arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.


Programmwoche 03:

Sonntag, 16.01. / 23:15 Uhr / Robert Wilson ~ Die Schönheit des Geheimnisvollen
Dokumentation, Deutschland, 2021, ZDF 52 Min.
Regie: Carl von Karstedt
Online verfügbar von 15/01 bis 16/04
Erstausstrahlung

Robert Wilson zählt zu den bedeutendsten Theatermachern der Welt. Sein Markenzeichen: magische Bilder von großer Schönheit, die kaum zu deuten, aber doch zugänglich sind. Internationale Stars aus Musik, Kunst und Film arbeiten immer wieder an seiner Seite. Grimmepreisträger Carl von Karstedt hat Wilson über ein Jahr lang begleitet, um dem Geheimnis seines Schaffens auf die Spur zu kommen.

„Das Schönste und Tiefste, was der Mensch erleben kann, ist das Gefühl des Geheimnisvollen“, sagte Albert Einstein. Kaum ein Satz könnte das Wirken des Theaterkünstlers Robert „Bob“ Wilson besser beschreiben. Der Autor und Grimmepreisträger Carl von Karstedt ist schon als Kind in den Bann von Wilsons Kunst geraten und seitdem seinen Werken auf der Spur. Inszenierungen von magischer Schönheit, die sich einer Interpretation jedoch rasch entziehen. Was macht diese Tiefe aus, die so viele bei Robert Wilsons Inszenierungen empfinden?

Über ein Jahr lang hat Carl von Karstedt „Bob“ nun begleitet – bei Proben, beim Mittagessen mit alten Bekannten –, um herauszufinden, ob sich das Geheimnis lüften lässt und was es mit der Schönheit und Tiefe dieser Kunst auf sich hat. Er hat Bobs Assistenten und viele prominente Persönlichkeiten dazu befragt, darunter Hollywoodstar Willem Dafoe, Schauspieler Christian Friedel, seine langjährige Kollaborateurin Ann-Christin Rommen und die Konzeptkünstlerin Marina Abramovic sowie die Musiker Tom Waits und Philip Glass. Sie alle arbeiten seit Jahrzehnten immer wieder mit Wilson zusammen.

Im Jahr 1976 kam der internationale Durchbruch mit „Einstein on the Beach“, einem sechsstündigen Bühnen-Rausch mit der Musik von Philip Glass. Spätestens seit der Hamburger Inszenierung von William Burroughs‘ „The Black Rider“ unter Mitwirkung von Tom Waits wurde Robert Wilson selbst zum Superstar.

Ein Rückblick auf ein halbes Jahrhundert geheimnisvollen künstlerischen Schaffens – begleitet von dem Versuch, einen einzigartigen künstlerischen Code zu knacken.

Sonntag, 16.01. / 00:10 Uhr / Winterreise ~ Ein Ballett von Christian Spuck
Tanz, Schweiz, 2021, SWR 95 Min.
Fernsehregie: Michael Beyer
Komponist: Franz Schubert, Hans Zender
Dirigent: Benjamin Schneider
Orchester: Philharmonia Zürich
Choreographie: Christian Spuck
Dramaturgie: Christian Spuck, Michael Küster
Mit: Mauro Peter (Tenor)
Online verfügbar von 16/01 bis 16/04
Erstausstrahlung

Das Ballett von Christian Spuck mit der Musik von Hans Zender für Schuberts „Winterreise“ ist eine komponierte Interpretation. In einer Mischung aus großen Ensembleszenen und intimen Solobildern unternimmt Christian Spuck eine Reise ins Innere des Menschen. Dabei erkundet er so zeitlose Themen wie Liebe, Sehnsucht, Entfremdung und Verlassenheit und ermöglicht mit den Mitteln des Tanzes eine neue Perspektive auf eines der großen klassischen Meisterwerke.

Franz Schuberts „Winterreise“, ein Zyklus aus 24 Liedern für Singstimme und Klavier auf Gedichte von Wilhelm Müller, gilt nicht nur als Höhepunkt in Schuberts Liedschaffen, sondern als Gipfel des deutschen Kunstlieds überhaupt. Der deutsche Komponist Hans Zender bearbeitete den Zyklus 1993. Seine Fassung für Tenor und kleines Orchester legt ebenso einfühlsam wie radikal das Verstörungspotenzial des Zyklus frei und nähert sich den Gedichten Wilhelm Müllers auf eigene Weise.

Zender stößt in die dunkelsten Regionen des Menschseins vor. Mit seiner Interpretation fördert er Emotionen zu Tage, die bei Schubert unter der Oberfläche pulsieren, und deckt die unheimlichen Schichten in der Tiefe der Musik auf.

Das Ballett von Christian Spuck mit der Musik von Hans Zender für Schuberts „Winterreise“ ist eine komponierte Interpretation. Ähnlich wie Hans Zender geht es Christian Spuck in seiner 2019 mit dem renommierten „Prix Benois de la Danse“ ausgezeichneten Inszenierung weniger darum, die äußerlichen Stationen des Reisenden zu bebildern, als sich vielmehr in ausgreifender Abstraktion mit dem Zyklus auseinanderzusetzen.

In einer Mischung aus großen Ensembleszenen und intimen Solobildern unternimmt Christian Spuck eine Reise ins Innere des Menschen. Dabei erkundet er so zeitlose Themen wie Liebe, Sehnsucht, Entfremdung und Verlassenheit und ermöglicht mit den Mitteln des Tanzes eine neue Perspektive auf eines der großen klassischen Meisterwerke.

Freitag, 21.01. / 23:30 Uhr / Stephen King ~ Das notwendige Böse
Schwerpunkt: Winter of Mysteries
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Julien Dupuy
Online verfügbar von 14/01 bis 22/03

Von seinen Horrorromanen wurden weltweit über 350 Millionen Exemplare verkauft. Stephen King gilt seit einem halben Jahrhundert als Kultfigur – und einer der am häufigsten verfilmten Schriftsteller. Doch wer kann behaupten, sein Werk wirklich zu kennen? Seit den 1970er Jahren gilt er als unbestrittener Meister der Horror- und Fantasy-Literatur – zwei Genres, denen er eine Vielzahl neuer Mythen schenkte. Bekannt ist auch seine unglaubliche Produktivität, die unzählige Romane, Novellen, Kurzgeschichten und Drehbücher hervorbrachte. Spezialisten des Genres wissen zudem, dass King die Arbeit eines seiner Mentoren Richard Matheson fortsetzt, indem er die übernatürliche Erzählung vom Dekorum des Schauerromans befreit, in dem sie seit Jahrhunderten gefangen war. Kings Romane zeichnen sich durch einen besonderen Umgang mit dem Fantastischen und mit der Kindheit aus. Charakteristisch ist zudem auch die regionale Färbung: Für Stephen King ist Maine, was für William Faulkner der Mississippi war. Ganz entscheidend für das Verständnis dieses Autors ist auch seine Auseinandersetzung mit den US-amerikanischen Dämonen Gewalt, soziale Ungleichheit und Rassendiskriminierung. Bei näherer Beschäftigung mit Kings Romanen erscheint hinter der Maske des Experten für blutrünstige Trivialliteratur ein hochsensibler Schriftsteller, der in seinem vielgestaltigen Werk die Grundwerte Bildung und Toleranz propagiert. In selten gezeigten Interviews mit dem Autor enthüllt die Dokumentation das komplizierte, aber immer gut funktionierende Räderwerk seiner Romane. Dabei dringt sie in die unbekannten Gefilde seines Schaffens vor und fördert verblüffende Mechanismen zutage.

Freitag, 21.01. / 00:25 Uhr / Brian Eno & Roger Eno
Live at the Acropolis, Athens
Schwerpunkt: Winter of Mysteries
Musik, Deutschland, 2021, ZDF 70 Min.
Regie: Tilo Krause
Mit: Brian Eno, Roger Eno
Online verfügbar von 20/01 bis 21/04
Erstausstrahlung

Für ihren ersten gemeinsamen Live-Auftritt hätten die englischen Brüder Brian und Roger Eno wohl kaum einen spektakuläreren Ort wählen können: Die beiden Ambient-Musiker machen das Amphitheater von Herodes Atticus zu ihrer Bühne. Die atemberaubende Kulisse der Akropolis von Athen in Verbindung mit atmosphärischen Musiklandschaften begeistern die Zuschauer. Musikstücke aus legendären Produktionen werden in Bildern visualisiert – dabei werden Filmmusik, Fernseh-Soundtracks und sphärische Klänge der Ambient-Musik auf die Steine des legendären Amphitheaters von Herodes Atticus projiziert. Die spektakuläre Location in Kombination mit der Verschmelzung von visuellen und akustischen Eindrücken machen die Show zu einem einzigartigen Erlebnis.

Die englischen Musiker-Brüder Brian und Roger Eno spielen zum ersten Mal gemeinsam live und das vor der atemberaubenden Kulisse der Akropolis von Athen. Atmosphärische Musiklandschaften aus legendären Produktionen werden in Bildern visualisiert, indem Filmmusik, Fernseh-Soundtracks und sphärische Klänge der Ambient-Musik auf die Steine des legendären Amphitheaters von Herodes Atticus projiziert werden.

Die Fusion aus Akustik und Bild in Kombination mit der Atmosphäre dieser außergewöhnlichen Location erschafft ein ganz besonderes Konzertereignis.

Es ist einer der sehr seltenen Live-Auftritte von Brian Eno. Er singt unter anderem Songs aus seinem Album „Before and After Science“ („Julie With …“, „By This River“) sowie neue, noch nie öffentlich aufgeführte Stücke. Brian Enos Ruf als Solo-Rockmusiker und als Produzent für Größen wie David Bowie, U2 und die Talking Heads eilt ihm voraus – doch es ist seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der Ambient-Musik, die ihn erstmals mit seinem Bruder zusammenarbeiten ließ. Roger spielte zusammen mit dem Steel-Gitarristen Daniel Lanois für die 1983 erschienene Platte „Apollo: Atmospheres and Soundtracks“ – eine gefeierte Sammlung von Ambient-Soundscapes und von Country und Western inspirierten Tracks, die ursprünglich als Soundtrack für die NASA-Dokumentation „For All Mankind“ komponiert wurde. Zuletzt kollaborierten die Brüder für das 2020 erschienene Album „Mixing Colours“ und die nachfolgende EP „Luminous“.


Programmwoche 04:

Samstag, 22.01. / 05:00 Uhr / Gidon Kremer – Die eigene Stimme finden (Eine Annäherung)
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF 56 Min.
Regie: Paul Smaczny
Mit: Gidon Kremer, Kremerata Baltica
Online verfügbar von 21/01 bis 29/01

Geigenvirtuose, Orchestergründer, Kunstaktivist: Der lettisch-deutsche Jahrhundertgeiger Gidon Kremer ist eine Ausnahmeerscheinung im Klassikbetrieb. Seit rund einem halben Jahrhundert steht Kremer, der im Oktober 2017 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde, auf der Bühne; mehr als 100 CDs hat er aufgenommen. Er spielte mit Leonard Bernstein und Herbert von Karajan, mit Nikolaus Harnoncourt und James Levine. Ob die Tangos von Astor Piazzolla, die Musik der Zeitgenossen Arvo Pärt und Alfred Schnittke – Kremer hat stets auch den Zeitgeist verstanden. Die Dokumentation ist eine Annäherung an einen Künstler, dessen Leben untrennbar mit der Musikgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und des frühen 21. Jahrhunderts verbunden ist. Das Porträt eines Musikers, der als große universelle Künstlerpersönlichkeit das Musikleben und den musikalischen Diskurs bis heute entscheidend mitprägt. Filmemacher Paul Smaczny begleitete Gidon Kremer ein Jahr lang mit der Kamera, beobachtete ihn mit dem Kammerorchester Kremerata Baltica in Paris und in seiner Geburtsstadt Riga, als Solisten in Moskau, Tokio und Stuttgart und begegnete auch dem gesellschaftlich und politisch engagierten Menschen. Die Dokumentation lässt zudem wichtige Stationen einer beispiellosen Karriere Revue passieren und erzählt von wichtigen Einflüssen, Begegnungen und Partnerschaften, die den Künstler bis heute prägen: von seinem Lehrer David Oistrach, von großen Dirigenten wie Leonard Bernstein – und von großen Komponisten wie Arvo Pärt, Luigi Nono oder Alfred Schnittke.

Zusatzinfo:
Mit den Mitteln des beobachtenden Dokumentarfilms porträtiert der Film ruhig und unaufdringlich seinen Protagonisten, der darin vor allem selbst zu Wort kommt. Ein ruhiger, bedächtiger Film, der die Erfahrung von größter Interpretationskunst und tiefen musikalischen Inhalten auf den Zuschauer überträgt und mit seinen poetischen Bildern eine bewegende Intensität erzeugt.

Samstag, 22.01. / 09:20 Uhr / Ein Jahr in der Juilliard School von New York: Alle zusammen!
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2012, ARTE F 26 Min.
Regie: Priscilla Pizzato
Online verfügbar von 17/11 bis 22/07

Die New Yorker Juilliard School ist das führende Musikkonservatorium und die angesehenste Schauspielschule der Welt: Die Dokumentationsreihe beobachtet ein Jahr im Leben der jungen Tänzer, Musiker und Schauspieler, die die Aufnahmeprüfung bestanden haben. Viele große Stars sind ehemalige Absolventen, darunter sind so beeindruckende Namen wie Kevin Spacey, Robin Williams, Jessica Chastain, Yo-Yo Ma, Pina Bausch oder Renée Fleming.

Junge Künstler, die zu den begabtesten ihrer Generation zählen, Lehrer mit internationalem Renommee, ein einzigartiger Ansatz für die künstlerische Ausbildung und eine Atmosphäre, die an den Film „Fame“ erinnert: „Ein Jahr in der Juilliard School von New York“ verfolgt ein Studienjahr den Alltag an der legendären New Yorker Ausbildungsstätte für Musik, Tanz und Schauspiel. Wie wird man zum Ausnahmekünstler von morgen?

Die Dokumentationsreihe wirft einen Blick hinter die Kulissen – von der „Hamlet“-Probe bis hin zum Konzert im berühmten Jazzclub Blue Note, von der Aufführung in einem Zentrum für minderjährige Drogenabhängige über das Vortanzen zur Aufnahme in ein berühmtes Tanzensemble bis hin zum Stepptanz- und Philosophieunterricht.

Mit dabei sind Mathis, ein junger französischer Jazzpianist im ersten Jahr, der die Schule gerade erst entdeckt; Mariella, eine virtuose deutsche Geigerin, die vom großen Itzhak Perlman unterrichtet wird; die Schauspieler Ryan und Lars aus Norwegen, die sich mit Shakespeare ebenso wie mit der musikalischen Komödie auseinandersetzen müssen; Raymond, der bei Profiensembles vortanzt; John und Wallis, ein junges Sängerpaar, das kurz vor dem Abschluss steht.

Alle erzählen von ihrem Künstlerleben an der Schule, sprechen über ihre Zukunftsträume und -ängste. Das besondere Talent und Engagement der Studenten wie der Lehrer, diese spezielle, aus der Vermischung verschiedener Kunstformen genährte Energie, machen die Juilliard School zu einer ganz besonderen Ausbildungsstätte, die sehr viel mehr ist als eine reine Virtuosenschmiede.

Sonntag, 23.01. / 15:25 Uhr / Russisch Roulette ~ Dostojewski und die Sehnsucht nach dem Westen
Dokumentarfilm, Deutschland, 2021, SWR 90 Min.
Regie: André Schäfer
Online verfügbar von 23/01 bis 22/02
Erstausstrahlung

Im 19. Jahrhundert ist Baden-Baden die heimliche Hauptstadt Europas – jedenfalls im Sommer. Vor allem auf Russen übt die Stadt eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus: für Adel, Diplomaten, Militärs und nicht zuletzt auch für Literaten war die Stadt an der Oos ein Sehnsuchtsort. Baden-Baden gilt als idealer Kurort – und bietet den russischen Gästen außerdem eine Sensation, die im Zarenreich verboten ist: das Spielcasino. Dem Glückspiel ist unter anderem Dostojewskij verfallen. Hier – in „Roulettenburg“ – spielt er, hier gewinnt er und verliert. Seiner Sucht hat er mit dem Roman „Der Spieler“ ein spektakuläres Denkmal gesetzt.

Auch andere russische Dichter kommen nach Baden-Baden: Gogol, Gontscharow, Tolstoi und Turgenjew, der hier viele Jahre lebt. Turgenjew hat sich vom Osten abgewendet und bewundert den Westen. Dostojewskij dagegen hasst den Westen. In Baden-Baden prallten die beiden Star-Autoren aufeinander.

In prachtvollen Bildern erzählt die Dokumentation „Russisch Roulette“ die Geschichte der Sommerhauptstadt Europas. Mit Hilfe von aufwendigen Neudrehaufnahmen und ausgesuchtem Archivmaterial entfaltet der Film das Panorama einer grandiosen Epoche, der erst durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein Ende gesetzt worden ist.

Der aus Russland stammende Illustrator Vitali Konstantinov hat für „Russisch Roulette“ Originalillustrationen geschaffen, die von Kiana Naghshineh animiert wurden. Im Film zu Wort kommen unter anderem: Denis Scheck, Wladimir Kaminer, die Slawistin Elisabeth Cheauré, der französischen Übersetzer André Markowicz und der Dostojewskij-Biograph Andreas Guski.

Sonntag, 23.1. / 16:55 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2022, NDR 30 Min.
Redaktion: Annette Plomin
Mit: Romy Straßenburg
Online verfügbar von 21/01 bis 23/04
Erstausstrahlung

Sonntag, 23.01. / 17:30 Uhr / Mozarts Requiem in Salzburg
Musik, Österreich, Frankreich, 2017, ARTEORF 55 Min.
Regie: Andy Sommer
Dirigent: Marc Minkowski
Orchester: Les Musiciens du Louvre
Choreographie: Bartabas
Chor: Salzburger Bachchor

Mit: Elisabeth Kulman (Alt), Julien Behr (Tenor), Charles Dekeyser (Bass), Genia Kühmeier (Sopran), Académie équestre nationale du domaine de Versailles

Online verfügbar von 16/01 bis 22/02

Mozarts Requiem als Pferdeballett bildet den Höhepunkt der Mozartwoche 2017. Gemeinsam mit der Versailler Hofreitschule inszeniert der französische Pferdeflüsterer Bartabas ein poetisches Gesamtkunstwerk. Mit Marc Minkowski, den Musiciens du Louvre und dem Salzburger Bachchor sowie den Solisten Genia Kühmeier, Elisabeth Kulman, Julien Behr und Charles Dekeyser.

Die Mozartwoche 2017 hat einen einzigartigen Meister seines Fachs mit der szenischen Umsetzung von Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem betraut: dem französischen Pferdekünstler und Theatermacher Bartabas und dem Team der Versailler Hofreitschule. 2015 war Bartabas erstmals bei der Mozartwoche zu Gast, um Mozarts Kantate „Davide penitente“ in der Felsenreitschule in Szene zu setzen, nun widmet er sich Mozarts sakralem Meisterwerk. Die sogenannten Rossballette, ein Zusammenspiel von Musik und tanzenden Pferden, blicken auf eine Tradition zurück, die bis ins 17. Jahrhundert reicht. Das Requiem als Choreographie für Pferde stützt sich auf die bedeutende Rolle der Pferde in den Überlieferungen vieler Kulturen, laut derer sie die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits geleiten. Pferde und Menschen, Musik, Bewegung, Licht und Kostüme verschmelzen zu einem poetischen Gesamtkunstwerk. Die einzigartige Atmosphäre der Felsenreitschule stellt jene unkonventionellen Protagonisten ins Rampenlicht, für die diese Stätte vor mehr als drei Jahrhunderten errichtet worden ist: die Pferde. Die Inszenierung bietet eindrucksvolle Bilder aus der Felsenreitschule von einem einzigartigen Zusammenspiel von Mensch, Tier und Musik, mit den Musiciens du Louvre und dem Salzburger Bachchor, dirigiert von Marc Minkowski. Als Solisten treten Genia Kühmeier, Elisabeth Kulman, Julien Behr und Charles Dekeyser auf.

Sonntag, 23.01. / 22:05 Uhr / Julie Andrews ~ Unvergessene Mary Poppins
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 51 Min.
Regie: Yves Riou
Online verfügbar von 16/01 bis 25/02

Julie Andrews ist vor allem als legendäre Mary Poppins oder als Maria von Trapp in „The Sound of Music – Meine Lieder, meine Träume“ bekannt. Weniger bekannt ist, dass sie in ihrer britischen Heimat bereits als Kind ein Gesangstalent war und ihre ersten Erfolge 1940 – inmitten der Luftschlacht um England – in der Londoner U-Bahn feierte. Von anfänglichem Lampenfieber geplagt und mit einem Stimmumfang von über vier Oktaven gesegnet, steigt Andrews zum Liebling der britischen Music Halls auf. Dann geht es nach Amerika, wo sie nach ihrem Broadway-Erfolg mit „My Fair Lady“ zum Musical-Star in Hollywood avanciert. Für ihre erste Filmrolle der Mary Poppins erhält sie einen Golden Globe und einen Oscar. Nach einer Zeit der beruflichen und privaten Rückschläge feiert sie mit dem Film „Victor/Victoria“ unter der Regie ihres Ehemanns Blake Edwards ein strahlendes Comeback – in einer Rolle, die sie zur Queer-Ikone macht. Die Schauspielerin, die Generationen beglückte, ließ sich nie unterkriegen, auch nicht vom Verlust ihrer Sopranstimme nach einer Operation, der sie sich 1997 wegen ihrer intensiven Bühnentätigkeit unterziehen musste. Ihre scheinbar unerschöpfliche Energie setzte sie in politisches Engagement um und setzte sich für Frauen in der dritten Welt ein. Mit über 80 Jahren begeistert sie ihr Publikum auch heute noch in Fernsehsendungen und als Synchronstimme von Zeichentrickfiguren: eine außergewöhnlich vielseitige und langlebige Karriere. Dieser ereignisreiche Film blickt mit viel Fantasie und Humor auf das Leben von Julie Andrews und entfaltet eine subtile Poesie zwischen Musik, Tanz und dem unverwechselbaren Lachen der Schauspielerin.

Sonntag, 23.01. / 22:55 Uhr / Fuoco Sacro ~ Suche nach dem heiligen Feuer des Gesangs
Dokumentarfilm, Deutschland, USA, Großbritannien, 2021, BR 92 Min.
Regie: Jan Schmidt-Garre
Online verfügbar von 23/01 bis 22/02
Erstausstrahlung

Ein Film über drei große Sängerinnen und zugleich ein Film über das Herz der Oper: Die Dokumentation stellt Ermonela Jaho, Barbara Hannigan und Asmik Grigorian vor, fragt, was sie machen, wie sie es machen und was es in uns auslöst. Sie kommen aus den verschiedensten Kulturen – Albanien, Kanada, Litauen – und sie könnten unterschiedlicher nicht sein, aber eines haben sie gemeinsam: Sie schonen sich nicht, sie geben auf der Bühne mehr als alles.

Den letzten Schutzschild, auf den ihre Kolleginnen nicht verzichten wollen, brauchen sie nicht. Sie verschmelzen mit ihren Bühnenfiguren und wollen das totale Erlebnis. Nur mit Künstlerinnen wie ihnen kommt die Oper zu sich; es entsteht Musiktheater im emphatischen Sinn.

