TV-Tipps arte

arte und 3sat übertragen in ihren umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.


Programmwoche 16:

Mittwoch, 17.04. / ab 20:15 Uhr / Schwerpunkt: Michael Haneke

Schwerpunkt, ARTE120 Min.
Der renommierte österreichische Regisseur Michael Haneke verhandelt in seinen Filmen moralisch brisante und gewaltvolle Themen auf radikal-provokante Art. Haneke, der seit Jahren in Frankreich lebt und arbeitet, ist für seine analytische und cineastische Herangehensweise bekannt. Durch diese sorgfältig ausgewählte Filmreihe – im TV und online – ehrt ARTE Michael Hanekes außergewöhnlichen Beitrag zum Kino und bietet Zuschauerinnen und Zuschauern die Möglichkeit, sich mit dem Werk eines der bedeutendsten Filmemacher unserer Zeit auseinanderzusetzen.

Mittwoch, 17.04. / 20:15 Uhr / Liebe
(Amour)
Schwerpunkt: Michael Haneke
Spielfilm, Österreich, Frankreich, Deutschland, 2012, ARTE F 120 Min.
Regie: Michael Haneke
Drehbuch: Michael Haneke
Produktion: Les Films du Losange, X-Filme Creative Pool, Wega Film, France 3 Cinéma, ARD Degeto, BR, WDR
Produzent: Margaret Menegoz, Stefan Arndt, Veit Heiduschka, Michael Katz
Kamera: Darius Khondji
Schnitt: Monika Willi, Nadine Muse
Mit: Jean-Louis Trintignant (Georges), Emmanuelle Riva (Anne), Isabelle Huppert (Eva), Alexandre Tharaud (Alexandre), William Shimell (Geoff), Carole Franck (Krankenschwester)
Online verfügbar von 17/04 bis 14/10

Der pensionierte Musikwissenschaftler Georges hat sein Leben an der Seite seiner Frau Anne verbracht. Mit ihrem Schlaganfall, der die Klavierlehrerin an den Rollstuhl fesselt, ändert sich für den über 80-Jährigen einiges. So gut es geht, kümmert sich der gebrechliche Georges um seine Frau, der er das Pflegeheim ersparen will. Ein zweiter Schlaganfall stellt ihre jahrzehntelange Liebe vor eine Zerreißprobe. In Hanekes Drama gehen Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant als gemeinsam alt gewordenes Paar einen schwierigen Weg bis zum Ende.

Zusatzinfo:
„Liebe“ ist ein berührender Film über den Umgang von Menschen mit Krankheit und Tod einer geliebten Person. Der Film zeigt den schwierigen Kampf des Ehemannes, der sich bemüht, im Sinne seiner Frau zu handeln. „Liebe“ wurde mit dem Oscar und dem Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film sowie der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet.

Mittwoch, 17.04. / 22:15 Uhr / Kant – Das Experiment der Freiheit
Dokumentation, Deutschland, 2024, ZDF 54 Min.
Regie: Wilfried Hauke
Online verfügbar von 17/04 bis 17/04
Erstausstrahlung

Die Filmbiografie über den größten Denker der Aufklärung zeigt zu seinem 300. Geburtstag im April 2024 mit kritischem Augenzwinkern das Philosophie-Genie Kant als alt gewordenen, von den Menschen enttäuschten Spaziergänger in seiner Geburtsstadt Königsberg. Wenige haben ihn verstanden, niemand scheint seine Ideen zu befolgen. Er selbst hat sich in der zeitgenössischen Debatte des 18. Jahrhunderts über Rassismus und Kolonialismus verrannt und sieht sich und seine Ideen missverstanden.

Der Film spannt dokumentarisch und mit ausgestalteten Spielszenen einen dramatischen Bilder- und Geschichtenbogen von Königsberg im 18. Jahrhundert bis zum heutigen russischen Kaliningrad. Themen wie Vernunft, Freiheit, Krieg, Ausbeutung und Rassismus werden von international renommierten Philosophen und Kantianern wie Corine Pelluchon, Susan Neiman oder Marcus Willaschek erörtert. Sie begleiten Kant als Verfasser der wichtigen Schrift „Zum ewigen Frieden“ bei seinen Spaziergängen durch Königsberg und werden somit auf imaginäre Weise zu Kronzeugen von Kants Aufklärung bis in deren gedankliche Höhen und Abgründe hinein.
Sicher ist, dass Kants Ideen jenseits des Films heute produktiv sind und ungewohnte Sichtweisen auf aktuelle Themen, wie zum Beispiel den Palästinakonflikt, ermöglichen. Regisseur und Produzent Wilfried Hauke gelingt auf unterhaltsame wie nachdenkliche Weise, mit dem Schauspieler Wolfgang Riehm Kant in der verschwundenen Welt des Königsbergs im 18. Jahrhundert lebendig werden zu lassen. Königsberg wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs völlig zerstört und als das russische Kaliningrad neu aufgebaut.

Mittwoch, 17.04. / 00:40 Uhr / Trintignant über Trintignant
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Yves Jeuland, Lucie Cariès
Online verfügbar von 10/04 bis 14/10

Jean-Louis Trintignant war Anfang 30, als er sich in den frühen 60er Jahren ziemlich schüchtern den ersten Journalistenfragen stellte. 60 Jahre später blickt der Schauspieler zurück auf sein Leben, auf entscheidende Begegnungen und auf seine Filme, die Kinogeschichte schrieben. Mit wenigen Gesten, beherrschter Miene und scheinbar ausdruckslosen Augen profilierte sich der einstige Jurastudent als vielschichtiger und perfektionistischer Charakterdarsteller. Seinen internationalen Durchbruch feierte er mit „Und ewig lockt das Weib“ an der Seite von Brigitte Bardot. Um dem Medienrummel um seine Liaison mit dem Sexsymbol Brigitte Bardot zu entfliehen, flüchtete er Anfang der 60er Jahre in die Armee und kehrte erst 1966 wieder zurück.

Trotz seines schüchternen Wesens und seiner Scheu vor öffentlichen Auftritten arbeitete Trintignant stets mit den größten Filmemachern seiner Zeit zusammen: Er war Bernardo Bertoluccis Konformist in „Der große Irrtum“, der hartnäckige Ermittler in Costa-Gavras‘ „Z“ und der kauzige Ganove Marx in Jacques Audiards „Wenn Männer fallen“, der glühende Liebhaber in Claude Lelouchs „Ein Mann und eine Frau“ und der gealterte Ehemann in Michael Hanekes „Liebe“. Er spielte an der Seite von Filmikonen wie Brigitte Bardot, Jeanne Moreau, Anouk Aimée, Fanny Ardant und natürlich Romy Schneider, in die er sich am Set des Films „le train – Nur ein Hauch von Glück“ von Pierre Granier-Deferre verliebte.

inter seinen Filmfiguren schienen stets die Rollen durch, die er im wahren Leben einnahm: Jean-Louis Trintignant war Junggeselle, Ehemann und Vater; er bekam drei Kinder mit der Regisseurin Nadine Marquand, einer der wenigen Frauen, die damals auch hinter der Kamera standen. Die gemeinsamen Werke des Paares – darunter „Le voyage de noces“ über ihre eigene, wechselhafte Beziehung – wirken wie halbautobiografische Werke über die eigene Familie. In diesem facettenreichen Porträt erzählt Jean-Louis Trintignant seine Lebensgeschichte so, wie er sie sah. Er offenbart seine ganz eigene Wahrheit – und zeigt sich zweifelnd, verletzlich und schonungslos offen.

Mittwoch, 17.04. / 01:30 Uhr / Nick Cave – The Idiot Prayer at Alexandra Palace
Musik, Großbritannien, 2020, ARTE 88 Min.
Regie: Susie Cave
Produktion: Ros & Lawrence Production
Online verfügbar von 10/04 bis 30/04

Im Juni 2020, als das Vereinigte Königreich langsam wieder aus dem Lockdown erwachte, wurde das Konzert „Idiot Prayer“ aufgezeichnet, mit dem Nick Cave das Ende der Isolation und einer so herausfordernden wie besonderen Zeit feiern wollte.

Nick Cave spielt seine Songs im Alexandra Palace live am Klavier – von den frühen Stücken der Bad Seeds und des Side-Projects Grinderman bis hin zum aktuellen Album von Nick Cave & The Bad Seeds. In „The Idiot Prayer at Alexandra Palace“ begeistert der Musiker mit minimalistischen Interpretationen von „Into My Arms“,“ The Mercy Seat“, „Higgs Boson Blues“, „Girl in Amber“ und vielen weiteren Liedern. Nick Cave, wie man ihn nie gehört hat!

Setlist:
Idiot Prayer
Sad waters
Brompton Oratory
Palaces of Montezuma
Girl in Amber
Man in The Moon
Nobody’s Baby Now
(Are You) The One That I’ve Been Waiting For?
Waiting for You
The Mercy Seat
Euthanasia
Jubilee Street
Far From me
He Wants You
Higgs Boson Blues
Stranger Than Kindness
Into My Arms
The Ship Song
Papa Won’t Leave You, Henry
Black Hair
Galleon Ship

Zusatzinfo:
Der Auftritt in der atemberaubenden West Hall des Alexandra Palace wurde vom preisgekrönten Kameramann Robbie Ryan („The Favourite – Intrigen und Wahnsinn“, „Marriage Story“, „American Honey“) gefilmt. Nick Emerson („Lady Macbeth“, „Emma“, „Greta“) übernahm den Schnitt und Dom Monks zeichnete den Ton auf.

Freitag, 19.04. / 21:45 Uhr / Pavarotti
Dokumentarfilm, Deutschland, Frankreich, 2019, WDR 112 Min.
Regie: Ron Howard
Online verfügbar von 31/03 bis 15/04
Wiederholung vom 31.03.

Freitag, 19.04. / 23:35 Uhr / Pavarotti im Hyde Park
Musik, Großbritannien, 1991, ZDF 75 Min.
Regie: Christopher Swann
Dirigent: Leone Magiera
Orchester: Philharmonia Orchestra
Chor: Philharmonia Chorus
Mit: Luciano Pavarotti
Online verfügbar von 30/03 bis 30/04
Wiederholung vom 31.03.

Freitag, 19.04. / 00:55 Uhr / Sean Connery vs James Bond
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 54 Min.
Regie: Gregory Monro
Online verfügbar von 31/03 bis 06/06
Wiederholung vom 07.04.

Freitag, 19.04. / 03:35 Uhr / Bilder allein zuhaus: Kitagawa Utamaro – The Voice of Japan
Serie, Frankreich, 2022, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 30/08 bis 31/08

Yatsuyama Hiranoya nimmt an einem Karaoke-Abend teil – ihr Lieblingszeitvertreib. Sie freut sich, als sie drankommt, und bemüht sich, nicht falsch zu singen …

Zusatzinfo:
Die Kurzfilmserie nimmt mit humorvollen Nachstellungen Meisterwerke der Malerei unter die Lupe. Von Paul Cézanne bis hin zu Roy Lichtenstein werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. ARTE zeigt die vierte Staffel.


Programmwoche 17:

Samstag, 20.04. / 05:00 Uhr / Like a Rolling Stone ~ 1965, im Studio mit Bob Dylan
(Comme une pierre qui roule…)
Spielfilm, Frankreich, 2021, ARTE F 73 Min.
Regie: Julien Condemine
Online verfügbar von 13/04 bis 07/05

Der Schauplatz ist logischerweise ein Musikstudio. Vielleicht sah Studio A der New Yorker Columbia Records nicht haargenau so aus, aber es geht ja auch nicht um eine Nachstellung. Das Wesentliche ist jedenfalls da: ein Mischpult, Instrumente, Bierflaschen und Kabel kreuz und quer über den Boden …

Der Rockpoet Bob Dylan (Sébastien Pouderoux), Star des US-amerikanischen Folk, trifft als Letzter ein. Die Einspielung kann beginnen. Dylan beschließt, dass Mike Bloomfield als sein einziger Ansprechpartner alle Anweisungen an die anderen weiterleiten soll.

Man fängt an. Es gibt Momente des Wartens, Fehler, Ungewissheiten, Zweifel, Herantasten, Leerlauf – keiner weiß genau, in welche Richtung das Ganze geht. Und dann, am Ende einer Serie von Versuchen und Irrtümern, kommt etwas dabei heraus, das die Musikfachzeitschrift Rolling Stone später als den „größten Song aller Zeiten“ bezeichnen wird.

Die Einspielung zu diesem Song lief nicht nach dem üblichen Schema ab. 1965 wurden Rock und elektronisch verstärkte Musik bei Weitem nicht von allen als Kunst betrachtet. Das änderte sich, als Bob Dylan seine Gitarre an einen Verstärker anschloss.

Sébastien Pouderoux und sein Team erzählen diesen einzigartigen Moment der Musikgeschichte auf ihre Weise, irgendwo zwischen Realität und Erfindung. Ihre Protagonisten sind der Produzent Tom Wilson (Gilles David), der wegen der mangelnden Vorbereitung der Einspielung die Geduld verliert; der Gitarrist und Keyboarder Al Kooper (Christophe Montenez), der nur aus Liebe zu Dylan dabei ist; der Gitarrist Mike Bloomfield (Stéphane Varupenne), der die Verbindung zwischen dem stumm-verschlossenen Bob Dylan und den anderen Musikern herstellen soll; der Pianist Paul Griffin (Hugues Duchêne) und der Schlagzeuger Bobby Gregg (Gabriel Tur).

Samstag, 20.04. / 06:15 Uhr / Ronnie Wood: Somebody Up There Likes Me
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2019, ZDF 69 Min.
Regie: Mike Figgis
Online verfügbar von 11/04 bis 11/06
Wiederholung vom 12.04.

Samstag, 20.04. / ab 13:00 Uhr / Thementag: Earth Day 2024 – Gemeinsam für unseren Planeten

Samstag, 20.04. / 22:40 Uhr / Lieder der Erde
Thementag: Earth Day 2024 – Gemeinsam für unseren Planeten
Dokumentarfilm, Israel, 2023, SWR 88 Min.
Regie: Margreth Olin
Online verfügbar von 20/04 bis 20/05
Erstausstrahlung

Der Vater der Regisseurin Margreth Olin hat sein ganzes Leben in einem norwegischen Tal verbracht. Er nimmt uns mit in seine Welt, zeigt uns die Gletscher, den Wald, die Vielfalt der einheimischen Tierwelt. 10.000 Jahre alte Endmoränen befinden sich ganz in der Nähe der Farm, mit der schon seine Vorfahren ihren Lebensunterhalt erwirtschaftet hatten. Ihr aller Leben war von enger Verbindung mit der Natur geprägt, nur so konnten sie überleben.

„Lieder der Erde“ von Margreth Olin ist eine filmische und akustische Beobachtung des norwegischen Tals im Wandel der Jahreszeiten. Der Dokumentarfilm verwebt die unterschiedlichen Klänge der Erde und der Tierwelt zu einer bild- und tongewaltigen Symphonie. Er macht uns deutlich, wie unendlich kostbar die Natur ist und wie groß unser Verlust wäre, falls wir auf den Klimawandel nicht rechtzeitig und effektiv reagieren.

Sonntag, 21.04. / 09:40 Uhr / Häuser der Kunst: Thomas Mann, das Sommerhaus in Nida
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2023, NDR 27 Min.
Regie: Sascha Schmidt
Online verfügbar von 21/04 bis 06/07

Das Sommerhaus von Thomas Mann auf der Kurischen Nehrung ist ein Ort, an dem sich Geschichte eines ganzen Jahrhunderts widerspiegelt: Als der frisch gekürte Nobelpreisträger 1930 in dem Dorf Nidden ankam, um sein neu errichtetes Sommerhaus zu beziehen, war die Begeisterung groß: „Es entfachte sich ein richtiger Hype um den Schriftsteller“, weiß die Historikerin Ruth Leiserowitz.

Ein Jahr zuvor hatte der Dichter bei einem Kurzurlaub die Kurische Nehrung für sich entdeckt. Hier fand er nun in langen Sommern Inspiration und Ruhe zum Schreiben. „Er hatte wenig Kontakt zu der Bevölkerung, es war die einzigartige Landschaft, die ihn faszinierte“, berichtet der Übersetzer Antanas Gailius.

Doch die politische Entwicklung in Deutschland ließ sich im litauischen Nidden nahe der deutschen Grenze bald nicht mehr ausblenden. Als im August 1932 ein angekohltes Exemplar der „Buddenbrooks“ auf der Türschwelle liegt, ist für die Manns die Idylle für immer zerstört. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten geht die Familie ins Exil, ihr Sommerhaus wird später zum Erholungsheim für Wehrmachtssoldaten, bis es nach der Eroberung Litauens durch die Rote Armee zu verfallen droht.

Es ist hartnäckigen Mann-Fans zu verdanken, dass das Haus in den 60er Jahren zu einer Gedenkstätte umgebaut wird und sich in der Sowjetunion zu einem Ort des freiheitlichen Denkens und später zu einer Keimzelle der litauischen Unabhängigkeitsbewegung entwickelt. Heute ist das Haus ein viel besuchtes Museum.

Sonntag, 21.04. / 11:40 Uhr / Marlon Brando: Im Paradies
Dokumentation, Deutschland, 2023, ZDF 52 Min.
Regie: Silvia Palmigiano, Dirk Heth
Online verfügbar von 01/04 bis 31/05
Wiederholung vom 01.04.

