioniert und erreicht ihren vorläufigen Höhepunkt: Canalettos Veduten sind vorgeblich fotografisch genaue Wiedergaben von Residenzen, Straßen und Plätzen. Der Künstler agiert als Regisseur, Beleuchter und Bühnenbauer in einem und inszeniert lebendige Panoramen, als sei die Stadt eine große Bühne. Dabei bedient sich Canaletto vieler perspektivischer Tricks, die er von seinem Onkel, einem versierten Veduten- und Bühnenmaler, in der Welthauptstadt der Oper gelernt hat: Venedig.

Canalettos großformatige Stadtansichten sind voll von Figuren und Geschichten und entwerfen ein faszinierendes Bild vom alten, historischen Europa, das sich tief in unser kollektives Bewusstsein eingebrannt hat. Bis heute erfüllen uns die Werke des Künstlers mit einer Sehnsucht nach der idealen Stadt. Aber sind Canalettos Veduten von Venedig, Dresden und Warschau genaue Abbilder der europäischen Stadt oder selbst schon Fiktion?

Die Dokumentation erkundet den biografischen und künstlerischen Lebensweg des Malers und reist auf seinen Spuren von Venedig über Florenz nach Dresden und schließlich nach Warschau, dessen vom Zweiten Weltkrieg zerstörte Altstadt nach Bildern von Canaletto wiederaufgebaut wurde. Eine Stadtbühne für neue Stücke mit neuen Akteuren?

Sonntag, 22.05. / 17:05 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, Frankreich, 2022, WDR 30 Min.
Moderation: Bianca Hauda
Online verfügbar von 20/05 bis 20/08
Erstausstrahlung

Sonntag, 22.05. / 17:40 Uhr / Symphonie Nr. 6 op. 68 „Pastorale” ~ Philippe Jordan und die Wiener Symphoniker
Musik, Frankreich, Österreich, 2020, ARTEORF 45 Min.
Regie: Hans Hadulla
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Philippe Jordan
Orchester: Wiener Symphoniker
Online verfügbar von 15/05 bis 21/06
Erstausstrahlung

Philippe Jordan, zusammen mit den Wiener Symphonikern und der Wiener Singakademie, rekonstruiert jenes öffentliche Konzert, jene „Akademie“, bei der Beethoven an einem Abend unter anderem seine sechste Symphonie aufführte.

„Da haben wir denn in der bittersten Kälte von halb sieben bis halb elf ausgehalten und die Erfahrung bewährt gefunden, daß man auch des Guten – und mehr noch, des Starken – leicht zu viel haben kann“ , schrieb ein Zeitgenosse über den historischen Abend des 22. Dezember 1808 im ungeheizten Theater an der Wien, an dem Beethoven im Rahmen einer Orchesterakademie dem Publikum („zitternd und in Pelze gehüllt“ ) seine neuesten Werke präsentierte: die Symphonien Nr. 5 und 6, zwei Sätze aus der C-Dur-Messe, die Arie „Ah! perfido“ , das 4. Klavierkonzert und die Chorfantasie.

Als einen großen Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 250. Jubiläum der Geburt des Komponisten haben die Wiener Symphoniker mit Philippe Jordan und einem handverlesenen Ensemble von Solistinnen und Solisten die Akademie von 1808, in diesem falle die 6. Symphonie, rekonstruiert.

Sonntag, 22.05. / 23:30 Uhr / Xenakis Revolution ~ Baumeister des Klangs
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 55 Min.
Regie: Stéphane Ghez
Online verfügbar von 15/05 bis 18/11
Erstausstrahlung

Der Komponist, Architekt und Ingenieur Iannis Xenakis zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musik. Als Wegbereiter von Musikinformatik, Licht- und Klangshows sowie verräumlichter Musik inspiriert er bis heute Künstlerinnen und Künstler der elektronischen Musikszene und darüber hinaus. Die Dokumentation gibt Einblick in das Leben des Ausnahmekomponisten und macht begreiflich, wie es ihm gelang, eine einzigartige Ausdrucksform an der Schnittstelle von Musik, Architektur, Wissenschaft und Mathematik zu entwickeln.

Die 60er waren ein Jahrzehnt der Utopien und Iannis Xenakis war ein revolutionärer Utopist – in künstlerischem, technologischem, sozialem und politischem Sinne. Der studierte Ingenieur griechischer Herkunft engagierte sich im Zweiten Weltkrieg im Widerstandskampf gegen die Nazi-Besatzung, wurde schwer verwundet und zum Tode verurteilt. 1947 floh er aus seiner Heimat, in die er erst 27 Jahre später zurückkehrte. Zuflucht fand er in Paris, wo er schon bald mit Le Corbusier zusammenarbeitete, unter anderem am Kloster Sainte-Marie de la Tourette und an dem berühmten Philips-Pavillon der Brüsseler Weltausstellung. Sein Wirken an der Seite des Meisters der modernen Architektur inspirierte ihn zu radikalen Kompositionen wie „Metastasis“, in der er seine Kriegserfahrung verarbeitete. Eine neue musikalische Sprache war geboren.

Xenakis wandte sich sowohl von der traditionell tonalen als auch von avantgardistischen Strömungen wie der Zwölftonmusik ab und erfand seine eigene Art des Komponierens mithilfe grafischer Partituren und Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Er wollte sein Publikum in ein Gesamtspektakel eintauchen lassen, brach mit den klassischen Regeln des Orchesters und erfand die „Polytope“, eine neue, zugleich strukturelle, visuelle und klangliche Kunstform, die den heutigen Licht- und Klangshows den Weg ebnete. Xenakis war der erste europäische Komponist, der Musik am Computer entwarf. Mit dem UPIC-Programm, das grafische Kurven in Klangabläufe übersetzte, wollte er das Komponieren allgemein verständlich und zugänglich machen. Getragen von seinen revolutionären und humanistischen Ideen, überwand Xenakis die Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft und legte das Fundament für die futuristischen, multimedialen und genreübergreifenden Kreationen der Zukunft. So sind alle DJs der heutigen Elektro-Szene, ohne es zu ahnen, Nachkommen von Xenakis.

Regisseur Stéphane Ghez zeigt den Mann hinter dem außergewöhnlichen Werk, lässt Familie, Wegbegleiter sowie Künstlerinnen und Künstler zu Wort kommen. An den unberührten Stränden Korsikas, die Xenakis an Griechenland erinnerten, erzählt Tochter Mâkhi, wie die Natur das Werk ihres Vaters beeinflusste. Im Kloster Sainte-Marie de la Tourette nehmen seine grafischen Partituren Gestalt an und treten in einen Dialog mit seiner Architektur. Pascal Dusapin, George Aperghis und Jean-Michel Jarre schildern, wie Xenakis’ Werk die Musikwelt und ihre Traditionen erschütterte. Und in spektakulären Musiksequenzen veranschaulichen die jungen Künstler des Trio Xenakis, wie lebendig das Werk des Meisters noch heute ist.

Sonntag, 22.05. / 00:25 Uhr / Iannis Xenakis: Pleiades, Persephassa ~ Les Percussions de Strasbourg
Musik, Frankreich, 2022, ARTE F 85 Min.
Regie: Colin Laurent
Komponist: Iannis Xenakis
Online verfügbar von 15/05 bis 21/06
Erstausstrahlung

Der Komponist, Architekt und Ingenieur Iannis Xenakis (1922-2001) war in den 70er Jahren ein Star der Musikszene. Seine unermüdliche Experimentierfreude, seine radikale Modernität und seine innovativen Verbindungen von Klang, Licht und Elektronik machten ihn zum Wegbereiter einer neuen Kunstform. Bis heute zählt er zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen Musik. In seinen zahlreichen Werken für Schlaginstrumente entfaltete sich Xenakis‘ Einfallsreichtum besonders lebhaft – wie seine Zusammenarbeit mit dem Ensemble Les Percussions de Strasbourg eindrucksvoll beweist.

Sie zählen zu den Glanzstücken des zeitgenössischen Schlagzeugrepertoires: „Pleiades“ und „Persephassa“ von Iannis Xenakis – eigens komponiert für das Ensemble Les Percussions de Strasbourg. Für die Aufführung der beiden Werke hatte Xenakis eine spezielle räumliche Anordnung vorgesehen, die so jedoch nie umgesetzt wurde. Die neue Generation der Percussions de Strasbourg hat sich dieser Aufgabe angenommen und „Pleiades“ und „Persephassa“ nun erstmals in jener Konstellation auf die Bühne gebracht, die sich der Ausnahmekomponist gewünscht hat.

„Pleiades“ zählt zu Xenakis’ schönsten Werken. Die reichen Klangfarben sowie die freie und stimmige Komposition machen das Stück zu einem einzigartigen, rhythmischen Abenteuer. Der Titel ist den Plejaden entliehen, dem Siebengestirn neben dem Sternbild Stier. Zum Einsatz kommen Stabspiele wie Vibrafon und Marimba, verschiedenste Schlaginstrumente und ein speziell für diese Komposition entwickeltes Metallinstrument: das Sixxen.

„Persephassa“ gilt als Klassiker des Schlagzeugrepertoires. Das Ensemble Les Percussions de Strasbourg, dem das Stück gewidmet ist, brachte Xenakis‘ Meisterwerk 1969 im Iran erstmals auf die Bühne. Das Stück gleicht einem Tanz der Derwische, doch Xenakis strebt mit seiner Komposition nicht nach Trance: Immer wieder lösen kurze, unvorhersehbare Unterbrechungen das Publikum aus dem Zustand der Entrückung – und erfassen es wenig später wieder in einem Strudel der Beschleunigung.

Montag, 23.05. / 10:25 Uhr / GEO Reportage: Kenia, Let’s Dance
Reportage, Deutschland, 2018, ARTE 52 Min.
Regie: Myriam Bou-Saha
Online verfügbar von 16/05 bis 22/06

Am Rande der kenianischen Metropole Nairobi existieren unzählige Slums, in denen die Ärmsten der Armen leben. Einer davon ist Kibera. Doch während andernorts Hoffnungslosigkeit das Straßenbild bestimmt, erklingen in Kibera immer häufiger die Rhythmen entfesselter Trommeln oder sogar die Klänge klassischer Musik. Seit mehr als elf Jahren werden hier ganz besondere Unterrichtsstunden gegeben. Wo man es nicht erwartet, gehört klassisches Ballett zum Alltag vieler Kinder. „GEO Reportage“ hat die Schüler, ihre Familien und ihre Lehrer besucht.

Die 16-jährige Elsy hat einen Traum: Mit klassischem Ballett will sie dem Elend ihres Heimatorts Kibera entkommen, der zu den größten Slums Kenias gehört. Hier lebt sie zusammen mit ihren zwei Geschwistern bei ihrer Mutter, die einen kleinen Laden betreibt. Der Alltag in Kibera ist rau, die Jugendlichen sind täglichen Gefahren wie Gewalt, Prostitution und früher Schwangerschaft ausgesetzt. Eine Zukunft, die Elsy für sich unbedingt vermeiden will. Mit acht Jahren kam sie erstmals mit Ballett in Berührung, das durch internationale Organisationen nach Kibera gebracht wurde. Die Kinder durch ein möglichst vielfältiges Programm von der Straße holen, lautete damals die Devise. Und die Resonanz war überwältigend: Nicht nur klassisches Ballett, auch einheimische Tänze, Trommelspiel, Gesang und Akrobatik stehen zur Auswahl. Seitdem feilt Elsy zusammen mit ihrer Freundin Mary fast täglich an ihrer Technik. Die Mädchen arbeiten an gemeinsamen Choreographien und bereiten mit ihrer Klasse eine Gala vor, in der Geld für eine neue Tanzschule gesammelt werden soll. Zusammen mit ihren Mitschülern will Elsy beweisen, dass Ballett nicht nur europäischen Tänzern vorbehalten sein muss. Dafür stehen den Jugendlichen sowohl einheimische als auch internationale Lehrer zur Seite. Auch mit den Schulen anderer Slums wird zusammengearbeitet – besonders mit Mathare, deren Einwohner für ihre noch größere Gewaltbereitschaft bekannt sind. Denn eines haben sowohl die Organisatoren als auch die Schüler inzwischen erkannt: Wenn sie einen Schritt hinaus aus ihrer täglichen Misere finden wollen, müssen sie zusammenarbeiten. Die Vorbereitung zur nächsten Gala ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt dazu.

Zusatzinfo:
„GEO Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

Mittwoch, 25.05. / 17:50 Uhr / Auf den Spuren von Harry Potter ~ Kulissen des Kultkinos
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE 43 Min.
Regie: Jean Froment
Online verfügbar von 18/05 bis 24/06

Ob auf den Spuren des Herrn der Ringe in Neuseeland, von Harry Potter in Schottland oder von „Tiger & Dragon“ in China – die fünfteilige Dokumentationsreihe „Kulissen des Kultkinos“ macht sich anhand legendärer Filme auf zu spektakulären Drehorten, deren Kulissen teils erhalten geblieben sind. Wie haben sich die Filmemacher dieser Schauplätze bedient, inwiefern boten sie sich als Inspirationsquelle an und was machte gerade sie so einzigartig? Anfang 1994 besucht die damals noch unbekannte J. K. Rowling regelmäßig einen Teesalon in der Altstadt Edinburghs. Hier schreibt sie den ersten Band der Harry-Potter-Saga. Die Schlüsselmomente der Geschichte spielen sich im nebligen und feuchten Norden Großbritanniens ab. Das dramatische Licht, das schroffe Gebirge, die engen Täler und nebelumhüllten Bergkämme hatte J. K. Rowling im Kopf, als sie ihre Geschichte hier ansiedelte. Die Dokumentation begibt sich vom Ausgangspunkt Edinburgh aus auf eine Reise durch ein sagenhaftes Schottland, von der die Fantasy-Welt des weltberühmten Zauberlehrlings inspiriert ist.

Die Geschichte von Harry Potter beginnt in Edinburgh. Anfang 1994 besucht die damals noch unbekannte J. K. Rowling regelmäßig einen Teesalon in der Altstadt. Hier schreibt sie den ersten Band einer Fantasy-Saga, die zu einem Bestseller wird. Sie bringt viele Stunden damit zu, Charaktere zu entwerfen, Zauberer, Landschaften und fantastische Kreaturen zu beschreiben, die die Welt von Harry Potter bevölkern. Für die Fans, die von überall her kommen, ist dieses Café der Ausgangspunkt einer Harry-Potter-Pilgerreise. Die Autorin von „Harry Potter“ schlenderte gerne über den Greyfriars Kirkyard, den berühmtesten Friedhof Schottlands. Auf diesem Friedhof soll J. K. Rowling den Namen gefunden haben, dessen Anagramm „Lord Voldemort“ ergibt. London und Wales haben zwar in vielen Szenen der Harry-Potter-Filme als Kulisse gedient, doch die Schlüsselmomente der Geschichte spielen sich im nebligen und feuchten Norden Großbritanniens ab. Das dramatische Licht, das schroffe Gebirge, die engen Täler und nebelumhüllten Bergkämme hatte J. K. Rowling im Kopf, als sie das tödliche Duell zwischen dem Zauberlehrling Harry Potter und dem mächtigen schwarzen Magier Lord Voldemort hier ansiedelte. Im Westen Schottlands lieferte die Region Glenfinnan zahlreiche Kulissen für die Harry-Potter-Filme. Hier fährt der berühmte „Hogwarts Express“ – in Wahrheit der Jacobite Steam Train – vorbei, der Dampfzug, der Harry zu seiner Zauberschule bringt. Nach einem Abstecher an den Süßwassersee Loch Shiel geht es zurück nach Edinburgh ins renommierte Fettes College. J. K. Rowling ließ sich für die Beschreibung der Zauberschule von dieser berühmten Einrichtung und ihrem Pensionat inspirieren. Dann lädt der mystische Zauberwald Faskally Forest mit seinen Lichtinstallationen zu einem einmaligen nächtlichen Spaziergang ein. Loch Eilt mitsamt der kleinen bewaldeten Insel an seiner Spitze ist ein weiterer charakteristischer Schauplatz der Harry-Potter-Filme. Und nicht zuletzt auch die unbewohnte kleine Insel Bass Rock, die wie das Zauberergefängnis Askaban ein berüchtigtes Gefängnis war. Edinburgh und Schottland stecken voller Legenden und Mythen. Kein Wunder, dass diese geheimnisvollen Orte die Autorin der berühmten Harry-Potter-Romane inspiriert haben.

Donnerstag, 26.05. (Christi Himmelfahrt) / 17:50 Uhr / Auf den Spuren von Bridget Jones ~ Kulissen des Kultkinos
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE 43 Min.
Regie: Alice Doyard
Online verfügbar von 19/05 bis 25/06

Ob auf den Spuren des Herrn der Ringe in Neuseeland, von Harry Potter in Schottland oder von „Tiger & Dragon“ in China – die fünfteilige Dokumentationsreihe „Kulissen des Kultkinos“ macht sich anhand legendärer Filme auf zu spektakulären Drehorten, deren Kulissen teils erhalten geblieben sind. Wie haben sich die Filmemacher dieser Schauplätze bedient, inwiefern boten sie sich als Inspirationsquelle an und was machte gerade sie so einzigartig? London – die Stadt, in der große Liebesgeschichten geschrieben wurden: Romeo und Julia, Charles und Diana, Bridget Jones. Stadt der Theater und Musicals, mächtige Hauptstadt des British Empire, Sitz der Königsfamilie, die einen wahr gewordenen Traum lebt; kosmopolitische Megastadt, Wiege der Popmusik. Mit über fünf Millionen Singles – könnte London da nicht die ideale Kulisse für romantische Komödien sein? In „Auf den Spuren von Bridget Jones“ stellen einige Londoner, die auf der Suche nach der großen Liebe sind, ihre Stadt vor.

London, die Stadt, in der große Liebesgeschichten geschrieben wurden: Romeo und Julia, Charles und Diana, Bridget Jones. In ihrem Tagebuch erzählt Bridget ungeniert von ihrem Vorsatz, den perfekten Mann zu finden und damit aufzuhören, von ihrem Chef zu fantasieren. Sie hat ein Talent dafür, in peinliche Situationen zu geraten. Im turbulenten Herzen von London bewahrt Bridget die Ruhe und gibt die Suche nach einem „netten und charmanten“ Freund nicht auf. London ist eine kosmopolitische, brodelnde, schöpferische Megacity. In „Auf den Spuren von Bridget Jones“ stellen einige Londoner, die auf der Suche nach der großen Liebe sind, ihre Stadt vor. Darunter ist auch Philippa Sitters, Assistentin eines Literaturagenten, in Seven Dials, einem Viertel unweit vom Piccadilly Circus. Im 18. Jahrhundert war dies das verrufenste Viertel Londons. Heute wechseln sich hier Läden für Alternativmedizin, Restaurant-Terrassen und Cafés mit hübschen Boutiquen ab. Der Innenhof Neal’s Yard ist ein idealer Ort für ein romantisches Rendezvous. Piccadilly ist Londons Theaterviertel. Schon seit Jahrhunderten werden dort die größten Werke aufgeführt, die zum Träumen einladen, Mut machen und den Alltag versüßen. In London scheint es leichter zu sein, von der großen Liebe zu träumen als sie zu erleben, denn auch Bridget Jones sucht die große Liebe. Bis 1945 war Großbritannien die größte Seemacht der Welt. An diese ruhmreiche Zeit erinnert der Kreuzer „HMS Belfast“, der im Herzen der Stadt dort vor Anker liegt, wo Bridget von ihrem Prinzen träumte. Ed Livett, ein junger Mann, gehört zur sechsten Generation einer Familie von Seeleuten. Er arbeitet auf der Themse und bringt im Anschluss sein Boot zur Anlegestelle am Fuß der Tower Bridge. Die Tower Bridge wurde 1894 fertiggestellt. Bridget Jones und Tausende Londoner überqueren jeden Morgen diese Brücke. Eine Gelegenheit, um gute Vorsätze zu fassen, wie zum Beispiel den Avancen seines Chefs zu widerstehen oder nachzugeben. Der romantische Spaziergang geht am Südufer der Themse weiter, am Borough Market. In „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ wohnt die Protagonistin direkt über dem Pub „The Globe“. Dann geht es zu dem Viertel Shoreditch, das sich im Lauf der Zeit stark verändert hat. Heute ist es zu einem angesagten Viertel geworden, in dem die hippe Jugend feiern geht. Hier würde heute auch Bridget Jones ausgehen. London ist eine Stadt, die niemals schläft. Die Nacht endet, wenn man seine eigenen Grenzen erreicht hat oder wenn man sich wie Bridget schwört, nie wieder Alkohol zu trinken. Bei Sonnenaufgang bietet nach einer durchfeierten Nacht der Hyde Park Erholung. Am italienischen Springbrunnen des Parks duellierten sich Bridget Jones’ Verehrer. Das Viertel Islington ist das Zuhause des jungen Ehepaars Ish und Julian. Die beiden stehen für die soziale Vielfalt in der Stadt, und bei beiden war es Liebe auf den ersten Blick. Bridget Jones ist ein Spiegelbild der britischen Mentalität: ruhig bleiben und weitermachen, auch in peinlichen Situationen. So ist es kein Wunder, dass die Geschichte über die Abenteuer der jungen Londoner Singlefrau so erfolgreich war.

Freitag, 27.05. / 17:50 Uhr / Auf den Spuren von Tiger & Dragon ~ Kulissen des Kultkinos
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE 43 Min.
Regie: Fanny Tondre
Online verfügbar von 20/05 bis 26/06

Ob auf den Spuren des Herrn der Ringe in Neuseeland, von Harry Potter in Schottland oder von „Tiger & Dragon“ in China – die fünfteilige Dokumentationsreihe „Kulissen des Kultkinos“ macht sich anhand legendärer Filme auf zu spektakulären Drehorten, deren Kulissen teils erhalten geblieben sind. Wie haben sich die Filmemacher dieser Schauplätze bedient, inwiefern boten sie sich als Inspirationsquelle an und was machte gerade sie so einzigartig? Die Heldensaga „Tiger & Dragon“ spielt im China des 18. Jahrhunderts, das auch „Himmlisches Königreich“ genannt wurde. Von den schwindelerregenden Höhen des Huang-Shan-Gebirges über die Bambushaine von Anhui bis hin zu den Pforten der Taklamakan-Wüste: Li Mu Bai und Yu Xiu Lian, zwei Virtuosen der Kampfkunst, vereinen ihre Kräfte, um das Grüne Schwert der Unterwelt zurückzuerobern, das Jen Yu gestohlen hat. Auf den Spuren dieser Geschichte, in der es um Werte wie Ehre und Gerechtigkeit, Liebe und Mut geht, unternimmt die Dokumentation eine faszinierende Entdeckungsreise quer durch China.

Die Heldensaga „Tiger & Dragon“, die von Ehre, Liebe und Verrat handelt, spielt im China des 18. Jahrhunderts, das auch „Himmlisches Königreich“ genannt wurde. Li Mu Bai und Yu Xiu Lian, zwei Virtuosen der Kampfkunst, vereinen ihre Kräfte, um das Grüne Schwert der Unterwelt zurückzuerobern, das Jen Yu gestohlen hat. Die junge Diebin will auf diese Weise einer Zwangsheirat entkommen. Sie träumt von einem Leben als freie Kämpferin. Bei diesem mythischen Abenteuer überwinden die zwei Helden, die ihre Gefühle füreinander verbergen, viele Hindernisse und Gegner, während sie ganz China durchqueren, vom Bambusmeer von Anhui über die Gipfel des Huang-Shan-Gebirges bis zu den Toren der Taklamakan-Wüste. Für den Anfang von „Tiger & Dragon“ eignet sich kein Ort besser als die Wudang-Shan-Berge, die Wiege des Kung Fu. In dieser Region im Osten Chinas bilden die drei Ebenen Himmel, Erde und Mensch eine Einheit. Diese Philosophie spielt eine zentrale Rolle in der Kampfkunst namens Wushu. Der imposante Blaue Tempel, der über dem Tal thront, verkörpert auf eindrucksvolle Weise die Prinzipien des Wushu: Ehre und Gerechtigkeit. Wie in „Tiger & Dragon“ werden die Kampfszenen im Wuxia Pian, dem chinesischen Schwertkampffilm, als eine durchgetaktete Choreographie dargestellt, in der die Kämpfer zu Tänzern werden und eine Reihe von eleganten Figuren in den Schwertkampf einbauen. Um ein hohes Maß an Exzellenz und technischer Finesse zu erreichen, wie in „Tiger & Dragon“, müssen die Schüler von Meister Gu vor allem lernen, ihren Körper und ihre Emotionen perfekt zu beherrschen. In Anhui vermischen sich die Elemente Wasser und Erde und bilden kleine Oasen inmitten der Berge. Zwischen den Kiefern, Buchen und Bambushainen sprudeln im Wald von Mukeng Wasserfälle und klare Gebirgsquellen. Diese Provinz wird auch die Region des „grünen Wassers und Gebirges“ genannt. In „Tiger & Dragon“ wirft an diesem Ort Li Mu Bai das Grüne Schwert der Unterwelt einen tiefen Wasserfall hinunter, um es vor Jen Yu zu schützen. Weiter im Osten weichen die Wasserfälle und die aus einem Wolkenmeer ragenden Berggipfel einem riesigen, sanft wogenden Bambuswald, der in einer legendären Filmszene als Kulisse gedient hat: dem Luftkampf zwischen Li Mu Bai und der jungen Jen Yu. Das Dorf Hongcun, das nach Feng-Shui-Prinzipien erbaut wurde, diente ebenfalls als filmische Inspirationsquelle. In dem Gewirr aus engen Gassen und Wasserflächen wurden einige Szenen von „Tiger & Dragon“ gedreht. Etwas weiter südlich, in der ländlichen Region der Provinz Sichuan, zieht eine Operntruppe von Dorf zu Dorf. Sie spielen Abenteuerstücke, seichte Liebesgeschichten und Legenden wie die von „Tiger & Dragon“. Im Westen Chinas, in der Wüste Gobi, wo ebenfalls einige Szenen gedreht wurden, gilt die Stadt Jiayuguan als das Ende der Großen Mauer – aber sie könnte genauso gut ihr Anfang sein. Ihr imposantes Tor öffnet sich zur riesigen Wüste. Über die Seidenstraße gelangten Nomaden, Abenteurer und Hausierer in die Stadt. In „Tiger & Dragon“ erlebt eine der jungen Heldinnen im Traum noch einmal die Begegnung mit ihrem Geliebten „Schwarze Wolke“ in der angrenzenden Taklamakan-Wüste.

Freitag, 27.05. / 21:35 Uhr / Simon & Garfunkel: Traumwandler des Pop
Dokumentation, USA, 2011, ARTE 53 Min.
Regie: Jennifer Lebeau
Online verfügbar von 20/05 bis 25/08

Im Frühsommer 1970 erschien mit „Bridge over Troubled Water“ das letzte Album des Folkrock-Duos Simon & Garfunkel. Es ist ihr Vermächtnis und Meisterwerk zugleich. Die Dokumentation erzählt von der Entstehungsgeschichte dieses legendären Albums, das mit Songs wie „The Boxer“, „Cecilia“ und „El Condor Pasa“ zum Weltkulturerbe des Pop aufgestiegen ist.

Als die Welt Ende der 60er Jahre in einer tiefen Krise steckte und sich nach neuer Hoffnung sehnte, schufen Simon & Garfunkel eines der großen Meisterwerke der Popmusik: „Bridge over Troubled Water“. Die Dokumentation erzählt die Geschichte hinter dem letzten Studioalbum der beiden Musiker, das gemeinhin als ihr bestes gilt und in die Annalen der Musikgeschichte eingegangen ist. Das Album ist ein Spiegel seiner Zeit und entführt die Zuhörer auf eine emotionale Reise durch Licht und Schatten, die die Menschen bis heute berührt. Der Titeltrack wurde zur Hymne für eine ganze Generation. Paul Simon, Art Garfunkel und ihre Wegbegleiter berichten, wie es dazu kam und warum das Werk bis heute eine solche Faszination ausübt. De Dokumentation bietet neben bislang nicht gezeigtem Archivmaterial die ganz großen Songs von Simon & Garfunkel wie „Cecilia“, „El Condor Pasa“, „The Boxer“, „Mrs. Robinson“ und natürlich „Bridge over Troubled Water“.

Freitag, 27.05. / 22:30 Uhr / Simon & Garfunkel: Konzert im Central Park 1981
Musik, USA, 1982, ARTE 86 Min.
Fernsehregie: Michael Lindsay-Hogg
Online verfügbar von 20/05 bis 25/08

Am 19. September 1981 gaben Simon & Garfunkel nach einer elfjährigen Pause ein glanzvolles Wiedervereinigungskonzert im New Yorker Central Park. Mit dem Open-Air-Benefizkonzert wollte das Folk-Duo auf den desolaten Zustand der weltberühmten Parkanlage aufmerksam machen und Spenden für deren Sanierung sammeln. Bei dem unvergesslichen Konzert, das als eines der meistbesuchten aller Zeiten gilt, spielten Simon & Garfunkel ihre großen Erfolge sowie ausgewählte Solostücke, die für die erweiterte Elf-Mann-Band eigens neu arrangiert wurden.

Was als simple Auftrittsanfrage an Paul Simon begann, wurde am 19. September 1981 im New Yorker Central Park zur glanzvollen Reunion des Duos Simon & Garfunkel. Das Wiedervereinigungskonzert der beiden Folk-Rocker nach elf Jahren Pause zählt zu den musikalischen Sternstunden und bildet eine Art Gegenstück zu ihrem akustischen „Live from New York“-Konzert aus dem Jahr 1967. „The Concert in Central Park“, wie es bis heute ehrfurchtsvoll genannt wird, brach mit über 500.000 Besuchern nicht nur sämtliche damalige Zuschauerrekorde, sondern war auch ein Stelldichein der bedeutendsten Ostküsten-Musiker, die gemeinsam mit den beiden Stars performten. Paul Simon und Art Garfunkel zeigten sich – beide nun fast 40-jährig – auf dem Höhepunkt ihres Könnens und harmonierten perfekt. Zu hören waren unter anderem „Mrs. Robinson“, „America“, „Me & Julio Down by the Schoolyard“, „Bridge over Troubled Water“, „The Boxer“, „Old Friends“, „Late in the Evening“ und natürlich „The Sound of Silence“.