Wie Stanislawski, der großen Schauspielern nachspionierte, um ihren Geheimnissen auf die Spur zu kommen, beobachtet die Dokumentation ihre Protagonistinnen: Wie verbringen sie den Tag vor einer Premiere? Wann kommen sie ins Theater? Wie sieht ihre Garderobe aus? Was geschieht in den Sekunden vor dem Auftritt? Die Sängerinnen öffnen sich wie selten zuvor und offenbaren dem Zuschauer das Glück der Selbstvergessenheit wie auch die schwarzen Abgründe, ohne die keine große Kunst entsteht.

Sonntag, 23.01. / 00:30 Uhr / Barbara Hannigan in Ludwigsburg
Musik, Deutschland, 2021, ZDF 89 Min.
Regie: Jörg Thomas Mohr
Komponist: Igor Strawinsky, Joseph Haydn, George Gershwin, Charles Ives, Arnold Schönberg, Claude Vivier
Dirigent: Barbara Hannigan
Orchester: Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele

Mit: Barbara Hannigan (Sopran), Aphrodite Patoulidou (Sopran), Coline Dutilleul (Mezzosopran), Charles Sy (Tenor), Douglas Williams (Bassbariton)

Online verfügbar von 22/01 bis 22/07
Erstausstrahlung

Zum Höhepunkt ihrer einwöchigen Residenz bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen 2021 widmete sich Barbara Hannigan zusammen mit dem Festspielorchester dem Spiel von Licht und Schatten. ARTE zeigt das Konzert, das den „hellen“ Seiten des Lebens gewidmet war, und das mit Werken von Haydn, Gershwin und Strawinsky überschwängliche Harmonien bietet.

Die Sopranistin und Dirigentin Barbara Hannigan gilt als exemplarische Interpretin vor allem zeitgenössischer Musik. In ihrer Karriere traf sie bereits auf berühmte Choreographen und Regisseure wie Katie Mitchell, Sasha Waltz und Christoph Marthaler.

Auch in der Zusammenarbeit mit Komponisten wie György Ligeti, Henri Dutilleux oder Salvatore Sciarrino hat sie bereits über 85 Werke zur Uraufführung gebracht. Ihr 2017 erschienenes Album „Crazy Girl Crazy“ wurde mit einem Grammy ausgezeichnet; 2020 erhielt sie darüber hinaus den Léonie-Sonning-Musikpreis.

Mittwoch, 26.01. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Fritz Kalkbrenner
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 64 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Mit: Fritz Kalkbrenner
Online verfügbar von 25/01 bis 25/02

Er ist in den Clubs von New York, London und Tokio zu Hause. Für „Berlin Live“ macht er nun wieder einmal Halt in seiner Heimatstadt: Fritz Kalkbrenner. Hitsingles wie „Get a Life“ und „Back Home“ prägten in den letzten Jahren das moderne Verständnis von elektronischer Musik. Mit seinem Album „Drown“ besinnt sich der Star der weltweiten Techno-Szene nun auf seine musikalischen Wurzeln zurück. Die Sounds, die Fritz vor 20 Jahren zur elektronischen Musik brachten, halfen ihm, seinen musikalischen Blick in eine neue Richtung zu lenken und flossen in die Entstehung der aktuellen Platte mit ein. Der DJ-Star sah nach vier erfolgreichen Alben die Zeit für Neuerungen gekommen, wie er selbst sagt: „Irgendwann kommst du auf ein Treibsandplateau. Danach hast du das Problem, dass alles weitere Reprise von etwas ist, was du schon mal gemacht hast.“ Minimalistisch wie nie zuvor gibt sich Fritz auf seinem Album, das komplett ohne die charakteristischen Vocals des Berliners auskommt, ganz nach der Maxime: Weniger ist mehr. Die Mischung aus klaren House-Strukturen, melodischen Sounds und Fritz‘ Faszination für Dub-Techno bringt nun auch die Tanzfläche des SchwuZ zum Beben. Doch auch Fans seiner Megahits kommen bei dieser Ausgabe von „Berlin Live“ auf ihre Kosten. Ein ausgelassenes Club-Konzert in bester Elektro-Atmosphäre.

Mittwoch, 26.01. / 22:00 Uhr / M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit
Schwerpunkt: Winter of Mysteries
Dokumentation, Niederlande, 2018, ZDF 57 Min.
Regie: Robin Lutz
Online verfügbar von 25/01 bis 26/04
Erstausstrahlung

Treppen, die gleichzeitig aufsteigen und hinabgehen. Figuren, die sich in 2D-Schablonen verwandeln, um wieder plastisch zu werden. Paradoxe Landschaften und surreale Stadtszenen. Metamorphosen, in denen sich Vögel zu Fischen und wieder zu Vögeln transformieren – M. C. Eschers Werk fasziniert Millionen von Fans. Der niederländische Grafiker (1898-1972) inspiriert auch heute noch Filmemacher, Maler und Musiker gleichermaßen.

Die Dokumentation „M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit“ lässt ihn anhand von Briefen, Tagebuchaufzeichnungen, Notizen und Vorträgen selbst zu Wort kommen und gibt Einblick in das faszinierende Verwirrspiel eines der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Escher kommentierte scharfsinnig die turbulente Welt um ihn herum, konzentrierte sich aber vollständig auf seine Kunst. Nach einer langen Periode, in der er vor allem traditionelle Arbeiten erschuf, gelang ihm nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinen typischen „Escher-Drucken“ der Durchbruch. In diesen Arbeiten zeigt Escher eine Welt, die auf den ersten Blick logisch erscheint, sich dann aber als in der Realität vollkommen unmöglich herausstellt. Im Film zeigen 3D-Animationen, wie Escher Ideen in seinen Grafiken Gestalt verlieh und wie sich sein Denk- und Arbeitsprozess nach und nach entwickelte. Seine Arbeiten erkennt man sofort. Woher er seine Inspiration bezog, wie er lebte, wer der geniale Grafiker war, der wie besessen arbeitete und schließlich die Welt in Staunen versetzte, erzählt der Film. Doch über seinen großen Erfolg vor allem bei der Jugend war Escher wohl selbst am meisten verblüfft.

Mittwoch, 26.01. / 00:45 Uhr / Marie Trintignant ~ Dein viel zu kurzes Leben
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Nadine Trintignant
Online verfügbar von 19/01 bis 26/04
Erstausstrahlung

2003, während der Dreharbeiten für einen Fernsehfilm über das Leben der Schriftstellerin Colette in der litauischen Hauptstadt Vilnius, wurde Nadine Trintignants Tochter Marie von ihrem Liebhaber, dem Rocksänger Bertrand Cantat, bei einem Streit durch Schläge ins Gesicht schwer verletzt. Sie starb sechs Tage später an ihren Verletzungen. Ihre Mutter drehte später den Film zu Ende und veröffentlichte das Buch „Ma fille, Marie“.

Der berufliche Werdegang der Film und Theaterschauspielerin Marie Trintignant rückte angesichts ihres tragischen Todes ungerechtfertigter Weise in den Hintergrund. Nadine Trintignant hat nun ein intimes, offenes und berührendes Porträt ihrer Tochter geschaffen, in dem die Umstände ihres Todes nur im Hintergrund eine Rolle spielen. Im Mittelpunkt steht die filmschaffende Familie, in der sie groß wurde und ihr Wirken und Arbeiten mit anderen Schauspielgrößen wie Patrick Dewaere, Isabelle Huppert und Marcello Mastroianni, Regisseuren wie Alain Corneau, Claude Chabrol, Pierre Salvadori und Samuel Benchetrit.

Beim Publikum und in der Branche hat Marie einen bleibenden Eindruck hinterlassen, zahlreiche Stars lassen an ihren Erinnerungen an den Menschen und die Schauspielkollegin teilhaben. Archivbilder, privat gedrehte Videos, Filmausschnitte und Theaterszenen fügen sich zu einer bewegenden Geschichte des viel zu kurzen Lebens der vierfachen Mutter, Schauspielerin und Autorin.

Freitag, 28.01. / 22:40 Uhr / Pink Floyd: Delicate Sound of Thunder
Schwerpunkt: Winter of Mysteries
Musik, Großbritannien, 1989, ARTE 90 Min.
Regie: Wayne Isham
Mit: Pink Floyd
Online verfügbar von 21/01 bis 29/03

ARTE zeigt den spektakulären Konzertfilm von Pink Floyd auf ihrer „A Momentary Lapse of Reason“-Tour im Jahr 1989. Gefilmt wurde mit 27 Kameras in New Yorks Nassau Coliseum. David Gilmour, Rick Wright and Nick Mason zeigten sich in Bestform und präsentierten einen Klassiker nach dem nächsten, darunter „Shine on You Crazy Diamond“, „Time“, „The Great Gig in the Sky“ und „Wish You Were Here“.


Programmwoche 05:

Samstag, 29.01. / 05:00 Uhr / Tokyo Idols ~ Die Pop Girls von Japan
Dokumentation, Deutschland, 2016, WDR 52 Min.
Regie: Kyoko Miyake
Online verfügbar von 23/01 bis 25/04

Die Dokumentation folgt drei aufstrebenden Sängerinnen bei ihren Anstrengungen, das begehrenswerteste Mädchen Japans zu werden. Indem sie den Wünschen ihrer Fans nachkommen, versuchen die „Idols“, wie sie genannt werden, die nächste Stufe der Karriereleiter zu erreichen. Die Nähe zwischen den treuen Fans und den „Idols“ ist eine der Hauptattraktionen. Nicht nur bei den Konzerten sind die Fans anwesend, auch bei organisierten Handschüttel-Events, den sogenannten „meet and greets“. Außerdem können sie durch permanente Online-Kommunikation ihre „Idols“ bewundern. Jedoch müssen sie immer einen gewissen Sicherheitsabstand zu den Sängerinnen wahren. Eine strikt einzuhaltende Regel für die Mädchen ist: Alle Fans bekommen die gleiche Aufmerksamkeit. Gleichzeitig erzählt die Dokumentation eine Geschichte über Einsamkeit und den Bruch zwischen Männern und Frauen in einer hypermodernen Gesellschaft. Sie untersucht die Dynamik zwischen den Geschlechtern und ihren virtuellen Beziehungen und zeigt, welchen Effekt diese sowohl auf das Leben der Mädchen als auch auf das der Männer hat.

Zusatzinfo:
„Tokyo Idols – Die Pop Girls von Japan“ ist eine Koproduktion des WDR mit Brakeless und EyeSteelFilm in Zusammenarbeit mit ARTE, Super Channel, BBC, IKON, DR, SVT und NRK.

Sonntag, 30.01. / 09:20 Uhr / Toulouse-Lautrec: Der Tausendsassa
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 53 Min.
Regie: Gregory Monro

Seine Frauenporträts aus der Halbwelt des Künstlerviertels von Montmartre gingen um die Welt. Um Werk und Persönlichkeit des Malers Henri de Toulouse-Lautrec ranken sich zahlreiche Klischees und Halbwahrheiten. Die Dokumentation lässt eine bestimmte Facette von Lautrec aufleben: die des lebensbejahenden, vielseitigen und unersättlichen Tausendsassas. Wegen seiner Behinderung und seines undankbaren Körperbaus wand sich Henri de Toulouse-Lautrec schon früh der Beschäftigung des Malens und Zeichnens zu. Er interessierte sich für alles, nahm jeden zum Modell, skizzierte wie kein anderer Gesichter und Körper in Bewegung, experimentierte mit Techniken und Winkeln, befreite die Malerei von akademischen Regeln, erfand die Lithografie neu und ebnete mit seinen berühmten Plakaten den Weg für die moderne Werbung. Nach einer akademischen Ausbildung, beeinflusst von Degas und Manet und persönlich mit Van Gogh befreundet, wandte er sich von den klassischen Grundsätzen und akademischen Motiven ab und brach mit der Tradition der bürgerlichen Malerei, um seinen eigenen Stil zu finden. Seine Inspiration schöpfte er in den Pariser Cabarets, Theatern und Bordellen, bei seiner Familie und seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Was Lautrec vor allem auszeichnete, war sein besonderer Blick auf Situationen und Menschen. Die künstlerische Anerkennung brachte ihm sein originelles Moulin-Rouge-Plakat „La Goulue“. Er frequentierte die Pariser Literaturszene sowie Künstler und Intellektuelle wie Thadée Natanson, Pierre Bonnard, Tristan Bernard und Jules Renard.

Sonntag, 30.01. / 10:15 Uhr / Ein Jahr in der Juilliard School von New York: Künstler!
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2013, ARTE F 26 Min.
Regie: Priscilla Pizzato
Online verfügbar von 17/11 bis 29/07

Junge Künstler, die zu den begabtesten ihrer Generation zählen, Lehrer mit internationalem Renommee, ein einzigartiger Ansatz für die künstlerische Ausbildung und eine Atmosphäre, die an den Film „Fame“ erinnert: „Ein Jahr in der Juilliard School von New York“ verfolgt ein Studienjahr den Alltag an der legendären New Yorker Ausbildungsstätte für Musik, Tanz und Schauspiel. Wie wird man zum Ausnahmekünstler von morgen?

Die Dokumentationsreihe wirft einen Blick hinter die Kulissen – von der „Hamlet“-Probe bis hin zum Konzert im berühmten Jazzclub Blue Note, von der Aufführung in einem Zentrum für minderjährige Drogenabhängige über das Vortanzen zur Aufnahme in ein berühmtes Tanzensemble bis hin zum Stepptanz- und Philosophieunterricht.

Mit dabei sind Mathis, ein junger französischer Jazzpianist im ersten Jahr, der die Schule gerade erst entdeckt; Mariella, eine virtuose deutsche Geigerin, die vom großen Itzhak Perlman unterrichtet wird; die Schauspieler Ryan und Lars aus Norwegen, die sich mit Shakespeare ebenso wie mit der musikalischen Komödie auseinandersetzen müssen; Raymond, der bei Profiensembles vortanzt; John und Wallis, ein junges Sängerpaar, das kurz vor dem Abschluss steht.

Alle erzählen von ihrem Künstlerleben an der Schule, sprechen über ihre Zukunftsträume und -ängste. Das besondere Talent und Engagement der Studenten wie der Lehrer, diese spezielle, aus der Vermischung verschiedener Kunstformen genährte Energie, machen die Juilliard School zu einer ganz besonderen Ausbildungsstätte, die sehr viel mehr ist als eine reine Virtuosenschmiede.

Sonntag, 30.01. / 17:30 Uhr Schubert: Der Wanderer
La Folle Journèe de Nantes 2022
Musik, Frankreich, 2022, ARTE F 90 Min.
Regie: François-René Martin
Produktion: KM
Erstausstrahlung

Sonntag, 30.01. / 23:05 Uhr / Die Klangweber: Die Neoklassiker Ludovico Einaudi, Max Richter, Hauschka
Dokumentation, Deutschland, 2021, ZDF 52 Min.
Regie: Anne-Kathrin Peitz
Erstausstrahlung

„Die Klangweber“ fokussiert sich auf vier der populärsten Neoklassiker und ist eine Begegnung auf Augenhöhe: mit dem Urvater Ludovico Einaudi, dem Spezialisten des präparierten Klaviers Hauschka, dem kontemplativen Klavierriesen Joep Beving und der Klangkünstlerin Hania Rani. Der Film nähert sich der Kunstform Neoklassik an und betreibt Ursachenforschung.

Böse Zungen behaupten, die Neoklassik sei ein unglücklicher Versuch, E- und U-Musik irgendwie zusammenzubringen, eine Art „Guantanamo des Easy Listenings“ (Moritz Eggert, Deutschlandfunk Kultur), zudem ein Marketingtrick mit Etikettenschwindel. Tatsächlich spaltet der Begriff die Gemüter.

„Klangweber“ ist zunächst eine Bestandsaufnahme. Der Film porträtiert vier Vertreter dieses Genres.

Da ist Ludovico Einaudi, der wohl gewiefteste Schmeichler auf 88 Tasten. Sein spektakulärstes Husarenstück spielt er im Nordmeer, um gegen die Zerstörung der Arktis zu protestieren. Der Film folgt Einaudi auf sein Weingut im Piemont.

Heftzwecken, Klebeband, Kronkorken: Das ist die Welt des Volker Bertelmann alias Hauschka. Der Meister der Klavierpräparation zählt zu den Pionieren einer Musikergeneration, die mit Klängen experimentiert.

Joep Beving hüllt seine Zuhörer wie in einen Kokon. Sein Debütalbum „Solipsism“ heimste bei Spotify millionenfach Klicks ein.

Die Pianistin Hania Rani wurde nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums als „Entdeckung des Jahres 2019“ gefeiert.

Die Dokumentation holt die vier Musiker-Komponisten von der Bühne und taucht ein in ihren Alltag. Dabei nimmt die Kamera bewusst eine beobachtende Position ein, lässt die Protagonisten, ihre Musik und Geschichten für sich selbst stehen.

Ein anderer Blickwinkel ist die Außensicht, wenn Hirnforscher, PR-Profis, Journalisten wie Julian Krohn, Gerald Hüther oder Steffen Schleiermacher nach Antworten auf die vielen Fragen des globalen Megaerfolgs suchen und die psychologischen und emotionalen Beweggründe des Trends ausloten.

Sonntag, 30.01. / 00:00 Uhr / Christian Thielemann dirigiert die Wiener Philharmoniker
Von den Salzburger Festspielen 2021
Musik, Deutschland, 2021, ZDF 95 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Christian Thielemann
Orchester: Wiener Philharmoniker
Mit: Elina Garanca (Mezzosopran)
Online verfügbar von 29/01 bis 30/04
Erstausstrahlung

Der Star-Dirigent Christian Thielemann präsentiert bei seinem Konzert mit den Wiener Philharmonikern (spät-)romantische Stücke: Gustav Mahlers Rückert-Lieder und die 7. Symphonie von Anton Bruckner.

Mit seiner 1884 uraufgeführten 7. Symphonie konnte der 60-jährige Anton Bruckner endlich den lang ersehnten Welterfolg feiern. Er hatte das Werk dem „Märchenkönig“ Ludwig II. gewidmet und darin auch seinem großen Vorbild Richard Wagner ein Denkmal gesetzt: Als Reminiszenz an den 1883 verstorbenen Wagner kommen im Adagio die vom Meister seinerzeit eigens für den „Ring der Nibelungen“ konstruierten „Wagner-Tuben“ zum Einsatz, die eine Totenklage anstimmen.

Der bedeutende Komponist Gustav Mahler, selbst leidenschaftlicher Leser, vertonte neben den „Kindertotenliedern“ noch weitere fünf Gedichte des fränkischen Poeten und Sprachgelehrten Friedrich Rückert. Die Lieder um „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ bilden keinen Zyklus, sondern sind locker verbunden; in diesem Konzert werden sie gesungen von Elina Garanca. Die lettische Mezzosopranistin zählt seit Jahren zu den weltbesten Sängerinnen in ihrem Fach. Das Programm eröffnen die fünf Lieder nach den Gedichten von Friedrich Rückert von Gustav Mahler: „Ich atmet’ einen linden Duft“, „Liebst du um Schönheit“, „Um Mitternacht“, „Blicke mir nicht in die Lieder“ und „Ich bin der Welt abhanden gekommen“. Das Konzert schließt mit Anton Bruckners Symphonie Nr. 7 E-Dur.

Sonntag, 30.01. / 03:00 Uhr / 36.000 Jahre moderne Kunst
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 52 Min.
Regie: Manuelle Blanc
Online verfügbar von 23/01 bis 06/02

Das frühe 20. Jahrhundert zählt gleich zwei Meilensteine der Kunstgeschichte: den Beginn der Moderne und die Entdeckung der prähistorischen Kunst. Picasso, Soulages, Miró, Brassaï, De Staël und Penck waren von Höhlenmalereien und anderen künstlerischen Ausdrucksformen der Urgeschichte fasziniert. Die Dokumentation zeigt, wie jahrtausendealte Zeichnungen einige der größten Künstler der Moderne inspirierten. Das künstlerische Talent der ersten Menschen begeistert Künstler bis heute, wie den italienischen Bildhauer Giuseppe Penone, den spanischen Maler Miquel Barceló oder den französischen Fotografen Raphaël Dallaporta. Die Dokumentation offenbart überraschende Zusammenhänge zwischen prähistorischer, moderner und zeitgenössischer Kunst. Zum einen lässt sie die jahrtausendealten Höhlenmalereien in ganz neuem Licht erscheinen, zum anderen bietet sie eine neue Lesart der Gegenwartskunst. Zu Wort kommen unter anderem die Kuratoren Cécile Debray und Rémi Labrusse, der Philosoph Jean-Paul Jouary, der Kunstprofessor François Jeune und die Archäologin Carole Fritz. Ihre Erläuterungen machen deutlich, inwiefern die Frage nach dem Überleben der Menschheit – nach zwei Weltkriegen, in Zeiten des Klimawandels und der Zerstörung des Planeten durch den Menschen – auch heutige Künstler dazu anregt, sich wieder auf die Wurzeln der Menschheit zurückzubesinnen.

Montag, 31.01. / 20:15 Uhr / Amadeus
Spielfilm, USA, Frankreich, Tschechoslowakei, 1984, ARD 151 Min.
Regie: Milos Forman
Drehbuch: Peter Shaffer, Zdenek Mahler
Autor:in: Peter Shaffer
Produktion: The Saul Zaentz Company
Produzent: Saul Zaentz
Kamera: Miroslav Ondricek
Schnitt: Michael Chandler, Nena Danevic
Musik: Giovanni Battista Pergolesi, Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Salieri

Mit: Fahey Murray Abraham (Antonio Salieri), Tom Hulce (Wolfgang Amadeus Mozart), Elizabeth Berridge (Constanze Mozart), Roy Dotrice (Leopold Mozart), Simon Callow (Emanuel Schikaneder), Barbara Bryne (Frau Weber), Charles Kay (Graf Orsini-Rosenberg), Douglas Seale (Graf Arco), Jeffrey Jones (Kaiser Joseph II.), Roderick Cook (Graf von Strack), Christine Ebersole (Katarina Cavalieri), Kenny Baker (Commendatore)

Online verfügbar von 31/01 bis 07/02

Wien, November 1823: In die Stille der Nacht hinein ruft ein wie ein Gespenst herumirrender alter Mann: „Verzeih, Mozart, verzeih deinem Mörder!“ Diese Worte spricht Antonio Salieri, der ehemals anerkannte Musiker und offizielle Hofkomponist unter Kaiser Joseph II. Nun, 32 Jahre nach dem Tod von Wolfgang Amadeus Mozart, lässt Salieri in Rückblenden seine Vergangenheit und die wichtigste Begegnung seines Lebens Revue passieren.

Von Kindesbeinen an hat Salieri sich ganz in den Dienst Gottes gestellt und sich dazu verpflichtet, ihn mit seiner Musik zu ehren. Als Belohnung für die großen Mühen fordert er ewigen Ruhm. Kaiser Joseph II., der sein Talent anerkennt, lässt ihm die höchsten Ehren zuteilwerden. Doch im Jahr 1781 kommt ein junger Mann nach Wien, dem der schmeichlerische Ruf vorauseilt, er sei der größte Komponist des Jahrhunderts: Wolfgang Amadeus Mozart. Salieris Neid ist bereits bei ihrer ersten Begegnung entfacht, als sich der junge Mozart anmaßt, ein Stück von ihm zu verbessern und damit seine Überlegenheit zu demonstrieren. Der junge Mozart genießt trotz seines arroganten Benehmens wegen seines musikalisches Talents höchste Anerkennung, auch die des Kaisers Joseph II. Selbst Salieri kann seine heimliche Bewunderung für das herausragende Genie nicht unterdrücken. Dennoch ist für ihn das Auftauchen Mozarts in seinem Leben eine gottgewollte Ungerechtigkeit. Salieri, der Mozart als Bedrohung für seine eigene Karriere empfindet, beschließt, sein Schicksal in die Hand zu nehmen und den Widersacher in den Tod zu treiben …

Zusatzinfo:
Milos Formans „Amadeus“ ist ein virtuos gestaltetes Meisterwerk, dessen herrliche Bilder Mozarts Musik alle Ehre machen. Der Film war einer der großen Kinoerfolge der 1980er Jahre. „Amadeus“ wurde mit acht Oscars ausgezeichnet, darunter für den besten Film und die beste Regie. Auch Fahey Murray Abraham als Mozarts Widersacher Salieri erhielt für seine Leistung den Oscar als bester Hauptdarsteller. Der Film basiert auf dem 1979 uraufgeführten Theaterstück von Peter Shaffer, der anschließend auch das Drehbuch für den Film schrieb.

