TV-Tipps arte
arte und 3sat übertragen in ihren umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.
Programmwoche 24:
Samstag, 06.06. / 20:15 Uhr / Sagrada Família. Antoni Gaudís Meisterwerk
Dokumentarfilm, Frankreich, 2026, ARTE F 90 Min.
Regie: Marc Jampolsky
Online verfügbar von 30/05/2026 bis 29/12/2026
Erstausstrahlung
Erst 2026 wurde dem fertiggestellten Hauptturm der Sagrada Família das Kreuz aufgesetzt. Begonnen haben die Bauarbeiten vor 150 Jahren, doch das nun alle anderen Kirchtürme der Welt überragende Meisterwerk Gaudís stellte die Nachfolger des Architekten vor immense Herausforderungen. Der Film gibt Einblicke in die Vorgehensweise der Architekturteams und zeichnet das Porträt des Baugenies.
Nördlich von Barcelonas Altstadt, im Stadtteil Eixample, ragen die organisch geformten Türme der Sagrada Família in den Himmel. Im Inneren taucht man in eine floral-botanische, wie in Stein gemeißelte Pflanzenwelt ein. Im Februar 2026 wurde das Kreuz auf den zuletzt fertiggestellten Hauptturm gesetzt – seitdem ist die Sagrada Família die höchste Kirche der Welt.
Warum braucht es über ein Jahrhundert, um Gaudís Lebenswerk zu vollenden? Was inspirierte ihn bei der Entwurfsanfertigung und vor allem: Wie beendet man ein Werk ohne seinen Schöpfer?
Um diesen Fragen nachzugehen, taucht der Film in die älteste aktive Baustelle der Welt ein und zeichnet ihre Entstehungsgeschichte sowie die jüngsten architektonischen Entscheidungen nach. Fachleute aus Geschichtswissenschaft und Architektur gehen auf Gaudí und sein Schaffen ein. Beleuchtet werden zudem die Herausforderungen, die mit dem Weiterbau einhergingen, und wie die die Nachfolger des katalanischen Meisters das visionäre Projekt auslegten und umsetzten.
Als Gaudí 1926 verstarb, war lediglich die Geburtsfassade fertiggestellt. Erschwerend kommt hinzu, dass Gaudís Atelier 1936 niederbrannte und zahlreiche Entwürfe zerstört wurden. Der Weiterbau forderte daher aufwändige Deutungsarbeit, die auf den wenigen Überresten der Bauhütte beruhte, sowie auf privaten Schriften Gaudís, in denen er seine Ideen, Obsessionen und Leiden festhielt.
Samstag, 06.06. / 21:45 Uhr / Mozarts Requiem in der Sagrada Família
Musik, Frankreich, 2025, ARTE F 48 Min.
Regie: Guillaume Klein
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Giovanni Antonini
Orchester: Gran Teatre del Liceu
Chorleitung: Pablo Assante
Chor: Gran Teatre del Liceu
Mit: Marina Viotti (Mezzosopran), Levy Sekgapane (Tenor), Nicola Ulivieri (Bass), Emőke Baráth (Sopran)
Online verfügbar von 14/12/2025 bis 20/01/2028
In der magischen Kulisse der Sagrada Família – Barcelonas weltberühmtem Wahrzeichen und einem der faszinierendsten Bauwerke Europas – vereint sich große Musik mit einzigartiger Architektur: Das Symphonieorchester unter der Leitung von Maestro Giovanni Antonini und der Chor des Gran Teatre del Liceu unter der Leitung von Pablo Assante präsentieren Wolfgang Amadeus Mozarts ergreifendes Requiem in d-Moll. Ein Abend, der zwei Kunstwelten verbindet: die mystische Aura von Antoni Gaudís unvollendetem Meisterwerk und die zeitlose Schönheit eines der bedeutendsten Werke der klassischen Musik.
Barcelona – wenn zwei unvollendete Meisterwerke miteinander in Austausch treten, bekommt man das Gefühl, sie bildeten ein untrennbares Ganzes: Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem d-Moll KV 626 und Antoni Gaudís Sagrada Família. Das Symphonieorchester, dirigiert von Giovanni Antonini, und der Chor des Gran Teatre del Liceu unter der Leitung von Pablo Assante präsentieren eine Aufführung des Meisterwerks in der ikonischen Basilika.
Die Wahl des Ortes ist Programm: Gaudís modernistisches Bauwerk, dessen Fertigstellung für 2026 geplant ist, korrespondiert mit Mozarts Fragment gebliebenem Requiem – beide Werke verbinden geniale Schöpfungskraft mit einer Aura des Unabgeschlossenen.
Die dramatische Spannweite des Requiems – vom düsteren Dies irae bis zum hellen Sanctus – findet in der lichtdurchfluteten, organisch geformten Architektur der Sagrada Família eine ideale Klangkulisse.
Mit hochkarätigen Solisten und dem renommierten Liceu-Ensemble verspricht die Interpretation unter Antoninis Leitung eine musikalisch wie visuell beeindruckende Inszenierung. Eine aufwendige immersive Kameraführung verbindet Weitwinkelansichten der Basilika mit Nahperspektiven der Musikerinnen und Musiker, während dynamische Lichteffekte die Wechsel zwischen Pathos und Zartheit des Werks unterstreichen. Ein universeller Moment der Spiritualität, der lange nachklingt, und nicht nur Mozart- und Gaudí-Enthusiasten faszinieren dürfte.
Aufzeichnung vom 17. Februar 2025 in der Basilika Sagrada Família.
Samstag, 06.06. / 22:35 Uhr / Tenor – Die Geschichte von Pene Pati
Dokumentarfilm, Neuseeland, 2026, ZDF 80 Min.
Regie: Rebecca Tansley
Erstausstrahlung
Der Film erzählt die unglaubliche Geschichte des charismatischen Opernstars Pene Pati aus Samoa, der sich aus äußerst bescheidenen Verhältnissen bis auf die größten Opernbühnen der Welt hochgesungen hat. Und sich damit einen Traum erfüllte, der eigentlich unmöglich war: als Samoaner in der europäischsten aller Kulturformen die Weltspitze zu erreichen.
Der charismatische samoanische Tenor Pene Pati gilt als die Opernentdeckung des Jahrzehnts. In nur wenigen Jahren hat er das Publikum auf der ganzen Welt in seinen Bann gezogen, manche haben ihn schon als den nächsten Pavarotti gefeiert. Auch sein Bruder Amitai hat sich als Tenor einen Namen gemacht.
Der Film zeigt den bemerkenswerten Aufstieg des Pene Pati von den Inseln Samoas im Südpazifik über South Auckland in Neuseeland bis auf die größten Opernbühnen der Welt. Ein Aufstieg, der für einen Jungen aus Samoa kaum möglich schien. In seiner Kindheit und Jugend von Gesang umgeben, kommt Pati erst im Studium mit der Oper in Berührung. Überwältigt von einem Besuch von „La Bohème“ beschließt er, Opernsänger zu werden.
Mit Humor, Herz und mitreißendem Gesang zeigt der Film den Erfolg, der sich gegen alle Widrigkeiten aus dem Verfolgen eines ganz unwahrscheinlichen Traums ergeben hat. Dabei ist Pati immer eng mit der samoanischen Kultur verbunden geblieben, in der die Wertschätzung der eigenen Familie ein wichtiges Thema ist. So ist für Pati sein eigener Erfolg auch ein Erfolg der Familie.
Mit besonderem Zugang verwebt der Film Archivmaterial der Familie, Einblicke hinter die Kulissen, emotionale Szenen und viel Musik. Eine Geschichte von Talent und Entschlossenheit, von der Kraft der Familie und von kulturellem Stolz.
Samstag, 06.06. / 01:50 Uhr / Ode an die Sonne. Eine Kunstgeschichte.
Dokumentation, Deutschland, 2022, ZDF 52 Min.
Regie: Mathias Frick
Online verfügbar von 06/06/2026 bis 31/08/2026
Ohne die Sonne gibt es auf diesem Planeten kein Leben. Diese Erkenntnis ist so alt wie die Menschheit selbst. Doch wie wir auf unseren Stern blicken und was wir in ihm sehen, hat sich im Laufe der Menschheitsgeschichte mehrere Male fundamental geändert. Ob als spirituelle oder physische Kraft, als Göttin oder als Gebieterin – die Sonne verkörpert Macht, Schöpfung und Zerstörung, erweckt Schrecken und Ehrfurcht und gewährt zugleich Schutz, Struktur und Trost.
Die Dokumentation illustriert den großen Einfluss der Sonne auf unsere Kultur durch die Epochen und liefert einen besonderen Blick auf unseren Stern im Spiegel der Kunst. Anhand ausgewählter künstlerischer Werke begibt sie sich auf eine filmische Reise durch die Kunst- und Kulturgeschichte und erzählt, wie sich Künstlerinnen und Künstler seit vielen Jahrhunderten mit der Sonne auseinandergesetzt und ihre weltanschaulichen Vorstellungen in ihre Werke einfließen lassen haben.
Anhand der Kunstwerke, mit denen Generationen von Künstlerinnen und Künstlern dieses individuelle Erleben der Sonne dokumentiert haben, wird der Wandel unseres Verhältnisses zur Sonne und unserer Selbstwahrnehmung als Menschen auf eindrückliche Weise nachvollziehbar.
Ein deutsch-französisches Kunstausstellungsprojekt (Musée Marmottan Monet, Paris; Museum Barberini, Potsdam) dokumentiert dieses besondere Verhältnis des Menschen zur Sonne und die jahrhundertelange künstlerische Auseinandersetzung: Es reicht von den Sonnenkulten des Altertums über die mittelalterliche Vorstellung der Sonne als die Erde umkreisendes Gestirn und das heliozentrische Weltbild seit den Entdeckungen von Kopernikus bis hin zu künstlerischen Positionen der Moderne und gegenwärtigen Auseinandersetzungen mit dem Himmelskörper.
Sonntag, 07.06. / 16:45 Uhr / Flower Power ~ Niederländische Malerinnen im 17. Jahrhundert
Dokumentation, Deutschland, 2026, SWR 52 Min.
Regie: Susanne Brand
Online verfügbar von 07/06/2026 bis 05/09/2026
Erstausstrahlung
Im 17. Jahrhundert bewirkten die Naturwissenschaften, dass niederländische Malerinnen Reptilien und Insekten in ihre Kunst holten. Frauen wie Maria Sibylla Merian, Alida Withoos und Maria Moninckx haben die Botanik und Zoologie mit ihren Bildern vorangetrieben. Zwischenzeitlich waren sie beinahe vergessen, nun hängen ihre Werke in vielen bedeutenden Museen weltweit.
Sie waren Pionierinnen, die Stillleben und Zeichnungen für die Wissenschaft lieferten: Rachel Ruysch, Maria Sibylla Merian, Alida Withoos, Clara Peeters, Margareta de Heer oder Maria Moninckx. Sie holten im 17. Jahrhundert das tierische Leben in ihre Bilder und waren die ersten Dokumentaristinnen von Naturkunde und Artenvielfalt, ein damals gänzlich unbekannter Begriff.
Das aufkommende große wissenschaftliche Interesse an Zoologie und Botanik führte dazu, dass niederländische Missionare große Mengen an Daten zur Natur der eroberten Territorien sammelten und diese Funde nach ihrer Rückkehr veröffentlichten – oft mithilfe der Bilder dieser Künstlerinnen. Sie hatten große Bedeutung für den damaligen Kunstbetrieb in Amsterdam, denn der wirtschaftliche Erfolg und Reichtum der Niederlande seinerzeit ist auch eine Erzählung von Kunst, Kultur und Kolonialgeschichte. Während die erfolgreichen Künstlerinnen zwischenzeitlich zum großen Teil vergessen waren, wird ihr Werk heute neu gewürdigt, und ihre Bilder sind weltweit in Museen zu sehen.
Sonntag, 07.06. / 17:40 Uhr / Die vier Jahreszeiten ~ In Venedig
Musik, Frankreich, 2025, ARTE F 52 Min.
Regie: Martin Mirabel
Dirigent: Théotime Langlois de Swarte
Komponist: Antonio Vivaldi
Orchester: Le Consort
Online verfügbar von 16/05/2026 bis 07/07/2026
Wiederholung vom 23.05.2026
Sonntag, 07.06. / 22:25 Uhr / Tom Hanks, ein ganz normaler Held
Dokumentation, Frankreich, 2026, ARTE F 52 Min.
Regie: Pierre-François Didek
Online verfügbar von 31/05/2026 bis 26/09/2026
Erstausstrahlung
Sein Markenzeichen: Durchschnittstypen, mit denen sich das Publikum identifizieren kann. Durch einen Traum und harte Arbeit wurde Tom Hanks zu einem der beliebtesten Schauspieler Hollywoods und zu einem Spiegel – und Vorbild für viele Menschen in den USA. Ein Porträt mit zahlreichen Interviews mit dem Schauspieler und Filmausschnitten von den 1980ern bis heute.
