arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.


Programmwoche 19:

Dienstag, 11.05. / 02:25 Uhr / Berlin Live: Mike & The Mechanics
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 60 Min.
Regie: Stefan Mathieu, Hannes Rossacher
Online verfügbar von 10/05 bis 10/06

Mike Rutherford ist der Gründer, Kopf und Mastermind dieses britischen Musikprojekts, das 1985 begann und sich seither vor allem durch seine großartige Live-Qualität international in die Spitzenliga gespielt hat. Und das trotz einiger Wechsel der Bandmitglieder und auch ein paar Auszeiten. Das Prinzip von lebensbejahenden und eingängigen Songs wie „All I Need Is a Miracle“, „The Living Years“ oder „Over My Shoulder“ macht auch den unvergleichlichen Sound und die Stimmung der Band aus, deren anhaltender Erfolg sich in den Charts, auf allen Radiowellen und bei ihren Live-Auftritten beweist. Zu “Berlin Live” bringen Mike & The Mechanics sowohl Songs ihres aktuellen Albums „Let Me Fly“ als auch altbewährte Klassiker mit.
Bereits mit der ersten Single zog Mike Rutherford, Gründungsmitglied von Genesis, große Aufmerksamkeit auf sich und seine Band und machte sich damit auch außerhalb von Genesis einen großen Namen in der Musikwelt. Gerade deshalb sah Rutherford die Band nie als Ersatz für Genesis, sondern mehr als Zugabe. Und obendrein eine ziemlich erfolgreiche: Mit „Let Me Fly“ bringen die talentierten Musiker ihr mittlerweile achtes Studioalbum auf den Markt. Musikalisch bezeichnen sie es selbst als ihr bislang bestes Album.

Mittwoch, 12.05. / 00:40 Uhr / Beuys
Dokumentarfilm, Deutschland, 2015, SWR 104 Min.
Regie: Andres Veiel
Online verfügbar von 12/05 bis 19/05

Joseph Beuys – der Mann mit dem Hut, dem Filz und der Fettecke. 30 Jahre nach seinem Tod erscheint er uns als Visionär, der seiner Zeit voraus war. Mit Geduld versuchte er schon damals zu erklären, dass „Geld keine Ware sein darf“. Beuys wusste, dass der Geldhandel die Demokratie unterwandern würde. „Nur noch 2.388 Tage bis zum Ende des Kapitalismus“ schrieb er auf die Tafel. Doch mehr als das. Beuys boxt, parliert, doziert, telefoniert, lässt zur documenta in Kassel Tausende Eichen pflanzen. Er erklärt dem toten Hasen die Kunst, sperrt sich in den USA mit einem Kojoten in einen Käfig. „Wollen wir eine Revolution ohne Lachen machen?“, fragt er grinsend. Sein erweiterter Kunstbegriff führte ihn mitten ins Zentrum auch heute noch relevanter gesellschaftlicher Debatten. Für den jugendlichen Andres Veiel, der in einer schwäbischen Vorstadt aufwuchs, war Beuys und sein Kunstbegriff Sprengstoff und Horizonterweiterung. Dass er nichts von seiner Bedeutung eingebüßt hat, wurde ihm klar, als er sich seit 2013 intensiv mit dem Künstler beschäftigte. Beuys, so Veiel, habe sich immer in Widersprüchen und Rätseln offenbart und entzogen, nicht zuletzt durch seinen schlagfertigen Humor. Keiner konnte ahnen, dass der Film in einer Zeit fertiggestellt werden würde, in der sich immer mehr Menschen nach einer Vergangenheit sehnen, die es nie gegeben hat. Aus einer montierten Collage unzähliger, bisher unerschlossener Bild-und Tondokumente stellen Regisseur Andres Veiel und der Schnittmeister Stephan Krumbiegel aus Hunderten Stunden Material ein einzigartiges Zeitdokument zusammen, das zu 95 Prozent aus Archivmaterial besteht. „Beuys“ ist kein klassisches Porträt über einen prägenden Künstler mit Brüchen und Verwerfungen, sondern eine vielschichtige Betrachtung des Menschen, seiner komplexen Kunst und seiner neuartigen Ideenräume.

Zusatzinfo: „Jeder Beuys-Biograf findet seine eigene Wahrheit, doch Andres Veiel verweigert eine konventionelle Künstler-Biografie, die Beuys mit seinem Tod abhakt und wieder ins Museum zurückschickt. Der Film lässt fast ausschließlich Beuys selbst zu uns sprechen, als wäre er unter uns. (…) Andres Veiels Film ist ein subtiles Künstlerporträt. Und zugleich ein aufmunternder Angriff gegen den Kleinmut in der Kunst und in der Gesellschaft von heute.“ (ARD „ttt – titel, thesen, temperamente“)

Freitag, 14.05. / 22:05 Uhr / Siegfried und Roy – Der amerikanische Traum
Dokumentation, Deutschland, 2021, ZDF 52 Min.
Regie: Christian Jakob
Online verfügbar von 13/05 bis 13/06
Erstausstrahlung

Siegfried Fischbacher und Roy Horn – das Magierduo aus Deutschland verzauberte über Jahrzehnte die Welt. Millionen Zuschauer besuchten ihre legendäre Show in Las Vegas. Es war die beste Show der Welt – mit Elefanten, weißen Tigern und atemberaubenden Illusionen. Alle waren sie da: Michael Jackson, Cher, Arnold Schwarzenegger, Bill Clinton. Siegfried und Roy, zwei einfache Männer aus Deutschland, lebten den amerikanischen Traum. Wie haben sie das geschafft?

Siegfried und Roy lernten sich auf einem Kreuzfahrtschiff kennen. Sie entdeckten eine gemeinsame Leidenschaft und fingen an, zusammen zu zaubern. Mit der Zeit führte Roys besondere Beziehung zu exotischen Tieren dazu, dass immer mehr Tiere in die Show mit eingebunden wurden. Die Illusionen der beiden wurden immer aufwendiger, verrückter. Über Engagements in Monte Carlo und im Lido in Paris führte sie ihr Weg bis nach Las Vegas.
Sie waren getrieben von dem Wunsch, immer die besten zu sein. Sie liebten den Glamour, das Leben im Rampenlicht, den Applaus. Auch ihre Beziehung zueinander, ihre Freundschaft, ihre Liebe und ihr Konkurrenzdenken spornten sie an. Wie genau, das erzählen Freunde, Wegbegleiter, Verwandte, Journalisten, Magier in der Dokumentation. Zwei Stars, die immer hart für den Erfolg arbeiteten, gesundheitliche Probleme und Selbstzweifel inklusive. Zwei Stars, die trotz ihres immensen Erfolges nie vergaßen, woher sie kamen.
Siegfried & Roy lebten den amerikanischen Traum bis zum 3. Oktober 2003 – dem Tag, an dem Roy Horn von einem seiner Tiger, mit denen er jeden Tag auf der Bühne stand, gebissen wurde. Der Magier wurde lebensgefährlich verletzt. Roy sollte nie wieder richtig laufen oder sprechen können. Ein Lebenstraum zerbrach jäh, die Show wurde eingestellt. Um Siegfried und Roy wurde es ruhiger. Am 8. Mai 2020 schließlich starb der ohnehin geschwächte Roy Horn an Covid-19. Einige Monate später folgte ihm auch Siegfried Fischbacher, der seinem Krebsleiden erlag.

Freitag, 14.05. / 22:55 Uhr / Indiana Jones – Eine Saga erobert die Welt
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Clelia Cohen, Antoine Coursat
Online verfügbar von 07/05 bis 13/07
Erstausstrahlung

Peitsche, Hut, verschlissene Jacke und ein schelmisches Lächeln auf den Lippen – das sind die unverkennbaren Markenzeichen von Indiana Jones. Der Filmheld wird dieses Jahr 40: Der runde Geburtstag bietet die ideale Gelegenheit zur Untersuchung eines popkulturellen Phänomens, das die Filmlandschaft nachhaltig prägte. Mit umfangreichem Archivmaterial und aufschlussreichen Interviews geht ARTE einem Erfolgsgeheimnis auf den Grund und zeigt, wie Indy dem verstaubten Abenteuerfilm neues Leben einhauchte.

1981: In den Kinos der ganzen Welt läuft der neue Film des jungen Steven Spielberg an, „Jäger des verlorenen Schatzes“. Der Streifen mit der anspruchsvollen künstlerischen Umsetzung und dem charismatischen Protagonisten wird zum absoluten Kassenschlager. Dem Ausnahme-Regisseur gelang es mit Indiana Jones, das in Vergessenheit geratene Genre Abenteuerfilm zurück auf die Leinwände zu holen. Der furchtlose Archäologe wird zu einer Ikone der Popkultur der 80er Jahre und in einem Atemzug mit zeitlosen Filmhelden wie Tarzan, Zorro oder Superman genannt – Indiana Jones ist Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses. Die Indiana-Jones-Saga, ein filmisches Gemeinschaftswerk von George Lucas und Steven Spielberg, zweier Großmeister der siebten Kunst, bediente den Abenteuerdurst mehrerer Generationen jugendlicher Kinogänger. Doch das ist noch längst nicht alles: Als Prototyp des Sensationskinos läutete der Streifen in Hollywood eine ganz neue Ära ein, indem er grenzenlose Unterhaltung für die ganze Familie versprach. Im Jahr 2021 bietet der runde Geburtstag des ersten Indiana-Jones-Films den idealen Anlass zur Untersuchung eines Phänomens, das vor 40 Jahren das Genre Abenteuerfilm revolutionierte. ARTE lüftet das Geheimnis um den riesigen Publikumserfolg der Kultfigur. Die Dokumentation bietet umfangreiches Archivmaterial und lässt die Filmlegenden George Lucas, Steven Spielberg und Harrison Ford selbst über ihre Erfahrungen berichten.

Freitag, 14.05. / 00:25 Uhr / Melody Gardot From Paris with Love
Musik, Frankreich, 2020, ARTE F 58 Min.
Dirigent: Dylan Corlay
Orchester: Orchestre Philharmonique De Radio France
Fernsehregie: Colin Laurent
Online verfügbar von 07/05 bis 08/02

Melody Gardot ist wohl die französischste aller amerikanischen Jazzdiven. Fünf Jahre lang mussten sich ihre Fans gedulden, jetzt präsentiert sie endlich ihr neues Album „Sunset in the Blue“. Darin begeistert sie mit einem Mix aus neu interpretierten Standards und Eigenkompositionen. Im legendären Studio 104 des Maison de Radio France stellt Gardot eine symphonische Fassung ihres Albums vor, begleitet vom Orchestre Philharmonique de Radio France. Ein überwältigendes Musikerlebnis, das Genregrenzen verschmelzen lässt: von Folk über Bossa Nova bis hin zu Jazzklassikern. Das Konzert bildet eine stimmungsvolle Reise in das umfangreiche Repertoire der Musikerin. Eine Liebeserklärung an den Jazz und an die Sinnlichkeit.

Bereits ihr Name – eine Mischung aus Garbo und Bardot – weckt Vorfreude auf eine samtweiche Stimme. Mit ihrem aktuellen Album „Sunset in the Blue“ erfüllt Melody Gardot diese Erwartung vollauf: In den zwölf gefühlvollen Titeln ruht eine wunderbare Melancholie, die die Seele berührt. Das neueste Opus der Musikerin vereint große Standards („Moon River“, „If You Love Me“) und Eigenkompositionen. Bei ihrem Auftritt im Dezember 2020 im Studio 104 des Maison de Radio France präsentiert sie eine symphonische Fassung ihres Albums, die sich in die Tradition Duke Ellingtons und des amerikanischen Schlagers einreiht. Begleitet von einem Jazzquartett und 40 Musikern des Orchestre Philharmonique de Radio France unter der Leitung von Dylan Corlay interpretiert die vielgeschätzte Grande Dame des Jazz Stücke über die Liebe. Dabei kommen nicht nur Jazzliebhaber auf ihre Kosten, denn ihr eindrucksvolles Repertoire umfasst Einflüsse aus Jazz, Folk, Bossa Nova und anderen Genres. Mit fließenden Swing-Rhythmen und viel Feingefühl entführt ihre sanfte, sinnliche Stimme auf eine bewegende Reise in dieses facettenreiche Klanguniversum. Aufgrund der Corona-Beschränkungen wurden die Sitzreihen des Konzertsaales nicht besetzt. Nichtsdestotrotz gelingt es der Sängerin mit ihren sentimentalen Balladen, die ZuschauerInnen zu Hause zu verzaubern. Ein überwältigendes Musikerlebnis, das Genregrenzen verschmelzen lässt und eine zarte Nähe zwischen Gardot und dem Publikum schafft.


Programmwoche 20:

Samstag, 15.05. / 20:15 Uhr Von Kyros bis Khomeini. Drei Jahrtausende Iran (1/3)
Dokumentationsreihe, Großbritannien, 2020, ARTE F 51 Min.
Regie: Richard Downes
Online verfügbar von 08/05 bis 22/05
Erstausstrahlung

Die großen Herrscher Persiens erbauten ein gigantisches Reich, dessen blühende Kultur in der ganzen antiken Welt Neid und Begehrlichkeit weckte. Vor der arabischen Eroberung und der Errichtung eines neuen islamischen Reiches hatten die persischen Machthaber nicht weniger als drei römischen Kaisern standgehalten. Die filmische Reise in die ferne Vergangenheit des Irans offenbart eine überaus vielfältige Kultur, die weltweite Strahlkraft besaß und in den Herzen der Iraner noch heute lebendig ist. Dieses Volk ist das einzige im Mittleren Osten, das seine Sprache und Identität trotz mehrerer Invasionswellen und der sogenannten Islamischen Revolution von 1979 bewahrt hat. Der historische Rückblick beginnt mit den Elamiten. Sie beteten zu einem Stiergott namens Inshushinak und verehrten ihn in gestuften Tempeltürmen, genannt Zikkuraten, auf deren Tausenden von Ziegelsteinen Botschaften in Keilschrift eingeritzt waren. Weiterhin widmet sich die Dokumentarfilmreihe Dareios I. (550 – 486 v. Chr.), der als Glanzstück seiner Herrschaft die legendäre Palaststadt Persepolis erbaute, den ersten Suezkanal anlegte und neben einheitlichen Maßen und Gewichten auch das Münzgeld einführte. Zuletzt geht es um den bedeutenden achämenidischen König Kyros II. (um 590 bis 580 – ca. 530 v. Chr.), den Gründer des Perserreiches, der die Meder und die Elamiten stürzte und deren Hauptstadt Susa er erobert hatte.[Zusatzinfo]: Die Herrscher Persiens erbauten ein Reich, dessen blühende Kultur in der ganzen antiken Welt Neid und Begehrlichkeit weckte. Die filmische Reise in die ferne Vergangenheit des Iran offenbart eine überaus vielfältige Kultur, die weltweite Strahlkraft besaß und in den Herzen der Iraner noch heute lebendig ist. Die Reihe besucht die bedeutendsten Museen und Ausgrabungsstätten des Iran, insbesondere Persepolis, die Residenzstädte Tschogha Zanbil und Bischapur sowie die Große Mauer von Gorgan. Eine solch umfassende Dreh- und Arbeitsgenehmigung für Journalisten und Filmemacher ist in der Islamischen Republik Iran eher ungewöhnlich.

Samstag, 15.05. / 21:05 Uhr / Von Kyros bis Khomeini. Drei Jahrtausende Iran (2/3)
Dokumentationsreihe, Großbritannien, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Richard Downes
Online verfügbar von 08/05 bis 22/05
Erstausstrahlung

Ganz Arabien befand sich durch Mission, durch Eroberungen und gewaltsame Bekehrung bald unter muslimischer Herrschaft. Als die arabischen Armeen bis nach Persien vorrückten, organisierte der junge persische Großkönig Yazdegerd III. (624 – 651) die Verteidigung. Er war gerade mal zehn Jahre alt. So führte er das persische Heer gegen die arabisch-islamischen Truppen in die Schlacht. Im Jahr 637 standen die Araber vor den Toren der persischen Hauptstadt Istachr. Die Perser kämpften und verteidigten sich, wurden schließlich jedoch vernichtend geschlagen. 651 war Persien endgültig erobert. Ein Jahrhundert nach der arabischen Invasion kam das Herrschergeschlecht der Abbasiden an die Macht. Die Islamisierung schritt schnell voran. Die Perser fügten dem arabischen Alphabet vier Buchstaben hinzu, wodurch es die bis heute gebräuchlichen 32 Zeichen erreichte. Zur gleichen Zeit schrieb der Dichter Abu I-Kasim Firdausi das „Schahname“, eine Geschichtensammlung über die persischen Könige des Altertums. Die Stadt Isfahan hat der Besetzung durch die Seldschuken ihre große Blütezeit zu verdanken. Der Großwesir des letzten Persien-Eroberers Nizam al-Mulk (1018 – 1092) setzte sich für den Ausbau des Bildungswesens ein und förderte die wissenschaftlichen Arbeiten von Omar Chayyam (1048 – 1131). Dieser ist im Westen vor allem für seine Dichtkunst bekannt, aber als Mathematiker, Philosoph und Astronom erfand er zudem den persischen Kalender, der bis heute Verwendung findet. So entwickelte sich die Stadt in jener Zeit zu einer bedeutenden kulturellen und wissenschaftlichen Metropole.

Samstag, 15.05. / 22:00 Uhr / Von Kyros bis Khomeini. Drei Jahrtausende Iran (3/3)
Dokumentationsreihe, Großbritannien, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Richard Downes
Online verfügbar von 08/05 bis 22/05
Erstausstrahlung

Im 13. Jahrhundert nahm der legendäre mongolische Khagan Dschingis Khan – Regierungszeit von 1206 bis zu seinem Tod 1227 – Persien ins Visier. Seine Armee legte zahlreiche Städte in Trümmer und metzelte deren Einwohner erbarmungslos nieder. Das goldene Zeitalter unter dem Islam war vorüber. Um 1400 übernahm eine neue Dynastie die Herrschaft über Persien, die Timuriden. Ihre neue Hauptstadt Herat lockte viele Künstler an. Unter der Führung der Safawiden wurde der Iran schließlich zum ersten Mal seit der muslimischen Invasion ein eigenständiges Staatsgebilde. Die Anhänger der militanten Sekte nahmen 1501 Täbris ein und erklärten es zu ihrer Hauptstadt. Der safawidische Anführer Ismail I. beschloss die Zwangskonvertierung des Irans zum Schiismus. Damit wollte er zur Schaffung einer eigenen iranischen Identität beitragen. Anfang des 17. Jahrhunderts ließ Schah Abbas die Stadt Isfahan von Grund auf neu anlegen. Die persische Macht verkörpert durch großartige Architektur. Als Nader Schah Mitte des 18. Jahrhunderts Indiens Mogulreich einnahm, erreichte Persien seine größte territoriale Ausdehnung seit der Zeit der vorislamischen Könige. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde Persien aufgrund der reichen Ölvorkommen zum Spielball der Imperialmächte Großbritannien und USA. Der letzte iranische Schah Mohammed Reza Pahlavi (1919 – 1980) erklärte sich zum direkten Nachfolger von Kyros, dem Begründer der persischen Kultur. 1978 gingen Millionen Menschen auf die Straße und forderten seine Abdankung. Im Frühjahr 1979 übernahm der schiitische Ajatollah Chomeini die Staatsführung und erklärte den Iran zur Islamischen Republik. De facto kam der Iran vom Regen in die Traufe, von der Diktatur eines Monarchen zur Diktatur der Ajatollahs.

Samstag, 15.05. / 00:15 Uhr / Square für Künstler: Carte Blanche für Félix Moati
Magazin, Frankreich, 2021, ARTE 26 Min.
Online verfügbar von 14/05 bis 14/06
Erstausstrahlung

„Square“ ist das bimediale Magazin auf ARTE. Die Sendung stellt die philosophischen, literarischen, künstlerischen und technischen Innovationen unserer heutigen Gesellschaften in den Mittelpunkt. Es geht um neue Ideen in allen Bereichen – nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern weltweit. „Square“ befasst sich vor allem mit dem Blick der Kreativen und Künstler auf eine Welt, die sich rasant bewegt.

Hier filmen wir also meinen Vater. Das klingt wohl frech, aber was Besseres fiel mir nicht ein, als „Square“ mich netterweise fragte. Die Welt ist so groß, na klar, aber ich wollte dieses Gesicht einfangen und archivieren, das ich so gut kenne, das mir so vertraut ist. Archivieren, um mehr über die Identitäten meines Vaters zu erfahren – aber auch, um mich überraschen zu lassen. Meinen Vater filmen, ihn entdecken, ihn befragen, ein Bild von ihm wie ein Puzzle zusammensetzen, oder andersherum. Es ist eine großartige Gelegenheit, danke. Er, der alles kannte, die großen Pflichten seiner Zeit und die mögliche Desillusionierung, den beruflichen Erfolg und wie alles wieder eingebremst wird. Das wollte ich einfangen. Es ist eine richtig große Chance, deshalb danke ich dafür, meinem Vater. (F. Moati)

Sonntag, 16.05. / 15:50 Uhr / Die ganze Welt in einem Bild: Vermeers spätes Vermächtnis
Dokumentarfilm, Frankreich, 2020, ARTE F 76 Min.
Regie: Nicolas Autheman
Online verfügbar von 09/05 bis 15/07

Eine große Geschichte von einem kleinen Gemälde aus dem Jahr 1657. Obwohl der holländische Maler Jan Vermeer sein Land nie verlassen hatte, versinnbildlicht sein Werk „Der Soldat und das lachende Mädchen“ unter anderem die Geburtsstunde der Globalisierung. Das Meisterwerk wird heute in der Frick Collection in New York ausgestellt, wo der breitkrempige Hut des abgebildeten Mannes immer noch die Blicke auf sich zieht. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der Erfindungen, Entdeckungen und Dramen – oder gar Verbrechen – die dazu geführt haben, dass Vermeer diesen viel zu großen Hut auf den Kopf des Soldaten malte.