Freitag, 04.02. / 20:15 Uhr / Das Vorspiel
Fernsehfilm, Deutschland, Frankreich, 2019, ZDF 91 Min.
Regie: Ina Weisse
Drehbuch: Daphne Charizani, Ina Weisse
Produktion: Lupa Film Produktion, Idéale Audience, Port au Prince, ZDF, ARTE
Produzent: Felix von Boehm
Kamera: Judith Kaufmann
Schnitt: Hansjörg Weissbrich
Kostüme: Petra Kray
Szenenbild / Bauten: Susanne Hopf
Redaktion: Daniel Blum, Olaf Grunert, Barbara Häbe
Ton: Guillaume Sciama

Mit: Nina Hoss (Anna), Simon Abkarian (Philippe), Jens Albinus (Christian), Ilja Monti (Alexander), Serafin Mishiev (Jonas)

Online verfügbar von 04/02 bis 11/02
Erstausstrahlung

Die talentierte Geigerin Anna hat aufgrund ihrer Bühnenpanik nicht die große Karriere machen können, die eigentlich vor ihr lag. Mittlerweile arbeitet sie als Lehrerin an einem Gymnasium mit Musik-Schwerpunkt.

Als sie bei einer Aufnahmeprüfung den jungen Violinisten Alexander vorspielen hört, ist sie im Gegensatz zu ihrer Kollegin überzeugt, ein Ausnahmetalent vor sich zu haben, das sie entsprechend ihrer Vorstellungen formen kann. Geradezu besessen feilt sie an seiner Perfektionierung und vernachlässigt mehr und mehr die eigene Familie. Sie beginnt ein Verhältnis mit einem Kollegen, der sie zu einem öffentlichen Auftritt überredet. Dieser endet allerdings für Anna in einer Katastrophe. Ihre Ehe mit dem französischen Instrumentenbauer Philippe steht auf dem Prüfstand. Und ihr zehnjähriger Sohn Jonas, der ohnehin viel lieber Eishockey als Geige spielen möchte, beginnt in ihrem Schüler einen Rivalen zu sehen. Mit furchtbaren Folgen für Alexander …

Zusatzinfo:
„Das Vorspiel“ ist der zweite Langfilm der deutschen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Ina Weisse. Der Film feierte seine internationale Premiere beim Filmfestival in Toronto. Hauptdarstellerin Nina Hoss gewann für ihre Rolle 2019 im baskischen San Sebastián die Goldene Muschel als beste Darstellerin und beim Filmfest Hamburg den Douglas-Sirk-Preis.

Freitag, 04.02. / 21:45 Uhr / Adamo – Und dann ein Lied
Dokumentation, Belgien, 2019, ARTERTBF 55 Min.
Regie: Hadja Lahbib, Jean-Marc Panis
Online verfügbar von 28/01 bis 06/03

1946 schlossen Belgien und Italien ein Abkommen, das den Austausch von Kohle gegen Arbeitskräfte regelte. Das Land an der Adria konnte nicht ahnen, dass es damit eine außergewöhnliche Stimme verlieren würde, die mit ihrem androgynen Timbre mehrere Generationen prägen sollte und sich einen Platz in der Geschichte des französischen Chansons eroberte.

Salvatore Adamo kam mit drei Jahren als Sohn sizilianischer Einwanderer nach Belgien. Ende der 50er Jahre gewann er im Théâtre royal de Mons einen Gesangswettbewerb, der sein Leben veränderte. Genau dort lassen ihn Hadja Lahbib und Jean-Marc Panis für ihre Dokumentation nun in der ersten Reihe Platz nehmen und auf 60 erfolgreiche Karrierejahre zurückblicken, in denen er auf Bühnen in aller Welt stand und mehr als 100 Millionen Alben verkaufte.

Enge Freunde wie der belgische Journalist Jacques Mercier oder sein Biograf Thierry Coljon kommentieren wichtige Etappen im Leben des Sängers. Zu Wort kommen außerdem seine Ehefrau Nicole, die vom Familienleben, der Presse und den Fans erzählt, sowie der Sänger Alain Chamfort, der das Phänomen Adamo in den 1960er Jahren vorhersah. Spannende Einblicke in die Musikwelt bietet Gilbert Lederman vom Label Universal, der sehr offen beschreibt, wie Anfang der 2000er Jahre der Versuch scheiterte, gemeinsam mit dem Produzenten Bertrand Burgalat Adamo ein neues Image zu verschaffen. Der Musiker Albin de la Simone analysiert das von ihm arrangierte Album „Zanzibar“, das Adamos Karriere 2003 wieder in Schwung brachte. Und natürlich darf auch der belgische Sänger Arno mit seiner Neuinterpretation des 60er-Jahre-Hits „Les filles du bord de mer“ nicht fehlen.

Freitag, 04.02. / 22:45 Uhr / AaRON ~ Konzert in der Grange au Lac, Evian
Musik, Frankreich, 2021, ARTE F 72 Min.
Regie: Thierry Gautier, Sylvain Leduc
Online verfügbar von 28/01 bis 30/01
Erstausstrahlung

Eine in Traumfarben getauchte Kulisse, ein Saal ohne Publikum und elektronisch-poppige Klänge – der Auftritt des französischen Duos AaRON (Artificial animals Riding On Neverland) im Konzertsaal Grange au Lac in Evian. „Ultrarêve“ ist ein Hit des Albums „Anatomy of Light“ und bildet den Auftakt für ein Konzert in vollkommener Schwerelosigkeit. Das französische Elektropop-Duo besteht aus Simon Buret (Vocals) und Olivier Coursier (Mix Station, Gitarre, Bassgitarre, Keyboard), hier in Begleitung des Schlagzeugers Grégory Jacques.

Ihre beeindruckende Performance scheint sich nach dem Titel ihres Eröffnungssongs zu richten und tatsächlich einem Traum zu entstammen – nicht zuletzt, weil das Konzert ohne Publikum stattfindet. Eingespielt im Juni 2021, aber geplant lange vor der Lockerung der Corona-Einschränkungen in Frankreich, ist das Konzert voll auf die Ausnahme-Location abgestimmt: Der vollständig aus Holz gebaute Konzertsaal Grange au Lac, eine Gestaltung des Architekten Patrick Bouchain im Auftrag des Cellisten Mstislaw Rostropowitsch, wurde für die Gelegenheit mit subtilen und wechselnden Lichtspielen in Szene gesetzt, entworfen vom virtuosen Lichtkünstler Victorien Cayzeele.

Sie untermalen den Rhythmus und die Poesie der rund 20 von AaRON auf Französisch und Englisch vorgetragenen Songs. Natürlich mit von der Partie ist der Hit „U-Turn (Lili)“, der durch Philippe Liorets Spielfilm „Keine Sorge, mir geht’s gut“ (2006) bekannt wurde. Die Location scheint wie gemacht für die Band – auf berührend träumerische Weise untermalt sie die entrückende Schönheit ihrer Musikwelt.

Freitag, 04.02. / 00:00 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2022, ZDF 30 Min.
Regie: N.N.
Online verfügbar von 03/02 bis 05/05
Erstausstrahlung


Programmwoche 06:

Sonntag, 06.02. / 09:10 Uhr / Ein Jahr in der Juilliard School von New York: Zwischen Traum und Wirklichkeit
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2013, ARTE F 26 Min.
Regie: Priscilla Pizzato
Online verfügbar von 17/11 bis 05/08

Die New Yorker Juilliard School ist das führende Musikkonservatorium und die angesehenste Schauspielschule der Welt: Die Dokumentationsreihe beobachtet ein Jahr im Leben der jungen Tänzer, Musiker und Schauspieler, die die Aufnahmeprüfung bestanden haben. Viele große Stars sind ehemalige Absolventen, darunter sind so beeindruckende Namen wie Kevin Spacey, Robin Williams, Jessica Chastain, Yo-Yo Ma, Pina Bausch oder Renée Fleming.

Junge Künstler, die zu den begabtesten ihrer Generation zählen, Lehrer mit internationalem Renommee, ein einzigartiger Ansatz für die künstlerische Ausbildung und eine Atmosphäre, die an den Film „Fame” erinnert: „Ein Jahr in der Juilliard School von New York” verfolgt ein Studienjahr den Alltag an der legendären New Yorker Ausbildungsstätte für Musik, Tanz und Schauspiel. Wie wird man zum Ausnahmekünstler von morgen?

Die Dokumentationsreihe wirft einen Blick hinter die Kulissen – von der „Hamlet”-Probe bis hin zum Konzert im berühmten Jazzclub Blue Note, von der Aufführung in einem Zentrum für minderjährige Drogenabhängige über das Vortanzen zur Aufnahme in ein berühmtes Tanzensemble bis hin zum Stepptanz- und Philosophieunterricht.

Mit dabei sind Mathis, ein junger französischer Jazzpianist im ersten Jahr, der die Schule gerade erst entdeckt; Mariella, eine virtuose deutsche Geigerin, die vom großen Itzhak Perlman unterrichtet wird; die Schauspieler Ryan und Lars aus Norwegen, die sich mit Shakespeare ebenso wie mit der musikalischen Komödie auseinandersetzen müssen; Raymond, der bei Profiensembles vortanzt; John und Wallis, ein junges Sängerpaar, das kurz vor dem Abschluss steht.

Alle erzählen von ihrem Künstlerleben an der Schule, sprechen über ihre Zukunftsträume und -ängste. Das besondere Talent und Engagement der Studenten wie der Lehrer, diese spezielle, aus der Vermischung verschiedener Kunstformen genährte Energie, machen die Juilliard School zu einer ganz besonderen Ausbildungsstätte, die sehr viel mehr ist als eine reine Virtuosenschmiede.

Sonntag, 06.02. / 09:35 Uhr / Die Brüder Grimm ~ Mehr als Märchen
Dokumentation, Deutschland, 2020, NDR 53 Min.
Regie: Gabriele Rose
Online verfügbar von 06/02 bis 07/05
Erstausstrahlung

1837 erheben sie ihre Stimme gegen den König von Hannover, als er die Verfassung abschafft. Auch ihre Märchen sammeln sie aus politischen Gründen: Jakob und Wilhelm Grimm wollen die Vergangenheit bewahren, um ihre Gegenwart zu ändern. In der deutschen Sprache und ihren Überlieferungen sehen sie die Basis für ein geeintes Vaterland. Das Dokudrama erzählt die unbekannte Seite der Brüder Grimm. Anhand von Spielszenen und Interviews mit den beiden Brüdern auf der Grundlage originaler Texte vermittelt das Dokudrama einen intensiven Einblick in das Leben der beiden großen Märchensammler.

Juni 1837. Jacob und Wilhelm Grimm leben als Professoren in der Universitätsstadt Göttingen im Königreich Hannover. Eine Zeit, die vom Aufbegehren der Bürger geprägt ist. Erst wenige Jahre zuvor hatte der amtierende König Wilhelm nach Unruhen eine Verfassung erlassen, die den Bürgern mehr Rechte zusichert. Doch König Wilhelm stirbt, und sein Bruder Ernst August wird neuer König von Hannover. Ein Herrscherwechsel mit weitreichenden Folgen: Ernst August ist ein konservativer und wenig bürgernah. Bereits kurz nach seiner Krönung schafft er die liberale Verfassung wieder ab. Gegen diesen willkürlichen Akt des Königs setzen sich sieben Professoren aus Göttingen zur Wehr – darunter auch die Brüder Grimm. Die Ereignisse um die Verfassung des Königreichs Hannover 1837 machen die Grimm zu politischen Stars in Deutschland.

Anhand von Spielszenen und Interviews mit den beiden Brüdern auf der Grundlage originaler Texte vermittelt das Dokudrama einen intensiven Einblick in das Leben der beiden großen Märchensammler und zeigt, wie eng das Verhältnis der beiden Brüder zueinander war. Jakob und Wilhelm Grimm werden von Jörg Pintsch und Steven Merting dargestellt.

Sonntag, 06.02. / 15:50 Uhr / Das erste Museum der Moderne ~ Wie die Impressionisten ins Ruhrgebiet kamen
Dokumentation, Deutschland, 2021, WDR 51 Min.
Regie: Maria Anna Tappeiner
Online verfügbar von 06/02 bis 08/03
Erstausstrahlung

Kunst für alle – mit diesem Impuls gründete Karl Ernst Osthaus 1902 das Museum Folkwang in der westdeutschen Industriestadt Hagen als erstes Museum der Moderne. Der Film erkundet das Leben und Wirken des jungen Pioniers und Kunstmäzens und erzählt, wie Osthaus als einer der Ersten in Deutschland der französischen Moderne den Weg bereitete und das kreative Schaffen seiner Zeit förderte. Sein 100. Jubiläum feiert das Museum Folkwang in Essen mit der großen Impressionisten-Ausstellung „Renoir, Monet, Gauguin – Bilder einer fließenden Welt“ vom 6. Februar bis 15. Mai 2022.

Renoir, Rodin, Cézanne, Gauguin – für uns heute Meisterwerke der klassischen Moderne, damals die ganz aktuelle Kunst, die vielen noch völlig unbekannt war oder abgelehnt wurde. Der Industriellenerbe Karl Ernst Osthaus (1874-1921) besuchte zu Beginn des 20. Jahrhunderts viele der heute weltberühmten Künstler in Frankreich und kaufte ihre Werke oft direkt im Atelier. Sein 1902 in Hagen eröffnetes Museum Folkwang war das erste Museum weltweit, das Gemälde von van Gogh und Matisse zeigte und ein Werk von Gauguin erwarb. Bis heute bilden die Werke der Impressionisten und anderer Künstler der französischen Moderne das Herzstück der Sammlung Folkwang, die 1922 nach Osthaus‘ frühem Tod nach Essen verkauft wurde und seitdem dort präsentiert wird.

Darüber hinaus sammelte Osthaus Kunst und Kunsthandwerk aus der ganzen Welt. Er interessierte sich für Grafik, Werbung, Architektur, veranstaltete Vorträge und finanzierte Künstlerstipendien. Von Anfang an verstand das Museum Folkwang sich als Weltkunstmuseum – europäisches und außereuropäisches Kunsthandwerk, ethnologische und naturwissenschaftliche Objekte traten in Dialog mit der zeitgenössischen Kunst. Osthaus wollte die „Einheit aller Künste“.

Am Beispiel des spannenden Lebens und Wirkens von Osthaus, der sich nicht nur für die Kunst begeisterte, sondern auch ein wichtiger Reformer und Kulturvermittler war, taucht die Dokumentation ein in das kulturelle Leben und Denken zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland und spürt Osthaus‘ Verbindungen zu Frankreich nach – etwa dem Besuch 1906 bei Cézanne in Aix-en-Provence oder 1913 bei Auguste Renoir in Cagnes.

Sonntag, 06.02. / 16:45 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2022, HR 30 Min.
Online verfügbar von 04/02 bis 07/05
Erstausstrahlung

Sonntag, 06.02. / 17:15 Uhr / Aus der verbotenen Stadt in Peking: Carl Orff ~ Carmina Burana
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 68 Min.
Regie: Tiziano Mancini
Komponist: Carl Orff
Dirigent: Long Yu
Orchester: Shanghai Symphony Orchestra
Chorleitung: Heinz Ferlesch
Chor: Wiener Singakademie, Shanghai Spring Children’s Choir

Mit: Toby Spence (Tenor), Ludovic Tézier (Bariton), Aida Garifullina (Sopran)

Online verfügbar von 05/02 bis 08/03

Die geheimnisvolle, exotische Atmosphäre der Verbotenen Stadt in Peking bietet die perfekte Kulisse für ein Musik-Event mit Seltenheitswert: Erstmals seit vielen Jahren findet wieder ein Konzert mit klassischer Musik auf dem Platz vor dem berühmten Kaiserlichen Ahnentempel statt. Auf dem Programm steht eines der populärsten Werke der neueren Musikliteratur: „Carmina Burana“ von Carl Orff. Orffs Kantate beruht auf den Texten einer mittelalterlichen Liedersammlung, die 1803 im Kloster Benediktbeuern entdeckt wurden. Sie erzählen von den fundamentalen Themen, die über alle Zeiten und Kulturkreise hinweg ewig aktuell bleiben: von Liebe und Lebensfreude, von Glück und Leid. Orff hat dazu eine Musik komponiert, die sich aufs Beste mit dem archaischen Duktus der lateinischen und mittelhochdeutschen Texte verbindet. Nicht umsonst gehört „Carmina Burana“ heute zu den bekanntesten Werken der Musik des 20. Jahrhunderts überhaupt.

Zusatzinfo:
Für die monumentalen Chöre zeichnet die Wiener Singakademie verantwortlich. Die Solopartien übernimmt ein internationales Starensemble mit der russischen Sopranistin Aida Garifullina, dem britischen Tenor Toby Spence sowie dem französischen Bariton Ludovic Tézier. Long Yu dirigiert das Shanghai Symphony Orchestra.

Sonntag, 06.02. / 22:35 Uhr / Al Pacino ~ Vom Underdog zur Filmlegende
Schwerpunkt: Ein Abend mit Al Pacino
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 52 Min.
Regie: Jean-Baptiste Péretié
Online verfügbar von 30/01 bis 07/04
Erstausstrahlung

Alfredo James Pacino wurde 1940 in New York geboren. Er fing früh an zu trinken und zu rauchen, schmiss mit 17 Jahren die Schule und schlug sich dann mit Gelegenheitsjobs durch. Als Zufluchtsort diente ihm die Welt des Schauspiels. Den Grundstein für seine Karriere legte Pacino mit seiner Rolle als Michael Corleone im weltbekannten Filmklassiker „Der Pate“ (1972). Doch auch dieser Anfang war nicht leicht: Der Filmproduzent Robert Evans wollte keinen unbekannten „Zwerg“ in der Hauptrolle und drohte ständig damit, ihn zu entlassen. „Der Pate“ geht jedoch als Megaerfolg in die Filmgeschichte ein und Al Pacino wird über Nacht zur Kinolegende und zum Idol einer ganzen Schauspielergeneration.

Auch in „Serpico“ und „Hundstage“ von Sidney Lumet sowie in „Scarface“ von Brian De Palma konnte Al Pacino überzeugen und den Zeitgeist realistisch widerspiegeln – er wurde zum Sinnbild des New York der 70er Jahre. Innerhalb von zehn Jahren wurde der Schauspieler zur Galionsfigur des New Hollywood.

Alkohol spielte stets eine große Rolle in Pacinos Leben: Immer wieder griff er zur Flasche, um besser mit seinem Riesenerfolg umgehen zu können und vor der Öffentlichkeit zu fliehen. Seine schauspielerischen Darbietungen litten jedoch kaum darunter, sodass er auch nach längeren Pausen nahtlos an seine früheren Erfolge anschließen konnte. Erst kürzlich feierte er sein 50-jähriges Schauspieljubiläum – im Film und am Theater. Seiner Liebe zu William Shakespeare setzte er in dem Dokumentarfilm „Looking for Richard“ ein Denkmal.

Der heute 80-jährige Oscarpreisträger ist schon längst als Hollywood-Gigant in die Filmgeschichte eingegangen und arbeitet auch aktuell an drei neuen Projekten. Al Pacino – der Underdog, der Kinogeschichte schreibt.


Sonntag, 06.02. / 23:25 Uhr / Rameau: Hippolyte & Aricie
Opéra comique, Paris
Oper, Frankreich, 2020, ARTE F 140 Min.
Regie: François Roussillon
Komponist: Jean-Philippe Rameau
Inszenierung: Jeanne Candel
Dirigent: Raphaël Pichon
Orchester: Pygmalion
Chor: Pygmalion
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Lisa Navarro
Kostüme: Pauline Kieffer
Dramaturgie: Lionel Gonzalez

Mit: Reinoud van Mechelen (Hippolytos), Elsa Benoit (Arikia), Sylvie Brunet-Grupposo (Phädra), Stéphane Degout (Theseus), Séraphine Cotrez (Oenone), Nahuel di Pierro (Neptun/Pluto), Eugénie Lefebvre (Diana), Lea Desandre (Hohepriesterin der Diana, Jägerin, Matrosin, Schäferin), Edwin Fardini (Tisiphone), Constantin Goubet (erste Parze), Martial Pauliat (zweite Parze, Arkas), Virgile Ancely (dritte Parze), Guillaume Gutierrez (Merkur), Yves-Noël Genod (Prolog)

Online verfügbar von 30/01 bis 07/05
Erstausstrahlung

Mit dieser außergewöhnlich dichten Tragödienvertonung legte der damals bereits 50-jährige, doch kaum bekannte Organist und Musiktheoretiker Jean-Philippe Rameau 1733 seine erste Oper vor – und schuf damit ein bahnbrechendes Werk des französischen Barocks.

„Hippolyte et Aricie“ greift das Thema der mythologischen Liebesgeschichte von Hippolytos und Arikia auf, das bereits in der Tragödie „Der bekränzte Hippolytos“ von Euripides und später in „Phèdre“ von Racine bearbeitet wurde: Hippolytos, Sohn von König Theseus, liebt die schöne Arikia, die als Gefangene in Theseus‘ Palast lebt. Da dieser in der Unterwelt verschollen ist, bittet Hippolytos seine Stiefmutter Phädra, die zweite Frau seines Vaters, um Hilfe – nicht ahnend, dass Phädra ihn begehrt und ihm ihre Hand und den Thron anbieten will. Doch dann kehrt wider Erwarten König Theseus, von Pluto entlassen, aus dem Hades zurück …

30 Jahre lang wurde das Werk in den Pariser Opernhäusern nicht mehr aufgeführt. Für die Neuproduktion im November 2020 gewann die Opéra Comique Raphaël Pichon und sein auf Barockinstrumente spezialisiertes Ensemble Pygmalion sowie die Regisseurin und Schauspielerin Jeanne Candel, zudem Ko-Direktorin des für seine Sprech- und Musiktheaterkreationen bekannten Pariser Théâtre de l’Aquarium. Pichon und Candel entschieden sich für die dritte und letzte Opernfassung von 1757.

Coronabedingt fand die Aufführung ohne Publikum statt. Die durch die Aufnahme zusätzlicher Sequenzen aufgelockerte Fernsehfassung von François Roussillon verleiht der Oper kinematographische Tiefe.

Sonntag, 06.02. / 01:50 Uhr / Dulab al Paloma – Ein musikalischer Reigen
Musik, Deutschland, 2021, ZDF 57 Min.
Regie: Uli Aumüller
Online verfügbar von 05/02 bis 07/05
Erstausstrahlung

Das aus dem Arabischen stammende Wort „Dulab“ bezeichnet einen musikalischen Reigen, bei dem Musiker und Musikerinnen ihre Musik an die nächsten weiterreichen, damit diese darüber spielen. Im Frühling 2021 haben mehr als 15 Musizierende mit unterschiedlichstem musikalischem wie biografischen Background einen solchen Reigen musiziert – dies auf Grundlage der bekanntesten Melodie der Welt: „La Paloma“.