Sonntag, 21.04. / 12:35 Uhr / Marlon Brando – Der Harte und der Zarte
Dokumentarfilm, Frankreich, 2013, ARTE F 90 Min.
Regie: Philippe Kohly
Online verfügbar von 25/03 bis 28/10
Wiederholung vom 01.04.

Sonntag, 21.04. / 16:30 Uhr / Geniale Frauen ~ Malerinnen von der Renaissance bis zum Klassizismus
Dokumentation, Deutschland, 2024, SWR 52 Min.
Regie: Dagmar Wittmers
Online verfügbar von 21/04 bis 21/05
Erstausstrahlung

„Bin hier nun bei jedermann bekannt und in Ansehen.“ – Berauscht von ihrem Erfolg berichtet die 24-jährige Angelika Kauffmann von ihrem Empfang in London. Sie ist auf dem Weg zur berühmtesten Malerin Europas. Mit ihren Bildern ist sie die Trendsetterin der Goethezeit.

Schon 200 Jahre zuvor macht Sofonisba Anguissola international Karriere. Unglaublich: Ein adliges Mädchen geht wie die Männer in eine Malerlehre. Sofonisbas Selbstporträts zeigen eine Frau mit verletzlichem Gesichtsausdruck und intensivem Blick. Gemälde von ihr wurden später sogar Tizian zugeschrieben.

Judith Leyster – die barocke Selfmadefrau – wird mit nur 23 Jahren in eine Malergilde aufgenommen und führt als unverheiratete Frau sogar eine eigene Werkstatt. Ihre Bilder hat man nach ihrem Tod gewinnbringend als „echten“ Frans Hals verkauft. Hätte man nicht irgendwann ihr eigenwilliges kleines Monogramm mit einem Sternchen entdeckt, wäre sie für immer vergessen.

Die Französin Marie-Guillemine Benoist malt nach der Französischen Revolution das Porträt einer schwarzen Frau, das schon bald im Louvre hängt. „Madeleine“ – ein berühmtes Gemälde, aber wer kennt heute noch die Malerin?

Wie haben diese Frauen es geschafft, sich gegen alle gesellschaftlichen Konventionen durchzusetzen? Wie konnten sie sich in Zeiten, in denen es Frauen verboten war, Akt zu malen oder in Ateliers gemeinsam mit Männern zu lernen, „sichtbar“ machen? Die Dokumentation zeigt am Beispiel von vier Malerinnen, wie Ausnahmekünstlerinnen unter verschiedensten gesellschaftlichen Bedingungen ungewöhnliche Karrieren machen konnten.

Sonntag, 21.04. / 17:25 Uhr / Klaus Mäkelä & Yuja Wang – Ravels Konzerte
Mit dem Orchestre de Paris
Musik, Frankreich, 2023, ARTE F 58 Min.
Regie: Isabelle Julien
Komponist: Maurice Ravel, Claude Debussy, Philipp Glass
Dirigent: Klaus Mäkelä
Orchester: Orchestre de Paris
Mit: Yuja Wang (Klavier)
Online verfügbar von 14/04 bis 21/05
Erstausstrahlung

Bei diesem am 4. Oktober 2023 aufgezeichneten Konzert weht frischer Wind durch die Pariser Philharmonie: Das Orchestre de Paris unter der Leitung seines Chefdirigenten Klaus Mäkelä spielt französische Musik, Werke, die zwischen 1890 und 1930 entstanden sind. Den Auftakt für den Konzertabend bildet das „Prélude à l’après-midi d’un faune“ von Claude Debussy (1894); sinnlich, geheimnisvoll, poetisch. Die aus China stammende Klaviervirtuosin Yuja Wang übernimmt dann den Solopart der Klavierkonzerte G-Dur und D-Dur für die linke Hand von Maurice Ravel.

Beide Stücke wurden 1932 uraufgeführt. Das Klavierkonzert G-Dur war eine Auftragskomposition für den Dirigenten Serge Koussevitzky anlässlich des 50. Jubiläums des Boston Symphony Orchestra 1931. Das Klavierkonzert für die linke Hand wurde im Auftrag des Pianisten Paul Wittgenstein komponiert, der im Ersten Weltkrieg die rechte Hand verloren hatte.

Obwohl beide Konzerte Einflüsse aus dem Jazz aufweisen, unterscheiden sie sich doch grundlegend: leicht, zart und verspielt das eine; dunkel und unheilschwanger das andere. Der größte Unterschied liegt jedoch in der Rezeption: Das Klavierkonzert in G-Dur feierte in ganz Europa Erfolge, während Wittgenstein Ravels Konzert für die linke Hand nicht mochte und daher selten spielte. Zwischen den beiden Ravel-Konzerten macht Yuja Wang solo einen Ausflug ins 20. Jahrhundert mit Philip Glass‘ Etüde Nr. 6.

Sonntag, 21.04. / 22:10 Uhr / Harvey Keitel – Zwischen Hollywood und Independent-Kino
Dokumentation, Frankreich, 2023, ARTE F 54 Min.
Regie: Stéphane Benhamou, Erwan Le Gal
Online verfügbar von 14/04 bis 21/05
Erstausstrahlung

Es ist die Geschichte eines Körpers. Eines Körpers, für den der junge Mann sich schämte, bevor er in dem Abschlussfilm „Wer klopft denn da an meine Tür?“ (1967) erstmals vor der Kamera seines Freundes Martin Scorsese stand. Die Geschichte eines leidenden und verwahrlosten Körpers in „Bad Lieutenant“ (1992), eines von Jane Campion meisterhaft in Szene gesetzten Körpers in „Das Piano“ (1993). Und eines Körpers, der sich selbst zurücknahm, um anderen, wie seinem Kollegen Robert De Niro, den Vortritt zu lassen – und dabei die eine oder andere Chance zu verpassen.

Er hätte groß rauskommen können, wenn er sich Coppola gegenüber kompromissbereiter gezeigt und weniger mit der Hauptrolle des Kassenschlagers „Apocalypse Now“ gerungen hätte, die er 1979 übernahm und kurze Zeit später wieder abgeben musste. Keitel wollte sie nicht einfach spielen, ohne sie völlig zu durchdringen, und so ersetzte ihn Coppola nach drei Wochen durch Martin Sheen. Der Drang, ständig Dinge zu hinterfragen, wurde aus dem leidenschaftlichen Austausch mit Scorsese geboren, liegt aber auch in einem fehlenden Zugehörigkeitsgefühl seit Keitels Kindheit begründet.

Der Sohn jüdischer Emigranten aus dem New Yorker Stadtviertel Little Odessa hat in der Tat jede Menge Irrungen und Wirrungen erlebt. Zunächst heuerte er bei den Marines an, avancierte zu einem der größten Hoffnungsträger des New Hollywood, fiel dann aber in Ungnade. Als er sich fast schon vergessen wähnte, setzte er Anfang der 1990er Jahre mit „Bad Lieutenant“ alles auf eine Karte, um schließlich doch noch zum Liebling der Filmindustrie zu werden.

Sonntag, 21.04. / 23:05 Uhr / Klaus Mäkelä – der Flamme entgegen
Dokumentation, Frankreich, 2022, ARTE F 52 Min.
Regie: Bruno Monsaingeon
Online verfügbar von 14/04 bis 20/07
Erstausstrahlung

Eine Begegnung mit dem Dirigenten und Cellisten Klaus Mäkelä, eingefangen von Dokumentarfilmer Bruno Monsaingeon, der den jungen Maestro erstmals 2021 bei einem Konzert des Orchestre de Paris erlebte. Der Musiker war damals gerade 25 Jahre alt, doch seine Interpretation löste eine Welle von Emotionen aus. Das Orchester äußerte daraufhin den Wunsch, noch einmal unter seiner Leitung zu spielen, und Bruno Monsaingeon beschloss, die Geschichte des jungen Dirigentengenies mit der Welt zu teilen.

In seinem filmischen Porträt beleuchtet er Mäkeläs Herangehensweise an große Kompositionen, seinen persönlichen Hintergrund, seine Ausbildung (in der Klasse von Jorma Panula), seine Arbeit im Studio (mit den Osloer Philharmonikern), aber auch sein präzises Vorgehen bei Konzerten (mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam oder dem Orchestre de Paris).

Durch das Prisma verschiedener Schauplätze und Begegnungen stellt der Regisseur einen Künstler vor, der noch ganz am Anfang seiner Karriere steht, aber bereits erahnen lässt, dass er das 21. Jahrhundert nachhaltig prägen wird. Doch der Maestro ist nicht einfach Gegenstand des Dokumentarfilms, sondern spielt darin einen aktiven Part, indem er in Gesprächen unschätzbare Einblicke in seine musikalische Welt gewährt.

Sonntag, 21.04. / 00:00 Uhr / Josquin des Préz – Amarcord
Musik, Deutschland, 2021, ZDF 60 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Josquin des Préz

Mit: Wolfram Lattke (Tenor), Robert Pohlers (Tenor), Frank Ozimek (Bariton), Daniel Knauft (Bass), Holger Krause (Bass), Tobias Pöche (Tenor)
Online verfügbar von 20/04 bis 20/07

In dem französischen Renaissance-Komponisten Josquin des Préz findet die Kunst des mehrstimmigen Gesangs seinen Höhepunkt. Spezialisten für die Musik Josquins sind die fünf Sänger des Vokalensembles Amarcord, die den Komponisten mit einem Konzert in der Leipziger Thomaskirche ehren.

Josquin, ein Zeitgenosse von Michelangelo und Leonardo da Vinci, war schon zu Lebzeiten ein berühmter Mann. Er wurde von Fürsten und Musikverlegern umworben, von anderen Komponisten und Sängern bewundert, und er war der Lieblingskomponist Martin Luthers. Josquin gelang es auf einmalige Weise, die kunstvolle musikalische Technik des Kontrapunkts mit dem Ausdruck des Wortes zu verschmelzen, Gefühl und Verstand gleichermaßen anzusprechen.

Josquin des Préz zählt zu den wichtigsten Komponisten im Repertoire des vielfach ausgezeichneten Vokalensembles Amarcord. Für das Konzert haben die Sänger ein Programm aus Josquins Marien-Messen und -Motetten zusammengestellt. Ergänzend gibt Daniel Knauft, Bassist und Gründungsmitglied von Amarcord, Einblicke in die Bedeutung Josquins, das Erleben seiner Musik und in die Auswahl der Stücke für die Aufführung in der Thomaskirche.

Montag, 22.04. / 20:15 Uhr / Taking Sides – Der Fall Furtwängler
(Taking Sides)
Spielfilm, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, 2001, ARD 104 Min.
Regie: István Szabó
Drehbuch: Ronald Harwood
Autor:in: Ronald Harwood
Produktion: Little Big Bear Filmproduktion, Paladin Production
Produzent: Yves Pasquier
Kamera: Lajos Koltai
Schnitt: Sylvie Landra
Musik: Ulrich Trimborn

Mit: Harvey Keitel (Major Steve Arnold), Moritz Bleibtreu (David Wills), Stellan Skarsgård (Wilhelm Furtwängler), Birgit Minichmayr (Emmi Straube), Ulrich Tukur (Helmuth Rode), Hanns Zischler (Rudolf Werner), Armin Rohde (Schlee)
Online verfügbar von 22/04 bis 22/05

Wilhelm Furtwängler, einer der bedeutendsten Dirigenten seiner Generation, muss sich vor einem US-amerikanischen Entnazifizierungsausschuss verantworten. Obschon er letztlich von allen Vorwürfen freigesprochen wird, bleibt sein Name durch seine Verbindung mit den Nazis befleckt.

Nach der Machtübernahme Hitlers im Jahr 1933 waren jüdische Künstler gezwungen, Deutschland zu verlassen. Wer nicht rechtzeitig ins Exil ging, war mit zunehmenden Repressalien und schließlich mit dem Tod bedroht. Furtwängler blieb und wurde einer der wichtigsten kulturellen Aktivposten der Nazis.

Die Frage nach der politischen Verantwortung des Künstlers in einem totalitären Regime bleibt bis heute aktuell. Soll man bleiben – und wie sich verhalten – oder die Heimat verlassen.

Zusatzinfo:
Der ungarische Regisseur István Szabó wirft mit seiner Sezierung eines Künstlerlebens während der Nazi-Zeit wichtige Fragen auf und zeigt über weite Strecken überzeugend, wie schwierig es sein kann, sie eindeutig zu beantworten. Der Film gewann Preise auf den Filmfestivals von Mar del Plata, Valenciennes und Pescara.

Mittwoch, 24.04. / 00:55 Uhr / Freddie Mercury – The Great Pretender
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2012, ARTE 84 Min.
Regie: Rhys Thomas
Online verfügbar von 15/03 bis 21/05
Wiederholung vom 22.03.

Freitag, 26.04. / 14:15 Uhr / Taking Sides – Der Fall Furtwängler
(Taking Sides)
Spielfilm, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, 2001, ARD 104 Min.
Regie: István Szabó
Drehbuch: Ronald Harwood
Autor:in: Ronald Harwood
Produktion: Little Big Bear Filmproduktion, Paladin Production
Produzent: Yves Pasquier
Kamera: Lajos Koltai
Schnitt: Sylvie Landra
Musik: Ulrich Trimborn

Mit: Harvey Keitel (Major Steve Arnold), Moritz Bleibtreu (David Wills), Stellan Skarsgård (Wilhelm Furtwängler), Birgit Minichmayr (Emmi Straube), Ulrich Tukur (Helmuth Rode), Hanns Zischler (Rudolf Werner), Armin Rohde (Schlee)

Online verfügbar von 22/04 bis 22/05
Wiederholung vom 22.04.

Freitag, 26.04. / ab 21:50 Uhr / Schwerpunkt: Heavy Metal Thunder
Schwerpunkt, ARTE112 Min.

Aus Anlass der Ausstellung „Metal“ in der Pariser Philharmonie – die vom 5. April bis 29. September 2024 zu sehen ist – widmet sich der Schwerpunkt „Heavy Metal Thunder“ den Ursprüngen dieses Musikgenres. Neben der Dokumentation „Flight 666“ mit und über Iron Maiden und dem Film „Heavy Metal Kingdom“ über die New Wave of British Heavy Metal und jene Bands, die von Großbritannien aus Metal in den 80er Jahren mainstreamfähig machten, erzählt der Dokumentarfilm „Total Thrash“ die Entstehungsgeschichte des deutschen Thrash Metal, frei nach dem Motto: härter, schneller, lauter. Weitere Sendungen in der ARTE-Mediathek: arte.tv/metal

Freitag, 26.04. / 21:50 Uhr / Iron Maiden – Flight 666
Schwerpunkt: Heavy Metal Thunder
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2009, ARTE 112 Min.
Regie: Scot McFadyen, Sam Dunn
Online verfügbar von 19/04 bis 26/05

Sie gilt als ehrgeizigste und abenteuerlichste Tour der Rockgeschichte: 2008 legte die britische Heavy-Metal-Band Iron Maiden während der ersten Etappe ihrer „Somewhere Back In Time“-Welttournee in einer eigens für sie umgebauten Boeing 757 im Februar und März 2008 knapp 70.000 Kilometer zurück. Im Cockpit: Frontsänger Bruce Dickinson, der die Band samt Crew und zwölf Tonnen Bühnenequipment eigenhändig um die Welt flog. Der Dokumentarfilm „Iron Maiden – Flight 666“ gibt Einblick in die erste Etappe dieser legendären Tournee und zeichnet ein aufschlussreiches Porträt einer der erfolgreichsten Bands der Welt.

In nur 45 Tagen gaben Iron Maiden 23 ausverkaufte Stadion- und Arenakonzerte in Asien, Australien sowie Nord-, Mittel- und Südamerika und umrundeten dabei in einer von Leadsänger Bruce Dickinson gesteuerten Boeing 757 die ganze Welt. Die Urgesteine des Heavy Metal spielten in 13 Ländern, traten vor fast einer halben Millionen Fans auf und machten zum Tanken auch Zwischenstopps in Aserbaidschan und Papua-Neuguinea. Möglich war dieses Mammutprojekt nur, weil die Band über ein eigenes Flugzeug verfügte, das alle Bandmitglieder, die gesamte Tour-Crew sowie Musik- und Bühnenequipment von A nach B brachte. Sein Name: Ed Force One.

Zum ersten Mal gewähren Iron Maiden in dem Dokumentarfilm „Flight 666“ einem Filmteam vollen Zugang zum Geschehen auf und hinter der Bühne. Neben spektakulären Liveaufnahmen bekommen die Zuschauerinnen und Zuschauer humorvolle Einblicke in den Touralltag der Band – ein Muss für alle Rockfans, die wissen wollen, wie es wirklich ist, auf Welttournee zu gehen.

Freitag, 26.04. / 23:45 Uhr / Heavy Metal Kingdom ~ Wie britische Bands den Rock aufmischten
Schwerpunkt: Heavy Metal Thunder
Dokumentation, Frankreich, 2024, ARTE F 51 Min.
Regie: Sophie Peyrard
Online verfügbar von 19/04 bis 26/05
Erstausstrahlung

Vor 40 Jahren wurde in Großbritannien die Rockmusik revolutioniert: mit brutalen Riffs und hämmernden Rhythmen eroberte NWOBHM die Szene – das unaussprechliche Akronym für New Wave of British Heavy Metal. Es war eine musikalische Explosion, die zu einem integralen Bestandteil der Rockgeschichte wurde. Aus der Bewegung entstanden Bands wie Iron Maiden, Saxon, Girlschool und Def Leppard.