Es mag auf den ersten Blick ein kleines, klassisches Gemälde sein. Doch seine Geschichte ist hoch spannend. Das 50 Zentimeter hohe und 46 Zentimeter breite Gemälde versinnbildlicht die Geburtsstunde der Globalisierung. Und das, obwohl sein Maler, der Holländer Jan Vermeer, nie sein Land verlassen hatte. Welche verschlüsselten Botschaften hat Vermeer in diesem Bild namens „Der Soldat und das lachende Mädchen“ hinterlassen? Im Herbst 1911 erweiterte der neureiche New Yorker Unternehmer Henry Clay Frick seine Privatsammlung um ein auf den ersten Blick sehr klassisches Gemälde: „Der Soldat und das lachende Mädchen“ von Jan Vermeer aus dem Jahr 1657, ein Meisterwerk der Kunstgeschichte. Es zeigt einen Mann in Rückenansicht an einem Tisch, im Gespräch mit einer ihm gegenübersitzenden hübschen jungen Frau. Ungewöhnlich exponiert zwischen zwei Korridoren, ist das Gemälde heute eine der Hauptattraktionen im ehemaligen Haus von Henry Clay Frick. Doch es gibt ein Element, das die Komposition auf den ersten Blick stört. Ein Detail, dessen wahre Bedeutung Vermeers Zeitgenossen niemals entgangen wäre: der riesige Hut des Soldaten … Der Dokumentarfilm erzählt die außergewöhnliche Geschichte, wie es dazu kam, dass dieser viel zu große Hut auf dem Kopf des Soldaten landete. Die Spur führt zunächst zum Herstellungsort des Hutes und von da aus zum Ursprung des Kapitalismus: von Delft oder Amsterdam nach New York und Québec. Hutmacher, Händler und Trapper erklären ihre Berufe. Eine Fülle von Bildern führt verschiedene Epochen und Stile zusammen und liefert neue Erkenntnisse.

Sonntag, 16.05. / 17:10 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, Frankreich, 2021, WDR 30 Min.
Moderation: Bianca Hauda, Romy Straßenburg
Online verfügbar von 14/05 bis 14/08
Erstausstrahlung

Sonntag, 16.05. / 17:40 Uhr / Riccardo Chailly dirigiert den Boléro von Ravel
Musik, Frankreich, Schweiz, 2018, ARTESSR 44 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Maurice Ravel
Dirigent: Riccardo Chailly
Orchester: Lucerne Festival Orchestra
Online verfügbar von 16/05 bis 23/05

Riccardo Chailly an der Spitze des Lucerne Festival Orchestra: Auf dem Programm des mitreißenden Konzerts aus dem Kultur- und Kongresszentrum Luzern standen Werke von Maurice Ravel: Zu hören sind „Daphnis et Chloé – Suite Nr. 1“, „La Valse“ und der berühmte „Boléro“. Ravel ist ein Klangmagier par excellence, der den Zuhörer in immer neue musikalische Welten führt.

Ball und Bacchanal, Rausch und Raffinesse – all das steckt in diesem Konzert, obwohl nur ein einziger Name draufsteht: Maurice Ravel. Doch Ravel ist ein Klangmagier par excellence, der den Zuhörer in immer neue musikalische Welten entführt, voller verschiedener Farben, Düfte und Aromen. Im Dreivierteltakt tanzen sich Riccardo Chailly und das Lucerne Festival Orchestra in ihrem zweiten Programm des Sommers 2018 durch eine Walzerfolge, die wohl nostalgisch auf eine untergegangene Welt zurückblickt. Danach erzählen sie mit „Daphnis et Chloé – Suite Nr. 1“ eine antike Liebesgeschichte. Und schließlich führen Orchester und Dirigent mit dem trommelwütigen „Boléro“ zur finalen Ekstase. Das Konzert wurde am 24. August 2018 im Kultur- und Kongresszentrum Luzern für ARTE aufgezeichnet.

Sonntag, 16.05. / 23:50 Uhr / Wenn der Abend den Morgen trifft: Eine Reise zur Musik der Balten
Dokumentation, Deutschland, 2018, MDR 53 Min.
Regie: Carmen Belaschk, Günter Atteln
Mit: Musiker der Kremerata Baltica, Baiba Skribe, Mariss Jansons
Online verfügbar von 16/05 bis 23/05

Mariss Jansons, Mirga Grazinyte-Tyla, Andris Nelsons, Arvo Pärt sind nur vier Beispiele herausragender Dirigenten aus dem Baltikum. Woher rührt das große musikalische Potential der nordosteuropäischen Staaten, was verbindet und was unterscheidet ihre Musikkulturen? In „Wenn der Abend den Morgen trifft – Eine Reise zur Musik der Balten“ sprechen Instrumentalisten und Komponisten aus Litauen, Lettland und Estland über ihre musikalischen Wurzeln. Die Filmemacher Carmen Belaschk und Günter Atteln führen den Zuschauer zu den großen Sängerfesten in Vilnius, Riga und Tallin, treffen auf bekannte Volksmusiker und stellen so ganz nebenbei auch die bewegte Geschichte des Baltikums vor.

Seit geraumer Zeit gibt es auffallend viele Dirigenten, Musiker, Komponisten und Sänger aus Litauen, Lettland und Estland, die international Karriere machen: Mariss Jansons, die Järvi-Familie, Andris Nelsons, Mirga Grazinyte-Tyla, Gidon Kremer, Peteris Vasks, Arvo Pärt, Erkki Sven-Tüür, Elina Garanca oder Kristine Opolais – um nur einige zu nennen. Woher rührt das große musikalische Potenzial, was verbindet, was unterscheidet die Musikkulturen der drei baltischen Länder? Abgesehen von der gemeinsamen Geschichte und der Leidenschaft für das Singen – die den Unabhängigkeitskampf der Balten beflügelte – verbindet diese Länder wenig, behauptet die in Hamburg lebende lettische Komponistin Ruta Paidere. Ist dem wirklich so? In der Dokumentation setzten sich Komponisten wie Raminta Serksnyte, Peteris Vasks, Musiker wie Iveta Apkalna, Laima Jansone und Tonu Kaljuste sowie Mitglieder des international erfolgreichen Kammerorchesters Kremerata Baltica in Beziehung zu den eigenen Wurzeln und denen ihrer Nachbarländer. Auf einer frühsommerlichen Reise besuchen die Filmemacher zudem die großen Sängerfeste in Vilnius, Riga und Tallin und treffen dort auf bekannte Volksmusiker, die tradierte Instrumente spielen und bewahren. Mit Witz und Charme offenbaren die Musiker dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Musikkultur, führen auf dem Landweg und zu Wasser von den großen Städten in die musikalische Provinz, zaubern spontane Sessions und stellen so ganz nebenbei auch die bewegte Geschichte des Baltikums vor. Es entsteht ein facettenreiches und unterhaltsames Bild der drei kleinen Ostseeländer mit ihrem riesigen musikalischen Potenzial.

Sonntag, 16.05. / 00:45 Uhr / The Big Three: Grubinger & The Percussive Planet Ensemble bei den Salzburger Festspielen
Musik, Österreich, 2020, ZDF 89 Min.
Regie: Bernard Fleischer
Komponist: Wolfgang Rihm, Iannis Xenakis, Steve Reich
Mit: Martin Grubinger, The Percussive Planet Ensemble
Online verfügbar von 15/05 bis 14/08
Erstausstrahlung

Der österreichische Multi-Perkussionist Martin Grubinger ist bekannt für seine außergewöhnlichen Auftritte, die geprägt sind von der Kombination technischer Perfektion mit Spielfreude und musikalischer Vielseitigkeit – ob in solistischen Werken, kammermusikalischen Programmen oder Solokonzerten. Im Laufe seiner Karriere hat es Grubinger geschafft, das Schlagwerk als Soloinstrument in den Mittelpunkt des klassischen Konzertbetriebs zu stellen. Zeitgenössische Komponisten wie Friedrich Cerha widmeten ihm zahlreiche Konzerte. Bei den Salzburger Festspielen 2020 tritt der gebürtige Salzburger zusammen mit dem insgesamt zehnköpfigen Percussive Planet Ensemble auf, mit dem er schon jahrelang arbeitet. Unter dem Titel “The Big Three” stehen drei große Schlagwerk-Sextette moderner Komponisten auf dem Programm: “Tutuguri VI (Kreuze)” von Wolfgang Rihm aus dem Jahr 1981, “Pléïades” von Iannis Xenakis aus dem Jahr 1978 und “Drumming (Part One)” von 1971 aus der Feder des zweifachen Grammy-Preisträgers Steve Reich. Die Intensität und Virtuosität der Stücke sowie die Energie, die das Zusammenspiel der teils sehr jungen Schlagwerkerinnen und Schlagwerker freisetzt, machen dieses Konzert zu einem der Highlights der Salzburger Festspiele 2020.

Freitag, 17.05. / 21:40 Uhr / 78/52 – Die letzten Geheimisse von “Psycho”
Dokumentarfilm, USA, 2015, ARTE 87 Min.
Regie: Alexandre O. Philippe
Online verfügbar von 14/05 bis 20/06

Im Mittelpunkt dieses Films steht Hitchcocks geniale Duschszene aus “Psycho”. Die Analyse der Filmszene beleuchtet die künstlerische und handwerkliche Virtuosität dieser legendären Drei-Minuten-Sequenz und erläutert anhand von Hintergrundinformationen und den Aussagen von Zeitzeugen und Experten, wie diese neue Maßstäbe für den Spielfilm setzte und nachhaltig einige der größten Filmemacher unserer Zeit beeinflusste.

Alfred Hitchcocks „Psycho“ ist noch immer einer der am häufigsten erörterten und analysierten Filme aller Zeiten. Das Werk war ein echter kultureller Wendepunkt und einer der Weichensteller für die Thriller der sechziger Jahre. Vor allem aber ging die berühmte Duschszene in die Geschichte von Filmkunst und -wissenschaft ein. Jeder Filmstudent oder Regisseur hat sich früher oder später mit ihr befasst. Unzählige Filmfans fühlten sich berufen, darüber zu schreiben, diese drei Minuten Film zu sezieren, zu interpretieren und ihre ebenso methodische wie mysteriöse Perfektion zu ergründen. Die Duschszene birgt viele Geheimnisse. Mittlerweile hat sie das Genie ihres Schöpfers transzendiert, um ein Eigenleben zu führen und wahrscheinlich ewig neue Entdeckungen hervorzubringen. Der US-amerikanische Filmkritiker Roger Ebert sagte einmal: „Das Genie liegt zwischen oder hinter den Einstellungen oder in einer Chemie, die sich weder timen noch materiell erfassen lässt.“ „78/52“ erforscht diesen nicht greifbaren „kinematographischen Raum“ in einer abendfüllenden Analyse der „Duschszene“ aus „Psycho“. Er beleuchtet ihre künstlerische und handwerkliche Virtuosität, liefert Hintergrundinformationen und erläutert den Einfluss dieser legendären Drei-Minuten-Sequenz, die neue Maßstäbe für den Spielfilm setzte und nachhaltig einige der größten Filmemacher unserer Zeit beeinflusste.

Zusatzinfo:
Der Regisseur Alexandre O. Philippe ist von jeher ein Hitchcock-Fan. Schon als Zwölfjähriger organisierte er einen wöchentlichen Hitchcock-Filmabend für seine Eltern und deren Freunde in Genf; mit zunehmendem Alter wuchs auch seine Leidenschaft für den Master of Suspense. Er leitete weltweit zahlreiche Seminare für Filmanalyse und dramatisches Schreiben sowie Workshops an Schulen, Universitäten, bei Filmfestivals und in Museen – häufig mit dem Fokus auf Hitchcock’s bahnbrechender Handwerkskunst. Viele seiner Filme sind preisgekrönt, darunter „The People vs. George Lucas“, „The Life and Times of Paul the Psychic Octopus“ und „Doc of the Dead“.

Freitag, 17.05. / 23:10 Uhr / Bob Dylan: Trouble No More
Dokumentation, USA, 2017, ZDF 59 Min.
Regie: Jennifer Lebeau
Online verfügbar von 20/05 bis 20/06

Von 1979 bis 1981 reichte Bob Dylans christliche “born again”-Periode, nachdem der Musiker und Poet in einer Zeit der politischen Umwälzungen den Glauben entdeckt hatte. In dieser Phase, in der auch drei Alben entstanden, war Dylan mit einer großartigen Band auf Tournee. In der Dokumentation der Filmemacherin Jennifer Lebeau wechseln sich Konzertaufnahmen mit “Predigten” aus der Feder von Luc Sante ab, die von Hollywoodschauspieler Michael Shannon gesprochen werden.

1979, in einer Zeit, als die Welt scheinbar aus den Fugen geriet, entdeckte der 2016 zum Literatur-Nobelpreisträger ernannte Bob Dylan Gott und die christliche Religion für sich. In dieser bis 1981 andauernden “born again”-Periode brachte er drei vom Glauben inspirierte Alben heraus und ging mit einer Reihe großartiger Musiker auf Tournee. In ihrer Dokumentation wechselt Regisseurin Jennifer Lebeau seltene oder nie gesehene Konzert- sowie Probenaufnahmen mit christlichen “Predigten” ab, die von Hollywoodschauspieler Michael Shannon gesprochen werden. Diese spirituelle Periode im Schaffen des Sängers von Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre ist in der öffentlichen Wahrnehmung etwas in Vergessenheit geraten. Nun wird diese Zeit erstmals auch im Film wieder lebendig. Das Archivmaterial dazu war jahrzehntelang verschollen und stammt zum Teil aus den gefeierten “Bootleg Series”, die Dylan mit seinem Team aus Proben und Auftritten zusammengestellt hat. Das Konzept zu dieser Dokumentation geht auf Bob Dylan selbst zurück. Er wollte diese Verbindung der zwei dramaturgischen Elemente, die sich durch den Film ziehen: Das eine sollte durch den Prediger verkörpert werden, das andere durch seine Musik. Die Texte von Luc Sante sind als eine emotionale Reise zu verstehen – von Wut über Empörung und Traurigkeit zu Hoffnung. Zur gleichen Zeit sind die Songs von Dylan so kombiniert, dass sie den Zuschauer ebenfalls mit auf eine Reise nehmen: Begeisterung, Beobachtung einer erkrankten Welt, absolute religiöse Hingabe, die Ausdruck findet in der unglaublichen Musik, die Dylan mit seiner Band zu schaffen imstande ist.

Freitag, 17.05. / 00:10 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2021, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David COMBE, Jean-Marc BARBIEUX
Erstausstrahlung


Programmwoche 21:

Pfingstsonntag, 23.05. / 08:30 Uhr / Künstlerinnen: Berlinde de Bruyckere kuratiert
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, NDRWDRSR 26 Min.
Regie: Claudia Müller
Online verfügbar von 21/05 bis 30/05

Die Künstlerin/Kuratorin dieser Folge ist die belgische Künstlerin Berlinde de Bruyckere. Das zentrale Thema in ihrem Werk ist Vergänglichkeit. In ihren brutal poetischen Objekten und Skulpturen verwischen die Grenzen zwischen Mensch, Tier und Natur. In ihrer virtuellen Ausstellung stellt Berlinde de Bruyckere die Kunst der Berberfrauen vor, Werke von Cristina Iglesias, Edith Dekyndt, Kara Walker, Artemisia Gentileschi sowie Gedichte von Patti Smith.

Die Serie „Künstlerinnen kuratieren“ liefert einen Überblick über die Vielfalt weiblichen Kunstschaffens in Geschichte, Gegenwart und weltweit. In jeder Folge lernen die Zuschauer die weibliche Kunstgeschichte durch die Augen einer bekannten Künstlerin kennen und erleben die Entstehung einer virtuellen Ausstellung. Die Kuratorin dieser Folge ist die belgische Künstlerin Berlinde de Bruyckere. Das zentrale Thema in ihrem Werk ist Vergänglichkeit. Ihre brutal poetischen Objekte und Skulpturen verwischen die Grenzen zwischen Mensch, Tier und Natur. Es sind im Moment eingefangene Transformationen, die die Schönheit des Körpers feiern und den Verfall und die Endlichkeit schon in sich tragen. Die Tochter eines Fleischers arbeitet meist mit präparierten Tierkadavern, die sie mit Kunstharz, Stoffen und Holz zu Objekten verarbeitet. Ihre Themen haben oft mythologische oder christliche Bezüge. Sie wuchs in einem katholischen Internat auf, wo sie unter anderem die klassische Ikonographie der Kunstgeschickte studierte und sich vor allem mit den christlichen Leidensdarstellungen beschäftigte. Ihre Objekte vermitteln eine große emotionale Kraft und irritieren, weil hier Vertrautes auf Bedrohliches prallt. In ihrer virtuellen Ausstellung stellt Berlinde de Bruyckere die Kunst der Berberfrauen vor, Werke der spanischen Künstlerin Cristina Iglesias, der belgischen Konzeptkünstlerin Edith Dekyndt, der Afroamerikanerin Kara Walker, der lange in Vergessenheit geratenen Malerin Artemisia Gentileschi sowie Gedichte von Patti Smith.

Pfingstsonntag, 23.05. / 09:00 Uhr / Vox Pop: Sommerfestivals / Sind wir sicher vor Klimakatastrophen?
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE 28 Min.

Jede Woche recherchiert „Vox Pop“ zu aktuellen Gesellschaftsthemen in Europa. Diese Woche diskutiert die Sendung zwei kontroverse Fragen: Haben Sommerfestivals ihre Seele verloren? Und: Sind wir sicher vor Klimakatastrophen?

(1): Haben Sommerfestivals ihre Seele verloren?
Fern scheint die Zeit des ersten Glastonbury-Festivals 1971 im englischen Pilton. Es war das erste europäische Musikfestival dieser Art, ein Jahr nach Woodstock. Die Zeit der Unschuld! 2018 wurde der europäische Festivalmarkt auf 3,5 Milliarden Euro geschätzt. Im Vereinigten Königreich, in Frankreich, Deutschland und Spanien, wo die meisten europäischen Festivals stattfinden, werden Veranstaltungen dieser Art längst hoch professionell durchgezogen, Großkonzerne und Investmentfonds haben das Sagen. Wie wurden Festivals zum Business? Und was sind die Folgen dieser Industrialisierung? Kontroverse der Woche: Festivals: Die große Abzocke? Festivalorganisatoren behaupten: Der erbitterte Wettbewerb steigert die Qualität der Veranstaltungen, führt zu tadellos durchorganisierten Shows, deren finanzielle Einnahmen der lokalen Wirtschaft zugutekommen, und die – zur Freude des Publikums – namhafte, internationale Künstler anziehen. Festivalbesucher halten dagegen: Die Preise sind horrend gestiegen, es zählt nur noch Rentabilität statt künstlerischer Authentizität. Der Wettlauf um das tollste Marketing und die teuersten Acts verbessert keineswegs die Qualität der Festivals. Recherche der Woche: „Vox Pop“ hat sich in Spanien umgeschaut. Mit 1,6 Millionen Festivalbesuchern jährlich gehört das Land zu den europäischen Marktführern. Die großen Musik-Events werden von internationalen Konzernen und amerikanischen Investmentfonds verwaltet: „Makrofestivals“, die lokale Künstler außen vorlassen und die Angestellten zunehmend ins Prekariat treiben.

(2): Sind wir sicher vor Klimakatastrophen?
Überschwemmungen, Stürme, Erdbeben: Jährlich sterben rund 3.000 Menschen in Europa infolge von Naturkatastrophen. Tendenz steigend! Laut einer 2017 veröffentlichten Studie wird bis Ende des Jahrhunderts fast jeder fünfte Europäer einer Klimakatastrophe ausgesetzt sein. Wie können wir uns schützen? Zu Gast bei „Vox Pop“ ist diese Woche Magali Reghezza-Zitt, Geografin und Expertin für Naturkatastrophen an der Ecole normale supérieure in Paris. Sie fordert: Wir müssen die extreme Urbanisierung hinterfragen! Und wie immer berichten „Vox Pop“-Korrespondenten aus ihren Ländern über das Thema der Woche, dieses Mal aus Deutschland und den Niederlanden. Dort arbeitet man bereits an einem besseren Katastrophenschutz.
Der Bericht der Woche kommt aus Italien, wo die Behörden nicht wirklich auf einen Ausbruch des Ätna vorbereitet scheinen. 900.000 Menschen leben in Sizilien in nächster Nähe des aktiven Vulkans.

Pfingstsonntag, 23.05. / 16:15 Uhr / Fabergé: Meisterhafte Schmuckstücke
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Jean-Pierre Cottet
Online verfügbar von 16/05 bis 22/07
Erstausstrahlung

Peter Carl Fabergé, der geniale „Juwelier der Zaren“, brach die Regeln des traditionellen Juwelierhandwerks. Er rief eine untypische Industrie ins Leben, die mehr als 200.000 Originalstücke von meist erlesener Schönheit herstellte. Nach der Oktoberrevolution, bei der vieles weltweit verkauft oder verstreut wurde, begann die größte Schatzsuche aller Zeiten. Heute werden Im Kampf um die wertvollen Stücke Preise in zweistelliger Millionenhöhe erzielt.

Der Weg der russischen Juwelierfamilie Fabergé aus Sankt Petersburg spiegelt die Geschichte des Russischen Kaiserreichs von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Untergang der Zarenherrschaft im Zuge der revolutionären Umwälzungen von 1917 wider. Der russische Goldschmied und Juwelier Peter Carl Fabergé übernahm 1872 in Sankt Petersburg das prosperierende Juweliergeschäft seines Vaters Gustav und machte es weltberühmt. Mit seinen herausragenden Kreationen erfüllte Fabergé die Luxusbedürfnisse der völlig vom hungernden Volk abgehobenen Eliten. Nachdem Alexander III. 1882 auf ihn aufmerksam geworden war, stieg Fabergé schnell zum Hoflieferanten des Zaren auf, später auch von dessen Sohn Nikolaus II. Die Leidenschaft der Romanows für seine Schmuckstücke und Dekorationsgegenstände sicherte ihm einen Wohlstand und eine künstlerische Freiheit ohnegleichen. Auslöser war sein legendäres Überraschungsei aus Emaille, Gold und Rubin, mit dem Alexander III. seine Gattin Maria Fjodorowna zu Ostern 1885 entzückte. Bis zur Revolution folgten fast jedes Jahr weitere Kaiserliche Ostereier, eines wertvoller und origineller als das andere. Doch diese Eier bilden nur einen winzigen Teil von Fabergés Gesamtwerk. Tatsächlich begründete er eine Industrie der wertvollen Schmuckobjekte, die auf Anhieb die Leidenschaft der Sammler erregte. Diese erlesen geschmackvollen, leuchtend bunten, manchmal stilistisch gewagten Schmuckgegenstände dienten der Zarenfamilie bei ihren Reisen als Gastgeschenke an ausländische Würdenträger. Fabergé belieferte die Queen und andere gekrönte Häupter Europas ebenso wie die Könige von Siam. Für die Familien der Aristokratie und des aufstrebenden Industriebürgertums in Russland waren Fabergés Talismane, Fetische und Kleinode wahre Objekte der Begierde, mit denen sie sich wie kleine Zaren fühlen konnten. Kraft seiner Überzeugung, dass der Wert eines Gemäldes sich nicht nach dessen Preis bemesse, erhob Fabergé das Juwelierhandwerk zur Kunst und den Handwerker zum Künstler.