Dabei bringen die Musiker und Musikerinnen ihre eigene musikalische Tradition in die neu entstehende Musik ein – ob klassisch wie bei Magdalena Kozena, Neue Musik bei Pierre-Laurent Aimard, chinesische Musik beim Sheng-Virtuosen Wu Wei, indische Klänge bei Ravi Srinivasan oder Dub und Clubsounds bei den Gebrüdern Teichmann: Entstanden ist mit dem „Dulab al Paloma“ ein echtes Stück Weltmusik.

Die Aufnahmen wurden über mehrere Wochen in Berlin realisiert. Die Variationen und Improvisationen der einzelnen Musiker und Musikerinnen mussten zunächst ausgewertet werden, bevor sie weitergereicht werden konnten. Gespielt haben alle Musiker und Musikerinnen an einem von ihnen benannten Lieblingsplatz: zu Hause, im Monbijoupark in Berlin-Mitte, in einer verlassenen Villa, einem Kirchenschiff oder an einer Tankstelle, einst ein Übergang von Ost nach West, der den Traum der Freiheit symbolisierte.

Unter der Regie von Uli Aumüller und der musikalischen Leitung von Cathy Milliken und Dietmar Wiesner ist ein unterhaltsamer Musikfilm zwischen Improvisation, Clubsounds und Neuer Musik, zwischen Klassik, Weltmusik und 80er-Jahre-Charts-Soul entstanden. Ein musikalisches Highlight des Jahres 2021.

Montag, 07.02. / 20:15 Uhr / Brecht ~ Die Liebe dauert oder dauert nicht
Fernsehfilm, Deutschland, 2018, WDR 90 Min.
Regie: Heinrich Breloer
Drehbuch: Heinrich Breloer
Produktion: Bavaria Filmproduktion GmbH, Satel Film GmbH, WDR, BR, SWR, NDR, ARTE
Produzent: Corinna Eich, Jan S. Kaiser
Kamera: Gernot Roll
Schnitt: Claudia Wolscht
Musik: Hans P. Ströer
Kostüme: Ute Paffendorf
Szenenbild / Bauten: Christoph Kanter
Redaktion: Barbara Buhl, Cornelia Ackers, Sandra Maria Dujmovic, Christian Granderath, Andreas Schreitmüller
Ton: Miroslav Pibil

Mit: Tom Schilling (Bertolt Brecht 1916-1933), Burghart Klaußner (Bertolt Brecht 1944-1956), Lou Strenger (Helene Weigel 1920-1933), Adele Neuhauser (Helene Weigel 1944-1966), Manuel Zschunke (Arnolt Bronnen), Mala Emde (Paula Banholzer)

Online verfügbar von 07/02 bis 14/02

Er will alles, und am liebsten auf einmal. Bertolt Brecht zeigt schon in jungen Jahren nicht nur privat, sondern auch als Schriftsteller ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Er sieht sich selbst als Nachfolger der großen deutschen Dichter. Der erste Teil des TV-Zweiteilers über das Leben des deutschen Dramatikers zeigt diesen in jungen Jahren, vor dem historischen Hintergrund des Ersten Weltkriegs und der Weimarer Republik bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten. Neben fiktionalen Szenen sind auch Interviews mit Mitarbeitern und Wegbegleitern Brechts sowie dokumentarisches Material aus den Archiven Teil des Doku-Dramas.

„In diesem kleinen unscheinbaren Menschen dort, da schlägt das Herz unserer Zeit.“ Diese Einschätzung Bertolt Brechts stammt von dessen Zeitgenossen und Freund, dem Theaterautor Arnolt Bronnen, und beschreibt sehr eindrücklich die Anziehungskraft, die von dem deutschen Dramatiker ausgegangen sein muss.

Gleich zu Beginn des ersten Teils des TV-Zweiteilers sorgt der jugendliche Brecht zur Zeit des Ersten Weltkriegs für Aufruhr, indem er in einem Schulaufsatz die Ehrung des Heldentods im Krieg zur „Zweckpropaganda“ ernennt. Nur knapp entrinnt er danach dem Schulverweis und damit der Einberufung an die Front. Schnell wird klar, dass sich der Dramatiker bereits in jungen Jahren zu Höherem berufen fühlt und für sich das Selbstverständnis eines Dichters und Denkers in der Tradition von Goethe und Schiller beansprucht. Schon wenige Jahre später wird in der Theaterwelt seine Selbsteinschätzung mit dem Erfolg von „Trommeln in der Nacht“ an den Münchner Kammerspielen bestätigt. Aber auch gegenüber der Damenwelt kommen ihm seine Selbstsicherheit und Redegewandtheit zugute. Auf dem Weg zum Erfolg bleibt sein Privatleben bis zum Schluss turbulent. Denn bei Brecht dauert die Liebe oder dauert nicht …

Zusatzinfo:
Heinrich Breloer hat das Genre Doku-Drama maßgeblich geprägt. Seine großen Mehrteiler wie „Todesspiel“, „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“, „Speer und er“ und sein Kinofilm „Buddenbrooks“ überzeugten sowohl die Kritik als auch das Publikum. Breloer erhielt zahlreiche Preise, unter anderem den Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis. 2002 erhielt seine Produktion „Die Manns“ außerdem den Internationalen Emmy. Bereits Ende der 1970er Jahre hatte Breloer für eine Fernsehdokumentation Gespräche mit Zeitzeugen geführt, unter anderem auch mit Brechts erster Liebe Paula Banholzer. Für den aktuellen Film kamen zahlreiche Interviews mit Mitarbeitern und Wegbegleitern Brechts hinzu. Zusammen mit dokumentarischem Material aus den Archiven und intensiven Recherchen vervollständigen sie das Doku-Drama.

Montag, 07.02. / 21:45 Uhr / Brecht ~ Das Einfache, das schwer zu machen ist
Fernsehfilm, Deutschland, 2018, WDR 91 Min.
Regie: Heinrich Breloer
Drehbuch: Heinrich Breloer
Produktion: Bavaria Filmproduktion GmbH, Satel Film GmbH, WDR, BR, SWR, NDR, ARTE
Produzent: Corinna Eich, Jan S. Kaiser
Kamera: Gernot Roll
Schnitt: Claudia Wolscht
Musik: Hans P. Ströer
Kostüme: Ute Paffendorf
Szenenbild / Bauten: Christoph Kanter
Redaktion: Barbara Buhl, Cornelia Ackers, Sandra Maria Dujmovic, Christian Granderath, Andreas Schreitmüller
Ton: Miroslav Pibil

Mit: Tom Schilling (Bertolt Brecht 1916-1933), Burghart Klaußner (Bertolt Brecht 1944-1956), Lou Strenger (Helene Weigel 1920-1933), Adele Neuhauser (Helene Weigel 1944-1966)

Online verfügbar von 07/02 bis 14/02

Brecht – von den einen geliebt, von den anderen boykottiert. Der zweite Teil der Doku-Fiktion über den deutschen Dramatiker befasst sich mit den Jahren nach seiner Rückkehr aus dem Exil nach Ostberlin. Vom DDR-Regime wird er wegen seiner nicht linientreuen Inszenierungen argwöhnisch beäugt, in der BRD wird er als „Parteigänger der Gewaltherrschaft“ streng kritisiert. Fiktionale Szenen, Zeitzeugenberichte und Archivmaterial zeigen, wie Brecht es trotzdem schafft, mit dem Berliner Ensemble das Theater seiner Zeit zu prägen. Hilfe erhält er dabei nicht zuletzt von seiner Frau Helene Weigel, die trotz seiner privaten Eskapaden bis zuletzt an seiner Seite bleibt.

„Das Einfache, das schwer zu machen ist“, so beschreibt Brecht in seinem Stück „Die Mutter“ den Kommunismus.
Im zweiten Teil der Doku-Fiktion erleben wir den deutschen Dramatiker nach seiner Rückkehr aus dem Exil als Regisseur am Berliner Ensemble, voller Witz und Einfälle. Er ist zunächst Gastregisseur am Deutschen Theater, wo er mittels seiner Arbeit auch die „Knechtseligkeit“ und den Untertanengeist der Deutschen als Ursache des Faschismus untersucht. Seine Frau Helene Weigel ist dort nicht nur Schauspielerin, sondern übernimmt auch die organisatorische Verantwortung. Die interviewten Zeitzeugen sind sich einig: Ohne sie hätte es das Ensemble so nicht gegeben. Auch weil der unbequeme Autor Brecht, der sich nicht an die Vorgaben der Kulturpolitik hält, von den Entscheidungsträgern der DDR kritisch beobachtet wird. Ein Wendepunkt für den Künstler werden die Tage um den 17. Juni 1953. Ein Aufstand von Arbeitern in einem Arbeiterstaat ist ein Widerspruch, der nach den Regeln des Marxismus nicht vorkommen dürfte. Weshalb dieser vonseiten der Regierung mit Gewalt niedergeschlagen wird. Noch am gleichen Tag versendet Brecht mehrere Solidaritätsbekundungen, darunter auch eine an den stellvertretenden Ministerpräsidenten Walter Ulbricht. Ein aus dem Kontext gelöster Ausschnitt dieses Briefs wird wenige Tage später in der Zeitung veröffentlicht und diskreditiert Brecht nachhaltig. Im Westen boykottieren daraufhin mehrere Bühnen Brechts Werke. Im Osten kommt es nicht zu der von dem Dramatiker erhofften „großen Aussprache“ mit den Arbeitern. Dennoch glaubt Brecht weiterhin, die Menschen mit seinen Werken erreichen zu können, und kämpft für seine Vision eines neuen, in die Wirklichkeit eingreifenden Theaters …

Mittwoch, 09.02. / ab 20:15 Uhr / Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die Berlinale
Schwerpunkt, ARTE125 Min.

Zur 72. Berlinale zeigt ARTE Premierenfilme und Preisträger: den Goldenen Bären von 2019, „Synonymes“ von Nadav Lapid, sowie „Lemon Tree“ (2009) des israelischen Regisseurs Eran Riklis und das Schuld- und Sühne-Drama „Zwischen den Jahren“ (2017) von Lars Henning. Außerdem den bewegenden „Abschied von der Nacht“ (2019) von André Téchiné und Emily Atefs Romy-Schneider-Film „3 Tage in Quiberon“ (2018). Höhepunkt ist, gut 40 Jahre nach dem Premieren-Schock, „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (1981), flankiert von zwei Dokumentationen. Und wie jedes Jahr dürfen auch die schillernden Berlinale Shorts nicht fehlen.

Am 10. Februar ist es wieder so weit: Berlin wird für elf Tage zur Hauptstadt des Kinos – und ARTE ist hautnah mit dabei. Im Berlinale-Schwerpunkt zeigt ARTE wichtige Filme, die auf dem berühmten Filmfestival ihre Premiere feierten oder ausgezeichnet wurden.

Den Anfang macht die international erfolgreiche Filmbiografie „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ aus dem Leben der drogenabhängigen Jugendlichen Christiane Felscherinow. Das herausragende Filmdrama von Regisseur Uli Edel beschreibt eine Thematik, die in der öffentlichen Diskussion kaum an Brisanz verloren hat.

Weiter geht es mit „Lemon Tree“: Der israelische Filmemacher Eran Riklis erzählt die Geschichte eines simplen Nachbarschaftsstreits als Parabel über das problematische palästinensisch-israelische Verhältnis. Die ZDF/ARTE-Koproduktion wurde 2008 bei der Berlinale mit dem Panorama-Publikumspreis ausgezeichnet.

Die ARTE-Koproduktion „3 Tage in Quiberon“ – das elektrisierende Biopic über Romy Schneider mit einer kongenialen Marie Bäumer – wird noch einmal wiederholt. Der Film feierte bei der Berlinale 2018 Weltpremiere.

In dem Schuld- und Sühne-Drama „Zwischen den Jahren“ von Lars Henning verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse: Plötzlich wird ein verurteilter Mörder zum Opfer und ein traumatisierter Witwer zum Täter …

„Synonymes“ von Nadav Lapid erhielt den Goldenen Bären 2019: Ein junger Israeli versucht seiner Herkunft zu entkommen und erhofft sich einen Neuanfang in Frankreich – ein mitreißender Film über Migration und Identität.

Den Abschluss des Berlinale-Schwerpunkts macht André Téchinés bewegender Film „Abschied von der Nacht“ über die düstere Realität radikalisierter junger Menschen in Frankreich. Begleitet werden die spannenden Filme von einer Auswahl facettenreicher Berlinale Shorts wie „Weightlifter“, „Zwischenfall vor einer Bank“ und „Babylon“.

Mittwoch, 09.02. /20:15 Christiane F. – Wir Kinder Vom Bahnhof Zoo
Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die Berlinale
Spielfilm, Deutschland, 1981, ARD 125 Min.
Regie: Ulrich Edel
Drehbuch: Herman Weigel
Autor:in: Kai Hermann, Horst Rieck
Produktion: Solaris Filmproduktion, Maran Film, Popular Film, CLV Filmproduktion
Produzent: Bernd Eichinger, Hans Weth, Hans Kaden
Kamera: Justus Pankau, Jürgen Jürges
Schnitt: Jane Seitz
Musik: Jürgen Knieper, David Bowie

Mit: Natja Brunckhorst (Christiane), Thomas Haustein (Detlef), Jens Kuphal (Axel), Rainer Wölk (Leiche), Jan Georg Effler (Bernd), Christiane Reichelt (Babsi), Daniela Jaeger (Kessi), Kerstin Richter (Stella)
Online verfügbar von 09/02 bis 17/02

„Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ erzählt die erschütternde, wahre Geschichte einer Halt suchenden Teenagerin, die Mitte der 70er Jahre in Berlin in die Drogenabhängigkeit abgleitet. Zwischen dem sogenannten Baby-Strich, U-Bahnhöfen und stinkigen Toiletten erlebt sie die Hölle.

Berlin-Gropiusstadt, 1975: Die Eltern von Christiane leben getrennt. Gerade hat ihre jüngere Schwester beschlossen, zum Vater zu ziehen, so dass die 13-Jährige nun allein mit ihrer Mutter ist. Wie jeden Abend kommt Klaus, der Freund der Mutter. Christiane fühlt sich zurückgesetzt und trifft sich aus Enttäuschung mit Kessi. Kessi ist schon älter und die Wortführerin in Christianes Klasse. Die Tennisschuhe verschwinden in der Plastiktüte und auf hochhackigen Pumps geht Christiane zum ersten Mal ins Sound – damals „Europas modernste Diskothek“. Kessi ist hier jedes Wochenende, kennt alle Typen und wird von allen Seiten gegrüßt. Christiane ist nicht wohl in ihrer Haut. Den ersten Trip, der ihr angeboten wird, lehnt sie ab, sie hat jetzt „noch keinen Bock drauf“. Sie fühlt sich als totale Außenseiterin. In der Toilette nimmt sie dann doch was ein, um mit den anderen mitzuhalten, um dazuzugehören.

Schnell stellt sie fest, dass fast alle ihre neuen Freunde Heroin spritzen. Zu Hause kann ihr keiner helfen, die Mutter, soeben geschieden, hat nur ihren Freund im Kopf und will die Veränderungen, die mit Christiane geschehen, nicht wahrnehmen. So zieht es Christiane mehr und mehr zu ihrer Clique. Jetzt ist auch sie jedes Wochenende im Sound. Für Detlef entwickelt sie ein Liebesgefühl.

Und dann die Sensation – David Bowie kommt nach Berlin! Als das Konzert vorbei ist, snifft Christiane zum ersten Mal Heroin. Von da an ist der Weg zur ersten Spritze nicht weit. Bald spielt sich ihr Leben zwischen Baby-Strich, U-Bahnhöfen und stinkigen Toiletten ab. Aber das ist noch lange nicht das Ende …

Zusatzinfo:
„Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ist eine Filmbiografie und erzählt aus dem wahren Leben der drogenabhängigen Jugendlichen Christiane Felscherinow. Dieses beeindruckende Filmdrama von Regisseur Uli Edel zählt zu den herausragenden deutschen Kinoerfolgen und beschreibt eine Thematik, die in der öffentlichen Diskussion kaum an Brisanz verloren hat. In äußerst bedrückenden Bildern und einer Atmosphäre, die dunkler nicht hätte sein können, werden die verhängnisvollen Folgen des Drogenkonsums schonungslos dargestellt.

Mittwoch, 09.02. / 22:20 / Im Rausch – Christiane F. ~ Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die Berlinale
Dokumentation, Deutschland, 2021, NDR 52 Min.
Regie: Silvia Palmigiano
Online verfügbar von 09/02 bis 10/05
Erstausstrahlung

Als sich Christiane F. zu David Bowies Song „Heroes“ einen weiteren Schuss Heroin setzt, schauen ihr 1981 allein in Deutschland fünf Millionen Menschen zu. Nie zuvor wurde Drogensucht und ihre Folgen filmisch so radikal umgesetzt wie im Spielfilm „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Das Buch zum Film verkaufte sich mehr als drei Millionen Mal und ist eines der erfolgreichsten deutschen Sachbücher.

Die Dokumentation geht der Frage nach, wie die Geschichte von einem minderjährigen Mädchen, das sein Leben an Drogen und Sex verliert, ein Meilenstein in Literatur und Kino werden konnte.

Als der Spielfilm „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ 1981 seine Premiere in den deutschen Kinos feiert, kommen viele Menschen erschüttert aus der Vorführung. Nie zuvor wurden Drogensucht, Entzug und Prostitution so radikal dargestellt. Vor allem die Darstellerin Natja Brunckhorst und der Darsteller Thomas Haustein beeindrucken das Publikum nachhaltig.

Es sind die 80er Jahre in West-Berlin; eine faszinierende Jugendkultur entwickelt sich in der Stadt, in der es weder eine Sperrstunde noch Grenzen zu geben scheint – obwohl sie eine meterhohe Mauer umgibt.

Am Bahnhof Zoo – dem Zentrum West-Berlins – herrscht das Elend vor. Hier verbringen Drogensüchtige ihren Alltag, viele davon noch Kinder. Christiane F. ist eines davon. Sie erzählt zwei Journalisten ihre Geschichte. Schonungslos und ungeschönt. Das Buch wird ein Bestseller und kurz darauf wird daraus der erfolgreichste Film der 80er Jahre entstehen. Dem Spielfilm gelingt mit seiner radikalen Bildsprache und modernen Dramaturgie eine Rezeption bis ins Heute.

Die Dokumentation geht der Frage nach, wie die Geschichte von einem Mädchen, das sein Leben an Drogen und Sex verliert, ein Meilenstein in Literatur und Kino werden konnte, und zeichnet den damaligen Zeitgeist nach.

Nie zuvor veröffentliche Casting-Aufnahmen und Stimmen von einem Großteil der damaligen Crew wie dem Regisseur Uli Edel, dem Drehbuchautor Herman Weigel, dem Produzenten Hans Weth und dem Darsteller Thomas Haustein erzählen von den schwierigen Bedingungen bei den Dreharbeiten, von der Mitwirkung David Bowies und dem Umgang mit dem Erfolg.

Zusatzinfo
Als sich Christiane F. zu David Bowies Song „Heroes“ einen weiteren Schuss Heroin setzt, schauen ihr 1981 allein in Deutschland fünf Millionen Menschen dabei zu. Nie zuvor wurde Drogensucht und ihre Folgen filmisch so radikal umgesetzt wie im Spielfilm „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“.

Mittwoch, 09.02. / 23:15 Uhr / Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo: Lost Generation
Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die Berlinale
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 52 Min.
Regie: Claire Laborey
Online verfügbar von 02/02 bis 15/08
Erstausstrahlung

Ende der 70er Jahre erschütterte das biografische Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ Deutschland. Es wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation. Am Beispiel von Christiane F. schildert es das Elend von drogenabhängigen Kindern und Jugendlichen, die damals auf den Bahnhöfen und öffentlichen Toiletten der deutschen Großstädte an Heroin zugrunde gingen. Der Titel des Buchs, das zum erfolgreichsten Sachbuch der Nachkriegszeit wurde, nimmt Bezug auf den Berliner Bahnhof Zoo, der in den 70er und 80er Jahren ein zentraler Treffpunkt der West-Berliner Drogenszene war. Deutschland begriff, dass seine Kinder den Halt verloren hatten und sich selbst aus einer Gesellschaft ausschlossen, die sie ablehnten. Die Dokumentation zeichnet das Porträt einer verlorenen Generation.

In ihrem Roman „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ schildern die Autoren Kai Hermann und Horst Rieck am Beispiel von Christiane Felscherinow den elenden Alltag von Drogenabhängigen im Westberlin der 70er Jahre. Der bis dahin anonyme „Junkie“ hatte nun das Gesicht von Christiane F., einem Mädchen aus der Mittelschicht, das in der Berliner Hochhaussiedlung Gropiusstadt aufwuchs, morgens in die Schule ging und nachmittags auf den Strich, um sich ihre Dosis Heroin zu finanzieren. Das Buch wurde 1981 verfilmt.

Auflehnung gegen die Eltern, die Polizei, die Schule, die fehlenden Zukunftsperspektiven in den grauen Wohnsilos von Berlin: Christiane F. verkörperte die verzweifelte Flucht vor der Ausweglosigkeit in der damaligen BRD, die an der mangelnden Aufarbeitung ihrer jüngeren Geschichte und der Amnesie einer unter dem Nationalsozialismus groß gewordenen Elterngeneration krankte.

Christiane F. und ihre Freunde verloren sich im Berliner Nachtleben, entdeckten die Wirkung psychedelischer Musik, den Taumel der ersten Drogen und zerstörten sich auf der Suche nach immer stärkeren Kicks langsam selbst. Nach dem Aufbäumen von Mai 68 und den linksextremistischen Gewaltakten der Roten Armee Fraktion sahen Jugendliche wie Christiane F. den einzigen Ausweg in der Selbstzerstörung. Es war die stille, unauffällige Revolte, der Schrei einer Jugend, auf die man erst aufmerksam wurde, als es zu spät war. Man nannte sie die verlorene Generation.

Christiane F. nahm die No-Future-Bewegung vorweg und inspirierte sie ebenso wie die Forderungen der Punk-Anhänger Jahre später. Es gibt eine Zeit vor Christiane F. und eine danach. Denn das Erscheinen des Buches, das zur Pflichtlektüre an den Schulen wurde, änderte den Umgang mit Drogenabhängigen von Grund auf. Die Geschichte der Christiane F. schreckt ab und fasziniert. Bis heute hat der Text nichts von seiner subversiven Sprengkraft verloren.