Als die neue Metal-Welle Ende der 70er Jahre auf Großbritannien zurollte, galt Punk als cooler, war Disco angesagter. Der neue Stil mit den massiven Sounds war zwar hart und schnell, aber irgendwie auch oldschool. Die Medien interessierten sich nicht für das Genre, es blieb beim subkulturellen Randphänomen. Dabei gäbe es ohne NWOBHM heute wohl keine headbangenden und Luftgitarre spielenden Fans, weder Metal-Magazine noch Metal-Festivals. Der Film blickt auf die Geschichte einer Bewegung zurück, die die Grundlagen für den Metal von heute legte. NWOBHM hat es verdient, dass man sich an ihre fulminanten Erfolge und nicht weniger großartigen Flops erinnert.

Regisseurin Sophie Peyrard lässt die verrückte und kreative Atmosphäre Anfang der 80er Jahre im Film wieder aufleben. Als Material dienen ihr dabei ausschließlich Archivaufnahmen, Konzertmitschnitte und Interviews mit den Menschen, die damals Musikgeschichte schrieben, zum Beispiel Paul Di‘Anno, der erste Sänger von Iron Maiden, Biff Byford von Saxon oder Kim McAuliffe von Girlschool, einer der wenigen weiblichen Heavy-Metal-Formationen, die sich in dieser Männerdomäne behaupten konnten.
Außerdem traf sich die Regisseurin mit Lars Ulrich, dem Schlagzeuger und Mitbegründer von Metallica, einer der größten Metalbands der Welt. Die Formation aus den USA ist auf den Einfluss von Diamond Head zurückzuführen, einer NWOBHM-Gruppe, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

Freitag, 26.04. / 00:35 Uhr / Alcatraz 2022
Schwerpunkt: Heavy Metal Thunder
Musik, Deutschland, 2022, ZDF 58 Min.
Regie: Yves Zosso
Mit: ACCEPT
Online verfügbar von 25/04 bis 25/07

Accept gehören zur Speerspitze der deutschen Heavy-Metal-Szene. Gegründet in den 70ern, stieg die Solinger Band in den 80er Jahren zu internationalem Erfolg auf und gehörte neben den Scorpions zu den bekanntesten Gruppen der deutschen Rock-Szene. 

Accept prägten Bands wie Metallica und Iron Maiden und schufen mit Songs wie „Balls to the Wall“ und „Metal Heart“ Klassiker für die Ewigkeit. Millionen verkaufter Tonträger, Goldauszeichnungen, Platzierungen in der Topposition der Charts und eine unermüdliche Tourneebegeisterung, die die Band regelmäßig um die ganze Welt führt, sprechen für sich.

ARTE zeigt das Konzert vom Alcatraz Festival 2022 in Belgien.

Freitag, 26.04. / 04:07 Uhr / Bilder allein zuhaus: Frau mit blauen Augen, Amedeo Modigliani – Verklickt
Serie, Frankreich, 2022, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 30/08 bis 31/08
Erstausstrahlung

Die „Frau mit blauen Augen“ hat ihren eigenen Social-Media-Kanal. Heute spricht sie über Onlineshopping und ihre Entdeckung des Dark Web. Doch dort kann man sich schnell verklicken … Wird am Ende wirklich ein „I love Modigliani“-Pullover geliefert?

Zusatzinfo:
Hinter geschlossenen Museumstüren führen berühmte Kunstwerke ihr Eigenleben … „Bilder allein zuhaus“ interpretiert in humorvollen Nachstellungen Meisterwerke der Malerei aus unterschiedlichsten Epochen. Die Kurzfilmserie zeigt mit viel Humor die berühmtesten Gemälde der Welt aus einer neuen Perspektive.


Programmwoche 18:

Samstag, 27.04. / 06:20 Uhr / Adamo – Und dann ein Lied
Dokumentation, Belgien, 2021, ARTERTBF 55 Min.
Regie: Hadja Lahbib, Jean-Marc Panis
Online verfügbar von 22/03 bis 28/04
Wiederholung vom 29.03.

Samstag, 27.04. / 20:15 Uhr / 1874: Geburtsstunde des Impressionismus
Dokumentarfilm, Frankreich, 2023, ARTE F 95 Min.
Regie: Hugues Nancy, Julien Johan
Online verfügbar von 26/03 bis 26/09
Erstausstrahlung

Erzählt wird die Geschichte einer Gruppe von jungen Malern, die die Kunst revolutionierten. Zu dieser Gruppe gehörten die später weltberühmten Künstler Claude Monet, Edgar Degas, Paul Cézanne, Berthe Morisot, Camille Pissarro, Alfred Sisley und Pierre-Auguste Renoir.

In Reaktion auf ihr von Krieg und Krisen gezeichnetes Jahrhundert befreiten sie sich von den Regeln der klassischen Malerei und widersetzten sich dem einengenden Stil der Akademie der Schönen Künste. Im Zuge dieser langen und schwierigen Entwicklung veranstalteten die Maler im Frühjahr 1874 eine unabhängige Gruppenausstellung. Sie umfasste eine Vielzahl von Bildern, die heutzutage als Meisterwerke gelten, und wurde so zu einem Meilenstein der Malerei.

In einer zeitgenössischen Kritik diente der Begriff „Impressionisten“ zwar ihrer Abwertung, doch die Maler eigneten sich diese Bezeichnung bald an und begründeten damit eine kunstgeschichtlich wegweisende Richtung. 2024 werden der 150. Jahrestag der ersten Impressionisten-Ausstellung und die Geburtsstunde der neuen Kunstströmung gefeiert.

Der Dokumentarfilm blickt auf die Anfänge dieses künstlerischen und menschlichen Abenteuers zurück, als sich die rebellische Malergruppe Anfang der 1860er Jahre zu treffen begann. Sorgfältig nachgestellte Spielfilmszenen, die sich an Schriften der Künstler orientieren, sowie ein unveröffentlichtes 3D-Reenactment der Ausstellung von 1874 lassen diese intensiven Momente der Kunstgeschichte wieder aufleben. Der Dokumentarfilm begleitet die große Ausstellung „Paris 1874. Erfindung des Impressionismus“, die vom 26. März bis 14. Juli 2024 im Musée d’Orsay gezeigt wird.

Samstag, 27.04. / 00:30 Uhr / Kurzschluss – Das Magazin: Kurzfilmtage Oberhausen
Magazin, Deutschland, 2024, WDR 52 Min.
Erstausstrahlung

(1): Turtleneck Phantasies
(2): Begegnung: Gernot Wieland/Turtleneck Phantasies
(3): Fishing
(4): Festival: Sport im Film
(5): Muss ja nicht sein, dass es heute ist

(1): Turtleneck Phantasies
Kurzfilm von Gernot Wieland, Deutschland, Österreich, 2022, 18 Minuten
„Turtleneck Phantasies“ widmet sich dem Murmeln, dem Unleserlichen, dem Unsagbaren, den Skizzen und Kritzeleien, den Fragmenten von Kindheitserinnerungen, dem Stolpern, das wie ein Tanz aussieht, den absurden Momenten. Erzählt wird die Geschichte eines deutschen Schriftstellers, der über 30 Jahre in psychiatrischen Anstalten verbrachte und seine Mitinsassen tätowierte. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland geboren, schrieb er Gedichte und arbeitete als Matrose auf einem britischen Frachtschiff.

In den 1980er Jahren war er einer von nur vier Menschen, die einen Schiffbruch überlebten. Schwer traumatisiert wurde er für mehrere Jahre in eine psychiatrische Klinik in England eingewiesen und später in ein Heim in West-Berlin verlegt, wo er bis zu seinem Tod lebte. In den Anstalten begann er, Wörter, Texte und Zeichnungen auf die Haut seiner Mitpatienten zu tätowieren.

Der Film gewann den Hauptpreis des Deutschen Wettbewerbs auf den Kurzfilmtagen in Oberhausen 2023.

(2): Begegnung: Gernot Wieland/Turtleneck Phantasies
Ein Mann arbeitet als Matrose auf Frachtschiffen. Nach einem Schiffbruch verbringt er über 30 Jahre in psychiatrischen Anstalten, schreibt Gedichte und es wird ihm erlaubt, seine Mitinsassen zu tätowieren. Die Biografie eines Außenseiters verbindet der Künstler Gernot Wieland in „Turtleneck Phantasies“ (2022) mit eigenen, traumatischen Erinnerungen an seine von religiösen Dogmen geprägte Kindheit im erzkonservativen Österreich der 1970er Jahre. Wie bei allen seinen Filmen montiert Wieland auch in „Turtleneck Phantasies“ Archivbilder, Zeichnungen und Skizzen zu einer komplexen filmischen Erzählung, in der die Grenze zwischen Realität und Fiktion stets eine fließende ist.
2023 erhielt der Film bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen den Hauptpreis des Deutschen Wettbewerbs und wurde auch in Paris beim Festival des Cinémas Différents et Expérimentaux ausgezeichnet. Anlässlich der Fernsehpremiere von „Turtleneck Phantasies“ auf ARTE hat „Kurzschluss – Das Magazin“ Gernot Wieland in seinem Berliner Atelier besucht. Im Interview spricht er über zentrale Themen seiner Filmkunst, über den feinen Humor, der sie auszeichnet, und über die Kraft von Tattoos als schützende „zweite Haut“.

(3): Fishing
Kurzfilm von Josie Charles, Großbritannien 2024, 8 Minuten
Lola sitzt seit drei Tagen in ihrem Zimmer fest und weigert sich, es zu verlassen. Sie spielt mit einem Camcorder herum und erzählt die Geschichte einer stürmischen Romanze, die in einem eher enttäuschenden „ersten Mal“ gipfelt. „Fishing“ ist eine schwarze Komödie, welche die weibliche Sexualität und die Auswirkungen der Pornografie erforscht. Der Film gewann auf dem Slamdance Filmfestival 2024 den Großen Preis der Jury als bester narrativer Kurzfilm und läuft dieses Jahr im Internationalen Wettbewerb der Kurzfilmtage in Oberhausen.

(4): Festival: Sport im Film
Filmemacher setzen sich seit jeher mit Sport als globaler Kulturform auseinander. Zwischen 1968 und 1977 fanden in Oberhausen die Sportfilmtage statt, eine Veranstaltung, die eng mit den Kurzfilmtagen verbunden war. Der Publizist und Medienwissenschaftler Dietrich Leder kuratiert bei der 70. Ausgabe der Oberhausener Kurzfilmtage ein fünfteiliges Programm, das Sport-Kurzfilme aus sechs Jahrzehnten zeigt. ARTE spricht mit dem ehemaligen Professor der Kunsthochschule für Medien in Köln über die Parallelen zwischen Sport und Film, von Körperlichkeit über Heroisierung bis zu der Bedeutsamkeit der Zuschauer.

(5): Muss ja nicht sein, dass es heute ist
Kurzfilm von Sophia Groening, Deutschland, 2022, 8 Minuten
Vier Freunde sitzen am Platz der Kulturen in Köln-Finkenberg und suchen die richtigen Worte und Satzzeichen für eine SMS, die nie abgeschickt werden soll.
Der Film lief erfolgreich auf diversen Festivals. Er erhielt im Deutschen Wettbewerb bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen 2022 eine Lobende Erwähnung, gewannt den Preis der deutschen Filmkritik und den Deutschen Kurzfilmpreis.

Zusatzinfo:
„Kurzschluss – Das Magazin“ zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews.
Mehr Infos unter: arte.tv/kurzschluss

Samstag, 27.04. / 01:25 Uhr / Clint Eastwood – Der Letzte seiner Art
Dokumentarfilm, Frankreich, 2022, ARTE F 77 Min.
Regie: Clélia Cohen
Online verfügbar von 12/11 bis 17/05
Wiederholung vom 14.04.

Sonntag, 28.04. / 05:05 Uhr / Xenakis Revolution: Baumeister des Klangs
Dokumentation, Frankreich, 2022, ARTE F 55 Min.
Regie: Stéphane Ghez
Online verfügbar von 21/04 bis 28/09

Die 60er waren ein Jahrzehnt der Utopien und Iannis Xenakis war ein revolutionärer Utopist – in künstlerischem, technologischem, sozialem und politischem Sinne. Der studierte Ingenieur griechischer Herkunft engagierte sich im Zweiten Weltkrieg im Widerstandskampf gegen die Nazi-Besatzung, wurde schwer verwundet und zum Tode verurteilt. 1947 floh er aus seiner Heimat, in die er erst 27 Jahre später zurückkehrte. Zuflucht fand er in Paris, wo er schon bald mit Le Corbusier zusammenarbeitete, unter anderem am Kloster Sainte-Marie de la Tourette und an dem berühmten Philips-Pavillon der Brüsseler Weltausstellung. Sein Wirken an der Seite des Meisters der modernen Architektur inspirierte ihn zu radikalen Kompositionen wie „Metastasis“, in der er seine Kriegserfahrung verarbeitete. Eine neue musikalische Sprache war geboren.

Xenakis wandte sich sowohl von der traditionell tonalen als auch von avantgardistischen Strömungen wie der Zwölftonmusik ab und erfand seine eigene Art des Komponierens mit Hilfe grafischer Partituren und Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Er wollte sein Publikum in ein Gesamtspektakel eintauchen lassen, brach mit den klassischen Regeln des Orchesters und erfand die „Polytope“, eine neue, zugleich strukturelle, visuelle und klangliche Kunstform, die den heutigen Licht- und Klangshows den Weg ebnete. Xenakis war der erste europäische Komponist, der Musik am Computer entwarf. Mit dem UPIC-Programm, das grafische Kurven in Klangabläufe übersetzte, wollte er das Komponieren allgemein verständlich und zugänglich machen. Getragen von seinen revolutionären und humanistischen Ideen, überwand Xenakis die Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft und legte das Fundament für die futuristischen, multimedialen und genreübergreifenden Kreationen der Zukunft. So sind alle DJs der heutigen Elektroszene, ohne es zu ahnen, Nachkommen von Xenakis.

Regisseur Stéphane Ghez zeigt den Mann hinter dem außergewöhnlichen Werk, lässt Familie, Wegbegleiter sowie Künstlerinnen und Künstler zu Wort kommen. An den unberührten Stränden Korsikas, die Xenakis an Griechenland erinnerten, erzählt Tochter Mâkhi, wie die Natur das Werk ihres Vaters beeinflusste. Im Kloster Sainte-Marie de la Tourette nehmen seine grafischen Partituren Gestalt an und treten in einen Dialog mit seiner Architektur. Pascal Dusapin, George Aperghis und Jean-Michel Jarre schildern, wie Xenakis’ Werk die Musikwelt und ihre Traditionen erschütterte. Und in spektakulären Musiksequenzen veranschaulichen die jungen Künstler des Trio Xenakis, wie lebendig das Werk des Meisters noch heute ist.

Sonntag, 28.04. / 09:35 Uhr / Häuser der Kunst: Montreux: Ein Casino schreibt Musikgeschichte
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2023, NDR 27 Min.
Regie: Sascha Schmidt
Online verfügbar von 28/04 bis 06/07

Um das Casino in Montreux ranken sich zahlreiche Geschichten: Hier fand ab 1967 das Montreux Jazz Festival statt, bei dem Stars wie Ella Fitzgerald oder Oscar Peterson auftraten. Ins Leben gerufen wurde das Festival von dem umtriebigen Konzertveranstalter Claude Nobs, der über alle Genregrenzen hinaus Musiker nach Montreux einlud. So auch die Rockband Deep Purple, die an den Genfer See kam, um im Casino von Montreux ihre neue Platte aufzunehmen. Im Film berichten die Musiker, wie es dazu kam, dass nach einem Frank-Zappa-Konzert das Casino abbrannte. Ein Ereignis, das die Band zu ihrem Song „Smoke on the Water“ inspirierte.

In das neu erbaute Casino zog 1975 auch ein Tonstudio ein – die Mountain Studios, wo Stars wie die Rolling Stones oder Michael Jackson aufnahmen. Doch eine Band hat diesen Ort besonders geprägt: Queen. 1979 kauften sie die Mountain Studios. Im Film erinnert sich Freddie Mercurys Assistent Peter Freestone, dass der Sänger von dem idyllischen Montreux zunächst furchtbar gelangweilt war und immer wieder für Partyausflüge nach London oder New York flüchtete. Doch als Mercury Ende der 80er Jahre erfuhr, dass er mit Aids infiziert war, wurde Montreux sein Rückzugsort. Der Toningenieur Justin Shirley-Smith erzählt von den letzten gemeinsamen Aufnahmen. Heute zelebrieren jedes Jahr rund um den 5. September mehrere Tausend Menschen aus aller Welt den Geburtstag des Sängers. „Sie alle kommen, um an Freddie Mercury zu erinnern“, erklärt Lucien Muller, der die Feier organisiert. „Denn Montreux ist wirklich ein Ort, der Freddie Mercury wichtig war.“

Sonntag, 28.04. / 15:45 Uhr / Sean Connery vs James Bond
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 54 Min.
Regie: Gregory Monro
Online verfügbar von 31/03 bis 06/06
Wiederholung vom 07.04.