Pfingstsonntag, 23.05. / 17:10 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2021, NDR 30 Min.
Moderation: Bianca Hauda, Romy Straßenburg
Erstausstrahlung

Pfingstsonntag, 23.05. / 17:40 Cameron Carpenter und Daniel Hope spielen Franck, Bach und Messiaen
Musik, Deutschland, 2022, ZDF 43 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Mit: Anna Prohaska, Daniel Hope
Erstausstrahlung

Cameron Carpenter ist der wohl bekannteste zeitgenössische Organist und der Popstar unter den Klassikkünstlern. Ihm zu verdanken ist die Metamorphose der Orgel vom Kircheninstrument zum Star in den wichtigsten Konzertsälen der Welt. Seine eigens für ihn gebaute digitale Tour-Orgel revolutionierte die Orgelwelt. Auf ihr spielt Carpenter im „Säälchen“ des Berliner Holzmarktes ein Programm aus geistlichen und weltlichen Werken, unter anderem von César Franck, Olivier Messiaen, Johann Sebastian Bach und Manuel de Falla. Begleitet wird er bei drei Stücken durch den Violinisten Daniel Hope.

Cameron Carpenter ist der wohl bekannteste zeitgenössische Organist und der Paradiesvogel unter den Klassikkünstlern. Der Exzentriker mit dem Faible für ausgefallene Schuhe eroberte ein völlig neues Publikum für Orgelmusik. Ihm zu verdanken ist die Metamorphose der Orgel vom Kircheninstrument zum Star in den wichtigsten Konzertsälen der Welt. Seine eigens für ihn nach seinen Plänen gebaute digitale Tour-Orgel, die International Touring Organ, revolutionierte die Orgelwelt. Sie besteht auf fünf Klaviaturen, 200 Registern, verzichtet auf alle Pfeifen und ist tourneetauglich. Auf ihr spielt Carpenter in der beeindruckenden Kulisse des „Säälchen“ des Berliner Holzmarktes ein eigens für das ARTE-Publikum zusammengestelltes Programm, bestehend aus geistlichen Werken und weltlichen Klassikern. Darunter César Francks „Pièce héroïque“, das „Largo“ aus Johann Sebastian Bachs Sonate Nr. 5, der heitere „Danse espagnole“ von Manuel de Falla in einer Bearbeitung von Fritz Kreisler und Olivier Messiaens „Dieu parmi nous“ aus dem Orgelwerk „La Nativité du Seigneur“. Begleitet wird er bei drei Stücken durch den Star-Violinisten Daniel Hope. Gemeinsam schaffen sie ein außergewöhnliches und abwechslungsreiches Konzert von höchster musikalischer Qualität.

Pfingstsonntag, 23.05. / 23:10 Uhr / Sound-Treck Europa (2/3): Griechenland
Dokumentationsreihe, Deutschland, Griechenland, 2020, WDRNDR 53 Min.
Regie: Alexander Schimpke
Online verfügbar von 16/05 bis 21/08
Erstausstrahlung

“Sound-Treck Europa” nimmt die Zuschauer mit auf Entdeckungsreise. Pro Land erleben wir mit einem prominenten Musiker die vielfältigen und spannenden Facetten der europäischen Musikkultur und lernen das Gastgeberland durch die Musik noch einmal neu kennen. In Folge zwei begibt sich Stefan Hantel nach Griechenland. Hantel eröffnet als Kenner mit Enthusiasmus und großer Begeisterungsfähigkeit einen ganz besonderen Einblick in Gegenwart und Geschichte der griechischen Musik. Er erkundet das Land, das musikalisch und kulturell zwischen Ost und West liegt, zusammen mit Musikern auf Kreta, in Athen, Thessaloniki und im Epirus. Die Spielweisen reichen von fast unberührt frühgeschichtlichen Klängen bis zu Elektropop mit traditionellen Elementen. Mit seiner warmen und herzlichen Art trifft Stefan Hantel unter anderem Singer-SongwriterInnen, er trifft Familie Xylouris, die bekannteste Musikerfamilie Griechenlands, und Popstar Marina Satti, deren Hit “Mantissa” Millionen Klicks auf YouTube hat. Und er trifft den für ihn seit jeher musikalisch besonders wichtigen und inspirierenden Giorgos Dalaras – eine lebende Legende in Griechenland. Über die musikalische Vielfalt kommen historische und soziokulturelle Hintergründe zum Vorschein, die eine spannende und bewegte Geschichte Griechenlands erzählen und ebenso Assoziationen zur Gegenwart erlauben. Wie sich die kollektiven gesellschaftlichen Erfahrungen in der Musik niedergeschlagen haben, ist Teil der Erzählung dieses unterhaltsamen Films.

Pfingstsonntag, 23.05. / 00:05 Uhr / Young Euro Classic 2019: Ode an die Freude
Mit dem European Union Youth Orchestra
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 71 Min.
Regie: Thorben Jacobsen, Anais Spiro
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Vasily Petrenko
Orchester: European Union Youth Orchestra
Chor: Ernst Senff Chor

Mit: Miah Persson (Sopran), Theresa Kronthaler (Mezzosopran), Norbert Ernst (Tenor), Leon Kosavic (Bass)

Online verfügbar von 22/05 bis 22/06

Es war der Höhepunkt des Young Euro Classic 2019, des großen Festivals für internationale Jugendorchester: Auf dem Berliner Gendarmenmarkt versammelten sich Tausende, um Schillers “Ode an die Freude” aus dem Schlusssatz von Beethovens 9. Symphonie mitzusingen. Ein Mitmachkonzert mit Gänsehauteffekt, Public Viewing und dem European Union Youth Orchestra, dirigiert von Vasily Petrenko.

Jeden Sommer lädt das Festival Young Euro Classic die besten Jugendorchester der Welt nach Berlin ein – im Jahr 2019 zum 20. Mal. Angehende Profis, unterstützt von Topsolisten und aufstrebenden Dirigenten, geben zweieinhalb Wochen lang ihr Können zum Besten und versetzen den Berliner Gendarmenmarkt samt Konzerthaus in hochsommerliche Festivalstimmung. Ein absoluter Höhepunkt des 20-jährigen Jubiläums war Beethovens 9. Symphonie als Mitsingkonzert: Auf dem Gendarmenmarkt verfolgten Tausende das nach außen übertragene Konzert über große Leinwände – und stimmten am Ende in die “Ode an die Freude” ein, geleitet von einem eigenen Chordirigenten und unterstützt von eigens angereisten Chören. Es wurde ein Event unter einem stimmungsvollen Abendhimmel mit Gänsehauteffekt: Gesungen von Jung und Alt erklang die “Ode an die Freude” aus dem Schlusssatz von Beethovens 9. Symphonie als Bekenntnis für ein geeintes Europa. Musiziert wurde die letzte Symphonie Beethovens vom European Union Youth Orchestra, einer europäischen Bestenauswahl mit Musikern aus 28 Ländern. Vasily Petrenko leitete das Konzert, es sang der Ernst Senff Chor, eine Institution des Berliner Konzertlebens.

Freitag, 28.05. / 21:50 Uhr / Das Phänomen Blade Runner
Dokumentation, Deutschland, 2020, ZDF 53 Min.
Regie: Boris Hars-Tschachotin
Online verfügbar von 27/05 bis 27/06
Erstausstrahlung

Ridley Scotts Kultfilm “Blade Runner” ist einer der einflussreichsten Science-Fiction-Filme überhaupt. Seine Vision eines Los Angeles im Jahr 2019 ist auf beklemmende Weise aktuell: Klimakatastrophe, Überwachung, übermächtige Konzerne und künstliche Intelligenz sind heute Teil unserer Wirklichkeit. Die Dokumentation zeigt, wie “Blade Runner” vom Kassenflop zum Kultfilm wurde.

1982 kommt ein Film ins Kino, der in der nahen Zukunft von Los Angeles im Jahr 2019 spielt. Ridley Scott beschwört in seinem Kultfilm einen kalten, regengepeitschten, von Neonreklame glühenden Großstadtmoloch herauf. Heute bevölkern Obdachlose die Straßen zwischen den Hochhäusern, in denen der Film gedreht wurde. Seit “Metropolis” von Fritz Lang hat es keinen Science-Fiction-Film mehr gegeben, der dank seines Production Designs und seiner Special Effects eine derartige visuelle Wucht entfaltet hat wie “Blade Runner”. Umso erstaunlicher das kommerzielle und pressemäßige Desaster, das der Film bei seinem Kinostart erlebte. Wie wurde der Film zu einem der einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten? In der Dokumentation erzählt Syd Mead, der die Welt von “Blade Runner” visuell erfunden hat, wie sehr die Kreativen im Film die Zukunft aus der Gegenwart der 1980er Jahre heraus entwickelt haben. Zu Wort kommen auch Douglas Trumbull, verantwortlich für die sensationellen Visual Effects, Katherine Haber, die als Production Executive mehrfach den Film gerettet hat, die Schauspielerin Joanna Cassidy und Edward James Olmos, der die mysteriöse Figur des Gaff auch im Sequel “Blade Runner 2049” spielt. Der Film lädt zu einem exklusiven Blick in die Welt von “Blade Runner” ein, mit Behind-the-Scenes-Material von diversen Sets, Fotos und Originalschauplätzen in Los Angeles. Und er schaut in die Straßen des heutigen Los Angeles und findet immer wieder Einstellungen, in denen Film und Gegenwart verschmelzen.

Freitag, 28.05. / 00:40 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2021, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 27/05 bis 26/08
Erstausstrahlung

In dieser Woche widmet sich „Tracks“ einem Phänomen, das gerade den Markt der digitalen Kunstwelt umkrempelt. Um NFTs und Blockchains entsteht gerade ein nicht dagewesener Hype, dem „Tracks“ auf die Spur geht. Ist es eine nachhaltige Chance für Musiker und Künstler oder doch nur eine kurze Blase?

(1): Boom der virtuellen Werke: Investoren entdecken CryptoArt und Musikrechte als neue Goldgrube
Durch die Entwicklung von Crypto Coins, NFTs und Blockchains rückt die kreative Welt in den Fokus des Finanzmarktes. Die Songrechte etablierter Künstler werden neuerdings für Milliarden gehandelt, virtuelle Kunstwerke zu Rekordpreisen verkauft. Was genau steckt dahinter? Wie funktioniert das und werden NFTs wirklich den Kunstmarkt der Zukunft bestimmen? „Tracks“ verschafft den Durchblick.

(2): NFT – Hype oder Zukunft der Kunstmärkte?
Der Hype um CryptoArt explodiert auf Internet-Auktionsplattformen. Selbst Christie’s versteigerte bereits das erste rein virtuelle Kunstwerk. Kryptokunst bietet Grafikern, Software- und 3D-Künstlern neue finanzielle Möglichkeiten. Jetzt können sie mit ihren Arbeiten, die sie bisher umsonst bei Instagram und Co. gehostet haben, direkt an Sammler verkaufen. Endlich Anerkennung für digitale Künstler oder ist es nur ein kurzer Hype, aufgeblasen von Bitcoin-Billionären? Was sind NFTs und warum spricht gerade die ganze (Kunst-)Welt davon?

(3): Musik als Investment – Musik wird zum Spekulationsobjekt
Der Hipgnosis Songs Fund hat Songrechte berühmter Stars an die Wall Street gebracht. Der Musikmanager Merck Mercuriadis und Discolegende und Hitproduzent Nile Rodgers möchten damit das Musikverlagswesen revolutionieren. Warum kaufen Unternehmen Songrechte? Welche Folgen hat es, wenn Musik zum Spekulationsobjekt wird?


Programmwoche 22:

Samstag, 29.05. / 00:05 Uhr / Square für Künstler: Carte Blanche für Pierre Lemaître, Schriftsteller
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE 26 Min.
Online verfügbar von 09/05 bis 08/05

„Square“ ist das bimediale Magazin auf ARTE. Die Sendung stellt die philosophischen, literarischen, künstlerischen und technischen Innovationen unserer heutigen Gesellschaften in den Mittelpunkt. Es geht um neue Ideen in allen Bereichen – nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern weltweit. „Square“ befasst sich vor allem mit dem Blick der Kreativen und Künstler auf eine Welt, die sich rasant bewegt.

Im Winter 2016 drehte der französische Schriftsteller und Drehbuchautor Pierre Lemaître mit den Teams von „Square für Künstler“ das Porträt eines ehrenamtlichen Mitarbeiters des Secours populaire. Eine Woche lang begleitete das Team den in Reims lebenden Jacques Bresson. Der pensionierte Lehrer engagiert sich ehrenamtlich beim Secours populaire zur Unterstützung Hilfsbedürftiger. Der mit dem Prix Goncourt ausgezeichnete Autor erklärt, was ihn zu diesem Film bewegte: „In der fünftgrößten Weltmacht leben acht Millionen Menschen in Armut. Ich musste sofort an sie denken, als ARTE mir vorschlug, ein zeitgenössisches Porträt für „Square für Künstler“ zu schaffen. Ich bin zum französischen Wohlfahrtsverband Secours populaire français gegangen. Am meisten hat mich dort überrascht, dass sowohl die Hilfsbedürftigen als auch die Helfer gezeigt haben, dass materielle Zufriedenheit und politische Wut sich nicht gegenseitig ausschließen. Eigentlich bin ich derjenige, der wütend ist. Der Hauptprotagonist des Films ist nicht wütend. Er ist einfach zutiefst solidarisch mit den anderen und ihren Schwierigkeiten. Ich fand ihn intelligent und anrührend. Er ist eine echte Romanfigur.“

Samstag, 29.05. / 02:00 Uhr / Salman Rushdie – Den Tod im Nacken
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 55 Min.
Regie: William Karel
Online verfügbar von 22/05 bis 18/09

Mehr als zehn Jahre war der britisch-indische Schriftsteller Salman Rushdie auf der Flucht. Er musste sich verstecken, stand unter Polizeischutz, wechselte immer wieder Identität und Wohnsitz. Der Grund: das Todesurteil, das der iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini 1989 in seiner Fatwa als Reaktion auf sein als blasphemisch eingestuftes Werk „Die satanischen Verse“ gegen ihn aussprach. Damals war sich noch kaum jemand bewusst, welche blutigen Folgen der neu erstarkte muslimische Fundamentalismus mit sich bringen würde. Rushdie lebte in ständiger Angst, zog zigmal um und überlebte rund 20 Mordanschläge. Die Fatwa der Mullahs wurde zwar inzwischen aufgehoben, doch die iranische Presse ruft noch immer zur Hinrichtung des Schriftstellers auf. Bei manchen öffentlichen Auftritten gelten weiterhin besondere Sicherheitsmaßnahmen, doch Rushdie selbst scheint die Angst hinter sich gelassen zu haben. Der Film porträtiert einen Mann, der Ruhe und Humor als Waffen des Widerstands nutzt. Ergänzt wird das Gespräch mit dem Schriftsteller durch Archivaufnahmen, die die aufkommende hysterische Stimmung nach Erscheinen der „Satanischen Verse“ bezeugen. Sie zeigen, wie Cat Stevens zum Mord an Rushdie aufrief, was er später dementierte. Sie zeigen auch, wie jene, die ihn hätten schützen sollen – von Jimmy Carter bis zu Prinz Charles – ihn fallenließen. Und wie andere ihn sofort unterstützten, darunter Isabelle Adjani, die bei der César-Verleihung aus den „Satanischen Versen“ vorlas. Abgerundet wird das Porträt durch Passagen aus Rushdies literarischen Werken.

Samstag, 29.05. / 03:00 Uhr / Berlin Live: Mogwai
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 60 Min.
Regie: Stefan Mathieu, Hannes Rossacher
Online verfügbar von 28/05 bis 28/06
Wenn es um eine Postrock-Band geht, die gleichermaßen mit melancholischen Synth-Sounds und frechen Sprüchen besticht, kann es nur um Mogwai gehen. Die Helden des Postrock fanden sich 1995 erstmals in Glasgow zusammen, zwei Jahre später brachten sie ihr Debütalbum „Mogwai Young Team“ raus – der Beginn einer grandiosen, manchmal auch skandalösen Erfolgsstory. Die Postrocker veröffentlichten fleißig ein Album nach dem anderen mit Songs wie „Take Me Somewhere Nice“, „After the Flood“ oder „Like Herod“. Die Platte „Every Country’s Sun“ setzt mal wieder ein starkes musikalisches Ausrufezeichen. Experten halten das Album für die „Konzentration von Mogwais Sound der letzten zwei Jahrzehnte“: eine Mischung von Synthrock-Minimalismus, intensiven Gitarren-Tracks und einem Sound, der bis in die Knochen geht. Im Zuge ihrer letzten Welttournee machten sie auch Stopp bei „Berlin Live“.

Sonntag, 30.05. / 08:00 Uhr / Kirk Douglas, der Unzähmbare
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE 53 Min.
Regie: Hubert Attal
Online verfügbar von 02/05 bis 07/08
Wiederholung vom 09.05.

Sonntag, 30.05. / 08:55 Uhr / Künstlerinnen; Tatiana Trouvé kuratiert
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, NDRWDRSR 26 Min.
Regie: Claudia Müller
Online verfügbar von 30/05 bis 28/08

Tatiana Trouvé zählt zu den wichtigsten und einflussreichsten Künstlerinnen Frankreichs. Ihre Arbeiten wurden auf der Biennale in Venedig, in São Paulo und auf zahlreichen Einzelausstellungen weltweit gezeigt. 1968 in Cosenza, Italien, geboren, wuchs sie in Dakar im Senegal auf und lebt heute in Paris. In ihrem Werk, das aus Installationen, Objekten und Zeichnungen besteht, spürt sie dem Verhältnis von Raum, Zeit und Erinnerungen nach. Sie erschafft Situationen, hinter denen sich Geschichten zu verbergen scheinen, die an unser Unterbewusstsein appellieren. Für ihre virtuelle Ausstellung hat Tatiana Trouvé Werke von Heidi Bucher, Liz Magor, Martha Rosler, Beverly Buchanan, Lina Bo Bardi und Maria Martins ausgewählt. Die Dokumentation begleitet den Entstehungsprozess der Ausstellung, die sich aus der Fantasie heraus einen Weg in die virtuelle Realität bahnt. Jede Künstlerin wird in einem kurzen Porträt vorgestellt. Als Hommage an die Architektin Lina Bo Bardi und die Künstlerin Maria Martins, die beide in Brasilien lebten, lässt Tatiana Trouvé in ihrer virtuellen Ausstellung eine tropische Landschaft entstehen, in der die Werke in einen Dialog treten.

Sonntag, 30.05. / 14:50 Uhr / Madame Tussaud – Ein Leben aus Wachs
Dokumentarfilm, Frankreich, 2016, ARTE F 84 Min.
Regie: Nina Barbier
Online verfügbar von 30/05 bis 07/06

Madame-Tussauds-Museen gibt es überall auf der Welt – wie etwa in London, Berlin, Amsterdam oder Shanghai. Jedes Jahr strömen insgesamt mehrere Millionen Besucher in die Wachsfigurenkabinette. Sie bewundern dort die Repliken berühmter Persönlichkeiten, meist ohne die spannende Geschichte der Museumsgründerin Marie Tussaud (1761-1850) zu kennen. Bis heute ist der Name Tussaud eine eigene Marke in der Unterhaltungsindustrie, und bis heute finden die alten Techniken der Wachsfigurenherstellung wie vor 200 Jahren Anwendung. Marie Tussaud erlernte diese bei Philippe Curtius in Paris, der sich mit seinen anatomischen Wachsmodellen einen Namen gemacht hatte. Marie Tussaud lebte im Zeitalter der Aufklärung. Für eine Frau des 18. Jahrhunderts war der Werdegang äußerst abenteuerlich: Vor der Französischen Revolution arbeitete sie bei der königlichen Familie um Ludwig den XVI. als Wachsbildnerin am Hof von Versailles; nach der Revolution ließ sie ihren Ehemann und einen ihrer Söhne in Paris zurück und reiste mit dem Laterna-Magica-Vorführer Paul de Philipsthal über den Ärmelkanal. Nachdem sie sich von Paul de Philipsthal im Streit getrennt hatte, zog sie 27 Jahre lang mit einer Wanderausstellung über die Jahrmärkte des Vereinigten Königreichs oder nutzte Theater- und Festsäle für ihre gut frequentierten Schauen. Schließlich ließ sie sich in London nieder, wo sie ab 1835 ein wahres Imperium aufbaute. Die Dokumentation erzählt vom Aufstieg dieser außergewöhnlichen Frau: ein bewegtes Leben voller politischer Wendungen und mutiger Entscheidungen. Über die Persönlichkeit der ehrgeizigen Geschäftsfrau hinaus beleuchtet die Sendung zwei Epochen, die für die Geschichte Europas prägend waren: die Französische Revolution und den Beginn der Industrialisierung im viktorianischen England.

Zusatzinfo: Marie Tussaud war eine der ersten Unternehmerinnen Europas und Erfinderin des Konzepts eines unterhaltungsorientierten Museums. Man würde heute von Edutainment sprechen. Sie war sowohl eine talentierte Künstlerin als auch eine visionäre, entschlossene und ehrgeizige Geschäftsfrau. Sie konnte sich in der Männerwelt behaupten – in einem Zeitalter, in dem Frauen im Geschäftsleben so gut wie nicht vertreten waren.

Sonntag, 30.05. / 16:15 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2021, MDR 30 Min.
Redaktion: Anika Mellin
Moderation: Romy Straßenburg
Erstausstrahlung

Sonntag, 30.05. / 17:30 Uhr / Von Bach bis Mozart: Festival Folle Journée von Nantes
Musik, Frankreich, 2021, ARTE F 90 Min.
Regie: François-René Martin
Komponist: Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Philippe Pierlot, Claire Gibault, Stephanie Childress
Orchester: Paris Mozart Orchestra, Ricercar Consort
Moderation: Saskia de Ville

Mit: Lucie Horsch (Blockflöte), Théotime Langlois de Swarte (Geige), Pierre Hantaï (Cembalo), Justin Taylor (Cembalo), Renaud Capuçon (Geige), Raphaël Sévère (Klarinette), Marie-Ange Nguci (Klavier)

Erstausstrahlung

Ein großes Bach- und Mozartprogramm vom Klassikfestival La Folle Journée aus Nantes. Beim diesjährigen Festival geht es vor allem um die Interaktion zwischen den Musikergenerationen. Erfahrene Künstler wie Pierre Hantaï, Renaud Capuçon und Raphaël Sévère spielen neben Vertretern der jungen Generation wie Lucie Horsch, Justin Taylor und Théotime Langlois de Swarte. In der ersten halben Stunde erklingt Kammermusik von Bach: die Badinerie für Flöte und ein Auszug aus einem Cembalokonzert. In der darauffolgenden Stunde werden Orchesterstücke von Mozart gespielt: das Adagio aus dem Konzert für Klarinette, das Adagio aus dem 21. Klavierkonzert, ein Satz aus dem Violinkonzert Nr. 5 und der erste Satz aus der Symphonie Nr. 40. An der Spitze des Paris Mozart Orchestra stehen nacheinander zwei Dirigentinnen: Den Anfang macht Claire Gibault, die künstlerische und musikalische Leiterin des Orchesters. Sie wird regelmäßig von renommierten Konzerthäusern weltweit eingeladen und dirigierte 1995 als erste Frau das Orchester der Mailänder Scala. Dann übernimmt die junge französisch-britische Geigerin und Dirigentin Stephanie Childress den Taktstock. Sie gewann kürzlich den zweiten Preis des ersten internationalen Dirigentinnenwettbewerbs La Maestra. Réne Martin zitiert in seinem Vorwort zur diesjährigen Festivalausgabe Albert Einstein, der schrieb: „Man kann nicht an der Menschheit verzweifeln, wenn man weiß, dass Mozart ein Mensch war.“ Was könnte uns also besser helfen, diese schwierigen Zeiten zu überstehen, als die erhebende und erhellende Kraft von Bachs und Mozarts Musik?