Freitag, 27.05. / 00:00 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2021, ARTE F 30 Min.
Regie: REALISATEURS DIFFERENTS
Produktion: PROGRAM 33
Online verfügbar von 20/05 bis 19/05
Erstausstrahlung


Programmwoche 22:

Samstag, 28.05. / 05:00 Uhr / British Style
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE 51 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 21/05 bis 08/06

Was kennzeichnet den britischen Stil? In London schießen neue Trends und Moden wie Pilze aus dem Boden. Die britische Hauptstadt ist mit Abstand die stilvollste europäische Metropole, und es ist kein Zufall, dass die Punkbewegung, die den Anstoß zur größten Stilrevolte des letzten Jahrhunderts gab, gerade hier begann. Die Dokumentation zeichnet ein lebendiges, humorvolles und buntes Porträt des britischen Stils. Anhand von Archivaufnahmen aus den 50er Jahren bis heute veranschaulicht Loïc Prigent mit Kennerblick, was England so reizvoll und einzigartig macht: Uniformen, Aristokratie, aber auch Lad Culture, Exzentrik, Anglizismen, Modeindustrie und typisch britischer Luxus.

London ist mit Abstand die stilvollste europäische Metropole. Hier schießen neue Trends und Moden wie Pilze aus dem Boden, und es ist kein Zufall, dass die Punkbewegung, die den Anstoß zur größten Stilrevolte des 20. Jahrhunderts gab, gerade in der britischen Hauptstadt ihren Ausgang nahm. Was den britischen Stil kennzeichnet, ist seine einzigartige Mischung aus konservativen und avantgardistischen, aristokratischen und exzentrischen Einflüssen. Anhand von journalistischen und privaten Archivaufnahmen zeichnet die Dokumentation von Modekenner Loïc Prigent ein lebendiges, humorvolles und buntes Porträt des britischen Stils, der einen Hang zur Uniformierung nicht verleugnen kann: Uniformen von Bobbys und Palastwachen, Dresscodes der Bourgeoisie und Schuluniformen, aber auch die Outfits, die von den Ravern aus Manchester, den Mods und den Lads salonfähig gemacht wurden, zeigen dies. Der Film bringt dem Zuschauer die verschiedenen Facetten dieses Stil-Repertoires unterhaltsam nahe und beleuchtet, wie die Briten auf diese Art ihr Selbstverständnis zur Schau tragen. Alles, was England ausmacht, spiegelt sich auch im britischen Stil wider.

Samstag, 28.05. / 05:55 Uhr / Auf den Spuren von Bridget Jones
Kulissen des Kultkinos
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE 43 Min.
Regie: Alice Doyard
Online verfügbar von 19/05 bis 25/06
Wiederholung vom 26.05.

Samstag, 28.05. / 20:15 Uhr / Rätselhafte Venus
Dokumentation, Österreich, 2021, ZDF 51 Min.
Regie: Klaus T. Steindl
Online verfügbar von 27/05 bis 04/06
Erstausstrahlung

Ein Relikt der Altsteinzeit gibt Rätsel auf. Die Venus von Willendorf ist eine kunstvoll gefertigte Frauenstatuette, rund 29.000 Jahre alt, üppig und nackt. Die „Mona Lisa der Steinzeit“ ist eines der ältesten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte. Die Umstände ihrer Entstehung liegen im Verborgenen, ebenso wie ihr Schöpfer – oder war es eine Schöpferin?

Seit Facebook sie als Pornografie eingestuft und von seinen Seiten verbannt hatte, ist sie in den sozialen Medien ein Star. Die Venus von Willendorf wird in Wien aufbewahrt. Neueste Untersuchungsverfahren sollen ihr jetzt die letzten Geheimnisse entlocken. Parallel arbeiten Forscher und Forscherinnen daran, ein realistisches Bild vom Alltag und vom Gesellschaftssystem der Altsteinzeit zu entwerfen. Sie machen Schluss mit dem Steinzeitklischee vom jagenden Mann und der Frau als Hüterin des Heims. Frühere Forscher zeichneten ein Bild, das die patriarchalischen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts widerspiegelte.

In aufwendigen Spielszenen werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse spannend und anschaulich erzählt. Sie visualisieren die bis ins letzte Detail rekonstruierte Lebenswelt der Menschen vor 29.000 Jahren. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau an der Schwelle zum Erwachsenenalter. Sie muss ihren Platz in der Gemeinschaft erst erkämpfen. Sie muss lernen, wie man jagt, aber auch, wie man eine Statuette wie die Venus anfertigen kann. Mit ihr erleben die Zuschauer das Zusammenleben unserer Vorfahren. Sie haben Erstaunliches geleistet und besaßen eine hohe und entwickelte Kultur. Es waren keineswegs einfach „Wilde im Pelz“.

Samstag, 28.05. / 21:05 Uhr / Das geheimnisvolle Steinzeit-Dorf ~ Was die Gräber von Ba‘ja erzählen
Dokumentation, Österreich, 2022, SR 52 Min.
Regie: Barbara Puskàs
Online verfügbar von 28/05 bis 27/06
Erstausstrahlung

Mitten in einer kargen Hügellandschaft Jordaniens, versteckt hinter einer engen Schlucht, liegt eine kleine, unscheinbare Hochebene namens Ba’ja, die die Wissenschaft seit fast 40 Jahren beschäftigt. Hier gründeten Menschen vor rund 9.000 Jahren eines der ersten Dörfer der Welt. Einer der großartigsten Funde dieser Forschungsstätte ist ein Collier aus 2.500 Perlen. Die Materialien, aus denen es besteht, seine aufwendige Verarbeitung und weitere Funde aus Ba’ja stellen vieles, was wir über die Jungsteinzeit zu wissen glaubten, infrage und rücken diese Zeit in ein neues Licht.

Was hat unsere Vorfahren in der Jungsteinzeit dazu bewogen, sesshaft zu werden und ihr Leben so radikal zu ändern? Wie so oft in der Archäologie sind es Gräber, die uns am meisten verraten – und gleichzeitig neue Fragen aufwerfen. Einer der großartigsten Funde der Forschungsstätte Ba’ja ist das reich ausgestattete Grab eines jungen Mädchens. 2018, als das Grabungsteam schon fast abrücken wollte, tauchten unter einer unscheinbaren Grabplatte Perlen auf. Immer mehr und mehr, bis das Team schließlich rund 2.500 davon geborgen hatte. Die weitere Forschung zeigte: Sie gehörten zu einem aufwendig gearbeiteten Collier, mit dem das Mädchen beerdigt wurde. Das Team taufte es liebevoll Jamila, „die Schöne“.

Jamilas Collier gilt heute als Sensation und wird im Neuen Museum von Petra ausgestellt. Dort wird die gesamte Geschichte des Landes dargestellt, nahezu am Beginn steht Ba’ja. So wie es auch am Beginn einer Entwicklung stand, die das Leben der Menschen radikal veränderte: Fortan kehrte der Mensch nie mehr zum Dasein als Jäger und Sammler zurück.

Die Materialien, aus denen Jamilas Collier besteht, seine aufwendige Verarbeitung und weitere Funde aus Ba’ja stellen vieles, was wir über die Steinzeit zu wissen glaubten, infrage. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Grabstätte in Jordanien dazu beigetragen, die Menschen der Jungsteinzeit mit anderen Augen zu sehen. Sie konnten Zeit in Ästhetik, Schmuck und Ausstattungen investieren, weil die Ernährung gesichert war. Aber damals begann auch das Verlangen nach Luxusgütern und damit waren Konflikte vorprogrammiert, die uns bis heute erhalten geblieben sind.

Sonntag, 29.05. / 12:30 Uhr / Ist das Kunst? (2/4): Was kostet die Kunst?
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2022, RBB 26 Min.
Regie: Felix von Boehm
Online verfügbar von 29/05 bis 24/05
Erstausstrahlung

Immer wieder versetzten schier unglaubliche Rekordwerte, die Kunstwerke bei internationalen Auktionen erzielen, die Welt in Erstaunen. Doch wie entsteht eigentlich der Wert eines Kunstwerkes? Was macht die Kunst zu Kunst? Und: Wer sind die entscheidenden Player? Die Mini-Serie „Ist das Kunst?“ macht sich auf die Suche nach Antworten. Gemeinsam mit drei der aktuell wichtigsten Kunstschaffenden – Alicja Kwade, Anne Imhof und Amoako Boafo – und begleitet ein Objekt von der ersten Idee auf seinem Weg zum heiß begehrten Kunstwerk. Die zweite Folge der Serie dreht sich um die Frage: Was kostet die Kunst?

„Ein Kunstwerk wird nicht für jemanden gemacht,“ sagt der New Yorker Galerist Marc Glimcher, Inhaber einer der drei wichtigsten Galerien für Gegenwartskunst. „Es wird nur für sich selbst gemacht.“ Während Alicja Kwade gemeinsam mit Architektinnen, Statikern und Steinmetzen ihre Skulptur fertigt, versuchen ihre Galerien in New York und Berlin, die Finanzierung zu sichern und jemanden zu finden, der das Werk kaufen könnte. Zu einem viel höheren Betrag als seinem Materialwert, aber zu welchem?

Große Ausstellungen in wichtigen Institutionen, hohe Preise auf Auktionen, breite Berichterstattung: All das fließt in die Preisgestaltung ein und dennoch gibt es keine Formel im mathematischen Sinne, mit der man den Preis eines Kunstwerkes bestimmen könnte.

Anne Imhof probt inzwischen in Paris mit ihren Tänzerinnen und Performern für ihre bislang größte Schau. Kaufen wird man das Ergebnis nicht können. Dennoch muss ihr Ensemble bezahlt werden. So wie ihre ganze Ausstellung den Charakter und auch den Preis einer Bühnenshow hat. Sie sucht nach neuen, anderen Modellen der Zusammenarbeit mit Galerien und Mäzenen, anderen Formen der Finanzierung ihrer Vision.

Amoako Boafo bekommt derweil ein Angebot aus der Modebranche: Dior will ihn und seine Kunst für eine Kollektion verpflichten. Verwässert das seinen künstlerischen Ansatz? Oder stärkt diese Aufmerksamkeit seine Community, die Kunstszene von Ghana, die er einbeziehen will, um ihr im Rest der Welt endlich angemessene Geltung zu verschaffen?

Sonntag, 29.05. / 13:00 Uhr / Fotografen auf Reisen ~ Vanuatu, die Bewahrer des Cargo-Kults
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Timo Ebermann
Online verfügbar von 06/05 bis 12/07
Wiederholung vom 14.05.

Sonntag, 29.05. /14:55 Uhr / Barbra Streisand – Geburt einer Diva (1942-1984)
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 58 Min.
Regie: Nicolas Maupied
Wiederholung vom 20.05.

Sonntag, 29.05. / 15:55 Uhr / Gaudí ~ Architekt der Moderne in Barcelona
Frankreich, 2022, ARTE F 52 Min.
Regie: Edouard Toda, Pascal Cuissot
Online verfügbar von 22/05 bis 28/07
Erstausstrahlung

Er war ein Architekt, der wie ein Künstler arbeitete. Ob der Park Güell oder die Sagrada Família: Antoni Gaudís organische, originelle und gleichzeitige funktionale Architektur ist weltweit bekannt und verleiht Barcelona ein einzigartiges Flair. Gaudí verwirklichte Großteile seines Werkes Ende des 19.Jahrhunderts – eine Zeit, in der die katalanische Metropole einen tiefgreifenden Wandel durchlebte. Damit schuf er Architektur, die nicht parallel, sondern innerhalb dieses gewaltigen Barcelonas, wie man es heute kennt, entstand.

Anlässlich der großen Gaudí-Ausstellung im Pariser Musée d’Orsay im Frühjahr 2022 bietet der Film einen umfassenden Einblick in die Schaffensprozesse des genialen Visionärs und zeigt, welche Persönlichkeit sich hinter dem wohl bekanntesten Vertreter des katalanischen Modernismus verbarg.

Barcelona verdankt seine markantesten Gebäude einem Mann, dessen Name untrennbar mit der katalanischen Metropole verbunden ist: Antoni Gaudí. Seine avantgardistischen Schöpfungen begleiteten den tiefgreifenden Wandel, den die Stadt Ende des 19. Jahrhunderts durchlebte, und wurden schließlich zu seiner genialsten Manifestation. Gaudí prägte die ästhetische Identität Barcelonas mit einem Dutzend architektonischer Meisterwerke: einem märchenhaft bunten Park, einer imposanten, unvollendeten Basilika sowie prunkvollen, aber auch einfachen Wohn- und Geschäftshäusern. Die bizarren Formen seiner Bauwerke zeugen von einer unglaublichen Fantasie und sprengen den Rahmen der klassischen Architektur. Wer Einblick in die Vorstellungswelt des genialen Visionärs bekommen will, muss in sein Werk eintauchen und sich zum Beispiel die Casa Batlló in Barcelona aus der Nähe anschauen. Als Gaudí sie 1906 fertigstellte, befand er sich auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn und seines Könnens, sei es funktionaler, symbolischer oder ästhetischer Art. Anlässlich der großen Gaudí-Ausstellung im Pariser Musée d’Orsay im Frühjahr 2022 bietet der Film – unter anderem anhand dieses repräsentativen Gebäudes – einen immersiven Einblick in die Schaffensprozesse des avantgardistischen Architekten. Der Betrachter bekommt die Gelegenheit, die Welt des Meisters zu erkunden und zu verstehen, wer Gaudí wirklich war: der Schöpfer eines einzigartigen Werks, das nicht von dieser Welt zu sein scheint und doch tief in den künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen seiner Zeit verankert ist.

Sonntag, 29.05. / 16:50 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2022, SWR 30 Min.
Regie: Verena Knümann
Redaktion: Dunja Saal
Mit: Romy Strassenburg
Online verfügbar von 27/05 bis 29/05
Erstausstrahlung

Sonntag, 29.05. / 17:25 Uhr / Barenboim dirigiert Smetana: Mein Vaterland
Musik, Frankreich, Tschechische Republik, 2022, ARTECT 60 Min.
Regie: Adam Razek
Komponist: Bedřich Smetana
Dirigent: Daniel Barenboim
Orchester: West-Eastern Divan Orchestra
Erstausstrahlung

Das Musikfestival „Prager Frühling“ wird in diesem Jahr eröffnet vom West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim. Auf dem Spielplan steht, wie jedes Jahr, ein Werk das emblematisch für Tschechien ist: „Mein Vaterland“ von Bedrich Smetana. Der Zyklus von sechs symphonischen Dichtungen, die böhmische Landschaften und Legenden besingen, entstand in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts und ist der Stadt Prag gewidmet. ARTE zeigt Auszüge, darunter „Die Moldau“, die berühmteste der symphonischen Dichtungen, eines der beliebtesten Werke des klassischen Repertoires überhaupt.

Bedrich Smetanas Zyklus „Má vlast“ („Mein Vaterland“) ist eines der Nationaldenkmäler der tschechischen Musik. Es entstand zwischen 1874 und 1879. Tschechien war damals noch Teil des österreichisch-ungarischen Kaiserreiches. Wie viele andere Künstler arbeitete auch Smetana mit am Aufbau einer eigenständigen Kultur seines Volkes im habsburgischen Vielvölkerstaat. Mit „Má vlast“ hat Smetana den Grundstein zu einer eigenständigen tschechischen Musik gesetzt.

„Mein Vaterland“ ist ein musikalischer Streifzug durch die Sagenwelt der Amazonenkönigin Sarka, durch die Geschichte und die Landschaft des Böhmischen Beckens im Herzen Europas bis hin zur alten Prager Burg von Vysehrad. Der bekannteste Satz, „Vltava“ („Die Moldau“), beschreibt Tchechiens längsten Fluss: wie das Gewässer seinen zwei Quellen entspringt, sich zu einem Fluss entwickelt, an Jagd- und Festszenen vorbeizieht, sich in gefährliche Stromschnellen verwandelt, an der Burg von Vysehrad vorbeifließt und letztlich in der Elbe aufgeht.

„Má vlast“ hat nicht nur zur Entstehungszeit, sondern bis heute einen nachhaltigen Einfluss auf die Ausbildung einer tschechischen Identität und mit genau diesem Werk wird alljährlich der musikalische „Prager Frühling“ eröffnet, und zwar immer am 12. Mai, dem Todestag des Komponisten. Für Daniel Barenboim, den Dirigenten der Aufführung von 2022, ist Smetanas Zyklus, mit dem er seine Heimat Tschechien besingt, eines der wichtigsten Werke des 19. Jahrhunderts. Es spielt das West-Eastern Divan Orchestra. ARTE zeigt die Höhepunkte des Konzertes.

Zusatzinfo:
Daniel Barenboim, der im November seinen 80. Geburtstag feiern wird, hat das West-Eastern Divan Orchestra gemeinsam mit seinem Freund, dem israelisch-palästinensischen Literaten Edward Said, gegründet. Benannt nach dem Gedicht von Goethe und gegründet 1999 in Weimar, soll das Orchester einen Beitrag liefern zum Dialog zwischen den Kulturen des Nahen Ostens und zur Aussöhnung der arabischen und jüdischen Bevölkerung in Israel.

Sonntag, 29.05. / 22:55 Uhr / Don Pasquale
Oper, Deutschland, 2022, NDR 150 Min.
Regie: Marcus Richardt
Komponist: Gaetano Donizetti
Inszenierung: David Bösch
Dirigent: Matteo Beltrami
Orchester: Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Chorleitung: Christian Günther
Chor: Chor der Hamburgischen Staatsoper
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Patrick Bannwart
Kostüme: Falko Herold
Licht: Bernd Gallasch
Dramaturgie: Detlef Giese
Moderation: Dorothée Haffner

Mit: Ambrogio Maestri (Don Pasquale), Kartal Karagedik (Dottore Malatesta), Levy Sekgapane (Ernesto), Jóhann Kristinsson (Notario), Danielle de Niese (Norina)

Erstausstrahlung

Donizettis Opera buffa „Don Pasquale“ ist ab 29. Mai 2022 als Neuproduktion der Staatsoper Hamburg zu sehen. Im Mittelpunkt der komisch-turbulenten Handlung: Italiens Star-Bariton Ambrogio Maestri, Danielle de Niese verkörpert die Norina. Regie führt David Bösch, der 2021 mit „Manon“ sein Hamburg-Debüt gab. Die musikalische Leitung des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg hat Matteo Beltrami. ARTE überträgt die Premiere von „Don Pasquale“ im Rahmen der Europäischen Opernspielzeit live auf ARTE Concert und zeitversetzt im TV.

Gaetano Donizettis Opera buffa „Don Pasquale“ ist ab 29. Mai 2022 als Neuproduktion der Staatsoper Hamburg zu sehen. Im Mittelpunkt der komisch-turbulenten Handlung: Italiens Star-Bariton Ambrogio Maestri, der in Hamburg unter anderem als Falstaff für Aufsehen sorgte, kehrt in der Titelpartie als Don Pasquale zurück an die Elbe. Wie er ist auch Danielle de Niese regelmäßig auf den internationalen Opernbühnen von Wien bis New York zu Gast. Als Norina ist die Sopranistin an der Seite von Levy Sekgapane (Ernesto), Kartal Karagedik (Dottore Malatesta) und Jóhann Kristinsson (Notario) zu erleben. Die musikalische Leitung des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg hat Matteo Beltrami. Regie führt David Bösch, der 2021 mit „Manon“ sein Hamburg-Debüt gab. Bühnenbild und Kostüme stammen von Patrick Bannwart und Falko Herold, die bereits in zahlreichen Produktionen mit Bösch zusammengearbeitet haben.

ARTE überträgt die Premiere von „Don Pasquale“ im Rahmen der Europäischen Opernspielzeit live auf ARTE Concert und zeitversetzt im TV und läutet damit seine Geburtstagswoche ein: ARTE ging am 30. Mai 1992 an den Sendestart.

Montag, 30.05. / 21:40 Uhr / Leto
Spielfilm, Frankreich, Russland, 2018, ARTE F 123 Min.
Regie: Kirill Serebrennikov
Drehbuch: Mikhail Idov, Lily Idova, Kirill Serebrennikov
Autor:in: Natalia Naumenko
Produktion: Hype Film, Kinovista
Produzent: Ilya Stewart, Murad Osmann, Pavel Buria, Mikhail Finogenov, Yakov Vasilevitskiy, Georgy Chumburidze, Yury Kozyrev
Kamera: Vladislav Opelyants
Schnitt: Yury Karih
Animation: Dmitry Bulgakov

Mit: Irina Starshenbaum (Natasha), Teo Yoo (Viktor), Roma Zver (Mike), Philipp Avdeev (Lenya), Evgeniy Serzin (Oleg), Aleksandr Gorchilin (Punk)

Online verfügbar von 30/05 bis 29/06
Erstausstrahlung

Ein warmer Nachmittag am Strand. Es wird gesungen, getrunken und gefeiert. UdSSR in den 1980er Jahren und es ist Sommer, „Leto“. Zur Truppe rund um Musiker Mike Naumenko gesellen sich Viktor Tsoi und ein Bandkollege. Im weiteren Verlauf zeichnet sich eine Dreiecksbeziehung zwischen Mike, Viktor und Natasha ab, die Spannungen erzeugt. Der Film spielt vor dem Hintergrund der Untergrund-Rockszene der frühen 1980er-Jahre; er ist besonders durch die Punkrock-Gruppen Zoopark und Kino inspiriert, die damals ihre Anfänge nahmen und heute Musiklegenden sind. Mit Nostalgie und Liebe fürs Detail erzählt „Leto“ in Form eines liebevoll detaillierten, schwarz-weißen Musikfilms auf außergewöhnliche Weise diese Geschichte.

Auf der Bühne ein Rockkonzert. Ein bestuhlter Saal voller Menschen. Füße tippen, Köpfe wippen, aber Aufstehen verboten. Der Leningrad Rock Club ist einer der wenigen staatlich genehmigten öffentlichen Auftrittsorte für Rockbands in der UdSSR – unter strengen Auflagen allerdings. Hier tritt Mike Naumenko mit seiner Band auf. Heute sind die Punkrock-Gruppen Zoopark und Kino Musiklegenden; Anfang der 1980er Jahre deuteten sie in der Sowjetunion auf eine bessere Zukunft hin.

Der Film „Leto“ beruht auf diesen wahren Begebenheiten und erzählt die Geschichte des Untergrunds der sowjetischen Rockszene Anfang der 1980er Jahre. Eine Gruppe junger Menschen in den Zwanzigern. Sie hören Bowie und Blondie, übersetzen englische Songtexte und träumen von mehr Freiheit. Die Musik soll bewegen und Grenzen öffnen. Viktor ist auch Musiker und kommt neu zu der Truppe hinzu. Er bewundert Mike, der ihn schon bald als seinen Schützling akzeptiert. Mikes Frau Natasha und Viktor kommen sich näher. Spannungen entstehen. Musikalische Einlagen und ein Erzähler, der immer wieder direkt in die Kamera spricht, lockern den fiktionalen Plot auf. „Leto“ entfaltet anhand der privaten Beziehung das Bild der Gesellschaft der UdSSR in den frühen 1980er Jahren. Dabei spielt Regisseur Serebrennikov mit einer liebevollen Nostalgie des Analogen: Da sind die Schwarz-Weiß-Bilder, aber auch Animationselemente, die an die Ästhetik früher Musikvideos erinnern. „Leto“ ist ein Musikfilm, in dem die Musik sowjetischer Bands auf Cover westlicher Hits trifft und in eine Zeit des Umbruchs eingeschrieben ist. Während den Dreharbeiten zum Film wurde Regisseur Serebrennikov wegen angeblichen Betrugs festgenommen und unter Hausarrest gestellt. Trotzdem schaffte er es, den Film unter Einhaltung der Auflagen im Februar 2018 fertigzustellen.

Zusatzinfo:
Der Soundtrack von „Leto“ beinhaltet Musik der Band Kino und anderer sowjetischer Rockbands sowie Coversongs von The Talking Heads‘ „Psycho Killer“, Iggy Pops „Passenger“, Lou Reeds „Perfect Day“ und David Bowies „All the Young Dudes“. Für die Filmmusik erhielt „Leto“ in Cannes den Soundtrack Award. Das Production Design wurde beim Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

Kirill Serebrennikov erhielt im Januar 2022 überraschend eine Ausreisegenehmigung. Noch im Juli 2021 hatte er nicht nach Cannes reisen dürfen, um der Premiere seines Films „Petrovs Fieber“ beizuwohnen. Im Sommer 2022 wird Serebrennikov in Avignon mit einer Tschechow-Inszenierung erwartet.

Montag, 30.05. / 23:45 Uhr / Sting im Panthéon
Zum 50-jährigen Bestehen des Radiosenders FIP
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 29 Min.
Regie: Sébastien Lefebvre
Produktion: Neutra
Online verfügbar von 27/11 bis 26/11
Erstausstrahlung

Montag, 30.05. / 00:15 Uhr / Simon & Garfunkel ~ Traumwandler des Pop
Dokumentation, USA, 2011, ARTE 53 Min.
Regie: Jennifer Lebeau
Online verfügbar von 20/05 bis 25/08
Wiederholung vom 27.05.

Dienstag, 31.05. / 05:00 Uhr / Yann Tiersen – Release-Party
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 65 Min.
Regie: Christian Beuchet
Online verfügbar von 24/05 bis 10/06

Yann Tiersen befasst sich in seinem neuen Album „All“ wieder mit seinen bretonisch-keltischen Wurzeln. Seit über 15 Jahren lebt der aus Brest stammende Komponist auf der Insel Ouessant, wo er „All“ einspielte. Die Natur und die Geografie der Insel sind zentrale Themen seiner Musik, bereichert um bretonische Gesänge und eindrückliche Klang- und Außengeräuschaufnahmen.

Seit über 15 Jahren lebt Yann Tiersen auf der Insel Ouessant, die knapp 30 Kilometer vor der bretonischen Küste liegt. Hier entstand sein Album „All“ – und hierher lud er auch zu einer einzigartigen Release-Party ein, bei der er das komplette Album präsentierte. „All“ ist das Folgealbum seines 2016 erschienenen Werkes „Eusa“, das sowohl vom Publikum als auch von der Kritik begeistert aufgenommen wurde. In beiden Alben verarbeitet der Komponist seine Faszination für die Natur und seine Fragen zum Umgang damit. Das Konzert ist ein Spaziergang über Ouessant – das „letzte Stück bretonischer Boden vor Amerika“, wie die Bewohner stolz sagen. Leuchttürme, steile Klippen, stürmische See, windgepeitschte Vegetation – eine Insel wie aus dem Bilderbuch. Inhaltlich verlässt Tiersens Album schon mal sein geliebtes Eiland. Der Künstler nahm verschiedene Außengeräusche auf und erschuf damit Tonkulissen von Orten, die für ihn eine starke Symbolik haben. So ist in „Usal Road“ Vogelgezwitscher aus dem Redwood-Nationalpark in Kalifornien zu hören. Einst lief ihm dort beim Freiluft-Violenspiel ein Berglöwe über den Weg. In „Tempelhof“ begleiten Stimmen spielender Kinder das sanfte Klavierspiel. Der Titel bezieht sich auf den stillgelegten Berliner Flughafen, der heute auch ein Containerdorf für Geflüchtete beherbergt. Die Kinder, die das Spielen nicht verlernt haben, kreieren eine bittersüße Klanglandschaft. Für die Albumsession geht es wieder zurück nach Ouessant. Tiersen tritt dort im Juli 2019 vor kleinem Publikum in seinem Aufnahmestudio The Eskal auf. Eingebettet ist der kontemplative Musikgenuss in poetische Bilder der wildromantischen Insellandschaft.

Mittwoch, 01.06. / 23:15 Uhr / Van Gogh
Spielfilm, Frankreich, 1991, ARTE F 152 Min.
Regie: Maurice Pialat
Drehbuch: Maurice Pialat
Produktion: Erato Films, Le Studio Canal +, Films A2, Les Films du Livradois
Produzent: Sylvie Danton, Daniel Toscan du Plantier
Kamera: Emmanuel Machuel, Gilles Henry, Jacques Loiseleux
Schnitt: Yann Dedet, Nathalie Hubert, Hélène Viard
Musik: André Bernot, Jean-Marc Bouget, Jacques Dutronc, Philippe Reverdy

Mit: Jacques Dutronc (Vincent van Gogh), Bernard Le Coq (Theo van Gogh), Alexandra London (Marguerite Gachet), Gérard Séty (Gachet), Corinne Bourdon (Jo), Elsa Zylberstein (Cathy)

Der Regisseur Maurice Pialat widmet sich den letzten zwei Monaten im Leben von Vincent van Gogh: Sommer 1890 im nordfranzösischen Auvers-sur-Oise. Van Gogh folgt dem dringlichen Rat seines Bruders Theo, sich ärztlich behandeln zu lassen. Im Spannungsfeld einer Idylle impressionistischer Malerei und der Zerrissenheit eines von Selbstzweifeln geprägten Vincent van Gogh „offenbaren sich Leid und Erlösungsbedürftigkeit als Grundlagen menschlicher Existenz“ (Filmdienst).

Im nordfranzösischen Auvers-sur-Oise, Sommer 1890. Hier verbringt Vincent van Gogh seine letzten zwei Lebensmonate. Er folgt dem dringlichen Rat seines Bruders Theo, sich bei Dr. Gachet behandeln zu lassen. Dieser soll ihn von seinen Kopfschmerzen und Depressionen befreien, an denen er seit seinem Nervenzusammenbruch in Arles leidet.

Maurice Pialats biografischer Film verzichtet darauf, ein Künstlerporträt um den Mythos eines melancholischen alten Mannes zu komponieren. Stattdessen erlebt der Zuschauer einen unausgeglichenen Eigenbrötler. Eine Art Gegenpol zu den Dorfbewohnern, seinem Arzt und Berater Dr. Gachet, dessen Tochter Marguerite und den flüchtigen Liebeseroberungen. Launisch, introspektiv, nachdenklich und des Lebens müde, versprüht er dennoch seinen verletzlichen Charme. Im Mittelpunkt des Films steht die Beziehung zu Marguerite, gespielt von Alexandra London.