Von „Forrest Gump“ über „Cast Away – Verschollen“ bis „Sully“: Tom Hanks wurde zum ganz normalen Helden, der turbulenten Ereignissen standhalten muss und immer wieder Zuversicht ausstrahlt. In seiner Karriere, die in den 1980ern ihren Anfang nahm, hat er es geschafft, eine einzigartige Beziehung zu seinem Publikum aufzubauen, zum Spiegel – und Vorbild für viele US-Amerikaner und Amerikanerinnen zu werden. Ein Soldat im Chaos des D-Days in der Normandie („Der Soldat James Ryan“), ein Astronaut bei einer missglückten Mond-Mission („Apollo 13“), ein aidskranker, schwuler Anwalt in einer homophoben Gesellschaft („Philadelphia“), ein Antiheld, der mit 30 Jahren Geschichte konfrontiert wird und den Menschen weltweit ins Herz schlossen („Forrest Gump“). Ob fiktive oder reale Personen, sie alle haben nur ihren gesunden Menschenverstand, ihre Empathie und schließlich ihre Resilienz als Waffen gegen die Widrigkeiten der Welt. Statt Heldenpose Menschlichkeit. Seine Werte und die seiner Figuren machten Tom Hanks zum Weltstar, zum „good guy next door“, zum Star mit Vorstadt-Normalität. Als einer, der stets Zuversicht vermittelt, ist er zu „America’s Dad“ geworden, manch einer und eine wünschte sich sogar seine Kandidatur fürs Weiße Haus. Doch die Spaltung der Gesellschaft macht es ihm zunehmend schwer, eine verbindende Kraft zu sein. Das Porträt stützt sich auf zahlreiche Interviews mit dem Schauspielstar. Mit Humor und Nahbarkeit erzählt er von seiner Kindheit, seinem Werdegang in Theater und Film, seinen Inspirationsquellen und seinem Arbeitsethos. Archivmaterial und Filmausschnitte veranschaulichen seine beeindruckende Karriere und lassen den Eindruck entstehen, einem alten Freund wiederzubegegnen.
Sonntag, 07.06. / 23:20 Uhr / Steven Spielberg, Hollywoods ewiges Wunderkind
Dokumentation, Frankreich, 2024, ARTEFFL 55 Min.
Regie: Michaël Prazan
Online verfügbar von 31/05/2026 bis 06/10/2026
Steven Spielberg ist einer der erfolgreichsten Filmemacher aller Zeiten. Mit „Der weiße Hai“ läutete er die Ära des Blockbuster-Kinos ein. Es folgten zahlreiche Publikumserfolge wie „E.T. – Der Außerirdische“, die „Indiana Jones“-Reihe und „Jurassic Park“. Doch auch mit ernsten Stoffen wie „Schindlers Liste“ erreichte er ein Millionenpublikum. Archivmaterial, Filmausschnitte, Making-ofs und Interviews zeichnen ein Porträt des Meisterregisseurs, das nicht nur den Filmemacher, sondern auch den Privatmenschen Steven Spielberg beleuchtet. Was treibt ihn an? Und was macht sein Genie aus?
Der Regisseur und Drehbuchautor Steven Spielberg, dessen außergewöhnliches Talent früh erkannt wurde, hat die Filmgeschichte der letzten fünf Jahrzehnte maßgeblich geprägt. Er gilt als einer der kommerziell erfolgreichsten Regisseure, Produzenten und Filmemacher Hollywoods. Doch sein Werk ist persönlicher, als es auf den ersten Blick scheint: Viele seiner frühen Filme greifen Ängste auf, die ihn in seiner Kindheit begleiteten – etwa die Furcht vor dem Ozean („Der weiße Hai“) oder vor den endlosen Straßen Amerikas („Duell“).
Seine kindliche Einsamkeit verarbeitete er in Filmen wie „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und „E.T. – Der Außerirdische“. Darin stellte er Außerirdische – entgegen dem damaligen Feindbild – als wohlwollende Wesen dar, so wie er sich selbst Freunde gewünscht hätte. In seiner Schulzeit wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft ausgegrenzt und gehänselt. Dieses lange verdrängte Thema griff er schließlich in „Schindlers Liste“ auf – ein Film, der nach vielen Höhen und Tiefen einen entscheidenden Wendepunkt in seinem Schaffen markierte. Seine Kindheit, die sich zunächst bruchstückhaft durch sein Werk zieht, verarbeitete er erst Jahrzehnte später in dem autobiografischen Drama „Die Fabelmans“, das 2022 in die Kinos kam.
Bislang unveröffentlichtes Archivmaterial, Filmausschnitte, Making-ofs und Interviewauszüge fügen sich zu einem vielschichtigen Porträt eines berühmten und dennoch wenig bekannten Filmemachers. Die Dokumentation erkundet sein Genie und seine außergewöhnliche Schaffenskraft.
Sonntag, 07.06. / 03:30 Uhr / The Lemon Twigs, Los Bitchos & The Fat White Family ~ Ground Control
Musik, Frankreich, 2024, ARTE F 65 Min.
Regie: Thierry Gautier, Sylvain Leduc
Mit: Christophe Chassol (Moderation), The Lemon Twigs, The Fat White Family, Los Bitchos
Online verfügbar von 31/05/2026 bis 07/07/2026
Das „Ground Control“ – benannt nach dem Kultsong „Space Oddity“ von David Bowie – befindet sich in einem ehemaligen Postverteilzentrum der SNCF, der französischen Bahn. Für ARTE wurde die Pariser Kulturstätte zum Schauplatz eines einzigartigen Musik-Events: Am 7. Juni 2024 moderierte der französische Musiker Christophe Chassol hier einen Konzertabend mit den Bands The Lemon Twigs, Fat White Family und Los Bitchos.
Hinter The Lemon Twigs stecken die Brüder Brian (Jahrgang 1997) und Michael D’Addario (Jahrgang 1998), die trotz ihrer jungen Jahre wahre Allround-Künstler sind: Sie singen, spielen Schlagzeug und Gitarre – und wirkten bereits als Kinder in Broadway-Musicals und Fernsehserien mit. Im „Ground Control“ laden die beiden New Yorker zu einer Zeitreise in die 1960er und 1970er Jahre ein. Gemeinsam mit ihren Musikerfreunden präsentieren sie unter anderem einige Titel aus ihrem fünften Album „A Dream Is All We Know“ (2024).
Die sechs Briten von Fat White Family provozieren gern und peppen ihren melodischen Rock mit viel Cockney-Spirit auf. Ihre Musik erinnert an Bands wie The Cramps, The Fall oder Gallon Drunk, und mit ihren Songs brechen Fat White Family bewusst Tabus. Dank ihrer energiegeladenen Shows gewann die Band bei den NME Awards 2014 den Philip Hall Radar Award für die englische Newcomer-Band mit der besten Bühnenpräsenz. Zehn Jahre danach beweisen die Fat White Family im Ground Control, dass sie ihrem Ruf treu geblieben sind.
Los Bitchos, das sind Serra Petale an der Gitarre, Agustina Ruiz am Keyboard, Josefine Jonsson am Bass und Nic Crawshaw am Schlagzeug. Das Quartett ist so multikulturell wie seine Wahlheimat London, denn die Musikerinnen stammen aus dem Vereinigten Königreich, Australien, Schweden und Uruguay. Eine Mischung, die es in sich hat! Auch die Musik der vier Frauen speist sich aus unterschiedlichsten Einflüssen wie Surf Rock, Sixties Rock, Grunge, Cumbia und Oriental Pop. 2022 veröffentlichten Los Bitchos ihr Debütalbum „Let the Festivities Begin!“. Produziert wurde es von keinem Geringeren als Alex Kapranos, dem Frontmann von Franz Ferdinand.
Mittwoch, 10.06. / 22:10 Uhr / Bruce Lee oder Der Mann mit der Todeskralle
Dokumentation, Frankreich, 2025, ARTE F 53 Min.
Regie: Marc Ball
Online verfügbar von 03/06/2026 bis 09/01/2027
Erstausstrahlung
„Der Mann mit der Todeskralle“ (1973) machte seinen Hauptdarsteller Bruce Lee zum größten asiatischen Filmstar aller Zeiten und zu einem Hoffnungsträger für viele Menschen, die wie er diskriminiert wurden. Es war Lees Sieg über Hollywood, das ihn lange nicht gewollt hatte.
Mit dem Film „Der Mann mit der Todeskralle“ änderte Bruce Lee den Blick des Westens auf die asiatische Community und zwang Hollywood, eine Realität anzuerkennen, die es bis dahin negiert und sogar verfälscht hatte. Asiatinnen und Asiaten verkörperten in amerikanischen Produktionen bis dahin meist unterwürfige oder bösartige Charaktere. Oft wurden sie von überschminkten und verkleideten Weißen gespielt, weil die Produzenten meinten, mit dieser als Yellowface bezeichneten Praxis den Publikumserwartungen gerecht zu werden.
In „Der Mann mit der Todeskralle“ war erstmals in der Geschichte Hollywoods ein asiatischer Schauspieler der Star eines Films. Das löste eine weltweite Schockwelle aus, und Bruce Lee stieg zu Bob Marley, Che Guevara und Mohammed Ali in das Pantheon der Rebellen auf. Die asiatische, aber auch die afroamerikanische Community war stolz auf Lee. Viele, die unter Rassendiskriminierung zu leiden hatten, identifizierten sich mit ihm.
In den fünfzig Jahren nach dem Film und dem kurz darauf folgenden Tod seines Hauptdarstellers inspirierte Bruce Lee zahlreiche Hollywood-Produktionen, von „Matrix“ bis „Kill Bill“. Doch der Erfolg des „kleinen Chinesen, der sich für unbesiegbar“ hielt, war ein Affront, den weiße Schauspieler wie Jean Claude van Damme, Steven Seagal oder Chuck Norris wiedergutmachen sollten. Auch Quentin Tarantino attackierte den Mythos und erweckte Lee in seinem Film „Once Upon a Time in Hollywood“ als arroganten Aufschneider in einer Nebenrolle zum Leben. Doch es funktionierte nicht, die Legende Bruce Lee ist unzerstörbar.
Donnerstag, 11.06. / 01:05 Uhr / C’est pas moi: Das bin ich nicht
Dokumentation, Frankreich, 2024, ARTE F 40 Min.
Regie: Leos Carax
Online verfügbar von 11/06/2026 bis 11/07/2026
Erstausstrahlung
Leos Carax, einer der bedeutendsten Filmemacher Frankreichs, blickt zurück – doch statt Antworten liefert er Fragen. Für eine nie gezeigte Ausstellung schuf er einen ungewöhnlichen Collagefilm: eine persönliche Spurensuche nach 40 Jahren Filmschaffen. Wie erzählt man ein Leben, das sich jeder Einordnung entzieht? Ein intimes Porträt jenseits der großen Leinwand.
Auf die Anfrage des Centre Georges Pompidou, „Wo stehen Sie heute, Leos Carax?“, antwortet der Regisseur, dessen Filme das französische Autorenkino geprägt haben („Die Liebenden von Pont-Neuf“, „Holy Motors“) mit einem souverän unordentlichen Selbstporträt. Sein Collagefilm zeigt einen atemlosen Reigen aus privaten Videos und historischem Archivmaterial, seinen eigenen Werken und solchen, die ihn beeinflusst haben. Zwischen Autobiografie und einem Assoziationsstrom von Vertov über Chaplin bis Nina Simone reflektiert Leos Carax über sein Medium und seine künstlerischen Leitfiguren – im Zentrum: Jean-Luc Godard als cineastisches Leitbild.
Der rätselhafte Chronist des französischen Kinos nähert sich seinem Leben wie einem fremden Drehbuch: fragmentarisch, subjektiv, widersprüchlich. Lineare Erzählungen verweigert er ebenso wie eindeutige Antworten. Dieses persönliche Projekt ist weniger Rückblick als offenes Experiment – ein Statement über das Kino als Raum der Ungewissheit. Ein Werk, das nie Teil der Ausstellung wurde und gerade dadurch seine besondere Faszination entfaltet.
Freitag, 12.06. / 22:30 Uhr / Queen, „We Are the Champions“
Die Geschichte der größten Sporthymne aller Zeiten
Dokumentation, Deutschland, 2024, ARTEFFL 52 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Lilly Schlagnitweit
Online verfügbar von 07/07/2024 bis 07/07/2027
Freddie Mercury stimmt an, und alle singen mit – bis heute. Der Film folgt dem Queen-Hit „We Are the Champions“ von seiner Entstehung inmitten der musikalischen Aufbruchstimmung der 1970er Jahre bis zu den Stadionhymnen der Gegenwart. Die Queen-Mitbegründer Brian May und Roger Taylor erzählen von damals. Zusammen mit „We Will Rock You“ wurde das Lied zum Klassiker auf Konzerten und im Sport. Und immer wieder neu interpretiert: zu den Olympischen Spielen 2024 etwa von Dolly Parton. Was steckt hinter dem Ohrwurmpotenzial der beliebtesten Mitsing-Hits? Eine Reise durch die Musikgeschichte und die Welt der großen Hymnen.
Kaum ein Song bringt ganze Stadien so mühelos zum Mitsingen wie „We Are the Champions“. Seit Jahrzehnten begleitet die Hymne sportliche Triumphe und große Emotionen – und ist untrennbar mit der Band Queen verbunden.
Der Film erzählt die Geschichte dieses außergewöhnlichen Hits: von seiner Entstehung inmitten der musikalischen Aufbruchstimmung im London der 1970er Jahre bis zu seiner weltweiten Karriere als Sporthymne. Die Queen-Mitbegründer Brian May und Roger Taylor erinnern sich an die Idee, einen Song zu schreiben, der das Publikum einbezieht und mitreißt.
Der anhaltende Erfolg der Queen-Rockhymnen „We Are the Champions“ und „We Will Rock You“ zeigt: Experiment geglückt. Für das Musikvideo mobilisierte die Band ihren Fanclub. Die Clubvorsitzende Jackie Smith erinnert sich an ihre Begegnungen mit der Band. Der Erfolgszug der Queen-Songs setzt sich bis heute fort – in unterschiedlichsten Besetzungen und Versionen, als Klassiker im Sport und bei Siegerehrungen. Zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris präsentierte Dolly Parton ihre eigene Version.