Freitag, 11.02. / 22:00 Uhr / Janis ~ Little Girl Blue
Dokumentarfilm, USA, 2015, BR 99 Min.
Regie: Amy J. Berg
Online verfügbar von 11/02 bis 13/03

Janis Joplin ist eine der meistverehrten Rock-’n‘-Roll-Sängerinnen aller Zeiten, eine tragische und missverstandene Gestalt, die Millionen Zuhörer begeisterte und vor ihrem Tod 1970 mit 27 Jahren ganz neue kreative Wege fand. Janis war ein Star der aufkommenden musikalischen und kulturellen Revolution der 1960er Jahre. Ihr Auftritt beim Monterey Pop Festival war ihr Durchbruch, und sie war einer der denkwürdigeren Acts in Woodstock. Ihr musikalisches Erbe hat sich seit ihrem Tod vermehrt. Doch Janis erholte sich niemals ganz von dem Gefühl der Außenseiterin. Als sie den Blues entdeckte, fand sie ein Ventil für ihren Schmerz und ihre Einsamkeit. Janis Joplin erzählt ihre Geschichte mit ihren eigenen Worten, mittels einer Reihe von Briefen, die sie ihren Eltern über die Jahre schrieb, von denen viele zum ersten Mal veröffentlicht werden (gelesen von der Südstaaten-Rockkünstlerin und Schauspielerin Chan Marshall, bekannt als Cat Power). Interviews mit Joplins Familie, Kindheitsfreunden, musikalischen Gefährten, TV-Moderator Dick Cavett und so berühmten Kollegen wie Bob Weir von The Grateful Dead vermitteln ein vollständiges Gefühl für eine Frau, die so darum kämpfte, sowohl zu einzelnen Menschen als auch zu einem großen Publikum eine Verbindung herzustellen, und die glücklich war, wenn das klappte. Joplin war wie ein Kraftwerk, wenn sie sang, und ihre Aufnahmen fanden ins Radio und direkt in die Herzen der Rockfans weltweit. Bergs Film schafft ein neues Verständnis dieser klugen, komplexen Frau, deren überraschender Erfolg und plötzlicher Abgang die Musik für immer veränderte.

Freitag, 11.02. / 23:40 Uhr / Kiss Rocks Vegas
Musik, USA, 2015, ARTE 88 Min.
Regie: Devin Dehaven
Online verfügbar von 04/02 bis 12/04

Make-up, aufwendige Kostüme, Plateaustiefel und ein Überangebot an Pyrotechnik: Das zählt für KISS zur Standard-Bühnenausstattung. Dass ihre Liveshows auch nach über vier Jahrzehnten immer noch spektakulär sind, bewies die Kultband im November 2014. KISS feierten ihr 40. Jubiläum an gleich neun Abenden in Las Vegas. Das Konzert im „The Joint“ bot – neben Flammensäulen und Gitarrenblitzen – einen Hit nach dem anderen. Die Altrocker gaben alles für ihre Fans und brachten den Konzertsaal zum Toben.

Im November 2014 stellten KISS im Rahmen der Tournee zu ihrem 40-jährigen Karrierejubiläum Las Vegas auf den Kopf: Im „The Joint“, der hauseigenen Konzert-Location des Hard Rock Hotel & Casino, lieferte die Kultband an neun Abenden in Folge den Beweis dafür, dass ihre Live-Bühnenshows immer noch zu den spektakulärsten überhaupt gehören. Mit selbst angefertigten Glitzer- und Lederoutfits, schwarz-weißer Gesichtsschminke und einer aufwendigen Bühnenshow vermarkteten sich die vier Musiker größtenteils selbst und kreierten mit „The Demon“, „The Starchild“, „The Spaceman“ und „The Catman“ ihre ganz eigenen Superhelden des Hardrock. Mit ihren Bühnenpersönlichkeiten revolutionierten sie nicht nur das Merchandising, sondern scharten schon bald eine beachtliche Fangemeinde um sich. KISS gewannen nach den Beatles und Rolling Stones die meisten Goldenen Schallplatten, wobei „I Was Made for Loving You“, „Detroit Rock City“ und „Shout It out Loud“ zu ihren erfolgreichsten Songs gehören. Zwischen Flammensäulen, Pyroraketen und Gitarrenblitzen ließen die Altrocker nochmals 40 Jahre Band- und Rockgeschichte Revue passieren.

Freitag, 11.02. / 01:10 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2021, ARTE F 30 Min.
Regie: REALISATEURS DIFFERENTS
Produktion: PROGRAM 33
Online verfügbar von 04/02 bis 26/01
Erstausstrahlung


Programmwoche 07:

Samstag, 12.02 / 01:05 Uhr / Kurzschluss – Das Magazin: Schwerpinkt 72. Berlinale
Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die Berlinale
Magazin, Deutschland, 2021, ZDF 52 Min.
Erstausstrahlung

„Kurzschluss – Das Magazin“ zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews.
Mehr Infos unter: arte.tv/kurzschluss

(1): Zoom: Berlinale 2022
Seit 2020 leitet Anna Henckel-Donnersmarck die Berlinale Shorts. Was kann ein Filmfestival nach mehr als einem Jahr Pandemie dem Publikum bieten und anbieten? Anna Henckel-Donnersmarck spricht über Kurzfilmprogramme als Möglichkeitsraum für uns als Gesellschaft: uns zu begegnen, uns zu verstehen, uns zuzuhören. Filme gemeinsam erleben.

(2): Motorcyclist’s Happiness Won’t Fit into his Suit
Kurzfilm von Gabriel Herrera, Mexiko, 2021
Stolz sitzt er auf seinem Motorrad, umgeben von majestätischem Rot und der funkelnden Bewunderung der anderen. Er fährt Runde um Runde, mit jeder Fahrt wird er schöner und erhabener. Denn nur er kann den Dschungel erforschen. Und nein, sein Motorrad gibt er nicht her, nicht einmal als Leihgabe.
Der Regisseur Gabriel Herrera zeichnet ein nonkonformistisches Bild der spanischen Eroberung Südamerikas, das die Hybris der kolonialen Eroberer ins Visier nimmt. Ein Motorrad, als Symbol für den Fortschritt und als Protagonist für die Zukunft.

(3): Porträt Gabriel Herrera
Gabriel Herrera, Filmemacher aus Mexiko. Im vergangenen Jahr konkurrierte sein Film um den Goldenen Bären für den besten kurzen Film und ist im Anschluß auf einer Vielzahl von Filmfestivals gezeigt worden und hat viele Preise gewonnen.
„Kurzschluss – Das Magazin“ sprach mit dem mexikanischen Regisseur über sein Selbstverständniss als Regisseur, seinen Blick auf das Bild und dessen Möglichkeiten in der Erforschung verschiedener Erzählebenen. „Kurzschluss – Das Magazin“ spricht mit ihm über Anordnungen im physischen und filmischen Raum. Herreras Filme bestechen durch seine sehr spezielle Art Bild, Ton, Musik und Sprache in eine Art spielerisch anmutender Konflikte zu bringen. Er befreit das Kino aus seinen Konventionen und hebt seine Erzählungen auf eine neue Eben, die den Zuschauer herausfordert.

(4): Day Is Done
Kurzfilm von Zhang Dalei, Volksrepublik China, 2021
Eine Familie auf seltenem Besuch beim Großvater: Es wird Mittagessen gekocht, der Tisch gedeckt und gemeinsam gegessen. „Komm, zeig mir deinen Film“, fordert er seinen Enkel auf, der bald zum Studieren ins ferne Russland gehen wird. „Und schenk mir noch von dem Schnaps ein.“ Während der eine eindöst und der andere im Fotoalbum blättert, plätschert der Tag dahin. Die Melancholie des Abschieds liegt in der Luft. Irgendwann kommt die Zeit, wieder abzufahren.
Mit „Day Is Done“ knüpft Zhang Dalei an sein autobiografisch inspiriertes Langfilmdebüt „Summer Is Gone“ an. Mit denselben, nun um einige Jahre gealterten Darstellerinnen und Darstellern und Figuren, spielt auch dieser Film in Hohhot, der Heimatstadt des Regisseurs.
Die fein verwobenen Familiendynamiken und das hervorragende Schauspiel des Ensembles lassen an einem wahrhaftigen Moment im Leben der Figuren teilhaben.
Zhang Dalei gewann 2021 mit „Day Is Done“ den Silbernen Bären bei den Berlinale Shorts.

(5): Zoom: 20 Jahre Berlinale Talents
Die Berlinale Talents. 20 Jahre Filmnetzwerk. Das Erfolgsrezept der Talents – die Grundlage eines jeden Films ist die Gruppe, das Netzwerk – hat sich ausgezahlt. Auch nach 20 Jahren kommen die jungen Filmemacherinnen und Filmemacher, die in den verschiedenen Gewerken des Kinos tätig sind, zusammen, um gemeinsam nach vorne zu blicken. Es ist das Gemeinsame, dass den Film nach vorne trägt. Ein Film macht sich einfach nicht alleine. So simpel ist das, und so machen das die Talents – in Berlin und weltweit an sieben anderen Spielstätten. Ein internationales Talentsnetz. „Kurzschluss – Das Magazin“ trifft die Leiter der Initiative, Florian Weghorn und Christine Tröstrum. In den verschiedenen Workshops, sogenannten Stations, der Intitiative werden Filme entwickelt und gefördert. Die Short Form Station hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Verständnis von dem, was Film heute sein kann, sehr breit gefächert ist.

Sonntag, 13.02. / 08:25 Uhr / Victor Hugo auf Guernsey ~ Ein Schriftsteller im Exil
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 53 Min.
Regie: Mathilde Deschamps
Online verfügbar von 06/02 bis 12/08

Victor Hugo, der mit „Die Elenden“ und „Der Glöckner von Notre Dame“ Weltliteratur verfasst hat, hat knapp 15 Jahre auf der britischen Kanalinsel Guernsey im Exil verbracht. Nun wurde das Haus renoviert, das der französische Schriftsteller, Dichter, Zeichner und Publizist (1802-1885) in ein Gesamtkunstwerk verwandelt hat. Hugo hat sein Haus in St. Peter Port nach eigenen, selbst gezeichneten Entwürfen gestaltet und sich dabei auch von seinen Werken inspirieren lassen. ARTE stattet dem wiedereröffneten Hauteville House einen Besuch ab.

Victor Hugo wurde aus Frankreich verbannt, weil er sich gegen den Staatsstreich auflehnte, mit dem es Louis-Napoléon Bonaparte im Dezember 1851 gelang, den Weg für die Wiedereinführung der Monarchie frei zu machen. Als man Hugo des Landes verwies, hofften die Regierenden, er würde Amerika ansteuern. Der „Kanalinselfan“ jedoch flüchtete samt Familie und Geliebter in die unmittelbare Nachbarschaft, wo der Romantiker bald „das Atmen des Meeres“ genoss. In Guernseys Hauptstadt St. Peter Port kaufte der Schriftsteller das verwunschene Hauteville House, in dem er bis 1870 lebte. Der Schriftsteller liebte die britische Kanalinsel sehr. Der Zuschauer erlebt sie mit Hugos Augen: durch Auszüge aus seinen Werken und in der wilden Schönheit des Ortes. Ob düster oder lichtdurchflutet, blumig-exotisch oder theatralisch-barock – in dem mit viel Liebe zum Detail eingerichteten Wohnsitz hat Hugo seiner Person und seinem Werk ein extravagantes Denkmal gesetzt. Der Direktor der Victor-Hugo-Häuser, Gérard Audinet, verrät, was der Dichter mit seinen zum Teil sehr eigenwilligen Dekorationen beabsichtigte. Außerdem erzählt der Biograf Jean-Marc Hovasse sehr lebendig aus Hugos Leben im anglonormannischen Exil. Vieles von der Inneneinrichtung hat Hugo selbst entworfen – wie beispielsweise sein Bett, dass er aus 25 Möbelstücken zimmern ließ; überall sind die Initialen V und H angebracht: auf den Holzvertäfelungen, den Delfter Kacheln des Esszimmer-Kamins, im blauen und roten Salon, im Schlafzimmer und der Bibliothek. Seine Werke schrieb Hugo unter anderem an einem Stehpult im gläsernen Dachatelier, seinem „Kristallpalast“ mit Blick aufs Meer. Die nahe Heimat und die Idylle seines Exils inspirierten Hugo zu einigen seiner bekanntesten Romane wie „Die Elenden“ (1862) und „Die Arbeiter des Meeres“ (1866). Auf Guernsey entwickelte Hugo seine Gedanken zu Themen wie Exil und Familie, und hier bekräftigte er auch sein politisches Engagement für die Gleichheit der Menschen und für die Republik, gegen die Todesstrafe und gegen das Elend, unter dem das Volk litt. Ein Gedankengut, das auch Hugos Haus auf Guernsey bei diesem Rundgang auf Schritt und Tritt offenbart.

Sonntag, 13.02. / 09:20 Uhr / Liebe am Werk ~ Gabriele Münter & Wassily Kandinsky
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2019, ARTE F 26 Min.
Regie: Stéphanie Colaux
Online verfügbar von 06/02 bis 14/04

Liebe, Kunst und Leidenschaft: von Frida Kahlo und Diego Rivera über Gabriele Münter und Wassily Kandinsky bis hin zu Emilie Flöge und Gustav Klimt. Die Dokumentationsreihe erzählt mit vier neuen Folgen in einer ganz neuartigen Mischung aus echter Biografie und kreativer Archivcollage vom Leben legendärer Künstlerpaare vor dem Hintergrund ihrer Zeit. Eine Liebesbeziehung hinterlässt immer Spuren. Und wenn die Liebe zwei Künstlerseelen zusammenführt, finden diese großen Gefühle auch oft in den jeweiligen Werken ihren Ausdruck. Ganz gleich, ob die Liebe in schöpferischer Erfüllung oder amouröser Enttäuschung endet.

Wassily Kandinskys Malerei steht für Form, Abstraktion und Geistiges. Ihn inspirieren Musik, Farben und die Märchen seiner russischen Heimat. Die Malerin und Grafikerin Gabriele Münter (1877-1962) ist eine der ersten noch zu ihren Lebzeiten bekannten Künstlerinnen: eine freie, moderne Frau, die ihren Gefühlen folgt. Gabriele Münter und Wassily Kandinsky – das ist die unglückliche Liebesgeschichte eines Künstlerpaars der deutschen Avantgarde. Die Geschichte beginnt bei einer Sommerakademie. Münter ist Kandinskys Schülerin. Kandinsky wird ihr Mentor, verliebt sich und wird sich später von seiner Frau scheiden lassen, doch Gabriele Münter nie heiraten. 1907 feiert sie in Paris erste Erfolge bei einer Ausstellung. Schließlich erwirbt Gabriele Münter im Jahr 1909 ein Haus südlich von München, in Murnau am Staffelsee. Dort leben Kandinsky und Münter im Rhythmus der Natur und erleben eine unglaublich produktive künstlerische Phase. Sie pflegen Freundschaften mit anderen Künstlern, unter anderem mit Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin. Nach und nach intensiviert sich der Wunsch nach einer neuen abstrakten Bildsprache. Gemeinsam wagen sie sich an neue Formen in der Kunst, die zur Gründung der expressionistischen Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ führt. Initiatoren sind im Jahr 1911 Wassily Kandinsky, Franz Marc (1880-1916) und Gabriele Münter. Knallbunt und abstrakt gehen ihre Werke revolutionäre Wege. Die Farbe Blau steht dabei für die Romantik, der Reiter beschwört abendländisch-christliche Traditionen. Mit dem Almanach „Der Blaue Reiter“ erscheint im Mai 1912 eine der bedeutendsten theoretischen Schriften der klassischen Moderne, der dem Zusammenschluss den Namen gibt. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges bedeutet für Kandinsky eine scharfe Zäsur. Er verlässt Deutschland und kehrt in seine Heimat zurück – ohne Gabriele Münter. Dort lernt er die junge Nina Andrejewskaja kennen und heiratet sie im darauffolgenden Jahr. Gemeinsam mit ihr zieht er 1922 nach Weimar, später nach Dessau, um dort am Bauhaus zu lehren. Gabriele Münter und Kandinsky sehen sich nicht wieder.

Sonntag, 13.02. / 16:10 Uhr / Gabriele Münter ~ Pionierin der Moderne
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 53 Min.
Regie: Florence Mauro
Online verfügbar von 06/02 bis 13/07
Erstausstrahlung

Gabriele Münters Werk entstand in geschichtlich turbulenten Zeiten: die beiden Weltkriege; die Trennung von ihrem langjährigen Lebensgefährten Kandinsky, der 1914 kriegsbedingt in seine russische Heimat zurückging, wo er 1917 – entgegen seinem Eheversprechen an Münter und ohne deren Wissen – die junge Russin Nina Andrejewskaja heiratete und nach der Oktoberrevolution vier Jahre lang Führungsfunktionen in kunstpolitischen Gremien der jungen Sowjetmacht übernahm; die Zwischenkriegszeit im Zeichen von Inflation und Wirtschaftskrise.

In der Nazizeit dann konnte die Künstlerin ab 1937 überhaupt nicht mehr ausstellen, da die Avantgarde als „entartete Kunst“ diffamiert wurde. Die 60-Jährige stand vor dem Nichts, doch im Keller ihres Hauses in Murnau, in dem sie von 1909 bis 1914 zusammen mit Kandinsky gelebt und gearbeitet hatte, versteckte sie neben den eigenen Arbeiten Kandinskys zurückgelassene Werke und die der gemeinsamen Freunde vom „Blauen Reiter“. So rettete sie diese wegweisenden Werke der modernen Kunst vor dem Zugriff der Nazis.

Gestützt auf Interviews und persönliche Schriften, beschreibt die Dokumentation die Entwicklung der Malerin im Deutschland der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie zeigt, wie sie als Frau in die männlich dominierte Welt der Kunst vordrang. Gabriele Münters Biografie gibt Einblick in den schwierigen Übergang zwischen zwei grundlegenden Strömungen der modernen europäischen Malerei: dem Impressionismus und dem Expressionismus.

Sonntag, 13.02. / 17:05 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2022, SWR 30 Min.
Regie: Verena Knümann
Redaktion: Dunja Saal
Mit: Romy Straßenburg
Erstausstrahlung

Sonntag, 13.02. / 17:40 Uhr / Anne-Sophie Mutter spielt John Williams Violinkonzert Nr. 2 (Welturaufführung)
Tanglewood Musifestival 2021
Musik, Deutschland, USA, 2021, ZDF 44 Min.
Regie: Michael Beyer
Komponist: John Williams
Dirigent: John Williams
Orchester: Boston Symphony Orchestra
Mit: Anne-Sophie Mutter (Violine)
Online verfügbar von 12/02 bis 14/05
Erstausstrahlung

Eine Weltpremiere mit zwei Superstars und einem Top-Orchester – so präsentierte Tanglewood das Musik-Event 2021.

Schon lange sind sie so etwas wie ein Dream-Team, die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter und der Komponist John Williams. Jetzt hat der 89-jährige US-Amerikaner für die Ausnahmegeigerin ein viersätziges Violinkonzert geschrieben. Die Weltpremiere fand im Sommer 2021 auf dem berühmten Tanglewood Festival in Massachusetts statt.

Was Klassikfestivals anbelangt, schlägt das musikalische Herz der USA fernab der Metropolen: Im Westen von Massachusetts, in der Idylle der grünen Berkshire Hills, findet alljährlich im Juli und August das Tanglewood Festival statt. Seit 1937 ist Tanglewood auch die Sommerresidenz des Boston Symphony Orchestra, das nach Saisonende immer berühmte Gäste an diesen Ort einlädt, um hochkarätige Konzertevents rund um Klassik, Jazz und Popularmusik zu präsentieren. Das herausragende Highlight der Konzertreihe war in diesem Jahr die Weltpremiere zweier Superstars der Musikszene: John Williams hat für Stargeigerin Anne-Sophie Mutter ein Violinkonzert komponiert – sein zweites. Das gemeinsame Projekt, das am 24. Juli seine Welturaufführung feierte, dürfte zu einem Markstein ihrer Laufbahn werden.

Anne-Sophie Mutter, vierfache Grammy-Preisträgerin und weltweit eine der besten Geigerinnen unserer Zeit, sagt, es sei eine ungeheure Ehre für sie, mit dem 25-fachen Grammy-Preisträger John Williams zu arbeiten. „Es gibt nur einen John Williams“, so Anne-Sophie Mutter. „Was er schreibt ist unvergleichlich.“ Das Programm wird durch ein geigenspezifisches Arrangement von John Williams‘ Hit „Across the Stars (Love Theme)“ aus dem Film „Star Wars: Attack of the Clones“ komplettiert. Begleitet wird Anne-Sophie Mutter vom Boston Symphony Orchestra unter dem Dirigat des Komponisten selbst.

Sonntag, 13.02. / 19:30 Uhr / Die Maultrommel ~ Jakutiens Schlüssel zum Glück
Dokumentation, Deutschland, Italien, 2016, SR 43 Min.
Regie: Diego Pascal Panarello
Online verfügbar von 13/02 bis 15/03

Es ist eine der ältesten philosophischen Fragen der Menschheit, und gleichzeitig muss jeder für sich selbst eine Antwort darauf finden: Was ist Glück? Der italienische Regisseur Diego Pascal Panarello begibt sich auf die Spuren eines kleinen, unscheinbaren Musikinstruments, das, wie es scheint, für ein ganzes Volk im tiefsten Sibirien der Schlüssel zum persönlichen Glück ist. Die sphärischen Klänge führen Diego Pascal Panarello aus dem warmen Sommer seiner Heimat Sizilien in den ewigen Winter Sibiriens, in das Mekka der Maultrommel. Seit Generationen glaubt man hier an die heilende Wirkung des Instruments, und schon die Kleinsten im Kindergarten lernen es zu spielen. Für die Menschen Jakutiens kann die Maultrommel die Geräusche der Natur wiedergeben, sie kann also das Glück herbeirufen. Wäre er hier geboren, so ist sich Diego sicher, wäre sein Traum Musiker zu werden, längst in Erfüllung gegangen. Die Menschen empfangen ihn mit offenen Armen: Ist er der lang ersehnte Messias, den eine Prophezeiung bereits im 19. Jahrhundert angekündigt hat, derjenige, der der Welt von diesem Ort und seinem Nationalinstrument berichten wird? Weil er daran glaubt, baut ihm Master Tschomtschojew, der wichtigste Instrumentenbauer Jakutiens, eine eigene Maultrommel. Dieser kleine, unscheinbare Gegenstand existiert seit Menschengedenken, auf allen Kontinenten, in allen Kulturen – und trotzdem kennt man ihn kaum. Der italienische Name der Maultrommel beschreibt gleichzeitig ein Gefühl, das Menschen erleben, die sich mit ihm beschäftigen: Scacciapensieri – wörtlich übersetzt bedeutet das so viel wie „Vertreibe die Gedanken“. Ein musikalischer Roadtrip an Orte, von denen wir nicht gedacht hätten, dass sie existierten, zu Menschen, die sich für Lebensentwürfe entschieden haben, die zu unseren „westlichen“ Vorstellungen kaum gegensätzlicher sein könnten.

Sonntag, 13.02. / 22:55 Uhr / Hope on the Road ~ Daniel Hope auf den Spuren irischer Musik
Dokumentation, Deutschland, Irland, 2022, WDR 52 Min.
Regie: Tim Evers
Online verfügbar von 13/02 bis 15/03
Erstausstrahlung

Daniel Hope ist unterwegs auf einer sehr persönlichen Reise: Am Steuer eines alten Morris Traveller erkundet der international gefeierte Geiger Irland, die irische Musik – und die Geschichte seiner Familie. Seine erste Station führt ihn ins mittelalterliche Kilkenny, wo er Siobhán Armstrong trifft, die Königin der irischen Harfe. Sie erklärt ihm, wie die Harfe zum Symbol des Widerstands gegen die Fremdbestimmung wurde.

Er fährt weiter in das vom Ozean umspülte Galway an der Westküste des Landes, der Hauptstadt der Straßenmusik. Hier ist Seán Smyth zu Hause, er ist der Fiddler der Band Lunasa und Meister des Irish Folk.

Natürlich geht seine Reise auch in die Hauptstadt Dublin, wo Daniel Hope mit dem National Symphony Orchestra ein Stück der lange vergessenen irischen Komponistin Ina Boyle uraufführt.