Van Gogh hofft nach den vielen Liebesenttäuschungen, die ihn in eine geistig-seelische Apathie führten, bei Dr. Gachets 19-jähriger Tochter reines Glück zu finden. Diese Klavier spielende, eigenwillige junge Frau ergibt sich ihm in bedingungsloser Liebe.

Der Film erzählt entlang der Kontrastlinien eines depressiven und euphorisch geselligen Malers. Auf der einen Seite die äußere Welt eines idyllischen Impressionismus und auf der anderen Seite die Abgründe von Verdrängung, Existenzsorge, fehlender Anerkennung und enttäuschter Liebe. Ende Juli sucht Vincent van Gogh, der eindrücklich von Jacques Dutronc gespielt wird, den Freitod, um schwer verletzt auf dem Sterbebett seine Erlösung zu finden.

Zusatzinfo:
Ähnlich wie Robert Altman, dessen Film „Vincent & Theo“ (1989) entgegen Vincente Minellis berühmter Vorlage „Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft“ (1956) den Mythos um Van Gogh mit Sandpapier schleift, stemmt sich auch Maurice Pialat mit seinem Film gewaltig gegen die Schablone der konventionellen Malerbiografie. „Darüber täuschen auch die subtile Schönheit seines Bildimpressionismus sowie die Genauigkeit in der Erfassung von Milieu, Atmosphäre und zeitbedingtem Lebensgefühl nicht hinweg“ (Filmdienst). Jacques Dutronc wurde 1992 mit dem César für den besten Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Freitag, 03.06. / 13:45 Uhr / Stadt Land Kunst – Inspirationen
Magazin, Frankreich, 2022, ARTE F 29 Min.
Online verfügbar von 27/05 bis 02/08
Erstausstrahlung

(1): Venedig im Vivaldi-Rhythmus
(2): Sankt Petersburg, die lyrische Stadt Strawinskys

(1): Venedig im Vivaldi-Rhythmus
Die Lagunenstadt Venedig ist seit jeher dem Meer zugewandt und berühmt für ihre Architektur und ihr Arsenal. Im Barockzeitalter erstrahlte sie dank Musikern wie Antonio Vivaldi in neuem Glanz. Der berühmte Geiger und Komponist schuf im 17. und 18. Jahrhundert zahlreiche Werke, in denen er die Klänge der Stadt einarbeitete: die Volkslieder der Arbeiter und den Chorgesang der venezianischen Kirchen.

(2): Sankt Petersburg, die lyrische Stadt Strawinskys
Sankt Petersburg, die zweitgrößte Stadt Russlands, liegt am Ostende des Finnischen Meerbusens. Als Heimat der Zaren und der Kultur des 19. Jahrhunderts brachte sie einen der bedeutendsten russischen Komponisten hervor: Igor Strawinsky. Sein Werk spiegelt das Ambiente der modernen und wundersamen Stadt wider, in der die Musik alles zu durchdringen scheint.

Freitag, 03.06. / 21:55 Uhr / Chuck Berry
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2018, ZDF 98 Min.
Regie: Jon Brewer
Online verfügbar von 02/06 bis 30/06

Chuck Berry gilt als Urvater und Impulsgeber des Rock ’n‘ Roll. Er beeinflusste Künstler wie John Lennon, Bruce Springsteen und Keith Richards. Das Porträt wirft einen Blick hinter die Fassade des absoluten Ausnahmekünstlers, der mit einer einzigartigen Verbindung von Talent und Charisma atemberaubende Songs erschuf.

Das Wort „Ikone“ wird heutzutage viel zu leichtfertig benutzt. Doch wenn es um den Mann geht, der als „Pionier des Rock ’n‘ Roll“ bezeichnet wird und dessen berühmte Liveperformances in den 1950er Jahren das „Rock-’n‘-Roll-Fieber“ bei Jugendlichen verschiedenster Herkunft entfachte, dann ist es wirklich die einzig passende Beschreibung für ihn. Chuck Berry, geboren 1926 und 2017 gestorben, beglückte Generationen von Fans und beeinflusste die Musikwelt wie ansonsten vielleicht nur noch Elvis Presley. Der mehrfach ausgezeichnete Filmemacher Jon Brewer führt bei diesem Porträt der Rock-’n‘-Roll-Legende Regie. Dabei blickt er hinter die Fassade und beleuchtet den Menschen abseits des Legendenstatus. Er zeigt Chuck Berrys abenteuerliches und manchmal tragisches Leben ganz im Zeichen des Rock ’n‘ Roll, und er versucht zu ergründen, was Chuck Berry dazu befähigt hat, einige der besten Rocksongs aller Zeiten zu schreiben, und welche Höhen und Tiefen er dabei durchlebte.

Freitag, 03.06. / 23:35 Uhr / Chuck Berry: Brown-Eyed Handsome Man
Musik, USA, 2020, ARTE F 54 Min.
Regie: Ron Weisner, Chuck Simon, Richard Foss
Moderation: Danny Glover
Mit: Chuck Berry, The Beatles, The Rolling Stones, Bruce Springsteen, Jimi Hendrix, Tom Petty & The Heartbreakers, Linda Ronstadt, Jeff Lynne, Rockin‘ Horse, Electric Light Orchestra
Online verfügbar von 27/05 bis 01/09
Erstausstrahlung

Eine musikalische Hommage an Chuck Berry anhand einer Reihe von Coverversionen der größten Stars der Rock-’n‘-Roll-Geschichte. Sie alle berufen sich auf den Einfluss des legendären Musikpioniers: The Beatles, The Rolling Stones, Bruce Springsteen, Jimi Hendrix, Tom Petty, Linda Ronstadt und Jeff Lynne. Und natürlich darf auch Chuck Berry himself nicht fehlen!

Eine Zusammenstellung kultiger Coverversionen von Chuck-Berry-Songs, interpretiert von den größten Stars der Musikgeschichte. Die vom US-amerikanischen Schauspieler Danny Glover moderierte Show ist die erste Kompilation legendärer Bühnenauftritte als Hommage an einen Musiker, auf dessen Einfluss sich zahlreiche Weltstars berufen: Chuck Berry, der wahre König des Rock ’n‘ Roll!

Mit dabei: The Beatles, The Rolling Stones, Bruce Springsteen, Jimi Hendrix, Tom Petty, Linda Ronstadt, Jeff Lynne und zahlreiche andere Künstler, gefilmt auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Chuck Berry himself wird ebenfalls in zahlreichen Duos und Soloauftritten gezeigt.

„Carol“ – Chuck Berry und Keith Richards
„Maybellene“ – Chuck Berry
„Wee Wee Hours“ – Chuck Berry
„You Can’t Catch Me“ – Chuck Berry
„Around and Around“ – The Rolling Stones
„Roll over Beethoven“ – The Beatles
„Johnny B. Goode“ – Jimi Hendrix
„Back in the USA“ – Chuck Berry und Linda Ronstadt
„Nadine“ – Chuck Berry
„Sweet Little Sixteen“ – Chuck Berry mit Billy Kinsley und Rockin‘ Horse
„Johnny B. Goode“ – Chuck Berry und Bruce Springsteen
„Roll over Beethoven“ – Jeff Lynne/Electric Light Orchestra
„Carol“ – Tom Petty & the Heartbreakers
„Brown Eyed Handsome Man“ – Paul McCartney
„Let It Rock“ – Chuck Berry mit Billy Kinsley und Rockin‘ Horse
„Memphis“ – Chuck Berry mit Billy Kinsley und Rockin‘ Horse

Freitag, 03.06. / 00:30 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2022, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 02/06 bis 01/09

Haute Couture und Jogginghose – das ist kein Widerspruch! Streetwear hat es auf die Laufstege geschafft und Haute Couture in die Welt des Hip-Hop. Die schicken Traditionsmodehäuser wie Gucci, Prada und Louis Vuitton umgarnen die Rap-Welt mit exklusiven Pieces und Werbedeals, die größten Rap-Stars stellen ihr neues Faible für exklusive Luxusmode zur Schau – fernab von simplen Logoprints. Was hat es damit auf sich?

„Tracks“ widmet sich der starken Verbindung zwischen Rap und Mode. Maria Koch, Kreativdirektorin von 032c, erklärt das neue Modeverständnis der Mode-Eliten und deren Sehnsucht nach den Codes der „Straße“. BFRND, Musikchef bei Balenciaga, gibt einen Einblick in die eindrucksvollen Soundwelten des angesagten Pariser Luxuslabels und verrät, was die Entwürfe von Chefdesigner Demna Gvasalia so unwiderstehlich für Rap-Stars macht.

„Tracks“ setzt auch der Ikone Virgil Abloh ein Denkmal: Wegbegleiter wie Boys Noize und Kai-Isaiah Jamal zollen dem Designer, DJ und ersten schwarzen Kreativdirektor von Louis Vuitton Tribut. Außerdem wirft die Sendung einen Blick in die Zukunft und fragt: Wie sieht die Beziehung von Rap und Luxusmode künftig aus? Steht dabei Kreativität oder Geld im Vordergrund? Und vor allem: Wer profitiert hier von wem?


Programmwoche 23:

Samstag, 04.06./ 02:00 Uhr / Kurzschluss – Das Magazin ~ Schwerpunkt „Das 38. Kurzfilm Festival Hamburg“
Magazin, Deutschland, 2021, ZDF 52 Min.
Erstausstrahlung

„Kurzschluss – Das Magazin“ zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews. Mehr Infos unter: arte.tv/kurzschluss

(1): Das 38. Kurzfilm Festival Hamburg
In weiten Teilen der Welt ist das, was wir Zukunft nennen, schon heute spürbare Realität. Das 38. Kurzfilm Festival Hamburg holt unter dem Motto „Echoes from the Near Future“ zahlreiche dieser Perspektiven nach Hamburg. Ziel ist die Ermittlung einer gemeinsamen Zukunft durch konstruktive, künstlerische Beiträge aus der Gegenwart. Kuratiert von dem indonesischen Kollektiv Lab Laba Laba (Edwin, Lisabona Rahman und Rizki Lazuardi) werden installative Arbeiten zu sehen sein, die sich mit unterschiedlichen Deutungen des Begriffs „Home“ beschäftigen. Das Kurzfilm Festival Hamburg gehört zu den renommiertesten und wichtigsten Kurzfilmfestivals Europas. Seit 1986 werden auf dem Festival jedes Jahr mehr als 400 Filme gezeigt. Das Festival agiert im Spannungsraum von Kino, Ausstellung, performativen Arbeiten, Konzerten und Diskurs. „Kurzschluss – Das Magazin“ folgt dem Ruf nach Asien, sendet Beiträge aus Mumbai und Jakarta und zeigt Filme aus Kambodscha, Indonesien und Indien.

(2): Lata Kurzfilm von Alisha Tejpal, Indien, 2020
„The ghosts of labour surround us, and I wanted us to experience those ghosts.“ Die junge Hausangestellte Lata bewegt sich mit einer stillen, entschlossenen Kraft durch die ihr anvertraute Wohnung in einem Oberklasse-Haushalt in Mumbai, Indien. Permanent werden Türen geöffnet und geschlossen und die Angestellte verschwindet wie ein Chamäleon vor den Wänden. Fast wie ein Geist erfährt sie von den verschiedenen Realitäten – wo bleibt ihre private Realität? Ihr Leben? „In ‚Lata‘ sind es die Gesten des Alltags, die den politisch-gesellschaftlichen Kontext fast körperlich erfahrbar machen und Einblick in die Klassenverhältnisse geben“, beschrieb die Jury 2021 den Film. „Lata“ hat 2021 beim Kurzfilm Festival Hamburg den ARTE- Kurzfilmpreis gewonnen.

(3): Porträt Alisha Tejpal und Mireya Martinez
„Kurzschluss – Das Magazin“ in Mumbai: In einem Gespräch entwickeln die beiden Drehbuchautorinnen von „Lata“ ihre Ideen zu dem Film. Sie sprechen über ihre Herkunft, den Einfluss von Chantal Akerman auf die Entstehung des Films und die Verknüpfung von Körpern und Räumen im Kino.

(4): Trip to the Wound
Kurzfilm von Edwin, Indonesien, 2008
Ein Kurzspielfilm aus Jakarta: Eine Nacht in einem Bus. Shila trifft Carlo. Sie sammelt Geschichten von Narben und verzehrt sich nach der Existenz der Wunde. Carlo wird diese Reise niemals vergessen. „Trip to the Wound“ ist Teil einer Kompilation, die in Erinnerung an die Aufstände 1998 in Indonesien produziert wurde. Im Verlauf weniger Tage kam es im Mai 1998 zu gewalttätigen Unruhen, Plünderungen und Anschlägen im ganzen Land, die sich vornehmlich gegen die chinesische Minderheit richteten. Mehr als tausend Menschen starben. Der Diktator Suharto, Präsident Indonesiens seit 1962, verlor nach den Unruhen sein Amt. Seit Überwindung der Diktatur befindet sich Indonesien in einem politischen Wandlungsprozess, ein Reformprozess wurde eingeleitet. Die Narben dieser wenigen Tage und Nächte im Mai 1998 sind bis heute spürbar. Es sind diese Narben, die Regisseur Edwin mit seinem Kino sichtbar machen möchte.

(5): Porträt Edwin
Edwin, geboren 1978 in Surabaya, ist einer der wichtigsten indonesischen Filmemacher der Gegenwart. Sein Film „Vengeance is Mine, All Others Pay Pash“ gewann 2021 beim Filmfestival in Locarno den Goldenen Leoparden für den besten Film. Edwin studierte Film am Jakarta Institute of Arts. Sein Film „Kara, Anak Sebatang Pohon“ (2005) war der erste indonesische Kurzfilm, der in der Sektion Quinzaine des Réalisateurs in Cannes 2005 gezeigt wurde. Edwin ist bekannt für seine avantgardistischen Kurzfilme. Seine Spielfilme liefen bei allen wichtigen Festivals und gewannen Preise. Er ist Teil des Lab Laba Laba Kollektivs in Jakarta und produziert aktiv den jungen indonesischen Nachwuchs. „Kurzschluss – Das Magazin“ trifft Edwin in Jakarta zum Gespräch.

(6): Porträt Lab Laba Laba
Das Kurzfilm Festival Hamburg hat das Kollektiv Lab Laba Laba aus Indonesien eingeladen, die diesjährige Ausstellung für das Festival zu kuratieren. „Asia – Coming Home“ ist der Titel der Ausstellung. Filmemacher Sebastian Winckels trifft sich in Jakarta mit dem Kollektiv. Lab Laba Laba hat sich auf eine Initiative von Edwin, der auch Teil des Kollektivs ist, gegründet. Dazu gehören weiter Lisabona Rahman und Rizki Lazuardi. Das Kollektiv stellt die Arbeiten vor, die sie in Hamburg zeigen, und umkreist die Bedeutungsebenen von Heimat und Zugehörigkeit. Gezeigt wird unter anderem die Arbeit „Solaris“ von dem Künstlerkollektiv Tromarama aus Indonesien. In einer Region des Landes lebt eine bestimmte Quallenart, die nur dort leben kann. Die Arbeit ist „gamified“ und verändert sich je nach Wetterlage um die Insel Kakaban, wo die Quallen leben.

Pfingstsonntag, 05.06. / 05:00 Uhr / La Maestra – Alondra de la Parra
Dokumentation, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Christian Berger
Online verfügbar von 04/06 bis 30/06

Ihre Wurzeln liegen in Mexiko – ihre Orchester und ihr Publikum sind auf der ganzen Welt. Mehr als einhundert Orchester in 20 Ländern hat Alondra de la Parra bereits dirigiert. Mit der Ernennung zur Chefdirigentin des Queensland Symphony Orchestra im australischen Brisbane hat sie eine Position erlangt, die bisher nur wenigen Frauen in ihrem Fach zuteilwurde. ARTE wirft einen Blick auf den Werdegang der Ausnahmedirigentin, begleitet sie bei ihrer Arbeit in Brisbane und auf Konzertreisen, und zeigt die vielfältigen Facetten der energiegeladenen Mexikanerin als Künstlerin und als Mensch.

Alondra de la Parra hat erreicht, was bisher nur wenigen Frauen in ihrem Fach gelungen ist – sie wurde Chefdirigentin eines großen Sinfonieorchesters. Schon früh wusste die 1980 in New York geborene Mexikanerin, dass sie Dirigentin werden wollte. Aber Zweifel hatte sie dennoch: „Mit 13 oder 14 dachte ich, wie kann ich Dirigentin werden, wenn ich überhaupt nicht wie ein Dirigent aussehe“ erzählt sie. „Dirigenten, das sind alte, weißhaarige Deutsche; und ich komme aus Mexiko und bin eine Frau.“ Mit sieben begann sie Klavier zu spielen, mit dreizehn Cello. Nach Studien in Mexiko-Stadt und in New York gründete sie dort 2004 das Philharmonic Orchestra of the Americas, um jungen Künstlern und Komponisten eine Plattform zu bieten. „Als ich mit dem Dirigieren angefangen habe, hat es viele Leute gestört, dass ich eine Frau bin“, sagt sie. Viele Jahre wollte sie nicht wahrhaben, aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt zu sein. Doch allen Hindernissen zum Trotz hat sie mit Talent und Durchsetzungsfähigkeit ihren Durchbruch geschafft. Sie ist weltweit erfolgreich und leitet als Gastdirigentin renommierte Orchester, wie die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, die Bamberger Symphoniker oder das London Philharmonic Orchestra. Ein großer Schritt auf dem Weg nach oben war 2017 die Berufung zur Chefdirigentin des Queensland Symphony Orchestra in Brisbane. Der Film von Christian Berger zeigt die vielen Facetten Alondra de la Parras als Künstlerin und als Mensch. Er beobachtet sie bei der Arbeit mit ihrem Orchester in Brisbane, begleitet sie auf Konzertreisen und nach Hause zu ihrer Familie in Mexiko.

Pfingstsonntag, 05.06. / 08:15 Uhr / Isabelle Huppert ~ Leben für den Film
Schwerpunkt: Festival de Cannes
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: William Karel
Online verfügbar von 18/02 bis 13/09

Zerbrechlich, willensstark und geheimnisvoll: Isabelle Huppert ist eine Ausnahmeerscheinung des französischen Kinos. Sie kann auf ein Werk mit bisher mehr als 100 Filmen zurückblicken. Dabei ist sie in die schwierigsten und abgründigsten Rollen geschlüpft. Dieses neue Filmporträt lässt Isabelle Huppert selbst erzählen und Ausschnitte aus ihren wichtigsten Filmen kommentieren – von Claude Gorettas „Die Spitzenklöpplerin“ bis hin zu Paul Verhoevens Vergewaltigungsdrama „Elle“. Ihre persönlichen Erinnerungen an Filmrollen, Dreharbeiten und Reflexionen über die Schauspielkunst fügen sich zu einem eindrucksvollen schauspielerischen Oeuvre.

Von Isabelle Huppert geht etwas Unnahbares aus. Huppert umgibt eine Aura, die für sie zum Karriere-Sprungbrett wurde. Ihr maskenhaftes Mienenspiel, das gleichzeitig grenzenlose Verzweiflung und Trauer vermittelt, ist zu ihrem Markenzeichen geworden. Sie bringt emotionale Gratwanderungen und größte Intensität mit einem Minimum an Mimik zum Ausdruck. „Schauspielerin zu werden, ist keine Entscheidung. Man wird es einfach“, erklärt Isabelle Huppert. Und erinnert sich, wie sie bereits als Kind von ihrem Vater mit der Super-8-Kamera gefilmt wurde oder an die Schauspielkurse, zu denen ihre Mutter sie anmeldete. Sie erzählt von der ersten Begegnung mit Yves Montand und Romy Schneider und ihren Anfängen auf der Leinwand wie in Bertrand Bliers Komödie „Die Ausgebufften“. Als 23-Jährige war ihr Erfolg in Claude Gorettas „Die Spitzenklöpplerin“ durchschlagend. In diesem Drama spielte sie ein junges Mädchen, das an einer unglücklichen Liebe zerbricht und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Schließlich lässt Huppert die Zusammenarbeit mit großen Regisseuren Revue passieren: von Claude Chabrol, zu dem sie eine Art Vater-Tochter-Beziehung hatte, über Jean-Luc Godard, Paul Verhoeven, Maurice Pialat, Werner Schroeter und Benoît Jacquot bis Michael Cimino und Michael Haneke. Isabelle Huppert erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Die Jury des Filmfestivals in Cannes hat sie gleich zweimal als beste Schauspielerin mit der Goldenen Palme bedacht: im Jahr 1978 für „Violette Nozière“ von Chabrol und 2001 für ihre Rolle in Hanekes „Die Klavierspielerin“. Für Michael Verhoevens Drama „Elle“ wurde sie 2017 für einen Oscar nominiert. Sie spielt darin eine Frau mittleren Alters, die vergewaltigt wird, aber nicht zur Polizei geht. Isabelle Huppert stellt am Ende dieser Rückschau auf ihr Werk fest, dass sie immer Schauspielerin sein wird: „Aufhören? Ich denke oft daran. Aber ich werde es niemals tun.“

Pfingstsonntag, 05.06. / 09:15 Uhr / Ist das Kunst? (3/4): Wer kauft die Kunst?
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2022, RBB 26 Min.
Regie: Felix von Boehm
Online verfügbar von 05/06 bis 31/05
Erstausstrahlung

Immer wieder versetzten schier unglaublichen Rekordwerte, die Kunstwerke bei internationalen Auktionen erzielen, die Welt in Erstaunen. Doch wie entsteht eigentlich der Wert eines Kunstwerkes? Was macht die Kunst zu Kunst? Und: Wer sind die entscheidenden Player? Die Mini-Serie „Ist das Kunst?“ macht sich auf die Suche nach Antworten. Gemeinsam mit drei der aktuell wichtigsten Kunstschaffenden – Alicja Kwade, Anne Imhof und Amoako Boafo – und begleitet ein Objekt von der ersten Ideenskizze auf seinem Weg zum heiß begehrten Kunstwerk. Folge drei fragt: „Wer kauft die Kunst?“

Ein Kunstwerk von Alicja Kwade taucht auf einer Auktion auf. Ihr Berliner Galerist Johann König greift zum Hörer, um notfalls mitzubieten und den Marktwert seiner Künstlerin zu schützen. Eine Manipulation des Marktes. Aber vieles, das auf anderen Märkten nicht ginge, ist am Kunstmarkt möglich. So werfen einige Käufer der Gemälde von Amoako Boafo seine Werke oft nach wenigen Monaten wieder auf den Markt, in Erwartung riesiger Gewinne. Seine treuen Sammler und Galeristen erzählen, wie sie dagegen vorgehen. Zugleich wird eine Bilddatei für einen Millionenbetrag in Kryptowährung bei Christie’s versteigert. Die NFTs – Non-Fungible Tokens, also virtuelle Werke mit digitalem Echtheitszertifikat – erobern den Kunstmarkt. Bild- oder Filmdateien bekommen so den Charakter eines Unikats und damit auch den entsprechenden Preis. Wie überzeugend ist das? Wie ihre Verkäufe auf dem analogen Markt laufen, überprüft Alicja Kwade beim Besuch auf der Art Basel, wo gleich drei Galerien ihre Werke anbieten. Anne Imhof, Amoako Boafo, Alicja Kwade halten sich auf unterschiedliche Weise von den Verkäufen und Käufern fern. Aber sie alle wollen vor allem ihre Projekte realisieren. Die Bildhauerin Alicja Kwade lässt mit Hochdruck an der Fertigstellung ihrer Skulptur aus Stahl und Marmor arbeiten. Sie muss in die USA überführt werden, um pünktlich zum Ausstellungsbeginn in der kalifornischen Wüste aufgebaut zu sein.

Pfingstsonntag, 05.06. / 09:40 Uhr / Nero: Plädoyer für eine Bestie (1/2)
Dokumentation, Deutschland, 2016, NDR 52 Min.
Regie: Martin Papirowski
Online verfügbar von 05/06 bis 03/09

Nero ist der Inbegriff des wahnsinnigen Tyrannen. Die Althistoriker Mischa Meier und Claudia Tiersch sowie der Kirchenhistoriker Christoph Markschies liefern Argumente dafür, dass ein solcher Nero nie existiert hat: Neros Herrschaft erfährt eine neue Interpretation. Neues auch visuell: Die Schauspieler agieren mit Hilfe von Computerrekonstruktionen mitten im antiken Rom.

Die Dokumentation stellt dar, dass Nero das Opfer antiker Chronisten wurde, die der Oberschicht angehörten: Sie rächten sich an einem Kaiser, der die Eliten entmachtete. Der Film folgt Neros Lebensweg. Er war Sohn einer machthungrigen Mutter namens Agrippina, mit der er in einen immer größeren Konflikt gerät. Der Muttermord erscheint als letztes Mittel der dynastischen Politik. Dieses Verbrechen wird im Licht der damaligen Zeit analysiert, Neros persönliche Fähigkeiten und Defizite erörtert. Er erscheint als Herrscher, der bereits zu Lebzeiten nie den Erwartungen der Eliten von „gutem Kaisertum” entsprach, wenn auch aus anderen Gründen als zumeist bekannt: Seine künstlerischen Ambitionen verwirrten sie, seine Absage an grausame Gladiatorenkämpfe und kriegerische Expansion verachteten sie. Nero regierte eine Gesellschaft mit anderen Werten und Gesetzen, in der Grausamkeit zur Konvention und Mord an Familienangehörigen zum legitimen Mittel der Politik gehörte.

Pfingstsonntag, 05.06. / 10:35 Uhr / Nero: Plädoyer für eine Bestie (2/2)
Dokumentation, Deutschland, 2016, NDR 52 Min.
Regie: Martin Papirowski
Online verfügbar von 05/06 bis 03/09

Nero ist der Inbegriff des wahnsinnigen Tyrannen. Der Zweiteiler zeigt, dass ein solcher Nero nie existiert hat. Er wurde vielmehr das Opfer antiker Chronisten, Abkömmlingen der Oberschicht. Sie rächten sich an einem Kaiser, der die Eliten entmachtete. Christliche Geschichtsschreiber stilisierten ihn zum Brandstifter und Christenverfolger – alles gezielte Verleumdung.

Die Dokumentation widmet sich dem Brand von Rom. Christliche Geschichtsschreiber stilisierten Nero lange nach seinem Tod zum Brandstifter und Christenverfolger. Nach aktuellem Forschungsstand trifft dies nicht zu: Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Nero Rom anzünden ließ. Auch dafür, dass der Apostel Petrus überhaupt jemals in Rom war, gibt es keine historischen Beweise. Vielmehr handelt es sich um eine Legendenbildung der Geschichtsschreibung früher Jahrhunderte. Das ist insofern von Bedeutung, als der Brand von Rom und die anschließende Christenverfolgung zum Gründungsmythos der katholischen Kirche gehören: Der Vatikan fußt im wahrsten Sinne des Wortes auf diesen Ereignissen. Tatsächlich gibt es keinerlei historischen Nachweis, dass sich Petrus, der erste Bischof von Rom, jemals in der Stadt aufgehalten hat, dass er im Auftrag Neros gekreuzigt und dort begraben wurde.

Pfingstsonntag, 05.06. / 11:30 Uhr / Vom Schreiben und Denken – Die Saga der Schrift: Der Anfang
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2020, ARTE F 51 Min.
Regie: David Sington
Online verfügbar von 14/05 bis 20/07
Wiederholung vom 21.05.

Pfingstsonntag, 05.06. / 12:20 Uhr / Vom Schreiben und Denken – Die Saga der Schrift: Imprimatur – Buch und Zivilisation
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2020, ARTE F 51 Min.
Regie: David Sington
Online verfügbar von 14/05 bis 20/07
Wiederholung vom 21.05.

Pfingstsonntag, 05.06. / 13:15 Uhr / Vom Schreiben und Denken – Die Saga der Schrift: Eine neue Ära
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2020, ARTE F 53 Min.
Regie: David Sington
Online verfügbar von 14/05 bis 20/07
Wiederholung vom 21.05.

Pfingstsonntag, 05.06. / 15:55 Uhr / UNESCO Weltkulturerbe – Schätze für die Ewigkeit: Arles
Schwerpunkt: 50 Jahre Konvention UNESCO Kulturerbe
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2022, SRWDRMDR 53 Min.
Regie: Marion Schmidt
Online verfügbar von 05/06 bis 05/07
Erstausstrahlung

Das südfranzösische Arles erfindet sich gerade neu. Bislang war der malerische Ort am Rande der Camargue vor allem für seine antiken Wahrzeichen wie das berühmte Amphitheater bekannt, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind. Mit dem weithin sichtbaren Turm des amerikanisch-kanadischen Architekten Frank O. Gehry hat die Stadt nun ein weiteres Wahrzeichen erhalten. Auf einer ehemaligen Industriebrache ist rund um den Gehry-Turm ein Kulturcampus entstanden, der sich als „Zukunftswerkstatt“ und als Anziehungspunkt für die relevantesten Künstler des 21. Jahrhunderts versteht.

Zwischen dem Amphitheater und dem glitzernden Gehry-Turm liegen 2.000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte. Aber auch bedeutende romanische Kirchenbauten gehören zum reichen Weltkulturerbe von Arles. Und immer noch entdecken Archäologen Neues. Spektakulär sind die großformatigen Fresken im pompejanischen Stil, die jüngst bei den Ausgrabungen einer altrömischen Villa gefunden wurden und nun wie ein gigantisches Puzzle zusammengesetzt und restauriert werden.

Die Dokumentation zeigt Arles als eine Stadt im Spannungsfeld zwischen Antike und Avantgarde und als einen Ort, der immer schon Künstler und Kreative angezogen hat. Darunter van Gogh, der hier seine produktivste Phase hatte. Oder Picasso, der häufig nach Arles kam und eng mit dem Fotografen Lucien Clergue befreundet war, einem Mitbegründer des renommierten Foto-Festivals „Les Rencontres d’Arles“.