Sonntag, 28.04. / 16:45 Uhr / Sehnsucht nach Rom. Auf den Spuren von Maarten van Heemskerck
Dokumentation, Deutschland, 2024, ZDF 52 Min.
Regie: Margarete Kreuzer
Online verfügbar von 27/04 bis 27/07
Erstausstrahlung

Fast unwiderstehlich ist ihre Anziehungskraft: Rom, die Ewige Stadt. Seit der Antike elektrisiert sie die Menschen und wirkt wie ein offenes Atelier für Künstler aus aller Welt. Mitverantwortlich ist dafür der niederländische Renaissancekünstler Maarten van Heemskerck. 1532 reist er in die Stadt, um dort die Ruinen der Antike, Panoramen und Stadtansichten sowie antike Skulpturen zu zeichnen. Seine Ruinenlandschaften begründen die topographische Rom-Vedute (Vedute: die wirklichkeitsgetreue Darstellung einer Stadt/Landschaft). Maarten van Heemskercks Zeichnungen prägen das heutige Bildergedächtnis vom Rom in der Renaissance.

Ein Kunstschatz, für den sich fast 500 Jahre später auch die Urban Sketchers interessieren. Die Kunst der Zeichnung erlebt eine neue Renaissance. Die Urban Sketchers sind eine weltweite Bewegung von Zeichnern, die sich über das Internet zum gemeinsamen Zeichnen verabreden.

Die Dokumentation erzählt von Maarten van Heemskercks Reise nach Rom und den Sketcherinnen Marielle Durand und Kari Unbegabt, die auf seinen Spuren wandern, und verfolgt die Forschungsarbeit der Restauratoren des Berliner Kupferstichkabinetts. Sie wollen wissen, wie die Zeichnungen im originalen Skizzenbuch angeordnet waren.

Zu Wort kommen auch die Kuratoren der Ausstellung „Faszination Rom“: Christien Melzer (Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin), Tatjana Bartsch (Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte) und Hans-Ulrich Kessler (Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin).

Sonntag, 28.04. / 17:35 Uhr / Open-Air auf der Insel Delos: Vivaldis (ungewisse) Vier Jahreszeiten
Musik, Deutschland, 2022, ZDF 45 Min.
Regie: Tilo Krause
Komponist: Antonio Vivaldi
Orchester: European Union Youth Orchestra
Mit: Diana Tishchenko (Violine), Sokratis Sinopoulos (Lyra)
Online verfügbar von 27/04 bis 27/07

Vivaldi schrieb „Die vier Jahreszeiten“ vor gut 300 Jahren – da war das Klima noch in Ordnung. Doch wie würde das Stück heute klingen? Und wie an verschiedenen Orten der Welt unter den jeweiligen klimatischen Bedingungen?

Das Konzert auf der griechischen Insel Delos erfolgt mit Bezug auf ein weltweites Projekt: Unter dem Titel „The [uncertain] Four Seasons“ beteiligten sich mehr als ein Dutzend professionelle Orchester in unterschiedlichsten Regionen der Welt daran, Vivaldis Konzert in regional spezifischen Varianten aufzuführen, die die für das Jahr 2050 zu erwartenden klimatischen Veränderungen kompositorisch einbeziehen. Das Projekt fand im Rahmen der UN-Kampagne ActNow zur Rettung des Klimas statt.

Die Aufführung fand im Frühjahr 2022 vor antiker Kulisse statt. Delos, die mythische Insel in der Ägäis, ist mit seiner großen Zahl antiker Bauwerke Weltkulturerbe. Es ist das erste Mal, das ein ganzes Orchester auf der seit Langem unbewohnten Insel spielte. Mit der Lyra wurde ein mehr als 3.000 Jahre altes typisches Instrument der Mittelmeerregion in die Musik einbezogen.

Das European Union Youth Orchestra wurde 1976 als European Community Orchestra gegründet. Die Idee: Junge Musikerinnen und Musiker aus allen EU-Staaten sollen in dem Orchester gemeinsam musizieren. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten der Dirigent Claudio Abbado und der Politiker Sir Edward Heath; Ehrenpräsident ist stets der Präsident bzw. die Präsidentin des Europäischen Parlaments. Solistin des Abends ist der ukrainische Nachwuchsstar Diana Tishchenko (Violine).

Aufzeichnung vom 30. Mai 2022 auf der Insel Delos, Griechenland

Sonntag, 28.04. / 22:30 Uhr / Die Bruce Lee-Story – „Be Water!“
Dokumentarfilm, USA, 2020, ARTE 97 Min.
Regie: Bao Nguyen
Online verfügbar von 28/04 bis 28/05

“Die Bruce Lee-Story – ‚Be Water!‘“ dokumentiert das Leben des weltweit berühmten sinoamerikanischen Schauspielers und Kampfkünstlers. Als Hollywood ihn nicht fördern wollte, kehrte Lee zurück nach Hongkong, in die Heimat seiner Eltern. Dort drehte er in nur zwei Jahren vier Filme, die seine Legende begründeten.

Der Blitzkarriere des Schauspielers setzte sein früher Tod im Alter von 32 Jahren ein Ende. „Be Water!“ erzählt Bruce Lees Kindheit in San Francisco als Sohn eines Schauspielers der kantonesischen Oper und seine bewegte Jugend in Hongkong. Im Alter von 18 Jahren siedelte Lee nach Seattle über, wo er seine Frau Linda kennenlernte und (schließlich) als Kung-Fu-Trainer arbeitete. Obwohl Film und Fernsehen auf seine außergewöhnliche Kampfkunst aufmerksam wurden, war Hollywood zu Anfang der 1960er Jahre noch nicht reif für einen asiatischen Hauptdarsteller. Lee ging daraufhin nach Hongkong zurück, von wo aus er rasch zum internationalen Superstar wurde. Zahlreiche Interviews und Archivbilder lassen das Porträt einer komplexen Persönlichkeit entstehen, in der sich charismatische Ausstrahlung, Leidenschaft, Lebensphilosophie und Hingabe für die Kampfkunst vermischen.

Sonntag, 28.04. / 00:10 Uhr / Tugan Sokhiev dirigiert die Wiener Philharmoniker
Musik, Frankreich, 2023, ARTE F 104 Min.
Regie: Jean-Pierre Loisil
Komponist: Nikolai Rimski-Korsakow, Peter Iljitsch Tschaikowsky
Dirigent: Tugan Sokhiev
Orchester: Wiener Philharmoniker
Online verfügbar von 21/04 bis 28/05
Erstausstrahlung

Die Wiener Philharmoniker spielen ein viertes Konzert in der Halle aux Grains von Toulouse – dieses Mal mit einem russischen Programm unter der Leitung des berühmten Tugan Sokhiev.

Dirigent und Orchester geben eine samtweiche Interpretation der symphonischen Dichtung „Scheherazade“ von Rimski-Korsakow (1888) und der Symphonie Nr. 4 von Tschaikowsky (1878). Sokhiev dirigiert mit freudiger Hingabe zum Detail, wohlgesetzten Pausen und Phrasierungen und lässt den Solisten gleichzeitig ihre Freiheit.

Rimski-Korsakow beeinflusste die russische Musikwelt seiner Zeit maßgeblich als Komponist, Kompositionslehrer und Dirigent. Er war 40 Jahre alt, als er die „Scheherazade“ komponierte. Die Erstaufführung des Stückes dirigierte er selbst – mit grandiosem Erfolg. Seine Inspiration waren die Märchen aus „Tausendundeiner Nacht“, die zwei für ihn wichtige Themen vereinen: das Meer und die Erzählung. Der geniale Instrumentator nimmt das Publikum mit auf eine Orientreise voller Farben, Rhythmus und Klangfülle.

Tschaikowskys Symphonie Nr. 4 war seiner platonischen Muse und Mäzenin Nadeschda von Meck gewidmet. Über den versteckten Inhalt des Stückes schrieb der Komponist in einem Brief an seine Freundin, der Hauptgedanke fände sich bereits in den ersten Takten der Einleitung: „Das ist das Fatum, jene verhängnisvolle Macht, die verhindert, dass die Sehnsucht nach Glück zum Ziel gelangt; die eifersüchtig darüber wacht, dass Wohlergehen und Ruhe nicht vollständig und ungetrübt sind; und die […] unentwegt unsere Seele vergiftet.“

Die erste der drei Schicksalssymphonien ist mit ihrem klassischen Aufbau, tiefgehenden Themen und dramatischen Emotionen ein Glanzstück der russischen Romantik.

Mittwoch, 01.05. (Tag der Arbeit) / 15:50 Uhr / Europakonzert 2024 aus Tsinandali – Georgien
Mit den Berliner Philharmonikern und Lisa Batiashvili
Schwerpunkt: Europa 2024
Musik, Deutschland, 2024, ZDF 90 Min.
Komponist: Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven
Fernsehregie: Henning Kasten
Dirigent: Daniel Barenboim
Orchester: Berliner Philharmoniker
Moderation: Dorothée Haffner
Mit: Lisa Batiashvili (Violine)
Erstausstrahlung

Das Europakonzert hat Tradition: Seit 33 Jahren feiern die Berliner Philharmoniker mit diesem Konzerthighlight nicht nur die Einheit Europas, sondern erinnern auch an ihr eigenes Gründungsdatum im Jahr 1882. Ihr Geburtstagscredo sind dabei Konzerte an kulturgeschichtlich bemerkenswerten Orten der Alten Welt vor eindrucksvollen Kulissen. Seit seiner Geburtsstunde ist das Europakonzert eine Hommage an die Vielfalt der Länder und Kulturen, das Musikprogramm repräsentiert den musikalischen Reichtum der europäischen Musikgeschichte.

Das von einem Park und Natur umgebene 200 Jahre alte Weingut Tsinandali im Südosten von Georgien ist berühmt für seine kulturhistorische Bedeutung. Das Gut avancierte im 19. Jahrhundert zu einem Treffpunkt bedeutender Literaten wie Alexandre Dumas und Alexander Puschkin und wird das „literarische Herz der Schreiber und Poeten“ genannt.

Die gebürtige Georgierin Lisa Batiashvili präsentiert ihr Gastgeberland als „Herzensbotschafterin“ des diesjährigen Open-Air Events. Mit Dirigent Daniel Barenboim teilt sie nicht nur ihre Liebe zu Musik, sondern auch eine enge Künstlerfreundschaft und ihr Engagement für Frieden und Freiheit. Seit 2023 ist die Ausnahmegeigerin zudem Artist in Residence bei den Berliner Philharmonikern. Auf dem Konzertprogramm steht die Schicksalssinfonie von Ludwig van Beethoven sowie das Violinkonzert in D-Dur von Johannes Brahms.

Mittwoch, 01.05. (Tag der Arbeit) / 21:55 Uhr / Drive My Car
Spielfilm, Japan, 2021, ARTE FZDF 170 Min.
Regie: Ryūsuke Hamaguchi
Drehbuch: Ryūsuke Hamaguchi, Takamasa Ōe
Autor:in: Haruki Murakami
Produktion: C&I entertainmentent
Produzent: Teruhisa Yamamoto
Kamera: Hidetoshi Shinomiya
Schnitt: Azusa Yamazaki
Musik: Eiko Ishibashi
Mit: Hidetoschi Nishijima (Yūsuke Kafuku), Tōko Miura (Misaki Watari), Reika Kirishima (Oto Kafuku), Masaki Okada (Kōji Takatsuki), Satoko Abe (Yuhara), Sonia Yuan ( Janice Chan)
Online verfügbar von 01/05 bis 31/05
Erstausstrahlung

Yûsuke Kafuku und seine Frau Oto führen eine glückliche Ehe, in der es eine Art Ritual gibt: Nachdem sie miteinander Sex hatten, liegen sie beisammen und erfinden Geschichten. Oto benutzt die Geschichten für ihre Arbeit als Producerin von TV-Serien. Ein weiteres Ritual der Ehe besteht darin, dass Yûsuke – ein berühmter Theaterschauspieler – seine Rollen mit Hilfe von Kassetten einstudiert, die ihm Oto besprochen hat.

Als Yûsuke eines Tages verfrüht von einem seiner Theater-Engagements zurückkehrt, entdeckt er Oto beim Sex mit einem ihrer Kollegen, dem jungen, gutaussehenden Schauspieler Kôshi. Yûsuke übergeht den Vorfall und verheimlicht seiner Frau, was er gesehen hat. Als sie kurze Zeit darauf plötzlich stirbt, hadert er damit, dass er sie nie auf ihre Affären angesprochen hat.
Zwei Jahre später soll Yûsuke bei einem Theaterfestival in Hiroshima Tschechows „Onkel Wanja“ inszenieren. Weil er aus Versicherungsgründen nicht selbst Autofahren darf, wird ihm Misaki Watari als Fahrerin zugeteilt. Die wortkarge junge Frau chauffiert ihn fortan in seinem roten „Saab 900“ zur Arbeit und zurück.

Auf den gemeinsamen Fahrten beginnen sie sich zögerlich ihrer Vergangenheit zu stellen und aufrichtig von ihrer beider Leben zu berichten. Doch Yûsuke wird noch anders mit seiner Vergangenheit konfrontiert: Denn Kôshi Takatsuki, der ehemalige Liebhaber seiner Frau, hat eine der Hauptrollen übernommen. Durch die Perspektive und die Erinnerungen Kôshis und die Gespräche mit Misaki lernt Yûsuke nicht nur seine verstorbene Frau neu kennen, sondern das Bild ihrer Ehe nimmt neue Formen an …

Zusatzinfo:
Für „Drive My Car“ hat Ryūsuke Hamaguchi drei Novellen von Haruki Murakami – aus dem Band „Von Männern, die keine Frauen haben“ – adaptiert. Es geht um Verlust, Trauer und Rückschau: So wie Kafuku mit seinen Schauspielern die immer gleichen Textstellen einübt und diese durch zwischenzeitliche Ereignisse neue Bedeutung annehmen, so kommt er auch in der Erinnerung an seine Frau an die gleichen Stellen zurück und lernt, sie neu einzuschätzen. „Drive My Car“ gewann in Cannes 2021 den Preis für das „Beste Drehbuch“ und 2022 den Oscar für den „Besten fremdsprachigen Film“.

Freitag, 03.05. / 22:05 Uhr / The Who ~ Die explosive Geschichte einer Band
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 53 Min.
Regie: Christophe Conte
Online verfügbar von 26/04 bis 15/08

Zwischen Radau und Rebellion: Wie aus vier Londoner Vorstadt-Mods The Who werden konnte – eine der erfolgreichsten Rockbands der Musikgeschichte –, ist wenig bekannt. Wie konnte dieser „Radau-Combo“ ein so großer Wurf wie die Rockoper „Tommy“ gelingen? Teile der Geschichte basieren auf Pete Townshends eigenen Erfahrungen mit Mobbing und sexuellem Missbrauch. Die frühen Kompositionen von The Who brachten die Sorgen und Nöte der britischen Arbeiterjugend der 60er Jahre perfekt auf den Punkt.

Die Dokumentation wirft einen neuartigen Blick auf die Band und auf das Zusammenspiel von vier Persönlichkeiten, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten; dennoch haben sie gemeinsam einige der großartigsten und explosivsten Seiten in der Geschichte der Popmusik geschrieben.

Im Mittelpunkt des Band-Porträts steht die Persönlichkeit von Pete Townshend und seine Besessenheit, den besonderen Sound von The Who ständig mit avantgardistischen Elementen zu füttern. Nachgezeichnet wird die Geschichte der Band vom ersten Erfolg mit „My Generation“ bis zu den jüngsten elektronischen Neuerfindungen ihrer Musik. Dabei werden auch die Einflüsse beleuchtet, die zur Entstehung der Rockopern „Tommy“ und „Quadrophenia“ geführt haben.

In seltenen Archivaufnahmen und Interviews mit Pete Townshend blickt die Dokumentation auf Triumphe und Niederlagen von The Who und vermittelt das facettenreiche Bild einer der größten britischen Bands aller Zeiten. Nicht umsonst listete der „Rolling Stone“ Townshend auf Rang 10 der 100 besten Gitarristen sowie auf Rang 30 der 100 besten Songwriter aller Zeiten.

Freitag, 03.05. / 23:00 Uhr / The Who: Live in Hyde Park
Musik, Großbritannien, 2015, ARTE F 58 Min.
Regie: Chris Rule
Online verfügbar von 03/01 bis 31/07

The Who ist eine der bedeutendsten britischen Rockbands der 60er und 70er Jahre. Anfangs galt sie als „Radau-Combo“. Die vier Engländer vertraten in den ersten Jahren eine im Vergleich zu den Beatles und den Rolling Stones aggressivere Variante der britischen Rockmusik. Später erreichten sie durch die Veröffentlichung der Konzeptalben „Tommy“ und „Quadrophenia“ internationale Bekanntheit und heute gelten sie als eine der einflussreichsten Rockbands der Musikgeschichte.