Emotionaler Höhepunkt des Roadtrips ist der Besuch des Geigers in Waterford. Hier macht er sich gemeinsam mit seinem Vater, dem Schriftsteller Christopher Hope, auf die Suche nach der letzten Adresse seines Urgroßvaters Danny McKenna: „Ohne diesen Danny hätte ich vielleicht nie die Geige für mich entdeckt. Denn nur durch ihn hatten wir das Anrecht auf einen irischen Pass, als mein Vater Südafrika wegen seines Widerstands gegen das Apartheidregime verlassen musste. Und nur dank dieses irischen Passes konnten wir uns in London niederlassen, wo meine Mutter eine Stelle bei Yehudi Menuhin fand, dem Jahrhundertgeiger.“ Daniel Hopes Reise durch Irland bedeutet für ihn auch eine Reise zu den eigenen Wurzeln.

Sonntag, 13.02. / 23:45 Uhr / Antonio Vivaldi: „Die vier Jahreszeiten“
Daniel Hope und das Zürcher Kammerorchester spielen Vivaldi und Tschaikowski
Musik, Deutschland, 2018, HR 53 Min.
Regie: Nele Münchmeyer
Komponist: Antonio Vivaldi
Dirigent: Daniel Hope
Orchester: Zürcher Kammerorchester
Mit: Daniel Hope (Violine)
Online verfügbar von 13/02 bis 14/05

Barocke Meisterschaft erfüllt den idyllischen Kreuzgang von Kloster Eberbach, wenn Daniel Hope und das Zürcher Kammerorchester sich auf musikalische Reise nach Italien begeben. Antonio Vivaldi hat vom italienischen Sommer eines der berühmtesten Tongemälde entworfen. Niemand hat die sengende Mittagshitze und das reinigende Sommergewitter plastischer und virtuoser in Töne gesetzt als der Barockmeister. Mit elektrisierender Unbeschwertheit und hörbarem Faible für Musik, die Geschichten erzählt, gibt dieses Werk Daniel Hope und dem Zürcher Kammerorchester die Gelegenheit, ein virtuoses Feuerwerk in einzigartiger Kulisse zu entfachen.

Freitag, 18.02. / 21:45 Uhr / Das kurze Leben des Brian Jones
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Patrick Boudet
Online verfügbar von 11/02 bis 21/03

Er war der Gründer und „Bad Boy“ der Rolling Stones. Im Juli 1969 ertrank Gitarrist Brian Jones unter mysteriösen Umständen im Swimmingpool seines Landhauses. Als Gründer und Bandleader einer der erfolgreichsten Rockgruppen aller Zeiten bleibt er bis heute ein Rätsel: Warum verabschiedete sich die Pop-Ikone nach und nach aus ihrem eigenen Lebenstraum? Live fast, die young – ein sehr persönliches Porträt des hochbegabten Musikers, das von seinem steilen Aufstieg und tiefen Fall erzählt.

Brian Jones – der Junge mit der blonden Mähne und dem Pagenschnitt – verkörperte den musikalischen Aufbruch der Sixties in eine Richtung, die so gar nichts mit den braven, weichgespülten Beatles zu tun hatte. Er war der gut aussehende „Bad Boy“ der Rolling Stones. Gemeinsam mit seinen vier Bandkollegen machte er den Chicago Blues zur massenkompatiblen und erfolgreichen Musik, die schon bald die Charts eroberte. Ihren ersten Nummer-eins-Hit hatten die Stones mit „It’s All Over Now“ im Juli 1964. Bei den Konzerten fielen reihenweise Mädchen in Ohnmacht, Jungs randalierten. Live fast, die young – Brian Jones‘ Tod im Alter von gerade einmal 27 Jahren begründete den berüchtigten Club 27, zu dem neben Jones auch Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Curt Cobain und Amy Winehouse zählen. Von seiner Heimatstadt Cheltenham zu den großen Bühnen dieser Welt, von einer behüteten Kindheit zu den tiefsten Abgründen menschlichen Daseins, von der kreativen Schaffensfreude der Anfangsjahre zum Rauswurf aus der eigenen Band und von der abgerockten Stones-WG in Edith Grove zum Landsitz Cotchford Farm, wo Brian Jones im eigenen Swimmingpool ertrank, führt die Dokumentation zu den wichtigsten Stationen seiner Karriere und versucht der selbstzerstörerischen Kraft auf den Grund zu gehen, die den Musiker Zeit seines Lebens umtrieb. Zu Wort kommen ehemalige Weggefährten und Zeitzeugen wie Lewis Jones, Pat Andrews, John Keen, Prince Stash, Mick Jagger, Bill Wyman, Dick Taylor, Michael Lindsay-Hogg, aber auch Komponisten und Musiker wie Elliott Murphy und Paul Trynka, die bis heute von der Musik eines Mannes inspiriert sind, der eine der erfolgreichsten Rockgruppen aller Zeiten gründete und dennoch viel zu wenig Beachtung fand.

Freitag, 18.02. / 22:40 Uhr / Musical Vibrations ~ Ein Sound verändert die Welt
Dokumentation, Deutschland, 2021, WDR 52 Min.
Regie: Thomas von Steinaecker
Online verfügbar von 18/02 bis 20/03

Ob Techno oder Hip-Hop – elektronische Musik ist heute die treibende Kraft der Popkultur. Fast vergessen ist jedoch, dass ihre Ursprünge eng verbunden mit der klassischen Avantgarde in winzigen Studios in Paris und Köln liegen. Diese Dokumentation zeichnet diesen einzigartigen Brückenschlag zwischen Avantgarde und Pop mit exklusiven Interviews und zum Teil nie gesehenem Archivmaterial nach, unter anderem mit Mitgliedern von Tangerine Dream, Kraftwerk, Mouse on Mars sowie Jean-Michel Jarre und der Elektronik-Pionierin Eliane Radigue.

Ob Techno oder Hip-Hop: Elektronische Musik ist heute die treibende Kraft der Popkultur. Sie ist der Sound, den wir tagtäglich im Ohr haben. Fast vergessen ist dabei jedoch, dass die Ursprünge der elektronischen Musik eng verbunden mit der klassischen Avantgarde in winzigen Studios in Paris und Köln liegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg experimentierten hier die beiden visionären Komponisten Pierre Schaeffer und Karlheinz Stockhausen in ihren Wunderkammern voller seltsamer Geräte.

Die Dokumentation erzählt erstmals die Geschichte, wie diese bahnbrechende Nischenkunst den Grundstein für das legte, was heute Mainstream ist. Denn in den frühen 1970ern bezogen sich Bands wie Tangerine Dream und Kraftwerk bewusst auf die Errungenschaften des elektronischen Studios des WDR, und in Paris nahm Jean-Michel Jarre Unterricht bei Pierre Schaeffer, bevor ihm mit „Oxygène“ ein Millionenseller gelang. Die Sendung zeichnet diesen einzigartigen Brückenschlag zwischen Avantgarde und Pop mit exklusiven Interviews und zum Teil nie gesehenem Archivmaterial nach. Sie bietet eine Reise von den vom Krieg gezeichneten Metropolen Paris und Köln, an den rauchenden Schloten Düsseldorfs vorbei bis ins hippe New York, wo schwarze Künstler zu Samples von Kraftwerk den Rap entdecken. Es ist eine Geschichte entgegen jeder Wahrscheinlichkeit, eine Geschichte von Schwingungen, denen es gelingt, die Welt in Ekstase zu versetzen. Dabei sind Mitglieder von Tangerine Dream, Kraftwerk, Mouse on Mars sowie Jean-Michel Jarre und der Elektronik-Pionierin Eliane Radigue.

Freitag, 18.02. / 23:30 Uhr / Electro trifft Kunst ~ art.set @ Fondation Beyeler
Dokumentation, Deutschland, 2021, ZDF 60 Min.
Regie: Florian Breuer
Online verfügbar von 18/02 bis 19/05
Erstausstrahlung

Elektronische Musik trifft auf bildende Kunst. Für die Ewigkeit bestimmte Kunstwerke begegnen flüchtigen elektronischen Klängen. Zusammen verschmelzen sie zu einer synästhetischen Erfahrung, die Kunst- wie Musikliebhaberinnen und -liebhaber vereinnahmen und die Grenzen von Musikvideo und Konzertfilm verwischen wird.

Die Fondation Beyeler ist ein Schweizer Kunstmuseum, das die Kunst des 20. Jahrhunderts dokumentiert.

Eine Auswahl der größten Künstler der elektronischen Musikwelt wie Seth Troxler, Frank Wiedemann und Adriatique erschaffen elektronisch komponierte Klangwelten, die durch die Ausstellungen inspiriert sind.

Umgeben von Werken von unter anderem Claude Monet, Peter Doig und Ólafur Elíasson performen die DJs ihre individuell komponierten „Kunst-Soundtracks“ und schaffen damit eine synästhetische Erfahrung, die Kunst- ebenso wie Musikliebhaberinnen und -liebhaber vereinnahmen wird.

Die Sendung bildet ein Best-of aus vier Folgen:

Frank Wiedemann und Mathew Jonson treffen auf Kunstwerke von Claude Monet und Tacita Dean.

Das Züricher Produzenten-Duo Adriatique vertont die aufwendig illuminierten Skulpturen „Der Denker“ von Auguste Rodin und „Ptolemäus III“ von Hans Arp.

Das jüngste Werk „Life“ von Ólafur Elíasson, für welche die Räumlichkeiten der Fondation Beyeler geflutet und mit Wasserpflanzen dekoriert wurden, und in dem dann Seth Troxler und Phil Moffa als Lost Souls of Saturn ein experimentelles Set auflegen.

Und der legendäre DJ Tennis, der vor einem übergroßen Werk von Peter Doig auflegt.

Freitag, 18.02. / 00:35 Uhr / Tracks ~ Next Level Flex – Rap und Fashion
Magazin, Deutschland, 2022, ZDF 30 Min.
Regie: N.N.
Online verfügbar von 17/02 bis 19/05
Erstausstrahlung

Diese Woche in „Tracks“: Seit es Hip-Hop gibt, schmücken sich die Protagonistinnen und Protagonisten der Szene mit Reichtumsinsignien. Doch die Statussymbole wandeln sich. Viele Rapstars haben nun die Mode für sich entdeckt. Doch wer prägt nun wen? Die Mode den Rap oder der Rap die Mode?

Rap ohne Flex? Undenkbar. Seit es Hip-Hop gibt, schmücken sich die Protagonistinnen und Protagonisten der Szene mit Reichtumsinsignien. Doch die Statussymbole wandeln sich. Viele Rapstars haben nun die Mode für sich entdeckt. Spätestens seit Kanye Wests Praktikum bei Fendi, bei dem er den kürzlich verstorbenen Louis-Vuitton-Stardesigner Virgil Abloh kennenlernte, hielt die Haute Couture Einzug in die Welt des Hip-Hops. „Tracks“ widmet sich der starken Verbindung zwischen Rap und Mode. Kunstschaffende wie Rapper Ufo361 und Modedesignerin Maria Koch kommen zu Wort: Wie werden sich Rap und Mode künftig gegenseitig inspirieren? Wer profitiert von wem? Und womit lässt sich heute überhaupt noch „flexen”?

Freitag, 18.02. / 01:05 Uhr / 30 Jahre Techno in Berlin
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 74 Min.
Regie: Axel Ludewig
Moderation: Hadnet Tesfai
Mit: Electric Indigo, Miss Kittin, Antigone, DJ Hell, Gudrun Gut, Nina Kraviz, DJ Rush, Westbam, Underground Resistance, Tanith, Dr. Motte, Steffi, Mor Elian
Online verfügbar von 17/02 bis 19/05

Berlin gilt als eine der wichtigsten internationalen Techno-Metropolen. Aus diesem Grund findet am 14. September 2018 im Funkhaus Berlin das erste generationsübergreifende Techno-Festival statt und ARTE Concert ist live dabei. Dass Berlin ein Magnet für DJs aus der ganzen Welt ist, zeigt das Line-up: Internationale und Berliner DJ-Größen treffen hier aufeinander, um 30 Jahre Berliner Club-Kultur zu feiern. Zwölf Stunden lang werden die Gründer der Berliner Techno-Szene wie Westbam, DJ Rush, Mijk van Dijk und Tanith mit den jungen internationalen Star-DJs wie Nina Kraviz, Antigone und Mor Elian auf zwei Floors gleichzeitig auflegen, sich teilweise erstmals austauschen und gemeinsam feiern.

Moderiert wird die Sendung von Hadnet Tesfai. Mit: Gudrun Gut, Mor Elian, Electric Indigo, Dr. Motte, DJ Rush, Tanith, DJ Hell, Antigone, Steffi, Nina Kraviz, Miss Kittin, Westbam.

Zusatzinfo:
In der Nacht des 14. September ist dieses einmalige Festival im Livestream auf concert.arte.tv zu erleben.

Freitag, 18.02. / 02:20 Uhr / Patti Smith Live at Montreux 2005
Musik, Schweiz, 2005, ARTE F 59 Min.
Regie: Romain Guélat
Mit: Patti Smith
Online verfügbar von 31/12 bis 08/03
Wiederholung vom 07.01.


Programmwoche 08:

Samstag, 12.02 / 01:05 Uhr / Kurzschluss – Das Magazin: Schwerpinkt 72. Berlinale
Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die Berlinale
Magazin, Deutschland, 2021, ZDF 52 Min.
Erstausstrahlung

„Kurzschluss – Das Magazin“ zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews.
Mehr Infos unter: arte.tv/kurzschluss

(1): Zoom: Berlinale 2022
Seit 2020 leitet Anna Henckel-Donnersmarck die Berlinale Shorts. Was kann ein Filmfestival nach mehr als einem Jahr Pandemie dem Publikum bieten und anbieten? Anna Henckel-Donnersmarck spricht über Kurzfilmprogramme als Möglichkeitsraum für uns als Gesellschaft: uns zu begegnen, uns zu verstehen, uns zuzuhören. Filme gemeinsam erleben.

(2): Motorcyclist’s Happiness Won’t Fit into his Suit
Kurzfilm von Gabriel Herrera, Mexiko, 2021
Stolz sitzt er auf seinem Motorrad, umgeben von majestätischem Rot und der funkelnden Bewunderung der anderen. Er fährt Runde um Runde, mit jeder Fahrt wird er schöner und erhabener. Denn nur er kann den Dschungel erforschen. Und nein, sein Motorrad gibt er nicht her, nicht einmal als Leihgabe.
Der Regisseur Gabriel Herrera zeichnet ein nonkonformistisches Bild der spanischen Eroberung Südamerikas, das die Hybris der kolonialen Eroberer ins Visier nimmt. Ein Motorrad, als Symbol für den Fortschritt und als Protagonist für die Zukunft.

(3): Porträt Gabriel Herrera
Gabriel Herrera, Filmemacher aus Mexiko. Im vergangenen Jahr konkurrierte sein Film um den Goldenen Bären für den besten kurzen Film und ist im Anschluß auf einer Vielzahl von Filmfestivals gezeigt worden und hat viele Preise gewonnen.
„Kurzschluss – Das Magazin“ sprach mit dem mexikanischen Regisseur über sein Selbstverständniss als Regisseur, seinen Blick auf das Bild und dessen Möglichkeiten in der Erforschung verschiedener Erzählebenen. „Kurzschluss – Das Magazin“ spricht mit ihm über Anordnungen im physischen und filmischen Raum. Herreras Filme bestechen durch seine sehr spezielle Art Bild, Ton, Musik und Sprache in eine Art spielerisch anmutender Konflikte zu bringen. Er befreit das Kino aus seinen Konventionen und hebt seine Erzählungen auf eine neue Eben, die den Zuschauer herausfordert.

(4): Day Is Done
Kurzfilm von Zhang Dalei, Volksrepublik China, 2021
Eine Familie auf seltenem Besuch beim Großvater: Es wird Mittagessen gekocht, der Tisch gedeckt und gemeinsam gegessen. „Komm, zeig mir deinen Film“, fordert er seinen Enkel auf, der bald zum Studieren ins ferne Russland gehen wird. „Und schenk mir noch von dem Schnaps ein.“ Während der eine eindöst und der andere im Fotoalbum blättert, plätschert der Tag dahin. Die Melancholie des Abschieds liegt in der Luft. Irgendwann kommt die Zeit, wieder abzufahren.
Mit „Day Is Done“ knüpft Zhang Dalei an sein autobiografisch inspiriertes Langfilmdebüt „Summer Is Gone“ an. Mit denselben, nun um einige Jahre gealterten Darstellerinnen und Darstellern und Figuren, spielt auch dieser Film in Hohhot, der Heimatstadt des Regisseurs.
Die fein verwobenen Familiendynamiken und das hervorragende Schauspiel des Ensembles lassen an einem wahrhaftigen Moment im Leben der Figuren teilhaben.
Zhang Dalei gewann 2021 mit „Day Is Done“ den Silbernen Bären bei den Berlinale Shorts.

(5): Zoom: 20 Jahre Berlinale Talents
Die Berlinale Talents. 20 Jahre Filmnetzwerk. Das Erfolgsrezept der Talents – die Grundlage eines jeden Films ist die Gruppe, das Netzwerk – hat sich ausgezahlt. Auch nach 20 Jahren kommen die jungen Filmemacherinnen und Filmemacher, die in den verschiedenen Gewerken des Kinos tätig sind, zusammen, um gemeinsam nach vorne zu blicken. Es ist das Gemeinsame, dass den Film nach vorne trägt. Ein Film macht sich einfach nicht alleine. So simpel ist das, und so machen das die Talents – in Berlin und weltweit an sieben anderen Spielstätten. Ein internationales Talentsnetz. „Kurzschluss – Das Magazin“ trifft die Leiter der Initiative, Florian Weghorn und Christine Tröstrum. In den verschiedenen Workshops, sogenannten Stations, der Intitiative werden Filme entwickelt und gefördert. Die Short Form Station hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Verständnis von dem, was Film heute sein kann, sehr breit gefächert ist.

Sonntag, 13.02. / 08:25 Uhr / Victor Hugo auf Guernsey ~ Ein Schriftsteller im Exil
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 53 Min.
Regie: Mathilde Deschamps
Online verfügbar von 06/02 bis 12/08

Victor Hugo, der mit „Die Elenden“ und „Der Glöckner von Notre Dame“ Weltliteratur verfasst hat, hat knapp 15 Jahre auf der britischen Kanalinsel Guernsey im Exil verbracht. Nun wurde das Haus renoviert, das der französische Schriftsteller, Dichter, Zeichner und Publizist (1802-1885) in ein Gesamtkunstwerk verwandelt hat. Hugo hat sein Haus in St. Peter Port nach eigenen, selbst gezeichneten Entwürfen gestaltet und sich dabei auch von seinen Werken inspirieren lassen. ARTE stattet dem wiedereröffneten Hauteville House einen Besuch ab.

Victor Hugo wurde aus Frankreich verbannt, weil er sich gegen den Staatsstreich auflehnte, mit dem es Louis-Napoléon Bonaparte im Dezember 1851 gelang, den Weg für die Wiedereinführung der Monarchie frei zu machen. Als man Hugo des Landes verwies, hofften die Regierenden, er würde Amerika ansteuern. Der „Kanalinselfan“ jedoch flüchtete samt Familie und Geliebter in die unmittelbare Nachbarschaft, wo der Romantiker bald „das Atmen des Meeres“ genoss. In Guernseys Hauptstadt St. Peter Port kaufte der Schriftsteller das verwunschene Hauteville House, in dem er bis 1870 lebte. Der Schriftsteller liebte die britische Kanalinsel sehr. Der Zuschauer erlebt sie mit Hugos Augen: durch Auszüge aus seinen Werken und in der wilden Schönheit des Ortes. Ob düster oder lichtdurchflutet, blumig-exotisch oder theatralisch-barock – in dem mit viel Liebe zum Detail eingerichteten Wohnsitz hat Hugo seiner Person und seinem Werk ein extravagantes Denkmal gesetzt. Der Direktor der Victor-Hugo-Häuser, Gérard Audinet, verrät, was der Dichter mit seinen zum Teil sehr eigenwilligen Dekorationen beabsichtigte. Außerdem erzählt der Biograf Jean-Marc Hovasse sehr lebendig aus Hugos Leben im anglonormannischen Exil. Vieles von der Inneneinrichtung hat Hugo selbst entworfen – wie beispielsweise sein Bett, dass er aus 25 Möbelstücken zimmern ließ; überall sind die Initialen V und H angebracht: auf den Holzvertäfelungen, den Delfter Kacheln des Esszimmer-Kamins, im blauen und roten Salon, im Schlafzimmer und der Bibliothek. Seine Werke schrieb Hugo unter anderem an einem Stehpult im gläsernen Dachatelier, seinem „Kristallpalast“ mit Blick aufs Meer. Die nahe Heimat und die Idylle seines Exils inspirierten Hugo zu einigen seiner bekanntesten Romane wie „Die Elenden“ (1862) und „Die Arbeiter des Meeres“ (1866). Auf Guernsey entwickelte Hugo seine Gedanken zu Themen wie Exil und Familie, und hier bekräftigte er auch sein politisches Engagement für die Gleichheit der Menschen und für die Republik, gegen die Todesstrafe und gegen das Elend, unter dem das Volk litt. Ein Gedankengut, das auch Hugos Haus auf Guernsey bei diesem Rundgang auf Schritt und Tritt offenbart.

Sonntag, 13.02. / 09:20 Uhr / Liebe am Werk ~ Gabriele Münter & Wassily Kandinsky
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2019, ARTE F 26 Min.
Regie: Stéphanie Colaux
Online verfügbar von 06/02 bis 14/04

Liebe, Kunst und Leidenschaft: von Frida Kahlo und Diego Rivera über Gabriele Münter und Wassily Kandinsky bis hin zu Emilie Flöge und Gustav Klimt. Die Dokumentationsreihe erzählt mit vier neuen Folgen in einer ganz neuartigen Mischung aus echter Biografie und kreativer Archivcollage vom Leben legendärer Künstlerpaare vor dem Hintergrund ihrer Zeit. Eine Liebesbeziehung hinterlässt immer Spuren. Und wenn die Liebe zwei Künstlerseelen zusammenführt, finden diese großen Gefühle auch oft in den jeweiligen Werken ihren Ausdruck. Ganz gleich, ob die Liebe in schöpferischer Erfüllung oder amouröser Enttäuschung endet.