Wegbegleiter, Musiker und Wissenschaftler erklären: Was macht diese Songs und andere große Mitsing-Klassiker aus? Wie entstanden Sporthymnen wie die Queen-Hits oder Whitney Houstons Olympiasong „One Moment in Time“? Was steckt hinter ihrem Ohrwurmpotenzial? Welche Kräfte werden freigesetzt, wenn das ganze Stadion gemeinsam singt? Eine Reise durch die Musikgeschichte und die Welt der großen Hymnen, die bei Sportveranstaltungen die Stimmung zum Kochen bringen.
Freitag, 12.06. / 23:25 Uhr / The Cure: Anniversary 1978-2018
Live in Hyde Park London
Musik, Großbritannien, 2018, WDR 89 Min.
Regie: Tim Pope
Musik: The Cure
Mit: Robert Smith (Gesang, Gitarre), Simon Gallup (Bass), Jason Cooper (Schlagzeug), Roger O’Donnell (Keyboards), Reeves Gabrels (Gitarre)
Online verfügbar von 12/06/2026 bis 10/09/2026
The Cure sind eine der größten Live-Bands der vergangenen Jahrzehnte: Mit ihren elektrisierenden Shows voller raffiniert eingesetzter Lichteffekte, sattem Sound und ausgefeilten Setlists versetzen sie ihr Publikum immer wieder in eine Art glückseligen Trance-Zustand. 2018 feierte die Band ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum im Londoner Hyde Park. Von „Lovesong“ bis „Lullaby“, von „Boys Don’t Cry“ bis „Never Enough“ nehmen The Cure und Regisseur Tim Pope das Publikum mit auf eine spektakuläre Zeitreise durch vier Jahrzehnte alternativer Popmusik.
Die 1978 von Robert Smith gegründete britische Band The Cure ist bekannt für ihre elektrisierenden Live-Shows und ihr geniales Songwriting. Im Laufe der Jahre haben sie sich von einer kleinen Indie-Band zu einer international erfolgreichen Gruppe entwickelt.
Mit ihrem legendären Jubiläumskonzert im Jahr 2018 im Londoner Hyde Park bewiesen The Cure einmal mehr, warum die einst als kleine Nischencombo gestartete englische Indie-Band seit fast einem halben Jahrhundert international erfolgreich ist. Geniales Songwriting und poetische Texte treffen auf eine ausgefeilte Show: Robert Smith, Simon Gallup, Jason Cooper, Roger O‘ Donnell und Reeves Gabrels verstehen es meisterhaft, das Intime mit der großen Geste, das Minimalistische mit dem Grandiosen zu verbinden.
Unter der Regie des langjährigen Wegbegleiters Tim Pope entstand ein Zeitdokument, das dem Live-Erlebnis so nahe wie möglich kommt – mit 4K-Bildern und einem 5.1-Audiomix.
Freitag, 12.06. / 03:40 Uhr / Bilder allein zuhaus: Der Tod des Marat, Jacques-Louis David – Volkslied
Serie, Frankreich, 2021, ARTE F 3 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 31/08/2021 bis 05/09/2026
Das Kurzprogramm nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In dieser Folge: Marat sitzt in seiner Badewanne. Er hat beschlossen, eine neue Hymne für Frankreich zu komponieren: Sie soll fröhlich sein und die Massen mitreißen. Marat selbst ist jetzt schon begeistert von seinem Meisterwerk …
„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Boteros „Bailarines“ werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielerinnen und Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.
Programmwoche 25:
Samstag, 13.06. / 23:25 Uhr / Der Freigeist – Carl Maria von Weber
Dokumentation, Deutschland, 2026, ZDF 52 Min.
Regie: Holger Preusse, Philipp Quiring
Online verfügbar von 05/06/2026 bis 03/09/2026
Erstausstrahlung
Ein rastloser Erneuerer: Carl Maria von Weber war geprägt von Neugier, musikalischer Ausdruckskraft und unstillbarer künstlerischer Energie. Sopranistin Regula Mühlemann, Bariton Äneas Humm, Komponist Jörg Widmann, Filmkomponistin Rachel Portman und weitere Stimmen sprechen über einen Künstler, dessen Wirkung weit über den bekannten ʺFreischützʺ hinausreicht.
Schon als Kind war er ständig unterwegs: Carl Maria von Weber wuchs in einer reisenden Schauspielerfamilie ohne festes Zuhause auf, die von Stadt zu Stadt zog und an verschiedenen Theaterbetrieben arbeitete. Doch diese Kindheit formte sein Gespür dafür, wie Klänge Menschen bewegen können. Ein Empfinden, das später Webers gesamtes Schaffen prägte. Früh zeigte sich seine Faszination für die Wirkung von Musik auf Menschen – eine Kraft, die seine Opern, Lieder und Instrumentalwerke durchdringen sollte.
Carl Maria von Weber verstand das Orchester als erzählende Instanz, experimentierte mutig und öffnete neue musikalische Räume, deren Wirkung bis in die Moderne und in die Filmmusik reicht. Zugleich zeigt sich sein Leben voller Brüche, geprägt von Krankheit, finanzieller Belastung, unermüdlicher Arbeit und der Suche nach einer eigenen künstlerischen Sprache jenseits etablierter Traditionen. Seine Musik verbindet emotionale Wucht mit einer zeitlosen Eigenart, die bis heute überrascht.
Die berühmte Oper ʺDer Freischützʺ (Uraufführung 1821 in Berlin) ist bis heute Inbegriff der deutschen romantischen Oper und wurde zum Meilenstein deutscher Kulturgeschichte. Weber war einer der Wegbereiter, der bewusst eine eigenständige deutsche Opernkultur schaffen wollte – sprachlich, musikalisch und thematisch.
ʺDer Freigeist – Carl Maria von Weberʺ führt in die Welt eines Komponisten, der bis zu seinem frühen Tod im Alter von 39 Jahren unermüdlich daran arbeitete, den Klang seiner Zeit zu erneuern und der Musik eine eigene Ausdruckssprache zu schenken, um dem Publikum eine neue Art des Hörens zu eröffnen.
Zusatzinfo:
Die Dokumentation wirft zum 200. Todestag des Komponisten Carl Maria von Weber einen Blick auf seine Klangtiefe und wegweisende Kraft.
Samstag, 13.06. / 00:20 Uhr / Gustave Charpentier: Louise
Festival d’Aix-en-Provence 2025
Oper, Frankreich, 2025, ARTE F 156 Min.
Regie: Jérémie Cuvillier
Komponist: Gustave Charpentier
Inszenierung: Christof Loy
Dirigent: Giacomo Sagripanti
Orchester: Orchestre de l’Opéra de Lyon, Orchestre des Jeunes de la Méditerranée
Chorleitung: Benedict Kearns, Samuel Coquard
Chor: Choeurs de l’Opéra de Lyon, Maîtrise des Bouches-du-Rhône
Libretto: Gustave Charpentier
Kostüme: Robby Duiveman
Mit: Elsa Dreisig (Louise (Sopran)), Adam Smith (Julien), Nicolas Courjal (Der Vater), Sophie Koch (Die Mutter), Marianne Croux (Irma), Annick Massis (Die Straßenkehrerin), Grégoire Mour (Der Trödler, Der Narrenkönig), Carol Garcia (Gertrude), Karolina Bengtsston (Camille), Marie-Thérèse Keller (Madeline), Julie Pasturaud (Marguerite), Marion Vergez-Pascal (Elise), Marion Lebègue (Suzanne), Jennifer Courcier (Blanche), Celèste Pinel (Die Auszubildende, Pariser Straßenjunge), Frédéric Caton (Der Bastler), Filipp Varik, Alexander de Jong (Polizisten)
Online verfügbar von 18/12/2025 bis 10/07/2027
Erstausstrahlung
Mit der Oper ʺLouiseʺ spannt Gustave Charpentier einen Bogen zwischen sozialen Fragen und idealistischen Bestrebungen, lyrischen Höhenflügen und malerischen Szenen. 1900 feiert er damit einen Sensationserfolg und spricht eine Frage an, die die damalige Gesellschaft bewegt: Sollten Frauen das Recht haben, sich selbst zu verwirklichen? – Eine Inszenierung von Christof Loy und mit Elsa Dreisig als Sopranistin.
Louise, eine junge Näherin, sehnt sich nach der großen Freiheit der Großstadt. Entschlossen, sich von ihrer sie unterdrückenden Familie zu lösen, zieht sie nach Paris, um dort ihre Liebe zu Julien, einem mittellosen Poeten, auszuleben. Doch so befreiend der Aufbruch auch ist, so sehr überschatten Schuldgefühle gegenüber ihren Eltern und der Druck gesellschaftlicher Erwartungen ihr Glück.
Die Oper ʺLouiseʺ in vier Akten und fünf Bildern von Gustave Charpentier (1860-1956) wurde an der Opéra-Comique in Paris 1900 uraufgeführt. Trotz des ursprünglichen Sensationserfolgs stießen die Darstellung weiblicher Lust und die Auflehnung der Heldin gegen ihre Familie auf Kritik. Christof Loy, bekannt für seine detailreiche Dramaturgie, präzise Schauspielregie und klare Ästhetik, entdeckt hinter dem fortschrittlichen Thema der weiblichen Emanzipation eine unausgesprochene Ebene in Charpentiers Libretto: die toxische Familienbeziehung, in der Louise gefangen ist, und den Einfluss ihres besitzergreifenden – ja teils missbräuchlichen – Vaters, der dabei von ihrer Mutter gedeckt wird.
Loy strebt eine vorurteilsfreie Inszenierung der Figuren an und lässt dabei das Publikum in Louises Unterbewusstsein eintauchen. Gleichzeitig beleuchtet er die Schattenseiten einer Gesellschaft, die jungen Frauen keine Selbstverwirklichung, sondern nur oberflächliche Romanzen in einem Leben frustrierender Perspektivlosigkeit bietet. Die Sopranistin Elsa Dreisig tritt in dieser Inszenierung des Festivals von Aix-en-Provence mit brillanter Besetzung auf.
Aufzeichnung vom 11. Juli 2025 im Théâtre de l’Archevêché in Aix-en-Provence
Sonntag, 14.06. / 16:55 Uhr / Der Minotaurus, das bin ich! Picasso und die Stiere
Dokumentation, Deutschland, 2022, ZDF 52 Min.
Regie: Hilka Sinning
Online verfügbar von 14/06/2026 bis 13/09/2026
Sie waren Picassos große Leidenschaft: die Stiere. Er malte und zeichnete sie, modellierte sie zu Skulpturen. Er besuchte Stierkämpfe, sein Leben lang. Ihre mächtigen Hörner wurden zu einem wiederkehrenden Motiv in seinem Werk. Die Dokumentation folgt Picassos Stier-Spuren: von seiner Geburtsstadt Málaga über Paris bis nach Nîmes und Arles.
In Pablo Picassos berühmten Bild „Guernica“ richtet ein Stier den Blick direkt auf den Betrachter. Grimmig thront Spaniens Nationalsymbol über dem Grauen, das nach dem Angriff deutscher Bomber in der baskischen Stadt Guernica herrschte. Stiere waren Picassos große Leidenschaft: die Stiere. Er malte und zeichnete sie, modellierte sie zu Skulpturen.
Picasso-Kenner sagen: Es ist der Künstler selbst, der zuschaut. Er habe sich selbst in der Rolle des Minotaurus gesehen, dem menschenverschlingenden Stiermenschen aus der griechischen Mythologie, eine Kreatur von enormer Kraft und Grausamkeit, halb Mensch, halb Stier.
Seit Picassos Zeiten hat sich der Blick auf die Corrida grundlegend verändert, sie wird heute als abstoßend und veraltet empfunden. Heute stehen ethische Betrachtungen und Aspekte des Tierwohls im Vordergrund. Für den im französischen Exil lebenden Picasso dagegen bedeutete die Corrida auch eine Erinnerung an sein Heimatland Spanien, in das er seit der Machtübernahme des Diktators Franco keinen Fuß mehr setzte. Auf den Rängen der Arenen im südfranzösischen Arles oder Nîmes fand Picasso Trost – und künstlerische Inspiration.
Die Dokumentation folgt Picassos Stier-Spuren – von seiner Geburtsstadt Málaga über Paris bis nach Nîmes und Arles – und zeigt, wie das Stiermotiv die verschiedenen Schaffensphasen Picassos auf immer neue Weise prägte.
Sonntag, 14.06. / 17:50 Uhr / Mozarts Requiem in der Sagrada Família
Musik, Frankreich, 2025, ARTE F 48 Min.
Regie: Guillaume Klein
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Giovanni Antonini
Orchester: Gran Teatre del Liceu
Chorleitung: Pablo Assante
Chor: Gran Teatre del Liceu
Mit: Marina Viotti (Mezzosopran), Levy Sekgapane (Tenor), Nicola Ulivieri (Bass), Emőke Baráth (Sopran)
Online verfügbar von 14/12/2025 bis 20/01/2028
Wiederholung vom 06.06.2026
Sonntag, 14.06. / 00:00 Uhr / Gregory Peck, Filmstar und Gentleman
Dokumentation, Frankreich, 2022, ARTE F 52 Min.
Regie: Grégory Maitre
Online verfügbar von 12/04/2026 bis 11/01/2027
Wiederholung vom 19.04.2026
Montag, 15.06. / 00:20 Uhr / Das Phantom der Oper
Stummfilm, USA, 1925, ARD 91 Min.