Sonntag, 30.05. / 00:05 Uhr / Orain – Das Geheimnis um Beethovens schottische Lieder
Dokumentation, Österreich, Großbritannien, 2020, WDR 51 Min.
Regie: Michael Seeber, Friedrich Moser
Online verfügbar von 30/05 bis 29/06

Beethoven Volksliederbearbeitungen bilden sicherlich den unbekanntesten und unterschätztesten Anteil seines Gesamtwerks. Der Bonner Gälisch-Experte Michael Klevenhaus will mehr darüber erfahren und begibt sich auf Spurensuche. Von der schottischen Dudelsack-Legende Allan MacDonald erfährt er, dass Beethoven ein gälisches Lied per Post zugesandt bekam. Beethoven machte daraus eine klassische Liedbearbeitung. Die Ähnlichkeiten in der Melodie sind frappierend, doch in Beethovens Version findet sich keine Spur des Gälischen. Stattdessen enthält sie einen Text des schottischen Nationaldichters Sir Walter Scott – in englischer Sprache. Beethoven hatte im Auftrag des schottischen Verlegers George Thomson zwischen 1809 und 1820 rund 180 schottische, walisische und irische Volkslieder für eine Begleitung durch klassisches Klaviertrio bearbeitet. Doch weder im Text noch im Titel ist ein Zusammenhang mit dem gälischen Original zu erkennen. Die Dokumentation begleitet Michael Klevenhaus, während er von der konfliktreichen Beziehung zwischen dem Komponisten und seinem schottischen Auftraggeber erfährt, und in Bonn, Wien und in den atemberaubenden Landschaften der schottischen Highlands recherchiert. Mit Hilfe von lokalen Musikern und Fachleuten findet er immer mehr Hinweise darauf, dass sich in den Liedbearbeitungen einige gälische Originalmelodien verstecken. Vor Beethoven wurde geheim gehalten, dass die Gälen in brutalen Säuberungsaktionen aus dem schottischen Hochland vertrieben wurden. Auch ihre Sprache und Kultur wurden fast ausgelöscht. Der von revolutionärem Geist beflügelte Beethoven wusste nichts davon.

Sonntag, 30.05. / 01:00 Uhr / Das Quatuor Ebène spielt Beethoven
Musik, Frankreich, 2020, ARTE F 76 Min.
Regie: Sébastien Glas
Komponist: Ludwig van Beethoven
Mit: Pierre Colombet (Violine I), Gabriel Le Magadure (Violine II), Marie Chilemme (Bratsche), Raphael Merlin (Cello)

Online verfügbar von 23/05 bis 29/06
Erstausstrahlung

Zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven (1770–1827) legte das Quatuor Ebène mit seiner Gesamtaufnahme der Streichquartette eine Glanzleistung vor. Fünf Jahre lang haben die vier Musiker – Pierre Colombet (erste Geige), Gabriel Le Magadure (zweite Geige), Marie Chilemme (Bratsche) und Raphaël Merlin (Cello) – alle Streichquartette des Revolutionärs der Wiener Klassik erarbeitet. Eine musikalische Odyssee von 650 Seiten Partitur. 2020 war es so weit: Das Ergebnis, der Zyklus von sechs Konzerten, wurde 2020 in der Pariser Philharmonie aufgezeichnet und ist auf ARTE Concert zugänglich. Von den Werken, die Beethoven von 1789 bis 1827 komponierte, wurden für den TV-Mitschnitt Werke aus jener Schaffensperiode ausgewählt, in der sich Beethoven von fremden Einflüssen frei machte und seinen eigenen unverwechselbaren Stil entwickelte. Das Streichquartett Nr. 10 Es-Dur op. 74 (1809) verdankt seinen Beinamen „Harfenquartett“ den Pizzicato-Arpeggien im ersten Satz. Das Werk zeigt die vollkommene Beherrschung aller Aspekte des klassischen Stils, von der Sonatenform bis zum Thema mit Variationen. Das drei Jahre zuvor komponierte Streichquartett Nr. 9 C-Dur op. 59, 3 stellt den Höhepunkt der Quartett-Trilogie dar, die Beethoven im Auftrag des russischen Grafen Andrej Kirillowitsch Rasumowski schuf. Dieses abwechselnd meditative und heitere Werk schließt mit einer atemberaubenden Final-Fuge von höchster Virtuosität. Als Zugabe spielt das Quatuor Ebène eines der Meisterwerke aus Beethovens Spätphase: die Cavatina aus dem Streichquartett Nr. 13 B-Dur op. 130 (1825), ein sehr eindringliches Stück Musik.

Sonntag, 30.05. / 02:20 Uhr / Berlin Live: Enter Shikari
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 58 Min.
Regie: Stefan Mathieu, Hannes Rossacher
Online verfügbar von 29/05 bis 29/06

Der Sound der britischen Band Enter Shikari ist bekannt als eine Mischung aus wütend-getriebenem Post-Hardcore und raumgreifender Trancemusik – Stile, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Ihr Album „The Spark“, mit dem sie in Großbritannien in die Top Ten aufstiegen, ist hier grundlegend anders, eine musikalische Weiterentwicklung und wird als das bis dato „melodischste und persönlichste Werk“ der vier Jungs aus St Albans gesehen. „The Spark“ ist – ohne die brodelnde politische Wut zu unterdrücken – ein Soundtrack über unsere turbulente Welt für jeden, der frustriert ist, aber dennoch die Hoffnung nicht verloren hat. Das hat auch mit der Persönlichkeit des Frontmanns Roughton ‘Rou’ Reynolds zu tun. Im Winter 2016 waren sie mit ihrer aktuellen Platte auf Tour und begeisterten bei „Berlin Live“ im Kulturclub SchwuZ ihr Publikum.

Sonntag, 30.05. / 03:20 Uhr / Stars von morgen mit Rolando Villazón 2017 (2/4)
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 44 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Giedre Slekyte
Orchester: Junge Sinfonie Berlin

Mit: Dmitry Masleev (Klavier), Konu Kim (Tenor), Adrien La Marca (Bratsche), Lucie Horsch (Blockflöte)

Online verfügbar von 29/05 bis 29/06

Im ehemaligen Berliner Stummfilmkino Delphi begrüßt Rolando Villazón diesmal bei den „Stars von morgen“ die Flötistin Lucie Horsch, den Pianisten Dmitry Masleev, den Tenor Konu Kim und den Bratschisten Adrien La Marca.
Mit gerade neun Jahren sorgte ihr Fernsehauftritt bei einem Konzert am Prinsengracht-Kanal in Amsterdam für eine Sensation. 2014 vertrat die junge virtuose Blockflötistin Lucie Horsch die Niederlande beim Wettbewerb Eurovision Young Musician und wurde 2016 mit dem Concertgebouw Young Talent Award ausgezeichnet.
Dmitry Masleev wurde am Moskauer Konservatorium und an der Internationalen Musikakademie am Comer See ausgebildet. Neben zahlreichen ersten Plätzen in verschiedenen Wettbewerben überzeugte er 2015 die Jury eines der wichtigsten Musikwettbewerbe überhaupt und gewann den Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau.
Einen anderen bedeutenden Wettbewerb hat der südkoreanische Tenor Konu Kim 2016 gewonnen: Plácido Domingos Operalia Competition, der jungen Sängern die Türen der großen Opernhäuser in der ganzen Welt öffnet – beste Voraussetzungen für Konu Kim, eine internationale Karriere zu machen.
Der französische Bratschist Adrien La Marca nahm 2005 sein Studium am Pariser Konservatorium auf, das er mit Auszeichnung abschloss und dann in Berlin bei Tabea Zimmermann fortsetzte. Er erhielt zahlreiche Preise und hat schon mit Künstlern wie Seiji Ozawa, Gidon Kremer und András Schiff zusammen musiziert.
Das „Stars von morgen“-Orchester ist einmal mehr die Junge Sinfonie Berlin unter der Leitung der litauischen Dirigentin Giedre Slekyte.

Montag, 31.05. / 02:00 Uhr / Durch die Nacht mit … Dave Stewart und Vanessa Amorosi
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF 52 Min.
Regie: Cordula Kablitz-Post
Online verfügbar von 30/05 bis 30/06

Dave Stewart (71) ist einer der erfolgreichsten Musiker und Musikproduzenten weltweit. Er trifft die australische Sängerin Vanessa Amorosi (40), die ihre internationale Popkarriere beendete, um sich ihrer Leidenschaft, dem Gospel, hinzugeben. Stewart komponiert einen Song auf seiner E-Gitarre in seinem Studio in Downtown L.A. im 18. Stock mit atemberaubendem Blick. Amorosi und Stewart treffen sich am Musik-Venue „Troubadour“ am Santa Monica Boulevard. Da sowieso keiner mehr Platten verkauft, sollten Musiker nur Musik spielen, die sie selbst begeistert, meint Stewart. In der Galerie des Hotels Sunset Marquis bewundern sie unter anderem Dave Stewarts Foto von Björk. Sie besuchen den Musikvideoregisseur Jonas Åkerlund in seiner schwarzen Villa in den Hollywood Hills. Mit Åkerlund plant Stewart ein Zombie-Musical. Vanessa fühlt sich von Åkerlunds düsterer Ästhetik angezogen, die sie an die Teufelsaustreibungen ihrer Familie erinnert, bei der sie als Kind fast ertrunken wäre. Am Pool serviert Åkerlund den beiden selbst gemachten Absinth und erzählt von seiner Zusammenarbeit mit Rammstein. Amorosi beginnt zu singen und Stewart schwärmt von den Freiheiten seines Internet-TV-Programms, in dem Damien Hirsts Penis und Bono zu sehen waren. Nach einer Begegnung mit Åkerlunds fellloser Katze, verabschieden sich Stewart und Amorosi, denn es warten illustre Gäste auf Stewarts Dachterrasse in Downtown L.A.: Gitarrist Richie Sambora von Bon Jovi und seine Freundin Orianthi, Gitarristin von Prince, Eric Clapton und Michael Jackson. Nach dem koreanischen Barbecue mit Blick über das nächtliche Los Angeles werden die Gitarren ausgepackt und es wird stundenlang gejammt und gesungen.

Mittwoch, 02.06. / 02:40 Uhr / Durch die Nacht mit … Oskar Roehler und Lars Eidinger
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF 52 Min.
Regie: Baumann-Von Broen, Edda
Autor: Baumann-Von Broen, Edda
Mit: Lars Eidinger, Oskar Roehler, Oliver Masucci, John Bock
Online verfügbar von 01/06 bis 02/07

Begegnet sind sie sich vor zwei Jahren, als der Regisseur den Schauspieler für ein Casting zu seinem geplanten Fassbinder-Film eingeladen hatte. Laut Eidinger war es „Liebe auf den ersten Blick“. Roehler, der wortgewandte Intellektuelle und einsame Wolf, Eidinger, der instinktive Bauchmensch, der seit 1999 Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne ist, beide rastlos in ihrer Kreativität, multitalentiert – ein Abend unter Gleichbegabten, Gleichgesinnten. Denkt man. Doch der Abend wird zur Herausforderung. Es geht ein Riss durch die deutsche Gesellschaft, der auch und gerade vor der deutschen Kulturlandschaft nicht haltmacht. Er sei eher rechts, wirft der genialische Regisseur und Autor früh an diesem Abend in den Raum. Eidinger zeigt sich irritiert, bohrt aber nach.
Auf dem Weg zum „Diener Tattersall“, einst Stammlokal von Rainer Werner Fassbinder, weitet sich die politische Diskussion aus. Eidinger will seinen Reichtum teilen, Roehler kontert: „Du teilst als Künstler doch schon genug.“ Bei Bratwürstchen und Sülze nähern sich die beiden wieder an. Man sollte immer fragen, wo der andere herkommt, mahnt Roehler an, „nicht nur den syrischen Flüchtling“.
Im Atelier des Videokünstlers John Bock sprechen sie ausgelassen über künstlerische Einflüsse und Regisseure, die sie lieben. Roehler und Bock entdecken die gemeinsame Liebe für das Abgründige und beschließen, „American Psycho“ neu zu verfilmen, bevor der Abend sich in einer Billardkneipe zuspitzt: Hier wartet der ehemalige Burgschauspieler Oliver Masucci, der im Film „Er ist wieder da“ Adolf Hitler gespielt hat und Eidinger nicht nur politisch herausfordert.

Freitag, 04.06. / 23:05 Uhr / Oasis: Supersonic
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2016, BR 117 Min.

Regie: Mat Whitecross
Online verfügbar von 04/06 bis 04/07

Im August 1996 gelang einer Indie-Band aus Manchester etwas, was nie zuvor erreicht worden war: Oasis spielte in Knebworth an zwei Abenden vor insgesamt 250.000 Zuschauern; zweieinhalb Millionen Fans hatten sich um Tickets beworben – so viele wie noch nie in der Geschichte Großbritanniens. Nur drei Jahre zuvor waren Liam und Noel Gallagher noch völlig unbekannt. Nichts deutete darauf hin, dass die Songs, die sie in einem Keller in Manchester einstudierten, wenig später vor Tausenden Zuschauern erklingen würden. Ein Gig in Glasgow erwies sich als wegweisend: Oasis spielte gemeinsam mit der örtlichen Band Sister Lovers vor fast leerem Saal in King Tut’s Wah Wah Wah Hut. Unter den wenigen Zuschauern war Alan McGee, der Direktor von Creation Records. Er legte ihnen noch am selben Abend einen Plattenvertrag vor. „Definitely Maybe“ landete auf Platz eins und wurde zum am schnellsten verkauften Debütalbum aller Zeiten. Oasis eroberte erst Japan und dann die USA. Tony McCarroll war später das erste Opfer einer Neuformierung. Die Band warf ihm mangelndes Rhythmusgefühl vor und ersetzte ihn kurzerhand durch Alan White. Dann verließ Paul McGuigan die Band wegen eines Nervenzusammenbruchs. Doch das Rad drehte sich weiter. Mit dem überraschend erfolgreichen „Wonderwall“ hielt sich die Band in den internationalen Charts, doch Noels Wunsch nach mehr Akustikprojekten sorgte für Konflikte. Manche glaubten, die Spannung zwischen den Brüdern könnte sich irgendwann auf offener Bühne entladen – und die Energie, die sie so erfolgreich gemacht hatte, würde auch für ihren Untergang sorgen. Da die Brüder ihren Streit öffentlich austrugen, stürzte sich die Boulevardpresse auf sie. Der Film zeigt Liam und Noel Gallagher so, wie sie wirklich sind: unbändig und ungebunden, leidend und leidenschaftlich. Ihre frühen Jahre wirken wie die Ruhe vor dem Sturm – als man noch nicht ahnte, dass die Brüder bald den Nerv einer ganzen Generation treffen sollten.

Freitag, 04.06. / 01:05 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2021, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David COMBE, Jean-Marc BARBIEUX
Erstausstrahlung


Programmwoche 23:

Sonntag, 06.06. / ab 13:00 Uhr / Thementag: Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte
Thementag, ARTE46 Min.

Am Sonntag, 6. Juni 2021 wird ARTE sein Programmschema aufbrechen und sein Publikum von 12.45 bis 22.30 Uhr im TV und auf ARTE Concert mit auf eine Europatournee nehmen. Beethovens großartige neun Symphonien werden in chronologischer Reihenfolge an symbolträchtigen Orten in ganz Europa erklingen, sieben davon live: aus dem Arkadenhof des Kurfürstlichen Schlosses in Beethovens Geburtsstadt Bonn, vom Ufer des Luganer Sees, vom Altstädter Ring in Prag, aus dem griechischen Delphi-Theater, wie auch aus Dublin, Helsinki, Luxemburg und Straßburg. Zum Abschluss des Abends ertönt die 9. Symphonie, Beethovens Hymne für Freiheit und Gemeinschaft, aus Wien – der Stadt, in der Beethoven einst all seine Symphonien schuf und wo er mehr als 35 Jahre lang wirkte und schließlich starb. Zugleich werden die ZuschauerInnen auch mehr über die Kulturgeschichte der einzelnen Aufführungsorte erfahren.

Von Straßburg aus leiten ARTE-Moderatorin Annette Gerlach und Musikjournalist Christian Merlin gemeinsam mit weiteren internationalen ModeratorInnen an den jeweiligen Aufführungsorten durch den Tag, geben interessante Einblicke in die Entstehungsweise und Deutungsweisen von Beethovens Symphonien und tauchen in das kulturelle Leben der verschiedenen europäischen Städte ein.

Die prestigeträchtige künstlerische Besetzung dieses einzigartigen Tages auf ARTE besteht unter anderem aus dem Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung von Daniel Harding, dem Finnish Radio Symphony Orchestra mit seinem neuen musikalischen Leiter Nicholas Collon, dem Ensemble I Barocchisti und seinem Gründer Diego Fasolis, Teodor Currentzis’ musicAeterna, dem Orchestre philharmonique de Strasbourg unter Marko Letonja sowie den Wiener Symphonikern.

ARTE macht diesen besonderen Tag für die Musik in Zusammenarbeit mit seinen öffentlich-rechtlichen Partnersendern einem europäischen Publikum zugänglich. Auf ARTE Concert werden die Sendungen auch in Englisch, Spanisch, Polnisch und Italienisch untertitelt, so dass über 70 Prozent der europäischen Bevölkerung den außergewöhnlichen Tag in ihrer Muttersprache verfolgen können. Alle Konzerte können auch noch nach dem 6. Juni in der ARTE-Mediathek erlebt werden.

Sonntag, 06.06. / 13:00 Uhr / Beethoven: Symphonie Nr. 1 ~ Bonn, Kurfürstliches Schlosses
Thementag: Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte
Musik, Deutschland, 2020, WDR 46 Min.
Regie: Thorsten Fricke
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Daniel Harding
Orchester: Mahler Chamber Orchestra
Moderation: Andrea Fies
Online verfügbar von 06/06 bis 13/06
Erstausstrahlung

Ludwig van Beethoven wurde 1770 in Bonn am Rhein geboren. Dort, an Beethovens Geburtsort, beginnt eine musikalische Reise quer durch Europa. Sie ist eine Hommage an den unvergleichlichen Komponisten. ARTE überträgt live Beethovens erste Symphonie aus dem Kurfürstlichen Schloss in Bonn, wo seine Laufbahn begann: zuerst als Hoforganist, später als Bratschist der Hofkapelle. Daniel Harding leitet das Mahler Chamber Orchestra mit der 1. Symphonie in C-Dur. ARTE-Moderatorin Andrea Fies taucht mit dem britischen Dirigenten in Beethovens Werk ein und begibt sich mit einem Filmteam auf die Suche nach Beethovens Spuren in Bonn. Das Programm schließt mit der Leonoren-Ouvertüre Nr. 3.

Zusatzinfo:
Daniel Harding und das Mahler Chamber Orchestra mit Beethovens 1. Symphonie live aus dem Arkadenhof des Kurfürstlichen Schlosses, Bonn

Sonntag, 06.06. / 13:55 Uhr / Beethoven: Symphonie Nr. 2 und Coriolan-Ouvertüre ~ Dublin, National Concert Hall
Thementag: Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte
Musik, Frankreich, Irland, 2021, ARTERTE 43 Min.
Regie: Morrough Linnane
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Jaime MartIn
Orchester: RTE National Symphony Orchestra
Moderation: Mary Kennedy
Erstausstrahlung

Beethoven, für den Musik „höhere Offenbarung als alle Weisheit“ war, nimmt eine zentrale Stellung im Schaffen des RTE National Symphony Orchestra ein, und das bereits seit dessen Gründung im Jahr 1948. In dieser Tradition stehen auch die beiden wunderbar kontrastreichen Werke des Komponisten, die in Dublin unter Leitung von Jaime Martín, dem „visionären, kritischen und akribischen“ („Platea Magazine“) Chefdirigenten des RTE-Orchesters, zur Aufführung kommen.

Die zweite Symphonie überraschte das Publikum seinerzeit mit ihrer Fröhlichkeit, ihrer energischen Bravour und ihrem schelmischen Witz. Ihre sonnige Vitalität ist auch insofern bemerkenswert, als der Komponist sie schuf, während er bereits von zunehmender Taubheit und den damit einhergehenden Selbstmordgedanken geplagt wurde. Das Werk zeugt von grenzenloser Hoffnung und Optimismus – zwei typischen Charakterzügen des Komponisten – und wird damit auch zu einer Hymne auf Mut und Zuversicht in der heutigen schweren Zeit.

Die Coriolan-Ouvertüre komponierte Beethoven 1807 als Schauspielouvertüre zum gleichnamigen Drama des österreichischen Dramatikers Heinrich Joseph von Collin über den römischen Feldherrn Gaius Marcus Coriolanus, der im fünften Jahrhundert vor Christus lebte. Das Werk schildert die Gefühlswallungen des legendären Militärrebellen, seinen verhängnisvollen Ehrgeiz und seine liebevolle Beziehung zu seiner dominanten Mutter Volumnia und strebt schließlich kraftvoll auf ein dramatisches Ende zu. Mit der düster-lyrischen Musik voll aufwühlender Leidenschaft und stürmischer Unruhe landete Beethoven ein Meisterwerk, das auch Zuhörer ohne Textkenntnis kompromisslos mitnimmt.