Wassily Kandinskys Malerei steht für Form, Abstraktion und Geistiges. Ihn inspirieren Musik, Farben und die Märchen seiner russischen Heimat. Die Malerin und Grafikerin Gabriele Münter (1877-1962) ist eine der ersten noch zu ihren Lebzeiten bekannten Künstlerinnen: eine freie, moderne Frau, die ihren Gefühlen folgt. Gabriele Münter und Wassily Kandinsky – das ist die unglückliche Liebesgeschichte eines Künstlerpaars der deutschen Avantgarde. Die Geschichte beginnt bei einer Sommerakademie. Münter ist Kandinskys Schülerin. Kandinsky wird ihr Mentor, verliebt sich und wird sich später von seiner Frau scheiden lassen, doch Gabriele Münter nie heiraten. 1907 feiert sie in Paris erste Erfolge bei einer Ausstellung. Schließlich erwirbt Gabriele Münter im Jahr 1909 ein Haus südlich von München, in Murnau am Staffelsee. Dort leben Kandinsky und Münter im Rhythmus der Natur und erleben eine unglaublich produktive künstlerische Phase. Sie pflegen Freundschaften mit anderen Künstlern, unter anderem mit Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin. Nach und nach intensiviert sich der Wunsch nach einer neuen abstrakten Bildsprache. Gemeinsam wagen sie sich an neue Formen in der Kunst, die zur Gründung der expressionistischen Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ führt. Initiatoren sind im Jahr 1911 Wassily Kandinsky, Franz Marc (1880-1916) und Gabriele Münter. Knallbunt und abstrakt gehen ihre Werke revolutionäre Wege. Die Farbe Blau steht dabei für die Romantik, der Reiter beschwört abendländisch-christliche Traditionen. Mit dem Almanach „Der Blaue Reiter“ erscheint im Mai 1912 eine der bedeutendsten theoretischen Schriften der klassischen Moderne, der dem Zusammenschluss den Namen gibt. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges bedeutet für Kandinsky eine scharfe Zäsur. Er verlässt Deutschland und kehrt in seine Heimat zurück – ohne Gabriele Münter. Dort lernt er die junge Nina Andrejewskaja kennen und heiratet sie im darauffolgenden Jahr. Gemeinsam mit ihr zieht er 1922 nach Weimar, später nach Dessau, um dort am Bauhaus zu lehren. Gabriele Münter und Kandinsky sehen sich nicht wieder.

Sonntag, 13.02. / 16:10 Uhr / Gabriele Münter ~ Pionierin der Moderne
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 53 Min.
Regie: Florence Mauro
Online verfügbar von 06/02 bis 13/07
Erstausstrahlung

Gabriele Münters Werk entstand in geschichtlich turbulenten Zeiten: die beiden Weltkriege; die Trennung von ihrem langjährigen Lebensgefährten Kandinsky, der 1914 kriegsbedingt in seine russische Heimat zurückging, wo er 1917 – entgegen seinem Eheversprechen an Münter und ohne deren Wissen – die junge Russin Nina Andrejewskaja heiratete und nach der Oktoberrevolution vier Jahre lang Führungsfunktionen in kunstpolitischen Gremien der jungen Sowjetmacht übernahm; die Zwischenkriegszeit im Zeichen von Inflation und Wirtschaftskrise.

In der Nazizeit dann konnte die Künstlerin ab 1937 überhaupt nicht mehr ausstellen, da die Avantgarde als „entartete Kunst“ diffamiert wurde. Die 60-Jährige stand vor dem Nichts, doch im Keller ihres Hauses in Murnau, in dem sie von 1909 bis 1914 zusammen mit Kandinsky gelebt und gearbeitet hatte, versteckte sie neben den eigenen Arbeiten Kandinskys zurückgelassene Werke und die der gemeinsamen Freunde vom „Blauen Reiter“. So rettete sie diese wegweisenden Werke der modernen Kunst vor dem Zugriff der Nazis.

Gestützt auf Interviews und persönliche Schriften, beschreibt die Dokumentation die Entwicklung der Malerin im Deutschland der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie zeigt, wie sie als Frau in die männlich dominierte Welt der Kunst vordrang. Gabriele Münters Biografie gibt Einblick in den schwierigen Übergang zwischen zwei grundlegenden Strömungen der modernen europäischen Malerei: dem Impressionismus und dem Expressionismus.

Sonntag, 13.02. / 17:05 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2022, SWR 30 Min.
Regie: Verena Knümann
Redaktion: Dunja Saal
Mit: Romy Straßenburg
Erstausstrahlung

Sonntag, 13.02. / 17:40 Uhr / Anne-Sophie Mutter spielt John Williams Violinkonzert Nr. 2 (Welturaufführung)
Tanglewood Musifestival 2021
Musik, Deutschland, USA, 2021, ZDF 44 Min.
Regie: Michael Beyer
Komponist: John Williams
Dirigent: John Williams
Orchester: Boston Symphony Orchestra
Mit: Anne-Sophie Mutter (Violine)
Online verfügbar von 12/02 bis 14/05
Erstausstrahlung

Eine Weltpremiere mit zwei Superstars und einem Top-Orchester – so präsentierte Tanglewood das Musik-Event 2021.

Schon lange sind sie so etwas wie ein Dream-Team, die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter und der Komponist John Williams. Jetzt hat der 89-jährige US-Amerikaner für die Ausnahmegeigerin ein viersätziges Violinkonzert geschrieben. Die Weltpremiere fand im Sommer 2021 auf dem berühmten Tanglewood Festival in Massachusetts statt.

Was Klassikfestivals anbelangt, schlägt das musikalische Herz der USA fernab der Metropolen: Im Westen von Massachusetts, in der Idylle der grünen Berkshire Hills, findet alljährlich im Juli und August das Tanglewood Festival statt. Seit 1937 ist Tanglewood auch die Sommerresidenz des Boston Symphony Orchestra, das nach Saisonende immer berühmte Gäste an diesen Ort einlädt, um hochkarätige Konzertevents rund um Klassik, Jazz und Popularmusik zu präsentieren. Das herausragende Highlight der Konzertreihe war in diesem Jahr die Weltpremiere zweier Superstars der Musikszene: John Williams hat für Stargeigerin Anne-Sophie Mutter ein Violinkonzert komponiert – sein zweites. Das gemeinsame Projekt, das am 24. Juli seine Welturaufführung feierte, dürfte zu einem Markstein ihrer Laufbahn werden.

Anne-Sophie Mutter, vierfache Grammy-Preisträgerin und weltweit eine der besten Geigerinnen unserer Zeit, sagt, es sei eine ungeheure Ehre für sie, mit dem 25-fachen Grammy-Preisträger John Williams zu arbeiten. „Es gibt nur einen John Williams“, so Anne-Sophie Mutter. „Was er schreibt ist unvergleichlich.“ Das Programm wird durch ein geigenspezifisches Arrangement von John Williams‘ Hit „Across the Stars (Love Theme)“ aus dem Film „Star Wars: Attack of the Clones“ komplettiert. Begleitet wird Anne-Sophie Mutter vom Boston Symphony Orchestra unter dem Dirigat des Komponisten selbst.

Sonntag, 13.02. / 19:30 Uhr / Die Maultrommel ~ Jakutiens Schlüssel zum Glück
Dokumentation, Deutschland, Italien, 2016, SR 43 Min.
Regie: Diego Pascal Panarello
Online verfügbar von 13/02 bis 15/03

Es ist eine der ältesten philosophischen Fragen der Menschheit, und gleichzeitig muss jeder für sich selbst eine Antwort darauf finden: Was ist Glück? Der italienische Regisseur Diego Pascal Panarello begibt sich auf die Spuren eines kleinen, unscheinbaren Musikinstruments, das, wie es scheint, für ein ganzes Volk im tiefsten Sibirien der Schlüssel zum persönlichen Glück ist. Die sphärischen Klänge führen Diego Pascal Panarello aus dem warmen Sommer seiner Heimat Sizilien in den ewigen Winter Sibiriens, in das Mekka der Maultrommel. Seit Generationen glaubt man hier an die heilende Wirkung des Instruments, und schon die Kleinsten im Kindergarten lernen es zu spielen. Für die Menschen Jakutiens kann die Maultrommel die Geräusche der Natur wiedergeben, sie kann also das Glück herbeirufen. Wäre er hier geboren, so ist sich Diego sicher, wäre sein Traum Musiker zu werden, längst in Erfüllung gegangen. Die Menschen empfangen ihn mit offenen Armen: Ist er der lang ersehnte Messias, den eine Prophezeiung bereits im 19. Jahrhundert angekündigt hat, derjenige, der der Welt von diesem Ort und seinem Nationalinstrument berichten wird? Weil er daran glaubt, baut ihm Master Tschomtschojew, der wichtigste Instrumentenbauer Jakutiens, eine eigene Maultrommel. Dieser kleine, unscheinbare Gegenstand existiert seit Menschengedenken, auf allen Kontinenten, in allen Kulturen – und trotzdem kennt man ihn kaum. Der italienische Name der Maultrommel beschreibt gleichzeitig ein Gefühl, das Menschen erleben, die sich mit ihm beschäftigen: Scacciapensieri – wörtlich übersetzt bedeutet das so viel wie „Vertreibe die Gedanken“. Ein musikalischer Roadtrip an Orte, von denen wir nicht gedacht hätten, dass sie existierten, zu Menschen, die sich für Lebensentwürfe entschieden haben, die zu unseren „westlichen“ Vorstellungen kaum gegensätzlicher sein könnten.

Sonntag, 13.02. / 22:55 Uhr / Hope on the Road ~ Daniel Hope auf den Spuren irischer Musik
Dokumentation, Deutschland, Irland, 2022, WDR 52 Min.
Regie: Tim Evers
Online verfügbar von 13/02 bis 15/03
Erstausstrahlung

Daniel Hope ist unterwegs auf einer sehr persönlichen Reise: Am Steuer eines alten Morris Traveller erkundet der international gefeierte Geiger Irland, die irische Musik – und die Geschichte seiner Familie. Seine erste Station führt ihn ins mittelalterliche Kilkenny, wo er Siobhán Armstrong trifft, die Königin der irischen Harfe. Sie erklärt ihm, wie die Harfe zum Symbol des Widerstands gegen die Fremdbestimmung wurde.

Er fährt weiter in das vom Ozean umspülte Galway an der Westküste des Landes, der Hauptstadt der Straßenmusik. Hier ist Seán Smyth zu Hause, er ist der Fiddler der Band Lunasa und Meister des Irish Folk.

Natürlich geht seine Reise auch in die Hauptstadt Dublin, wo Daniel Hope mit dem National Symphony Orchestra ein Stück der lange vergessenen irischen Komponistin Ina Boyle uraufführt.

Emotionaler Höhepunkt des Roadtrips ist der Besuch des Geigers in Waterford. Hier macht er sich gemeinsam mit seinem Vater, dem Schriftsteller Christopher Hope, auf die Suche nach der letzten Adresse seines Urgroßvaters Danny McKenna: „Ohne diesen Danny hätte ich vielleicht nie die Geige für mich entdeckt. Denn nur durch ihn hatten wir das Anrecht auf einen irischen Pass, als mein Vater Südafrika wegen seines Widerstands gegen das Apartheidregime verlassen musste. Und nur dank dieses irischen Passes konnten wir uns in London niederlassen, wo meine Mutter eine Stelle bei Yehudi Menuhin fand, dem Jahrhundertgeiger.“ Daniel Hopes Reise durch Irland bedeutet für ihn auch eine Reise zu den eigenen Wurzeln.

Sonntag, 13.02. / 23:45 Uhr / Antonio Vivaldi: „Die vier Jahreszeiten“
Daniel Hope und das Zürcher Kammerorchester spielen Vivaldi und Tschaikowski
Musik, Deutschland, 2018, HR 53 Min.
Regie: Nele Münchmeyer
Komponist: Antonio Vivaldi
Dirigent: Daniel Hope
Orchester: Zürcher Kammerorchester
Mit: Daniel Hope (Violine)
Online verfügbar von 13/02 bis 14/05

Barocke Meisterschaft erfüllt den idyllischen Kreuzgang von Kloster Eberbach, wenn Daniel Hope und das Zürcher Kammerorchester sich auf musikalische Reise nach Italien begeben. Antonio Vivaldi hat vom italienischen Sommer eines der berühmtesten Tongemälde entworfen. Niemand hat die sengende Mittagshitze und das reinigende Sommergewitter plastischer und virtuoser in Töne gesetzt als der Barockmeister. Mit elektrisierender Unbeschwertheit und hörbarem Faible für Musik, die Geschichten erzählt, gibt dieses Werk Daniel Hope und dem Zürcher Kammerorchester die Gelegenheit, ein virtuoses Feuerwerk in einzigartiger Kulisse zu entfachen.

Freitag, 18.02. / 21:45 Uhr / Das kurze Leben des Brian Jones
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Patrick Boudet
Online verfügbar von 11/02 bis 21/03

Er war der Gründer und „Bad Boy“ der Rolling Stones. Im Juli 1969 ertrank Gitarrist Brian Jones unter mysteriösen Umständen im Swimmingpool seines Landhauses. Als Gründer und Bandleader einer der erfolgreichsten Rockgruppen aller Zeiten bleibt er bis heute ein Rätsel: Warum verabschiedete sich die Pop-Ikone nach und nach aus ihrem eigenen Lebenstraum? Live fast, die young – ein sehr persönliches Porträt des hochbegabten Musikers, das von seinem steilen Aufstieg und tiefen Fall erzählt.

Brian Jones – der Junge mit der blonden Mähne und dem Pagenschnitt – verkörperte den musikalischen Aufbruch der Sixties in eine Richtung, die so gar nichts mit den braven, weichgespülten Beatles zu tun hatte. Er war der gut aussehende „Bad Boy“ der Rolling Stones. Gemeinsam mit seinen vier Bandkollegen machte er den Chicago Blues zur massenkompatiblen und erfolgreichen Musik, die schon bald die Charts eroberte. Ihren ersten Nummer-eins-Hit hatten die Stones mit „It’s All Over Now“ im Juli 1964. Bei den Konzerten fielen reihenweise Mädchen in Ohnmacht, Jungs randalierten. Live fast, die young – Brian Jones‘ Tod im Alter von gerade einmal 27 Jahren begründete den berüchtigten Club 27, zu dem neben Jones auch Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Curt Cobain und Amy Winehouse zählen. Von seiner Heimatstadt Cheltenham zu den großen Bühnen dieser Welt, von einer behüteten Kindheit zu den tiefsten Abgründen menschlichen Daseins, von der kreativen Schaffensfreude der Anfangsjahre zum Rauswurf aus der eigenen Band und von der abgerockten Stones-WG in Edith Grove zum Landsitz Cotchford Farm, wo Brian Jones im eigenen Swimmingpool ertrank, führt die Dokumentation zu den wichtigsten Stationen seiner Karriere und versucht der selbstzerstörerischen Kraft auf den Grund zu gehen, die den Musiker Zeit seines Lebens umtrieb. Zu Wort kommen ehemalige Weggefährten und Zeitzeugen wie Lewis Jones, Pat Andrews, John Keen, Prince Stash, Mick Jagger, Bill Wyman, Dick Taylor, Michael Lindsay-Hogg, aber auch Komponisten und Musiker wie Elliott Murphy und Paul Trynka, die bis heute von der Musik eines Mannes inspiriert sind, der eine der erfolgreichsten Rockgruppen aller Zeiten gründete und dennoch viel zu wenig Beachtung fand.

Freitag, 18.02. / 22:40 Uhr / Musical Vibrations ~ Ein Sound verändert die Welt
Dokumentation, Deutschland, 2021, WDR 52 Min.
Regie: Thomas von Steinaecker
Online verfügbar von 18/02 bis 20/03

Ob Techno oder Hip-Hop – elektronische Musik ist heute die treibende Kraft der Popkultur. Fast vergessen ist jedoch, dass ihre Ursprünge eng verbunden mit der klassischen Avantgarde in winzigen Studios in Paris und Köln liegen. Diese Dokumentation zeichnet diesen einzigartigen Brückenschlag zwischen Avantgarde und Pop mit exklusiven Interviews und zum Teil nie gesehenem Archivmaterial nach, unter anderem mit Mitgliedern von Tangerine Dream, Kraftwerk, Mouse on Mars sowie Jean-Michel Jarre und der Elektronik-Pionierin Eliane Radigue.

Ob Techno oder Hip-Hop: Elektronische Musik ist heute die treibende Kraft der Popkultur. Sie ist der Sound, den wir tagtäglich im Ohr haben. Fast vergessen ist dabei jedoch, dass die Ursprünge der elektronischen Musik eng verbunden mit der klassischen Avantgarde in winzigen Studios in Paris und Köln liegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg experimentierten hier die beiden visionären Komponisten Pierre Schaeffer und Karlheinz Stockhausen in ihren Wunderkammern voller seltsamer Geräte.

Die Dokumentation erzählt erstmals die Geschichte, wie diese bahnbrechende Nischenkunst den Grundstein für das legte, was heute Mainstream ist. Denn in den frühen 1970ern bezogen sich Bands wie Tangerine Dream und Kraftwerk bewusst auf die Errungenschaften des elektronischen Studios des WDR, und in Paris nahm Jean-Michel Jarre Unterricht bei Pierre Schaeffer, bevor ihm mit „Oxygène“ ein Millionenseller gelang. Die Sendung zeichnet diesen einzigartigen Brückenschlag zwischen Avantgarde und Pop mit exklusiven Interviews und zum Teil nie gesehenem Archivmaterial nach. Sie bietet eine Reise von den vom Krieg gezeichneten Metropolen Paris und Köln, an den rauchenden Schloten Düsseldorfs vorbei bis ins hippe New York, wo schwarze Künstler zu Samples von Kraftwerk den Rap entdecken. Es ist eine Geschichte entgegen jeder Wahrscheinlichkeit, eine Geschichte von Schwingungen, denen es gelingt, die Welt in Ekstase zu versetzen. Dabei sind Mitglieder von Tangerine Dream, Kraftwerk, Mouse on Mars sowie Jean-Michel Jarre und der Elektronik-Pionierin Eliane Radigue.

Freitag, 18.02. / 23:30 Uhr / Electro trifft Kunst ~ art.set @ Fondation Beyeler
Dokumentation, Deutschland, 2021, ZDF 60 Min.
Regie: Florian Breuer
Online verfügbar von 18/02 bis 19/05
Erstausstrahlung

Elektronische Musik trifft auf bildende Kunst. Für die Ewigkeit bestimmte Kunstwerke begegnen flüchtigen elektronischen Klängen. Zusammen verschmelzen sie zu einer synästhetischen Erfahrung, die Kunst- wie Musikliebhaberinnen und -liebhaber vereinnahmen und die Grenzen von Musikvideo und Konzertfilm verwischen wird.

Die Fondation Beyeler ist ein Schweizer Kunstmuseum, das die Kunst des 20. Jahrhunderts dokumentiert.

Eine Auswahl der größten Künstler der elektronischen Musikwelt wie Seth Troxler, Frank Wiedemann und Adriatique erschaffen elektronisch komponierte Klangwelten, die durch die Ausstellungen inspiriert sind.

Umgeben von Werken von unter anderem Claude Monet, Peter Doig und Ólafur Elíasson performen die DJs ihre individuell komponierten „Kunst-Soundtracks“ und schaffen damit eine synästhetische Erfahrung, die Kunst- ebenso wie Musikliebhaberinnen und -liebhaber vereinnahmen wird.

Die Sendung bildet ein Best-of aus vier Folgen:

Frank Wiedemann und Mathew Jonson treffen auf Kunstwerke von Claude Monet und Tacita Dean.

Das Züricher Produzenten-Duo Adriatique vertont die aufwendig illuminierten Skulpturen „Der Denker“ von Auguste Rodin und „Ptolemäus III“ von Hans Arp.

Das jüngste Werk „Life“ von Ólafur Elíasson, für welche die Räumlichkeiten der Fondation Beyeler geflutet und mit Wasserpflanzen dekoriert wurden, und in dem dann Seth Troxler und Phil Moffa als Lost Souls of Saturn ein experimentelles Set auflegen.

Und der legendäre DJ Tennis, der vor einem übergroßen Werk von Peter Doig auflegt.

Freitag, 18.02. / 00:35 Uhr / Tracks ~ Next Level Flex – Rap und Fashion
Magazin, Deutschland, 2022, ZDF 30 Min.
Regie: N.N.
Online verfügbar von 17/02 bis 19/05
Erstausstrahlung

Diese Woche in „Tracks“: Seit es Hip-Hop gibt, schmücken sich die Protagonistinnen und Protagonisten der Szene mit Reichtumsinsignien. Doch die Statussymbole wandeln sich. Viele Rapstars haben nun die Mode für sich entdeckt. Doch wer prägt nun wen? Die Mode den Rap oder der Rap die Mode?

Rap ohne Flex? Undenkbar. Seit es Hip-Hop gibt, schmücken sich die Protagonistinnen und Protagonisten der Szene mit Reichtumsinsignien. Doch die Statussymbole wandeln sich. Viele Rapstars haben nun die Mode für sich entdeckt. Spätestens seit Kanye Wests Praktikum bei Fendi, bei dem er den kürzlich verstorbenen Louis-Vuitton-Stardesigner Virgil Abloh kennenlernte, hielt die Haute Couture Einzug in die Welt des Hip-Hops. „Tracks“ widmet sich der starken Verbindung zwischen Rap und Mode. Kunstschaffende wie Rapper Ufo361 und Modedesignerin Maria Koch kommen zu Wort: Wie werden sich Rap und Mode künftig gegenseitig inspirieren? Wer profitiert von wem? Und womit lässt sich heute überhaupt noch „flexen”?

Freitag, 18.02. / 01:05 Uhr / 30 Jahre Techno in Berlin
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 74 Min.
Regie: Axel Ludewig
Moderation: Hadnet Tesfai
Mit: Electric Indigo, Miss Kittin, Antigone, DJ Hell, Gudrun Gut, Nina Kraviz, DJ Rush, Westbam, Underground Resistance, Tanith, Dr. Motte, Steffi, Mor Elian
Online verfügbar von 17/02 bis 19/05

Berlin gilt als eine der wichtigsten internationalen Techno-Metropolen. Aus diesem Grund findet am 14. September 2018 im Funkhaus Berlin das erste generationsübergreifende Techno-Festival statt und ARTE Concert ist live dabei. Dass Berlin ein Magnet für DJs aus der ganzen Welt ist, zeigt das Line-up: Internationale und Berliner DJ-Größen treffen hier aufeinander, um 30 Jahre Berliner Club-Kultur zu feiern. Zwölf Stunden lang werden die Gründer der Berliner Techno-Szene wie Westbam, DJ Rush, Mijk van Dijk und Tanith mit den jungen internationalen Star-DJs wie Nina Kraviz, Antigone und Mor Elian auf zwei Floors gleichzeitig auflegen, sich teilweise erstmals austauschen und gemeinsam feiern.

Moderiert wird die Sendung von Hadnet Tesfai. Mit: Gudrun Gut, Mor Elian, Electric Indigo, Dr. Motte, DJ Rush, Tanith, DJ Hell, Antigone, Steffi, Nina Kraviz, Miss Kittin, Westbam.

Zusatzinfo:
In der Nacht des 14. September ist dieses einmalige Festival im Livestream auf concert.arte.tv zu erleben.

Freitag, 18.02. / 02:20 Uhr / Patti Smith Live at Montreux 2005
Musik, Schweiz, 2005, ARTE F 59 Min.
Regie: Romain Guélat
Mit: Patti Smith
Online verfügbar von 31/12 bis 08/03
Wiederholung vom 07.01.


Programmwoche 09:

Samstag, 26.02. / 19:40 Uhr / GEO Reportage: Elsass ~ Land der Orgeln
Reportage, Deutschland, 2021, ARTE 32 Min.
Regie: Vincent Froehly
Online verfügbar von 19/02 bis 27/05
Erstausstrahlung

Sie erklingen an ganz besonderen Orten: in Kirchen und manchmal auch in Synagogen. Orgeln scheinen mit ihren mächtigen Klängen Himmel und Erde fast miteinander zu verbinden. Sie zu bauen, ist seit Jahrhunderten eine Kunst. In keiner Region Frankreichs gibt es mehr Orgeln als im Elsass: Von fast 8.000 im ganzen Land finden sich allein im Elsass 1.250 Stück. Die „Königin der Instrumente“ scheint mit ihren mächtigen Klängen Himmel und Erde miteinander zu verbinden. Sie zu bauen und zu restaurieren, ist seit Jahrhunderten eine Kunst. Patrick Armand ist Orgelbauer und betreibt eine der renommiertesten und ältesten Orgelbau-Manufakturen im elsässischen Eschau.