Pfingstsonntag, 05.06. / 16:50 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2022, HR 30 Min.
Moderation: Bianca Hauda
Erstausstrahlung

Pfingstsonntag, 05.06. / 17:25 Uhr / Open-Air auf der Insel Delos: Vivaldis (ungewisse) Vier Jahreszeiten
Musik, Deutschland, 2022, ZDF 60 Min.
Regie: Tilo Krause
Komponist: Antonio Vivaldi
Orchester: European Union Youth Orchestra
Mit: Nigel Kennedy (Violine), Sokratis Sinopoulos (Lyra)

Erstausstrahlung

Die unbewohnte Insel Delos, mythischer Geburtsort von Artemis und Apollo, bietet eine fantastische Kulisse für das European Union Youth Orchestra, das dort am 30. Mai 2022 – am 30. Geburtstag von ARTE – einen Klassiker (in leicht bearbeiteter Fassung) spielt: Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Ein einzigartiges Konzert, das im Rahmen einer weltweiten Kampagne zur Rettung des Klimas stattfindet.

Vivaldi schrieb „Die vier Jahreszeiten“ vor gut 300 Jahren – da war das Klima noch in Ordnung. Doch wie würde das Stück heute klingen? Und wie an verschiedenen Orten der Welt unter den jeweiligen klimatischen Bedingungen? Das Konzert auf der griechischen Insel Delos erfolgt mit Bezug auf ein weltweites Projekt: Unter dem Titel „The [uncertain] Four Seasons“ beteiligen sich mehr als ein Dutzend professionelle Orchester in unterschiedlichsten Regionen der Welt daran, Vivaldis Konzert in regional spezifischen Varianten aufzuführen, die die für das Jahr 2050 zu erwartenden klimatischen Veränderungen kompositorisch einbeziehen. Das Projekt findet im Rahmen der UN-Kampagne ActNow zur Rettung des Klimas statt.

Die Aufführung findet bei Neumond am 30. Mai 2022 vor antiker Kulisse statt. Delos, die mythische Insel in der Ägäis, ist mit seiner großen Zahl antiker Bauwerke Weltkulturerbe. Es ist das erste Mal, das ein ganzes Orchester auf der seit Langem unbewohnten Insel spielt. Mit der Lyra wird ein mehr als 3.000 Jahre altes typisches Instrument der Mittelmeerregion in die Musik einbezogen. Voraussichtlicher Stargast des Abends ist Nigel Kennedy, der wohl bekannteste Interpret der „Vier Jahreszeiten“.

Das European Union Youth Orchestra wurde 1976 als European Community Orchestra gegründet. Die Idee: Junge Musikerinnen und Musiker aus allen EU-Staaten sollen in dem Orchester gemeinsam musizieren. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten der Dirigent Claudio Abbado und der Politiker Sir Edward Heath; Ehrenpräsident ist stets der Präsident bzw. die Präsidentin des Europäischen Parlaments.

Pfingstsonntag, 05.06. / 23:15 Uhr / Die Oberammergauer Passionsspiele 2022 ~ Die unglaublichste Geschichte der Welt
Dokumentarfilm, Deutschland, 2022, BR 76 Min.
Regie: Alexander Saran
Online verfügbar von 05/06 bis 12/06
Erstausstrahlung

Manche Schwüre werden über Jahrhunderte gehalten. 1633 legten die Bürgerinnen und Bürger des bayerischen Bergdorfes Oberammergau im Angesicht der Pest vor Gott das Gelübde ab, ein Passionsspiel aufzuführen, wenn sie fortan nur vom schwarzen Tod verschont blieben. Heute ist das Oberammergauer Passionsspiel das berühmteste der Welt. Alle zehn Jahre spielen fast 2.000 Oberammergauer Bürgerinnen und Bürger im weltweit größten Laienspektakel die letzten Tage Christi für Hunderttausende von Zuschauerinnen und Zuschauern nach. In den Jahren vor der Aufführung befindet sich Oberammergau zunehmend im Ausnahmezustand – ein Dorf lebt für sein Spiel!

Spielleiter, Chefdramaturg und Regisseur Christian Stückl, der bereits zum vierten Mal der „große Bestimmer“ ist, ist vertraglich verpflichtet, alle Menschen aus Oberammergau, die sich als Darstellerinnen und Darsteller gemeldet haben, auch in der Aufführung unterzubringen: sei es als römischer Soldat achte Reihe hinten links oder in den Massenszenen im Volk von Jerusalem. Über 1.000 Menschen stehen teilweise gleichzeitig auf der Bühne.

Seine Hauptrollen besetzt Christian Stückl jung. Und Religion spielt keine Rolle. Auf einen der Hauptdarsteller wurde Stückl in einem Café aufmerksam, weil ihm dessen Stimme auffiel. Judas wird 2022 deshalb von einem Oberammergauer muslimischen Glaubens gespielt. „Wenn einer denkt aus Provokation – nein, sondern weil er einer meiner besten jungen Schauspieler ist!“, so der Regisseur. Auftakt der Proben ist eine Reise nach Israel. An den überlieferten Orten entsteht die Basis für die Rollenarbeit dieser Langzeitbeobachtung. Über Monate entstehen Bühnen- und Kostümbild. Der Chor und das Orchester werden zusammengestellt. Schon seit einem Jahr lassen sich die Männer Haare und Bärte wachsen. Für die Premiere im Mai 2020 scheint alles bereit. Und dann: Corona. Stillstand. Tränen der Trauer und Enttäuschung. Doch der große Tag der Premiere kommt.

Pfingstsonntag, 05.06. / 00:30 Uhr / Rodelinda
Premiere anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Internationale Händel-Festspiele Göttingen
Oper, Deutschland, 2020, NDR 203 Min.
Regie: Marcus Richardt
Komponist: Georg Friedrich Händel
Inszenierung: Dorian Dreher
Dirigent: Laurence Cummings
Orchester: FestspielOrchester Göttingen

Mit: Anna Dennis (Rodelina), Christopher Lowrey (Bertarido), Thomas Cooley (Grimoaldo), Franziska Gottwald (Eduige), Julien Van Mellaerts (Garibaldo), Owen Willetts (Unulfo), Finn Geiges (Flavio)

Online verfügbar von 05/06 bis 03/09
Erstausstrahlung

Göttingen, 1920: Die Aufführung von „Rodelinda“ bei den neu gegründeten Händel-Festspielen markiert den Beginn der deutschlandweiten Händel-Renaissance. Göttingen, 2021: „Rodelinda“ markiert das Zentrum der Jubiläumsfestspiele, zugleich Schluss- und Höhepunkt der zehnjährigen künstlerischen Leitung Laurence Cummings‘, eines „der führenden Barockspezialisten seiner Generation“ (Star Tribune). Die Inszenierung bietet ein perfektes Zusammenspiel zwischen Bühne und Graben. Anna Dennis steht an der Spitze eines handverlesenen Ensembles – und Dorian Drehers poetische Inszenierung stellt sich mit starken Bildern und atemberaubenden Brüchen ganz in den Dienst der Musik!

Pfingstmontag, 06.06. / 03:10 Uhr / Fotografen auf Reisen ~ Vanuatu, das kleine Mädchen von Ambrym
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Timo Ebermann
Online verfügbar von 30/05 bis 05/08

Die Dokumentationsreihe „Fotografen auf Reisen“ zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q‘eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde. Auf der zu Vanuatu gehörenden Insel Ambrym im Südpazifik liegt das kleine Dorf Endu. Doch nicht die dortigen Vulkane führen Fotografin Ulla Lohmann diesmal hierher, sondern ein feierlicher Anlass: Gédéon, seit 20 Jahren Freund und Weggefährte von Ulla, hat seine Tochter nach ihr benannt – zu Ehren der langjährigen Freundschaft, die die beiden verbindet. Mit dem Segen des Dorfobersten bereiten sie gemeinsam eine Zeremonie vor, die im Angesicht der Dorfgemeinschaft das enge Band zwischen ihnen bezeugen soll und Ulla zur Patin des kleinen Mädchens macht. Das ganze Dorf beteiligt sich an den Vorbereitungen, von der Erstellung der Federschmucke bis zur Zubereitung der Speisen. Ein bewegender Moment für Ulla, die nach der Zeremonie von sich behaupten kann, dass sie wirklich zu den Inselbewohnern gehört.

Dienstag, 07.06. / 05:00 Uhr / Berlin Live ~ The Living End
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 06/06 bis 30/06

Sie kommen von Down Under und sie sind dort richtig groß. Sie sind seit über 20 Jahren ununterbrochen in den australischen Charts und machen sich nun auf, den Rest der Welt mit ihrem eigenen Stil aus Rockabilly und Post-Punk zu erobern. In ihrer Heimat haben die Jungs von The Living End bereits mehrere Platinplatten sowie sechs ARIA Awards, das australische Gegenstück zum Grammy, zu verzeichnen. Sänger und Gitarrist Chris Cheney, Kontrabassist Scott Owen und Schlagzeuger Andy Strachan touren mit ihren Songs durch die Welt und gewinnen mit ihrer energetischen Musik und den mitreißenden Liveshows einfach jedes Publikum. Nachdem sie ihre neue Platte „Wunderbar“ in Deutschland produziert haben, besuchten sie exklusiv für „Berlin Live“ das SchwuZ und begeisterten das hiesige Publikum mit den neuen Songs und ihrem frenetischen Livesound.

Dienstag, 07.06. / 02:15 Uhr / Dokumente, die die Welt bewegen ~ Die Nazis und der Kunstraub
Dokumentationsreihe, Österreich, Frankreich, 2016, ARTEORF 26 Min.
Regie: Andrea Morgenthaler
Online verfügbar von 07/06 bis 14/06

Die zwölfteilige Reihe „Dokumente, die die Welt bewegen“ gibt einen neuen, innovativen Blick auf die österreichische und europäische Geschichte. Ausgangspunkt jeder Episode sind Dokumente und Archivalien, die gemeinsam mit Gästen und Experten neu interpretiert und diskutiert werden. In Kombination mit erstmals erkundeten Originalschauplätzen ergibt sich somit ein neuer Weg, Geschichte erlebbar zu machen.

Bis heute ist unklar, wie hoch die Zahl der geraubten Kunstwerke während des Zweiten Weltkrieges wirklich ist, und wahrscheinlich wird man es auch nie genau wissen. Klar ist aber, wie strukturiert und organisiert bei sogenannten Enteignungen vorgegangen wurde. Die Restitutionsexpertin Ruth Pleyer ist im Österreichischen Staatsarchiv zu Gast und zeichnet mit Hilfe von Generaldirektor Wolfgang Maderthaner einen ihrer emotionalsten und schwierigsten Fälle nach: George Jorischs langjährige Suche nach dem Klimt-Gemälde „Litzlberg am Attersee“, das bis 1939 im Hause seiner Großmutter hing. Die Serie „Dokumente, die die Welt bewegen“ gleicht einer einzigartigen Reise durch die Jahrhunderte und erzählt anhand persönlicher Geschichten von Herrschern und Beherrschten, wie sich Europa in all seiner kulturellen und politischen Vielfalt und Widersprüchlichkeit bis in die Gegenwart entwickelt hat.

Mittwoch, 08.06. / 21:50 Uhr / Krankheit in der Kunst ~Kranke Körper, verletzte Seelen
Dokumentation, Deutschland, 2022, SWR 52 Min.
Regie: Nicola Graef
Erstausstrahlung

Das Interesse der Kunst an menschlichem Leid ist wahrscheinlich so alt wie die Kunst selbst. Wie setzten sich Künstler über die Jahrhunderte mit Krankheiten – ihren eigenen und solchen, die ganze Gesellschaften bedrohen – auseinander? Pieter Bruegel malte die Verheerungen der Pest. Ai Weiwei verarbeitete den Umgang mit Corona in China in einem Film. Schmerz und Einschränkung können Motor der Schaffenskraft werden. Seelische Verletzlichkeit führt zu ganz neuen Sichtweisen. Die Dokumentation spannt einen Bogen über mehrere Jahrhunderte, verschiedene Künste und menschliche Befindlichkeiten.

Seit jeher befassen sich Künstlerinnen und Künstler mit dem Thema Krankheit und Tod. Schmerz wird zum Motor der Schaffenskraft, seelische Verletzlichkeit führt zu neuen Sichtweisen. Die Dokumentation spannt den Bogen über mehrere Jahrhunderte und verschiedene Künste. Da gibt es einerseits den Blick von außen. Maler beschäftigen sich mit biblischen Leiden, mit der Pest wie Pieter Bruegel. Die Dokumentation widmet sich schwerpunktmäßig Künstlerinnen und Künstlern, die ihre eigenen Leiden darstellen und sich gleichzeitig dem Thema grundsätzlich widmen. Die amerikanische Künstlerin Hannah Wilke hat ihren Krebs und die Chemotherapie in schonungslosen Fotografien dokumentiert. Christoph Schlingensiefs Theaterprojekt „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ ist ein aufwühlendes Protokoll seiner Ängste und seines Sterbens. Heute sind seelische Probleme, Depressionen das große Thema. In der Gesellschaft, in der Kunst. Wenn die Nerven plötzlich alles durcheinanderwirbeln, das beschreibt die Schriftstellerin Siri Hustvedt schonungslos in ihrem Buch „Die zitternde Frau“. Das Schreiben half ihr, die Schübe zu verarbeiten und anzunehmen. Bei allen individuellen Schicksalen geht es aber immer um mehr. Um diese Gesellschaft. Wie sie Krankheiten produziert und sie ausgrenzt. So empfindet es die Schweizer Künstlerin Veronika Spierenburg. Als sie Multiple Sklerose bekam, fühlte sie sich „an den Rand“ gedrängt. Sie drehte den Spieß um, dokumentierte ihre Stammzellentransplantation und drängt zurück – in die Öffentlichkeit. Mit einem Kunstvideo, das Teil einer Ausstellung und auch dieses Films wird.

Mittwoch, 08.06. / 03:05 Uhr / Fotografen auf Reisen ~Brasilien – Ein Kanu für die neue Generation
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Nicos Argillet, Timothee Ebermann, Xavier Lefebvre, Luc Marescot, Eli Laliberte
Online verfügbar von 01/06 bis 07/08

Die Dokumentationsreihe „Fotografen auf Reisen“ zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde. Im Herzen des noch unberührten Amazonas-Urwalds begegnete Fotograf Renato Soares vor 30 Jahren dem Stamm der Yawalapiti. Seither ist im Verlauf seiner zahlreichen Besuche eine enge Freundschaft zu ihnen entstanden. Die Yawalapiti sind Fischer und Bauern, daher dreht sich ihr ganzes Leben um die Natur, die sie reich mit allem beschenkt, was sie zum Leben brauchen.

Vor kurzem überzeugte Renato sie, ein Kanu aus Jatoba-Rinde herzustellen – eine Piroge, wie sie ursprünglich von den Ureinwohnern der Region Alto Xingu genutzt und seit 20 Jahren nicht mehr gebaut wurde. Bei dieser Gelegenheit geben die Alten die überlieferten Schiffbautechniken an die Jüngeren weiter, die neugierig und voller Stolz die Traditionen ihrer Gemeinschaft aufrechterhalten. Renato darf sich am Bau des Kanus beteiligen und dieses außergewöhnliche Ereignis im Leben der Yawalapiti mit der Kamera einfangen.

Freitag, 10.06. / 11:55 Uhr / Fotografen auf Reisen ~ Brasilien – Der Tanz der Kriegerinnen
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Eli Laliberte
Online verfügbar von 03/06 bis 09/08

Die Dokumentationsreihe „Fotografen auf Reisen“ zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde. Wie schon seit 20 Jahren besucht Fotograf Renato Soares den Stamm der Kalapalo. Hier, am Ufer des Flusses Xingu in Brasilien, leben die Menschen zwischen zwei Welten: der traditionellen Lebensweise ihrer Ahnen und einer sehr viel moderneren. Sangai, die Stammesälteste, die die Traditionen der Kalapalo bewahrt, empfängt Renato. Einmal im Jahr haben hier anlässlich der Feiern des Yamurikuma allein die Frauen das Sagen – die Männer müssen ihnen zu Diensten stehen und jeder Fremde, der das Dorf betrifft, läuft Gefahr, davongejagt zu werden. Höhepunkt dieses Rollentauschs ist eine große Zeremonie, mit der das Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern wiederhergestellt wird.

Freitag, 10.06. / 23:50 Uhr / Lilly Wood and the Prick im Pariser Olympia
Musik, Frankreich, 2022, ARTE F 76 Min.
Regie: Adeline Chahin
Online verfügbar von 03/06 bis 30/05
Erstausstrahlung

Die Jahre vergehen, das Mitteilungsbedürfnis von Lilly Wood and the Prick bleibt bestehen. Bester Beweis: das 2021 erschienene Album „Most Anything“. Auch auf ihrer vierten Platte bleibt Sängerin Nili Hadida ihren feministischen und humanistischen Überzeugungen treu. Gemeinsam mit Weggefährte Benjamin Cotto präsentiert sie im Pariser Olympia neue Songs zwischen Melancholie und Fröhlichkeit, Rebellion und Meditation. Ein Album, das vielen Richtungen folgt und stilistisch doch seinen ganz eigenen Weg geht.

Lilly Wood and the Prick sind wieder da, und das muss – zusammen mit dem Release ihres neuen Albums „Most Anything“ – gebührend gefeiert werden. Für diesen Anlass hat sich das französische Erfolgsduo keine geringere Location als das Pariser Olympia ausgesucht. Auf der Bühne des legendären Konzertsaals präsentieren Sängerin Nili Hadida und Gitarrist Benjamin Cotto neue Songs und altbekannte Hits – von melancholischen Balladen über tanzbaren Elektropop bis zu akustischen Ohrwürmern. Erste Bekanntheit erlangten Lilly Wood and the Prick 2011 mit ihrem Song „Down the Drain“. 2014 folgte der internationale Durchbruch: Robin Schulzes Remix ihres Songs „Prayer in C“ stürmte die europäischen Charts. Mit ihrer Mischung aus Pop, Folk, Soul und Elektro schöpfen Nili Hadida und Benjamin Cotto aus einer emotionalen Bandbreite zwischen Melancholie und Fröhlichkeit, Rebellion und Meditation. Auch wenn die beiden in den letzten Jahren musikalisch gereift sind, verbindet die franko-israelische Sängerin und den Pariser Musiker noch immer eine beeindruckende künstlerische Chemie.

Freitag, 10.06. / 01:05 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2021, ARTE F 30 Min.
Online verfügbar von 03/06 bis 29/05
Erstausstrahlung

Freitag, 10.06. / 01:40 Uhr / Dokumente, die die Welt bewegen: Künstler, Krieg und Propaganda – Kriegsberichterstattung von 1914 bis 1918
Dokumentationsreihe, Österreich, Frankreich, 2016, ARTEORF 26 Min.
Regie: Andrea Morgenthaler
Online verfügbar von 10/06 bis 17/06

Die zwölfteilige Reihe „Dokumente, die die Welt bewegen“ gibt einen neuen, innovativen Blick auf die österreichische und europäische Geschichte. Ausgangspunkt jeder Episode sind Dokumente und Archivalien, die gemeinsam mit Gästen und Experten neu interpretiert und diskutiert werden. In Kombination mit erstmals erkundeten Originalschauplätzen ergibt sich somit ein neuer Weg, Geschichte erlebbar zu machen.

Als in Europa 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht, beginnt ein noch nie dagewesener Massenvernichtungsfeldzug aller beteiligten Nationen. Ebenso neu wie die Art der Kriegsführung ist die Kriegsberichterstattung von der Front. Propaganda, Heldentum, Ruhm und Ehre werden großgeschrieben, die Wahrheit eher klein gehalten. Der Journalist Thomas Roth, der selbst schon aus Kriegsgebieten berichtet hat, betrachtet gemeinsam mit Wolfang Maderthaner die Propagandamaschinerie aus einer kritischen Perspektive. Beleuchtet werden unter anderem die Motive namhafter und zahlreicher Autoren und Künstler, die sich für das Kriegspressequartier verpflichteten, sowie der Einsatz der neuen und alten Medien. Die Serie „Dokumente, die die Welt bewegen“ gleicht einer einzigartigen Reise durch die Jahrhunderte und erzählt anhand persönlicher Geschichten von Herrschern und Beherrschten, wie sich Europa in all seiner kulturellen und politischen Vielfalt und Widersprüchlichkeit bis in die Gegenwart entwickelt hat.

Freitag, 10.06. / 02:10 Uhr / Dokumente, die die Welt bewegen: 95 Thesen und die Gegenreformation
Dokumentationsreihe, Österreich, Frankreich, 2016, ARTEORF 26 Min.
Regie: Robert Neumüller
Online verfügbar von 10/06 bis 17/06
Die zwölfteilige Reihe „Dokumente, die die Welt bewegen“ gibt einen neuen, innovativen Blick auf die österreichische und europäische Geschichte. Ausgangspunkt jeder Episode sind Dokumente und Archivalien, die gemeinsam mit Gästen und Experten neu interpretiert und diskutiert werden. In Kombination mit erstmals erkundeten Originalschauplätzen ergibt sich somit ein neuer Weg, Geschichte erlebbar zu machen.

Der Überlieferung nach schlug Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg. Luthers umfangreiche Forderung nach Reformen in der katholischen Kirche führte schlussendlich zur Spaltung des Christentums in verschiedene Konfessionen. Autor und Historiker Philipp Blom begibt sich ins Österreichische Staatsarchiv, um in den dort liegenden Dokumenten Belege für die Reformationsbewegung zu finden und gleichsam die Geschichte der Gegenreformation zu erzählen. Thomas Just und Kathrin Kininger unterstützen ihn bei der Suche und zeigen auf, welch unglaubliche Dinge Religion hervorbringen kann. Die Reihe „Dokumente, die die Welt bewegen“ gleicht einer einzigartigen Reise durch die Jahrhunderte und erzählt anhand persönlicher Geschichten von Herrschern und Beherrschten, wie sich Europa in all seiner kulturellen und politischen Vielfalt und Widersprüchlichkeit bis in die Gegenwart entwickelt hat.

Zusatzinfo: Dass Geschichte von Menschen gemacht wird und nicht einfach „geschieht“, kann man am augenfälligsten bei der Recherche in Archiven erkennen. Dort befindet sich das Gedächtnis einer Gesellschaft, eines Staates. Die zahllosen Dokumente, Urkunden, Bilder und persönlichen Zeugnisse über Krieg und Frieden, soziale Spannungen, innen- und außenpolitische Konflikte lassen längst vergangene Zeiten vor unserem Auge wieder aufstehen. Es gibt kaum einen Ort in Europa, an dem dies so deutlich wird, wie im Österreichischen Staatsarchiv. Hier wird in vielen Tausend Dokumenten Europas Geschichte lebendig, vom 9. Jahrhundert bis in die Gegenwart. In jeder der zwölf Episoden wird einer konkreten Fragestellung beziehungsweise These nachgegangen, anhand derer das jeweiligen Thema historisch und geografisch verortet wird sowie neue Blickwinkel und Erkenntnisse zutage befördert werden. Essenzieller Bestandteil sind neben den teils völlig unbekannten Dokumenten die lebendigen Diskussionen zwischen den Historikern und den geladenen Gästen sowie eigens angefertigte Paper-cut-out-Animationen.

Freitag, 10.06. / 02:35 Uhr / Dokumente, die die Welt bewegen: Die Goldene Bulle – Dreikampf um den Thron
Dokumentationsreihe, Österreich, Frankreich, 2016, ARTEORF 26 Min.
Regie: Uli Jürgens
Online verfügbar von 10/06 bis 17/06

Die zwölfteilige Reihe „Dokumente, die die Welt bewegen“ gibt einen neuen, innovativen Blick auf die österreichische und europäische Geschichte. Ausgangspunkt jeder Episode sind Dokumente und Archivalien, die gemeinsam mit Gästen und Experten neu interpretiert und diskutiert werden. In Kombination mit erstmals erkundeten Originalschauplätzen ergibt sich somit ein neuer Weg, Geschichte erlebbar zu machen.

Wenn drei Herrscherfamilien gleichzeitig Anspruch auf den Thron des Heiligen Römischen Reiches erheben, sind Konflikte vorprogrammiert. Das Gezerre um den Thron bleibt nicht ohne Folgen: Krieg, Naturkatastrophen, Pest. Man sieht sich also gezwungen, die Königswahl zu reglementieren, um ein erneutes Ausbrechen eines Krieges zu vermeiden. Die Goldene Bulle, das älteste und vornehmste Grundgesetz des Heiligen Römischen Reiches, entsteht und markiert den Aufstieg einer Familie, die kaum jemandem fremd ist: der Habsburger. Die Serie „Dokumente, die die Welt bewegen“ gleicht einer einzigartigen Reise durch die Jahrhunderte und erzählt anhand persönlicher Geschichten von Herrschern und Beherrschten, wie sich Europa in all seiner kulturellen und politischen Vielfalt und Widersprüchlichkeit bis in die Gegenwart entwickelt hat.


Programmwoche 24:

Samstag, 11.06. / 20:15 Uhr / Der Orient – Wiege des Christentums

Dokumentarfilm, Erstausstrahlung
Deutschland, 2022, ZDF
Regie: Friedrich Klütsch, Katrin Sandmann

Was hat es mit den rätselhaften „Geheimreligionen“ des alten Orients auf sich? Welchen Einfluss hatten sie auf Christentum und Islam? Diesen Fragen geht der Orientalist Daniel Gerlach im Nahen Osten nach. In den prächtigen Ruinen untergegangener Imperien spürt er mysteriöse Kulte des Morgenlandes auf, die oft im Verborgenen weiterleben und bis heute auch Europas Kultur prägen.

Kaum eine Weltregion übt eine stärkere Faszination auf die Menschen des Abendlandes aus als der Orient. Dort steht die Wiege der drei großen monotheistischen Weltreligionen. Und auch wenn wir den Nahen Osten heute mit Krieg und Terror in Verbindung bringen, war und ist er auch immer noch der Schauplatz großer kultureller Vielfalt und religiöser Toleranz.

Der Orientalist Daniel Gerlach begibt sich auf eine Abenteuerreise zu verborgenen Schauplätzen der Weltgeschichte. Sie führt ihn von der Türkei in den Libanon und nach Jordanien, weiter in den Irak und über Israel und Ägypten bis nach Tunesien.

An den Orten, die er besucht, spürt Gerlach die Ursprünge alter Religionen auf. Was hat es mit den Jesiden, Drusen und Sufis auf sich, die ihre Macht über Jahrhunderte bewahrt haben? Welche Rolle spielen sie für uns in Europa heute? Wie sehr prägen sie unsere Kultur?

Gerlach nimmt an Feuerzeremonien und geheimnisvollen Taufritualen teil; er lernt Neues über die Ursprünge von Gut gegen Böse, Wahrheit gegen Lüge und Treue gegen Verrat. Er folgt den Spuren eines schiitischen Erlösers, der einst spurlos verschwunden ist, bekommt das wohl kostbarste Koran-Manuskript der Welt in die Hände, und er findet sich in einer Pilgerstadt am Euphrat wieder, die mit bis zu 18 Millionen Pilgerinnen und Pilgern jährlich die wohl größte Menschenansammlung der Welt beherbergt.

Auf dieser Reise zu unbekannten, aber spektakulären Schauplätzen entschlüsselt er die letzten Geheimnisse des faszinierenden Orients, dessen Erbe Europa zum Aufstieg verhalf.

Samstag, 11.06. / 21:40 Uhr / Palmyra, unwiederbringlicher Wüstenschatz
Dokumentarfilm
Frankreich, 2020, ARTE F
Regie: Meyar Al Roumi

Das Gesicht zeigen: Die Geschichte der vom IS zerstörten antiken Wüstenstadt Palmyra erzählt der Dokumentarfilm anhand der Grabporträts ihrer Bewohner und hält damit das Erbe der syrischen Stadt lebendig. Die einzigartigen steinernen Grabskulpturen aus den Nekropolen Palmyras, eines Ortes, der zum Weltkulturerbe gehört, sind heute in verschiedenen Sammlungen über die ganze Welt verstreut. Eine Gruppe von Archäologen begibt sich auf eine geradezu detektivische Spurensuche, um ein lebendiges Bild der sagenumwobenen Wüstenstadt zu zeichnen: Die Rekonstruktionen von Familien-Genealogien liefern das faszinierende Zeugnis einer ganzen Gesellschaft.

Nach 2.000 Jahren Vergessenheit stehen die Gesichter von Palmyra wieder im Licht der Aufmerksamkeit: Unzählige Legenden ranken sich um die antike Oasenstadt Palmyra. Erstmals stützen sich die archäologischen Untersuchungen nicht auf ihre Architektur, sondern auf die steinernen Gesichter ihrer einstigen Bewohner. In Form von Grabporträts für die Nachwelt verewigt, geben sie Aufschluss über die bewegte Vergangenheit Palmyras. Durch den Syrien-Konflikt wird das Projekt zu einer gewaltigen Herausforderung für die Archäologen. Schließlich gelingt es ihnen nach und nach, die Familienstammbäume der Menschen zu rekonstruieren. So entsteht ein lebendiges Zeugnis des antiken Palmyras.

Bedeutender Handelsstützpunkt, kulturelle Vielfalt, Wohlstand: ARTE geht den Geheimnissen der Skulpturen auf den Grund und gibt fundierte Einblicke in die multikulturelle Seele des geschichtsträchtigen Ortes. Die einzigartigen Totendarstellungen aus den Grabkammern und Tempelgräbern veranschaulichen, weshalb diese „Perle der Wüste“ die Menschen über Jahrhunderte hinweg faszinierte und Schauplatz zahlreicher Erzählungen und Darstellungen war. Als Schmelztiegel der Kulturen ist sie eines der wenigen Beispiele für eine gelungene Integration in der Geschichte der Menschheit.

Im 21. Jahrhundert angelangt, weichen die Legenden den historischen Analysen: Der Dokumentarfilm öffnet den Blick für die bisher unentdeckte Geschichte von Palmyra. Ein Blick auf ein Kulturerbe der Menschheit, das zu den schönsten dieser Erde gehörte. Und das unwiederbringlich im Jahr 2015 durch die Terrororganisation Islamischer Staat geplündert, gesprengt und zerstört wurde.