Sonntag, 06.06. / 14:50 Uhr / Beethoven: Symphonie Nr. 3 ~ Helsinki
Thementag: Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte
Musik, Frankreich, Finnland, 2020, ARTEYLE 51 Min.
Regie: Ilmari Aho
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Nicholas Collon
Orchester: Finnish Radio Symphony Orchestra
Moderation: Riikka Holopainen
Online verfügbar von 06/06 bis 06/07
Erstausstrahlung

Beethoven arbeitete an seiner Dritten im Wesentlichen im Jahr 1803. Einige frühe Skizzen stammen schon aus dem Herbst 1802, möglicherweise waren diese zum Zeitpunkt der Niederschrift aber nur erste Ideen, die noch nicht konkret in Bezug auf die Symphonie niedergeschrieben wurden. Letzte Änderungen, Ergänzungen und Überarbeitungen brachte Beethoven noch Anfang 1804 an. Die musikalische Revolution, die durch diese Symphonie in Gang gesetzt wurde, überraschte selbst seine engsten Kreise. Die „Eroica“ ist keine programmatische Symphonie, aber man verband mit ihr bald Visionen von Schlachtszenen. Der Trauermarschsatz erinnerte an die öffentliche Musik und die Rituale der französischen Republik zum Gedenken an die Märtyrer der Revolution. Der Umfang der Symphonie und die neuartige musikalische Sprache veranlassten einen zeitgenössischen Kritiker, sie als eine “umfangreiche, kühne und wilde Fantasie” zu bezeichnen. Wie Monteverdis „Orfeo“ und Strawinskys „Ritus des Frühlings“ wurde die „Eroica“ zu einem Meilenstein in der Musikgeschichte. Uraufgeführt wurde sie im Frühsommer 1804 im Wiener Stadtpalais des Fürsten Lobkowitz, dem Beethoven sie schließlich auch widmete.

Das Finnish Radio Symphony Orchestra (finnisch: Radion sinfoniaorkesteri) ist das Orchester des finnischen Rundfunks Yle. Gegründet wurde es 1927 als Radioorchester mit zehn Musikern. Bis zum Zweiten Weltkrieg gab das Orchester nur 20 öffentliche Konzerte, wobei die Reihen durch freiberufliche Musiker verstärkt wurden. Für den musikalischen Klang ist der Brite Nicholas Collon verantwortlich, der neue Chefdirigent des Finnish Radio Symphony Orchestra. Offiziell tritt er seinen Posten im Herbst 2021 an, ist aber schon mit dabei, hier in der Felsenkirche Temppeliaukio, einer mehr als außergewöhnlichen Kulisse.

Die Temppeliaukio-Kirche ist direkt in den Granitfelsen gehauen, auf dem Helsinki steht, und von außen praktisch unsichtbar. Nur aus der Vogelperspektive ist das kreisrunde Kupferdach zu erkennen, das wie ein riesiges Auge in den Himmel starrt. Entworfen wurde sie von den Architektenbrüdern Timo und Tuomo Soumalainen und 1969 fertiggestellt. Sie gilt als herausragendes Beispiel für den späten Expressionismus auf finnischem Boden und beheimatet eine evangelische Kirchengemeinde der Hauptstadt.

Sonntag, 06.06. / 15:50 Uhr / Beethoven: Symphonie Nr. 4 ~ Luxembourg, Grand Auditorium de la Philharmonie
Thementag: Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte
Musik, Luxemburg, 2021, ZDF 46 Min.
Regie: Raoul Nadalet
Dirigent: Gustavo Gimeno
Orchester: Orchestre Philharmonique du Luxembourg
Choreographie: Sylvie Camarda
Moderation: Sylvia Camarda
Erstausstrahlung

Am 6. Juni überträgt ARTE alle neun Symphonien Beethovens in Folge. Aus dem Luxemburger Grand Auditorium de la Philharmonie kommt die Symphonie Nr. 4 in B-Dur. Das Orchestre Philharmonique du Luxembourg unter der Leitung von Gustavo Gimeno spielt das 1806 entstandene Werk, das Robert Schumann einmal als „griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen“ bezeichnete – was die Symphonie treffend charakterisiert, denn im Vergleich zur 3. Symphonie „Eroica“ und der „Fünften“ in C-Moll ist sie doch deutlich weniger schwer und „schicksalhaft“, ohne dadurch „leicht“ zu wirken.

Die Symphonie wird begleitet von einer Tanzperformance auf dem Platz vor dem Gebäude, das die Choreografin Sylvia Camarda zusammen mit jungen Geflüchteten erarbeitet hat.

Die Besetzung Europas durch die französische Armee reflektiert Beethovens 1809 entstandene Musik zu Goethes Schauspiel „Egmont“ in besonderer Weise. Im Freiheitskampf der Niederländer gegen die spanische Gewaltherrschaft ließ sich nur zu gut die eigene, österreichische Situation im zunächst verlorenen Krieg gegen Napoleon reflektieren. Die Egmont-Ouvertüre spart nicht an plakativ-tonmalerischen Effekten inklusive der Enthauptung des Titelhelden und abschließendem Siegesmotiv und etablierte sich bald fest im Orchesterrepertoire.

Sonntag, 06.06. / 16:50 Uhr / Beethoven: Symphonie Nr. 5 ~ Prag, Altstädter Ring
Thementag: Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte
Musik, Frankreich, Tschechische Republik, 2021, ARTECT 47 Min.
Regie: Adam Rezek
Produktion: N.N.
Dirigent: Steven Mercurio
Orchester: Czech National Symphony Orchestra
Moderation: Jiri Vejvoda
Online verfügbar von 06/06 bis 06/07

Auf Europas Plätzen erklingt am 6. Juni 2021 Beethovens symphonisches Werk. Die tschechische Hauptstadt Prag wird zur Bühne der „Fünften“, der viersätzigen Symphonie in c-Moll von 1808. Das Konzert wird um 17Uhr live vom Altstädter Ring im Herzen der goldenen Stadt übertragen und von der Ouvertüre Beethovens einziger Oper Fidelio ergänzt. Die Protagonisten des Konzerts, das Czech National Symphony Orchestra und dessen Chefdirigent Steven Mercurio, sowie das Programm und der zauberhafte einzigartige Veranstaltungsort werden von Moderator Jiří Vejvoda vorgestellt.

Sonntag, 06.06. / 17:50 Uhr / Beethoven: Symphonie Nr. 6 “Pastorale” ~ Lugano, Kulturzentrum LAC
Thementag: Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte
Musik, Frankreich, Schweiz, 2021, ARTESSR 50 Min.
Regie: Roberta Pedrini
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Diego Fasolis
Orchester: I Barocchisti
Moderation: Giuseppe Clericetti
Online verfügbar von 06/06 bis 06/07
Erstausstrahlung

„Pastoral-Symphonie oder Erinnerungen an das Landleben“ überschrieb Beethoven selbst seine 6. Symphonie, die in den Jahren 1807 bis 1808, quasi zeitgleich zur fünften, entstand. Die Pastorale gilt nicht nur als Beethovens musikalische Verehrung der Natur. Mit seiner Anmerkung „Mehr Ausdruck als Malerei“ formulierte er klar seine künstlerische Absicht, die Natur nicht nur tonmalerisch nachzuahmen, sondern die Wirkung der Natur auf den Menschen zu vermitteln. Das Open-Air-Konzert findet am Ufer des Luganer See statt. Es spielt das Schweizer Kammerorchester I Barocchisti unter der Leitung von Diego Fasolis.

Sonntag, 06.06. / 18:50 Uhr /  Beethoven: Symphonie Nr. 7 ~ Delphi, antikes Theater
Thementag: Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte
Musik, Griechenland, 2021, ZDF 45 Min.
Regie: N.N.
Komponist: Beethoven
Dirigent: Teodor Currentzis
Orchester: musicAeterna
Choreographie: Sasha Waltz
Erstausstrahlung

Das Beethovenjahr ist gerade vorüber, da steht bei ARTE der berühmteste Komponist aller Zeiten erneut im Rampenlicht: Am 6. Juni überträgt ARTE alle neun Symphonien Beethovens in Folge, aufgeführt in neun europäischen Städten von neun verschiedenen Orchestern.

Im antiken Theater von Delphi, vor dem Hintergrund der Ruinen des Apollon-Tempels, spielt musicAeterna unter der Leitung von Teodor Currentzis Ludwig van Beethovens 7. Symphonie in A-Dur, in Verbindung mit einer neuen Choreographie von Sasha Waltz und ihrer Compagnie.

Beethoven vollendete die 7. Symphonie in A-Dur 1812, die Uraufführung 1813 auf dem Höhepunkt der Befreiungskriege war ein patriotisches Ereignis und ein enormer Erfolg. Spätere Komponistengenerationen beschäftigten sich intensiv mit dem Werk. Legendär ist Richard Wagners Bonmot von der 7. Symphonie als „Apotheose des Tanzes“. Die Verschmelzung der Symphonie mit einer Tanzperformance jedenfalls wäre sicher ganz im Sinne des Großmeisters des Gesamtkunstwerks gewesen.

Sonntag, 06.06. / 20:15 Uhr / Beethoven: Symphonie Nr. 8 ~ Straßburg, Médiathèque Malraux
Thementag: Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte
Musik, Frankreich, 2020, ARTE F 35 Min.
Regie: Andy Sommer
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Marko Letonja
Orchester: Orchestre philharmonique de Strasbourg
Moderation: Annette Gerlach
Mit: Charlotte Juillard (Violine)
Erstausstrahlung

Live aus Straßburg: Am 6. Juni 2021 widmet ARTE Ludwig van Beethoven einen besonderen Tag. Seine neun Symphonien werden in chronologischer Reihenfolge aus neun verschiedenen Partnerstädten des Senders übertragen. Aus Straßburg, der vorletzten Station, erklingt ab 20.15 Uhr die Symphonie Nr. 8 in F-Dur, op. 93, die 1812 entstand und am 27. Februar 1814 in Wien uraufgeführt wurde. Es spielt das Orchestre philharmonique de Strasbourg unter der Leitung des slowenischen Dirigenten Marko Letonja.

Sonntag, 06.06. / 20:15 Uhr / Beethoven: Symphonie Nr. 9 ~ Wien
Thementag: Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte
Musik, Frankreich, Österreich, 2020, ARTEORF 80 Min.
Komponist: Ludwig van Beethoven
Orchester: Wiener Symphoniker
Moderation: Barbara Rett
Mit: Piotr Beczała (Tenor), Camilla Nylund (Sopran), Ryan Speedo Green (Bassbariton)
Erstausstrahlung

Zum Ausklang des Beethoventags überträgt ARTE live und open air aus Wien Ludwig van Beethovens unsterbliche Hymne für Freiheit und Gemeinschaft: seine 9. Symphonie. Es ist wahrlich erstaunlich, dass Beethoven in der Lage war, ein derart komplexes, klangvolles Werk zu komponieren, obwohl er zu jenem Zeitpunkt bereits völlig taub war. Mit einer vielfältigen Zahl an Instrumenten, darunter Piccoloflöte, Posaune und Kontrafagott, sowie hinsichtlich der Größe des Orchesters sprengt diese Komposition alle Dimensionen einer klassischen Symphonie.

Beethovens Monumentalwerk gipfelt in einem majestätischen Höhepunkt, dessen Dramatik von seiner Interpretation von Friedrich Schillers Gedicht „An die Freude“ durch einen Chor und vier Solisten noch verstärkt wird. Der weltberühmte letzte Satz wird von vielen als die schöpferische Krönung seines Gesamtwerks gesehen. Tatsächlich war es Beethovens lebenslanger Traum, Friedrich Schillers glühendes Plädoyer für eine Welt gleichberechtigter Menschen – geschrieben 1785 – zu vertonen, da dieses Gedicht das höchste Anliegen des Musikers in Worte fasst: Frieden und Brüderlichkeit für die ganze Welt.

Zur Überraschung des Publikums hatte Beethoven einen Chor eingesetzt, nie zuvor hatte es derartiges bei Symphoniekonzerten gegeben. Ohne Gehör hat Beethoven ein Meisterwerk geschaffen, das nicht nur die Hymne der Europäischen Union und als erste Komposition ins Welterbe der UNESCO aufgenommen wurde, sondern auch in zahlreichen Spielfilmen und als Vorlage für Pop-Hits bis in unsere Gegenwart reicht. Beethovens Neunte, an der er über sechs Jahre arbeitete, war gleich bei der Uraufführung am 7. Mai 1824 in Wien ein fulminanter Erfolg.

Es spielen die Wiener Symphoniker, begleitet von Camilla Nylund, Elisabeth Kulman, Piotr Beczała und Ryan Speedo Green, die mit ihren Stimmen Schillers und Beethovens bis heute unerfüllten Traum von Gleichheit und Brüderlichkeit der Menschheit erklingen lassen werden. Musik für die Ewigkeit.

Sonntag, 06.06. / 00:50 Uhr / Beethoven
Thementag: Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte
Stummfilm, Österreich, 1927, ZDF 71 Min.
Regie: Hans Otto Löwenstein
Drehbuch: Emil Kolberg, Raymond Berner
Produktion: Allianz-Film
Kamera: Viktor Gluck
Musik: Version 2020: Malte Giesen, Ludwig van Beethoven
Restaurierung: Filmarchiv Austria, ZDF, ARTE, Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach

Mit: Fritz Kortner (Ludwig van Beethoven), Lilian Gray (Giulietta Guiccardi), Heinz Altringen, Dely Drexler (Therese von Brunswick), Ernst Baumeister (Joseph Haydn), Willy Schmieder (Fürst Lichnowsky)

Online verfügbar von 05/06 bis 06/07
Erstausstrahlung

Der Film ist ein gutes Beispiel für die Entwicklung des Beethoven-Bildes zu Beginn des 20. Jahrhunderts, das heute noch in Ansätzen zu finden ist: Beethoven als prometheische Lichtgestalt und Rebell, der die historischen Erschütterungen seiner Zeit in großen Symphonien verarbeitet; Beethoven als Komponist, dessen Musik auch deswegen so bewegt, weil in ihr die Tragik nachklingt, die sein Leben überschattet. Dieses Bild zeichnete zuvor bereits der Beethoven-Film „Der Märtyrer seines Herzens“ (1918), ebenfalls mit Fritz Kortner.

Anlässlich des 100. Todestages des Komponisten im Jahr 1927 spielte Kortner noch einmal die Titelrolle des Ludwig van Beethoven. Als eine besondere Qualität stellte die zeitgenössische österreichische Presse heraus, dass der Film an Originalschauplätzen wie Schloss Schönbrunn gedreht wurde. Der Film hat sich nur in der französischen Exportversion erhalten, restauriert wurde er vom Filmarchiv Austria.

Die neue Musikfassung des vielfach ausgezeichneten Komponisten Malte Giesen zitiert alle im Film genannten Beethoven-Werke. „Die Idee ist, aus Beethoven-Werken eine Art ‚komponierte Interpretation‘ zu entwickeln, die den Film musikalisch in immer wieder unterschiedlicher Funktion begleitet. Dabei möchte ich mit Techniken arbeiten, die unmittelbar an die zeitgenössische Ästhetik und Philosophie meiner Generation anknüpfen: Remix, Sampling, Shuffling, auch gerade der Mix Orchester/Elektronik soll hier zum Einsatz kommen. Auf diese Weise stelle ich mir die hypothetische Frage: Wie hätte Beethoven komponiert, wenn es schon Elektronik gegeben hätte?“

Zusatzinfo:
Regisseur Hans Otto Löwenstein war ein vielseitiger Filmpionier. Im Ersten Weltkrieg gründete er die Feldkinozentrale in Wien – Filmvorführungen sollten den Frontsoldaten zur Unterhaltung dienen. 1918 gründete er die Filmproduktionsgesellschaft Astoria-Film, die ab 1920 zu den führenden Produktionsfirmen der österreichischen Filmindustrie gehörte und vor allem Zeichentrickfilme herstellte. Mit seiner Erfindung des Ottoton-Systems, einem Nadeltonverfahren, wurde 1929 der erste österreichische Tonfilm „G’schichten aus der Steiermark“ produziert. Als Löwenstein mit nicht einmal 50 Jahren starb, hinterließ er eine umfangreiche Filmografie von über 40 Filmen.

Sonntag, 06.06. / 02:00 Uhr / Beethoven Reloaded
Thementag: Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte
Dokumentation, Deutschland, 2020, WDR 53 Min.
Regie: Andy Sommer
Online verfügbar von 03/06 bis 04/09

Ludwig van Beethovens Musik ist Bestandteil einer zeitlosen Weltkultur, die keine Grenzen kennt. Die Spannbreite reicht vom simplen Wiedererkennungseffekt in Jingles, Handytönen, Werbespots und Ähnlichem bis zur symbolischen Überhöhung in öffentlichen politischen Appellen, die sich zum Beispiel auf die humanistische Botschaft der neunten oder die Naturliebe in der sechsten Symphonie berufen. Welcher Mensch steckt hinter diesem unglaublichen musikalischen Ausdrucksreichtum, dessen Fülle noch in 500 Jahren nicht ausgeschöpft sein wird? Was macht den Mythos Beethoven aus und warum wirkt er bis heute? „Beethoven Reloaded“ stellt solche Fragen und bringt das unerschöpfliche Potenzial des Komponisten allen Menschen, vom interessierten Laien bis zum musikalischen Spezialisten, mit einem frischen Blick, „reloaded“, nahe. Die wesentlichen biografischen Fakten, seine politischen Überzeugungen und der musikalische wie auch zeitgeschichtliche Kontext von Beethovens Schaffen bilden den roten Faden eines facettenreichen Porträts. Um die Universalität Beethovens zu erforschen, nimmt die Dokumentation den Zuschauer mit auf eine Reise um die Welt, wo viele, oft junge Menschen verschiedener Gesellschafts- und Berufsschichten und mit unterschiedlichsten Bildungshintergründen ihre Liebe zu Beethoven ausdrücken.

Montag, 07.06. / 00:00 Uhr / Big John Carpenter
Filmreihe: John Carpenter
Dokumentarfilm, Frankreich, 2005, ARTE F 76 Min.
Regie: Julien Dunand
Online verfügbar von 31/05 bis 02/02
Erstausstrahlung

Der 1948 im Bundesstaat New York geborene Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Komponist John Carpenter lädt auf eine Spritztour durch Los Angeles ein und macht Halt an den Drehorten seiner bekanntesten Filme. Archivmaterial, Filmausschnitte und zahlreiche Interviews mit Schauspielern, Produzenten, Technikern und Filmkritikern ergänzen seine Ausführungen. Die Dokumentation beleuchtet das künstlerische Schaffen einer Hollywoodgröße, die sich dem Genrekino verschrieben und dennoch eine einmalige Handschrift hat.

John Carpenter ist ein Kinomensch: Seine Filme sollen keine Botschaften vermitteln, sondern Emotionen generieren. Immer wieder kommen die Interviewpartner und Carpenter selbst auf den „Bauchfaktor“ seiner Werke zu sprechen. Der Kultregisseur weiß genau, was sein Publikum erwartet: Es will überrascht werden und mit seinem Kinoerlebnis zufrieden sein.

Carpenter zog 1968 nach Los Angeles. Im dortigen Theater – dem Schauplatz von „Flucht aus L.A.“ (1996) – erinnert der Filmemacher an John Ford und Howard Hawks, die seit seiner Kindheit große künstlerische Vorbilder für ihn sind. Dank seiner herzlichen Art am Set verleiht er selbst Filmen, die das „absolute Böse“ zeigen, eine zweite Ebene des Verstehens. Für Drehbuchautor Nicolas Saada zeichnet sich die stilistische Raffinesse John Carpenters vor allem durch den sparsamen Einsatz von ästhetischen Mitteln aus: Ihm gelingt es, mit nahezu nichts Gänsehaut zu erregen. Diese bewusste Zurückhaltung spiegelt sich auch in den minimalistischen Melodien seiner selbst komponierten Soundtracks wider, die der Musikersohn durch seine Bewunderung für Bernard Herrmann erklärt.

Montag, 07.06. / 02:15 Uhr / Milos Forman, ein freies Leben
Dokumentation, Frankreich, Tschechische Republik, 2019, ARTECT 55 Min.
Regie: Helena Trestikova, Jakub Hejna
Online verfügbar von 31/05 bis 07/07

„Milos Forman, ein freies Leben“ ist die Biografie des zweifach Oscar-prämierten tschechischen Filmemachers. Die Dokumentation schlägt einen weiten Bogen von Formans Jugend in der von Hitlerdeutschland besetzten und später unter kommunistischer Herrschaft geknebelten Tschechoslowakei, den ersten Auslandserfolgen mit tschechischen Nouvelle-Vague-Filmen bis hin zu seinem New Yorker Exil nach dem Prager Frühling und schließlich der internationalen Anerkennung. Mit exklusiven Bildern aus dem Familienarchiv zeichnet die renommierte tschechische Dokumentarfilmerin Helena Trestikova das Porträt eines unangepassten Regisseurs. Die Verschiedenartigkeit seiner Werke ist verblüffend, wenngleich sie alle einen gemeinsamen Nenner haben: nonkonforme Charaktere, wie etwa die Hippies in „Hair“, die Patienten einer Nervenheilanstalt in „Einer flog über das Kuckucksnest“ oder der non-fiktive Publizist eines bekannten Pornomagazins in „Larry Flynt – Die nackte Wahrheit“. Wie seine Helden war auch Milos Forman ein Außenseiter. Dennoch kreuzte sein Weg immer wieder den von herausragenden Persönlichkeiten: Vaclav Havel war sein Schulkamerad, Milan Kundera sein Literaturdozent, Jean-Claude Carrière sein Drehbuchautor und Michael Douglas sein Produzent. Roter Faden des Porträts ist Milos Formans Autobiografie, die er zusammen mit dem tschechisch-amerikanischen Schriftsteller Jan Novak schrieb. Der Rhythmus des Films folgt dem von Formans Leben: Lange Perioden der Frustration und des Stillstands wechseln sich ab mit dem rapiden Tempo der Ungeduld und des schnellen Umschwungs.