Regie: Rupert Julian
Drehbuch: Raymond Schrock, Elliott J. Clawson
Autor:in: Gaston Leroux
Produktion: Universal Pictures
Produzent: Carl Laemmle
Kamera: Virgil Miller, Milton Bridenbecker, Charles Van Enger
Schnitt: Maurice Pivar
Musik: Gabriel Thibaudeau
Mit: Lon Chaney (Erik/Phantom), Mary Philbin (Christine Daaé), Norman Kerry (Raoul de Chagny), Gibson Gowland (Simon)
Online verfügbar von 15/06/2026 bis 12/12/2026
Paris, Ende des 19. Jahrhunderts: ein mysteriöses Wesen haust in den Kellergewölben der Pariser Oper. Keiner hat es je gesehen, aber es steht in Verbindung mit der jungen Sängerin Christine Daaé, die dem Phantom ihren Aufstieg zur gefeierten Sängerin verdankt. Als Gegenleistung will das Phantom Christines Zuneigung … Restaurierte Fassung des Stummfilmklassikers von Rupert Julian.
Die prachtvolle Pariser Opéra Garnier birgt ein dunkles Geheimnis. Tief unter ihren prunkvollen Sälen, in einem Labyrinth aus Gängen und Gewölben, lebt ein entstelltes Wesen, das sich als „Phantom“ einen Namen gemacht hat. Niemand hat es je gesehen, doch seine Präsenz ist allgegenwärtig, sei es durch rätselhafte Botschaften, verschwundene Gegenstände oder die plötzliche Karriere der jungen Sängerin Christine Daaé. Sie verdankt ihm ihren Aufstieg, doch der Preis ist hoch: Das Phantom verlangt ihre Liebe und Treue. Christine, hin- und hergerissen zwischen Furcht und Faszination, folgt dem Phantom in seine unterirdische Welt … Vorlage des Films ist der 1910 erschienene französische Roman „Le Fantome de l’Opéra“ von Gaston Leroux. Leroux ließ sich von der Baugeschichte der Pariser Opéra Garnier inspirieren. Die Pariser Oper zählt in der Tat 17 Stockwerke, ein Drittel davon unterirdisch. In der Zeit der Pariser Commune diente der Rohbau mit seinen Kellern der Unterbringung von Waffen und Gefangenen. 1896 fiel ein Teil des sieben Tonnen schweren Kronleuchters in den Zuschauerraum. Auch der unterirdische Fluss befand sich tatsächlich unter der Oper. Die Entwürfe des Filmarchitekten Ben Carré gehen auf originale Bauzeichnungen für die Pariser Oper zurück, wo Carré selbst als Bühnenbildner gearbeitet hatte. Er schafft es, für den Film ein düsteres Labyrinth von Treppen, Gängen und Nischen zu schaffen, in denen sich das Grauen glaubhaft einnistet.
Zusatzinfo:
Die restaurierte Fassung des Stummfilmklassikers von 1925 fängt die düstere Atmosphäre der Vorlage ein. Lon Chaney – das Phantom – ist als „Man of thousand faces“ in die Filmgeschichte eingegangen. Als Kind gehörloser Eltern lernte er schon früh, sich pantomimisch zu verständigen. Als er nach schauspielerischen Anfängen bei Wandertheatern zum Film ging, kam ihm seine Erfahrung zugute, sich selbst zu schminken und bizarre Masken zu erfinden. Er nahm körperliche Strapazen in Kauf, um Horrorfiguren überzeugend darzustellen. Chaney galt als einer der populärsten Schauspieler seiner Zeit.
Montag, 15.06. / 01:55 Uhr / Josephine Baker, Ikone der Befreiung
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 53 Min.
Regie: Ilana Navaro
Online verfügbar von 20/04/2026 bis 29/11/2026
Wiederholung vom 31.05.2026
Dienstag, 16.06. / 02:10 Uhr / Berlin Alexanderplatz – Ein Roman wird Oper
Dokumentation, Deutschland, 2021, WDR 52 Min.
Regie: Axel Fuhrmann
Online verfügbar von 13/06/2026 bis 14/09/2026
ʺBerlin Alexanderplatzʺ gilt als einer der bedeutendsten deutschen Großstadtromane des 20. Jahrhunderts. Autor Alfred Döblin setzt damit dem mythischen ʺBabylon Berlinʺ ein Denkmal und entwirft ein authentisches Bild der 1920er Jahre mit ihren gesellschaftlichen Umbrüchen, wachsender Kriminalität und einem sexuell aufgeladenen Lebensstil. Fast hundert Jahre nach seinem Erscheinen wird aus Döblins Bestseller eine Oper, die den Sound der Roaring Twenties und die tragische Liebes- und Mordgeschichte des Romans in einer ebenso außergewöhnlichen wie aufwendigen Produktion auf die Musiktheaterbühne bringt.
Alfred Döblins ʺBerlin Alexanderplatzʺ erscheint 1929 und gilt neben ʺUlyssesʺ von James Joyce als einer der unübertroffenen europäischen Großstadtromane des 20. Jahrhunderts. Über Nacht wird Döblin weltberühmt, sein Roman im Laufe der folgenden Jahrzehnte mehrfach verfilmt, unter anderem in einer großangelegten Fernsehserie von Rainer Werner Fassbinder. Doch an eine Oper wagt sich lange niemand, obwohl sein Werk bekannt dafür ist, den Sound des schon damals sehr umtriebigen ʺBabylon Berlinʺ literarisch eingefangen zu haben.
2022 brachte das Theater Bielefeld ʺBerlin Alexanderplatzʺ als Welturaufführung auf die Musiktheaterbühne. Endlich wurde aus der Text- und Klangwelt des Romans eine Oper: Schriftstellerin Christiane Neudecker erstellte aus dem polyphonen Roman das Libretto. Die Musik stammt von den Brüdern Vivan und Ketan Bhatti, bekannt für Theatermusiken und Opern vom Schauspiel Köln bis zur Deutschen Oper Berlin mit Autoren und Regisseuren wie Feridun Zaimoglu, Roland Schimmelpfennig und Nuran David Calis.
Der Dokumentarfilm von Axel Fuhrmann taucht ein in die Entstehungszeit des Romans. Er erzählt seine Entwicklung entlang der Geschichte und der Biografie Döblins und lässt das Publikum teilhaben am Entstehungsprozess einer außergewöhnlichen und spartenübergreifenden Operninszenierung mit Schauspiel und Tanz. Die Hauptrolle des Antihelden Franz Biberkopf übernahm Bariton Evgueniy Alexiev, Regie führte Wolfgang Nägele. Dirigentin Anne Hinrichsen leitete Sängerensemble, Bielefelder Philharmoniker und Bielefelder Opernchor.
Freitag, 19.06. / 23:20 Uhr / Steven Spielberg, Hollywoods ewiges Wunderkind
Dokumentation, Frankreich, 2024, ARTEFFL 55 Min.
Regie: Michaël Prazan
Online verfügbar von 31/05/2026 bis 06/10/2026
Wiederholung vom 07.06.2026
Freitag, 19.06. / 00:20 Uhr / Mogwai ~ Rolling Stone Beach 2025
Musik, Deutschland, 2025, ZDF 59 Min.
Regie: Yves Zosso
Online verfügbar von 19/06/2026 bis 17/09/2026
Erstausstrahlung
Seit über 25 Jahren stehen Mogwai für instrumentale Wucht und emotionale Tiefe. Beim Rolling Stone Beach 2025 bringen sie ihre hypnotischen Postrock-Sphären an den Strand. Ein Konzert zum Sehen, Hören und Fühlen.
Mogwai gehören zu den Pionieren des Postrocks. Ihre Musik entfaltet sich langsam, wächst, türmt sich auf – bis sie in einen Sturm mündet. Die Schotten schaffen Klanglandschaften, die zugleich monumental und intim sind. Ihr Album „As the Love Continues“ erreichte Platz 1 der britischen Charts – ein Triumph für eine Band ohne Gesang. Beim Rolling Stone Beach 2025 entführen Mogwai ihr Publikum in andere Sphären. Sie erschaffen Musik zum Eintauchen, Sich-Verlieren und Wiederfinden.
Freitag, 19.06. / 03:55 Uhr / Bilder allein zuhaus: Bailarines, Fernando Botero – Schäkerei
Serie, Frankreich, 2021, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 12/06/2026 bis 31/10/2026
Mit vollem Körpereinsatz versucht Maria ihren Tanzpartner beim erotischen Tango zu verführen. Dieser ist jedoch deutlich weniger begeistert von der körperlichen Nähe … Eine Neuinterpretation des berühmten Sketchs „La Drague“ von Guy Bedos und Sophie Daumier.
ʺBilder allein zuhausʺ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis ʺMona Lisa“ bis hin zu Boteros ʺBailarines“ werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielerinnen und Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.
Programmwoche 26:
Samstag, 20.06. / 02:15 Uhr / Die sieben Todsünden – Gauthier Dance Stuttgart
Tanz, Deutschland, 2022, SWR 90 Min.
Regie: Andreas Morell
Choreographie: Sidi Larbi Cherkaoui, Sasha Waltz, Aszure Barton, Marcos Morau, Marco Goecke, Hofesh Shechter, Sharon Eyal
Online verfügbar von 20/06/2026 bis 20/07/2026
Sieben Todsünden, sieben unterschiedliche Choregraphien: Neid, Habsucht, Völlerei, Zorn, Wollust, Trägheit, Hochmut. Sieben Vergehen sind es, die im Katechismus als die schlimmsten Sünden gelten. In der Kunst haben sie von Renaissance-Malern bis zum Hollywoodfilm sämtliche Genres inspiriert, nun lässt Eric Gauthier sie auf sieben verschiedene Arten tanzen. Gauthier vereint für seine kollektive Collage Stars der internationalen Tanzszene: Aszure Barton, Sidi Larbi Cherkaoui, Sharon Eyal & Gai Behar, Marco Goecke, Marcos Morau, Hofesh Shechter und Sasha Waltz kreieren jeweils ein Tanzstück. Ohne dass sie gegenseitig ihre Arbeiten kennen, setzt sich so ein Mosaik aus Bildern zu einem großen Tableau zusammen, das reich an Metaphern ist.
Jeder dieser sieben Künstlerinnen und Künstler porträtiert im Stuttgarter Theaterhaus jeweils eine der Todsünden in Bewegung – dunkel oder grell, minimalistisch oder bilderstürmend, vom Tanztheater über Performance bis zum modernen Ballett.
Vielleicht zur gleichnamigen Ballettmusik von Kurt Weill und den provokativen Texten von Bertolt Brecht, wahrscheinlich zu anderen sündhaften Klängen – darüber entscheiden allein die Choreographinnen und Choreographen. Sie alle sind Künstlerinnen und Künstler mit großer, theatralischer Bildkraft und freuen sich auf die Herausforderung der kleinen Form – erfinden sie doch als Leiter und Leiterinnen ihrer eigenen Kompanien meist lange, abendfüllende Produktionen.
Eric Gauthier folgt dabei dem Vorbild des „Cadavre Exquis“, einem Spiel der Surrealisten, bei dem mehrere Künstler auf einem gefalteten Blatt eine surreale Zeichnung oder einen Satz zusammensetzen, ohne von den Inhalten der anderen zu wissen.
Verwirklichen werden sie ihre Visionen mit bis zu sieben Tänzern von Gauthier Dance. Im Tanz erfahren wir, was uns diese alten biblischen Schlagworte heute noch bedeuten, denn werden wir nicht täglich mit Sünden wie Zorn und Hochmut konfrontiert? Ist die Habsucht heute nicht gesellschaftlich etabliert, gar zum Motor des Wirtschaftslebens geworden, prägen die damaligen Todsünden als psychosoziale Kräfte unsere moderne Weltordnung?
So unterschiedlich die persönlichen Idiome der Choreographinnen und Choreographen auch aussehen, so verschieden ist auch ihre Ästhetik und Motivation: politisch, philosophisch, feministisch oder psychologisch.
Sonntag, 21.06. / 15:30 Uhr / europiano: Teil 1 ~ Die schönsten Klavierkonzerte aus Europa
Musik, Deutschland, Frankreich, 2026, ZDFARTEARTE F 254 Min.
Regie: Katharina Kreuz, Stéphane Aube, Michael Beyer, Christoph Engel, Colin Laurent, Ute Feudel, Florian Beau
Komponist: Johannes Brahms, Edvard Grieg, Frédéric Chopin, Ludwig van Beethoven, Maurice Ravel, Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Petr Popelka, Klaus Mäkelä, Łukasz Borowicz, Ryan Bancroft, Aziz Shokhakimov, Alexander Liebreich
Orchester: Wiener Symphoniker, Orchestre de Paris, Filharmonia Poznańska, Kungliga Filharmonikerna, Orchestre Philharmonique de Strasbourg, Orquesta de València
Moderation: Annette Gerlach, Louis Philippson
Mit: Yulianna Avdeeva (Klavier), Nobuyuki Tsujii (Klavier), Rafał Blechacz (Klavier), Eric Lu (Klavier), Anna Vinnitskaya (Klavier), Mao Fujita (Klavier)
Am 21. Juni 2026, dem Tag der „Fête de la musique“, spielt ganz Europa die schönsten Klavierkonzerte, vereint in einem über achtstündigen Liveprogramm. Von Lissabon über Stockholm bis nach Hamburg erklingen an einem Tag etwa Meisterwerke von Mozart, Beethoven und Brahms an symbolträchtigen Orten – interpretiert von herausragenden Pianistinnen und Pianisten unserer Zeit.
Die erste Hälfte des Konzert-Tages, von 15.30 Uhr bis 19.40 Uhr, steht im Zeichen zentraler Werke für Klavier.
Den Auftakt bildet Österreich aus dem Wiener Konzerthaus: Yulianna Avdeeva interpretiert das Klavierkonzert Nr. 1 in d Moll von Johannes Brahms, begleitet von den Wiener Symphonikern unter der Leitung von Petr Popelka.