Sonntag, 12.06. / 05:15 Uhr / Beethoven: die Neunte
Performance ohne Publikum in der Victoria Hall von Genf
Musik
Frankreich, Schweiz, 2020, ARTERTS
Regie: Alain Hugi
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Jonathan Nott
Orchester: Orchestre de la Suisse Romande (OSR)
Chorleitung: Alan Woodbridge, Nicolas Fink
Chor: Choeur du Grand Théâtre de Genève, Zürcher Sing-Akademie

Mit: Mauro Peter (Tenor), Manuel Walser (Bariton), Sonya Yoncheva (Sopran), Marie-Claude Chappuis (Mezzosopran)

Als Hommage an Ludwig van Beethoven interpretiert das OSR vor leeren Rängen die 9. Sinfonie des Meisters: ein originelles szenisches Konzept mit innovativen Visuals.

Beethoven und sein Werk – Opus 125
Ein Meisterwerk unter den Meisterwerken, eine Hymne an Optimismus und Brüderlichkeit – die Uraufführung der Neunten Symphonie war der Höhepunkt wochenlanger Spannungen zwischen dem Komponisten, dem Dirigenten und den Veranstaltern des Konzerts. Auch wenn […] der Saal zur Aufführung voll besetzt war, verschlangen die Proben und die vielen Konflikte die Einnahmen. Beethovens Gehalt fällt minimal aus. Als er es erfährt, wird ihm schwarz vor Augen. (Séverine Garnier)

Aufgrund der Coronakrise und der damit zusammenhängenden Schließung der Konzertsäle und Opernhäuser wurden zahlreiche zu Ehren des 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens geplante Veranstaltungen abgesagt. Den widrigen Umständen zum Trotz, wollten das Orchestre de la Suisse Romande und sein musikalischer Leiter Jonathan Nott dem Komponisten die ihm gebührende Hommage erweisen. In einem ungewöhnlichen Arrangement, das die räumliche Distanzierung beherzigt, spielt die Formation am 11. Juni 2020 die 9. Sinfonie in der Genfer Victoria Hall, umgeben von Solisten, die im explosiven Finale mit der „Ode an die Freude“ neue Maßstäbe setzen: Sonya Yoncheva, Marie-Claude Chappuis, Mauro Peter und Manuel Walser. Bei diesem „Geisterkonzert“ ohne Publikum nehmen das Orchester, die Chöre des Grand Théâtre de Genève (Chorleiter Alan Woodbridge) und der Zürcher Sing-Akademie (Chorleiter Nicolas Fink) sowie die Solisten den gesamten Raum ein und verteilen sich auf der Bühne, im Parkett und in den Logen. Eine echte Herausforderung und eine originelle Bild-Raum-Klang-Inszenierung dieses zeitlosen Meisterwerks.

Sonntag, 12.06. / 11:15 Uhr / Ist das Kunst? (4/4): Was macht die Kunst zur Kunst?
Dokumentationsreihe, Erstausstrahlung
Deutschland, 2022, RBB
Regie: Felix von Boehm

Immer wieder versetzten schier unglaublichen Rekordwerte, die Kunstwerke bei internationalen Auktionen erzielen, die Welt in Erstaunen. Doch wie entsteht eigentlich der Wert eines Kunstwerkes? Was macht die Kunst zu Kunst? Und: Wer sind die entscheidenden Player? Die Mini-Serie „Ist das Kunst?“ macht sich auf die Suche nach Antworten. Gemeinsam mit drei der aktuell wichtigsten Kunstschaffenden – Alicja Kwade, Anne Imhof und Amoako Boafo – und begleitet ein Objekt von der ersten Idee auf seinem Weg zum heiß begehrten Kunstwerk.

Folge vier schließlich versucht sich in der Antwort auf: Was macht die Kunst zur Kunst?

Ohne Kunst kein Kunstmarkt. Aber gilt umgekehrt das Gleiche? Beflügelt das Geschäft die Kreativität oder steht der Druck des Marktes dem künstlerischen Prozess im Weg? Im Gespräch mit dem erfahrenen Kunsthändler Marc Glimcher oder dem Museumsdirektor Udo Kittelmann, aber auch mit den Künstlerinnen und Künstlern selbst stellt sich heraus: Die Beziehung zwischen Geld und Kunst ist außerordentlich kompliziert, geprägt von Widersprüchen und Fallstricken. Für diejenigen, die Kunst machen, ist ihr verlässlichster Begleiter ihr unbedingter Drang weiterzumachen: die nächste Idee zu realisieren, die eigene künstlerische Vision zu verfeinern und zu vertiefen.

Amoako Boafo denkt in die Zukunft, wenn er eine Kunstschule in Accra gründet. Anne Imhof realisiert mit jeder weiteren Station ihre Utopie eines anderen Miteinanders ein Stückchen weiter. Und Alicja Kwade sieht ihr Werk zum ersten Mal in der Wüste aufgebaut und denkt über die kollektive Spur des menschlichen Daseins nach, in der auch sie ihre Prägung hinterlässt. Und man bekommt eine Ahnung davon, was es heißt, eine Künstlerin, ein Künstler zu sein – immer auf der Suche nach dem zuvor noch nicht Dagewesenen.

Sonntag, 12.06. / ab 16:15 Uhr / 50 Jahre Konvention UNESCO Kulturerbe
Schwerpunkt

Die Welterbe-Konvention ist ein internationales Schutzinstrument für außergewöhnliches Natur- und Kulturerbe weltweit. Am 16. November 1972 wurde sie von den Mitgliedstaaten der UNESCO verabschiedet. Bisher sind 194 Staaten beigetreten. Jedes Jahr werden neue Orte, Objekte oder Kulturstätten mit universeller Bedeutung für die Menschheit zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgeschlagen. Die Aufnahme verpflichtet alle Staaten zur Pflege und Bewahrung dieser Kultur als Schätze für die Ewigkeit. An den Beispielen Arles, Aachen, der Amalfi-Küste und Tallin, zeigen vier Dokumentationen die Herausforderungen, die mit dem Welterbe-Status verbunden sind.

Sonntag, 12.06. / 16:15 Uhr / UNESCO Weltkulturerbe – Schätze für die Ewigkeit: Aachener Dom
Dokumentationsreihe, Erstausstrahlung
Deutschland, 2021, SRWDRMDR
Regie: André Meier

Er ist der Symbolbau einer neuen Epoche: der Aachener Dom. Im Jahr 798 als Kapelle der Kaiserpfalz geweiht, wollte Karl der Große mit diesem Kirchenbau ein Abbild des Himmels auf Erden schaffen. Der Aachener Dom überstand mehrere Kriege und Stadtbrände. Mit seiner außergewöhnlichen karolingischen Architektur und ausgestattet mit dem größten Domschatz Deutschlands ist und bleibt der Dom ein Monument der Ewigkeit.

Die eindrucksvolle Dokumentation erzählt von den Legenden und Geheimnissen des monumentalen Baus, der 1978 das erste deutsche Bauwerk auf der Welterbeliste der UNESCO wurde.

Der Aachener Dom ist ein Bau voller Mythen und Schätze, die eindrucksvoll die europäische Geschichte widerspiegeln. Kein Wunder also, dass der Dom 1978 zum ersten deutschen Bauwerk auf der Welterbeliste der UNESCO ernannt wurde.

Schriftlich belegt ist, dass Karl der Große mit dem Bau des Aachener Doms auf Erlösung hoffte, in einem Leben, das von brutal geführten Eroberungsfeldzügen und Kriegen geprägt war. Die Pfalz, die dem Kaiser vorschwebte, war von Beginn an ein ambitioniertes Projekt: ein hohes, massives und monumentales Gebäude aus Stein nach seinen Vorstellungen sollte errichtet werden. Aus allen Teilen seines Reiches rief Karl der Große Spezialisten zusammen, darunter Kalk- und Ziegelbrenner.

Vollendet glich die Kapelle einem Wunder: Für die Menschen jener Zeit stellte der Bau etwas höchst Besonderes dar und wurde zu einem Wallfahrtsort für Millionen von Pilgern aus ganz Europa. Diese sollen sich erzählt haben, dass die Kirche mit ihrer imposanten Größe schon von den Alpen aus zu sehen sei.

In aufsehenerregenden Hochglanzeinstellungen beleuchtet die Dokumentation die Wirkung und Bedeutung des Aachener Doms bis in die Gegenwart. Ausgestattet mit dem größten Domschatz Deutschlands ist und bleibt der Aachener Dom ein Monument der Ewigkeit, seit 1.200 Jahren.

Sonntag, 12.06. / 17:10 Uhr / TWIST
Magazin, Erstausstrahlung
Deutschland, Frankreich, 2022, WDR
Moderation: Bianca Hauda

Sonntag, 12.06. / 17:40 Uhr / Brahms‘ Violinkonzert mit Nikolaj Szeps-Znaider
Musik
Frankreich, 2021, ARTE F
Regie: Isabelle Soulard
Komponist: Johannes Brahms
Dirigent: Cristian Macelaru
Orchester: Orchestre National de France
Mit: Nikolaj Szeps-Znaider (Violine)

Nikolaj Szeps-Znaider, einer der führenden Geigenvirtuosen der Gegenwart, spielt mit dem Orchestre National de France das Violinkonzert in D-Dur von Johannes Brahms. Das Werk gilt als eine der bedeutendsten musikalischen Schöpfungen der Romantik. Das Konzert wurde 2021 im Rahmen des Osterfestivals Aix-en-Provence ohne Publikum im Grand Théâtre de Provence aufgezeichnet. Von Besonderheit ist vor allem der dritte und letzte Satz des Konzerts, welcher von der ungarischen Musik der Roma inspiriert wurde.

Manche Kompositionen begleiten Musikbegeisterte ein Leben lang. Das Violinkonzert in D-Dur von Johannes Brahms gehört zweifellos dazu. Wie kaum ein anderes Werk gestattet es Geigerinnen und Geigern, die eigene Virtuosität unter Beweis zu stellen. Im Rahmen des Osterfestivals Aix-en-Provence 2021 wurden Nikolaj Szeps-Znaider und das Orchestre National de France eingeladen, dieses Stück aus dem klassischen Streichrepertoire aufzuführen. Am Dirigentenpult ist Cristian Macelaru zu erleben, neuer musikalischer Leiter des Orchestre National de France.

Das in sich ruhende, kraftvolle Spiel von Nikolaj Szeps-Znaider offenbart eine meisterliche Beherrschung des Instruments. Sein Gespür für Melodie und Legato verbindet Spielsicherheit mit interpretatorischer Größe. Der dritte und letzte Satz des Konzerts wurde von der ungarischen Musik der Roma inspiriert: eine rasante Interpretation, die das Publikum in Atem hält.

Für die Zugabe wählte Nikolaj Szeps-Znaider ein Arrangement des Bach-Chorals für Geige und Streichorchester. Die stille Heiterkeit des Stücks steht in wunderbarem Kontrast zu dem emotionalen Überschwang des Violinkonzerts. Das Konzert wurde ohne Publikum im Grand Théâtre de Provence aufgezeichnet.

Sonntag, 12.06. / 22:50 Uhr / Mythos Otello
Film von Dag Freyer
Dokumentation, Erstausstrahlung
Deutschland, 2021, ZDF
Regie: Dag Freyer

Ot(h)ello – der bekannteste schwarze Theaterheld. Welche Rolle spielten Schwarze in Shakespeares und Verdis Welt? Welchen Einfluss hatte das Kolonialzeitalter auf die Entstehung der Stücke, welchen die Vorstellung „Weißer“ von „Schwarzen“ auf die Interpretation? Jonas Kaufmann und Antonio Pappano sowie die Fußballlegende Jimmy Hartwig spüren dem „Mythos Ot(h)ello“ nach.

Kaum einer hatte wohl noch mit einem solchen Spätwerk von Giuseppe Verdi gerechnet: Als 1887 die Uraufführung von „Otello“ stattfand, hatte er 16 Jahre lang keine Oper mehr geschrieben. Warum hatte Verdi sich ausgerechnet von der Geschichte des schwarzen Generals, der Opfer einer Intrige wird und aus falscher Eifersucht seine Frau ermordet, angezogen gefühlt?

Shakespeares Dramenvorlage „Othello“ ist sicherlich eines der größten Meisterwerke der Theatergeschichte. Aus heutiger Sicht ist es spannend und erhellend zu ergründen, was die beiden Meister ihres Fachs an einem schwarzen Titelhelden faszinierte und wie sie mit ihm umgehen. Welche Rolle spielten Schwarze in der Welt, in der Shakespeare und Verdi lebten? Welchen Einfluss hatte der Hintergrund des Kolonialzeitalters, das in England in Shakespeares Epoche und in Italien zu Verdis Lebzeiten anbrach? Wie wurde dieser erste schwarze Titelheld der Theater- und Operngeschichte seither dargestellt und was sagt das über die Vorstellung „Weißer“ von „Schwarzen“ aus? Diesen Fragen widmet sich die ARTE-Dokumentation „Mythos Ot(h)ello“.

Jonas Kaufmann und Antonio Pappano führen durch Verdis geniales Musikdrama. Experten und Expertinnen beleuchten die historischen Hintergründe sowohl der Oper wie Shakespeares Stücks. Fußballlegende Jimmy Hartwig, der nach seiner Sportlerlaufbahn eine Karriere als Schauspieler machte, erzählt, was Ot(h)ello mit seiner Rassismuserfahrung und seinem Leben zu tun hat.

Sonntag, 12.06. / 23:45 Uhr / Giacomo Puccini – Il trittico (Théâtre de La Monnaie)
Oper, Erstausstrahlung
Belgien, Frankreich, 2022, ARTERTBF
Inszenierung: Tobias Kratzer
Dirigent: Ouri Bronchti
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Rainer Sellmaier
Kostüme: Rainer Sellmaier
Licht: Bernd Purkrabek
Video: Manuel Braun
Dramaturgie: Marie Mergeay

Mit: Corinne Winters, Péter Kálmán, Elena Zilio, Raehann Bryce-Davis, Benedetta Torre, Adam Smith

Aller guten Dinge sind drei: In seinem Spätwerk „Il trittico“ fasste Giacomo Puccini drei Operneinakter zusammen, deren Geschichten kaum unterschiedlicher sein könnten. Nach dem Eifersuchtsdrama „Il tabarro“ aus dem frühen 20. Jahrhundert erklingt das Klostermelodram „Suor Angelica“. Den Abschluss des musikalischen Triptychons bildet die mittelalterliche Erbschaftskomödie „Gianni Schicchi“, die durch ihre turbulenten Wendungen besticht.

Nur selten wird Puccinis dreiteilige Opernschöpfung komplett auf die Bühne gebracht. ARTE zeigt die drei Einakter in einer eindringlichen Inszenierung von Regisseur Tobias Kratzer aus dem Théâtre de La Monnaie in Brüssel.

Es war für Giacomo Puccini nicht einfach, geeignete Bücher für eine große Oper zu finden. Doch einen Monat nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde in der Metropolitan Opera in New York sein Opernzyklus „Il trittico“ zur Uraufführung gebracht. Das Werk verbindet drei Einakter, die sich in Geschichte und Genre stark unterscheiden: die erbarmungslose Tragödie „Il tabarro“ (Der Mantel), das gefühlvolle Stück „Suor Angelica“ (Schwester Angelica) und die bissige Komödie „Gianni Schicchi“. Drei kurze Opern, drei völlig unterschiedliche Register, drei verschiedene Orte und drei „Farben“.

Für seine zweite Inszenierung am Brüsseler Théâtre de La Monnaie behält Regisseur Tobias Kratzer die ursprüngliche Reihenfolge des musikalischen Triptychons bei und verwebt die kontrastreichen Einakter zu einem bildgewaltigen Gesamtkunstwerk. Den Auftakt macht der Einakter „Il tabarro“. Im Paris des frühen 20. Jahrhunderts entfesselt sich ein Eifersuchtsdrama: Auf einem Lastkahn vor Notre-Dame kommt Kapitän Michele der Affäre seiner Ehefrau Giorgetta mit dem Hafenarbeiter Luigi auf die Schliche. Außer sich vor Eifersucht, erwürgt er Luigi und zwingt seine Frau, den Toten zu betrachten.

Den zweiten Teil des Opernabends bildet das Klostermelodram „Suor Angelica“. In einem Kloster sühnt Schwester Angelica ihre Schuld. Sie hat ein uneheliches Kind zur Welt gebracht und dadurch ihre Familie entehrt. Als sie schließlich vom Tod ihres Sohnes erfährt, vergiftet sie sich, um mit ihm im Himmel vereint sein zu können.

Deutlich heitere Klänge werden im letzten Einakter des Zyklus angeschlagen. In „Gianni Schicchi“ entbrennt ein Erbschaftsstreit um die Hinterlassenschaften der gerade verstorbenen Buoso Donati. Die gierigen Erben nehmen die Hilfe des missliebigen Zugereisten Gianni Schicchi an, der sie schnell überlistet.

ARTE präsentiert einen Mitschnitt der Inszenierung aus dem Théâtre de La Monnaie in Brüssel unter musikalischer Leitung von Ouri Bronchti.

Montag, 13.06. / 00:50 Uhr / Square für Künstler: Catherine Corsini
Magazin
Frankreich, 2022, ARTE

„Square“ ist das bimediale Magazin auf ARTE. Die Sendung stellt die philosophischen, literarischen, künstlerischen und technischen Innovationen unserer heutigen Gesellschaften in den Mittelpunkt. Es geht um neue Ideen in allen Bereichen – nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern weltweit. „Square“ befasst sich vor allem mit dem Blick der Kreativen und Künstler auf eine Welt, die sich rasant bewegt.

Catherine Corsini drehte ihren ersten Film in den 80er Jahren, in einer Zeit, in der nur wenige Frauen als Regisseurinnen arbeiteten und sie alle schwer um ihre Anerkennung kämpfen mussten. 30 Jahre später ist sie immer noch da.

In ihren Werken geht es auch um die Homosexualität. Der Film „La nouvelle Eve“, die Geschichte einer Frau, die sich selbst sucht, sich aber noch verborgen hält, war ein großer Erfolg und ein Wendepunkt in ihrer Karriere. In ihrem letzten Film „La Fracture“ zeigt sie ein Frankreich am Rande der Implosion, zwischen der Krise des öffentlichen Gesundheitswesens, den Protesten der Gelbwesten und der Krise eines Paares.

Catherine Corsini erklärt ausgehend von einem aktuellen Ereignis der Zeitgeschichte für “Square”, welche Schlagzeilen und Geschehnisse sie in den letzten Jahren prägten und welchen Einfluss sie auf ihr Denken, ihr Schreiben und ihr Engagement nahmen.

Dienstag, 14.06. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Hollywood Undead
Musik
Deutschland, 2018, ZDF
Regie: Hannes Rossacher

Eine Mischung aus Rock, Hip-Hop, Industrial und Elektro, so lässt sich der unverwechselbare Sound von Hollywood Undead beschreiben. Mit ihren energetischen Liveshows touren die fünf Jungs um die ganze Welt. Bei ihrem Auftritt für „Berlin Live“ zeigen sie erneut, was in ihnen steckt, und beweisen, dass die Kraft und die Leidenschaft, die die Band seit Tag eins definieren, stärker sind als je zuvor.

Mit ihrem unverwechselbaren Sound aus Rock, Hip-Hop, Industrial und Elektro machen die fünf Jungs von Hollywood Undead seit mittlerweile zehn Jahren deutlich, dass sie in keine Schublade gesteckt werden wollen. Zu Recht, wie ihr anhaltender Erfolg beweist! Ihr 2008 veröffentlichtes Debütalbum „Swan Songs“ wurde mit Platin ausgezeichnet und verschaffte den Kaliforniern eine breite Basis an ekstatischen Zuhörern. Legendäre Tourauftritte und Liveshows mit den Größen ihres Genres und drei weitere erfolgreiche Alben folgten. Jetzt, eine Dekade später, sind die Kraft und die Leidenschaft von Hollywood Undead stärker als je zuvor. Dass sie am besten wissen, was ihre Musik ausmacht, beweisen die Jungs in ihrem aktuellen Album „Five“. Mit der Gründung ihres eigenen Labels hatten sie erstmals die komplette kreative Kontrolle und die Freiheit, aus dem Herzen heraus zu handeln. Ganz nach den Worten von Johnny 3 Tears: „Ich habe in meinem Leben vieles kommen und gehen sehen, doch Hollywood Undead ist geblieben“, lieferten sie ihrem Publikum bei „Berlin Live“ ein unvergessliches Konzert voller Energie.

Mittwoch, 15.06. / 05:00 Uhr / Konzert auf dem Mailänder Domplatz 2019
Dvořák: Symphonie „Aus der Neuen Welt“
Musik
Frankreich, Italien, 2019, ARTERAI
Regie: Patrizia Carmine
Komponist: Nino Rota, Antonin Dvořák
Dirigent: Riccardo Chailly
Orchester: Filarmonica della Scala

Wie jedes Jahr zieht das Orchester der Mailänder Scala, einem der bekanntesten und bedeutendsten Opernhäuser der Welt, für ein sommerliches Abendkonzert auf den Domplatz der italienischen Metropole. Auf dem diesjährigen Programm des „Concerto per Milano“ steht Antonin Dvořáks Symphonie „Aus der Neuen Welt“. Damit setzt Riccardo Chailly, der musikalische Leiter der Scala, eines der beliebtesten Werke des klassischen Repertoires auf den Spielplan. Die Symphonie „Aus der Neuen Welt“ ist Dvořáks neunte und letzte Symphonie. Sie wurde im Dezember 1893 in der Carnegie Hall in New York uraufgeführt.

Riccardo Chailly, der musikalische Leiter des Teatro alla Scala und Chefdirigent des Orchesters, setzte damit eines der beliebtesten Werke des klassischen Repertoires auf den diesjährigen Spielplan. Dem Komponisten Antonin Dvořák ist es gelungen, aus böhmischen Volksliedern und Tänzen einen tschechischen Musikstil zu schaffen. Mit 51 wurde er 1892 nach New York an das National Conservatory of Music of America berufen, um auch den Vereinigten Staaten zu einem nationalen Musikstil zu verhelfen. Dort setzte er sich mit indianischen und afrikanischen Melodien auseinander, übernahm aber keine direkt in seine eigene Arbeit, sondern ließ sich von ihnen inspirieren. Die Symphonie „Aus der Neuen Welt“ ist Dvořáks neunte und letzte Symphonie. Sie wurde im Dezember 1893 in der Carnegie Hall in New York vom New York Philharmonic unter Leitung von Anton Seidl uraufgeführt. Das „Concerto per Milano“ vereint jeden Sommer bis zu 50.000 Zuschauer auf der Piazza vor der imposanten Fassade des Mailänder Doms, dem Herzstück der lombardischen Metropole.

Donnerstag, 16.06. (Fronleichnam), 05:00 Uhr / The Lumineers
Konzert in Paris 2019
Musik
Frankreich, 2019, ARTE F
Regie: Benoit Toulemonde

Folk, Americana, Country, Rock – die Musik von The Lumineers klingt wie ein Bilderbuch-Amerika: weite, unberührte Natur, Cowboys, der Mississippi – Klischee pur! Bei der Präsentation ihres Albums „III“ zeigt die Folk-Rock-Band aus Denver eine bisher unbekannte Facette, live auf der Bühne des Pariser Zénith.

Gegründet wurden The Lumineers von Gitarrist Wesley Schultz und Drummer Jeremiah Fraites, zu denen rasch die Multiinstrumentalistin Neyla Pekarek hinzukam. Sechshändig schrieb die Formation typisch US-amerikanischen Folk-Rock: leicht, persönlich, heiter. Diesen Stil veranschaulicht das hitverdächtige „Ho Hey“ (2011) perfekt. „Ho Hey“ wird dann auch in den USA mit Platin für über eine Million verkaufte Tracks ausgezeichnet und auch die zweite Singe „Stubborn Love“ ist sehr erfolgreich. Nach Neylas Weggang 2018 zählt die Band heute fünf Mitglieder. Die Diskografie von The Lumineers umfasst bisher drei Alben: „The Lumineers“ (2012), „Cleopatra“ (2016) und „III“ (2019). Das neueste Album taucht den Zuhörer in ein dunkleres und tiefgründigeres Universum als bisher. „III“ erzählt die tragische Geschichte der fiktiven Familie Spark, die von der Alkoholsucht zerrüttet wird. Das Konzeptalbum ist in drei Kapitel gegliedert, die für jeweils eine Generation stehen. The Lumineers zeigen sich auf der Bühne des Pariser Zénith also von einer ernsteren Seite als sonst. Das Konzert wurde am 20. November 2019 im Pariser Zénith für ARTE aufgezeichnet.

Donnerstag, 16.06. (Fronleichnam) / 20:15 Uhr / Paul McCartney
Dokumentation, Erstausstrahlung
Deutschland, 2022, ZDF
Regie: Judith Voelker

Nur wenige Musiker haben geschafft, was Paul McCartney gelungen ist. Kaum jemand prägte die Popkultur und die Musik der 60er Jahre mehr als der Sänger und Bassist der Beatles. Auch wenn sich die Band schon nach zehn Jahren trennte, blieb Paul McCartney bis heute mit einer Vielzahl künstlerischer Aktivitäten und in Zusammenarbeit mit anderen Musikerinnen und Musikern stets präsent. Anlässlich seines 80. Geburtstags gibt ARTE Einblicke in das Phänomen McCartney. Die Dokumentation zeigt, wie der britische Musiker die europäische Zeitgeschichte, das kulturelle und gesellschaftliche Leben revolutionierte und zum Idol einer ganzen Generation wurde.

Er ist ein musikalisches Genie, seine Fans sehen in ihm den Mozart des 20. Jahrhunderts: Paul McCartney. Als Sänger und Bassist der Beatles hat er nicht nur die Musikgeschichte neu geschrieben, sondern hatte ebenso Einfluss auf die Jugendkultur seiner Generation.

Die Beatles haben der Jugendkultur der 60er Jahre Ausdruck und Stimme gegeben, erst in Europa und dann weltweit. Dabei waren sie Motor wie auch Profiteure der ohnehin anstehenden gesellschaftlichen Entwicklung. Bis in die späten 50er Jahre hinein gab es „Jugend“ als eigenständige gesellschaftliche Kategorie nicht. Junge Leute kamen früh in den Job, heirateten, bekamen Kinder, hörten die gleiche Musik und trugen die gleiche Kleidung und Frisuren wie ihre Eltern. Mit den Beatles sollte sich das ändern.

Die selbst komponierten Songs und Texte der vierköpfigen Band aus Liverpool inspirierten Millionen von Teenagerinnen und Teenagern weltweit, selbst Musik zu machen. Und kurbelten deren Kaufkraft an: Der neu entdeckte Wirtschaftsfaktor „Jugend“ ermöglichte unter anderem enorme Plattenverkäufe. Bereits früh wurde Paul McCartney zum Millionär. Doch der Ausnahmemusiker ist bis heute bodenständig geblieben.

Auch nach der Auflösung der Beatles hörte McCartney nicht auf, Musik zu machen. Inzwischen engagiert sich der Musiker ebenso für Tierwohl und lebt der Öffentlichkeit vor, dass man sich auch vegetarisch ernähren kann. Damit ist er bis heute vielen Menschen ein Vorbild geblieben – Happy Birthday Paul!

Donnerstag, 16.06. (Fronleichnam) / 21:10 Uhr / Im Vorzimmer der Beatles ~ Ich war die Sekretärin der berühmtesten Band der Welt
Dokumentarfilm
USA, 2013, SWR
Regie: Ryan White

Alles beginnt in einem Kellerclub in Liverpool. Vier noch recht unbekannte junge Musiker suchen eine Sekretärin. 1962 bekommt die 17-jährige Highschool-Absolventin Freda Kelly ihren Traumjob. Die Beatles, die damals noch vor ihrem internationalen Durchbruch stehen, engagieren sie. Für Freda beginnt mit dem neuen Job das Abenteuer ihres Lebens. Elf Jahre lang managt sie den Fanclub der Gruppe und wird eine enge Vertraute sowohl der Band als auch ihrer Familien. Zum ersten Mal erzählt sie in diesem Dokumentarfilm – der viele Originaldokumente zeigt –, was sie im Vorzimmer der Beatles erlebt hat.

Im Liverpooler Cavern Club sieht Freda die Beatles zum ersten Mal. Zu dieser Zeit hat sie noch einen normalen Job in einem Schreibbüro. Beatles-Manager Brian Epstein wird auf die junge Frau aufmerksam und bietet ihr einen Job als Sekretärin der Gruppe an. Sie übernimmt die Organisation des Fanclubs, der bald mehr als 70.000 Mitglieder hat. Da sie selbst der größte Fan der Beatles ist, weiß sie, wie die Fans der Rockband denken und fühlen. Sie beantwortet nicht nur die Fanpost, sondern schreibt auch Geschichten und Hintergrund-Storys über die Pilzköpfe aus Liverpool. Freda achtet darauf, die Privatsphäre der Bandmitglieder nicht zu verletzen und nie zu viel preiszugeben. Das Vertrauensverhältnis führt dazu, dass Freda immer einen Zugang zu den Bandmitgliedern hat und vieles mitbekommt, was hinter den Kulissen passiert.Freda erlebt die größten Erfolge mit, aber auch die allmähliche Auflösung der Band – zu der Zeit, als jeder der Musiker beginnt, eigene Wege zu gehen. Die Sekretärin der Beatles bleibt in all diesen Jahren des Erfolgs immer bodenständig, charmant und bescheiden. Sie wird gleichermaßen von der Band wie auch von den Fans respektiert. Sie versucht nie, ihren eigenen Vorteil aus ihren intimen Kenntnissen der Band zu schlagen. Dass sie jetzt ihre Geschichte in einem Dokumentarfilm erzählt, erklärt sie so: Sie wolle ihrem Enkel klarmachen, dass seine Oma „cool“ und Teil der Rockgeschichte sei. „Im Vorzimmer der Beatles“ ist ein einmaliges historisches Zeugnis der jüngeren Musikgeschichte und eine Fundgrube für selten gezeigte Fotos und Dokumente der Beatles.

Freitag, 17.06. / 21:45 Uhr / Being David Hasselhoff
Dokumentation
Deutschland, 2019, RBB
Regie: Oliver Schwabe
Mit: David Hasselhoff

Oft belächelt, aber auch grenzenlos verehrt ist David Hasselhoff eine weltweite Pop-Ikone. Mit der Serie „Knight Rider“ wird er berühmt und „Baywatch“ macht ihn reich. Bis heute gilt „Baywatch“ als erfolgreichste Fernsehserie der Welt – und Hasselhoff als der meistgesehene TV-Star. In Deutschland und Österreich hat er auch als Sänger Erfolg: „Looking for Freedom“ stürmt 1989 die Charts und wird zur Hymne des Mauerfalls. Reflektiert, selbstironisch und humorvoll erzählt David Hasselhoff in Oliver Schwabes Dokumentation seine fast unglaubliche Geschichte.