Das außergewöhnliche Jubiläumskonzert zum 50-jährigen Bestehen der Band im Hyde Park mit spektakulärer Lichtershow und Animationen auf riesigen Leinwänden markierte im Jahr 2015 ein triumphales Comeback für die Rockband. In einer wunderschönen Sommernacht kamen 65.000 Menschen zur Open-Air-Bühne im berühmten Londoner Hyde Park, um die Band bei diesem Heimspiel live zu erleben.

Die Show war der Höhepunkt der Jubiläumstour „The Who Hits 50“. Die Band performte ein Best-of ihrer größten Songs, darunter „My Generation“, „Pinball Wizard“, „Baba O’Riley“, „Pictures of Lily“, „I Can’t Explain“, „You Better You Bet“, „Who Are You“, „Won’t Get Fooled Again“, „Join Together“, „The Kids Are Alright“, „I Can See for Miles“ und viele mehr.
Aufzeichnung vom 26. Juni 2015 im Hyde Park, London

Freitag, 03.05. / 04:04 Uhr / Bilder allein zuhaus: In the Car, Roy Lichtenstein – Männer am Steuer
Serie, Frankreich, 2022, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 30/08 bis 31/08
Erstausstrahlung

Während der Fahrstunde wird ein Mann von seiner Fahrlehrerin mit Klischees und übergriffigem Verhalten genervt … Wie geht der Mann am Steuer des „63er Roy Lichtenstein“ mit den sexistischen Übergriffen um?

Zusatzinfo:
Hinter geschlossenen Museumstüren führen berühmte Kunstwerke ihr Eigenleben … „Bilder allein zuhaus“ interpretiert in humorvollen Nachstellungen Meisterwerke der Malerei aus unterschiedlichsten Epochen. Die Kurzfilmserie zeigt mit viel Humor die berühmtesten Gemälde der Welt aus einer neuen Perspektive.


Programmwoche 19:

Samstag, 04.05. / 05:40 Uhr / Markt der Masken: Alte Kunst aus Afrika
Dokumentation, Deutschland, 2015, NDR 52 Min.
Regie: Peter Heller
Online verfügbar von 04/05 bis 14/05

Was bedeuten afrikanische Masken? Welche Rolle spielen sie bei uns – und welche in ihrem Herkunftsland ursprünglich? Auf welchem Wege und unter welchen Umständen kamen sie in unsere Museen und Galerien? Und was waren und sind die Motive der Sammler? 

Die Dokumentation nimmt den Zuschauer mit auf eine Entdeckungsreise in die Museen nebenan, zu den schönen Alltags- und Kultgegenständen, den geheimnisvollen Fetischen und Masken – der Kunst von unserem Nachbarkontinent. Wir begegnen den scheinbar „primitiven“ Kunstobjekten aus Afrika – in schicken Vitrinen der Galerien, in Privatwohnungen leidenschaftlicher Sammler und Völkerkundemuseen. Geschichtsbewusste Afrikaner klagen heute Museumsdirektoren der „Raubkunst“ an.

Seit der französische Präsident Emmanuel Macron ankündigte, zu Unrecht entführte Kunst- und Kultgegenstände aus Afrika an die Ursprungsländer zurückzuführen, tobt eine Debatte. Denn was ist unrechtmäßig, was legal erworben? Fragen wie diese richten sich an die die Verantwortlichen des Musée du quai Branly in Paris und des Humboldtforums in Berlin. Der Film berichtet von verkannter Kultur und Geschichte und dem Hunger und der Gier der Sammler im Norden der Welt. Der Zuscahuer wird Zeuge von Kunstraub in Vergangenheit und Gegenwart Afrikas.

In 200 Jahren wurde Afrika von seinen kulturellen Schätzen leergeräumt. Zu Tausenden gehortet finden wir sie in Museen, privaten Sammlungen und Galerien wieder. Und gerade deutsche Völkerkundemuseen verbergen im Fundus die reichsten Kollektionen aus Afrika.

Der Kunsthistoriker Dr. Romuald Tchibozzo aus Benin und die Politologin und Panafrikanistin Dr. Aissa Halidou aus Niger führen durch den Film. Sie geben uns einen eigenen, persönlichen Zugang zur traditionellen Kunst ihres Kontinents und hinterfragen die Motive der Europäer – den „Blick der Weißen“ von der Vergangenheit bis in die Gegenwart.

Neue Ausgrabungen im Lande der Nok (in Nigeria) zeugen von jahrtausendealter Kunst in Königreichen, die ohne Schriftkultur in Vergessenheit geraten waren. Die reichen Funde aus dem Lande der Nok erstrahlen heute in Museen von Boston bis Brüssel und sogar in Tirol.

Die Dokumentation entführt zu Voodo-Ritualen in Togo, zu kultischen Riten in Benin und zur Messe für primitive Kunst in Europa. Sie steht gewissenmaßen am Drehkreuz der Zwischenhändler in Togo und trifft liebevoll-psychotische Sammler, begegnet Voodo-Fetischeuren und Museumschöpfern, Marktstrategen und Auktionsberatern – sie sammeln und handeln, sie tricksen und sie fälschen auch schon mal.

Samstag, 04.05. / 06:35 Uhr / Sean Connery vs James Bond
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 54 Min.
Regie: Gregory Monro
Online verfügbar von 31/03 bis 06/06
Wiederholung vom 07.04.

Samstag, 04.05. / 03:10 Uhr / Elīna Garanča und Juan Diego Flórez bei den Salzburger Festspielen
Musik, Deutschland, 2020, ZDF 43 Min.
Regie: Michael Beyer, Bernhard Fleischer
Komponist: Richard Wagner, Vincenzo Bellini, Giuseppe Verdi, Richard Strauss
Dirigent: Christian Thielemann
Orchester: Wiener Philharmoniker

Mit: Elīna Garanča (Mezzosopran), Juan Diego Flórez (Tenor), Vincenzo Scalera (Klavier)
Online verfügbar von 03/05 bis 09/05

Für Elīna Garanča, die seit Jahren zu den weltbesten Sängerinnen in ihrem Fach zählt, standen dabei erstmals Richard Wagners „Wesendonck-Lieder“ auf dem Programm. Der Liederzyklus entstand in den Jahren 1857/58 nach Gedichten von Mathilde Wesendonck, die als Muse Wagners während seines Aufenthalts in Zürich galt. Mit den Wiener Philharmonikern und Christian Thielemann hatte Garanča kongeniale Partner für die Lieder an ihrer Seite.

In der Reihe „Canto lirico“ der Salzburger Festspiele präsentierte Juan Diego Flórez Werke unterschiedlicher Komponisten, darunter Lieder der italienischen Belcanto-Meister Vincenzo Bellini und Giuseppe Verdi sowie des Spätromantikers Richard Strauss. Dabei stellte der gefeierte Tenor, exzellent begleitet vom italienischen Pianisten Vincenzo Scalera, die gesamte künstlerische Breite seiner prägnanten Stimme unter Beweis.

Sonntag, 05.05. / 05:35 Uhr / Stars von morgen – On Tour: München
Musik, Deutschland, 2020, ZDF 43 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Moderation: Rolando Villazón

Mit: Mirjam Mesak (Sopran), Caspar Singh (Tenor), Joë Christophe (Klarinette), Louie’s Cage Percussion, Franziska Eimer and Friends

Online verfügbar von 04/05 bis 12/05

Zwischen Probebühne und Biergarten, zwischen Rollenstudium und Konzert im prächtigen Cuvilliés-Theater trifft Rolando Villazón hochtalentierte Künstlerinnen und Künstler auf dem Sprung zur großen Karriere. Als regelmäßiger Gast an der Bayerischen Staatsoper ist er in der Münchner Musikszene zu Hause und kann im Gespräch mit seinen jungen Kolleginnen und Kollegen immer auch seine persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen einbringen.

Aus Estland kam die Sopranistin Mirjam Mesak nach München. Nach ihrer Ausbildung in Tallin und an der Londoner Guildhall School of Music and Drama wurde sie für das Opernstudio der Bayerischen Staatsoper ausgewählt und jetzt in das Ensemble des renommierten Hauses übernommen. Rolando Villazón ist von ihrer ganz besonderen Stimmfarbe fasziniert.

Bei Caspar Singh staunt Villazón über die lyrischen Qualitäten des jungen Tenors. Der erzählt von einer peinlichen Panne bei seinem ersten Auftritt und der tollen Kollegialität großer Kollegen wie Plácido Domingo und Jonas Kaufmann.

Joë Christophe hat 2019 gleich mehrere Preise beim internationalen ARD-Musikwettbewerb gewonnen. Seitdem ist der französische Klarinettist ein gefragter Solist und spielt mit den renommiertesten Orchestern.

„Louie’s Cage Percussion“ nennt sich das Ensemble, zu dem sich vier klassisch ausgebildete Schlagzeuger aus Wien zusammengetan haben. Mit einem Video ihrer fetzigen Performance eines Potpourris von Pop- und Rockklassikern hat die unkonventionelle Truppe auf Facebook millionenfache Views bekommen.

Sonntag, 05.05. / 06:20 Uhr / Stars von morgen – On Tour: Lyon
Musik, Deutschland, 2020, ZDF 42 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Moderation: Rolando Villazón

Mit: Aline Bieth (Blockflöte), Sorie Bangura (Perkussion), Maya Levy (Violine), Ray Chenez (Countertenor), Hiroko Ishigame (Klavier), Tomáš Mihalik (Orgel), Maxime Maillot (Perkussion), Kazuya Gunji (Cembalo), Etienne Floutier (Gambe), Xavier Sichel (Violine), Nadav Ovadia (Psalterium), Thomas Guyot (Fidel), Colin Heller (Gittern), Silvia Berchthold (Blockflöte), Adriaan Lauwers (Barockgitarre), Hermine Martin (Sackpfeife)
Online verfügbar von 04/05 bis 12/05

Rolando Villazón geht auf Tour und findet seine „Stars von morgen“ an den Brennpunkten des internationalen Musiklebens. Seine zweite Reise führt ihn nach Lyon. Am Konservatorium der französischen Metropole entdeckt er ein erstaunlich breites Spektrum an vielversprechenden jungen Talenten von der Violinvirtuosin bis zum exzentrischen Countertenor und von mittelalterlicher Musik bis zum Modern Dance.

Das Konservatorium von Lyon ist – zusammen mit seinem Pendant in Paris – die wichtigste französische Ausbildungsstätte für Musik und Tanz. Auf seinem Rundgang durch die beeindruckende historische Klosteranlage ist Rolando Villazón immer wieder überrascht von der Vielseitigkeit der musikalischen Genres, die er vorfindet: vom spätmittelalterlichen Rondeau auf historischen Instrumenten bis zu einer Modern-Dance-Choreographie auf einem ohrenbetäubenden Drum&Bass-Soundtrack.

Im Theatersaal des Konservatoriums freut sich Rolando Villazón über ein Wiedersehen mit seiner Kollegin Mireille Delunsch: Die beiden standen schon bei einer „La Traviata“-Aufführung in Aix-en-Provence gemeinsam auf der Bühne. Heute inszeniert die Kollegin mit den Gesangsstudierenden Francis Poulencs anspruchsvolle Oper „Dialogues des Carmélites“.

Bei der Probe eines Barockensembles trifft Rolando Villazón auf den amerikanischen Countertenor Ray Chenez. Er ist verblüfft über die aufregende und ungewöhnlich hohe Stimme des jungen Kollegen, dem die Kritik „eine seltene Kombination aus Schönheit, Kraft und Flexibilität“ bescheinigt.

Im idyllischen Kreuzgang der historischen Klosteranlage spielt die belgische Geigerin Maya Levy die Sarabande aus Johann Sebastian Bachs Partita Nr. 2. Das Feuilleton schwärmt immer wieder von der „fantasievollen Frische“ der jungen Solistin und ihrem „mysteriös faszinierenden Charisma“. Gemeinsam spielen die beiden schließlich Carlos Guastavinos „La rosa y el sauce“ in einem Arrangement, das Maya Levy eigens für dieses Treffen erarbeitet hat.

Sonntag, 05.05. / 16:25 Uhr / Hopper: Eine amerikanische Lovestory
Dokumentation, Großbritannien, 2022, ARTE F 52 Min.
Regie: Phil Grabsky
Online verfügbar von 28/04 bis 04/06
Erstausstrahlung

Der amerikanische Maler Edward Hopper ist in Europa ebenso bekannt wie beliebt. Die Dokumentation erforscht den Menschen hinter dem Genie, sein Werk und die Beziehung zu seiner Frau, die ihre eigene künstlerische Karriere opferte, um ihn zu unterstützen. Alfred Hitchcock, David Lynch und sogar die Simpsons schöpften aus Hoppers besonderer Abbildung des modernen Lebens in den USA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Ein Porträt des Malers Edward Hopper (1882-1967) zeichnet die Karriere des bekanntesten Vertreters des Amerikanischen Realismus nach – von den schwierigen Anfängen als Werbegrafiker bis zum Durchbruch und der Anerkennung als Künstler. Basierend auf den Aussagen renommierter Experten und Auszügen aus den Tagebüchern seiner Frau beleuchtet die Dokumentation die Entstehungsgeschichte von Hoppers bekanntesten Werken, wie etwa „Nighthawks“ (Nachtschwärmer).

Erforscht werden auch die Persönlichkeit des Künstlers und die erstaunliche Beziehung zu seiner Frau Josephine: Obwohl sie selbst als talentierte Künstlerin galt, opferte sie ihre eigene Karriere, um die ihres Mannes zu unterstützen.

Die Bilder von Edward Hopper erlauben eindringliche Einblicke in den Alltag der amerikanischen Mittelschicht in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mark Rothko, Banksy, Alfred Hitchcock, David Lynch und sogar die Simpsons schöpften aus seiner besonderen Darstellung der modernen amerikanischen Gesellschaft.

Sonntag, 05.05. / 17:20 Uhr / Carl Orff in Venedig: Carmina Burana
Musik, Frankreich, Italien, 2022, ARTERAI 65 Min.
Regie: Fabrizio Guttuso Alaimo
Komponist: Carl Orff
Dirigent: Fabio Luisi
Orchester: Orchestra del Teatro La Fenice
Chorleitung: Diana D’Alessio, Alfonso Caiani
Chor: Piccoli Cantori Veneziani, Coro del Teatro La Fenice
Mit: Regula Mühlemann (Sopran), Michael Schade (Tenor), Markus Werba (Bariton)
Online verfügbar von 28/04 bis 04/07

„O Fortuna! Wie der Mond so veränderlich, wächst du immer oder schwindest!“ … Carl Orffs Kantate „Carmina Burana“ handelt von der Unbeständigkeit des Glücks und der Flüchtigkeit des Lebens. Regula Mühlemann, Michael Schade und Markus Werba sind die Solisten dieser Aufführung unter freiem Himmel auf dem Markusplatz in Venedig. Fabio Luisi dirigiert Chor und Orchester des Teatro La Fenice.

Chor und Orchester des Teatro La Fenice, Venedigs traditionsreichem Opernhaus, bezieht einen Sommerabend lang Stellung auf dem Markusplatz vor der prächtigen Fassade der Basilica di San Marco. Unter Leitung von Fabio Luisi und zusammen mit namhaften Solisten – Regula Mühlemann, Michael Schade und Markus Werba – präsentieren sie die „Carmina Burana“, Carl Orffs Kantate aus dem Jahre 1937 über die Unbeständigkeit des Glücks.

Carl Orff (1895-1982) vertonte Texte des „Codex Buranus“, einer Handschrift, die im Mittelalter entstand und vorwiegend aus lateinischen, weltlichen Gedichten, aber auch aus deutschsprachigen weltlichen Gedichten aus dem 11. und 12. Jahrhundert besteht. Lange Zeit schien die Sammlung verloren, tauchte jedoch 1803 in einem Kloster in Benediktbeuern auf. Der Name „Codex Buranus“ schließt auf den Fundort: „Handschrift aus Benediktbeuern“. 1847 wurde er vom Münchner Bibliothekar Johann Andreas Schmeller zum ersten Mal als gedruckte Ausgabe unter dem Titel „Carmina Burana“ („Lieder aus Benediktbeuern“) vertrieben. Aus den über 250 Gedichten wählte Carl Orff 25 aus und verarbeitete sie sehr frei zu seiner Musik. Bei der Vertonung handelt es sich um eine völlige Neukomposition. Zur Entstehungszeit von Orffs Werk war noch kaum eine der originalen mittelalterlichen, in Neumen notierten Melodien rekonstruiert worden. So gestaltete er die Musik nach bereits bekannten Stilmerkmalen des Mittelalters.

Orff selbst bezeichnete sein Werk weder als Oper noch als Oratorium oder Kantate. Der vollständige lateinische Titel lautet „Carmina Burana: Cantiones profanæ cantoribus et choris cantandæ comitantibus instrumentis atque imaginibus magicis“ („Beurer Lieder: Weltliche Gesänge für Sänger und Chöre, begleitet von Instrumenten und magischen Bildern“).

Das Werk ist instrumentiert für großes Orchester – mit dem Einsatz von zwei Konzertflügeln und einem umfangreichen Schlagwerk. Den Auftakt bildet der mächtige Chor zu Ehren der Schicksalsgöttin Fortuna („Fortuna, imperatrix mundi“), die das Schicksal der Menschen bestimmt. Die „Carmina Burana“ wurde rasch zu einem der populärsten Stücke der Musikgeschichte und zum meistaufgeführten Chor-/Orchesterwerk des 20. Jahrhunderts.