Aus der Philharmonie de Paris folgt Edvard Griegs Klavierkonzert in a Moll. Starpianist Nobuyuki Tsujii aus Japan, von Geburt an blind, wird begleitet vom Orchestre de Paris unter der Leitung von Klaus Mäkelä.
Im polnischen Posen steht das Klavierkonzert Nr. 1 in e Moll von Frédéric Chopin auf dem Programm. Rafał Blechacz spielt mit der Filharmonia Poznańska, dirigiert von Łukasz Borowicz.
Das Konserthuset im schwedischen Stockholm präsentiert Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 in c Moll. Solist ist der junge amerikanische Pianist Eric Lu, Gewinner des Internationalen Chopin-Wettbewerbs 2025. Begleitet wird er von den Kungliga Filharmonikerna unter der Leitung von Ryan Bancroft.
Aus dem Palais de la Musique in Straßburg, unweit des Hauptsitzes von ARTE, erklingt Maurice Ravels Klavierkonzert für die linke Hand D Dur, interpretiert von Anna Vinnitskaya mit dem Orchestre philharmonique de Strasbourg unter der Leitung von Aziz Shokhakimov.
Den Vorabend beschließt ein Open Air Konzert aus dem spanischen Valencia: Im Renaissance Innenhof der alten Universität spielt der japanische Star-Pianist Mao Fujita das Klavierkonzert Nr. 21 in C Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, begleitet von der Orquesta de Valencia unter der Leitung von Alexander Liebreich.
Sonntag, 21.06. / 20:05 Uhr / europiano: Teil 2 ~ Die schönsten Klavierkonzerte aus Europa
Musik, Deutschland, Frankreich, 2026, ZDFARTEARTE F 175 Min.
Regie: Michael Beyer, Beatrix Conrad, Carlos Lucas, Andreas Morell, Florian Beau
Komponist: Ludwig van Beethoven, Robert Schumann, Peter Iljitsch Tschaikowsky, Sergej Rachmaninow
Dirigent: Constantinos Carydis, Sylvain Cambreling, Hannu Lintu, Alain Altinoglu
Orchester: Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Symphoniker Hamburg, Orquestra Gulbenkian, hr-Sinfonieorchester
Moderation: Annette Gerlach, Louis Philippson
Mit: Lukas Sternath (Klavier), Martha Argerich (Klavier), Bruce Liu (Klavier), Hayato Sumino (Klavier)
Am 21. Juni 2026, dem Tag der „Fête de la musique“, spielt ganz Europa die schönsten Klavierkonzerte, vereint in einem über achtstündigen Liveprogramm. In der zweiten Hälfte, von 20.05 Uhr bis 23.00 Uhr, stehen Schlüsselwerke des 19. und frühen 20. Jahrhunderts im Fokus – interpretiert von herausragenden Pianistinnen und Pianisten unserer Zeit.
Die zweite Hälfte des Klavierkonzert-Events führt das Publikum an vier markante Orte Europas: Athen, Hamburg, Lissabon und Wiesbaden.
Den Auftakt bildet Athen in Griechenland mit einem Open Air Konzert: Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 in Es Dur. Der österreichische Pianist Lukas Sternath am Klavier wird begleitet von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung des griechischen Dirigenten Constantinos Carydis.
In der Hamburger Laeiszhalle treffen zwei absolute Stars aufeinander: Martha Argerich, eine der herausragendsten Pianistinnen des 20. und 21. Jahrhunderts, interpretiert Robert Schumanns Klavierkonzert in a Moll. Begleitet wird sie von den Symphonikern Hamburg unter der Leitung des französischen Dirigenten Sylvain Cambreling.
Ein weiteres Open Air Konzert folgt aus Portugals Hauptstadt Lissabon: Peter Iljitsch Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 in b Moll, interpretiert von dem kanadischen Shootingstar und Gewinner des Internationalen Klavierwettbewerbs Frédéric Chopin 2021, Bruce Liu. Das Orquestra Gulbenkian unter der Leitung des finnischen Dirigenten Hannu Lintu begleitet den Solisten.
Den krönenden Abschluss bildet der virtuose japanische Star-Pianist Hayato Sumino im Wiesbadener Kurhaus. Mit dem Klavierkonzert Nr. 2 in c Moll von Sergej Rachmaninow spielt er mit dem hr-Sinfonie-Orchester unter der Leitung des französischen Dirigenten Alain Altinoglu.
Sonntag, 21.06. / 01:10 Uhr / They Shot the Piano Player
(Dispararon al Pianista)
Spielfilm, Spanien, Frankreich, Niederlande, 2023, ARTE F 96 Min.
Regie: Fernando Trueba, Javier Mariscal
Drehbuch: Fernando Trueba
Produktion: They Shot the Piano Player AIE, Fernando Trueba PC SA, Les Films d’Ici Méditerranée, Submarine Sublime, Animanostra, Gao Shan Pictures, Julián Piker & Fermín SL, ARTE France Cinéma
Produzent: Cristina Huete
Schnitt: Arnau Quiles
Online verfügbar von 21/06/2026 bis 21/07/2026
Erstausstrahlung
Bei seinen Recherchen für ein Buch über die brasilianische Musikszene der 1970er Jahre stößt Autor Jeff Harris auf den Klaviervirtuosen Francisco Tenório Júnior, der 1976 plötzlich von der Bildfläche verschwand. Jeffs Untersuchungen führen ihn in die Abgründe der Militärdiktatur und Höhen des südamerikanischen Bossa Nova. – Doku-Fiction-Animationsfilm mit hinreißender Jazzmusik.
New York, 2010: Musikjournalist Jeff Harris bekommt den Auftrag, ein Buch über die Jazzszene in Brasilien in den 1970er Jahren zu schreiben. Bei seiner Recherche zum Bossa Nova stößt er auf den brasilianischen Klaviervirtuosen Francisco Tenório Júnior, der berühmt war für seine Technik und seinen Ausdruck. Wie kann es sein, dass Jeff noch nie von diesem Künstler gehört hat?
Seine Recherche ergibt: Tenório war ein aufstrebender und angesehener Pianist, als er eines Tages einfach verschwand, wie vom Erdboden verschluckt. In den Militärdiktaturen Südamerikas war das Verschwinden von Personen in den 1970er Jahren keine Seltenheit; doch warum wurde ein unpolitischer Mensch wie Tenório entführt oder gar ermordet? Und wieso fand man nie eine Leiche? Jeffs Recherchen für das Buch über den Bossa Nova werden immer mehr von Tenório und seinem Schicksal bestimmt.
Eine musikalische Expedition in die lebendige Jazzszene Brasiliens, Argentiniens und Chiles zu Zeiten grausamer politischer Verfolgung. Ein Doku-Fiction-Animationsfilm mit einem Touch Gelassenheit – durch den Bossa Nova.
Zusatzinfo:
Die Regisseure Javier Mariscal und Fernando Trueba erhielten für ihre frühere Zusammenarbeit „Chico & Rita“ 2012 eine Oscarnominierung in der Kategorie Bester Animationsfilm. „They Shot the Piano Player“ feierte 2023 Premiere auf dem Toronto International Film Festival und wurde 2024 zweifach für den Europäischen Filmpreis nominiert. Der Film verwendet Originalaufnahmen der Stimmen von Größen der brasilianischen Jazzmusik, unter anderem von Vinícius de Moraes, Autor des berühmten Songtextes „Garota de Ipanema“ („The Girl From Ipanema“).
Sonntag, 21.06. / 02:45 Uhr / Michelangelo, Skandal in der sixtinischen Kapelle
Dokumentation, Frankreich, 2023, ARTE F 53 Min.
Regie: Cécile Bulte, Frédéric Biamonti
Online verfügbar von 17/05/2026 bis 22/12/2026
Wiederholung vom 24.05.2026
Sonntag, 21.06. / 03:40 Uhr / Italo Calvino, der Schriftsteller auf den Bäumen
Dokumentation, Italien, Frankreich, 2023, ARTERAI 52 Min.
Regie: Duccio Chiarini
Online verfügbar von 22/04/2026 bis 20/09/2026
Italo Calvino ist einer der bedeutendsten italienischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Romanen ʺDer Baron auf den Bäumenʺ und ʺWenn ein Reisender in einer Winternacht … ʺ wurde er international berühmt. Die Dokumentation erzählt anhand von teils unveröffentlichtem Archivmaterial und zahlreichen Textauszügen die künstlerische Laufbahn und das bewegte Leben des weltgewandten Autors.
Italo Calvino (1923-1985) gehörte zu den bedeutendsten italienischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Die Dokumentation lädt dazu ein, den Menschen und Autor durch das Prisma eines seiner größten Werke zu entdecken: ʺDer Baron auf den Bäumenʺ.
Genau wie der Held seiner Erzählung begann das Leben für Italo Calvino auf der Erde, nahe den Pflanzen, Gärten und Blumen. Er wuchs in einer Familie von Naturwissenschaftlern auf: seine Eltern waren Botaniker. Um die faschistische Wirklichkeit Italiens während der Mussolini-Diktatur auszublenden, schuf er sich eine blühende Fantasiewelt.
Sein politisches Engagement begann Anfang der 1940er Jahre: 1944 schloss er sich der Resistenza an, 1945 trat er der Kommunistischen Partei bei. Anders als sein ʺBaron auf den Bäumenʺ beschloss er, seinen Beitrag für die Gemeinschaft nicht aus einem Baumwipfel heraus zu leisten, sondern die Literatur zu nutzen, um die Welt von oben zu betrachten. Seine freiheitsliebenden Gedanken vermittelte er über den ihm eigenen allegorisch-fantastischen Stil in seinen Werken.
1956 erlebte Calvino den Einfall sowjetischer Truppen in Ungarn wie einen Dolchstoß ins Herz. Kurz darauf trat er aus der Kommunistischen Partei aus und wandte sich von der Politik ab. In den 1960er Jahren zog es ihn ins Ausland und er ließ sich in Paris nieder, wo er anderer Leute Bücher las und sich mit neuen Studien befasste: Kosmologie, Archäologie und Astronomie öffnen ihm neue Horizonte. Dadurch erlangte er den Abstand, nach dem er sich gesehnt hatte, um die Dinge der Welt ʺvon obenʺ zu betrachten.
Montag, 22.06. / 05:55 Uhr / GEO Reportage: Die Puppen tanzen! Litauens rollendes Theater
Reportage, Deutschland, 2021, ARTE 52 Min.
Regie: Gordian Arneth
Online verfügbar von 16/05/2026 bis 21/08/2026
Wiederholung vom 23.05.2026
Mittwoch, 24.06. / 22:05 Uhr / Hairy Tales – Das Haar in der Kunst
DoDokumentation, Deutschland, 2026, BR 52 Min.
Regie: Angela Graas-Castor
Online verfügbar von 24/06/2026 bis 24/07/2026
Erstausstrahlung
„Hairy Tales – Das Haar in der Kunst“ erkundet Haar als Ausdruck von Macht, Identität und Rebellion. Von der Antike bis heute zeigt die Dokumentation klassische Meisterwerke, zeitgenössische Positionen und ungewöhnliche Protagonistinnen und Protagonisten und wirft einen Blick auf die Verflechtung von Körper, Schönheit und Politik über die Jahrhunderte.
Ob lockig oder glatt, geschoren oder wallend: Haar ist weit mehr als nur ein modisches Accessoire. Es erzählt von Macht, Lust und Rebellion, von gesellschaftlichen Zwängen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. „Hairy Tales – Das Haar in der Kunst“ begibt sich auf eine sinnliche Spurensuche durch mehrere Jahrhunderte Kulturgeschichte und zeigt, wie eng Körper und Kunst, Schönheit und Politik miteinander verflochten sind.
Von der Antike bis heute spielt Haar in der Kunst eine zentrale Rolle. Albrecht Dürer, Sandro Botticelli und Leonardo da Vinci feierten es als Symbol göttlicher Schöpfung und irdischer Verführung, während Frida Kahlo und Marina Abramović es zum Ausdruck existenzieller Fragen von Identität, Wut und Weiblichkeit machten. Die Kamera folgt diesen Bildwelten und den Menschen, die Haar heute immer wieder neu interpretieren.
Die ivorische Künstlerin Laetitia Ky formt mit ihrem eigenen Haar skulpturale, feministische Statements. Eine Friseurmeisterin erhebt ihr Handwerk zur Kunst. Eine junge Frau gewinnt nach einer Chemotherapie in einem Fotoshooting neue Stärke. Und Haarkünstler Charlie Le Mindu präsentiert in Paris eine Haute-Couture-Kollektion aus echtem Menschenhaar.
So entsteht ein Kaleidoskop, in dem sich persönliche Geschichten mit gesellschaftlichen Fragen verbinden – über Schönheit und Scham, Freiheit und Kontrolle, Identität und Zugehörigkeit.
Mittwoch, 24.06. / 23:00 Uhr / Ingeborg Bachmann ~ 100 Jahre Ingeborg Bachmann
Dokumentation, Frankreich, Österreich, 2026, ARTEORF 52 Min.
Regie: Barbara Frank
Online verfügbar von 17/06/2026 bis 21/03/2027
Erstausstrahlung
Am 25. Juni 2026 feiert die Welt den 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann. Die Dokumentation erzählt, wie aus Bachmann eine Diva der Dichtkunst wurde, deren „zündende Kraft“ es wiederzuentdecken gilt. Zu Wort kommen unter anderem Literatur-Nobelpreisträger Peter Handke, Literaturwissenschaftlerin Françoise Rétif, Zeitzeuge Moshe Kahn und Bachmanns Bruder Heinz Bachmann.