David Hasselhoff – für seine Fans ist er der Held ihrer Kindheit, der als Michael Knight mit seinem sprechenden Auto K.I.T.T. für Gerechtigkeit kämpft oder als Mitch an der Seite der hübschesten Mädchen Menschen vor dem Ertrinken rettet. „Knight Rider“ macht David Hasselhoff berühmt und „Baywatch“ macht ihn später reich. Bis heute gilt „Baywatch“ als erfolgreichste Fernsehserie der Welt – und Hasselhoff als der meistgesehene TV-Star. Doch auch als Sänger feiert er Erfolge, vor allem in Deutschland und Österreich. Sein Song „Looking for Freedom“ stürmt 1989 die Charts und wird zur Hymne des Mauerfalls. Als Hasselhoff gefragt wird, ob er seinen Hit an Silvester 1989 am Brandenburger Tor singen möchte, sagt er sofort zu. Mitten während der Dreharbeiten zu „Baywatch“ fliegt er kurz nach Berlin und wird Teil eines historischen Moments. In einem Kran schwebt er über die Berliner Mauer, auf seiner Jacke blinkt eine Lichterkette, und Tausende jubeln ihm zu. Dass er mit diesem Auftritt zu einer der Symbolfiguren des Mauerfalls werden sollte, hätte er selbst wohl am wenigsten gedacht. Schon zwei Tage später steht er wieder am Set in Malibu Beach und verteilt Mauerstücke an seine ungläubigen Kollegen. Reflektiert, selbstironisch und humorvoll erzählt David Hasselhoff in Oliver Schwabes Dokumentation seine fast unglaubliche Geschichte. Heute ist er zu einem Kultstar geworden. Seine Fans nennen ihn nur „The Hoff“ und sie lieben es, dass er nicht davor zurückschreckt, sich selbst zu parodieren.

Freitag, 17.06. / 22:35 Uhr / Best of Metal: Mass Hysteria – Tagada Jones – Ultra Vomit
Zénith de Strasbourg 2022
Musik, Erstausstrahlung
Frankreich, 2022, ARTE
Mit: No One Is Innocent, Mass Hysteria, Tagada Jones, Ultra Vomit

Die Crème de la Crème des französischen Thrash Metal in einem Megakonzert vereint: Mass Hysteria, Tagada Jones und Ultra Vomit. In ihrer Anthology-Tour ziehen die Erfolgsbands gemeinsam durch Frankreich. Die Spielregeln sind einfach: Jede Gruppe hat die gleiche Auftrittszeit, jeden Abend spielen sie in unterschiedlicher Reihenfolge, jedes Konzert wird zu einem einmaligen Erlebnis. Bereit für die ganz Großen des Thrash Metal? Dann Leinen los!

Nach ihren Erfolgen in Paris gehen Mass Hysteria, Tagada Jones und Ultra Vomit auf Hallentournee durch ganz Frankreich – ein explosives Konzerterlebnis in acht Etappen. Jeden Abend treten die Bands in unterschiedlicher Reihenfolge auf und machen so jedes Konzert zu einem einzigartigen Erlebnis. Das Konzept scheint zu gefallen: Im Januar und Februar 2022 begeisterten sie mit ihren Shows Fans in ganz Frankreich.

Die Bands gehören zur Crème de la Crème des französischen Thrash Metal. 2019 feierte die Pariser Band Mass Hysteria mit zwei Goldenen Schallplatten und einem phänomenalen Auftritt auf dem Hellfest ihr glorreiches Comeback.

Tagada Jones lieferten mit ihrem Song „Mort aux cons“ den Soundtrack einer ganzen Generation junger Rebellinnen und Rebellen. Und die aus Nantes stammenden Metalheads von Ultra Vomit unterhalten mittlerweile bei jedem ihrer Konzerte eine stetig wachsende Zuhörerschaft.

ARTE zeigt einen Mitschnitt der Tour aus dem Straßburger Zénith vom 1. April 2022 – ein Muss für alle Fans des französischen Thrash Metals.

Freitag, 17.06. / 23:55 Uhr / Amon Amarth
Musik
Deutschland, 2019, WDR
Regie: Jörg Maas

Am 14. November 2019 startete im Wiener Gasometer die große „Berserker“-Europatour der Metal-Warlords Amon Amarth. Die Konzertreise, auf der die Schweden erstmals die Songs ihres aktuellen Nummer-eins-Albums „Berserker“ live präsentierten. ARTE zeigt die Höhepunkte der Live-Aufzeichnung in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen in einem Zusammenschnitt.

Amon Amarth ist eine Melodic-Death-Metal-Band aus Tumba, einem Vorort südlich von Stockholm. Death Metal auf Platz eins der deutschen Albumcharts – das kommt selten vor. Doch Amon Amarth machten das bereits 2016 mit „Jomsviking“ möglich. Am 14. November 2019 startete im Wiener Gasometer die große „Berserker“-Europatour der Metal-Warlords Amon Amarth. Die Konzertreise, auf der die Schweden erstmals die Songs ihres aktuellen Nummer-eins-Albums „Berserker“ live präsentierten. Dabei stand die größte Headliner-Show der Band auf dem Programm: Am 14. Dezember 2019 rockten Amon Amarth die 12.650 Zuschauer fassende ausverkaufte König-Pilsener-Arena in Oberhausen. Für Fans, die keine Tickets für das Spektakel ergattern konnten, gibt es jetzt sehr gute Nachrichten: „ARTE Concert“ hat das gesamte Konzert aufgezeichnet und die komplette Show im Dezember als Livestream bei ARTE übertragen. Dabei stand die Übertragung auf Messers Schneide – Sänger Johan Hegg hatte sich eine schwere Erkältung eingefangen und es stand erst kurz vor Showstart fest, ob er auftreten konnte oder nicht. Eventuell war diese Anspannung auch der Grund für das Feuerwerk, das die Band danach auf der Bühne gezündet hat. Nun wird ein Zusammenschnitt der Show ausgestrahlt. Sie dürfte zudem eine der letzten größeren Metal-Liveshows sei, die vor der Coronakrise aufgezeichnet wurden. Ein weiterer guter Grund, bei ARTE einzuschalten.

Freitag, 17.06. / 00:55 Uhr / Tracks
Magazin, Erstausstrahlung
Deutschland, 2022, ZDF

Von legendären Metal-Helden wie Kreator bis hin zur R&B-Newcomerin Rimon – quer durch alle Musikgenres, politischen Lager und Altersgruppen macht sich ein wachsender Unmut über gestörte Diskussionskultur breit. Irgendwas läuft schief im gesellschaftlichen Diskurs – nur was? „Tracks“ macht sich auf eine popkulturelle Spurensuche, spricht mit Künstlern, Philosophen und Menschen, die gerade mitten im Auge eines Shitstorms stehen. Haben wir das Streiten verlernt? Oder brauchen wir in Zeiten von Algorithmen, Filterblasen und ihren Scheinriesen ein neues Regelwerk der Streitkultur? Eine Sendung über Zank, Zwist und Streitigkeiten.

(1): Kreator
Thrash-Metaller sind per Jobbeschreibung schon Experten für Chaos, Hass und die Schattenseiten menschlicher Existenz. Doch den Metal-Urgesteinen von Kreator geht der Hass in den sozialen Netzwerken und die Verrohung des gesellschaftlichen Diskurses inzwischen gehörig auf den Geist – so sehr, dass sie dem Thema ein ganzes Album widmen. Auf dem 15. Kreator-Werk „Hate Über Alles“ dreht sich alles um die fortlaufende Empörungsspirale aus Cybermobbing, Fake News und der mangelnden Bereitschaft, Argumente außerhalb der eigenen Echokammer überhaupt noch zur Kenntnis zu nehmen. „Tracks“ spricht mit Kreator-Frontmann Mille Petrozza über Wege aus der eigenen Filterblase.

(2): Rimon
Rimon gilt als neues Gesicht des Neo-Soul. Geboren in Eritrea, aufgewachsen in Amsterdam, blickt die Sängerin bereits auf Features mit US-Größen wie Denzel Curry und der Earthgang zurück. Ihre aktuelle EP „Digital Tears“ ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Medienkonsum der Gen Z, die sich gleichzeitig als Wanderer zwischen den Welten und Gefangene der Filterblase wahrnimmt. „Tracks“ spricht mit Rimon darüber, was es heißt, als junge Frau in der Öffentlichkeit Position zu beziehen.

Freitag, 17.06. / 01:30 Uhr / Françoise Hardy – Die Diskrete
Dokumentation
Frankreich, 2016, ARTE F
Regie: Matthieu Jaubert, Emilie Valentin

Von der Ikone der 60er zur Grande Dame des französischen Chansons: Bereits im zarten Alter von 18 Jahren wurde Françoise Hardy mit ihrem ersten großen Hit „Tous les garçons et les filles“ (1962) zum Idol des Yéyé. Die Einzigartigkeit ihrer melancholischen Chansons und ihre sanfte Stimme ließen sie zu einer der bekanntesten Pop- und Chansonsängerin Frankreichs werden. Nach einer Pause in den 90er Jahren kehrte sie wieder zur Musik zurück, im gleichen einfühlsamen Stil. Hardy ist so zeitlos geblieben wie ihre Lieder und trifft auch heute noch den Geschmack mehrerer Generationen.

Françoise Hardy war das Idol des Yéyé, der Popmusik der 60er Jahre. Ihr erster großer Hit „Tous les garçons et les filles“ (1962) eröffnete der Sängerin schon im zarten Alter von 18 Jahren den Weg zu einer Karriere als eine der bekanntesten Pop- und Chansonsängerinnen Frankreichs. Auch wenn die Pariserin in der französischen Musikszene anfangs völlig aus dem Rahmen fiel und sich ab den 80er Jahren ins Privatleben zurückzog, sorgte sie regelmäßig mit Platten wie „Décalages“ (1988) für Schlagzeilen. Viele Künstler zählen zu ihren Bewunderern: Sex-Pistols-Legende Malcolm McLaren nahm mit ihr einen Song auf, Mick Jagger bezeichnete sie als „ideale Frau“ und Bob Dylan widmete ihr ein Gedicht. Die stilbewusste Künstlerin ist sich über ihre musikalische Laufbahn mit ihren nostalgischen und romantischen Liedern hinweg selbst treu geblieben – aus der Ikone der 60er ist eine Grande Dame geworden. Doch wie gelang es der eleganten Französin – die blonde Mähne ist mittlerweile schneeweiß –, auch 25 veröffentlichte Alben später nicht an Ausstrahlung zu verlieren? Die Dokumentation beleuchtet die Persönlichkeit hinter dem Star und ergründet das visionäre Talent der Künstlerin. Es kommen europäische Musiker, Produzenten, Modeschöpfer und Sänger zu Wort, die ihre Sicht auf Françoise Hardy, ihre Einzigartigkeit und ihren Beitrag zur Popmusik äußern.


Programmwoche 25:

Samstag, 18.06. / ab 05:00 Uhr / Thementag: Archäologie
Thementag, ARTE52 Min.

ARTE bietet einen Themenschwerpunkt Archäologie. Den Anfang bildet die Steinzeit unter dem Blickwinkel der Spiritualität unserer Urahnen. Der Film „Rätselhafte Venus“ ergründet, warum die als Venus von Willendorf bekannte mysteriöse Figurine, eine Abbildung des weiblichen Körpers von vor 30.000 Jahren, alle anderen gefundenen Frauenstatuetten in den Schatten stellt. Was war sie: Fruchtbarkeitssymbol, Amulett?

Mit „Swinging Steinzeit – Wie entstand Musik?“ wird ein anderer Aspekt der Steinzeit beleuchtet. Die ersten bekannten Musikinstrumente sind rund 45 000 Jahre alt, aber Musik gibt es wahrscheinlich schon viel länger. Zum gleichen Thema schlägt „Gesucht: Der Soundtrack der Antike“ eine Brücke durch die Zeit. International renommierte Musikarchäologinnen und -archäologen lassen dank ihrer Recherchen einstige Klangwelten wiederaufleben.

„Das Trojanische Pferd“ führt zu den Mythen und Legenden der griechischen Antike. Jeder kennt die Geschichte der Trojanischen Kriege – aber war das berühmte hölzerne Pferd tatsächlich das, wofür man es aus heutiger Sicht hält?

„Die Etrusker, eine antike Supermacht“ beleuchtet das mächtige Volk der Etrusker vor ihrer Eroberung durch die Römer. Ein weiterer Zeitsprung mit „Guédelon – Die Burg-Baustelle“ und „Pracht und Prunk an der Loire: Schloss Chambord“ behandelt die herrschaftliche Baukunst im Mittelalter und in der Renaissance.

Aber auch außerhalb Europas gibt es viele interessante archäologische Forschungsgebiete. Ein Beispiel dafür ist „Tempel der Menschenopfer“ über die präkolumbianische Zivilisation mit der Kultur von Chavìn, die vor 4.000 Jahren ihre Blütezeit hatte. Von da aus geht es weiter zur faszinierenden Welt der Azteken mit „Schätze aus der Unterwelt – Entdeckung in Mexiko“. Und „Die Maya – Untergang einer Hochkultur“ stellt die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Gründe für den Niedergang des mächtigen Maya-Reichs vor. Auch Asien soll nicht zu kurz kommen: „Pekings verbotene Stadt“ enthüllt die Geheimnisse des von Kaiser Yongle, dem bedeutendsten Herrscher der Ming-Dynastie, erdachten Tempels der Macht.
Reisen Sie am 18. Juni mit ARTE durch die Zeit.

Samstag, 18.06. / 05:00 Uhr / Swinging Steinzeit ~ Wie entstand Musik?
Thementag: Archäologie
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Pascal Goblot
Online verfügbar von 11/06 bis 17/08

Wann und wie ist Musik in der Geschichte der Menschheit erstmals in Erscheinung getreten? Eine spannende Frage, die Prähistoriker, Musikwissenschaftler und Archäologen beantworten wollen. Sie untersuchen dazu die ältesten Musikinstrumente, die bis heute entdeckt wurden, zum Beispiel Flöten aus Tierknochen oder auch Stalaktiten in Tropfsteinhöhlen, die als Orgel fungierten. Fest steht: Schon immer gab es offenbar eine gewisse Kreativität bei der Erzeugung von Musik. Die Dokumentation begibt sich auf eine überraschende Spurensuche – und das an ungewöhnlichen Orten.

Musik hat unendlich viele Ausdrucksformen. Überall auf der Welt gibt es sie, in allen Kulturen, Generationen und Gesellschaftsschichten. Doch woher kommt sie eigentlich? Lange wurde davon ausgegangen, dass unsere Vorfahren vor allem bildende Kunst produzierten, also Gemälde, Skulpturen und Gravuren auf Knochen oder Steinen. Doch als Forscher bei Ausgrabungen auf Fragmente perforierter Vogelknochen stießen, veränderte sich die Vorstellung von prähistorischer Kunst. Denn es stellte sich heraus, dass diese bis zu 40.000 Jahre alten archäologischen Funde kleine Flöten waren, auf denen sich – auch heute noch – Melodien spielen lassen.

Auf der Suche nach den Ursprüngen der Musik begibt sich die Dokumentation auf eine Reise durch Europa und durch verschiedene Zeitalter. Sie führt an jene Orte, an denen bedeutende Entdeckungen zur altsteinzeitlichen Musik gemacht wurden und sie zeigt, wie diese Funde die Wahrnehmung der prähistorischen Stätten veränderten. Die Höhlenmalereien, die wir zuvor wie Meisterwerke in einem Museum betrachteten, wurden tatsächlich wohl von komplexen Musikritualen begleitet. Denn bei seiner Ankunft in Europa war der Homo sapiens bereits in der Lage, Musik zu komponieren und sie auf selbst gebauten Instrumenten zu spielen. Mit jeder neuen Hypothese und Entdeckung wird klar, dass die Musik im Leben unserer Vorfahren allgegenwärtig war und ihnen vielleicht dazu diente, mit den Elementen in einen Dialog zu treten.

Doch die Dokumentation führt noch weiter, über die Grenzen unserer eigenen Spezies hinaus: zu unseren Verwandten, den Neandertalern – und zum Ursprung der Musik und ihrer engen Verbindung zur Sprache. Eine sinnliche Reise in die Vergangenheit, die auch ein neues Licht auf die Gegenwart wirft und veranschaulicht, wie tief die Musik im Menschen verankert ist und welche bedeutende Rolle sie bis heute für uns alle spielt.

Samstag, 18.06. / 05:50 Uhr / Ist das Kunst? (4/4): Was macht die Kunst zur Kunst?
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2022, RBB 26 Min.
Regie: Felix von Boehm
Online verfügbar von 12/06 bis 07/06
Wiederholung vom 12.06.

Samstag, 18.06. / 06:20 Uhr / Gesucht: Der Soundtrack der Antike
Thementag: Archäologie
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 53 Min.
Regie: Bernard George
Online verfügbar von 11/06 bis 17/08

Es war ein reiner Zufallsfund – und eine spektakuläre Entdeckung für die Wissenschaft: Der Papyrus, der unlängst im Depot des Louvre wiedergefunden wurde, gibt der Forschung bis heute Rätsel auf. Untersuchungen zeigen, dass es sich bei dem kaum lesbaren griechischen Text um eine antike Partitur handelt. Die Dokumentation begibt sich auf eine Reise zu den geschichtsträchtigen Stätten von Delphi und Pompeji sowie zu den ägyptischen Tempeln von Dendera. In ihren Laboren geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Einblicke in ihre Arbeit als Musikarchäologen. Durch ihre Erkenntnisse erwachen jahrtausendealte Instrumente zu neuem Leben – und die entschlüsselten Partituren offenbaren längst verloren geglaubte Klangwelten.

In den letzten 30 Jahren hat sich ein Zweig der Altertumsforschung dank neuer digitaler Technologien und interdisziplinärer Ansätze enorm weiterentwickelt: die Musikarchäologie. Ihr Ziel ist es, die Musik der Antike zu entdecken. Von den sagenumwobenen Stätten Griechenlands bis zu den Tempeln von Dendera in Ägypten, vom geheimnisvollen Delphi bis Pompeji: An zahlreichen bedeutenden Schauplätzen der Geschichte wurden die Überreste alter Instrumente wie Harfe, Tamburin, Aulos und Cornu gefunden. Sie sind ebenso unterschiedlich wie eindrucksvoll dokumentiert, etwa durch Mosaike, Keramiken und Statuen, auf denen überraschend häufig Szenen des Musizierens abgebildet sind. Einige Quellen geben außerdem Aufschluss über die Funktion der Musik in den Hochkulturen Ägyptens, Griechenlands und im Römischen Reich. Schon in der Antike begleitete Musik die Menschen in vielen Lebenslagen, von der Geburt bis zum Tod, ob im Krieg oder bei religiösen Ritualen, zu politischen Zwecken oder auch nur zur Unterhaltung.

Die Dokumentation stützt sich zum Beispiel auf antike griechische Partituren. Ihr Notationssystem konnte mit Hilfe eines Textes entschlüsselt werden, der dank der Kopisten des Mittelalters zumindest in Teilen überliefert wurde: Alypios‘ „Einführung in die Musik“.

Einige Fundstücke haben den Musikarchäologen nun ermöglicht, den jahrtausendealten Partituren Leben einzuhauchen: die Seikilos-Stele, die nahe Ephesos in der Türkei gefunden wurde und auch das „älteste Lied der Welt“ genannt wird, oder die Hymnen an Apollon, die an den Wänden Delphis entdeckt wurden. Und nicht zuletzt der Papyrus, der vor einigen Jahren im Depot des Louvre wieder auftauchte. Er bildet den Teil einer Arie aus der Tragödie „Medea“ ab. Eine faszinierende Forschungsreise auf den Spuren antiker Klangwelten rund ums Mittelmeer.

Sonntag, 19.06. / 05:35 Uhr / Paul Auster ~ Was wäre wenn
Dokumentation, Deutschland, 2018, ZDF 53 Min.
Regie: Sabine Lidl
Online verfügbar von 18/06 bis 16/09

Was wäre, wenn Archie Fergusons Großvater den Namen Rockefeller nicht vergessen hätte, als er vor 100 Jahren in einer Warteschlage vor den Toren New Yorks stand? Und was wäre dann aus ihm, dem jungen Ferguson, geworden, der – wie sein Autor 1947 geboren – in einer jüdischen Familie in New Jersey aufwuchs? Mit dieser Frage spielt der amerikanische Bestsellerautor Paul Auster nicht zum ersten Mal. In seinem Roman „4 3 2 1“ lässt er seinen Protagonisten gleich viermal ein Leben leben. In den raffiniert verwobenen Lebensläufen der vier Archie Fergusons schimmert Austers eigene Biografie immer wieder durch. „4 3 2 1“ ist Paul Austers umfangreichstes Werk und Opus magnum. Der Schriftsteller nennt es das Buch seines Lebens, denn alle seine großen Themen – das Streben nach Glück, die Rolle des Zufalls, Politik und Zeitgeschichte von Hiroshima bis Vietnam – sind hier versammelt und verdichtet in den hoffnungsvollen Lebenswegen eines jungen Mannes, der sein Glück in der Welt zu finden sucht. Die Regisseurin Sabine Lidl trifft den Autor zu einem sehr persönlichen Gespräch in Brooklyn in New York. Auster gibt tiefe Einblicke in seine eigene Kindheit und Jugend, aber auch in dunkle Familiengeheimnisse. Die Dokumentation verbindet Textstellen aus „4 3 2 1“ mit Austers eigener Biografie und erschafft so einen spannenden Dialog zwischen dem Autor und seiner fiktiven Figur. Wegbegleiter wie der Regisseur Wim Wenders und der Künstler Sam Messer kommen zu Wort ebenso wie seine Frau Siri Hustvedt, wichtigste Kritikerin und erste Leserin seiner Werke seit mehr als 30 Jahren. Gemeinsam mit Paul Auster bezieht die Schriftstellerin Stellung gegen Trumps „Make America Great Again“-Politik.

Sonntag, 19.06. / 11:35 Uhr / Kunst in der Wüste (1/4): Kalifornien und Nevada
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, SRRB 26 Min.
Regie: Claudia Müller
Online verfügbar von 18/06 bis 17/09

Der Kunsttrip quer durch den Westen der USA stellt Künstlerinnen und Künstler vor, die dort leben und wirken. Die Wüste spielt in ihren Werken eine zentrale Rolle: Als Inspirationsquelle und Sehnsuchtsort, aber auch als Ort, der von Ausbeutung und Klimawandel bedroht ist. Besucht wird das Land-Art-Werk „Double Negative“ von Michael Heizer in Nevada. Andrea Zittel lebt seit 20 Jahren in Joshua Tree und erforscht mit ihrem Projekt „A-Z West“ alternative Lebensformen. Vorgestellt werden außerdem das Museum des Künstlers Noah Purifoy und die Fotografien des Streetart-Künstlers Jetsonorama auf verfallenen Gebäuden.

Auf dem Roadtrip durch die westlichen Bundesstaaten der USA lassen sich die unterschiedlichsten Kunstformen der Kunstgeschichte und der zeitgenössischen Kunst kennenlernen, die hier entstanden, von Malerei, Skulptur bis zur Land Art. In dieser Folge wird zunächst das berühmte Land-Art-Werk „Double Negative“ von Michael Heizer in Nevada vorgestellt. In Joshua Tree kommt es anschließend zu einer Begegnung mit der Künstlerin Andrea Zittel, die seit fast 20 Jahren in der Wüste lebt und dort mit ihrem Projekt „A-Z West“ den ganz normalen Alltag, aber auch alternative Lebensformen erforscht. Außerdem steht ein Besuch des Outdoor-Museums des afroamerikanischen Künstlers Noah Purifoy auf dem Programm, bevor es die großformatigen Fotografien des Streetart-Künstlers Jetsonorama auf verfallenen Gebäuden zu entdecken gibt.

Zusatzinfo:
Die vierteilige Dokumentationsreihe „Kunst in der Wüste“ ist ein Kunsttrip quer durch den Westen der USA. Sie stellt Künstlerinnen und Künstler vor, die dort leben und gewirkt haben. Die Wüste spielt in ihren jeweiligen Werken eine zentrale Rolle: als Inspirationsquelle und Sehnsuchtsort, aber auch als Ort, der oft romantisiert wurde und längst von Ausbeutung und Klimawandel bedroht ist. Das Licht, die Stille, die unendliche Weite und die Unberührtheit dieser kargen und extremen Landschaften und ihre Geschichte hat Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten angezogen, um dort ihre Visionen zu verwirklichen.

Sonntag, 19.06. / ab 16:15 Uhr / Schwerpunkt: 50 Jahre Konvention UNESCO Kulturerbe
Schwerpunkt, ARTE52 Min.

Die Welterbe-Konvention ist ein internationales Schutzinstrument für außergewöhnliches Natur- und Kulturerbe weltweit. Am 16. November 1972 wurde sie von den Mitgliedstaaten der UNESCO verabschiedet. Bisher sind 194 Staaten beigetreten. Jedes Jahr werden neue Orte, Objekte oder Kulturstätten mit universeller Bedeutung für die Menschheit zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgeschlagen. Die Aufnahme verpflichtet alle Staaten zur Pflege und Bewahrung dieser Kultur als Schätze für die Ewigkeit. An den Beispielen Arles, Aachen, der Amalfi-Küste und Tallin, zeigen vier Dokumentationen die Herausforderungen, die mit dem Welterbe-Status verbunden sind.

Sonntag, 19.06. / 17:40 Uhr / Kissin spielt Gershwin, Berg und Chopin
Salzburger Festspiele 2021
Musik, Deutschland, 2021, ZDF 44 Min.
Regie: Michael Beyer
Komponist: Alban Berg, Frédéric Chopin, George Gershwin
Mit: Evgeny Kissin (Klavier)
Online verfügbar von 18/06 bis 19/07
Erstausstrahlung

Im Rahmen der Salzburger Festspiele 2021 tritt Evgeny Kissin mit Kompositionen der Spätromantik und klassischen Moderne im Großen Festspielhaus auf. Seit seinem Debüt 1987 ist der Pianist ein gern gesehener Gast der Festspiele und überzeugt mit der Reife und Brillanz seines Spiels. Kissin liebt den Dialog mit dem Publikum und die direkte Kraft des Konzertmoments. ARTE zeigt Programmhöhepunkte eines Kissin-Soloabends von den Salzburger Festspielen.

1971 in Moskau als Sohn einer Klavierlehrerin und eines Ingenieurs geboren, begann Kissin im Alter von zwei Jahren mit dem Klavierspiel und galt schnell als Wunderkind. Nachdem er den Sakkos der Kinderabteilung entwachsen war, setzte Kissin seine Karriere nahtlos fort. Heute gehört er zu den bedeutendsten Klaviervirtuosen der Gegenwart.

ARTE überträgt die Programmhöhepunkte eines Kissin-Soloabends von den Salzburger Festspielen 2021. Den Auftakt des Programms bildet eine Interpretation der „Three Preludes“ des Broadway-Komponisten Gerswhin. Die 1926 im Roosevelt Hotel in New York öffentlich uraufgeführten Preludes garantieren einen klanglichen Ausflug in Gershwins Welt zwischen Klassik, Jazz und Swing.

Ein weiteres Werk „zwischen den Stühlen“ ist Bergs Sonate für Klavier op. 1. Einsätzig und harmonisch wie formal über die Spätromantik hinausgreifend, führt diese Komposition die Wiener Tradition fort und ist ein Türöffner zur klassischen Moderne.

Mit einem Chopin-Best-of schließt Kissin seinen Soloabend ab. In einem Interview sagte der Starpianist über den polnisch-französischen Komponisten: „Je länger ich lebe, desto stärker fühle ich, dass Chopin meinem Herzen am nächsten ist.“

Das Programm im Überblick:
– George Gershwin: Three Preludes
– Alban Berg: Sonate für Klavier op. 1
– Frédéric Chopin: Impromptu Nr. 1 As-Dur op. 29, Scherzo Nr. 1 h-Moll op. 20, Polonaise As-Dur op. 53 „Héroïque“

Sonntag, 19.06. / 23:10 Uhr / Fuoco Sacro ~ Suche nach dem heiligen Feuer des Gesangs
Dokumentarfilm, Deutschland, USA, Großbritannien, 2021, BR 92 Min.
Regie: Jan Schmidt-Garre
Online verfügbar von 19/06 bis 19/07
Erstausstrahlung

Opernabende können anregend sein, sie können langweilig sein. Manchmal sind sie lebensverändernd. Wer die Callas gesehen hat, spricht noch heute von ihr. Auch in unserer Zeit gibt es sie: Sängerinnen, die den Zuschauer ins Herz treffen. Drei von ihnen stellt dieser Film vor, fragt, was sie machen, wie sie es machen und was es in uns auslöst: Ermonela Jaho, Barbara Hannigan und Asmik Grigorian.

Ein Film über drei große Sängerinnen und zugleich ein Film über das Herz der Oper: Die Dokumentation stellt Ermonela Jaho, Barbara Hannigan und Asmik Grigorian vor, fragt, was sie machen, wie sie es machen und was es in uns auslöst. Sie kommen aus den verschiedensten Kulturen – Albanien, Kanada, Litauen – und sie könnten unterschiedlicher nicht sein, aber eines haben sie gemeinsam: Sie schonen sich nicht, sie geben auf der Bühne mehr als alles.

Den letzten Schutzschild, auf den ihre Kolleginnen nicht verzichten wollen, brauchen sie nicht. Sie verschmelzen mit ihren Bühnenfiguren und wollen das totale Erlebnis. Nur mit Künstlerinnen wie ihnen kommt die Oper zu sich; es entsteht Musiktheater im emphatischen Sinn.