Programm
Fortuna Imperatrix mundi
Primo vere
Uf dem anger
In Taberna
Cour d’amours
Fortuna Imperatrix mundi

Sonntag, 05.05. / ab 20:15 Uhr / Schwerpunkt: Ein Abend mit Gregory Peck
Schwerpunkt, ARTE94 Min.

Der US-amerikanische Schauspieler Eldred Gregory Peck wurde am 5. April 1916 im kalifornischen La Jolla (San Diego) geboren. Seine Eltern waren englisch-irischer und englisch-schottischer Abstammung. Eine Rückenverletzung aus der College-Zeit verhinderte, dass er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. In den 1940er Jahren avancierte er zu einem der bedeutendsten Darsteller Hollywoods. In einem seiner erfolgreichsten Filme, „Ein Herz und eine Krone“ (1953), spielte Gregory Peck an der Seite von Audrey Hepburn einen Sensationsreporter, der aus Liebe zu einer Prinzessin auf seine Erfolgsstory verzichtet. 1963 wurde Gregory Peck für seine Hauptrolle als Anwalt in dem Drama „Wer die Nachtigall stört“ mit dem Oscar ausgezeichnet. ARTE zeigt eine Dokumentation über sein Lebenswerk und den Kultklassiker „Bravados“ aus dem Jahr 1958.

Sonntag, 05.05. / 20:15 Uhr / Bravados
(The Bravados)
Thementag: Ruf der Prärie – Im Wilden Westen
Schwerpunkt: Ein Abend mit Gregory Peck
Spielfilm, USA, 1958, ARTE F 94 Min.
Regie: Henry King
Drehbuch: Philip Yordan
Autor:in: Frank O’Rourke
Produktion: Twentieth Century Fox
Produzent: Herbert B. Swope Jr.
Kamera: Leon Shamroy
Schnitt: William Mace
Musik: Lionel Newman

Mit: Gregory Peck (Jim Douglass), Joan Collins (Josefa Velarde), Stephen Boyd (Bill Zachary), Albert Salmi (Ed Taylor), Henry Silva (Leandro Lujan), Kathleen Gallant (Emma Steinmetz)

Der Farmer Jim Douglass kommt nach Rio Arriba, um der Hinrichtung von vier Verbrechern beizuwohnen, in denen er die Vergewaltiger und Mörder seiner Frau zu erkennen glaubt. Doch kurz vor der Exekution gelingt den Männern die Flucht. Jim nimmt die Verfolgung auf, ein unerbittlicher Rachefeldzug beginnt. Ohne Erbarmen tötet er drei der vermeintlichen Mörder, die bis zuletzt ihre Unschuld beteuern. Als er auch den letzten in seine Gewalt bekommt, erwartet ihn eine grausige Erkenntnis …

Sonntag, 05.05. / 21:50 Uhr / Gregory Peck – Filmstar und Gentleman
Schwerpunkt: Ein Abend mit Gregory Peck
Dokumentation, Frankreich, 2022, ARTE F 52 Min.
Regie: Grégory Maitre
Online verfügbar von 28/04 bis 04/06
Erstausstrahlung

Gregory Peck gehörte zu den herausragenden Schauspielern seiner Generation, die den Film dauerhaft geprägt haben. Er eroberte 1953 das Herz der Filmfigur Audrey Hepburns und mit ihr das Publikum in „Ein Herz und eine Krone“; er war neben vielen anderen Rollen der rachsüchtige Kapitän Ahab in „Moby Dick“ (1956) und in „Wer die Nachtigall stört“ (1962) der Anwalt Atticus Finch, der gegen Rassismus kämpft; er war geschätzt für sein Talent, seinen Stil und sein politisches Engagement.

Wie bei so vielen Schauspielern und Schauspielerinnen führte sein Weg in den Olymp der Hollywoodstars über Umwege. An der Universität in San Diego entdeckt er seine Leidenschaft für das Theater und hängt sein Studium an den Nagel. Er verlässt den Westen und reist mit neuem Namen und Lust auf Abenteuer nach New York, wo er sich völlig mittellos durchschlägt, bis ihm der Durchbruch am Broadway gelingt. Damals schwört er noch, der Bühne treu bleiben und nie zum Film gehen zu wollen.

Doch schon wenige Monate später dreht er unter der Regie von Jacques Tourneur zum ersten Mal in Hollywood und schon bald auch mit Alfred Hitchcock und Elia Kazan. Dabei kommen ihm seine attraktive Erscheinung, seine Intelligenz und sein subtiler Humor zugute. Schnell wird er zu einem der begehrtesten Schauspieler.

Bei der Wahl seiner Rollen lässt er sich in seiner langen Karriere nicht selten von seinem Humanismus und Pazifismus leiten. In der Dokumentation, die mit vielen Filmausschnitten an die beeindruckende lange Karriere Pecks erinnert, geht es auch um den Privatmann Gregory Peck: sein politisches Engagement, seine beiden Ehen, seine Freundschaften und die – wie er es sagte – „Tragödie seines Lebens“.

Sonntag, 05.05. / ab 22:45 Uhr / Schwerpunkt: Ode an Beethoven: Europa feiert die Neunte
Schwerpunkt, ARTE85 Min.

Am Dienstag, den 7. Mai 2024, jährt sich die Uraufführung von Beethovens weltberühmter 9. Symphonie zum 200. Mal. ARTE nimmt dies zum Anlass für ein einzigartiges TV-Musikevent und überträgt die vier Sätze der Neunten nacheinander live, leicht zeitversetzt, aus vier europäischen Städten, interpretiert von vier Spitzenorchestern unter jeweils hochkarätiger musikalischer Leitung. Die Zuschauerinnen und Zuschauer können das außergewöhnliche Konzertereignis vor dem Fernsehbildschirm oder im Internet auf arte.tv erleben. Zur Einstimmung zeigt ARTE bereits am Sonntag, den 5. Mai, den Dokumentarfilm „Beethovens Neun – Ode an die Menschlichkeit“ und am Dienstag, den 7. Mai, läutet zur Primetime der neu produzierte Dokumentarfilm „Die Macht der Musik – 200 Jahre Beethovens Neunte“ von Carmen Belaschk (WDR/ARTE, Accentus) über die Wirkungs- und Erfolgsgeschichte der 9. Symphonie das Live-Event ein.

Sonntag, 05.05. / 22:45 Uhr / Beethovens Neun – Ode an die Menschlichkeit
Schwerpunkt: Ode an Beethoven: Europa feiert die Neunte
Schwerpunkt: Europa 2024
Dokumentarfilm, Deutschland, 2024, ZDF 85 Min.
Regie: Larry Weinstein
Online verfügbar von 05/05 bis 03/08
Erstausstrahlung

1824 brachte Ludwig van Beethoven seine 9. Symphonie zur Uraufführung: Ein tiefes Plädoyer für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Anfang 2023 begann der Filmemacher Larry Weinstein seine Arbeit an einem Film über Beethoven und seine Symphonie und stellt sich darin die Frage, was wir als Menschheit in den zweihundert Jahren seit der Entstehung erreicht haben. Ein Film, der von Krieg, Hoffnung und der Bedeutung von Musik in unserer heutigen Gesellschaft erzählt. Doch als das Weltgeschehen Larry Weinstein in seinen eigenen Film hineinzieht, wird diese Frage zu einer zutiefst persönlichen.

Inspiriert von den Idealen der Aufklärung war Beethovens Neunte die erste Symphonie der Geschichte, die einen Text enthielt – Worte, die von Liebe und Freiheit, Hoffnung und Frieden handeln. Doch sind wir zweihundert Jahre später den Hoffnungen Beethovens näher gekommen?

Um diese Fragen zu beantworten, folgt Weinstein neun Menschen, die auf unterschiedliche Weise mit dieser Symphonie verbunden sind. Er begleitet die Proben des Ukrainian Freedom Orchestra und der Dirigentin Keri-Lynn Wilson. Er trifft die Komponistin Gabriela Lena Frank, die taub geboren wurde und die Schwerhörigkeit Beethovens eindrücklich vermitteln kann. Er folgt den Spuren von Charles M. Schulz, der Beethoven durch seine Comics populär gemacht hat. Und in Berlin werden wir an den Ort eines der letzten und berühmtesten Konzerte Leonard Bernsteins geführt.

Dann katapultiert das Weltgeschehen den Filmemacher unerwartet selbst in die Geschichte hinein und zeigt, wie eng Kunst und Leben miteinander verbunden sind. Beethovens Hoffnung für eine bessere Menschheit wird zu einer äußerst persönlichen Suche für Weinstein.

Sonntag, 05.05. / 00:10 Uhr / „Elektra“ von Richard Strauss
Salzburger Festspiele 2020
Oper, Deutschland, 2020, ZDF 119 Min.
Komponist: Richard Strauss
Inszenierung: Krzysztof Warlikowski
Fernsehregie: Myriam Hoyer
Dirigent: Franz Welser-Möst
Orchester: Wiener Philharmoniker
Chorleitung: Ernst Raffelsberger
Chor: Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor

Mit: Tanja Ariane Baumgartner (Klytämnestra), Asmik Grigorian (Chrysothemis), Ausrine Stundyte (Elektra), Michael Laurenz (Ägysth), Derek Welton (Orest)

Online verfügbar von 04/05 bis 09/05

Nicht weniger als das Psychogramm einer Frau am Rande des Wahnsinns hat Richard Strauss in „Elektra“ in Musik übertragen: Die Tochter des Königs Agamemnon will den Mord an ihrem Vater rächen. Sie strebt danach, ihre Mutter Klytämnestra und deren Geliebten Ägisth für den Mord an Agamemnon büßen zu lassen. „Elektra“ war Strauss erste Zusammenarbeit mit dem Dramatiker Hugo von Hofmannsthal und der Beginn einer langen Kooperation. Bei den Salzburger Festspielen 2020 brilliert ein Dreigestirn aus Weltklasse-Sopranistinnen in der Inszenierung von Krzysztof Warlikowski: Tanja Ariane Baumgartner (Klytämnestra), Ausrine Stundyte (Elektra) und Asmik Grigorian (Chrysothemis).

Ausrine Stundyte, Asmik Grigorian und Tanja Ariane Baumgartner – drei Weltklasse-Sopranistinnen brillieren als Hauptfiguren in „Elektra“. Die kongeniale Tragödie von Komponist Richard Strauss und Dramatiker Hugo von Hofmannstal war 1903 die erste Zusammenarbeit der beiden Mitbegründer der Salzburger Festspiele und legte den Grundstein für eine langjährige, fruchtbare Kooperation.

Richard Strauss‘ Oper ist die musikalische Darstellung des tragischen Rachefeldzug Elektras nach dem Tod ihres Vaters Agamemnon: Bei seiner Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg ist der König Agamemnon von seiner Frau Klytämnestra und deren Geliebtem Ägisth ermordet worden. Wie besessen sinnt nun die Königstochter Elektra auf Rache. Sie harrt mit ihrer Schwester Chrysothemis am Hof aus und erwartet sehnsüchtig die Rückkehr des verbannten Bruders Orest, der die Tat vollbringen soll.

Strauss-Experte Franz Welser-Möst dirigiert die Wiener Philharmoniker in dieser vielschichtigen, faszinierenden Inszenierung von Krzysztof Warlikowski, aus der Myriam Hoyer ein intensives TV-Erlebnis geschaffen hat.

Sonntag, 05.05. / 02:10 Uhr / Adamo – Und dann ein Lied
Dokumentation, Belgien, 2021, ARTERTBF 55 Min.
Regie: Hadja Lahbib, Jean-Marc Panis
Online verfügbar von 22/03 bis 28/04
Wiederholung vom 29.03.

Dienstag, 07.05. / 20:15 Uhr / Die Macht der Musik: 200 Jahre Beethovens Neunte
Schwerpunkt: Ode an Beethoven: Europa feiert die Neunte
Schwerpunkt: Europa 2024
Dokumentarfilm, Deutschland, 2024, WDR 80 Min.
Regie: Carmen Belaschk
Online verfügbar von 07/05 bis 06/06
Erstausstrahlung

Der Dokumentarfilm „Die Macht der Musik – 200 Jahre Beethovens Neunte“ nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch zwei Jahrhunderte faszinierender Musikgeschichte. Er begleitet Andris Nelsons, Joana Mallwitz, Riccardo Chailly und Klaus Mäkelä bei den Vorbereitungen zu diesem einzigartigen Werk. Namhafte Beethoven-Expertinnen und -Experten beleuchten die Entstehung der Symphonie und erklären, wie ihre Botschaft im Laufe der Zeit immer wieder neu interpretiert wurde. Anlässlich des Jubiläums stellt sich auch die Frage: Was sagen uns das Werk und seine Botschaft der Freude heute?

Ludwig van Beethovens Neunte ist ein Schlüsselwerk der Symphonik und heute Symbol für die Einheit Europas. 200 Jahre nach der Uraufführung 1824 ist es an der Zeit, ein aktuelles Bild ihrer Entstehungsgeschichte und Reise durch die Jahrhunderte zu zeichnen.

Wir entdecken die wertvollen Originalhandschriften in der Staatsbibliothek zu Berlin, der British Library und der Bibliothèque nationale de France. In die Rolle Beethovens schlüpft Schauspieler Christian Kuchenbuch: Mit Briefen und Tagebucheinträgen erweckt er Gefühle und Gedanken eines Menschen am Lebensende, der mit zunehmender Taubheit kämpft.

Die vier Weltstars am Pult, die Beethovens Neunte zum Jubiläum am 7. Mai dirigieren, sprechen über ihre Beziehung zum Werk. Klaus Mäkelä ist dabei absolut fasziniert von der Aura des Originalmanuskripts, das von der UNESCO in das Weltdokumentenerbe aufgenommen wurde. Joana Mallwitz erklärt am Klavier packend den Aufbau des letzten Satzes und wir beobachten Andris Nelsons und Riccardo Chailly beim Partiturstudium.

Ikonische Archivaufnahmen illustrieren politische Aneignungen der Symphonie, die gegensätzlicher kaum sein können – von der faschistischen Propaganda des NS-Regimes bis zum Fall der Berliner Mauer. Und was bringt Beethovens Neunte heute in uns zum Erklingen? Blieb Schillers und Beethovens Vision von Brüderlichkeit nur unerreichbare Utopie?

„Die Macht der Musik – 200 Jahre Beethovens Neunte“ führt uns an das Werk und seine Geschichte heran und macht neugierig auf die anschließenden Konzertübertragungen aus Leipzig, Paris, Mailand und Wien.

Dienstag, 07.05. / 21:35 Uhr / Ludwig van Beethoven: 9. Symphonie: Leipzig, Paris, Milano, Wien
Schwerpunkt: Ode an Beethoven: Europa feiert die Neunte
Musik, Frankreich, Deutschland, Österreich, 2024, ARTE 88 Min.
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Andris Nelsons, Klaus Mäkelä, Riccardo Chailly, Joana Mallwitz
Orchester: dem Gewandhausorchester Leipzig, Orchestre de Paris, Orchestra del Teatro alla Scala, Wiener Symphoniker
Moderation: Barabara Rett, Christian Merlin
Erstausstrahlung

Die 9. Symphonie von Beethoven, unbestritten eines der größten Meisterwerke der klassischen Musik, hat im Laufe der Zeit in vielerlei Hinsicht Symbolstatus erlangt. Zum 200. Jubiläum ihrer Uraufführung, die seinerzeit am 7. Mai 1824 in Wien stattfand, hat sich der europäische Kultursender ARTE ein organisatorisch wie künstlerisch ambitioniertes Projekt ausgedacht: In vier Städten, die mit Beethovens Leben und Werk in enger Verbindung stehen, erklingt am Dienstag, den 7. Mai 2024 Beethovens weltberühmte Symphonie: in Leipzig, Paris, Mailand und Wien. ARTE zeichnet alle vier Konzerte auf, überträgt am Abend des 7. Mai aus jeder Stadt jeweils einen Satz und setzt so das gesamte Werk live, leicht zeitversetzt, zu einem musikalischen Gesamtbild zusammen.

Für diesen besonderen europäischen Konzertabend konnten vier der renommiertesten Klangkörper und mit ihnen vier Weltstars am Dirigentenpult gewonnen werden: Das Gewandhausorchester unter Andris Nelsons eröffnet den Abend in Leipzig mit dem ersten Satz. Weiter geht es mit dem Orchestre de Paris, das unter Klaus Mäkelä in der Philharmonie de Paris mit dem zweiten Satz zu hören ist. Den dritten Satz interpretiert Riccardo Chailly an der Spitze des Orchestra del Teatro alla Scala. Für den vierten und letzten Satz, der mit der „Ode an die Freude“ ganz im Zeichen der Völkerverständigung steht, kehrt ARTE zurück in die Stadt der Uraufführung: nach Wien. Es spielen die Wiener Symphoniker unter Joana Mallwitz.

Zwischen den Sätzen moderieren die Journalistin Barbara Rett (ORF) und Christian Merlin, Musikkritiker bei Radio France und „Le Figaro“, aus dem Konzerthaus in Wien – also unweit des einstigen Uraufführungsortes der Symphonie.