Die Dokumentation erzählt, wie Ingeborg Bachmann zum Mythos wurde. Am 25. Juni 2026 feiert die literarische Welt den 100. Geburtstag der Namenspatronin eines der wichtigsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum. Regisseurin Barbara Frank zeichnet das Porträt einer widersprüchlichen Frau, die vieles war: das Mädchen aus der österreichischen Provinz, das zur Diva der Dichtkunst aufstieg. Eine Frau, die die Männer gleichermaßen liebte und unter ihnen litt. Eine Widerständige, die den Menschen unangenehme Wahrheiten zumutete. Aber auch eine zutiefst Verletzte, die ihr Ende – nach einem mysteriösen Brandunfall in Rom – durch unzählige Feuermetaphern in ihrem Werk literarisch vorweggenommen zu haben schien.
Die „zündende Kraft“ im Werk Ingeborg Bachmanns wurde dagegen lange Zeit ausgeklammert und ignoriert. Gerade sie gilt es – neben der wirklichkeitsverändernden Kraft der Sprache – vor dem Hintergrund erschütternder Skandale rund um männliches Vorherrschaftsdenken wiederzuentdecken.
Frank präsentiert ihren Sensationsfund: Bachmanns jahrzehntelang verschollen geglaubtes Drehbuch zur Verfilmung ihres Hörspiels „Der gute Gott von Manhattan“, das nicht realisiert wurde, aber einen neuen Blick auf ihr Schreiben zulässt. Zu Wort kommen der Literatur-Nobelpreisträger Peter Handke, die französische Bachmann-Expertin Françoise Rétif, ihr Wegbegleiter, der Celan-Übersetzer Moshe Kahn, sowie Bachmanns Bruder Heinz Bachmann.
Freitag, 26.06. / 22:30 Uhr / Versace: Imperium der Träume
Dokumentarfilm, Italien, 2024, ARTE F 72 Min.
Regie: Mimmo Calopresti
Online verfügbar von 19/06/2026 bis 23/12/2026
Erstausstrahlung
Der Film beleuchtet das Leben des Modeschöpfers Gianni Versace – von seiner Kindheit und Jugend im italienischen Reggio Calabria in den 1960er Jahren über seine Anfänge in der Modebranche bis zu seinem gewaltsamen Tod. Aussagen von Freunden und Kollegen des Künstlers werden mit Archivaufnahmen von Modenschauen und Interviews mit Stars wie Claudia Schiffer und Carla Bruni verknüpft. Eine Hommage an den „Kaiser der Träume“, der vor seinem Haus in Miami einem Serienmörder zum Opfer fiel.
Gianni Versace gehört zu den herausragenden Figuren der Haute Couture. Der Film, der fast ausschließlich in seiner Heimatstadt Reggio Calabria an der Küste Süditaliens gedreht wurde, beleuchtet das Leben des italienischen Modeschöpfers: von seinen Anfängen in der Schneiderei seiner Mutter bis hin zum Unternehmen Versace, das er 1978 zusammen mit seinem Bruder Santo und seiner Schwester Donatella gründete und zu einem wahren Modeimperium entwickelte. Eine Erfolgsgeschichte, die ohne die Nähe zu seiner Familie nicht denkbar wäre – und ebenso wenig ohne die Persönlichkeit des Mannes, der Prominente wie Prinzessin Diana einkleidete, Wohltätigkeitsveranstaltungen finanzierte und den ein Kurator einst als „einen Medici-Prinzen der 80er und 90er Jahre“ beschrieb.
Auf dem Höhepunkt seines Ruhms kam Versace tragisch ums Leben: Er wurde am 15. Juli 1997 im Alter von 50 Jahren vor seinem Haus in Miami Beach von dem Serienmörder Andrew Cunanan getötet; das Motiv bleibt unklar.
Freitag, 26.06. / 00:55 Uhr / Four Tet ~ Sónar 2025
Musik, Deutschland, 2025, ZDF 69 Min.
Regie: Florian Breuer
Online verfügbar von 26/06/2026 bis 26/07/2026
Erstausstrahlung
Als einer der innovativsten Köpfe der elektronischen Musikszene steht Four Tet für musikalische Offenheit und Kreativität. Beim Festival Sónar 2025 in Barcelona verbindet er Jazz, Ambient, Garage und Club-Sounds aus aller Welt zu einem einzigartigen Set. Ein genreübergreifender Trip – emotional, überraschend und absolut tanzbar.
Four Tet ist einer der produktivsten Elektro-Acts der Welt und seit Ende der 1990er Jahre ein wandlungsfähiger Klangzauberer. Mit seinem charakteristischen Stil hat er bereits mit Stars wie Thom Yorke von Radiohead und seinem alten Schulfreund Burial zusammengearbeitet. Kürzlich hat er sich mit Fred Again und Skrillex zusammengetan, um Tracks zu veröffentlichen, die von Minimal-House-Remixes bis hin zu Dubstep-Hymnen wie Hol!s „Country Riddim“ reichen – ein Beweis für seine Vielseitigkeit. Ob er nun die Charts anführt, Grammys gewinnt oder unvergessliche DJ-Sets hinlegt, Four Tet definiert mit jedem Schritt die Dance-Musik-Landschaft neu. Sónar ist ein wegweisendes Festival, das seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 1994 die Entwicklung und Verbreitung elektronischer Musik und digitaler Kultur widerspiegelt. Jedes Jahr verwandelt das Festival Barcelona in einen internationalen Treffpunkt für Musikverrückte, Künstlerinnen und Künstler sowie Fachleute aus aller Welt für innovative Inhalte. Four Tet kehrt mit einem stilübergreifenden DJ-Set zum Sónar 2025 zurück: Er verbindet Jazz, Ambient, Garage und Club-Sounds aus aller Welt zu einem einzigartigen und tanzbaren Ganzen.
Freitag, 26.06. / 03:57 Uhr / Bilder allein zuhaus: James Abbott McNeill Whistler – Addict
Serie, Frankreich, 2022, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 25/08/2023 bis 31/08/2028
Das Kurzprogramm ʺBilder allein zuhausʺ nimmt mit humorvollen Nachstellungen Meisterwerke der Malerei unter die Lupe. ARTE zeigt die vierte Staffel. In dieser Folge: Nachtruhe im Musée d’Orsay – nur die alte Dame im Gemälde „Arrangement in Grau und Schwarz: Porträt der Mutter des Künstlers“ macht noch nicht die Augen zu …
Nachtruhe im Musée d’Orsay – nur die alte Dame im Gemälde ʺArrangement in Grau und Schwarz: Porträt der Mutter des Künstlersʺ macht noch nicht die Augen zu. Im Jahr 1871 malt der amerikanische Künstler James Abbott McNeill Whistler seine Mutter Anna. In dieser Folge von ʺBilder allein zuhausʺ wird die Porträtierte quicklebendig, denn die Nacht ist noch jung und perfekt, um Zombies und rüden Mitspielern beim Zocken einzuheizen …
Programmwoche 27:
Sonntag, 28.06. / 17:50 Uhr / Jean-Yves Thibaudet spielt Chatschaturjan
Musik, Deutschland, 2025, ZDF 42 Min.
Regie: Dick Kuijs
Komponist: Aram Chatschaturjan, Ester Mägi
Dirigent: Paavo Järvi
Orchester: Royal Concertgebouw Orchestra
Mit: Jean-Yves Thibaudet (Klavier)
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 26/09/2026
Erstausstrahlung
Paavo Järvi dirigiert Jean-Yves Thibaudet in Aram Chatschaturjans Klavierkonzert, das armenische Volksmelodien mit rhythmischer Kraft vereint. Eine besondere Klangfarbe bringt der Mittelsatz, in dem eine Musiksäge überrascht. Ester Mägis ʺVesperʺ überzeugt mit lyrischer Tiefe und ist inspiriert von estnischer Folklore.
Paavo Järvi, einer der führenden Dirigenten für nord- und osteuropäische Musik, bringt mit dem Royal Concertgebouw Orchestra und dem Pianisten Jean-Yves Thibaudet zwei außergewöhnliche Werke zur Aufführung: Ester Mägis ʺVesperʺ und Aram Chatschaturjans Klavierkonzert in Des-Dur.
Die Komponistin Ester Mägi trägt nicht ohne Grund auch den Beinamen „Grande Dame“ oder „First Lady“ der estnischen Musik. Ihre ʺVesperʺ ist inspiriert von der besonderen Atmosphäre der Johanniskirche in Tallinn, der Hauptstadt Estlands. Das Werk verbindet traditionelle estnische Volksmelodien mit zarten Orchesterfarben.
Einen spannenden Kontrast dazu bildet Aram Chatschaturjans Klavierkonzert, das der französische Pianist Jean-Yves Thibaudet interpretiert. Das Werk besticht durch seine rhythmische Energie, die Einbindung armenischer Volksmelodien und einen einzigartigen Effekt im Mittelsatz: eine Musiksäge, die dem Stück eine fast surreale Klangfarbe verleiht. Thibaudet, bekannt für seine stilistische Bandbreite und technische Brillanz, bringt all diese Facetten zur Geltung. Das Konzert verspricht eine faszinierende musikalische Reise zwischen Nord und Ost, zwischen meditativer Poesie und mitreißender Expressivität.
Im Programm:
– Ester Mägi: Vesper
– Aram Chatschaturjan: Klavierkonzert Des-Dur, op. 38
Das Konzert wurde am 02.05.2025 im Concertgebouw in Amsterdam aufgezeichnet.
Sonntag, 28.06. / 19:30 Uhr / Die Geigenbauerin von Cremona
Dokumentation, Deutschland, 2025, ZDF 43 Min.
Regie: Alessandro Soetje
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 31/03/2030
Erstausstrahlung
Cremona, die Wiege des Geigenbaus, ist noch immer eine Männerdomäne. Doch die Französin Bénédicte erfüllt sich hier ihren Traum mit einer eigenen Werkstatt. Nun steht sie vor einer großen Aufgabe: Der Geiger Quentin hat ein maßgefertigtes Konzertinstrument bestellt. Aus jahrhundertealtem Fichtenholz entsteht eine Geige mit eigener Seele. Wird ihr Klang den Erwartungen gerecht?
Cremona in Norditalien ist das Mekka des Geigenbaus. Wo einst Meister wie Stradivari und Guarneri unübertroffene Instrumente schufen, wird das jahrhundertealte Handwerk noch heute zelebriert. Doch in den zahlreichen Werkstätten geben nach wie vor meist Männer den Ton an.
Die Französin Bénédicte hat sich von diesem Vorurteil nicht aufhalten lassen. Einst kam die studierte Musikwissenschaftlerin nach Cremona, um sich ihren Traum zu erfüllen. Heute führt sie erfolgreich ihr eigenes Atelier. Wie eine Handvoll anderer Meisterinnen – darunter ihre Freundin Elisabetta, die den Geheimnissen historischer Instrumente nachspürt – kämpft Bénédicte mit weiblicher Intuition und absoluter Perfektion um Anerkennung in einer hochgradig traditionellen Branche.
Nun steht sie vor einer besonderen Bewährungsprobe: Der französische Geiger Quentin träumt von einem maßgefertigten Konzertinstrument aus Cremona und vertraut auf Bénédictes Kunstfertigkeit. Für die Geigenbauerin beginnt eine intensive Reise. Sie startet hoch oben im Val di Fiemme, wo 200-jährige Fichten das begehrte Tonholz liefern. In ihrer Werkstatt formt sie das Holz anschließend in monatelanger, einsamer Präzisionsarbeit. Es ist ein täglicher Balanceakt zwischen handwerklichem Geschick und künstlerischer Hingabe. Jeder Handgriff beeinflusst den Charakter der Geige.
Nach Wochen der Stille und Vorfreude wird Quentin das Instrument zum ersten Mal anspielen. Wird der Klang der neugeborenen Geige die hohen Erwartungen des Musikers erfüllen?
Sonntag, 28.06. / ab 20:15 Uhr / Schwerpunkt: Summer of Disco
Schwerpunkt, ARTE104 Min.
Der „Summer of Disco“ feiert die Musik: Als musikalische Revolution, als Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche und als globales Kulturphänomen: Zwischen Glanz und Abgrund, Utopie und Kommerz, Tanzfläche und gesellschaftlichem Wandel entsteht ein Panorama, das Disco nicht nur als Musikrichtung, sondern als kulturelle Bewegung begreifbar macht – damals wie heute. Disco never dies!
Disco never dies! 50 Jahre nach seiner Entstehung widmet ARTE dem Genre einen ganzen ʺSummer of Discoʺ. Das Programm vereint Spielfilme, Dokumentationen und Konzertaufzeichnungen und zeigt Disco als musikalische Revolution, als Ausdruck gesellschaftlicher Umbrüche und als bis heute wirkmächtiges Kulturphänomen. Entstanden aus afroamerikanischen, lateinamerikanischen und queeren Subkulturen, war Disco immer auch ein Ort der Freiheit, Emanzipation und Gemeinschaft. Zugleich prägt der ikonische Four-on-the-Floor-Beat die Popmusik bis heute.
Mit Klassikern wie ʺSaturday Night Feverʺ, ʺFameʺ und ʺScarfaceʺ beleuchtet ARTE unterschiedliche Facetten der Disco-Ära – von Aufstiegsträumen, Tanz und urbaner Kreativität bis zur exzessiven Kehrseite von Glamour, Macht und Drogen. Dokumentationen wie ʺGiorgio & Donnaʺ über Giorgio Moroder und Donna Summer, ein Film über die Bee Gees sowie ʺWe Want the Funk!ʺ erweitern den Blick auf prägende Künstler und musikalische Verbindungen.