Donnerstag, 10.06. / 05:00 Uhr / Symphonische Tänze aus “West Side Story”
James Gaffigan feiert 100 Jahre Bernstein
Musik, Finnland, Frankreich, 2018, ARTEYLE 34 Min.
Regie: Riikka Lehtinen, Antti Lappi
Komponist: Leonard Bernstein
Dirigent: James Gaffigan
Orchester: Finnish Radio Symphony Orchestra
Online verfügbar von 03/06 bis 10/07

Kaum ein Komponist hat die Popkultur des 20. Jahrhunderts so stark geprägt wie Leonard Bernstein. Der US-Amerikaner verband klassische Musik aus Europa mit Jazz, Pop und lateinamerikanischem Mainstream; als Orchesterleiter bediente er geschickt die Codes des neuen Massenmediums Fernsehen. Die Musiksendungen, die er über Jahrzehnte sprachgewandt und humorvoll moderierte, begeisterten Millionen amerikanischer TV-Zuschauer für klassische Musik und machten ihn landesweit berühmt. Neben seinen zahlreichen Beschäftigungen – er war auch ein hervorragender Pianist – fand Bernstein stets noch Zeit zum Komponieren. Seine größten Hits schrieb er in seinen 40 ersten Lebensjahren: Die Ouvertüre zu „Candide“ (1956) gehört sicher zu den meistgespielten amerikanischen Stücken des 20. Jahrhunderts, und „West Side Story“ (1957) zu den weltbesten Musicals. Die Geschichte veranschaulicht die Zeitlosigkeit des „Romeo und Julia“-Motivs nicht nur in der westlichen Kultur; das Werk wirkt in Handlung und Musik bis heute erstaunlich universell. Die verschiedenen Stücke des Musicals wurden immer wieder auch einzeln aufgeführt; 1961 arrangierte Bernstein einige von ihnen als Orchestersuite unter dem Titel „Symphonic Dances from West Side Story“. In der Suite befinden sich unter anderem die populären Stücke „Somewhere“, „Mambo“ und „Rumble“, bei dem die Anführer der beiden Gangs getötet werden. ARTE zeigt das Bernstein-Jubiläumskonzert aus dem Konzerthaus Musiikkitalo in Helsinki. Es spielt das Finnish Radio Symphony Orchestra unter der Leitung des US-amerikanischen Dirigenten James Gaffigan. In der Dokumentation kommt er in kurzen einführenden Interviewsequenzen selbst zu Wort.

Freitag, 11.06. / 22:05 Uhr / Super Duper Alice Cooper
Dokumentarfilm, USA, 2014, ARTE F 82 Min.
Regie: Reginald Harkema, Sam Dunn, Scot McFadyen

Er erfand den Schockrock mit Grusel-Make-up und Horrorshow: Alice Cooper. Als Sohn eines Priesters wurde Vincent Damon Furnier in Detroit im US-Bundesstaat Michigan geboren und zog später mit seiner Familie nach Arizona. Mit Freunden aus dem Langlaufteam nahm Cooper aus Spaß an Talentwettbewerben teil, zunächst noch als Beatles verkleidet. Nach einigen Umbesetzungen, Umbenennungen und einem Umzug nach Los Angeles bekam die Truppe dann einen Platten-Vertrag. Ein magisches Hexenbrett soll der Legende nach den endgültigen Bandnamen „Alice Cooper“ ausgespuckt haben. Frühe Alben verkauften sich nicht schlecht, aber erst die Rockhymne „School’s Out“ brachte 1972 den internationalen Durchbruch. Weitere Charts-Bestseller wie „No More Mr. Nice Guy“ folgten. Die Band war ständig auf Tournee. Der viele Stress und Alkohol führte die Band jedoch in einen Dauerstreit. Schließlich reklamierte Cooper den Bandnamen für sich alleine und startete solo. „Welcome To My Nightmare“ hieß das erste Soloalbum des Rockers 1975. Cooper hatte weiterhin Erfolg, aber der Alkohol ließ ihn nicht los. Der Gruselrocker, der heute jeden Tag nach dem Frühstück 20 Minuten in der Bibel liest, ist auch ein Familienmensch und hat gemeinsam mit der Tänzerin Sheryl Goddard drei Kinder großgezogen. 2017 veröffentlichte er mit „Paranormal“ sein 27. Studioalbum.

Der Dokumentarfilm zeigt umfassendes Archivmaterial, darunter Bilder wie die berühmt gewordene Szene, in der Alice Cooper das von einem Konzertbesucher auf die Bühne geworfene lebendige Huhn zurück in die Menge wirft, die es in Stücke reißt. Außerdem kommen Wegbegleiter wie Pamela Des Barres, Bob Ezrin, Elton John, Wayne Kramer, John Lydon, Iggy Pop, Dee Snider und Bernie Taupin zu Wort; ferner zeigt die Dokumentation Auszüge aus Interviews mit Vincent Furnier oder seinem Agenten Shep Gordon. „Super Duper Alice Cooper“ untermauert die Legende von Alice Cooper – noch zu Lebzeiten.

Zusatzinfo:
Der Film, der einer Rock-Opera gleicht, wurde bei den Canadian Screen Awards 2015 mit dem Preis für die beste Dokumentation ausgezeichnet.

Freitag, 11.06. / 01:05 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2021, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David COMBE, Jean-Marc BARBIEUX
Erstausstrahlung

Freitag, 11.06. / 01:35 Uhr / Berlin Live ~ Black Rebel Motorcycle Club
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 61 Min.
Regie: Stefan Mathieu, Hannes Rossacher
Online verfügbar von 10/06 bis 11/07

Seit fast 20 Jahren steht Black Rebel Motorcycle Club für klaren, unverfälschten und ehrlichen Garagenrock vom Feinsten. Anfang 2018 veröffentlichten sie ihr achtes Studioalbum “Wrong Creatures” und tourten damit durch Europa, Amerika und Australien. Davon, dass die Black Rebels besonders live eine Macht und immer noch spruchreif sind, konnten sich ihre Fans im Berliner SchwuZ selbst überzeugen.

Black Rebel Motorcycle Club steht seit fast 20 Jahren für einen klaren, unverfälschten und ehrlichen Garagenrock vom Feinsten. Die Band aus Kalifornien mit Peter Hayes (Gesang und Gitarre), Robert Levon Been (Gesang und Bass) und Leah Shapiro (Schlagzeug) hat bereits ihr achtes Studioalbum unter dem Titel “Wrong Creatures” eingespielt, das Anfang 2018 erschienen ist. Die Tour zur neuen Platte führte die Band durch Europa, Amerika und Australien. Dass die Black Rebels besonders live eine Macht sind, haben sie in den letzten Jahren auf zahlreichen Festivals und ihren Tourneen bewiesen. Dennoch immer wieder neue Themen aufzugreifen und sich dabei selbst treu zu bleiben, sei eine Herausforderung, wie Peter Hayes zu dem neuen Album meint: “Mit jeder Platte wird es immer schwieriger auszudrücken, was du sagen willst, und du versuchst nicht, dich selbst zu wiederholen.” Von all dem konnten sich die Fans bei dem Konzert von Black Rebel Motorcycle Club im SchwuZ bei “Berlin Live” selbst überzeugen.


Programmwoche 24:

Samstag, 12.06. / 10:15 Uhr / Verschollene Filmschätze: 1972. Jane Fonda und Joan Baez fahren nach Hanoi
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Serge Viallet
Online verfügbar von 12/06 bis 06/10

„Verschollene Filmschätze” ist eine Sammlung bedeutender historischer Aufnahmen. Seit mehr als einem Jahrhundert dokumentieren Bild und Film die wichtigsten Geschehnisse der Weltgeschichte. Seit ihrer Erfindung war die Kamera bei allen entscheidenden und bedeutenden Ereignissen dabei.
Heute: 1972. Jane Fonda und Joan Baez fahren nach Hanoi

Hanoi, 1972. Seit Ausbruch des Krieges gegen die Vereinigten Staaten wird die nordvietnamesische Hauptstadt unerbittlich aus der Luft bombardiert. Die US-Regierung unter Präsident Nixon will die Machthaber in Hanoi bezwingen und für einen Nachkriegsplan an den Verhandlungstisch zurückholen. In dieser heiklen Zeit machten sich zwei amerikanische Prominente auf den Weg nach Hanoi: Während einer Serie schwerer Bombenangriffe im Juli kam Schauspielerin Jane Fonda in die vietnamesische Hauptstadt, sechs Monate später die Sängerin Joan Baez, als das Kriegsgeschehen seinen grausamen Höhepunkt fand. Der Film zeigt, was die beiden Frauen in Hanoi taten, wie sie vor Ort empfangen wurden und was die nordvietnamesischen Machthaber von ihrem Besuch hielten.

Sonntag, 13.06. / 05:50 Uhr / Das Schwarze Museum ~ Ein Monument für die Geschichte und Kultur der Afroamerikaner
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF 52 Min.Regie: Oliver Hardt
Online verfügbar von 12/06 bis 11/09

Seit knapp zwei Jahren steht es wie ein bronzenes Mutterschiff im Zentrum von Washington D.C.: das National Museum of African American History and Culture. Allein im ersten Jahr kamen drei Millionen Besucher, um die Geschichte des Landes aus afroamerikanischer Sicht neu kennenzulernen. Eine Reise durch ein spektakuläres Museum und seine faszinierenden Ausstellungen.

Bereits vor über hundert Jahren hatten schwarze Veteranen des amerikanischen Bürgerkriegs einen Ort der Würdigung des Beitrags der Afroamerikaner zur Geschichte des Landes gefordert. Jahrzehnte vergingen, in denen ein schwarzes Geschichtsmuseum geplant, vom Kongress blockiert, immer wieder verschoben und schließlich in der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts realisiert werden konnte. Als Barack Obama den majestätischen Bau am 24. September 2016 feierlich eröffnete, strömten Zehntausende Zuschauer zur National Mall, um diesem Ereignis beizuwohnen, über das die „FAZ“ anerkennend schrieb: „Es ist, als wohne man nicht der Einweihung eines Museums bei, sondern der Gründung einer Nation“. Von Beginn an verstand sich das National Museum of African American History and Culture als ein Ort der Verständigung und die Afroamerikaner als integralen Teil der amerikanischen Mehrheitsgesellschaft. War schon die Finanzierung und Errichtung des Museums ein Triumph des Gemeinsinns, so beginnt seine eigentliche Erfolgsgeschichte unmittelbar nach der Eröffnung: Rund siebentausend Besucher und Besucherinnen zählt das Museum täglich, die kostenlosen Eintrittskarten sind auf Monate ausgebucht. Der vom britisch-ghanaischen Stararchitekten Sir David Adjaye entworfene Bau verfügt über eine Vielzahl von Galerien, die chronologisch angeordnet und über acht Ebenen verteilt, das gesamte Spektrum der afroamerikanischen Erfahrung in Geschichte, Kultur und Gesellschaft abbilden: von der Ankunft der ersten aus Afrika verschleppten Sklaven in der „Neuen Welt“ bis in die unmittelbare Gegenwart.

Sonntag, 13.06. / 16:15 Uhr / Pablo Picasso & Françoise Gilot ~ Die Frau, die Nein sagt
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Sylvie Blum
Online verfügbar von 06/06 bis 12/08
Erstausstrahlung

In ihrem Buch „Leben mit Picasso“, erschienen im Jahr 1964, wagte es Picassos Geliebte Françoise Gilot ein wenig glanzvolles Bild des berühmten spanischen Malers zu zeichnen. Bis heute ist „die Frau, die Nein sagt“, wie Picasso sie nannte, die Einzige geblieben, die Picasso die Stirn bot und sich über dessen ungeschriebenes Gesetz „Picasso verlässt man nicht!“ hinwegsetzte. Es gab viele Versuche, die verworrene und mitreißende Geschichte dieses außergewöhnlichen Paares umzuschreiben oder gar ganz aus den Geschichtsbüchern zu streichen. Aus diesem Grund verdient sie es umso mehr, neu erzählt zu werden.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zog der vom Franquismus aus seinem Heimatland Spanien vertriebene Pablo Picasso gemeinsam mit seiner neuen Geliebten, der 40 Jahre jüngeren Malerin Françoise Gilot, ins sonnige Südfrankreich. An der Seite seiner Muse, die ihm im Laufe der Jahre zwei Kinder schenkte, konnte er auf diesem beschaulichen Fleckchen Erde neue Energie tanken. Er änderte nicht nur seinen Lebensstil, sondern entwickelte auch seine Kunst weiter, indem er sich anderen Themen zuwandte und mit neuen Materialien und künstlerischen Praktiken experimentierte. Während Picassos anderen Musen bereits zahlreiche Ausstellungen gewidmet wurden, gab es in Frankreich bis heute noch keine einzige Retrospektive mit den Werken von Françoise Gilot. Bereits im April 1965 erschien in der Wochenzeitung „Les Lettres françaises“ eine Petition, deren erklärtes Ziel es war, die Veröffentlichung von Gilots Buch zu verhindern. Die Liste der Unterzeichner, die die Zensur forderten, liest sich wie das Who‘s who der sonst so freiheitsliebenden Kunstwelt und Intelligenzija. Gilots Vergehen bestand darin, in ihrem Buch über den gemeinsamen Alltag mit Picasso in der Nachkriegszeit ein wenig glanzvolles Bild des bedeutenden spanischen Malers und Bildhauers gezeichnet zu haben. Aufgrund der heftigen Kontroversen, die über Gilots Buch ausgetragen wurden, liegt noch heute ein Schatten über dem Abschnitt ihres Lebens, den sie mit Picasso verbrachte.

Sonntag, 13.06. / ab 17:40 Uhr / Schwerpunkt: Happy Birthday, Martha Argerich!
Schwerpunkt, ARTE42 Min.

Darf man das Alter einer Lady nennen? Normalerweise nicht, aber Martha Argerich macht das ganz bestimmt nichts aus. Ein Leben lang zählte nur eines für sie, die Musik. Zu ihrem 80. Geburtstag ehrt ARTE die Klaviervirtuosin aus Argentinien und Wahlschweizerin und zeigt ihre Auftritte aus über 50 Jahren Karriere, vom Chopin-Wettbewerb im Jahr 1965 bis heute.

“Ich möchte in der Gegenwart leben. Ich weiß, dass sie sich ereignet hat, weil ich darauf zurückblicken kann, aber sie berührt mich nicht weiter. Sie ist nicht sinnstiftend.” (Martha Argerich).

Sie war gerade einmal 14 Jahre alt, als sie ihr Heimatland Argentinien verließ und mit ihrer Familie nach Genf zog. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie schon eine langjährige Bühnenlaufbahn hinter sich, mit nur fünf Jahren ihr erstes öffentliches Konzert gegeben. Zwei Jahre später gewann sie die “Geneva International Music Competition” und den Busoni-Wettbewerb. Seitdem ist Genf ihre Wahlheimat. Von hier aus ging sie auf Tournee durch ganz Westeuropa und 1965 nach Warschau, wo sie mit 24 den Chopin-Wettbewerb gewann und mit einem Schlag weltbekannt wurde. ARTE zeigt Ausschnitte aus ihrem Auftritt in Warschau in “Sternstunden der Musik”.

Martha Argerich ist alles andere als konventionnell. In Genf, der calvinistischen Hochburg der Schweiz, hält sie seit den 60er Jahren ein offenes Haus, viele Musiker gehen seitdem bei ihr ein und aus, und sie lebt frei und vor allem nachts. “Die Zeit vergeht nachts langsamer, weil die Menschen nicht so hektisch sind”, meint sie. In “Privatkonzert bei Martha Argerich” erzählt sie ihrer Tochter Annie Dutoit, wie es damals war und was wichtig für sie ist. Zum 80. Geburtstag zeigt ARTE Martha Argerich ganz privat und auf der Bühne – im TV und auf ARTE Concert.

Sonntag, 13.06. / 17:40 Uhr / Martha Argerich spielt Beethoven: Klavierkonzert Nr. 1
Lucerne Festival Orchestra, Herbert Blomstedt
Schwerpunkt: Happy Birthday, Martha Argerich!
Musik, Frankreich, Schweiz, 2020, ARTESSR 42 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Herbert Blomstedt
Orchester: Lucerne Festival Orchestra
Mit: Martha Argerich (Klavier)
Online verfügbar von 13/06 bis 13/07
Erstausstrahlung

Coronabedingt wartete das Lucerne Festival 2020 unter dem Motto „Life ist live“ mit einem Kleinod auf. In hochkarätiger Kammermusikbesetzung würdigte es das 250. Jubiläum des großen Ludwig van Beethoven, dem das Eröffnungswochenende gewidmet war. Es musizierten Martha Argerich und das Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Herbert Blomstedt.

2020 feierte die Welt den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven. Das Lucerne Festival hatte ein Programm geplant, das ganz und gar dem Meister aus Bonn gewidmet war. Doch dann kam Corona dazwischen, und aus dem Beethovenjahr wurde das Coronajahr. Unter dem Motto „Life ist live“ hat das Festival doch ein Festival abgehalten. Pianolegende Martha Argerich war dabei und interpretierte unter der Leitung von Herbert Blomstedt das Klavierkonzert Nr. 1, C-Dur. Begleitet wurde sie vom Lucerne Festival Orchestra in kammermusikalischer Besetzung. Sein Opus 15 komponierte Ludwig van Beethoven zwischen 1795 und 1801. Es ist noch sehr seinem Vorbild Wolfgang Amadeus Mozart verbunden und enthält gleichzeitig Elemente, die seinen besonderen Stil erkennen ließen. Fünf Jahre lang feilte also Beethoven an dem Werk und beendete es schließlich erst nach seinem Klavierkonzert Nr. 2. Scaramuzza, ihr allererster Klavierlehrer, verglich Martha Argerichs Hände mit Kraken und die Finger mit Tentakeln, die die Tasten wie Saugnäpfe anheben, anstatt sie anzuschlagen. Gehört das vielleicht mit zu dem Geheimnis, das ihr Spiel so unvergleichlich macht? Kraft, Virtuosität und eine Leichtigkeit zeichnen ihre Interpretationen aus. Lucerne ist für Martha Argerich, die seit ihrem 14. Lebensjahr in Genf lebt, ein Heimspiel. In der Schweiz begann sie ihre Weltkarriere, die mit dem ersten Preis der Geneva International Music Competition begann und mit dem Ersten Preis beim Chopin-Wettbewerb in Warschau so richtig durchstartete. Ihr zur Seite bestritt in Lucerne der langjährige Gewandhauskapellmeister und aktuelle Ehrendirigent der Bamberger Symphoniker Herbert Blomstedt den Auftakt des Festivals in Taschenformat. Mit 93 Jahren gab der in Springfield, USA, gebürtige Sohn schwedischer Eltern sein Debüt am Pult des Festival Orchestra.

Sonntag, 13.06. / 22:05 Uhr / Jodie Foster – Hollywoods Alleskönnerin
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 53 Min.
Regie: Camille Juza
Online verfügbar von 06/06 bis 12/08
Erstausstrahlung

Von einer Kindheit zwischen Disney-Produktionen, einem Lolita-Image als Teenager bis hin zum Aufstieg zur Filmproduzentin: Der Werdegang des Multitalents Jodie Foster zeugt von einem stetigen Kampf um Anerkennung in Hollywood und der Unterhaltungsbranche. Die Dokumentation „Jodie Foster – Hollywoods Alleskönnerin“ beleuchtet die Karriere der klugen Schauspielerin und Produzentin, die schon mit 13 Jahren weltberühmt wurde und früh den schamlosen Blicken der Öffentlichkeit ausgesetzt war. Jodie Foster hat deshalb über viele Jahre hinweg ihre Privatsphäre geschützt und wenig von sich preisgegeben.

Jodie Foster ist in Hollywood groß geworden, in doppeltem Sinn. Schon als Dreijährige stand sie vor der Kamera, erregte mit 13 in „Taxi Driver“ internationale Aufmerksamkeit, Blockbuster wie „Das Schweigen der Lämmer“ schrieben Filmgeschichte. Mehrere Generationen von Kinogängern sind mit diesen Filmen aufgewachsen, doch trotz ihres internationalen Erfolgs gibt es bisher kaum europäische Dokumentationen über die Karriere dieser großartigen und hochintelligenten US-amerikanischen Schauspielerin. Der Filmstar fürchtete stets einen Imageverlust und hat nur wenige persönliche Informationen nach außen dringen lassen. Doch Privatsphäre ist im mediengesteuerten Showbusiness und der Welt Hollywoods ein schwieriges Unterfangen. Nach ihrer Rolle in „Taxi Driver“ wurde Foster massiv von einem Stalker belästigt und später für die Verheimlichung ihrer Homosexualität stark kritisiert. Doch sie hat sich den zahlreichen Angriffen der Öffentlichkeit gestellt und wurde schließlich zu einer Ikone der Emanzipation. Foster ist eine Schauspielerin, deren langjähriger und im Verborgenen geführter Kampf um Anerkennung vielen der heutigen Feminismusdebatten vorgreift. Ausgehend von den persönlichen Erfahrungen der Schauspielerin wirft die Dokumentation auch einen Blick auf die aktuelle Situation der Kinobranche. Dank kaum bekannter Archivaufnahmen wird ein Teil des Geheimnisses um den Star Jodie Foster gelüftet.

Sonntag, 13.06. / 23:00 Uhr / Written on Water
Tanz, Frankreich, 2019, ZDF 69 Min.
Regie: Pontus Lidberg
Komponist: Stefan Levin
Choreographie: Pontus Lidberg
Mit: Aurélie Dupont (Alicia), Alexander Jones (Giovanni), Pontus Lidberg (Karl), Stina Ekblad (Rachel), Sarawanee Tanatanit (Sara), Leslie Caron (Pauline)
Online verfügbar von 12/06 bis 13/07
Erstausstrahlung

Der Tanzfilm „Written on Water“ erzählt von der Choreographin Alicia (Aurélie Dupont), die ein neues Stück inszeniert, das auf eigenen Erinnerungen beruht. Für den kreativen Prozess auf der Bühne versucht sie, diese Erinnerungen zu kontrollieren, doch als sie sich bei den Proben in den männlichen Hauptdarsteller (Alexander Jones) verliebt, verliert sie sich zunehmend zwischen der Fiktion auf der Bühne und ihrem eigenen Leben. „Written on Water“ befragt die Grenze zwischen Fiktion und Realität und das Spiel in wechselnden Rollen. Pontus Lidberg arbeitet als Choreograph mit den wichtigsten klassischen und modernen Tanzkompagnien unserer Zeit. Für seine Filme wurde er vielfach ausgezeichnet. Für seinen Tanzfilm konnte er eine besondere Besetzung gewinnen: Die Choreographin Alicia spielt Aurélie Dupont, die frühere Etoile-Tänzerin und heutige Ballettdirektorin der Pariser Oper, Alexander Jones ist Erster Solist im Ballett Zürich. Und die Schauspiellegende Leslie Caron ist in kurzen Auftritten als Theaterleiterin zu sehen.

Sonntag, 13.06. / 00:10 Uhr / Martha Argerich spielt Prokofjew
Klavierkonzert Nr. 3
Schwerpunkt: Happy Birthday, Martha Argerich!
Musik, Frankreich, 2020, ARTE F 75 Min.
Fernsehregie: Guillaume Klein
Komponist: Sergei Prokofjew
Dirigent: Myung-whun Chung
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France
Mit: Martha Argerich (Klavier)
Online verfügbar von 06/06 bis 28/05
Erstausstrahlung

Das Orchestre Philharmonique de Radio France hat heute eine Legende Gast: die große Pianistin Martha Argerich. Unter der Leitung von Myung-Whun Chung übernimmt sie den Solopart des Klavierkonzerts Nr. 3. Prokofjews Werk hat Martha Argerich in ihrer langen Karriere stets begleitet und ihre Interpretation des Klavierkonzerts Nr. 3 an der Seite von Claudio Abbado 1967 hat Referenzstatus. Auf dem Spielplan steht ein weiterer Klassiker des „Volkskünstlers der Sowjetunion“ und musikalischen Bilderstürmers, die Suite aus dem Ballett „Romeo und Julia“.