Zusatzinfo:
Beethovens 9. Symphonie aus vier europäischen Städten:
1. Satz aus dem Leipziger Gewandhaus / Musikalische Leitung: Andris Nelsons
2. Satz aus der Philharmonie de Paris / Musikalische Leitung: Klaus Mäkelä
3. Satz aus der Mailänder Scala / Musikalische Leitung: Riccardo Chailly
4. Satz aus dem Wiener Konzerthaus / Musikalische Leitung: Joana Mallwitz

Das Projekt ist eine europäische Koproduktion zwischen ARTE und seinen Partnersendern MDR, ARTE France, RAI und ORF. Im Anschluss an die Liveübertragung bleibt das Konzert mehrere Wochen in der ARTE-Mediathek abrufbar.

Mittwoch, 08.05. / 01:15 Uhr / Arienabend mit Anna Netrebko und Yusif Eyvazov
Salzburger Festspiele 2020
Musik, Deutschland, Österreich, 2020, WDR 76 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Komponist: Pjotr Iljitsch Tschaikowsky
Dirigent: Mikhail Tatarnikov
Orchester: Mozarteumorchester Salzburg

Mit: Anna Netrebko (Sopran), Yusif Eyvazov (Tenor), Szilvia Vörös (Mezzosopran)

100 Jahre Salzburger Festspiele – die Jubiläumsedition des traditionsreichsten Festivals für klassische Musik konnte trotz Corona-Jahr 2020 gefeiert werden. Mit einer konsequenten Teststrategie, Hygienemaßnahmen und einer Portion Kreativität waren die Festspiele in modifizierter Form möglich. So konnte der Mythos Salzburg auch 100 Jahre nach seiner Entstehung fortgeschrieben und die Bedeutung von Musik und Kunst als Sinn- und Kraftquelle zelebriert werden. Weltweit zog Salzburg damit Aufmerksamkeit auf sich. ARTE zeigt nun einen der musikalischen Höhepunkte der Salzburger Festspiele 2020.

Arienabend mit Anna Netrebko und Yusif Eyvazov – einer der musikalischen Höhepunkte bei den Salzburger Festspielen 2020, die in diesem Jahr ihr 100. Jubiläum feierten. Für dieses Konzert haben sich Star-Sopranistin Anna Netrebko und ihr Ehemann Yusif Eyvazov große Opernarien des russischen Komponisten Peter Tschaikowsky ausgesucht. Im Mittelpunkt standen dabei die Opern „Eugen Onegin“ und „Pique Dame“, die nach Texten von Alexander Puschkin entstanden sind. Der damalige Theaterdirektor in Sankt Petersburg wünschte sich „Eine russische Carmen, aber prachtvoller!“. Und Tschaikowsky gestand nach der Uraufführung von „Pique Dame“ 1890, er wäre so aufgewühlt gewesen, dass er „bittere Tränen beim Komponieren geweint“ habe – so leidenschaftlich war die Angelegenheit.

Neben Anna Netrebko und Tenor Yusif Eyvazov stand Sziliva Vörös, Mezzosopranistin und Solistin an der Ungarischen Staatsoper, auf der Bühne. Mikhail Tatarnikov, der an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt dirigiert, führte das Mozarteumorchester Salzburg an. ARTE präsentiert große russische Romantik.

Freitag, 10.05. / 21:40 Uhr / Planet der Affen – Meilenstein der Science-Fiction
Dokumentation, Frankreich, 2023, ARTE 52 Min.
Regie: Antoine Coursat, Clélia Cohen
Online verfügbar von 03/05 bis 09/06
Erstausstrahlung

Die 1968 veröffentlichte US-amerikanische Verfilmung der fünf Jahre zuvor erschienenen französischen Romanvorlage „Planet der Affen“ ist ein echter Science-Fiction-Klassiker. Mit vier Fortsetzungen, einer Fernsehserie, einem Zeichentrickfilm und einer vierteiligen Reboot-Reihe gehört „Planet der Affen“ zu den wichtigsten Sagas der weltweiten Populärkultur. Die Dokumentation wirft anhand von umfangreichem Archivmaterial einen Blick auf das erfolgreiche Franchise, das als harmlose Hollywoodunterhaltung daherkommt, in Wirklichkeit jedoch eine Reihe hochpolitischer Werke mit unterschwelliger antirassistischer Botschaft umfasst.

Im Jahr 1963 erschien in Frankreich ein kurioser Science-Fiction-Roman über drei Männer, die einen weit entfernten, aber erdähnlichen Planeten erforschen, auf dem intelligente Menschenaffen die Herrschaft übernommen haben, während die Menschen wie Tiere behandelt werden. Sein Titel: „Planet der Affen“. Autor Pierre Boulle ahnt damals nicht, dass er damit einen Meilenstein der weltweiten Populärkultur geschaffen hat. 1968 macht der US-amerikanische Filmproduzent Arthur P. Jacobs die Verfilmung von „Planet der Affen“ zum gefeierten Science-Fiction-Klassiker, den er mit vier Fortsetzungen, einer Fernsehserie und einem Zeichentrickfilm zum Franchise ausbaut. Zwischen 2001 und 2017 gesellt sich eine Reboot-Reihe mit vier weiteren Filmen dazu.

Gleich zwei Ereignisse liefern den willkommenen Anlass, sich die Geschichte der Affensaga noch einmal genauer anzuschauen: der 60. Jahrestag der Romanveröffentlichung von Pierre Boulle im Jahr 2023 und der Kinostart des neuen Teils im Jahr 2024. Die Dokumentation geht der Faszination von „Planet der Affen“ auf den Grund, hinterfragt die Ursachen für seinen anhaltenden Erfolg und beleuchtet die Fähigkeit des Stoffs, in seiner jeweiligen Epoche relevant zu bleiben und Missstände anzuprangern. Für Drehbuch und Regie der Dokumentation sind ausgewiesene Experten für Popkultur verantwortlich, die dafür umfangreiches Archivmaterial gesichtet haben.

Freitag, 10.05. / 22:35 Uhr / Eric Clapton – Nothing but the Blues
Dokumentarfilm, USA, 2016, WDR 103 Min.
Regie: Martin Scorsese
Online verfügbar von 10/05 bis 08/08

1996 wurde die Dokumentation „Nothing But the Blues“ über Eric Clapton zurückgezogen und verstaubte über ein Vierteljahrhundert im Regal. Jetzt wurde der Film komplett restauriert – von Filmnegativ auf Digital 4K. Auch der Sound wurde unter der Aufsicht von Martin Scorsese und Eric Clapton runderneuert. Der Film wirft einen Blick auf die Geschichte des Blues und untersucht seinen Einfluss auf aktuelle Popmusik und modernes Songwriting. Die musikalische Entwicklung von Clapton und dessen Liebe zum Blues findet ebenso darin ihren Platz wie Livekonzerte, bei denen Clapton bekannte Bluesstandards interpretiert.

Neben legendären Konzertausschnitten von Eric Clapton im Fillmore West aus dem Jahr 1994 wirft „Nothing But the Blues“ einen Blick auf die Geschichte des Blues und untersucht seinen Einfluss auf aktuelle Popmusik und modernes Songwriting.

Die musikalische Entwicklung von Eric Clapton und dessen großer Liebe zum Blues findet ebenso darin ihren Platz wie Livekonzerte, bei denen Clapton bekannte Bluesstandards interpretiert. Historische Aufnahmen von Bluesmusikern aus verschiedenen Epochen runden den Film ab – ebenso wie Interviews mit Eric Clapton, in denen er seinen Helden Howlin‘ Wolf, Muddy Waters, Otis Spann, Jimmie Rodgers und Buddy Guy Tribut zollt.

Freitag, 10.05. / 01:55 Uhr / Ein Abend mit Romy Schneider
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 53 Min.
Regie: Patrick Jeudy
Online verfügbar von 24/03 bis 14/06
Wiederholung vom 31.03.


Programmwoche 20:

Samstag, 11.05. / 05:10 Uhr / Nach einer wahren Geschichte: Lucie Aubrac ~Ein Leben für die Résistance
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2019, ARTE F 26 Min.
Regie: Diane Lisarelli
Online verfügbar von 13/04 bis 09/06
Wiederholung vom 21.04.

Samstag, 11.05. / 05:40 Uhr / Klaus Dinger – Urvater des Techno
Dokumentation, Schweden, 2019, ARTESVT 52 Min.
Regie: Jacob Frössén
Online verfügbar von 04/05 bis 10/06

Ein junger Musiker, schier unüberwindbarer Liebeskummer und ein paar Drums – das sind die Zutaten, die es braucht, um Musikgeschichte zu schreiben. Als Klaus Dinger im Sommer 1971 mit gebrochenem Herzen nach Düsseldorf zurückkehrt, hätte wohl niemand gedacht, dass er aus seinem Liebesleid heraus einen Musikstil erschaffen würde, der Generationen von Musikern inspiriert. Der junge Musiker ist verzweifelt: Seine Liebe zu einer jungen Schwedin ist zer- und sein Herz gebrochen. Trost findet er jetzt nur noch an seinen Drums. Die ständige Wiederholung eines pulsierenden Beats wirkt geradezu hypnotisch und gibt ihm das beruhigende Gefühl, nicht aufzugeben. Der auf den ersten Blick simpel anmutende Stil geht als „Motorik“ in die Musikgeschichte ein und spricht vielen Musikern aus dem (gebrochenen) Herzen. Für Dinger ist Rhythmus wie das Leben: „Es geht darum, weiterzumachen.“ Und Dinger macht weiter – mit seinen Bands Neu! und La Düsseldorf. So wird der Düsseldorfer Krautrock zum Soundtrack der 80er – und Dinger zum Urvater des Techno. Der Dokumentarfilm widmet sich der Entstehung dieses besonderen Beats. Jacob Frössén lässt dabei Künstler und Musiker wie Iggy Pop, Emma Gaze oder Stephen Morris zu Wort kommen. Und auch die musikalische Beigabe darf nicht fehlen. Eigens für den Film schafft er neue Kompositionen für Percussion und Schlagzeug. Natürlich im Motorik-Stil – aufgepeppt und neu interpretiert mit Elektro-Schlagzeugen und traditionellen indianischen Trommeln.

Samstag, 11.05. / 20:15 Uhr / Buffalo Bill: Erfinder des Wilden Westens
Thementag: Ruf der Prärie – Im Wilden Westen
Dokumentarfilm, Deutschland, USA, 2024, ZDF 88 Min.
Regie: Markus Augé
Online verfügbar von 11/05 bis 09/08
Erstausstrahlung

Wie wir uns heute den Wilden Westen vorstellen, wurde maßgeblich von einem Mann erfunden: William Frederick Cody alias Buffalo Bill. Seine Show „Buffalo Bill’s Wild West“, die Ende des 19. Jahrhunderts durch die USA und Europa tourte, machte Buffalo Bill zur Legende und zu einem amerikanischen Nationalhelden. Eine spektakuläre Inszenierung mit Hunderten von Darstellern auf Pferden, einer echten Bisonherde und Native Americans, die in der Arena auftraten. Besonders in Europa war die Show eine Sensation, die meisten Zuschauer kamen hier zum ersten Mal mit Native Americans in Berührung. Vielerorts löste Buffalo Bill eine Begeisterung für den Wilden Westen aus, die Jahrzehnte anhielt. Um das Jahr 1900 wurde Buffalo Bill von einem unbedeutenden Bisonjäger erst zum Romanhelden und schließlich zu einem der bekanntesten Menschen seiner Zeit. Er galt als Verkörperung des amerikanischen Westens. Ein genialer Entertainer und Showman, der lebenslang den American Dream verfolgte, sogar eine eigene Stadt gründete, die bis heute seinen Namen trägt. Der Westernheld war aber auch ein rücksichtsloser Selbstdarsteller, der jede Gelegenheit ausnutzte, um sein Showbusiness voranzutreiben. Seine Show erzählte vom Sieg der amerikanischen Nation über die Wilde Natur und die indigenen Feinde. Die Schattenseiten der Expansion in den Westen, wie der Genozid an den Native Americans, wurden bei „Buffalo Bill’s Wild West“ verschwiegen. Stattdessen festigte Cody Klischees von blutrünstigen Indianern oder edlen Wilden. Stereotypen, die noch bis heute Bestand haben.

Samstag, 11.05. / 21:40 Uhr / Krieg und Show – Die Schlacht am Little Bighorn
Thementag: Ruf der Prärie – Im Wilden Westen
Dokumentation, USA, 2018, ZDF 51 Min.
Regie: Molly Hermann

Die Kriege gegen die Ureinwohner der Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert wurden intensiv von der Presse begleitet. Ganz im Sinne moderner Fake-News war die Darstellung nicht immer wahrheitsgetreu. Zeitungen und später Show-Darbietungen wie „Buffalo Bill‘s Wild West“ schufen ihr eigenes Bild der ikonischen Schlacht am Little Bighorn River – ein Bild, das durch Film und Fernsehen im 20. Jahrhundert tradiert wurde und mit frei erfundenen Details über ihre Lebensweise heute noch unsere Wahrnehmung der Ureinwohner prägt. Ihnen wurde diese Schlacht gleichsam aufgezwungen. Dennoch waren sie siegreich gegenüber der US-Kavallerie, deren ruhmsüchtiger Kommandeur George Armstrong Custer die Lage falsch einschätzte und taktische Fehler beging. Kein US-Soldat sollte diese Schlacht überleben, die von Zeitungen und Custers Witwe schon bald zu Custers letzter Heldentat verklärt wurde. Der tapfere General, der auf der Hügelspitze von Indianern umzingelt wird – das Schwert in der einen, den Revolver in der anderen Hand kämpft er bis zum letzten Atemzug. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist diese Version der Geschichte eine Erfindung. Augenzeugenberichte von Indianern schildern eine andere. Buffalo Bills legendäre Show ging mit dem Custer-Mythos auf Tournee. Unter den Schauspielern war Sioux-Häuptling Sitting Bull, der seine Rolle in der Schlacht selbst darstellen durfte. Viele Ureinwohner taten es ihm gleich, um der Tristesse des Reservatslebens zu entkommen. Die allgemeine Vorstellung des Präriekriegers mit gefiedertem Kopfschmuck fand in dieser Massenunterhaltung ihren Ursprung.

Samstag, 11.05. / 02:15 Uhr / Gustavo Dudamel dirigiert Liszt und Strawinsky
Mit den Wiener Philharmonikern
Musik, Deutschland, Österreich, 2020, WDR 76 Min.
Regie: Michael Beyer
Komponist: Franz Liszt, Igor Strawinsky
Dirigent: Gustavo Dudamel
Orchester: Wiener Philharmoniker
Mit: Evgeny Kissin (Klavier)

Im Jahr 2013 eroberte Gustavo Dudamel mit südamerikanischem Temperament und seinem Orchester El Sistema die Herzen des Salzburger Publikums im Sturm. Seitdem ist er von der Konzertbühne der Salzburger Festspiele nicht mehr wegzudenken. 2020 spielt der russische Ausnahmepianist Evgeny Kissin, der seit seinem Debüt 1987 in Salzburg regelmäßig zu Gast ist, gemeinsam mit Dudamel und den Wiener Philharmonikern das erste Klavierkonzert des legendären Tastenvirtuosen Franz Liszt. Kombiniert wird es mit Strawinskys brillantem Ballett „Feuervogel“, dem Stück, das den russischen Komponisten über Nacht weltberühmt machte.

Sonntag, 12.05. / 05:25 Uhr / Häuser der Kunst: Montreux: Ein Casino schreibt Musikgeschichte
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2023, NDR 27 Min.
Regie: Sascha Schmidt
Online verfügbar von 28/04 bis 06/07
Wiederholung vom 28.04.

Sonntag, 12.05. / 05:55 Uhr / Gabriële Buffet-Picabia ~ Die Frau mit dem erotischen Verstand
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Marthe Le More
Online verfügbar von 05/05 bis 09/06

Gabriële Buffet-Picabia wurde „die Frau mit dem erotischen Verstand“ genannt – so sehr beflügelte ihre Intelligenz die Künstler, mit denen sie verkehrte. Die Ende des 19. Jahrhunderts geborene Künstlerin war studierte Musikerin und Kunstkritikerin. Als Ehefrau von Francis Picabia, Freundin von Guillaume Apollinaire, Geliebte von Marcel Duchamp, Vertraute von Hans Arp und Igor Strawinsky übte sie entscheidenden Einfluss auf die Avantgarde aus.

Die offizielle Kunstgeschichtsschreibung nahm lange keine Notiz von Gabriële Buffet-Picabia, und sie selbst versuchte nie, Anspruch auf ihr durchaus sehr reales künstlerisches Wirken zu erheben. War das nur der typische Reflex einer Frau jener Zeit? Oder der Ausdruck ihrer festen Absicht, im Hintergrund zu bleiben? Die Dokumentation ergründet das bewegte Leben dieser einzigartigen Persönlichkeit.

Gabriële Buffet-Picabias Porträt wirft ein neues Licht auf die Rolle der Frau in der Kunstgeschichte: Gabriële ist nicht einfach als Muse zu betrachten, sondern als Theoretikerin im Schatten, als inspirierende Kritikerin und Beraterin, als beständige Unterstützerin inmitten des Abenteuers der modernen Kunst. Die Schauplätze ihres Wirkens waren Paris, Berlin, Zürich, das Jura-Städtchen Etival, New York und Barcelona. Mit dem Blick auf ihr Leben und ihre Schriften erschließt sich eine ganze künstlerische Strömung samt ihrer berühmtesten Vertreter: die Avantgarde.