Produktionen wie ʺDisco Sex Machineʺ und ʺThe War on Discoʺ nehmen zudem die gesellschaftlichen und politischen Spannungen rund um das Genre in den Blick – von Kommerzialisierung bis zum ersten modernen Kulturkampf. Ergänzt wird der ʺSummer of Discoʺ durch Konzertmitschnitte, darunter Cerrone, sowie große Disco-Hits aus dem ʺMusikladenʺ mit ABBA, Boney M., Jackson 5 und Kool and the Gang.
Sonntag, 28.06. / 20:15 Uhr / The Bee Gees: How Can You Mend a Broken Heart
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentarfilm, USA, 2020, ARTE 104 Min.
Regie: Frank Marshall
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 28/07/2026
ʺThe Bee Gees: How Can You Mend a Broken Heartʺ ist die erste Dokumentation in Spielfilmlänge über die Bee Gees, autorisiert von Barry Gibb und den Familien der verstorbenen Brüder Robin und Maurice Gibb. Der Film will herausfinden, wieso die Musik der drei Brüder seit mehr als einem halben Jahrhundert so beständig und überzeugend ist.
Die Dokumentation ʺThe Bee Gees: How Can You Mend a Broken Heartʺ geht der Frage nach, warum die Musik der Bee Gees seit mehr als einem halben Jahrhundert so beliebt ist. Es geht um die sagenhafte Geschichte der Popband The Bee Gees – eine Geschichte von atemberaubenden Erfolgen, aber auch von Verlust und Leid.
Das Bee-Gees-Phänomen basiert auf einer besonderen Kreativität der Musiker: Das Trio bestand aus drei Brüdern. Mit sechs Jahren begannen die Zwillinge Maurice und Robin, mit neun Jahren Barry, Melodien zu improvisieren und musikalische Motive zu komponieren – und zwar ohne formale Ausbildung und ohne sich dessen bewusst zu sein, was sie da eigentlich taten. Es passierte wie von selbst.
Die Dokumentation erzählt von drei Brüdern, die einem Gefühl nachspüren, das sie als Kinder empfunden haben – der Freude, zusammen zu singen und aus diesem einzigartigen Sound eigene Songs entstehen zu lassen.
Sonntag, 28.06. / 22:00 Uhr / Scarface
Schwerpunkt: Summer of Disco
Spielfilm, USA, 1982, ARTE F 146 Min.
Regie: Brian De Palma
Drehbuch: Oliver Stone
Autor:in: Armitage Trail
Produktion: Universal Pictures
Produzent: Martin Bregman
Kamera: John A. Alonzo
Schnitt: Jerry Greenberg
Musik: Giorgio Moroder
Mit: Al Pacino (Tony Montana), Michelle Pfeiffer (Elvira Hancock), Steven Bauer (Manny Ribera), Mary Elizabeth Mastrantonio (Gina Montana), Robert Loggia (Frank Lopez), Miriam Colon (Mama Montana), F. Murray Abraham (Omar Suarez), Paul Shenar (Alejandro Sosa)
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 05/07/2026
Miami, 1980: Der Gangster Tony Montana flüchtet von Kuba in die USA. Bald schon beteiligt er sich am florierenden Drogenhandel und steigt mit Scharfsinn und Brutalität zum mächtigsten Drogenbaron der Stadt auf. Doch Tonys Neigung zu Gewaltausbrüchen und Paranoia wächst ins Unermessliche, als er selbst den Drogen verfällt. Zudem macht er sich einen mächtigen Mann zum Feind …
Zusatzinfo:
„Scarface“ von Brian De Palma ist ein Remake des Films von Howard Hawks aus dem Jahr 1932 nach dem gleichnamigen Roman von Armitage Trail. Brian De Palma ist neben Martin Scorsese, George Lucas und Steven Spielberg einer der prominentesten Regisseure des New Hollywood. Mit seiner Version von „Scarface“ schuf er ein düsteres Universum voller Gewalt, das den Gangstermythos in Blutkaskaden feiert. Zunächst kühl aufgenommen, ist er inzwischen zum Kultfilm avanciert. Als Tony Montana brilliert Al Pacino in einer seiner besten Rollen.
Sonntag, 28.06. / 00:30 Uhr / Tom Hanks, ein ganz normaler Held
Dokumentation, Frankreich, 2026, ARTE F 52 Min.
Regie: Pierre-François Didek
Online verfügbar von 31/05/2026 bis 26/09/2026
Wiederholung vom 07.06.2026
Sonntag, 28.06. / 01:20 Uhr / Music Queer: Village People – YMCA
Serie, Frankreich, 2024, ARTE F 3 Min.
Regie: Amandine Fredon, Rebecca Manzoni
Online verfügbar von 20/06/2026 bis 01/03/2031
Erstausstrahlung
Was ist der kleinste gemeinsame Nenner von queerer und christlicher Kultur? Antwort: YMCA!
Sonntag, 28.06. / 01:25 Uhr / Queen, „We Are the Champions“ ~ Die Geschichte der größten Sporthymne aller Zeiten
Dokumentation, Deutschland, 2024, ARTEFFL 52 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Lilly Schlagnitweit
Online verfügbar von 07/07/2024 bis 07/07/2027
Wiederholung vom 12.06.2026
Montag, 29.06. / 20:15 Uhr / Liebe 1962
(L’Eclisse)
Schwerpunkt: Ein Abend mit Monica Vitti
Spielfilm, Frankreich, Italien, 1962, ARTE F 121 Min.
Regie: Michelangelo Antonioni
Drehbuch: Tonino Guerra, Michelangelo Antonioni
Produktion: Interopa Film, Cineriz, Paris Film
Produzent: Robert Hakim, Raymond Hakim
Kamera: Gianni Di Venanzo
Schnitt: Eraldo Da Roma
Musik: Giovanni Fusco
Mit: Monica Vitti (Vittoria), Alain Delon (Piero), Francisco Rabal (Riccardo), Louis Seigner (Ercoli), Lilla Brignone (Vittorias Mutter)
Piero ist ein ehrgeiziger Börsenmakler, Vittoria eine frisch getrennte Frau. Die beiden treffen sich mitten in Rom und fühlen sich zueinander hingezogen. In ihrem jeweiligen Leben ziellos und ohne Partner, haben beide ein Bedürfnis nach Sicherheit und Nähe. Werden sie zusammenfinden? – Michelangelo Antonionis Film wurde in Cannes 1962 mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.
Zusatzinfo:
„Liebe 1962“ wurde bei den Filmfestspielen in Cannes 1962 mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.
Montag, 29.06. / 22:15 Uhr / Monica Vitti, die Königin des italienischen Films
Schwerpunkt: Ein Abend mit Monica Vitti
Dokumentation, Deutschland, 2024, ZDF 52 Min.
Regie: Katja Duregger
Online verfügbar von 29/06/2026 bis 27/09/2026
Erstausstrahlung
Monica Vitti, 1931 als Maria Luisa Ceciarelli geboren, gilt als Ikone des europäischen Kinos. Bekannt wurde sie durch die frühen Filme von Michelangelo Antonioni, mit dem sie eine Arbeits- wie Liebesbeziehung verband. Bereits ihr erster gemeinsamer Film „Die mit der Liebe spielen“ machte sie 1960 international bekannt. Es folgten „Die Nacht“ (1961), „Liebe“ (1962) und „Rote Wüste“ (1964).
Entrückt, cool, unnahbar: In Antonionis Studien der Entfremdung des Menschen in der Moderne, der Leere und Beziehungslosigkeit wurde Monica Vitti mit ihrem reduzierten und konzentrierten Spiel zum Sinnbild der undurchdringlichen, einsamen Protagonistin.
Ein Image, das sie im zweiten Teil ihrer Schauspielkarriere überraschend durchbrach. In einer Reihe populärer Komödien präsentierte sich eine völlig andere Monica Vitti: witzig, temperamentvoll, lebenslustig. Vitti avancierte zum weiblichen Star der italienischen Komödie, die ansonsten von Männern dominiert war, und drehte etwa mit Mario Monicelli, Ettore Scola, Vittorio De Sica und Alberto Sordi.
Monica Vitti spielte in über 50 Filmen fürs Kino und Fernsehen mit, bevor sie sich in den 1990er Jahren aus der Schauspielerei zurückzog, selbst unterrichtete, schrieb und Regie führte. Kaum jemand hat das Frauenbild in Italien so sehr beeinflusst und verändert wie sie. In der Dokumentation kommt vor allem Monica Vitti selbst zu Wort – in ihren Rollen und in Interviews. Daneben sprechen ihre Biografin Laura Delli Colli, der Filmkritiker Carlo Chatrian und die französische Schauspielerin und Regisseurin Laetitia Masson über ihren Einfluss.
Montag, 29.06. / 23:10 Uhr / Das Kino des Bernardo Bertolucci ~ Opulent und unangepasst
Dokumentation, Italien, Frankreich, 2025, ARTERAI 53 Min.
Regie: Marco Spagnoli
Online verfügbar von 22/06/2026 bis 26/03/2027
Erstausstrahlung
Bernardo Bertolucci (1941-2018) zählt zu den einflussreichsten Regisseuren des Weltkinos. Seine Filme sind Meisterwerke visueller Opulenz und emotionaler Tiefe, die intime Geschichten mit großen historischen Themen verweben. Sein mit neun Oscars ausgezeichneter Film „Der letzte Kaiser“ gilt als Meilenstein der Filmgeschichte. Das Porträt erzählt den Werdegang des Visionärs.
Bernardo Bertoluccis künstlerischer Aufstieg fiel in eine Zeit des globalen Umbruchs – die 1960er Jahre und die folgenden Jahrzehnte, in denen das Kino zum zentralen Medium des gesellschaftlichen Wandels wurde. Als einer der international einflussreichsten Regisseure seiner Zeit verstand er es, den Geist dieser Ära einzufangen.
Nach ersten Erfahrungen als Assistent von Pier Paolo Pasolini begann Bertolucci bereits in den 1960er Jahren, eine eigene künstlerische Handschrift zu entwickeln. Ein frühes Schlüsselwerk ist „Der große Irrtum“ (1970), in dem Bertolucci die politische Radikalisierung der Jugend im Kontext der 68er-Bewegung reflektiert.
Seinen internationalen Durchbruch erzielte er mit „Der letzte Tango in Paris“ (1972). Das Drama mit Marlon Brando und Maria Schneider in den Hauptrollen über eine obsessive, anonyme Beziehung zwischen zwei Fremden polarisierte die Kritik und bleibt bis heute höchst umstritten.
Ein Höhepunkt seines Schaffens ist „Der letzte Kaiser“ (1987). Als erste westliche Produktion, die in der Verbotenen Stadt in Peking gedreht werden durfte, erzählt der Film die Lebensgeschichte des letzten chinesischen Kaisers Puyi. Der Film wurde mit neun Oscars ausgezeichnet und gilt als Meisterwerk des epischen Kinos.
Eine unverwechselbare visuelle Opulenz, komplexe Figuren und eine tiefe Auseinandersetzung mit historischen und gesellschaftlichen Prozessen zeichnen Bertoluccis Filme aus. Sein Werk ist ein Meilenstein des Weltkinos.
Die Dokumentation ist nicht nur eine Hommage an den italienischen Maestro, sondern auch an eine kreative Bewegung, deren Erbe – radikale Freiheit, kompromisslose Sinnlichkeit und unabhängiges Denken – bis heute fasziniert.
Montag, 29.06. / 00:05 Uhr / Der schönste Junge der Welt ~ Björn Andrésen: Viscontis blonder Engel
Dokumentation, Schweden, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Kristian Petri, Kristiana Lindström
Online verfügbar von 27/10/2025 bis 31/12/2026
Als „schönsten Jungen der Welt“ präsentierte ihn vor mehr als 50 Jahren Luchino Visconti bei der Premiere seines Films „Tod in Venedig“: Björn Andrésen wird in der Rolle des Todesengels Tadzio über Nacht zum Weltstar – und sein Leben zur Tragödie. Ein persönlicher Blick auf Erinnerungen, die Kinogeschichte schrieben, und den Versuch, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.
1969 reist der italienische Regisseur Luchino Visconti durch Europa und sucht nach dem perfekten Jungen, der den schönen Tadzio in seiner Thomas-Mann-Verfilmung „Tod in Venedig“ verkörpern soll. Als der schüchterne 15-jährige Björn Andrésen dann in Stockholm durch die Tür kommt, weiß Visconti sofort, dass er seinen „Todesengel“ gefunden hat.
Zum Casting angemeldet wurde Björn von seiner Großmutter, die für ihn und seine Schwester seit dem frühen Tod der Mutter sorgt. Sie begleitet ihn auch bei den Dreharbeiten, widmet sich aber mehr ihrer eigenen kleinen Rolle als den Nöten ihres Enkels.
Tadzios – Björn Andrésens – Schönheit weckt Begehrlichkeiten, gegen die ihn Visconti während des Drehs noch abzuschirmen weiß. Doch 1971 bei der Weltpremiere des Films in London, zu der auch Queen Elizabeth und Prinzessin Anne geladen sind, präsentiert er Björn als „schönsten Jungen der Welt“. Er überlässt ihn der Welle öffentlicher Begeisterung, die ihm dann auch beim Filmfestival in Cannes entgegenschlägt und die den Pubertierenden in Situationen bringt, denen er nicht gewachsen ist und die er auch später nicht mehr kontrollieren kann. Ein japanischer Musikagent lädt ihn direkt vom roten Teppich nach Tokio ein, wo Björn als Japans erster westlicher Popstar in TV-Shows und Werbeclips vermarktet und als Idol des schönen androgynen Jünglings in Animes und Mangas verarbeitet wird.