Dieses Prokofjew-Konzert hätte der krönende Abschluss des Musikjahres 2020 werden sollen. Dann hätte die Veranstaltung coronabedingt ausfallen müssen, doch Martha Argerich und Myung-whun Chung beschlossen, den geplanten Auftritt ohne Publikum aufzeichnen zu lassen. Entstanden ist eine musikalische Sternstunde mit Martha Argerich und dem Orchestre Philharmonique de Radio France unter der Leitung von Myung-whun Chung im Großen Saal der Pariser Philharmonie. Das Konzert beginnt mit Prokofjews 3. Klavierkonzert, einem Werk, das Martha Argerich auf ihrer langen Karriere stets begleitet hat: Ihre Interpretation des Klavierkonzerts Nr. 3 an der Seite von Claudio Abbado 1967 hat Referenzstatus. Ihre Einspielung unter Charles Dutoit wurde mit einem Grammy ausgezeichnet. Das mitreißende Werk mit seinem Mix aus Jazzanklängen, russischen Melodien und langsamen, fast schon meditativen Variationen ist heute eines der beliebtesten Klavierwerke der Musik des 20. Jahrhunderts und das Prokofjew-Konzert, das am meisten aufgeführt wird. Sein 3. Klavierkonzert in C-Dur op. 26 komponierte Prokofjew in den Jahren 1917 bis 1921. Uraufgeführt wurde es in Chicago im Dezember 1921 mit dem Komponisten persönlich am Klavier. Die scheinbare Leichtigkeit, mit der Martha Argerich dieses anspruchsvolle Konzert angeht, fasziniert ebenso wie das Wechselspiel zwischen Klavier und Orchester oder das besondere Einvernehmen zwischen Dirigent und Solistin, das dem künstlerischen Gewicht des umfangreichen Werks Rechnung trägt. Der zweite Teil des Konzerts steht im Zeichen der Suiten aus dem Ballett „Romeo und Julia“, deren dramatische, aber auch humorvolle Nuancen vom Orchester unter seinem ehemaligen musikalischen Leiter Myung-whun Chung mit meisterhafter Expressivität herausgearbeitet werden. Kein Wunder, dass man sich wünscht, die Tragödie um die Montagues und Capulets würde mit Julias Tod im letzten Teil der Suite kein Ende finden. Das Konzert wurde am 3. und 4. Dezember 2020 ohne Publikum in der Pariser Philharmonie aufgezeichnet. Für die Aufzeichnung wurde erstmalig die Bestuhlung aus dem Saal entfernt und das Parkett auf Bühnenhöhe angehoben, um Kamerakräne und Standkameras dort zu installieren. Ein Teil des Orchesters und der Flügel stehen inmitten dieser riesigen Freifläche, wobei die Kameras den Musikern so nahe kommen wie nur selten bei einem Konzertmitschnitt.

Montag, 14.06. / 11:20 Uhr / Der erotische Blick – Johann Winckelmann
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF 51 Min.
Regie: Christian Feyerabend
Online verfügbar von 13/06 bis 12/09

Die Liebe zur Kunst beschrieb er von Jugend an als seine größte Neigung: Johann Joachim Winckelmann als Vertreter und Wiederentdecker der griechischen und römischen Antike. Er war der Vater der europäischen Kunstgeschichte und wurde 1768 Opfer eines Raubmordes. Die Dokumentation erzählt von seinem Leben, seinem Wirken und seinem frühen Tod. Winckelmann initiierte die moderne Kunstgeschichte und die wissenschaftliche Archäologie. Er inspirierte den Klassizismus, dessen Bau- und Kunstwerke in vielen Städten der Welt zu bewundern sind. ARTE begibt sich auf die Spuren eines vergessenen Pioniers.

„Edle Einfalt und stille Größe“ lautete Johann Joachim Winckelmanns Credo. Noch bis heute ist sein Einfluss spürbar: Zeugnisse seines Wirkens sind überall zu finden – seien es die klassizistischen Bauten Schinkels in Berlin, die Malerei eines Jacques-Louis David oder Capitol Hill in Washington. Es war nämlich Winckelmann, der in der Zeit des schwülstigen Barocks die alten Griechen und Römer wiederentdeckte und deren Kunst, aber auch deren Lebensweise zur Nachahmung empfahl: Seine Werke werden noch heute gelesen und übersetzt. Johann Joachim Winckelmann, der Sohn eines armen Schusters aus Stendal, der Begründer der modernen Kunstgeschichte und der wissenschaftlichen Archäologie, ist heute eher Fachleuten vertraut. In den Schriften dieses tiefsinnigen, eleganten Essayisten verschmilzt das klassifizierende Auge des Wissenschaftlers mit dem lustvollen Blick des Kunstliebhabers. Lustvoll auch deshalb, weil es seine offen bekannten homoerotischen Neigungen, sein Blick für das Sinnliche der griechischen Plastik war, der sein Interesse an der griechischen Antike weckte, seine Feder beflügelte. „Ohne Freiheit und ohne Gleichheit keine große Kunst.“ Seine Schriften wurden in Frankreich auch politisch verstanden, inspirierten die Gedankenwelt der Revolutionäre. In Deutschland reduzierte man alles auf das Wahre, Gute, Schöne. Nach einem Leben, das Stoff für Filme böte, wurde der 50-Jährige vor 250 Jahren Opfer eines feigen Raubmordes. ARTE erinnert an ihn und seine epochemachende Leistung. Winckelmann hat unseren Blick geprägt und unser heutiges Schönheitsideal in Worte gefasst.

Freitag, 18.06. / 21:45 Uhr / Die Zeichnungen des Christian Dior
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE 53 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 11/06 bis 17/08

Christian Dior war ein genialer Zeichner. Seine Kleider entwarf er stets selbst; die Skizzen dazu verwahrte er an einem sicheren Ort in Paris. Heute erzählen sie die Geschichte eines Mannes, der Anfang 1947 mit seiner allerersten Kollektion die Welt eroberte. So etwas hatte die Modebranche noch nie gesehen. Es war die Geburtsstunde des berühmten „New Look“. Die Dokumentation lässt ehemalige Mitarbeiter, Freunde, Modehistoriker, aber auch die Schneiderinnen zu Wort kommen, die heute für Christian Dior arbeiten.

Christian Dior hob 1947 in Paris den berühmten „New Look“ aus der Taufe: betonte Hüften, schmale Taille und ein Kleid, das bis zu 20 Meter Stoff erforderte. Paradoxerweise steht die neue Mode in krassem Gegensatz zur damaligen Realität: Der Zweite Weltkrieg ist gerade vorbei, die Frauen haben sich eben erst vom Korsett emanzipiert, und Stoffe sind echte Mangelware. Die Dokumentation lässt ehemalige Mitarbeiter, Freunde, Modehistoriker, aber auch die Schneiderinnen zu Wort kommen, die heute für Christian Dior arbeiten. Sie alle schildern die unglaublichen Entstehungsgeschichten dieser Kleider, an deren Anfang eine einfache Zeichnung stand. Die Dokumentation erzählt auch den Lebensweg des Christian Dior vom genialen Zeichner zum gefürchteten Geschäftsmann, der schließlich völlig ausgelaugt im Alter von nur 52 Jahren verstirbt. 1947 präsentiert der Modeschöpfer seine erste Kollektion; doch bereits 1956 hat er sich ganz verausgabt. Seine Geschäftsstrategie ist pfiffig und effizient: Er erfindet die legendäre Dior-Silhouette einfach jede Saison neu. Dior wird zum regelrechten Modediktator: Er bestimmt das gesamte Design der Kleider – ihre Länge, die Schulterbreite, die Farbgebung und die Form. Sein Team wächst schnell, er investiert und erwirbt die Gebäude rund um sein erstes Geschäft in der Avenue Montaigne. Doch schon damals weiß er, dass er dieses Tempo nicht lange durchhalten wird

In weiser Voraussicht stellt er selbst seinen Nachfolger ein: Es ist kein anderer als der junge Yves Saint Laurent, kaum 21 Jahre alt. 1957 erliegt Christian Dior einem Herzinfarkt. Seine Zeit im Rampenlicht dauerte nur zehn Jahre, doch sein Modeimperium besteht bis heute – und seine Zeichnungen faszinieren wie eh und je.

Freitag, 18.06. / 22:40 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2021, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 17/06 bis 16/09
Erstausstrahlung

KünstlerInnen im Widerstand: „Tracks“ widmet sich der Verdrängung von Menschen und Stimmen aus dem öffentlichen Raum, aus ihren Städten oder aus dem Straßenbild, und trifft diejenigen, die Widerstand leisten und ihre Stimme erheben – für mehr Platz und Sichtbarkeit. Wie wichtig ist Sichtbarkeit im öffentlichen Raum? Wie leisten wir Widerstand gegen die Verdrängung und das Verschwinden von Leben abseits des Mainstreams?

(1): Wo sollen wir hin? Der Rapper PTK über Verdrängung
PTK kämpft mit den Mitteln des Raps für soziale Gerechtigkeit und gegen die Verdrängung. Hinter ihm steht geschlossen die Graffiti- und Street-Art-Szene Berlins. Er hat ein ernsthaftes Anliegen und nutzt seine Musik als Sprachrohr für seine Botschaften. Aufgewachsen in einem besetzten Haus, hat er Kreuzberg nie verlassen und kennt hier jeden Winkel. „Tracks“ begleitet den Rapper durch seine Nachbarschaft und blickt aus seiner Perspektive auf den Kiez, und macht klar, was genau „Verdrängung“ bedeuten kann.

(2): Insights aus den letzten Bastionen des Widerstands
Das besetzte Haus „Köpi“ in Berlin ist eine wichtige Instanz und Festung zugleich. Als eines der wenigen noch nicht geräumten alternativen Kulturzentren steht es für eine Kultur jenseits des Mainstreams, mit klarer Haltung und stets politisch. Ob Konzerte, Lesungen oder Raum für Veranstaltungen: Das Haus in Kreuzberg ist ein wichtiger Ort für die Stadt und dennoch bedroht durch ein immer näher rückendes Neubaugebiet an der Spree. „Tracks“ erhält einen raren Einblick in das Innenleben einer der letzten Bastionen des politischen Widerstands.

Freitag, 18.06. / 23:10 Uhr / Melody Gardot im Château d’Hérouville
ARTE Session im legendären Tonstudio
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 51 Min.
Regie: Julien Faustino
Online verfügbar von 11/06 bis 16/10

Das Château d’Hérouville in der Nähe von Paris ist in der Musikwelt ein Begriff. In dem Schloss wurde in den 70er Jahren ein legendäres Musikstudio eingerichtet, in dem sich Stars der Rockgeschichte wie Elton John, Iggy Pop oder David Bowie die Klinke in die Hand gaben. Diesmal zu Gast: die US-amerikanische Jazz-Singer-Songwriterin Melody Gardot. Sie spricht über ihre Karriere, ihre Inspirationsquellen sowie ihre persönlichen Erfahrungen bei Aufnahmen im Studio – und natürlich macht sie auch selbst Musik.

Mit ihrem Nachnamen, einer Kombination aus Garbo und Bardot, wäre Melody Gardot eigentlich zum Filmstar prädestiniert gewesen – letztendlich gab aber ihr Vorname Melody die Richtung für ihre Karriere als Jazz-Sängerin vor. Die Diva des Jazz-Blues leidet seit einem Unfall an extremer Lichtempfindlichkeit und tritt deshalb nie ohne getönte Brille auf. Melody Gardot sagt, dass sie nie daran gedacht hatte, Profimusikerin zu werden – obwohl sie in einer sehr musikalischen Familie aufgewachsen ist. Erst nach einem schweren Verkehrsunfall im Alter von 18 Jahren fand die US-Amerikanerin über eine Musiktherapie zu ihrer Leidenschaft. Inzwischen hat sich die Wahlpariserin einen Namen in Europa gemacht, vor allem in Frankreich haben ihre berührend-sinnlichen Balladen viele Fans. Zu Gast in den legendären Aufnahmestudios des Château d’Hérouville erzählt sie ihren musikalischen Werdegang und interpretiert ihre bekanntesten Titel. Das Château d’Hérouville liegt rund 40 Kilometer von Paris entfernt. In den 70er Jahren wurde in dem Schloss ein Aufnahmestudio eingerichtet, das heute zu den legendären Locations der Rockgeschichte zählt. Rund hundert Ausnahmekünstler – von Elton John und Iggy Pop über T-Rex, Pink Floyd und die Bee Gees bis hin zu David Bowie – gaben sich hier die Klinke in die Hand und trugen zum internationalen Ruf des Studios bei.


Programmwoche 25:

Sonntag, 20.06. / 10:20 Uhr / Der Milliardär und sein Museum
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: Olivier Lemaire
Online verfügbar von 13/06 bis 27/06
Erstausstrahlung

Sonntag, 20.06. / 16:25 Uhr / Van Dyck – Ruhm und Rivalität im flämischen Barock
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Yasemin Ergin, Lucie Tamborini
Online verfügbar von 03/06 bis 18/09

Anthonis van Dyck gilt als Erneuerer der Porträtmalerei, als absoluter Meister seines Fachs. Zugleich war er der beste – und ehrgeizigste – Schüler von Peter Paul Rubens. Das Dilemma: Sein Lehrmeister war für ihn einerseits ein großes Vorbild, andererseits eine schier übermächtige Vaterfigur, von der er sich Zeit seines Lebens zu lösen versuchte. Van Dycks ambitionierte Historiengemälde aus seinen jungen Jahren in Antwerpen spiegeln diese künstlerische Auseinandersetzung wider. Dieser Schaffensphase widmete sich ab Oktober 2019 eine opulente Ausstellung in der Alten Pinakothek in München. Die Dokumentation begleitet die Forschungsarbeit der Kuratoren und Restauratoren, die viele Gemälde aus dem eigenen Bestand neu untersuchen, um die Entwicklung des großen flämischen Barockkünstlers nachzuvollziehen. Mit Hilfe modernster Technologie durchleuchten die Forscher das Frühwerk van Dycks und kommen seiner Person dabei sehr nah. Der Zuschauer erlebt den frühen Ruhm des Wunderkindes sowie dessen Abnabelungsprozess von Rubens, der ihn schließlich an den Hof des englischen Königs führt. War die Nähe zu Rubens für das gefeierte Wunderkind eher Fluch oder Segen? Fast 400 Jahre nach seinem Tod lassen sich Antworten auf diese Frage in seinen Bildern finden.

Sonntag, 20.06. / 17:20 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, Frankreich, 2021, WDR 30 Min.
Moderation: Bianca Hauda, Romy Straßenburg
Online verfügbar von 18/06 bis 18/09
Erstausstrahlung

Sonntag, 20.06. / 17:55 Uhr / Sternstunden der Musik: Martha Argerich in Warschau
Schwerpunkt: Happy Birthday, Martha Argerich!
Musik, Deutschland, 2020, ZDF 43 Min.
Regie: Holger Preuße
Mit: Arthur Moreira Lima, Martha Argerich, Khatia Buniatishvili
Online verfügbar von 19/06 bis 20/07
Erstausstrahlung

Spätestens mit dem ersten Preis beim internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau 1965 erobert Martha Argerich die Klavierwelt. Bis heute gilt sie als die größte lebende klassische Pianistin. Ihr Sieg aber steht lange Zeit nicht fest. Ihr ärgster Konkurrent ist Arthur Moreira Lima aus Brasilien. Nach drei Runden liegt er in Führung. Doch dann kommt das alles entscheidende Finale. Martha Argerich spielt Chopins erstes Klavierkonzert. Es ist die Geburtsstunde einer Legende: Ihr fulminantes Spiel geht volles Risiko; für die Kritiker wird sie zur “Löwin am Klavier”.

Der Film verfolgt das Tastenduell zwischen Martha Argerich und Arthur Moreira Lima im Jahr 1965 – und begleitet Martha Argerich 45 Jahre später nach Warschau, wo sie Chopins erstes Klavierkonzert erneut spielt. Enge Freunde von Martha Argerich, Klassikstars und Zeitzeugen kommentieren die Geschehnisse und ihr Spiel auf dem Klavier aus heutiger Sicht. Darunter der Dirigent Daniel Barenboim, die Pianistinnen Gabriela Montero und Sophie Pacini und der Geiger Gidon Kremer. Auch ihr damaliger Konkurrent um den Titel, Arthur Moreira Lima, und der polnische Starpianist Rafał Blechacz, der 2005 den ersten Preis des Chopin-Wettbewerbs gewann, kommentieren Martha Argerichs furiose Chopin-Interpretation.

Zusatzinfo
Der erneute Auftritt von Martha Argerich mit Chopins Klavierkonzert Nr.1 in Warschau, 45 Jahre nach dem Sieg, ist auf arteconcert.com abrufbar.

Sonntag, 20.06. / 22:10 Uhr / Der Schauspieler Ulrich Tukur ~ Träumer und Suchender
Dokumentation, Deutschland, 2019, NDR 53 Min.
Regie: Eva Gerberding
Online verfügbar von 20/06 bis 18/09

Für das filmische Porträt ließ sich Ulrich Tukur durch Deutschland, Frankreich, Italien und Griechenland begleiten. Der private Zugang zu ihm ermöglicht einen sehr persönlichen Blick hinter den Showmenschen. Offen spricht er über sein von vielen Umbrüchen begleitetes Leben, sein “Scheitern” als Familienmensch und seinen ersten Roman “Der Ursprung der Welt”, der im Herbst zur Frankfurter Buchmesse erscheint. Außerdem lässt er sich an zwei Filmsets beobachten: in Hamburg, wo er die Beziehungskomödie “Und wer nimmt den Hund?” mit dem Regisseur Rainer Kaufmann dreht, und in Athen, wo er seinen vierten Film unter der Regie von Costa-Gavras macht. Ulrich Tukur ist eine Ausnahmepersönlichkeit und Allroundtalent. Er schauspielert, singt, spielt Klavier und Akkordeon, schreibt und kann sehr überzeugend auch das Böse darstellen. Als Sohn eines Ingenieurs und einer Lehrerin wuchs er eher konservativ auf. Er galt als Enfant terrible der Familie, wollte nicht klassische Stücke auf dem Klavier spielen, sondern lieber Jazz. Er brach das Germanistikstudium in Tübingen ab, erwies sich auf der Schauspielschule in Stuttgart als unbegabt, bis er von Michael Verhoeven für den Film “Die weiße Rose” (1982) entdeckt wurde. Danach kam Peter Zadek und machte ihn zum Star auf der Bühne. Der Schauspieler liebt den Wandel, die Bewegung und die Rastlosigkeit. Trotz seiner Erfolge auf der Bühne spielt er nicht mehr Theater: “Ich habe den Kontakt zum Theater weitgehend verloren, seit dieses Schrei- und Konzepttheater losging.” Auf der Bühne steht er nur noch als Musiker mit seinen “Rhythmus-Boys”: “Am meisten Spaß hat mir immer Musik gemacht, wenn es dann groovt und swingt und zusammengeht. Das ist einfach toll!”, schwärmt Tukur über die Musik mit seiner Boygroup.

Sonntag, 20.06. / 23:05 Uhr / 40 Jahre Montpellier Danse
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 60 Min.
Regie: Florence Platarets
Online verfügbar von 13/06 bis 19/08
Erstausstrahlung

Eigentlich hätte das Festival Montpellier Danse im Juni 2020 sein 40-jähriges Bestehen feiern sollen. Stattdessen herrschte Stille in der legendären Agora – Cité Internationale de la Danse: Die Coronakrise hatte vorerst über die Jubiläumsausgabe des Festivals gesiegt – nicht aber über die Beharrlichkeit seines Leiters. Monatelang feilten Jean-Paul Montanari und sein Team an einem – wenn auch reduzierten – Festival, das schließlich unter dem Namen „40 Bis“ mit mehreren über den Herbst verteilten Veranstaltungen stattfand. In der aktuell unübersichtlichen Lage bedarf es vermutlich noch eines langen Atems, bevor die Tänzer erneut die ersten Schritte auf der Bühne der Agora wagen und die Festivalgeschichte, die dort 1981 begann, mit alten und neuen Choreographien fortschreiben können.

Die Dokumentation lässt die Gestalter dieser Geschichte – Festivaldirektor Jean-Paul Montanari sowie die ChoreographInnen Anne Teresa De Keersmaeker, Mathilde Monnier, Angelin Preljocaj, Maguy Marin, Emanuel Gat, Raimund Hoghe, Catherine Legrand und Nadia Beugré – zu Wort kommen und beleuchtet mit Auszügen aus aktuellen Stücken und Höhepunkten früherer Aufführungen vier Jahrzehnte Tanz in Montpellier.

In seinem langjährigen Bestehen hat das Festival vieles erreicht: Es erhob Montpellier in den Rang einer internationalen Hauptstadt des tänzerischen Schaffens und trug dazu bei, den zeitgenössischen Tanz zu einer großen, welthaltigen Kunstform zu machen. So stehen hinter dem Ringen um das 40. Festivaljubiläum auch die Passion für den Tanz und das Wissen um seine absolute Notwendigkeit.

Sonntag, 20.06. / 00:05 Uhr / Rize
Dokumentarfilm, USA, 2005, ARTE F 85 Min.
Regie: David LaChapelle

Freude, Ekstase, Befreiung: „Rize“ bringt ein urbane Tanzkultur in ihrer ganzen Körperlichkeit auf die Leinwand: das Krumping, das ab 2004 in Los Angeles förmlich explodierte und sich über die amerikanische Ostküste ausbreitete. Bei den Dreharbeiten für das Video „Dirrty“ von Christina Aguilera kam David LaChapelle über die Backgroundtänzer erstmals mit den verrückten Moves und Turns des Krumping in Kontakt. Er begab sich in die ärmsten und gefährlichsten “Schwarzenviertel” der USA, wo 1965 die Watts-Unruhen und 1992 die Aufstände nach dem Rodney-King-Skandal losbrachen. Hier filmte er die Jungs und Mädchen mit einer Handkamera. Der aggressive, visuell eindrucksvolle Tanzstil, entstanden aus afrikanischen Stammestänzen als Alternative zum herkömmlichen Hip-Hop, zeichnet sich durch unglaubliche schnelle und komplexe Moves und Schritte aus. „Rize“ verfolgt diese Entwicklung anhand der Geschichte von Tommy the Clown aus dem Bezirk South Central in Los Angeles, der den Tanz als Reaktion auf die Unruhen 1992 nach der Polizeigewalt gegen den Afroamerikaner Rodney King ins Leben rief. Er malte sich das Gesicht an und setzte eine regenbogenfarbene Perücke auf, um die Kids zum Krumping einzusammeln und so eine Gegenkultur zur Gewalt zu schaffen. Tommy the Clown hat die „battle zones“ auf den Straßen etabliert, in denen die Jugendlichen nicht gegeneinander kämpfen, sondern in atemberaubend aggressiven Performances gegeneinander tanzen. David LaChapelle hat eine furiose Mischung aus Sozialstudie, Musikclip und Tanzfilm geschaffen. Die visuelle Ausdruckskraft der Bilder ist überwältigend, weshalb man kaum glauben kann, dass die Bildsequenzen nicht beschleunigt worden sind. Der Dokumentarfilm lief auf zahlreichen Festivals, unter anderem 2005 beim Sundance und beim Tribeca Film Festival sowie beim Festival des amerikanischen Films in Deauville.