Wie Stanislawski, der großen Schauspielern nachspionierte, um ihren Geheimnissen auf die Spur zu kommen, beobachtet die Dokumentation ihre Protagonistinnen: Wie verbringen sie den Tag vor einer Premiere? Wann kommen sie ins Theater? Wie sieht ihre Garderobe aus? Was geschieht in den Sekunden vor dem Auftritt? Die Sängerinnen öffnen sich wie selten zuvor und offenbaren dem Zuschauer das Glück der Selbstvergessenheit wie auch die schwarzen Abgründe, ohne die keine große Kunst entsteht.

Sonntag, 19.06. /00:45 Uhr / Barbara Hannigan in Ludwigsburg 2021
Musik, Deutschland, 2021, ZDF 89 Min.
Regie: Jörg Thomas Mohr
Komponist: Igor Strawinsky, Joseph Haydn, George Gershwin, Charles Ives, Arnold Schönberg, Claude Vivier
Dirigent: Barbara Hannigan
Orchester: Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele

Mit: Barbara Hannigan (Sopran), Aphrodite Patoulidou (Sopran), Coline Dutilleul (Mezzosopran), Charles Sy (Tenor), Douglas Williams (Bassbariton)

Online verfügbar von 18/06 bis 16/12
Erstausstrahlung

Bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen 2021 brillierte Barbara Hannigan als Dirigentin wie als Sängerin mit einem abwechslungsreichen Programm: Haydn trifft mit Gershwin und Strawinsky auf die Musik des 20. Jahrhunderts. Während Hannigan bei Haydn und Strawinsky zum Taktstock greift, zeigt sie in Gershwins „Girl Crazy Suite“ große Gesangskunst.

Zum Höhepunkt ihrer einwöchigen Residenz bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen 2021 widmete sich Barbara Hannigan zusammen mit dem Festspielorchester dem Spiel von Licht und Schatten. ARTE zeigt das Konzert, das den „hellen“ Seiten des Lebens gewidmet war, und das mit Werken von Haydn, Gershwin und Strawinsky überschwängliche Harmonien bietet.

Die Sopranistin und Dirigentin Barbara Hannigan gilt als exemplarische Interpretin vor allem zeitgenössischer Musik. In ihrer Karriere traf sie bereits auf berühmte Choreographen und Regisseure wie Katie Mitchell, Sasha Waltz und Christoph Marthaler.

Auch in der Zusammenarbeit mit Komponisten wie György Ligeti, Henri Dutilleux oder Salvatore Sciarrino hat sie bereits über 85 Werke zur Uraufführung gebracht. Ihr 2017 erschienenes Album „Crazy Girl Crazy“ wurde mit einem Grammy ausgezeichnet; 2020 erhielt sie darüber hinaus den Léonie-Sonning-Musikpreis.

Sonntag, 19.06. / 02:15 Uhr / Auf den Spuren von Harry Potter ~ Kulissen des Kultkinos
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE 43 Min.
Regie: Jean Froment
Online verfügbar von 18/05 bis 24/06
Wiederholung vom 25.05.

Sonntag, 19.06. / 03:00 Uhr / Auf den Spuren von Tiger & Dragon ~ Kulissen des Kultkinos
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE 43 Min.
Regie: Fanny Tondre
Online verfügbar von 20/05 bis 26/06
Wiederholung vom 27.05.

Montag, 20.06. / ab 20:15 Uhr / Filmreihe: „Schlafen kann ich, wenn ich tot bin“ ~ Rainer Werner Fassbinder zum 40. Todestag
Filmreihe, ARTE116 Min.

Am 10. Juni jährt sich zum 40. Mal der frühe Tod desjenigen, der gerne als „Enfant Terrible“ des deutschen Films bezeichnet wird – zuletzt von Oscar Roehler in dessen gleichnamigen Film. ARTE erinnert an den kompromisslosen Künstler, der sich schon früh für Film interessierte, aber erst mit dem Umweg über das Theater das Medium eroberte. ARTE sendet zwei Filme: Aus den 70er Jahren „Angst essen Seele auf“ mit Brigitta Mira, Barbara Valentin, Irm Hermann und Fassbinder und seiner Mutter in Nebenauftritten. Der zweite Film ist eines seiner großen Frauenporträts: „Lili Marleen“, inkarniert von Hanna Schygulla, aus dem Jahr 1981.

Das Fassbinder-Zitat liest sich wie eine Vorahnung des eigenen, frühen Todes. So exzessiv er gelebt hat, so hart hat er auch gearbeitet: 40 Kino- und Fernsehfilme in nur 14 Jahren; Hörspiele, Dramen und Theaterinszenierungen nicht mitgerechnet. Anlässlich seines 40. Todestages am 10. Juni widmet ARTE dem Genie Fassbinder einen Abend.

In der Primetime läuft „Lili Marleen“ mit Fassbinders größter Entdeckung, Hanna Schygulla, in der Hauptrolle. Sie spielt die deutsche Barsängerin Willie Bunterberg, die mit ihrem Lied „Lili Marleen“ während des Zweiten Weltkriegs zum Star wird. Jahre zuvor hatten sie und der aus bürgerlichem jüdischen Hause stammende Robert Mendelssohn sich ineinander verliebt – und trotz des Widerstands der Familie Kontakt gehalten. Als Robert von der Gestapo verhaftet wird, versucht Willie, deren Hit mittlerweile als Durchhaltelied vermarktet wird, ihm zu helfen …

Rainer Werner Fassbinders Film nach dem Roman von Lale Andersen zeigt, wie in Kriegszeiten Politik auch in das Privatleben dringt – und wie das Dritte Reich Musik- und Showelemente als „Opium fürs Volk“ nutzte. Der Film erzählt auch von Fassbinders Bewunderung für die Melodramen Douglas Sirks, die Fassbinder förmlich bis ins kleinste Detail studiert hatte.

In der zweiten Abendhälfte zeigt ARTE „Angst essen Seele“ auf. Darin lernt die verwitwete, 60-jährige Putzfrau Emmi in einer Kneipe den 20 Jahre jüngeren Marokkaner Ali kennen. Aus der zufälligen Begegnung entwickelt sich eine Liebesgeschichte; die beiden heiraten. Doch der Verbindung zwischen der 60-jährigen Putzfrau und dem Gastarbeiter begegnet Emmis Umfeld mit Vorurteilen und Feindseligkeit.

Der konzentrierte Film, wieder ein Melodram, zählt zu Fassbinders erfolgreichsten Werken und reflektiert eindringlich und ungeschminkt das Dilemma einer unkonventionellen Liebesbeziehung im Deutschland der 70er Jahre.

Montag, 20.06. / 20:15 Uhr / Lili Marleen
Filmreihe: „Schlafen kann ich, wenn ich tot bin“
Spielfilm, Deutschland, 1981, ZDF 116 Min.
Regie: Rainer Werner Fassbinder
Drehbuch: Manfred Purzer, Joshua Sinclair, Rainer Werner Fassbinder
Produktion: Rialto Film, Roxy Films, BR, CIP Filmproduktion GmbH
Produzent: Enzo Peri, Luggi Waldleitner
Kamera: Xaver Schwarzenberger
Schnitt: Franz Walsch, Juliane Lorenz
Musik: Peer Raben

Mit: Hanna Schygulla (Willie Bunterberg), Giancarlo Giannini (Robert Mendelsohn), Mel Ferrer (David Mendelsohn), Karl Heinz von Hassel (Hans Henkel), Erik Schumann (Joachim von Strehlow), Hark Bohm (Hugo Taschner), Gottfried John (Aaron Nolte), Karin Baal (Anna Lederer), Christine Kaufmann (Miriam), Udo Kier (Heinrich Drewitz)

Online verfügbar von 19/06 bis 17/09

Wenige Jahre vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verlieben sich der aus gutbürgerlichem jüdischen Hause stammende Robert Mendelsohn und die deutsche Barsängerin Willie Bunterberg ineinander. Doch Roberts Familie ist gegen die Verbindung. Trotzdem halten die beiden Kontakt. Während des Kriegs wird Willie mit dem Lied „Lili Marleen“ zum Star. Als Robert verhaftet wird, versucht Willie ihm zu helfen.

Zürich, 1938: Die Liebe zwischen der deutschen Barsängerin Willie Bunterberg und Robert Mendelsohn, dem Sohn reicher jüdischer Eltern, steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Die Verfolgung der Jüdinnen und Juden in Deutschland nimmt immer schrecklichere Ausmaße an und es herrscht überall Kriegsstimmung.

Auch Roberts Vater ist gegen die Beziehung der beiden und sorgt dafür, dass Willie in ihre Heimat abgeschoben wird. In Deutschland wird ihr Lied „Lili Marleen“ im Radio gesendet und avanciert sofort zum Hit. Willie wird über Nacht zum Star. Während man sie zunehmend in die Propaganda-Aktionen der Nazis einspannt, wird Robert von der Gestapo verhaftet. Mit geheimen Unterlagen über Vernichtungslager, die Willie aus Polen herausschmuggelt, versucht sie nun, Roberts Leben zu retten.

Zusatzinfo:
Rainer Werner Fassbinders Film ist ein Melodram, das zeigt, wie in Kriegszeiten die politische Korruption bis ins Privatleben dringt. Hauptdarstellerin Hanna Schygulla hatte seit dem großen Erfolg von „Fontane Effi Briest“ (1974) in keinem Film Fassbinders mehr mitgewirkt. Sie war erschrocken darüber, wie erstarrt und maskenhaft sie in diesem Film wirkte. Doch nach zahlreichen Arbeiten mit anderen Regisseuren in Europa und Amerika holte Fassbinder seinen Star zurück.

Die ganz eigene, ein wenig manierierte Art, mit der Fassbinder in „Lili Marleen“ das sogenannte Dritte Reich auch als Showspektakel inszenierte, trug ihm beim Kinostart Kritik ein. In „Lili Marleen“ wollte er zeigen, wie im nationalsozialistischen Deutschland Musik- und Showelemente und die damit verbundenen Emotionen zur Verzauberung und Betäubung der Menschen benutzt wurden. Der Film erzählt auch von Fassbinders großer Liebe zum Kino, zu den Melodramen Hollywoods – vor allem zu denen von Douglas Sirk, die Fassbinder förmlich bis ins kleinste Detail studiert hatte.

Montag, 20.06. / 22:10 Uhr / Angst essen Seele auf
Filmreihe: „Schlafen kann ich, wenn ich tot bin“
Spielfilm, Deutschland, 1974, ZDF 89 Min.
Regie: Rainer Werner Fassbinder
Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder
Produktion: Tango-Film
Produzent: Rainer Werner Fassbinder
Kamera: Jürgen Jürges
Schnitt: Thea Eymèsz
Musik: Rainer Werner Fassbinder

Mit: Brigitte Mira (Emmi Kurowski), El Hedi ben Salem (Ali), Irm Hermann (Krista), Barbara Valentin (Barbara), Elma Karlowa (Frau Kargus), Anita Bucher (Frau Ellis), Gusti Kreissl (Paula), Margit Symo (Hedwig), Peter Gauhe (Bruno Kurowski), Marquard Bohm (Gruber), Rainer Werner Fassbinder (Eugen)

Online verfügbar von 19/06 bis 03/08

Emmi Kurowski, eine verwitwete Reinigungskraft um die 60, lernt in einer Gastwirtschaft einen 20 Jahre jüngeren marokkanischen Gastarbeiter kennen, den sie der Einfachheit halber und ohne Arg „Ali“ nennt. Ali, der froh ist, eine Gesprächspartnerin gefunden zu haben, bringt Emmi nach Hause. Aus der zufälligen Begegnung entwickelt sich eine Beziehung. Ali zieht zu ihr, sie beschließen, zu heiraten. Doch Emmis erwachsene Kinder reagieren entsetzt. Und auch die Nachbarschaft und das Arbeitsumfeld stehen Emmis neuer Beziehung kritisch gegenüber. Der Kaufmann um die Ecke ekelt Ali sogar aus seinem Laden.

Als Emmi und Ali von ihrer Hochzeitsreise zurückkehren, scheint sich die Situation wunderbar verändert zu haben: Der Kaufmann hat sich erinnert, dass Geld nicht stinkt. Die Kinder beuten Emmi als kostenlose Babysitterin aus. Die Nachbarin erkennt, dass ein freundlich gestimmter Ali als Hilfe für schwere Arbeiten im Haushalt nützlich ist. Auch die Kolleginnen und Kollegen haben ein anderes schwarzes Schaf gefunden, an dem sie ihre Frustration auslassen können. Aber jetzt, nachdem der äußere Druck gewichen ist, beginnen die internen Schwierigkeiten dieser Ehe ihren Lauf zu nehmen.

Ali möchte vor Freunden und Kollegen seine Unabhängigkeit beweisen und tut das unter anderem durch Besuche bei der Kellnerin Barbara. Emmi ist entschlossen, um ihren Mann zu kämpfen. Es kommt zu einer Auseinandersetzung. Plötzlich bricht Ali zusammen. Er wird ins Krankenhaus gebracht, wo ein offenes Magengeschwür diagnostiziert wird – eine düstere Prognose für Alis Zukunft. Emmi aber will nicht aufgeben und hofft auf einen Neuanfang.

Es ist die paranoide Angst vor dem Unbekannten, dem Fremden, die Fassbinder, der erfolgreichste deutsche Regisseur der Nachkriegszeit, hier thematisiert und mit intelligenten Wirkungsstrategien eindrucksvoll in Szene setzt.

Zusatzinfo:
„Angst essen Seele auf“, Rainer Werner Fassbinders meisterhafte Fusion aus klassischem Hollywood-Melodram à la Douglas Sirk und kritischer Gesellschaftsstudie, ist eine parabelhafte Abrechnung mit einer von Rassismus durchdrungenen Gesellschaft. Nicht zuletzt lebt der Film von den großartigen schauspielerischen Leistungen. Für ihre beeindruckende Darstellung der komplexen Figur Emmi Kurowski erhielt Brigitte Mira 1974 den Bundesfilmpreis. „Angst essen Seele auf“ lief 1974 als deutscher Wettbewerbsbeitrag beim Internationalen Filmfestival von Cannes und erhielt dort den Preis der Ökumenischen Jury sowie den FIPRESCI-Preis.

Montag, 20.06. / 01:50 Uhr / Piaf: Ohne Liebe ist man nichts
Dokumentation, Frankreich, 2003, ARTE F 60 Min.
Regie: Marianne Lamour

Sie war weder verführerisch noch besonders schön, ähnelte nicht im Entferntesten einer Ava Gardner oder Rita Hayworth: Edith Piaf war eher schmächtig, klein und zerbrechlich. Sie trug bei ihren Auftritten nie etwas anderes als ein schlichtes schwarzes Kleid. Und doch waren alle von ihr hingerissen, denn sie strahlte Leidenschaft und Tragik aus. Als 16-Jährige begann sie auf den Straßen, den Hinterhöfen und in den Kneipen von Paris zu singen.

Dort wurde sie vom Kabarettbesitzer Louis Leplée entdeckt. Für ihre melancholischen Lieder bei ihren ersten Auftritten spendete ihr das Pariser Publikum frenetischen Beifall, und die Zeitungen feierten sie als „Spatz von Paris“. Aus dem Straßenkind wurde der Star Edith Piaf. Mit ihrer kraftvollen, expressiven und leidenschaftlichen Stimme wurde die begnadete Sängerin zum Inbegriff des französischen Chansons.

Zu ihren größten Erfolgen zählen unter anderem „Je ne regrette rien“, „La vie en rose“, „Milord“ und „Padam … padam“. Von Liebe und Glück, von Tod und Abschied – kurz: von der menschlichen Existenz – handelten alle ihre Lieder. Die Sängerin der „Hymne à l’amour“ verkörperte die Liebe und war doch oft selbst unglücklich, vor allem nach dem plötzlichen Tod ihres Freundes Marcel Cerdan im Jahr 1949. Diesen Verlust hat sie nie verwunden. Trotz gesundheitlicher Probleme nach einem schweren Verkehrsunfall im Jahr 1958 stand sie immer wieder auf der Bühne. Sie liebte das Leben, die Männer und die Liebe. 1962 heiratete sie den 20 Jahre jüngeren Sänger Théo Sarapo und sorgte damit für einen der letzten Skandale ihres Lebens. Mit ihm stand sie bei einem ihrer denkwürdigsten Auftritte in der Pariser Konzerthalle Olympia im Winter 1962/63 ein letztes Mal auf der Bühne – unter anderem mit ihrem neuen Chanson „Le droit d’aimer“ („Das Recht zu lieben“). Edith Piaf starb im Alter von 47 Jahren.

Dienstag, 21. 06. / 05:00 Uhr / Full Force Festival 2019 ~ Arch Enemy
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 74 Min.
Regie: Yves Zosso
Mit: Arch Enemy
Online verfügbar von 20/06 bis 21/07

Jetzt gibt’s was auf die Ohren! Wer von Melodic Death Metal nicht genug kriegen kann, ist bei Arch Enemy an der richtigen Adresse. Die schwedische Band ist in vielerlei Hinsicht einzigartig und ein energiegeladenes Konzert und die Präsenz von Frontfrau Alissa White-Gluz, machten die Show zum Highlight des diesjährigen Full Force Festival.

Die schwedische Band Arch Enemy ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Sie entstand aus den rauchenden Trümmern der legendären Grindcore-Band Carcass und wurde von Gitarrist Michael Amott zunächst mit einem männlichen Sänger gegründet. Richtig erfolgreich wurden Arch Enemy allerdings erst, nachdem Angela Gossow Amott bei einem Interview ein Demotape überreichte und die Band fortan mit ihr als Sängerin weitermachte, was 2001 im Death Metal schon eine Sensation war. Eine weitere Sensation war dreizehn Jahre später der Wechsel von Angela Gossow ins Management ihrer Band und der Wechsel zur neuen Sängerin Alissa White-Gluz, die nicht nur das erreichte Niveau halten, sondern die Band noch weiter voranbringen konnte. Ein atemberaubendes Konzert vom Full Force Festival 2019.

Freitag, 24.06. / ab 22:00 Uhr / Schwerpunkt: Willkommen in der Hölle: Heavy Metal nonstop
Schwerpunkt, ARTE113 Min.

Eine Woche lang zeigt ARTE im TV und auf ARTE Concert Metal-Rock aller Genres. Den Auftakt machen am Freitag, dem 17.6., die französischen Thrash-Metal-Bands Mass Hysteria, Tagada Jones und Ultra Vomit, die Anfang April im Straßburger Zénith spielten. Am selben Tag beginnt auch das französische Hellfest mit einem sensationellen Line-up, von dem ARTE Concert an die 70 Konzerte zeigen wird. Zum Abschluss des Metal-Schwerpunkts am Freitag, dem 24.7., präsentiert Laura Cox eine Sendung vom Hellfest mit Live-Acts und einem Best-of der gesamten Woche. Am selben Abend wird der Konzertfilm „Iron Maiden: Flight 666“ gezeigt, der die erste Etappe von Iron Maidens legendärer „Somewhere Back in Time“-Welttournee dokumentiert.

Freitag, 24.06. / 22:00 Uhr / Iron Maiden – Flight 666
Schwerpunkt: Willkommen in der Hölle: Heavy Metal nonstop
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2009, ARTE 113 Min.
Regie: Scot McFadyen, Sam Dunn
Produktion: EMI
Online verfügbar von 17/06 bis 24/07
Erstausstrahlung

Sie gilt als ehrgeizigste und abenteuerlichste Tour der Rockgeschichte: 2008 legte die britische Heavy-Metal-Band Iron Maiden während der ersten Etappe ihrer „Somewhere Back In Time World Tour“ in einer eigens für sie umgebauten Boeing 757 im Februar und März 2008 knapp 70.000 Kilometer zurück. Im Cockpit: Frontsänger Bruce Dickinson, der die Band samt Crew und zwölf Tonnen Bühnenequipment eigenhändig um die Welt flog. Der Dokumentarfilm „Iron Maiden: Flight 666“ gibt Einblick in die erste Etappe dieser legendären Tournee und zeichnet ein aufschlussreiches Porträt einer der erfolgreichsten Bands der Welt.

In nur 45 Tagen gaben Iron Maiden 23 ausverkaufte Stadion- und Arenakonzerte in Asien, Australien sowie Nord-, Mittel- und Südamerika und umrundeten dabei in einer von Leadsänger Bruce Dickinson gesteuerten Boeing 757 die ganze Welt. Die Urgesteine des Heavy-Metals spielten in 13 Ländern, traten vor fast einer halben Millionen Fans auf und machten zum Tanken auch Zwischenstopps in Aserbaidschan und Papua-Neuguinea. Möglich war dieses Mammutprojekt nur, weil die Band über ein eigenes Flugzeug verfügte, das alle Bandmitglieder, die gesamte Tour-Crew sowie Musik- und Bühnenequipment von A nach B brachte. Sein Name: Ed Force One.

Zum ersten Mal gewähren Iron Maiden in dem Dokumentarfilm „Flight 666“ einem Filmteam vollen Zugang zum Geschehen auf und hinter der Bühne. Neben spektakulären Liveaufnahmen bekommen die Zuschauerinnen und Zuschauer humorvolle Einblicke in den Touralltag der Band – ein Muss für alle Rockfans, die wissen wollen, wie es wirklich ist, auf Welttournee zu gehen.

Freitag, 24.06. / 23:55 Uhr / Hellfest 2022
Schwerpunkt: Willkommen in der Hölle: Heavy Metal nonstop
Musik, Frankreich, 2022, ARTE F 90 Min.
Regie: Samuel Petit, Bui Le Quang
Produktion: HELLFEST, SOMBRERO AND CO
Moderation: Laura Cox
Erstausstrahlung

Frankreichs Metal-Mekka liegt südlich der Bretagne, circa 40 Kilometer von der Atlantikküste entfernt. Jährlich pilgern fast 200.000 Liebhaberinnen und Liebhaber extremer Musik in das sonst so verschlafene Dorf Clisson, um auf sechs Bühnen ihre Lieblingsbands zu erleben. Nachdem das Hellfest pandemiebedingt zwei Jahre lang ausfallen musste, bietet es in diesem Jahr vom 17. bis 26. Juni wieder ein Line-Up der Weltklasse. Eingeladen sind Bands wie die Scorpions, Helloween, The Offspring, Suicidal Tendencies, Dropkick Murphys, Steel Panther, Sepultura und Agnostic Front, um nur einige zu nennen. Die französisch-britische Musikerin Laura Cox präsentiert einen oder mehrere Top-Acts vom Hellfest, von dem ARTE Concert an die 60 Konzerte streamt.

Freitag, 24.06. / 01:30 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2021, ARTE F 30 Min.
Online verfügbar von 17/06 bis 12/06
Erstausstrahlung


Programmwoche 26:

Sonntag, 26.06. / 09:45 Uhr / Kunst in der Wüste (2/4): Texas
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, SRRB 26 Min.
Regie: Claudia Müller
Online verfügbar von 25/06 bis 24/09

Die vierteilige Dokumentationsreihe stellt Künstlerinnen und Künstler vor, die in der amerikanischen Wüste leben und wirken. Sie spielt in ihren Werken eine zentrale Rolle als Inspirationsquelle und Sehnsuchtsort aber auch als Ort, der längst von Ausbeutung und Klimawandel bedroht ist.

Auf dem Roadtrip durch die westlichen Bundesstaaten der USA kann man die unterschiedlichsten Kunstformen der Kunstgeschichte und der zeitgenössischen Kunst kennenlernen, die dort entstanden sind, von Malerei, Skulptur bis zur Land Art. Marfa im Westen von Texas gilt als einer der berühmtesten Kunstorte der Welt. Der Künstler und Kunstkritiker Donald Judd hat dort Anfang der 1970er Jahre zahlreiche Gebäude gekauft, um seine Kunst und die seiner Zeitgenossen zu präsentieren. Er war ein Visionär, der Kunst in einem neuen Kontext präsentieren wollte. Heute befinden sich in der Judd Foundation und in der von ihm gegründeten Chinati Foundation nicht nur seine großen minimalistischen Werke, sondern auch Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie Dan Flavin, Roni Horn, Robert Irwin, John Chamberlain und vielen anderen. Aber auch junge Kunst wird im Ballroom Marfa präsentiert. Der Film stellt Bewohnerinnen und Bewohner der kleinen Wüstenstadt vor und beschreibt, warum Marfa bis heute Kunstpilger aus aller Welt anzieht.

Zusatzinfo:

Die vierteilige Dokumentationsreihe „Kunst in der Wüste“ ist ein Kunsttrip quer durch den Westen der USA. Sie stellt Künstlerinnen und Künstler vor, die dort leben und gewirkt haben. Die Wüste spielt in ihren jeweiligen Werken eine zentrale Rolle: als Inspirationsquelle und Sehnsuchtsort, aber auch als Ort, der oft romantisiert wurde und längst von Ausbeutung und Klimawandel bedroht ist. Das Licht, die Stille, die unendliche Weite und die Unberührtheit dieser kargen und extremen Landschaften und ihre Geschichte hat Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten angezogen, um dort ihre Visionen zu verwirklichen.

Sonntag, 26.06. / ab 16:30 Uhr / Schwerpunkt: 50 Jahre Konvention UNESCO Kulturerbe
Schwerpunkt, ARTE52 Min.

Die Welterbe-Konvention ist ein internationales Schutzinstrument für außergewöhnliches Natur- und Kulturerbe weltweit. Am 16. November 1972 wurde sie von den Mitgliedstaaten der UNESCO verabschiedet. Bisher sind 194 Staaten beigetreten. Jedes Jahr werden neue Orte, Objekte oder Kulturstätten mit universeller Bedeutung für die Menschheit zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgeschlagen. Die Aufnahme verpflichtet alle Staaten zur Pflege und Bewahrung dieser Kultur als Schätze für die Ewigkeit. An den Beispielen Arles, Aachen, der Amalfi-Küste und Tallin, zeigen vier Dokumentationen die Herausforderungen, die mit dem Welterbe-Status verbunden sind.

Sonntag, 26.06. / 16:30 Uhr / UNESCO Weltkulturerbe – Schätze für die Ewigkeit: Tallinn
Schwerpunkt: 50 Jahre Konvention UNESCO Kulturerbe
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2022, MDR 52 Min.
Regie: Inga Wolfram
Online verfügbar von 25/06 bis 23/09
Erstausstrahlung

Die estnische Hauptstadt Tallinn gehört seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die UNESCO-Kommission ehrte Tallinn als „außergewöhnlich vollständiges und gut erhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen nordeuropäischen Handelsstadt“. Im 12.Jahrhundert entstand die erste estnische Siedlung, im Mittelalter verwandelte sich der Ort nach und nach in die Stadt Reval, die heute Tallinn heißt. Die Stadtmauer machte Reval im Mittelalter zu einer der mächtigsten Festungen in Nordosteuropa. Heute ist die alte Stadtmauer von Tallinn Kernstück des Weltkulturerbes und grenzt vor allem die Altstadt vom modernen Tallinn ab.

Die Dokumentation zeigt die Altstadt und erzählt davon, wie es gelingt, durch denkmalgerechte Instandsetzung den Charme des Alten zu erhalten. Es kommen unter anderem der Leiter der Denkmalschutzbehörde Boris Dubovik, die Kunstwissenschaftlerinnen Kristina Joekalda und Hilkka Hiiop sowie der Historiker Toomas Abeline zu Wort. Der Film schildert auch die berühmten Legenden, die die Tallinner gern erzählen. Einer Sage nach soll einst durch sintflutartigen Regen der Ülemiste-See entstanden sein. Ein Mann ertrank, aber sein Geist irrt heute noch umher und wartet auf seine Stunde: In dem Moment, in dem die Stadt fertig gebaut sein wird, sorgt er dafür, dass sein See die Stadt flutet. Vergeblich! Denn Tallinn will sich immer wieder aufs Neue um seine Altstadt bemühen, damit sie so auch weiterhin zu den bedeutenden Kulturschätzen der Menschheit gehört.

Sonntag, 26.06. / 17:20 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, Frankreich, 2022, WDR 30 Min.
Moderation: Bianca Hauda
Online verfügbar von 24/06 bis 26/06
Erstausstrahlung

Sonntag, 26.06. / 17:55 Uhr / Bruges en Musiques
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 43 Min.
Regie: Christophe MAILLET
Autor:in: Gérard PANGON
Online verfügbar von 19/06 bis 24/09
Erstausstrahlung

Das Sankt-Jans-Hospital in Brügge ist eines der ältesten erhaltenen Krankenhausgebäude aus dem Mittelalter. Begleitet von den musikalischen Klängen, die diesen Ort einst prägten, lädt die Dokumentation auf einen Spaziergang durch ein Stück Stadtgeschichte ein: durch die alten Gänge, Säle und Dachböden vorbei an der Kapelle und der historischen Apotheke aus dem 17. Jahrhundert zu den Gärten der Weltkulturerbestätte.

„Bruges en Musiques“ ist eine visuelle und musikalische Reise durch die Geschichte des Sankt-Jans-Hospitals in Brügge, eines der ältesten erhaltenen Krankenhausgebäude aus dem Mittelalter. Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut, um Kranke, Reisende und Pilger zu empfangen, hält das ehemalige Krankenhaus für Besucherinnen und Besucher heute ein Museum bereit. Die Dokumentation lädt auf einen Spaziergang durch die Weltkulturerbestätte ein. Das Publikum entdeckt die Kapelle mit den Meisterwerken von Hans Memling, erkundet die historische Apotheke aus dem 17. Jahrhundert und schlendert durch die alten Gänge, Säle, Dachböden und Gärten der Anlage.

„Bruges en Musiques“ bietet einen Blick in die unvergleichliche Vergangenheit einer Stadt, die nach drei Jahrhunderten Dornröschenschlaf zu Beginn des 20. Jahrhunderts in neuem Glanz erstrahlte. Begleitet wird diese Entdeckungsreise von Klängen, die den Ort im Laufe der Jahrhunderte prägten: von franko-flämischer Musik der mittelalterlichen Blütezeit (Guillaume Dufay, Johannes Ockeghem, Jacob Obrecht, Adrian Willaert, Antoine Busnois) über spanische Werke von Tomás Luis de Victoria und Pedro Ruimonte zu Zeiten der Habsburger bis zu den großen Meistern der englischen und österreichischen Musik wie Henry Purcell und Joseph Haydn. Der nächtliche Spaziergang entlang der Kanäle und alten Häuser wird untermalt von Erich Wolfgang Korngolds Oper „Die tote Stadt“, die vom erstarrten alten Brügge der Neuzeit handelt. Die Musik von Arvo Pärt illustriert schließlich eine musikalische Erneuerung und führt über die Stadtgrenzen hinaus in ein „ewiges Brügge“.