Patrick Armand ist Orgelbauer. Er betreibt eine der renommiertesten und ältesten Orgelbau-Manufakturen, die Firma Muhleisen im elsässischen Eschau. In keiner Region Frankreichs gibt es mehr Orgeln als im Elsass: Von fast 8.000 im ganzen Land finden sich allein im Elsass 1.250 Stück. Sie zu bauen und zu restaurieren, ist seit Jahrhunderten eine Kunst.

Die Orgelmanufaktur befasst sich mit vier verschiedenen Aufgaben: der Wartung und Pflege alter Orgeln, dem Neubau, der Restaurierung und mit der sogenannten Ausreinigung, einer Generalüberholung.

Orgelbauer sind oft selbst Organisten, denn sie brauchen für ihr Handwerk die nötigen musikalischen Qualifikationen. Aber auch ein komplexes handwerkliches Können ist essenziell: Sie müssen mit Holz, Eisen, Metalllegierungen und mit anderen edlen und uralten Materialien umgehen können. Die Arbeiten an den einzelnen Projekten sind aufwändig und erstrecken sich meist über mehrere Jahre.

In der Manufaktur Muhleisen ist für eine Kirche in Köln gerade der Neubau einer Orgel in Planung, in Versailles kümmert sich das Team um die Ausreinigung eines Instruments und im nordfranzösischen Amiens wird die Orgel der Kathedrale Notre-Dame komplett überholt. Dafür braucht es viele Spezialistinnen und Spezialisten, die alle ihren Beitrag zur Bewahrung der Instrumente vergangener Jahrhunderte leisten.

„Eine Orgel stirbt nicht,“, sagen die Orgelbauer, „sie ist für die Ewigkeit gedacht.“ Und gerade deshalb ist sie für viele bis heute die „Königin der Instrumente“, die mit ihren mächtigen Klängen Himmel und Erde verbindet.

Zusatzinfo:
„GEO Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

Sonntag, 27.02. / 09:05 Uhr / Modiglianis Geheimnisse
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Jacques Loeuille
Online verfügbar von 20/02 bis 28/04

Er gilt als einer der letzten Bohemiens von Montmartre und ist heute einer der teuersten Künstler der Moderne: der italienische Maler Amedeo Modigliani (1884-1920). Sein Todestag jährt sich dieses Jahr zum 100. Mal. Bekannt ist über Modiglianis Leben vor allen Dingen, dass er angeblich dem Alkohol verfallen war, in extrem ärmlichen Verhältnissen hauste und viel zu jung an Tuberkulose starb. Ein genauerer Blick auf seine Malerei sowie neue kunsthistorische Recherchen und wissenschaftliche Verfahren bringen nun einen neuen Modigliani ans Licht.

In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg ist Paris Zufluchtsort von Künstlern und Intellektuellen aus aller Welt. Einer von ihnen ist Amedeo Modigliani (1884-1920), ein junger italienischer Maler, der schnell Freunde findet und seine Zeitgenossen porträtiert. Heute ist er einer der berühmtesten und teuersten Künstler der Moderne. Man wusste wenig über sein Leben. So entstand die Legende von einem Bohemien, der im Alkoholrausch malte, in extrem ärmlichen Verhältnissen hauste und am 24. Januar 1920 in der Pariser Charité an Tuberkulose verstarb. Er wurde 35 Jahre alt. Seine Verlobte, Jeanne Hébuterne, nahm sich einen Tag nach seinem Tod das Leben; sie war erst 21 Jahre alt und hochschwanger mit dem zweiten gemeinsamen Kind. Nun wurden in einer beispiellosen wissenschaftlichen Studie rund 30 seiner Gemälde, die in französischen Sammlungen aufbewahrt werden, mit bildgebenden Verfahren untersucht. Die Infrarot-Radiographie und Röntgenfluoreszenzanalyse, die die Grenzen des Sichtbaren erweitern, enthüllen dabei nicht nur verborgene Kompositionen seiner Werke, sondern erzählen auch neue Geschichten aus Modiglianis Leben. Die Dokumentation führt in die Toskana seiner Kindheit, in das Paris der Avantgarde sowie an die Côte d’Azur und befasst sich mit den weniger bekannten Seiten von Modiglianis künstlerischem Schaffen, mit seinen Zeichnungen und Skulpturen. Sie entdeckt den Künstler Modigliani, der sich selbst als modern verstand, aber hin- und hergerissen war zwischen der italienischen Malereitradition und der französischen Avantgarde. Doch gerade diese Kunstbewegung war es, die das Genre verachtete, dem er sich verschrieben hatte: die Porträtmalerei. Ob er einen berühmten Künstler oder ein einfaches Dienstmädchen als Modell wählte – er malte sie mit kraftvollem Strich, der an die große toskanische Tradition erinnert. Vor allem ließen seine Porträts hohes Einfühlungsvermögen erkennen; vielleicht war gerade das eines seiner Geheimnisse.

Sonntag, 27.02. / 11:40 Uhr / Liebe am Werk ~ Claude Cahun & Marcel Moore
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2019, ARTE F 26 Min.
Regie: Stéphanie Colaux
Online verfügbar von 20/02 bis 27/06

Liebe, Kunst und Leidenschaft: von Frida Kahlo und Diego Rivera über Gabriele Münter und Wassily Kandinsky bis hin zu Emilie Flöge und Gustav Klimt. Die Dokumentationsreihe erzählt mit vier neuen Folgen in einer ganz neuartigen Mischung aus echter Biografie und kreativer Archivcollage vom Leben legendärer Künstlerpaare vor dem Hintergrund ihrer Zeit. Eine Liebesbeziehung hinterlässt immer Spuren. Und wenn die Liebe zwei Künstlerseelen zusammenführt, finden diese großen Gefühle auch oft in den jeweiligen Werken ihren Ausdruck. Ganz gleich, ob die Liebe in schöpferischer Erfüllung oder amouröser Enttäuschung endet.

Zwei unbeugsame lesbische Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs gemeinsam Widerstand gegen die deutschen Besatzer leisteten, zwei unangepasste Künstlerinnen und Persönlichkeiten: Claude Cahun, mit dem bürgerlichen Namen Lucy Renée Schwob, war eine Schriftstellerin, Dichterin und Fotografin, die mit ihrer Lebensgefährtin, der Illustratorin Suzanne Malherbe, im Paris der 20er und 30er Jahre einen Künstlersalon unterhielt. Ihre Werke ergänzten sich, sind in frühen Jahren vom Symbolismus und vom Jugendstil beeinflusst. Später schließen sie sich den Pariser Surrealisten an. Als Tochter der wohlsituierten jüdischen Intellektuellenfamilie Schwob genoss Claude Cahun eine gute Ausbildung, und es war ihr schon frühzeitig möglich, in Zeitschriften Texte zu veröffentlichen und sich künstlerisch zu betätigen. Gemeinsam mit ihrer Stiefschwester und Lebensgefährtin Suzanne Malherbe, die aus einer Arztfamilie kam, betrieb sie 15 Jahre lang einen Künstlersalon in Paris. Sie fotografierte, spielte dabei in ihren surrealistischen Selbstporträts mit Geschlechterrollen und Identitäten, schuf Collagen, spielte in surrealistischen Theaterstücken mit und schrieb und verkehrte im Kreis der Surrealisten um den Dichter André Breton. In ihren Schriften und mittels ihres fotografischen Schaffens wandte sie sich als Kommunistin gegen den Faschismus und kämpfte zeitlebens für ein freiheitliches Denken und die Emanzipation der Frau. Ab 1937 flüchteten Claude Cahun und Suzanne Malherbe vor den Nazis auf die Kanalinsel Jersey. Nach der Besetzung Jerseys durch die Wehrmacht engagierten sie sich in der Résistance und wurden schließlich 1944 zum Tode verurteilt. 1945 wurden beide begnadigt, doch während der zehnmonatigen Haft hatte die Gestapo ihr Landhaus geplündert und einen großen Teil ihres Werkes zerstört. Die Geschichte von Lucy Schwob und Suzanne Malherbe ist die Geschichte zweier Frauen, die in ihrer Liebe und in ihrem künstlerischen Schaffen vereint waren.

Sonntag, 27.02. / 16:10 Uhr / Ich sehe dich und mich ~ Porträtmalerinnen
Dokumentation, Deutschland, 2020, SWR 53 Min.
Regie: Günther Klein
Online verfügbar von 27/02 bis 29/03
Erstausstrahlung

Es sei „die schönste Aufgabe der Kunst“, Porträts zu malen, schrieb die Malerin Lotte Laserstein. Seit jeher weckt das menschliche Gesicht künstlerische Leidenschaften – in Elfenbein geritzt, in Stein gemeißelt, auf Leinwand gemalt. Das Gesicht sei das Spiegelbild der Seele, so heißt es. Doch ein Porträt ist auch immer ein Spiegel des Machers oder eben der Macherin.

Wie vielfältig besonders der weibliche Blick auf das menschliche Gesicht sein kann, zeigen Künstlerinnen der klassischen Moderne wie Frida Kahlo, Paula Modersohn-Becker und viele andere, die sich in den letzten 200 Jahren der Porträtkunst widmeten und dafür kämpften, in der männerdominierten Kunstwelt wahr- und ernstgenommen zu werden.

Das Faszinosum des menschlichen Gesichts – seit jeher weckt es künstlerische Leidenschaften. Deshalb ist das Gesicht wahrscheinlich auch die meistgemalte „Landschaft“ in der bildenden Kunst. „Gesichtslandschaften“ sind unerschöpflich, denn kein Mensch sieht ganz genauso aus wie ein anderer. Wir richten den Blick auf Künstlerinnen, die vor allem in den letzten 200 Jahren mit ihrer eigenwilligen Gestaltung von Porträts brillierten. Zwei Jahrhunderte, in denen sich Frauen allmählich gegen die Widerstände im männlich geprägten Kunstbetrieb durchsetzen.

Künstlerinnen der klassischen Moderne wie Frida Kahlo oder Paula Modersohn-Becker zeigen in Porträts und Selbstporträts, wie vielfältig der weibliche Blick auf das Gesicht sein kann: intime Nähe oder befremdliche Distanz.

Mit Bildern erzählen sie Geschichten – auch die ihrer Zeit. Die Wirren des 20. Jahrhunderts lassen sich in den Porträts von Lotte Laserstein lesen, deren wechselvollem Leben wir von Berlin ins schwedische Exil folgen. Über 70 Jahre widmete sich die Malerin dem Gesicht und schrieb, das sei „die schönste Aufgabe der Kunst“.

Ein Exkurs in die Renaissance offenbart, wie sehr diese Kunst in der ferneren Geschichte verwurzelt ist: Gelang es doch vor 600 Jahren dem Niederländer Jan van Eyck zum ersten Mal, mit Licht, Schatten und maltechnischer Raffinesse lebensechte Porträts zu schaffen, die uns noch heute faszinieren.

Aber es war noch ein langer Weg, bis endlich weibliche Porträtistinnen beruflich ernstgenommen wurden. Dabei schlugen Frauen schon vor 150 Jahren mit Hammer und Meißel faszinierende Porträts aus hartem Marmor – noch dazu Abbildungen von berühmten Männern!

Sonntag, 27.02. / 17:05 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2022, HR 30 Min.
Redaktion: Naomi Naegele
Moderation: Bianca Hauda
Online verfügbar von 25/02 bis 28/05
Erstausstrahlung

Sonntag, 27.02. / 17:40 Uhr / Grand concert Camille Saint-Saëns
Musik, Frankreich, 2021, ARTE F 43 Min.
Regie: François-René Martin
Komponist: Camille Saint-Saëns
Dirigent: Cristian Măcelaru
Orchester: Orchestre National de France
Mit: Olivier Latry (Orgel)
Erstausstrahlung

Sonntag, 27.02. / 19:30 Uhr / Das Wunder von Nairobi ~ Noten der Hoffnung
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Regie: Carmen Butta
Online verfügbar von 26/02 bis 29/03

Wie durch ein Wunder ist inmitten des gefährlichsten Slums von Nairobi ein klassisches Jugendorchester entstanden. Bis dahin hatte kaum jemand in Korogocho eine Geige oder ein Cello gesehen. Heute wehen Bach-Sonaten über der rauchenden Mülldeponie und das Ghetto Classics Orchestra feiert Konzerte überall in der Millionenstadt. Doch es geht um weitaus mehr als Musik. Ghetto Classics ist für immer mehr Jugendliche der Weg zu einem anderen Leben jenseits von Gewalt, Armut, Drogen und Kriminalität. Mit klassischer Musik brechen sie aus der bedrückenden Welt von Korogocho aus und blicken auf ihre Zukunft mit neuem Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Sie erleben, dass auch sie, die Kinder aus dem Slum, eine Chance haben, wenn sie sich stark genug dafür einsetzen. Zwar werden die wenigsten von ihnen professionelle Musiker, aber die Musik rüstet sie für das Leben aus, finanziert ihre Schulbildung und ihre Mahlzeiten. Das Musikwunder von Korogocho entstand Ende der 2000er Jahre mit ein paar Plastikflöten und 14 singenden Kindern in einem kahlen Übungsraum. Mittlerweile ist das Ghetto Classics auf 80 junge Musiker angewachsen, die gleichzeitig die Kinder der neuen Generation unterrichten. Viele Dutzend Menschen spendeten Violinen, Trompeten, Cellos und Klarinetten. Die Übungsräume liegen am Rande der riesigen Mülldeponie. Die emotionale und zugleich poetische Dokumentation über die Kraft der Musik begleitet die jungen Musiker auf Konzerten sowie durch ihren Alltag im Slum und erzählt von der Betreuung der Kinder im Orchester.

Sonntag, 27.02. / 21:50 Uhr / Robert Mitchum ~ Hollywoods Bad Boy
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: Stéphane Benhamou

Als Hollywood noch hauptsächlich auf die Sinnlichkeit seiner weiblichen Stars setzte, war Robert Mitchum der einzige Mann in diesem Metier, der seinen Sex-Appeal ausspielen konnte. Er war im Film der Liebhaber der begehrtesten Hollywoodstars – wie Marilyn Monroe, Elizabeth Taylor oder Rita Hayworth. Aber er galt auch als saufender, lärmender Schläger mit zynischem Blick auf die Welt und sich selbst. Im Film spielte er gerne die Rolle des Bad Boy, doch als Mensch war er ganz anders, als die Öffentlichkeit ihn sah. Anhand von Familienarchiven und den Erinnerungen von Mitchums Sohn Christopher zeigt das Porträt, wie aus Robert Mitchum ein Leinwandstar wurde. Von 1942 bis 1997 wirkte er in mehr als 120 Filmen mit, darunter in zahlreichen Western, aber auch in Klassikern wie dem Psychothriller „Die Nacht des Jägers“ (1955).

Ob als harter Kerl mit lakonischem Macho-Charme oder als kaltblütiger Bösewicht – er spielte gerne die Rolle des Bad Boy, aber sein wahres Wesen war ganz anders: Robert Mitchum war der unkonventionellste Star in Hollywoods goldenem Zeitalter. Er brach sämtliche Gesetze dieser ebenso gnadenlosen wie perfekt geregelten Welt und setzte sich über deren Normen hinweg. 1948 stand er wegen des Besitzes von Marihuana vor Gericht und wurde zu sechs Monaten in einem Arbeitslager verurteilt. Als nach seiner Freilassung die Journalisten fragten, wie es denn gewesen sei, sagte er ganz cool: „Wie in Palm Springs – natürlich ohne den ganzen Aufwand.“ Palm Springs ist ein beliebtes Feriendomizil von Millionären. Das Publikum liebte diesen Kerl, der so anders war als die ganzen Verführer, Gentlemen, Capra-Helden und formatierten Stars. Er war einer von ihnen, ein Mann von der Straße, der Method Acting für Quatsch hielt und doch alles spielen konnte, Gutmenschen wie Bösewichte. Das Porträt zeigt, wie der unangepasste Schauspieler, der sich den Regeln Hollywoods nie beugte und gegen Werbekampagnen von Studios oder Agenten sperrte, von 1942 bis 1997 in mehr als 120 Filmen zum Star wurde – und das, obwohl er gerne trank, sich ab und an prügelte und eine gesunde Verachtung für Dummköpfe sowie sich selbst und seine Rollen an den Tag legte. Bereits mit 30 Jahren hat sich Robert Mitchum seinen Platz in Hollywood neben wohlerzogenen Glamourboys wie Gregory Peck und Kirk Douglas erobert. „Fahr zur Hölle, Liebling“ (1975), „Ryans Tochter“ (1970), „El Dorado“ (1966) und „Der längste Tag“ (1962) zählen zu seinen herausragenden Filmen. Anhand von Familienarchiven und den Erinnerungen von Mitchums Sohn Christopher wird deutlich, wie der Hollywoodstar es schaffte, in „Die Nacht des Jägers“ (1955) einen der stärksten Bösewichte der Filmgeschichte zu spielen, ohne dass dies seiner Karriere schadete, und wie er lästigen Zeitgenossen, Studiobossen, Produzenten, cholerischen Regisseuren und sogar dem mächtigen Komitee für unamerikanische Umtriebe die Stirn bot. In den Zeiten eines an Hysterie grenzenden Kalten Krieges muss er vor diesem Komitee den Beweis liefern, ein guter Amerikaner zu sein, vorzugsweise durch die Denunzierung kommunistischer Kollegen. Mitchum verweigert die Aussage. Seine Begründung: Er rede nicht mit Menschen, mit denen er nicht auch einen trinken gehen würde.

Sonntag, 27.02. / 22:45 Uhr / Franz Lehár: Giuditta (aus der Bayerischen Staatsoper)
Operette, Deutschland, 2021, ZDF 150 Min.
Regie: Benedict Mirow
Komponist: Franz Lehár
Inszenierung: Christoph Marthaler
Dirigent: Titus Engel
Orchester: Bayerisches Staatsorchester
Libretto: Paul Knepler, Fritz Löhner-Beda
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Anna Viebrock
Kostüme: Anna Viebrock
Licht: Michael Bauer

Mit: Vida Miknevičiūtė (Giuditta), Jochen Schmeckenbecher (Leutnant Antonio), Daniel Behle (Octavio), Kerstin Avemo (Anna), Sebastian Kohlhepp (Sladek), Olivia Grigolli (Fräulein Schminke), Ueli Jäggi (Knorke), Raphael Clamer (Horst), Magne Håvard Brekke (Manuele / Ein Herzog), Marc Bodnar (Lord Barrymore), Liliana Benini (Girl), Altea Garrido (Luftballonverkäuferin), Bendix Dethleffsen (Christian Oehler), Joaquín P. Abella (Leiter der Bewegung), Antonio J. Navarro (Leiter der Gegenbewegung)
Online verfügbar von 26/02 bis 28/05

Erstausstrahlung

Der Soldat Octavio sucht viele Jahre nach seiner Geliebten Giuditta, die ihn einst verlassen hat. Schließlich findet er sie wieder, doch inzwischen ist er ein gebrochener Mann. Franz Lehárs letzte Operette „Giuditta“ ist anspruchsvolles Musiktheater – ohne Happy End, aber reich an herrlichen Melodien, wie etwa „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ und „Freunde, das Leben ist lebenswert“.

Der Soldat Octavio sucht viele Jahre verzweifelt nach seiner Geliebten Giuditta, die ihn einst verlassen hat. Als er sie schließlich wiederfindet, ist er ein gebrochener Mann. Franz Lehárs letzte Operette „Giuditta“ ist durchaus anspruchsvolles Musiktheater, genreuntypisch ohne Happy End, jedoch reich an herrlichen Melodien, darunter „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ und „Freunde, das Leben ist lebenswert“.

Nach seinen überragenden Erfolgen wie „Die lustige Witwe“ oder „Der Graf von Luxemburg“ versuchte Franz Lehár ab den 1920er Jahren, das als eher leichtgewichtig geltende Genre der Operette durch die Adaption von Elementen der Oper neu zu definieren und aufzuwerten. Er erfand dafür ein neues Label: die Musikkomödie.

Dem hohen Anspruch gemäß fand die Uraufführung 1934 dann auch an einem Ort statt, der herkömmlichen Operetten bis dahin immer verschlossen geblieben war – an der Wiener Staatsoper, mit Jarmila Novotna als Giuditta und Richard Tauber als Octavio.

Der Regisseur Christoph Marthaler inszeniert „Giuditta“ als kritischen gesellschaftlichen Diskurs, der Lehárs Musik mit Kompositionen seiner in Deutschland verfemten Zeitgenossen Béla Bartók, Alban Berg, Paul Hindemith, Erich Korngold, Arnold Schönberg, Dmitri Schostakowitsch, Igor Strawinsky und Viktor Ullmann konfrontiert.


Sonntag, 27.02. / 01:15 Uhr / Echoes
Primal Scream, Life und Idles – Konzert in Paris
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 62 Min.
Regie: Gautier & Leduc
Künstlerischer Leiter: Antoine Carlier, Johnny Hostile
Mit: Jehnny Beth (Moderation)
Online verfügbar von 25/02 bis 03/04

Auf der kleinen Bühne des YOYO empfängt Jehnny Beth die Bands Idles, Primal Scream und Life. An einem intimen Abend, der sich ganz dem britischen Indierock widmet, trifft Punkattitüde auf Debattierfähigkeit. Dabei wird deutlich, dass die drei Formationen zu ein und derselben musikalischen Community gehören: Antifaschismus und Liebe sind der Antrieb für ihre intensiven Live-Gigs.

In dieser Ausgabe von „Echoes“, die sich dem britischen Indierock widmet, zeigen sich die vielen gemeinsamen Ansichten von Primal Scream, Life und Idles zu so unterschiedlichen Themen wie Antifaschismus und Liebe. Mit „Echoes“ verschwimmt die Grenze zwischen Bühne und Publikum: Die Zuschauer sind den Musikern, die zuweilen über die schräge Bühne ins Publikum hinabsteigen, ganz nah. Eine einmalige Atmosphäre für drei außergewöhnliche Konzerte, die auch in dieser Folge halten, was sie versprechen: Zuerst ein Rockbrett vom Primal Scream, dann Idles mit ihrem Ruf nach Rebellion in bester britischer Punkmanier und schließlich die Youngster von Life, die in ihrem politischen Bewusstsein The Clash, Jam und Sham 69 in nichts nachstehen. Der Sinn der Worte kommt erst durch die Musik vollständig zum Vorschein: „Echoes“ ist vor allem ein Musikformat im Rahmen eines eleganten Clubkonzerts. Und die Zuschauer sind hautnah mit dabei, wenn Life, Idles und Primal Scream ihren intensiven Rock abliefern.

Zusatzinfo:
„Echoes“ ist ein neuartiges Konzertkonzept, das von Jehnny Beth moderiert wird: Auf der kleinen, aber feinen Bühne des YOYO in Paris treffen drei bekannte und interessante Indiebands erstmals aufeinander und spielen exklusive Kurzgigs. In einem Wechselspiel von Musikstilen, Intentionen und Philosophien haben die Musiker auch die Gelegenheit, in der Öffentlichkeit zu Wort zu kommen und so den gemeinsamen Geist einer musikalischen Community zum Ausdruck zu bringen. Die künstlerische Leitung hat Antoine Carlier, die musikalische Leitung unterliegt Johnny Hostile.


Regelmäßige Sendungen mit kultureller Themen auf arte sind zudem:
– Stadt, Land, Kunst (Mo. – Fr. 13 Uhr) und
– TWIST (Sonntagnachmittag)

Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind meist nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.