Sonntag, 12.05. / 16:45 Uhr / Der Stil Louis XV. ~ Eine Frauensache
Dokumentation, Frankreich, 2022, ARTE F 53 Min.
Regie: Sylvie Faiveley
Online verfügbar von 05/05 bis 11/06

Die Herrschaft von Ludwig XV. war eine Epoche des Friedens und des Wohlstands, in der sich die Kunst voll entfalten konnte. Die Dokumentation ist eine Hommage an diese Blütezeit und nimmt die Perspektiven jener Frauen ein, die den König zeitlebens umgaben: Seine Ehefrau Marie Leszczyńska und auch seine Mätressen wie die Marquise de Pompadour und die Gräfin du Barry waren allesamt bedeutende Kunstförderinnen und führten die französische Kunst zu einem Höhepunkt der Perfektion.

Im Oktober 2022 zeigte das Schloss von Versailles zum 300-jährigen Jahrestag der Krönung von Ludwig XV. eine Ausstellung mit 250 Meisterwerken, die typisch für den Louis-Quinze-Stil sind. Darüber hinaus werden nach beispiellosen Restaurierungsarbeiten auch die luxuriösen Gemächer von Madame du Barry, der Mätresse Ludwigs des XV., wieder eingeweiht.

Die Dokumentation würdigt die künstlerische Vielfalt einer Epoche, die als Zeitalter der Perfektion in der französischen Kunst gilt. Sie nimmt die Perspektive bedeutender Frauen ein, die den König im Laufe seines Lebens begleiteten – seine Ehefrau Marie Leszczyńska, aber auch seine Mätressen, darunter die Schwestern de Nesle, die Marquise de Pompadour und die Gräfin du Barry.

Die Frauen des Königreichs waren Kunstliebhaberinnen, gebildete Sammlerinnen und kultivierte Mäzeninnen. Dank ihrer Stellung konnten sie die Karrieren fortschrittlicher Künstler ihrer Zeit fördern, darunter die von Antoine Watteau, François Boucher, Jean-Honoré Fragonard und Jean-Marc Nattier. Zudem unterstützten sie finanziell die von der Zensur betroffenen Philosophen der Aufklärung Voltaire und Diderot.

60 Jahre lang haben diese Frauen durch ihre künstlerischen Aufträge den Geschmack Frankreichs geprägt, von der Eleganz des Rokokos bis hin zum Klassizismus mit seinen Verweisen auf die Antike.

Sie führten eine Kunstrichtung zu ihrem Höhepunkt, in der sich die Kreativität des 18. Jahrhunderts ausdrückte: den Louis-Quinze-Stil, der bis heute mit dem Bourbonenkönig verbunden wird.

Sonntag, 12.05. / 17:40 Uhr / Die Musik des Louvre
Musik, Frankreich, 2021, ARTE F 43 Min.
Regie: Christophe Maillet
Orchester: Ensemble Correspondances
Online verfügbar von 05/05 bis 03/08

Bevor der Louvre zum Museum wurde, war er ein Palast: ein Sitz der Macht, aber auch ein Ort für Festlichkeiten und künstlerischen Schaffens. Die Entwicklung seiner Architektur begleitete die Geschichte Frankreichs und die seiner Musik vom Barock über die Klassik zur Moderne.

Jahrhundertelang diente der Louvre bedeutenden Komponisten als Ort der Inspiration und des künstlerischen Ausdrucks. „Die Musik des Louvre“ erkundet die historischen Räume neu auf den Spuren der Musik quer durch unterschiedlichste Epochen.

Jeder Saal und jeder Hof ist mit einer bestimmten Musik verbunden, die entweder am Ort selbst erklang oder von ihm angeregt wurde. Jedes musikalische Werk ermöglicht einen neuen Blick auf den Louvre und spiegelt die Geschichte des Gebäudes und die Frankreichs wider.

Mit dem Konzert des Ensemble Correspondances im Karyatiden-Saal erklingen inmitten des Louvre sechs Jahrhunderte Musik von Pérotin über Goudimel, Haydn, Beethoven, Berlioz und Debussy bis hin zu Strawinsky. Die berühmten königlichen Ballette erinnern daran, dass der Louvre lange Zeit ein Sitz der Macht und ein Ort für Festlichkeiten war.

Sonntag, 12.05. / 22:10 Uhr / Joaquin Phoenix – Schauspieler der Extreme
Dokumentation, Deutschland, 2023, ZDF 53 Min.
Regie: Tom Ehrhardt
Online verfügbar von 12/05 bis 10/08
Erstausstrahlung

Für die Glaubwürdigkeit seiner Figuren ist Joaquin Phoenix bereit, bis an körperliche Grenzen zu gehen: ein Schauspieler der Extreme. Aufgewachsen in einer Hippie-Familie und zeitweise auch in einer Sekte, verdienen die Geschwister Phoenix schon früh das Familieneinkommen als Kinderdarsteller. Der frühe und öffentliche Tod seines älteren Bruders River wird für Joaquin Phoenix zu einem einschneidenden Ereignis. Er bleibt fortan misstrauisch gegenüber Presse und Öffentlichkeit.

2009, auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere, scheint er alles über Bord zu werfen. Er hat in Blockbustern gespielt, als Kaiser Commodus in „Gladiator“ und als Johnny Cash in „Walk the Line“ Kinogeschichte geschrieben und zwei Oscarnominierungen erhalten. Doch dann verwandelt er sich im echten Leben in einen unberechenbaren Derwisch und verkündet das Ende seiner Schauspielkarriere.

Die Boulevardpresse spekuliert auf den nächsten Prominenten, der öffentlich zusammenbricht. Oder ist alles ein Spiel, um die bedeutungslose Starmaschinerie zu entlarven? Ein paar Jahre später ist der Spuk vorbei, Phoenix wird wieder Teil des Hollywoodsystems. Und erhält für seine eindringliche Darstellung des „Joker“ endlich einen Oscar.

Sonntag, 12.05. / 23:05 Uhr / Der Klang Afrikas: Die Geschichte von Ladysmith Black Mambazo
Dokumentation, Südafrika, 2021, ZDF 52 Min.
Regie: Mpumi Mbele
Online verfügbar von 27/04 bis 30/04

Südafrika: Als junger Mann verlässt Joseph Shabalala nach der Ermordung seines Vaters, eines traditionellen Heilers, seine ländliche Heimat und geht in die Stadt Durban. Dort ist Isicathamiya– eine von Männerchören gesungene Musik – gerade en vogue. Eine nächtliche Vision lässt Joseph Shabalala, der bereits ein umtriebiger Musiker ist, eine A-capella-Band gründen, die den Namen Ladysmith Black Mambazo erhält. Mit diesem Ensemble revolutioniert er die Musikform Isicathamiya und bringt sie zu Weltgeltung.

Die Dokumentation erzählt die spannungsreiche Geschichte von Joseph und seinen Mitstreitern. Vor dem Hintergrund der Apartheit wird die Musik von LBM zunehmend zum Soundtrack des Widerstands gegen die herrschenden Verhältnisse. Der Film zeichnet die Ereignisse als O-Ton-Dokumentation nach und bietet mit seinem historischen und musikalischen Materialreichtum wenig bekannte Einblicke in die Geschichte Südafrikas.

Ein Höhepunkt für LBM und Joseph Shabalala ist die Freundschaft mit Nelson Mandela, dem späteren Präsidenten Südafrikas, die sich nach dessen Haftentlassung ergibt. Musikalischer Höhepunkt ist die Zusammenarbeit mit Paul Simon, die LBM weltberühmt und zu international begehrten musikalischen Kooperationspartnern macht – was allerdings gerade bei schwarzen Südafrikanerinnen und Südafrikanern zunächst auf Skepsis stößt.

Die musikalisch mitreißende und thematisch vielschichtige Dokumentation erzählt die Geschichte von Ladysmith Black Mambazo bis zu Shabalalas Tod im Jahr 2020 – seine Söhne haben das Ensemble da schon lange übernommen. Mit Dolly Parton sowie einem Kurzauftritt von Oprah Winfrey.

Sonntag, 12.05. / 00:00 Uhr / Summertime ~ Ein Konzert mit Tarmo Peltokoski und Golda Schultz
Musik, Frankreich, 2022, ARTE F 71 Min.
Regie: Corentin Leconte
Komponist: Dmitri Schostakowitsch, Samuel Barber, Igor Strawinsky, George Gershwin
Dirigent: Tarmo Peltokoski
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France
Mit: Golda Schultz (Sopran), Anne-Sophie Neves (Flöte), Stéphane Suchanek (Oboe), Lilian Harismendy (Klarinette), Hugues Viallon (Horn), Wladimir Weimer (Fagott)

Komplex und leicht, modern und klassizistisch, Schatten und Licht, Gnade und Ungnade: So ist das Programm des „Summertime“-Konzertes. Von George Gershwins bekanntester Arie „Summertime“ aus der Oper „Porgy and Bess“ bis hin zu Werken von Schostakowitsch ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Unter der Leitung des finnischen Newcomer-Dirigenten Tarmo Peltokoski entsteht ein Konzert voller Emotionen und mit tiefgründiger Botschaft.

Das gemeinsame Aufführen von Schostakowitsch, Barber, Strawinsky und Gershwin kann als Resonanz auf die heutige, von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägte Zeit verstanden werden, die vor allem durch das Zeitgeschehen noch immer hochaktuell ist.

Nostalgische Erinnerungen an die Kindheit, eine Vergangenheit, die vielleicht nicht besser, wohl aber sorgloser war. Auch Samuel Barbers „Knoxville“ oder die revolutionär anmutende festliche Ouvertüre von Schostakowitsch sind von diesen Bildern und Ideen geprägt. Die modernen Romantiker Barber und Schostakowitsch schreiben auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs lyrisch und rhythmisch komplexe Werke, die reich an Harmonien und romantischen Einflüssen sind.

Der Grenzgänger Schostakowitsch balancierte zwischen Rebellion und Unterwürfigkeit. Mit nicht einmal 20 Jahren komponierte er die wagemutige Symphonie Nr. 1, mit der das Konzert schließt.

Das Konzert stellt eine Brücke zwischen Amerika und Russland dar. Dirigiert wird es von dem nur 21 Jahre alten Finnen Tarmo Peltokoski, der am Folgetag des Konzerts in Rezensionen als „Genie“ oder „Ausnahmetalent“ bezeichnet wurde – zu Recht, denn Tarmo Peltokoski ist eine der großen Entdeckungen der Klassikszene des 21. Jahrhunderts!

Sonntag, 12.05. / 01:10 Uhr / Harvey Keitel – Zwischen Hollywood und Independent-Kino
Dokumentation, Frankreich, 2023, ARTE F 54 Min.
Regie: Stéphane Benhamou, Erwan Le Gal
Online verfügbar von 14/04 bis 21/05
Wiederholung vom 21.04.

Montag, 132.05. / 22:10 Uhr / Elfriede Jelinek – Die Sprache von der Leine lassen
Dokumentarfilm, Österreich, Deutschland, 2022, BR 96 Min.
Regie: Claudia Müller
Online verfügbar von 13/05 bis 12/06
Erstausstrahlung

Der Dokumentarfilm über Elfriede Jelinek, die 2004 als erste österreichische Schriftstellerin mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, stellt ihren künstlerischen Umgang mit Sprache in den Mittelpunkt. Über einen Zeitraum von 1969 bis heute begleitet der Film die Autorin und wirft Schlaglichter auf historische Ereignisse, politische Debatten und Figuren, die Auslöser für die Entstehung einzelner Werke sind.

Der Film wirft Schlaglichter auf historische Ereignisse, politische Debatten und Figuren, die Auslöser für die Entstehung einzelner Werke sind. Durch die Gegenüberstellung von Texten mit realen Geschehnissen wird der Werkprozess der künstlerischen Verarbeitung, die Besonderheit, die ihre Texte zu Kunstwerken machen, nachvollziehbar. Über einen Zeitraum von 1969 bis heute begleitet der Film die Autorin über das Jahr 2004 hinweg – dem Jahr, in dem sie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird. Biografie und Werk werden miteinander verwoben. Elfriede Jelinek selbst ist „anwesend abwesend“. Sie ist nur in den Archivaufnahmen im On zu sehen, jedoch in der Jetztzeit im Off zu hören. Ergänzt durch neue Aufnahmen von Orten, die in Elfriede Jelineks Werken eine wichtige Rolle spielen, und reduziert eingesetzten Interviews, ist ein vielschichtiges, assoziatives Porträt entstanden, das Widersprüche nicht ausklammert und sich visuell der sprachlichen Montagetechnik der Künstlerin nähert. Seit den 1960er Jahren hat Elfriede Jelinek ein komplexes und vor allem umfangreiches Werk aus Lyrik, Prosa, Hörspielen, Theaterstücken, Essays, Libretti, Drehbüchern und Übersetzungen geschaffen. Ihre Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, ihre Theaterstücke international aufgeführt.

Freitag, 17.05. / 22:10 Uhr / Siegfried und Roy – Ein Leben für die Illusion
Dokumentation, Deutschland, 2021, ZDF 52 Min.
Regie: Christian Jakob
Online verfügbar von 16/05 bis 16/06

Siegfried und Roy lernten sich auf einem Kreuzfahrtschiff kennen. Sie entdeckten eine gemeinsame Leidenschaft und fingen an, zusammen zu zaubern. Mit der Zeit führte Roys besondere Beziehung zu exotischen Tieren dazu, dass immer mehr Tiere in die Show mit eingebunden wurden. Die Illusionen der beiden wurden immer aufwendiger, verrückter. Über Engagements in Monte Carlo und im Lido in Paris führte sie ihr Weg bis nach Las Vegas.

Sie waren getrieben von dem Wunsch, immer die besten zu sein. Sie liebten den Glamour, das Leben im Rampenlicht, den Applaus. Auch ihre Beziehung zueinander, ihre Freundschaft, ihre Liebe und ihr Konkurrenzdenken spornten sie an. Wie genau, das erzählen Freunde, Wegbegleiter, Verwandte, Journalisten, Magier in der Dokumentation, die in Koproduktion mit ZDF History entstand. Zwei Stars, die immer hart für den Erfolg arbeiteten, gesundheitliche Probleme und Selbstzweifel inklusive. Zwei Stars, die trotz ihres immensen Erfolges nie vergaßen, woher sie kamen.

Siegfried & Roy lebten den amerikanischen Traum bis zum 3. Oktober 2003 – dem Tag, an dem Roy Horn von einem seiner Tiger, mit denen er jeden Tag auf der Bühne stand, gebissen wurde. Der Magier wurde lebensgefährlich verletzt. Roy sollte nie wieder richtig laufen oder sprechen können. Ein Lebenstraum zerbrach jäh, die Show wurde eingestellt. Um Siegfried und Roy wurde es ruhiger. Am 8. Mai 2020 schließlich starb der ohnehin geschwächte Roy Horn an Covid-19. Einige Monate später folgte ihm auch Siegfried Fischbacher, der seinem Krebsleiden erlag.

Freitag, 17.05. / 23:00 Uhr / Die Bruce Lee-Story – „Be Water!“
Dokumentarfilm, USA, 2020, ARTE 97 Min.
Regie: Bao Nguyen
Online verfügbar von 28/04 bis 28/05
Wiederholung vom 28.04.

Freitag, 17.05. / 00:40 Uhr / Sleaford Mods: Echoes with Jehnny Beth
Musik, Frankreich, 2023, ARTE F 61 Min.
Regie: Antoine Carlier
Online verfügbar von 28/02 bis 14/01
Erstausstrahlung

Die Sleaford Mods treten mit einer Spoken-Word-Performance (einem Mix aus Musik und Poetry) bei „Echoes with Jehnny Beth“ auf und heizen mit ihrem 2023 erschienenen Album „UK Grim“ ordentlich ein.

Beim Stichwort Nottingham denkt man zuerst an Robin Hood, Little John und Maid Marian. Zwar ticken die Uhren inzwischen anders als zu Zeiten der mittelalterlichen Abenteuerhelden, aber die Sleaford Mods erinnern uns daran, dass soziale Ungerechtigkeit in Großbritannien auch heute noch ein Thema ist.

Sleaford Mods – das sind Jason Williamson und Andrew Fearn. Ihre Musik steckt voller Wut gegen das System und ihr Stil ist durch und durch britisch (wenn auch nicht auf die feine englische Art). Die Spoken-Word-Künstler nehmen kein Blatt vor den Mund und setzen ihrem Land ordentlich zu. Der Post-Punk des Duos wirkt wie ein Schlag ins Gesicht.

Die britischen Missstände scheinen für die Musiker eine schier unerschöpfliche Inspirationsquelle zu sein. Bei „Echoes with Jehnny Beth“ lässt die Band ihrem Unmut freien Lauf und rüttelt das Publikum erneut ordentlich auf!
Aufzeichnung vom 14. November 2023 im Yoyo, Paris


Regelmäßige Sendungen mit kulturellen Themen auf arte sind zudem:
– Stadt, Land, Kunst (Mo. – Fr. 13 Uhr) und
– TWIST (sonntags)

Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt.
Aktuelle Programmänderungen sind meist nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.