Sonntag, 20.06. / 01:35 Uhr / Claude Chabrol, Filmemacher des stillen Skandals
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 57 Min.
Regie: Cécile Maistre-Chabrol
Online verfügbar von 13/06 bis 19/08

Claude Chabrol hinterließ der Nachwelt ein umfangreiches und vielfältiges filmisches Werk. Den Menschen, die ihn kannten, bleibt er als Genießer, unprätentiöser Handwerker und scharfsinniger Freigeist in Erinnerung. Obwohl es in allen Filmen Chabrols um die Entlarvung des schönen Scheins geht und der Regisseur ein passionierter Krimi-Leser war, umgab er sich nie mit Geheimnissen oder Skandalen. Und weil er sich auch nicht als Genie verkaufte, erlangte er als Filmemacher große Popularität. Doch ein Rätsel bleibt: Wie gelang es ihm, in 50 Jahren sage und schreibe 58 Filme zu drehen, und warum so viele? Er filmte um jeden Preis, koste es, was es wolle, immer im Kreise seiner Vertrauten. Er drehte, weil er dieses Glücksgefühl brauchte, weil er dem Tod trotzen wollte. Er filmte mit dem Blick eines Insektenforschers, wollte verstehen, nicht urteilen. Sein Ziel war es, die menschliche Komödie mit Humor, Scharfblick und künstlerischer Freiheit einzufangen. Das Porträt lässt Claude Chabrol in Archivaufnahmen von der Nouvelle Vague bis in die 2000er Jahre über sich erzählen. Offen und ehrlich, ohne Wichtigtuerei. Daneben bringen jene, die an seinen Filmen beteiligt waren, ihre große Sympathie für den Regisseur zum Ausdruck: Mitarbeiter, Drehbuchautoren, Techniker und natürlich seine Lieblingsschauspieler. Zahlreiche Ausschnitte aus Chabrols bekannten und weniger bekannten Werken veranschaulichen die Erzählung. Den roten Faden des Porträts bilden die Schilderungen von Chabrols Adoptivtochter Cécile, die viele Jahre mit ihm zusammenarbeitete.

Montag, 21.06. / 09:30 Uhr / GEO Reportage: Lettland ~ Das Land der Sänger
Reportage, Deutschland, Frankreich, 2014, ARTE 52 Min.
Regie: Galina Breitkreuz
Online verfügbar von 21/06 bis 28/06
Das Singen gehört zum Leben der Bewohner Lettlands wie die Flüsse und das Meer. Ob auf dem Land oder in der Hauptstadt Riga: Tausende Letten singen in unterschiedlichen Chören die traditionellen Volkslieder, die von der klaren Schönheit und Poesie ihrer Heimat erzählen. Vor rund 25 Jahren, während ihrer „Singenden Revolution“, spendeten die Lieder den Letten Kraft im Kampf um nationale Unabhängigkeit – heute sind sie ein Teil der Popkultur geworden.

Die Geschichte Lettlands, vor allem die der Besatzung, hat sich in das Stadtbild von Riga geschrieben. Viele Denkmale erinnern an die einst Mächtigen, Befreier und Okkupanten gleichermaßen. Die Traditionen der heute rund zwei Millionen Letten, ihre Sprache, die Kultur, vor allem aber ihre alten Lieder waren über Jahrhunderte einigende Kraft des Widerstands. 1991, als die Letten in Riga ihre Unabhängigkeit von der Sowjetmacht erkämpften, ging ein ganzes Volk mit der „Singenden Revolution“ in die Geschichte ein. „GEO Reportage“ ist den Letten und ihrer Liedkultur auf der Spur. „Die Volkslieder sind unser Spiegelbild. Sie sind überliefert, sind unser Leben: Im Grunde genommen sind sie die schriftliche Geschichte des Volkes“, sagt Ints Teterovskis, der berühmteste Chorleiter Lettlands. Der attraktive und umtriebige 42-Jährige ist im ganzen Land bekannt wie ein Popstar. Viele junge Mädchen und Jungen wünschen sich nichts mehr, als in seinen Chor Balsis aufgenommen zu werden. Doch die Auswahlkriterien bei den Castings sind hart, nur die besten Stimmen dürfen im Konzertchor mitsingen. Woher kommt diese große Liebe zu den eigenen Volksliedern? Was verbindet in Lettland Jung und Alt, Arm und Reich mit ihren volkstümlichen Gesängen? Der berühmte Chorleiter Ints Teterovskis und die 16-jährige Krista Ziemele aus der kleinen Küstenstadt Pavilosta sind nur zwei Menschen, deren Leben tief mit dem Gesang und der Liebe zu den Liedern Lettlands verbunden sind. Sie gewähren einen tiefen Einblick in die Seele eines Volkes.

Zusatzinfo:
„GEO Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

Dienstag, 22.06. / 05:00 Uhr / Simon Rattle dirigiert Dvorak, Bernstein, Schostakowitsch
Musik, Deutschland, 2018, RBB 43 Min.
Regie: Torben Schmidt-Jacobsen
Komponist: Leonard Bernstein, Dmitri Schostakowitsch, Antonin Dvorak
Dirigent: Sir Simon Rattle
Orchester: Berliner Philharmoniker
Online verfügbar von 22/06 bis 29/06

Im Sommer 2018 ging die Amtszeit von Sir Simon Rattle als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker zu Ende. Für das letzte Silvesterkonzert unter seiner Leitung hatte der britische Stardirigent ein besonders abwechslungsreiches Programm zusammengestellt: unter anderem mit Antonin Dvoraks feurige Ouvertüre “Karneval”, Dmitri Schostakowitschs witzig-sarkastische Ballettmusik “Das goldene Zeitalter” und einer Hommage an Leonard Bernstein, dessen Geburtstag sich 2018 zum 100. Mal jährte. Sir Simon Rattle trat im Jahr 2002 in Berlin die Nachfolge von Claudio Abbado an. Auf Rattle folgt nach einer Übergangszeit von einem Jahr der russische Dirigent Kirill Petrenko, zuvor Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper.

Mittwoch, 23.06 / 05:00 Uhr / Stars von morgen mit Rolando Villazón 2017 (4/4)
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 44 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Elias Grandy
Orchester: Junge Sinfonie Berlin
Moderation: Rolando Villazón

Mit: Salaputia Brass, Julia Lange (Gitarre), Gaëlle Arquez (Mezzosopran), Asya Fateyeva (Saxophon)

Online verfügbar von 22/06 bis 23/07

Auch in der letzten Folge dieser “Stars von morgen”-Staffel lädt Rolando Villazón wieder junge internationale Künstler nach Berlin ein. Im ehemaligen Stummfilmkino Delphi begrüßt er die Mezzosopranistin Gaëlle Arquez, die Gitarristin Julia Lange, die Saxophonistin Asya Fateyeva und das Ensemble Salaputia Brass. Gaëlle Arquez war der Star bei den Bregenzer Festspielen 2017 und schlug als Carmen das Publikum in ihren Bann. Die französische Mezzosopranistin hat in Paris studiert, wo sie 2013 ihr Debüt an der Opéra Bastille gab. Mittlerweile singt sie mit großem Erfolg an den großen Opernhäusern in Wien, München, Madrid und Frankfurt. Sie ist mit Hunderttausenden Aufrufen ihrer Videos auf ihrem eigenen Channel schon ein YouTube-Star: Julia Lange, die auf Bundesebene bereits dreimal den Wettbewerb “Jugend musiziert” gewann. Dass sie nicht nur meisterhaft klassische Gitarre, sondern genauso virtuos Westerngitarre spielt, zeigt sie eindrucksvoll bei den “Stars von morgen”. Asya Fateyeva ist bereits ECHO Klassik-Preisträgerin und wurde von der Presse als “Sensation für die Musikwelt” gefeiert. Die junge auf der Krim geborene Saxophonistin hat sich zum Ziel gesetzt, dem klassischen Saxophon seinen selbstverständlichen Platz im Musikleben zu geben. Sie waren alle im Bundesjugendorchester, bevor sie 2011 ein neues Blechbläserensemble gründeten. Inzwischen nehmen die Musiker von Salaputia Brass CDs auf und überraschen bei ihren Auftritten mit fetzigen eigenen Arrangements. Das “Stars von morgen”-Orchester, die Junge Sinfonie Berlin, spielt dieses Mal unter der Leitung von Elias Grandy.

Zusatzinfo:
In vier weiteren Folgen der Reihe “Stars von morgen” präsentiert Rolando Villazón wieder junge Musiker, die am Beginn einer außergewöhnlichen Karriere stehen. Schauplatz der Sendung ist das ehemalige Stummfilmkino Delphi in Berlin. Begleitet werden die Künstler bei ihren Auftritten von der Jungen Sinfonie Berlin.

Donnerstag, 24.06. / 05:00 Uhr / Stars von morgen mit Rolando Villazón 2017 (¾)
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 44 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Elias Grandy
Orchester: Junge Sinfonie Berlin

Mit: Emmanuel Tjeknavorian (Violine), Louise Alder (Sopran), Marie Sophie Hauzel (Klavier), Ilker Arcayürek (Tenor)

Online verfügbar von 23/06 bis 24/07

Das ehemalige Berliner Stummfilmkino Delphi ist einmal mehr Schauplatz für eine neue Folge der “Stars von morgen”. Gastgeber Rolando Villazón präsentiert vier junge Musiker, dieses Mal mit einem reinen Mozart-Programm. Begleitet werden die Interpreten von der Jungen Sinfonie Berlin unter der Leitung von Elias Grandy.

Mozart-Botschafter Rolando Villazón präsentiert eine neue Folge der “Stars von morgen”, die sich ausschließlich der Musik des österreichischen Genies widmet. Im ehemaligen Berliner Stummfilmkino Delphi treten der Geiger Emmanuel Tjeknavorian, die Sopranistin Louise Alder, die Pianistin Marie Sophie Hauzel und der Tenor Ilker Arcayürek auf. Der in Wien geborene Geiger Emmanuel Tjeknavorian zog durch die Auszeichnung beim Jean-Sibelius-Wettbewerb 2015 große Aufmerksamkeit auf sich. Seither feiert er erfolgreiche Debüts in den großen Konzerthäusern Europas. Louise Alder zählt zu den herausragenden jungen Sopranistinnen. Nach der Auszeichnung mit dem Young Singer Award bei den International Opera Awards 2017 wurde ihr bei der BBC Cardiff Singer of the World Competition der Publikumspreis verliehen. Seit 2014 ist sie Ensemblemitglied der Oper Frankfurt. Die Pianistin Marie Sophie Hauzel wurde 2009 als Jungstudentin am Leopold Mozart Institut in Salzburg aufgenommen. 2011 nahm sie erstmals erfolgreich an “Jugend musiziert” teil, mit dem ersten Preis auf Landesebene und 2014 auch auf Bundesebene. Sie macht auch international auf sich aufmerksam und ist bei renommierten Veranstaltungen zu Gast. Der türkischstämmige Tenor Ilker Arcayürek wuchs in Wien auf. Dort sammelte er erste Erfahrungen an der Volksoper und an der Staatsoper. Engagements an zahlreichen Bühnen und Konzerthäusern folgten. Seit 2015 ist Ilker Arcayürek Ensemblemitglied am Staatstheater Nürnberg. Die Junge Sinfonie Berlin, die in dieser Folge von Elias Grandy geleitet wird, begleitet die “Stars von morgen”.

Zusatzinfo:
In vier weiteren Folgen der Reihe “Stars von morgen” präsentiert Rolando Villazón wieder junge Musiker, die am Beginn einer außergewöhnlichen Karriere stehen. Schauplatz der Sendung ist das ehemalige Stummfilmkino Delphi in Berlin. Begleitet werden die Künstler bei ihren Auftritten von der Jungen Sinfonie Berlin.

Donnerstag, 24.06. / 17:50 Uhr / Auf den Spuren von Amélie Poulain ~ Kulissen des Kultkinos
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE 43 Min.
Regie: Vincent Trisolini
Online verfügbar von 17/06 bis 24/07

Ob auf den Spuren des Herrn der Ringe in Neuseeland, von Harry Potter in Schottland oder von „Tiger & Dragon“ in China – die fünfteilige Dokumentationsreihe „Kulissen des Kultkinos“ macht sich anhand legendärer Filme auf zu spektakulären Drehorten, deren Kulissen teils erhalten geblieben sind. Wie haben sich die Filmemacher dieser Schauplätze bedient, inwiefern boten sie sich als Inspirationsquelle an und was machte gerade sie so einzigartig? Von Abbesses bis Sacré-Cœur, vom Canal Saint-Martin bis zum Gare de l’Est – die Welt von Amélie Poulain steckt voller Fantasie, Nostalgie und einem Hauch Magie. Eines Tages beschließt die schüchterne Kellnerin, anderen Menschen zu helfen, und verändert damit ihr Schicksal. Das gebrochene Herz ihrer Concierge heilen oder die Spur ihres Traumprinzen aufstöbern, Amélie widmet sich heimlich zahlreichen Aufgaben, die ein wenig Glück und Poesie um sie herum verbreiten. Die Figuren aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“ scheinen einem Technicolor-Märchen entsprungen zu sein, doch man kann sie tatsächlich in den versteckten Winkeln von Paris treffen, sofern man nur weiß, wo man suchen muss.

Von Abbesses bis Sacré-Cœur, vom Canal Saint-Martin bis zum Gare de l’Est – die Welt von Amélie Poulain steckt voller Fantasie, Nostalgie und einem Hauch Magie. Eines Tages beschließt die schüchterne Kellnerin, anderen Menschen zu helfen, und verändert damit ihr Schicksal. Das gebrochene Herz ihrer Concierge heilen oder die Spur ihres Traumprinzen aufstöbern – Amélie widmet sich heimlich zahlreichen Aufgaben, die ein wenig Glück und Poesie um sie herum verbreiten. Die Figuren aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“ scheinen einem Technicolor-Märchen entsprungen zu sein, doch man kann sie tatsächlich in den versteckten Winkeln von Paris treffen, sofern man nur weiß, wo man suchen muss. Der Streifzug durch die französische Hauptstadt folgt Menschen durch Paris, die anderen den Alltag verschönern und auf ihre Weise positiv zum großen Ganzen beitragen möchten. Er führt in ein nostalgisches Schneekugel-Paris, das nichts mit dem echten, modernen Paris zu tun zu haben scheint. Die Spurensuche beginnt in Montmartre im Bistro „La Midinette“, einer wahren Pariser Institution, wo die Concierge Sonia, eine Zugehfrau für über 90-Jährige, regelmäßig zu Mittag isst. Im Anschluss geht es mit einer Vélosolex, mittlerweile einem Sammlerobjekt, das Nostalgiker schwärmen lässt, auf Erkundungstour – mit Halt am Gare de l’Est, der mit seiner faszinierenden Architektur lange Zeit als einer der schönsten Bahnhöfe der Welt galt. Nachts, wenn der Eiffelturm zu einem Leuchtturm wird und sich im Canal Saint-Martin die Sterne spiegeln, senkt sich Ruhe über die Stadt. Jetzt gibt es frische Ware im größten Lebensmittelgroßmarkt der Welt – Rungis. Hier kaufen Restaurantbesitzer wie Stéphane vom Bistro „La Midinette“ am frühen Morgen ganz besondere Produkte ein. Auch im Viertel Sèvres-Babylone legt der Trubel manchmal eine Pause ein – wie im Deyrolle, einem zauberhaften Kuriositätenkabinett in der Rue du Bac 46, das auf ausgestopfte Tiere spezialisiert ist. Weiter geht es mit dem Streetart-Künstler Thoma Vuille, der seit 2000 die Fassaden in Metropolen wie New York, Tokio oder Hongkong mit einer optimistisch lachenden Katze verziert. 2002 verlieh er seiner gelben Katze zwei Flügel, damit sie, ähnlich wie die Taube, die Freiheit verkörpert. Alain Bonhomme wiederum kümmert sich um die alten Schleusen am Canal Saint-Martin; er lebt in seiner eigenen stillen und entschleunigten Welt. Wie bei Amélie Poulain herrscht bei Alain eine andere Zeitdimension. Und dann wäre da noch Christelle, die den Bürgern von Paris per Boot lokales Obst und Gemüse aus dem Umland bringt. Und nicht zuletzt Oscar Comtet, der in einer versteckten grünen Oase ein romantisches kleines Hotel am Montmartre führt, wo er sogar eigene Hühner hält. Und es gibt noch andere unbeugsame Bewohner, die es vorziehen, versteckt zu leben: Im Herzen von Montmartre trainieren die Mitglieder eines Pétanque-Clubs an einem geheimen Ort. Paris gefällt Amélie Poulain deshalb so gut, weil die Stadt genau wie sie voller Geheimnisse und Wunder steckt. Einige der Menschen, die diese Stadt bewohnen, haben wie die Filmcharaktere eine besondere Wesensart, dieses gewisse Etwas, das dem Leben einen Hauch Poesie, Witz und Magie verleiht.

Freitag, 25.06. / 23:35 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2021, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David COMBE, Jean-Marc BARBIEUX
Erstausstrahlung

Freitag, 25.06. / 00:05 Uhr / Flow Festival 2019: The Cure – James Blake – Blood Orange – The Holy
Musik, Finnland, 2019, ARTEYLE 60 Min.
Regie: Kimmo Kajasto
Online verfügbar von 25/06 bis 25/07

Musik, Kunst und Vielfalt in einmaliger Atmosphäre – das finnische Flow Festival bietet für jeden etwas. Das Festivalgelände im ehemaligen Industriegebiet Suvilahti im Nordosten von Helsinki liegt nur einen Steinwurf von der Ostsee entfernt. Was 2004 als kleines alternatives Festival begann, gilt mittlerweile als eines der wichtigsten und coolsten Events in Nordeuropa. Fast 90.000 Musikliebhaber strömen Jahr für Jahr aus der ganzen Welt für ein Wochenende nach Helsinki, um dort eines der besten genreübergreifenden Festivals in Europa mitzuerleben, wie es die „Huffington Post“ nennt. Und es werden immer mehr. 2019 bot das Flow Festival vom 9. bis 11. August drei Tage grandiose Musik auf mehreren Bühnen, unter anderem auf der spektakulären Balloon 360° Stage. Das musikalische Angebot reicht von Folk-Pop über World Music bis zu Jazz und glänzt unter dem finnischen Augusthimmel mit einem umfangreichen Line-up nationaler und internationaler Stars. ARTE transportiert die magische Atmosphäre des Flow Festivals zu den Zuschauerinnen und Zuschauern nach Hause – unter anderem mit Acts wie dem bejubelten Produzenten und Songwriter James Blake, der Indie-Folkpop-Legende Father John Misty, der afro-psychedelischen Band BCUC und der Indie-Rockband The Holy.

Freitag, 25.06. / 02:45 Uhr / Anna Magnani – Der unkonventionelle Filmstar aus Rom
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: Enrico Cerasulo

Sie war die führende Charakterdarstellerin des Neorealismus: Anna Magnani hat mit „Rom, offene Stadt“ Filmgeschichte geschrieben. Sie spielte die einfachen Frauen aus dem Volk so einfühlsam, dass sie zu einer der populärsten Schauspielerin Italiens der Nachkriegszeit wurde. Auch Hollywood beeindruckte sie mit ihrer schauspielerischen Präsenz: Als erste Italienerin gewann sie einen Oscar. Neben seltenen Archivdokumenten und Privataufnahmen zeigt das Porträt ein unveröffentlichtes Interview, das die italienische Journalistin und Schriftstellerin Oriana Fallaci mit der Schauspielerin führte.

Der Weltruhm der italienischen Schauspielerin Anna Magnani begann 1945 mit Roberto Rosselinis Meisterwerk „Rom, offene Stadt“. Berühmt ist die Szene, in der Anna Magnani als liebende Pina dem Lastwagen der deutschen Besatzer hinterherläuft, mit dem ihr Verlobter Francesco abtransportiert wird. Von hinten Fallen die Schüsse der SS-Männer und Pina stirbt noch auf der Straße. Pinas erschütternder Aufschrei nach ihrem Geliebten ist zu einem bedeutenden Antikriegsbild geworden. Der Neorealismus war eine Antwort auf den Faschismus in Italien und künstlerisch vom poetischen Realismus Frankreichs beeinflusst. Diese neue Art des Filmens wollte die Wirklichkeit ungeschminkt zeigen: das Leiden unter der Diktatur, die Armut und Unterdrückung des einfachen Volkes. Anna Magnani verkörperte solche Frauenfiguren aus dem einfachen Volk. Ihr Schauspielstil steht für einen Realismus der Leidenschaften und Gefühle. Sie inspirierte renommierte Regisseure des europäischen und des US-amerikanischen Films wie Roberto Rossellini, Luchino Visconti, Federico Fellini, Pier Paolo Pasolini, Jean Renoir, Sidney Lumet, Daniel Mann, George Cukor und Stanley Kramer. 1956 gewann sie einen Oscar für ihre schauspielerische Leistung in der Tennessee-Williams-Adaption „Die tätowierte Rose“.

Die Dokumentation zeichnet das Lebend der Schauspielerin anhand ihrer wichtigsten Rollen nach, ergänzt durch Berichte berühmter Kollegen, mit denen sie drehte. Erinnerungen ihres Sohnes Luca runden das Bild ab. Neben teilweise seltenen Archivdokumenten und Privataufnahmen bringt der Film auch ein unveröffentlichtes Interview, das die italienische Journalistin und Schriftstellerin Oriana Fallaci mit der Schauspielerin führte.


Regelmäßige Sendungen mit kultureller Themen auf arte sind zudem:
– Stadt, Land, Kunst (Mo. – Fr. 13 Uhr) und
– TWIST (Sonntagnachmittag)

Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind meist nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.