Sonntag, 26.06. / 22:35 Uhr / Stallone – Der ewige Held
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 53 Min.
Regie: Clélia Cohen, Antoine Coursat
Online verfügbar von 06/05 bis 03/07
Wiederholung vom 13.05.

Sonntag, 26.06. / 23:30 Uhr / Fidelio
Oper, Frankreich, 2021, ARTE F 122 Min.
Regie: François Roussillon
Komponist: Ludwig van Beethoven
Inszenierung: Cyril Teste
Dirigent: Raphaël Pichon
Orchester: Pygmalion
Chor: Pygmalion
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Valérie Grall
Kostüme: Marie La Rocca
Licht: Julien Boizard
Video: Mehdi Toutain-Lopez
Dramaturgie: Leila Adham
Ton: Thibault Lamy

Mit: Siobhan Stagg (Leonore), Michael Spyres (Florestan), Mari Eriksmoen (Marzelline), Albert Dohmen (Rocco), Gabor Bretz (Don Pizarro), Christian Immler (Don Fernando), Linard Vrielink (Jaquino), Constantin Goubet (Erster Gefangener), René Ramos Premier (Zweiter Gefangener), Maîtrise populaire de l’Opéra Comique (Kinder)

Online verfügbar von 19/06 bis 21/06
Erstausstrahlung

Beethovens einzige Oper kam 2021 in einer aufsehenerregenden Produktion auf die Bühne der Opéra Comique in Paris. Die Arbeit von Dirigent Raphaël Pichon und Regisseur Cyril Teste offenbart ihre Wertschätzung für ein Werk, das in Frankreich nur noch selten aufgeführt wird und dessen persönliche und zugleich universelle humanistische Botschaft in jeder Hinsicht aktuell ist. Im Mittelpunkt der Handlung steht Leonore, die als Mann verkleidet im Gefängnis nach ihrem Gatten Florestan sucht.

Beethovens einzige Oper, die in Frankreich nur noch selten aufgeführt wird, kehrte zu Beginn der Spielzeit 2021 in einer viel beachteten Produktion in den Pariser Salle Favart zurück. Das Libretto beruht auf einer französischen komischen Oper aus dem Jahr 1798, die wiederum von einer Episode aus der Zeit der revolutionären Terrorherrschaft inspiriert wurde. Fidelio ist der Tarnname von Leonore, die sich als Mann verkleidet in dem Gefängnis als Wärter verdingen will, wo sie ihren Mann Florestan in Haft vermutet. In ständiger Furcht vor einer Inspektion des Ministers lässt der Gefängnisvorsteher blanke Willkür unter den misshandelten Gefangenen und ängstlichen Wärtern walten. Noch bevor eine Amnestie ausgesprochen wird, sorgt Fidelio/Leonore für Großmut in den Herzen und Hoffnung in den Gefängniszellen.

Unter dem Eindruck der Französischen Revolution feilte Beethoven lange an seiner Oper, um ihr eine sehr persönliche und zugleich universelle Bedeutung zu verleihen. Für Regisseur Cyril Teste ist das Werk in erster Linie „eine lange Reise in die Tiefe, ein endloser Abstieg zu Florestan, eine Allegorie der Freiheit (des Denkens), der Gerechtigkeit und der Liebe“. Er entwarf ein Bühnenbild, bei dem Aufnahmen der Videoüberwachungskamera einer Strafvollzugsanstalt live in die Kulissen projiziert werden.

Dirigent Raphaël Pichon hat mit dem Ensemble Pygmalion, das auf historischen Instrumenten spielt, und der Akustik der Opéra Comique die perfekte Kombination gefunden, um sämtliche Nuancen und Details des Orchesterarrangements von Beethoven wiederzugeben.

Sonntag, 26.06. / 01:35 Uhr / Beethoven – Symphonie Nr. 5 Op. 67
Philippe Jordan dirigiert die Wiener Symphoniker
Musik, Frankreich, Österreich, 2020, ARTEORF 46 Min.
Dirigent: Philippe Jordan
Orchester: Wiener Symphoniker
Chorleitung: Heinz Ferlesch
Chor: Wiener Singakademie

Mit: Anke Vondung (Mezzosopran), Allan Clayton (Tenor), Nicholas Angelich (Piano), Jacquelyn Wagner (Sopran), Hanno Müller-Brachmann (Bass-Bariton)

Online verfügbar von 19/06 bis 26/07
Erstausstrahlung

Klassikstars unserer Zeit wie Philippe Jordan, Nicholas Angelich, Jacquelyn Wagner, Anke Vondung, Allan Clayton und Hanno Müller-Brachmann ließen anlässlich des 250. Geburtstages des Meisters im Jahr 2020 jenen ganz besonderen Abend des 22. Dezember 1808 noch einmal aufleben, bei dem Beethoven im Rahmen einer Orchesterakademie dem frierenden Publikum seine neuesten Werke präsentierte: die Symphonien Nr. 5 und 6, zwei Sätze aus der C-Dur-Messe, die Arie „Ah! perfido“, das 4. Klavierkonzert und die Chorfantasie.

„Da haben wir denn in der bittersten Kälte von halb sieben bis halb elf ausgehalten und die Erfahrung bewährt gefunden, daß man auch des Guten – und mehr noch, des Starken – leicht zu viel haben kann“, schrieb ein Zeitgenosse über diesen historischen Abend des 22. Dezember 1808 im ungeheizten Theater an der Wien, an dem Beethoven im Rahmen einer Orchesterakademie dem Publikum („zitternd und in Pelze gehüllt“ ) seine neuesten Werke präsentierte: die Symphonien Nr. 5 und 6, zwei Sätze aus der C-Dur-Messe, die Arie „Ah! perfido“, das 4. Klavierkonzert und die Chorfantasie. Als einen großen Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 250. Jubiläum der Geburt des Komponisten rekonstruierten die Wiener Symphoniker mit Philippe Jordan und einem handverlesenen Ensemble von Solistinnen und Solisten die Akademie von 1808 – wobei das Wiener Konzerthaus natürlich beheizt wurde. Klassikstars unserer Zeit wie Philippe Jordan, Nicholas Angelich, Jacquelyn Wagner, Anke Vondung, Allan Clayton und Hanno Müller-Brachmann gaben ihr Bestes, um diesen ganz besonderen Abend, bei dem jeder Klassikliebhaber gerne dabei gewesen wäre, zusammen mit den Wiener Symphonikern und der Wiener Singakademie noch einmal wiederaufleben zu lassen.

Montag, 27.06. / 05:00 Uhr / Stars von morgen präsentiert von Rolando Villazón (1/4): Barock-Special
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 43 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Komponist: Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Claudio Monteverdi, Francesco Nicola Fago
Dirigent: Elias Grandy
Orchester: Junge Sinfonie Berlin
Moderation: Rolando Villazón

Mit: Tuuli Takala (Sopran), Jakub Józef Orliński (Countertenor), 4 Times Baroque

Online verfügbar von 26/06 bis 30/06

Auch 2019 stellt Startenor und Publikumsliebling Rolando Villazón wieder in vier Sendungen seine „Stars von morgen“ vor. Jeweils vier vielversprechende junge Musikerinnen und Musiker oder auch Ensembles beweisen in entspannter Werkstattatmosphäre im Berliner Theater im Delphi vor einem Live-Publikum ihr Können. Als Orchester steht den jungen Solistinnen und Solisten auch in diesem Jahr die Junge Sinfonie Berlin zur Seite. Die musikalische Leitung liegt 2019 in der Hand des Generalmusikdirektors der Stadt Heidelberg Elias Grandy. Erstmals wird für zwei Folgen auch Marie Jacquot am Pult stehen, eine der ganz großen Dirigierbegabungen der jungen Generation.

Der Start dieser Staffel der „Stars von morgen“ steht ganz im Zeichen des Barocks – musikalische Pracht voller Lebensfreude und Virtuosität! Der französisch-mexikanische Opernsänger Rolando Villazón, der bereits seit 2011 auf ARTE vielversprechende Nachwuchstalente präsentiert, hat dazu wieder großartige Künstlerinnen und Künstler eingeladen. In gelassener Werkstattatmosphäre demonstrieren diese eindrucksvoll, dass sie zu Recht alle auf dem Sprung zu einer großen internationalen Karriere sind. Mit dabei im ehemaligen Stummfilmkino des Berliner Theaters im Delphi sind dieses Mal Jakub Józef Orliński, Tuuli Takala und das Ensemble 4 Times Baroque.

Der Countertenor Jakub Józef Orliński wurde mit seiner Aufnahme von Vivaldis „Vedrò con mio diletto“ zum YouTube-Star mit über zweieinhalb Millionen Aufrufen. Neben seiner internationalen Gesangskarriere ist er auch in stylishen Werbekampagnen als Model und Breakdancer zu sehen. Rolando erklärt er, wie ihm das Tanzen beim Singen hilft.

Die finnische Sopranistin Tuuli Takala singt seit ihrer frühesten Kindheit und war schon mit sechs Jahren im Chor. Seit 2015 arbeitet sie an der Dresdner Semperoper. Fernsehzuschauer konnten sie bereits im festlichen Dresdner Adventskonzert des ZDF erleben. Zusammen mit Rolando Villazón singt sie eines der berührendsten Liebesduette der gesamten Operngeschichte: „Pur ti miro“ von Claudio Monteverdi.

Die Musik der sympathischen Barocktruppe 4 Times Baroque – frisch preisgekrönt mit dem Opus Klassik als Nachwuchskünstler des Jahres – beschreibt das Feuilleton als „fulminant, virtuos, hinreißend“. Zusammen mit Jakub Józef Orliński spielen sie eine ganz besondere Fassung seines YouTube-Hits „Vedrò con mio diletto“.

Montag, 27.06. / 05:45 Uhr / Stars von morgen präsentiert von Rolando Villazón (2/4)
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 43 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Elias Grandy
Orchester: Junge Sinfonie Berlin
Moderation: Rolando Villazón

Mit: Catherine Trottmann (Mezzosopran), Riccardo Terzo (Fagott), Avès duo, Sindy Mohamed (Bratsche)

Online verfügbar von 26/06 bis 30/06

Auch 2019 stellt Startenor und Publikumsliebling Rolando Villazón wieder in vier Sendungen seine „Stars von morgen“ vor. Jeweils vier vielversprechende junge Musikerinnen und Musiker oder auch Ensembles beweisen in entspannter Werkstattatmosphäre im Berliner Theater im Delphi vor einem Live-Publikum ihr Können. Als Orchester steht den jungen Solistinnen und Solisten auch in diesem Jahr die Junge Sinfonie Berlin zur Seite. Die musikalische Leitung liegt 2019 in der Hand des Generalmusikdirektors der Stadt Heidelberg Elias Grandy. Erstmals wird für zwei Folgen auch Marie Jacquot am Pult stehen, eine der ganz großen Dirigierbegabungen der jungen Generation.

Wieder hat sich Rolando Villazón in der aktuellen Musikszene umgesehen und zudem die zahlreichen Bewerbungen durchgehört, die online auf ARTE Concert für die Sendung eingegangen sind. Aus diesem Angebot von Talenten hat er seine „Stars von morgen“ ausgewählt und in das ehemalige Stummfilmkino Delphi eingeladen.

Sindy Mohamed ist in Marseille geboren, hat ägyptische Wurzeln und lebt heute in Berlin: Die junge Bratschistin ist eine echte musikalische Weltbürgerin. Neben ihren Engagements in der Deutschen oder Komischen Oper in Berlin ist sie auch Mitglied in Daniel Barenboims völkerverbindendem West-Eastern Divan Orchestra. Heute spielt sie einen Satz aus Telemanns Bratschenkonzert – und lässt sich von Rolando dazu überreden, ein ägyptisches Volkslied zu singen.

Catherine Trottmann wurde 2017 bei der renommierten französischen Musikpreisverleihung Victoires de la Musique als große Entdeckung gefeiert; die Mezzosopranistin begeistert die Kritiker mit ihrer Stimmfülle und vor allem auch ihrer unglaublichen Bühnenpräsenz. Ihr Können stellt sie in der Sendung mit der Arie der koketten Despina aus Mozarts „Così fan tutte“ und im Duett mit Rolando Villazón unter Beweis.

Das Fagott ist selten solistisch auf den Konzertbühnen zu erleben – Riccardo Terzo zeigt in Webers Fagottkonzert mit höchster Virtuosität, was in diesem Instrument steckt.

Die Pianistin Elena Soussi und die Akkordeonistin Ambre Vuillermoz reizen als Avès duo mit viel Temperament die klanglichen Möglichkeiten ihrer ungewöhnlichen Instrumentenkombination aus.

Begleitet werden die Solisten von der Jungen Sinfonie Berlin, die musikalische Leitung hat Elias Grandy.

Dienstag, 28.06. / 05:00 Uhr / Stars von morgen präsentiert von Rolando Villazón (3/4)
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 43 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Marie Jacquot
Orchester: Junge Sinfonie Berlin

Mit: Katharina Konradi (Sopran), Elsa Dreisig (Sopran), Tobias Feldmann (Violine), Lucas & Arthur Jussen (Klavierduo)

Online verfügbar von 27/06 bis 30/06

Rolando Villazón ist auf allen Bühnen der Welt und in der internationalen Musikszene zu Hause – und dabei immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Talenten. Dieses Mal präsentiert er im ehemaligen Stummfilmkino des Berliner „Theaters im Delphi“ nicht nur wieder vier tolle Solistinnen und Solisten, sondern erstmals auch die junge französische Dirigentin Marie Jacquot.

Unter Rolando Villazóns „Stars von morgen“ sind dieses Mal einige, die ihre Feuertaufe bei bedeutenden Wettbewerben, auf internationalen Bühnen oder auch mit ihren ersten CD-Veröffentlichungen bereits bestanden haben. Ein Höhepunkt in der Karriere der Sopranistin Katharina Konradi war 2017 ihr Auftritt bei der Saisoneröffnung in der Hamburger Elbphilharmonie. Geboren in Kirgisistan, kam sie mit 15 Jahren nach Deutschland. Sie war Preisträgerin des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“, gewann den Deutschen Musikwettbewerb 2016 und ist Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Sie spielt heute die „Unschuld vom Lande“ aus der „Fledermaus“.

Auch Elsa Dreisig hat durch spektakuläre Wettbewerbserfolge auf sich aufmerksam gemacht: ob 2015 beim Königin-Sonja-Wettbewerb in Oslo oder mit dem Publikumspreis beim Wettbewerb Neue Stimmen. Spätestens seit dem Gewinn von Plácido Domingos Gesangswettbewerb Operalia strahlt sie als neuer Stern am Himmel des Operngesangs. Sie brilliert heute mit der „Juwelenarie“ aus Charles Gounods „Faust“.

Wenn man mit 15 Jahren schon auf einer Stradivari spielt, Preise bei bedeutenden internationalen Wettbewerben gewinnt und mit gerade 26 Jahren Professor an einer Musikhochschule wird, dann hat man als Geiger offensichtlich alles richtig gemacht: Tobias Feldmann zeigt mit Mendelssohns Violinkonzert sein geigerisches Können.

Sie haben für die ehemalige Königin Beatrix gespielt sowie König Willem-Alexander und Königin Maxima beim Staatsbesuch in Polen begleitet: die beiden Pianisten Lucas und Arthur Jussen sind überall gerngesehene Gäste. Auf den großen Konzertbühnen der Welt begeistern die frisch gebackenen Opus-Preisträger mit virtuoser Spielfreude – und abseits der Bühne mit Witz und Charme. Sie spielen ein Stück ihres Kollegen und Freundes Fazil Say.

Dienstag, 28.06. / 05:45 Uhr / Stars von morgen präsentiert von Rolando Villazón (4/4)
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 44 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Marie Jacquot
Orchester: Junge Sinfonie Berlin

Mit: Eldbjørg Hemsing (Violine), Johannes Kammler (Bariton), Tamás Pálfalvi (Trompete), Adriana Babin (Panflöte)

Online verfügbar von 27/06 bis 30/06

Rolando Villazón ist auf allen Bühnen der Welt und in der internationalen Musikszene zu Hause – und dabei immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Talenten. Dieses Mal präsentiert er im Berliner Theater im Delphi vier junge Solistinnen und Solisten aus Norwegen, Deutschland, Ungarn und Moldawien.

Eldbjørg Hemsing, geboren in einem kleinen Dorf in Norwegen, spielte bereits mit sechs Jahren für die königliche Familie ihres Heimatlandes, mit elf hatte sie ihr Solodebüt mit dem Bergen Philharmonic Orchestra. Weltweite Aufmerksamkeit erreichte sie 2012 mit ihrem Auftritt bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo. Auf ihrer wertvollen Violine von Guadagnini aus dem Jahr 1754 spielt sie das von ihr wiederentdeckte Konzert ihres Landsmanns Hjalmar Borgstrøm.

Von den Augsburger Domsingknaben zu den Salzburger Festspielen: Nach bedeutenden Wettbewerbserfolgen, etwa bei den Neuen Stimmen 2017 oder bei Plácido Domingos Operalia 2018, ist Johannes Kammler auf dem Weg zur internationalen Karriere. Mit der gleichnamigen Arie aus Lortzings „Wildschütz“ bringt der sympathische Bariton „Heiterkeit und Fröhlichkeit“ ins Studio.

So jung und doch schon musikalische Botschafterin ihres Heimatlandes Moldawien: Adriana Babin. Mit verblüffender Virtuosität und betörender Klangschönheit bringt sie zum ersten Mal eine Panflöte auf die Bühne der „Stars von morgen“ und spielt die mitreißend exotischen „Rumänischen Volkstänze“ von Bela Bartok.

Er gilt als der „junge Wilde“ und Genie unter den Trompetern: Tamás Pálfalvi mischt mit stupender Technik und Spielfreude die Bläserszene auf. Der junge Ungar spielt das hochvirtuose Trompetenkonzert von Alexander Arutjunjan.

Mittwoch, 29.06. / 05:00 Uhr / Ist das Kunst? Was macht die Kunst zur Kunst?
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2022, RBB 26 Min.
Regie: Felix von Boehm
Online verfügbar von 12/06 bis 07/06
Wiederholung vom 12.06.

Mittwoch, 29.06. / 05:30 Uhr / Aus der Verbotenen Stadt in Peking ~ Daniil Trifonov spielt Rachmaninow
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 43 Min.
Regie: Tiziano Mancini
Komponist: Sergej Rachmaninow, Max Richter
Dirigent: Long Yu
Orchester: Shanghai Symphony Orchestra
Mit: Daniil Trifonov (Klavier), Mari Samuelsen (Violine)
Online verfügbar von 28/06 bis 30/06

Die geheimnisvolle, exotische Atmosphäre der Verbotenen Stadt in Peking ist der perfekte Rahmen für Musikevents der Extraklasse: Zum ersten Mal seit 20 Jahren fand im Rahmen des 120-jährigen Jubiläums des Schallplattenlabels Deutsche Grammophon wieder ein klassisches Konzert auf dem Platz vor dem berühmten Kaiserlichen Ahnentempel statt. Neben der Solistin Aida Garifullina und dem Shanghai Symphony Orchestra unter der Leitung des chinesischen Dirigenten Long Yu stand vor allem ein Ausnahmekünstler im Zentrum der Aufmerksamkeit: der überragende russische Pianist Daniil Trifonov. ARTE zeigt seine Interpretation von Sergej Rachmaninows berühmten Klavierkonzert Nr. 2 vor der magischen Kulisse des Ahnentempels. Die Uraufführung des Konzerts 1901 in Moskau war ein durchschlagender Erfolg. Trotz seines melancholischen Grundtones ist es äußerst publikumswirksam und verlangt vom Interpreten ein Äußerstes an Virtuosität. Dabei ist es reich an äußerst kantablen Passagen, die als Filmmusik und in Popsongs zusätzliche Popularität erlangten. Neben Trifonovs Darbietung verwöhnt ARTE den Zuschauer zudem mit einem Werk des Briten Max Richter, der zu jenen Komponisten gehört, für die die Grenzen zwischen musikalischen Genres schlichtweg nicht existieren. In „November“ für Violine und Orchester verbindet er Einflüsse aus Minimal und Ambient Music zu einem Klanggewebe, dessen suggestive Kraft im Verlauf des Stücks eine ungeheure Wucht entwickelt; Solistin ist die norwegische Geigerin Mari Samuelsen.

Donnerstag, 30.06. / 05:00 Uhr / Michael Sanderling dirigiert Dmitri Schostakowitsch
Musik, Deutschland, 2019, MDR 54 Min.
Regie: János Darvas
Komponist: Dmitri Schostakowitsch
Dirigent: Michael Sanderling
Orchester: Dresdner Philharmonie
Online verfügbar von 30/06 bis 30/07

Das symphonische Schaffen von Dmitri Schostakowitsch umfasst ein halbes Jahrhundert und bildet einen Spiegel der Selbstbehauptung und der Resignation eines Tonkünstlers in einem totalitären System. Als sich der Komponist mit seiner 15. und damit letzten Symphonie zu befassen begann, war er körperlich bereits stark angeschlagen, doch er konnte noch einmal alle Kräfte bündeln. Im Vergleich zu vielen der früheren Werke ist das Werk fast kammermusikalisch instrumentiert. Es besitzt Züge einer musikalischen Reise in die eigene Vergangenheit, doch Schostakowitschs Sohn Maxim, der 1972 die Uraufführung der Symphonie leitete, beschreibt, dass es auch in diesem Werk um das Leben in der stalinistischen Sowjetunion geht, wo sich Menschen oft wie Marionetten verhalten mussten. Fröhlichkeit – wie in dem Zitat von Rossinis „Wilhelm Tell“-Ouvertüre – erweist sich vor dem Hintergrund von Schmerz und Resignation als eher grotesk. Gespenstische Züge trägt auch das Scherzo, während ein Motiv aus der Todesverkündigungsszene aus Wagners „Walküre“ das Finale einleitet, das nach einer klanglichen Explosion in großer Ruhe endet.

Freitag, 01.07. / 21:45 Uhr / Genesis: The Last Domino?
Dokumentation, Großbritannien, 2021, ARTE F 57 Min.
Regie: James Tonkin
Online verfügbar von 24/06 bis 29/09
Erstausstrahlung

Mit 150 Millionen verkauften Alben zählen sie zu den 30 kommerziell erfolgreichsten Bands weltweit: Genesis. Gegründet 1967, avancierte die britische Rockgruppe in den 70er Jahren zu einer der einflussreichsten und beliebtesten Progressive-Rock-Bands aller Zeiten. Nach dem Ausstieg von Frontmann Peter Gabriel und Leadgitarrist Steve Hackett brachte Phil Collins die Band in den 80ern erfolgreich auf einen neuen Kurs: weg vom Rock hin zur radiotauglichen Popmusik. Hits wie „Invisible Touch“, „No Son of Mine“ und „I Can’t Dance“ sind bis heute unvergessen. Die Dokumentation gibt Einblicke in die wechselvolle Geschichte der britischen Kultband – mit Bühnenmitschnitten und persönlichen Bekenntnissen der Stars.

Nach 13 Jahren Bühnenabstinenz bereitet sich die britische Kultband Genesis auf eine neue Welttournee vor. Ihr Plan: vor der nächsten Welle der Corona-Pandemie endlich wieder vor Publikum auf der Bühne stehen. Während andere in ihrem Alter längst im Ruhestand sind, wollen Phil Collins, Tony Banks und Mike Rutherford mit ihren Hits noch einmal Stadien füllen. Unterstützung erhalten sie dabei von Daryl Stuermer an Gitarre und Bass und Phil Collins‘ Sohn Nic am Schlagzeug.

Das Vorhaben bietet den Urgesteinen des Progressive Rock die Gelegenheit, auf über 50 Jahre Musikkarriere zurückzublicken: von den experimentellen Anfängen mit Singer-Songwriter Peter Gabriel als Frontmann bis zum kommerziellen Durchbruch mit radiotauglichen Pophymnen in den 80er Jahren. Neben dem immensen Erfolg von Genesis widmete sich Phil Collins außerdem seiner Solokarriere und wurde zum weltweiten Superstar. Der Erfolg überwältigte den Sänger und Schlagzeuger, machte ihn jedoch nicht unbedingt glücklich.

Trotz gesundheitlicher Probleme sind die über 70-jährigen Musiker nach wie vor vom Geist des Rock ’n‘ Roll besessen. Auch wenn Phil Collins auf Grund einer Halswirbelverletzung inzwischen kein Schlagzeug mehr spielen kann, legen Genesis eine bemerkenswerte Bühnenshow hin. Unterstützung holen sich die Musiklegenden dabei von der jüngeren Generation: Am Schlagzeug sitzt nun Phil Collins‘ Sohn Nic. Hinter den Kulissen, in ruhigeren Momenten, besinnen sich die Bandmitglieder auf ihr Leben im Zeichen der Musik und geben intime Einblicke in 50 Jahre Bandgeschichte.

„Genesis: The Last Domino?“ besticht durch eindrucksvolle Bühnenmitschnitte und persönliche Bekenntnisse der Stars, die zwar Weltruhm erlangten, aber auch mit Schicksalsschlägen zu kämpfen hatten.

Freitag, 01.07. / 22:40 Uhr / Genesis, When in Rome 2007
Musik, Großbritannien, 2007, ARTE F 89 Min.
Regie: David Mallet
Online verfügbar von 24/06 bis 29/09
Erstausstrahlung

Ein einzigartiges Bühnen-Comeback: Bei ihrer „Turn It On Again“-Tour stand die britische Kultband Genesis 2007 nach knapp 15 Jahren Pause erstmals wieder auf der Bühne. Die Tournee endete mit einem Gratis-Konzert vor 500.000 Fans im Circus Maximus in Rom – eine echte Ausnahmeshow.

47 Konzerte, davon 22 in Europa und 25 in Nordamerika: Damit meldeten sich Genesis 2007 aus knapp 15-jähriger Band-Pause zurück. Den Abschluss ihrer Europatour feierte die britische Band mit einem Gratiskonzert im legendären Circus Maximus in Rom – ein einzigartiges Live-Erlebnis.

Ursprünglich hatten Phil Collins, Tony Banks und Mike Rutherford eine Tournee in der klassischen Genesis-Formation geplant, also auch mit Sänger Peter Gabriel und Gitarrist Steve Hackett auf der Bühne. Aber Gabriel war anderweitig verpflichtet, ebenso Steve Hackett. Die Band tourte kurzerhand in neuer Besetzung, mit Daryl Stuermer an Gitarre und Bass und Chester Thomson am Schlagzeug.

Die Aufnahmen der Comeback-Show beeindrucken noch heute: eine riesige Bühne mit aufwendigen Sound- und Beleuchtungsanlagen verwandeln den Circus, in dem im antiken Rom Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe veranstaltet wurden, in eine beeindruckende Kulisse für das Konzert. Während der Show gewähren Scheinwerfer auch einen Blick auf das Publikum und zeigen, wie Hunderttausende Fans begeistert Hits wie „I Can’t Dance“ und „Carpet Crawlers“ mitsingen.

Freitag, 01.07. / 00:15 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2022, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 30/06 bis 29/09
Erstausstrahlung

Weltweit sitzen mehr als zehn Millionen Menschen in Gefängnissen. Während die Zahlen der Insassinnen und Insassen in den meisten europäischen Ländern kontinuierlich sinken, steigen sie in Ländern wie Russland, China und vor allem den USA immer weiter. Die Vereinigten Staaten haben mit Abstand die höchste Inhaftierungsrate der Welt und die Popkultur schlägt Alarm: Musiker wie Jay Z, Denzel Curry oder Meek Mill setzen sich schon seit langem für eine Reform des US-Gefängnissystems ein, das vor allem Afroamerikanerinnen und Afroamerikaner sowie Hispanics trifft.

(1): Denzel Curry
Nur an wenigen Orten der Welt leben so viele Menschen hinter Gittern wie in Florida. Mit 795 Inhaftierten pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt der „Sunshine State“ noch einmal deutlich über dem US-Durchschnitt. Dass der Rapper Denzel Curry es geschafft hat, seine Jugend in Carol City ohne längeren Gefängnisaufenthalt zu überstehen, bezeichnet er heute als Glück. Denzel Currys Bruder starb 2014 in Polizeigewahrsam, viele seiner Kindheitsfreunde sitzen heute in einem der zahlreichen Gefängnisse. „Tracks“ trifft den Rapper zu einem intimen Gespräch über eine Jugend mit einem Bein im Knast.

(2): Fitnesstraining mit ehemaligen Häftlingen
Coss Marte verbrachte insgesamt sieben Jahre seines Lebens in verschiedenen US-amerikanischen Gefängnissen. Er weiß, wie schwer es ist, sich nach einem Aufenthalt wieder in Freiheit zurechtzufinden. Weil das US-Gefängnissystem nur wenige Wiedereingliederungsmaßnahmen bereithält, ist Marte selbst aktiv geworden. In New York betreibt er ein Fitnessstudio, in dem ehemalige Häftlinge arbeiten – zum Beispiel Syretta Wright, die nach 22 Jahren im Gefängnis nun anderen beibringt, wie man sich auf wenigen Quadratmetern fit hält.

(3): Ceschi
Der amerikanische Musiker Ceschi tourt seit vielen Jahren mit seiner Mischung aus Rap und melancholischem Singer-Songwriter-Folk durch die Welt. Doch das war nicht immer so. Im Jahr 2010 wurde der Musiker aus Connecticut für den Besitz einer gehörigen Menge Marihuana zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Eine Erfahrung, die der Musiker bis heute in seinen Songs verarbeitet. „Tracks“ spricht mit Ceschi über Langeweile, Reue und Wege zu einem besseren Gefängnissystem in den USA.

Zusatzinfo:
ARTE strahlt diese Sendung auch in einer untertitelten Fassung für Hörgeschädigte aus.


Regelmäßige Sendungen mit kultureller Themen auf arte sind zudem:
– Stadt, Land, Kunst (Mo. – Fr. 13 Uhr) und
– TWIST (Sonntagnachmittag)

Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind meist nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.