50 Jahre später öffnen Kristina Lindström und Kristian Petri den Blick hinter die Kulissen des Filmklassikers „Tod in Venedig“ und nähern sich einem Mann, der versucht, die Kontrolle über sein Leben zu erlangen.
Montag, 29.06. / 01:00 Uhr / Fabian oder Der Gang vor die Hunde
Fernsehfilm, Deutschland, 2021, ZDF 176 Min.
Regie: Dominik Graf
Drehbuch: Dominik Graf, Constantin Lieb
Autor:in: Erich Kästner
Produktion: ARTE, DCM Pictures GmbH, Lupa Film GmbH, ZDF
Produzent: Felix von Boehm
Kamera: Hanno Lentz
Schnitt: Claudia Wolscht
Musik: Sven Rossenbach, Florian Van Volxem
Kostüme: Barbara Grupp
Szenenbild / Bauten: Claus Jürgen Pfeiffer
Redaktion: Daniel Blum, Olaf Grunert, Andreas Schreitmüller
Mit: Tom Schilling (Jakob Fabian), Saskia Rosendahl (Cornelia Battenberg), Albrecht Schuch (Stephan Labude), Meret Becker (Irene Moll), Aljoscha Stadelmann (Makart)
Online verfügbar von 29/06/2026 bis 04/08/2026
Berlin, 1931: In politisch unsicheren Zeiten geht der junge Werbetexter Jakob Fabian tagsüber seiner Arbeit nach und erkundet nachts Unterweltkneipen, Bordelle und Künstlerateliers. Als distanzierter Beobachter hat er jede Hoffnung auf Moral und Anstand aufgegeben, doch als er sich in die selbstbewusste Cornelia Battenberg verliebt, beginnt Fabian, wieder an das Gute zu glauben.
Berlin, 1931: Jakob Fabian arbeitet tagsüber als Werbetexter in einer Zigarettenfabrik, nachts zieht er mit seinem besten Freund Labude durch Kneipen, Bordelle und Künstlerateliers. Im Gegensatz zu seinem wohlhabenden Freund bleibt Fabian dort ein distanzierter Beobachter. Mit dieser von Unsicherheit beherrschten Zeit, der sich Labude mit politischem Aktivismus entgegenzustellen versucht, kann Fabian nicht viel anfangen und kommentiert die Geschehnisse ironisch.
Während sich Labude nach einer Trennung Hals über Kopf in Exzesse und Affären stürzt, lernt Fabian eines Tages die selbstbewusste Rechtsreferendarin Cornelia Battenberg kennen. Eine Frau, die eigentlich der Männerwelt abgeschworen hat und keine neue Beziehung sucht. Für Fabian aber ist sie der Lichtblick am düsteren Berliner Nachthimmel. Durch Cornelia gelingt es Fabian, für einen Moment seine pessimistische Grundhaltung abzulegen – bis auch er einer Entlassungswelle zum Opfer fällt. Er versucht, seine Arbeitslosigkeit vor Cornelia zu verheimlichen, die wiederum den Avancen des Filmproduzenten Makart nachgibt, der sie mit dem Versprechen einer großen Schauspielkarriere lockt.
Während Cornelia ein Verhältnis mit Makart eingeht und beruflich Erfolg hat, kann Fabian nicht mit dem Arrangement leben und verlässt sie. Seine Welt gerät aus den Fugen. Schließlich kehrt er Berlin den Rücken und sucht bei seinen Eltern in Dresden Zuflucht. Doch auch dort holt ihn das Schicksal ein, und der Gang vor die Hunde nimmt seinen Lauf …
Zusatzinfo:
Eine berührende Liebes- und Freundschaftsgeschichte in turbulenten und abgründigen Zeiten und gleichzeitig eine atmosphärische Momentaufnahme Berlins Anfang der 1930er Jahre – inszeniert von Dominik Graf auf der Grundlage der Urfassung des berühmten Romans von Erich Kästner. Mit Tom Schilling, Albrecht Schuch, Saskia Rosendahl und Meret Becker prominent besetzt und mehrfach ausgezeichnet mit dem Deutschen Filmpreis (unter anderem Silberne Lola für den besten Film). Eindrücklich vergegenwärtigt Dominik Graf inszenatorisch die Gefahr von Politikverdrossenheit und moralischem Niedergang, die aktueller denn je erscheint.
Mittwoch, 01.07. / 22:10 Uhr / Disco für alle! Wie ein Sound die Welt veränderte
Dokumentarfilm, Kanada, 2024, ARTE F 100 Min.
Regie: Peter Mishara, Omar Majeed
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 28/12/2026
Erstausstrahlung
Der Dokumentarfilm befasst sich mit der Entstehungsgeschichte der Disco-Musik und ihrem nachhaltigen Einfluss über Genres und Epochen hinweg. Sie erzählt von jenen Künstlerinnen und Künstlern, die sie erschufen und bereicherten – und sich selbst dadurch auf der Tanzfläche neu erfanden. Warum ist die Disco-Kultur in Zeiten der Polarisierung und Spaltung wichtiger denn je?
Disco entstand zunächst in der Underground-Szene im Zuge der Bürgerrechtsbewegung und der Stonewall-Unruhen der Lesben und Schwulen 1969. Sie entwickelte sich zu einem extravaganten Musikgenre, dessen schriller Glamour einem Lebensgefühl entsprach. Als radikale soziale Strömung und lebendige Gegenkultur wurde sie vom Mainstream vereinnahmt, ausgebeutet und schließlich abgewürgt. Im kollektiven Popkultur-Verständnis gilt Disco als kurzlebige Modeerscheinung, und die Erinnerung daran beschränkt sich oft auf Oldies wie „Saturday Night Fever“ oder den New Yorker Nachtclub „Studio 54“. Doch um es klar zu sagen: Disco never died! Wer waren die Künstlerinnen und Künstler, die Disco erschufen und bereicherten? Nile Rodgers, Billy Porter, Nona Hendryx, Grandmaster Flash, Fab Five Freddy und viele andere mehr. Gezeigt werden Aufstieg und Fall der Musikrichtung, die allmähliche Wandlung zur House Music und ihr Comeback in diesem Jahrtausend. Legendäre Dance Floors, spektakuläre Shows und ein unvergesslicher Soundtrack – Disco erhält endlich ihren rechtmäßigen Platz in der Geschichte und beweist, dass ihr Geist der Inklusion und Selbstermächtigung lebendiger ist denn je.
Mittwoch, 01.07. / 23:50 Uhr / Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentarfilm, Deutschland, 2026, RB 90 Min.
Autor:in: Michelle Brückner
Online verfügbar von 01/07/2026 bis 29/07/2026
Erstausstrahlung
ABBA, Boney M., The Jacksons, Donna Summer, Gloria Gaynor, Ike & Tina Turner, Kool & The Gang, Robin Gibb – alle diese Stars waren in den 1970er und 1980er Jahren im Musikladen von Radio Bremen zu Gast. ARTE bringt nun im Rahmen des „Summer of Disco“ die größten Disco-Klassiker aus dem Musikladen zurück auf den Bildschirm: „Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit“.
Der Musikladen von Radio Bremen hatte schon viele prominente Gäste: Dazu zählten ABBA, Boney M., The Jacksons, Donna Summer, Chic, Ike & Tina Turner, Kool & The Gang sowie Robin Gibb. Im Rahmen des „Summer of Disco“ bringt ARTE die größten Disco-Hits aus dem Musikladen zurück auf den Bildschirm: „Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit“.
Die 90-minütige Sendung zeigt die Auftritte von damals noch einmal: „Dancing Queen“ von ABBA, „Daddy Cool“ von Boney M., „Le Freak“ von Chic. Der junge Michael Jackson begeistert mit seinen Brüdern und „Blame It On the Boogie“ das Musikladen-Publikum. Auch mit dabei sind ein bislang ungesendeter Auftritt von Edwin Starr mit seinem Song „Contact“ und Gloria Gaynor mit ihrem Mega-Hit „I Will Survive“.
Der „Musikladen“ von Radio Bremen war eine legendäre Musiksendung von Radio Bremen, die von 1972 bis 1984 im deutschen Fernsehen lief. Als Nachfolger des „Beat-Clubs“ prägte sie die Jugend- und Musikkultur einer ganzen Generation. Zahlreiche nationale und internationale Stars traten dort auf und machten die Sendung zu einem prägenden Bestandteil der Musik- und Fernsehgeschichte der 1970er und frühen 1980er Jahre.
Regisseur und Mastermind des „Musikladens“ war Mike Leckebusch, der schon in den Vorjahren durch den „Beat-Club“ von Radio Bremen große Bekanntheit erlangte. Er war Vorreiter in der Umsetzung von Musikformaten im deutschen Fernsehen und schuf mit noch nie da gewesenen Videoeffekten eine ganz eigene Bildsprache und setzte jeden Auftritt einmalig in Szene.
Mittwoch, 01.07. / 01:25 Uhr / Zaz – Sounds Like Art
MO Museum Vilnius
Musik, Deutschland, 2026, ZDF 58 Min.
Regie: Flo Breuer
Online verfügbar von 01/04/2026 bis 30/06/2027
Wiederholung vom 05.06.2026
Freitag, 03.07. / 03:54 Uhr / Bilder allein zuhaus: Junge Dekadente, Ramon Casas – Bad Girl
Serie, Frankreich, 2022, ARTE F 3 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 30/08/2023 bis 31/08/2028
Ramon Casas malte 1899 die ʺJunge Dekadenteʺ. Dabei verewigte er Madeleine Boisguillaume, vollkommen erschöpft und versunken in einem Berg aus Kissen. Doch in dieser Folge von ʺBilder allein zuhausʺ sammelt sie alle verbliebene Energie, um sich mit einem dringenden Spendenaufruf an ihre Follower zu wenden, denn nach über 120 Jahren wäre es wirklich einmal nötig, dass Casas ihr Bild restauriert …
Programmwoche 28:
Samstag, 04.07. / 00:50 Uhr / Jonas Kaufmann und Ludovic Tézier in Baden-Baden
Musik, Deutschland, 2023, SWR 75 Min.
Regie: Andreas Morell
Komponist: Giuseppe Verdi, Amilcare Ponchielli
Dirigent: Jochen Rieder
Orchester: Deutsche Radio Philharmonie
Mit: Ludovic Tézier (Bariton), Jonas Kaufmann (Tenor)
Online verfügbar von 04/07/2026 bis 30/09/2026
Jonas Kaufmann und Ludovic Tézier gratulieren dem Festspielhaus Baden-Baden mit einem Arien- und Duettabend zum 25. Geburtstag. Das Konzert vom Jahresbeginn 2023 präsentiert zwei musikalisch wie menschlich bestens eingespielte Sänger, die zu den ganz großen Stars der Opernwelt gehören. Begleitet von der Deutschen Radio Philharmonie unter der Leitung von Jochen Rieder singen die beiden Gentlemen der Oper berühmte Arien und Duette von Giuseppe Verdi und Amilcare Ponchielli.
Samstag, 04.07. / 02:05 Uhr / Venedig und die Kunst der Macht ~ Die Geschichte der Biennale
Dokumentation, Deutschland, 2024, RBB 52 Min.
Regie: Silke Hohmann, Felix von Boehm
Online verfügbar von 04/07/2026 bis 03/08/2026
Welche Kunst wird erfolgreich? Und wer entscheidet darüber? Auch 130 Jahre nach ihrer Gründung ist die Biennale von Venedig das Zentrum der Macht in der Kunstwelt. Hier werden Karrieren begründet, der Kunstkanon definiert, gesellschaftliche Debatten geführt und Rekordpreise erzielt. Felix von Boehm und Silke Hohmann blicken in ʺDie Kunst der Machtʺ auch hinter die Kulissen und in die Geschichte der wichtigsten Ausstellung der Welt. Zugleich stellen sie die vergangenen und gegenwärtigen Machthaberinnen und Machthaber der venezianischen Biennale vor.
Anlässlich des 130-jährigen Jubiläums der Biennale zeichnet die Dokumentation nach, wie die Biennale von Venedig seit ihrer Gründung 1895 zu einer der wichtigsten Institutionen der internationalen Kunstwelt avancierte, welche Akteure an ihrem Erfolg beteiligt waren und immer noch sind. Dabei geht es auch um die Frage, ob ihre Machtstrukturen noch zeitgemäß sind.
Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen und in die Geschichte der Biennale: Eröffnet vom italienischen König, beäugt vom Vatikan, vereinnahmt von Benito Mussolini und dem Faschismus, bekämpft von den Studentenunruhen 1968, wiederauferstanden durch die Selbstermächtigung der Künstlerinnen und Künstler.
Heute wird sie von einem internationalen Team geleitet, Kuratorinnen und -kuratoren aus aller Welt verantworten die wechselnden Ausstellungen. Sammlerinnen lassen sich von unbekannten Künstlern inspirieren und geben ihnen in Venedig eine Bühne, um sie der interessierten Öffentlichkeit näherzubringen.
In der Gegenwart begleitet die Dokumentation Kunstschaffende wie Julien Creuzet und den Maler Walton Ford bei ihren Vorbereitungen in der Lagune, während aus der Vergangenheit die Geschichten der Sammlerin Peggy Guggenheim oder der Künstler Robert Rauschenberg, Nicolás García Uriburu und Joseph Beuys erzählt werden.
Sonntag, 05.07. / 15:20 Uhr / Sagrada Família. Antoni Gaudís Meisterwerk
Dokumentarfilm, Frankreich, 2026, ARTE F 91 Min.
Regie: Marc Jampolsky
Online verfügbar von 30/05/2026 bis 29/12/2026
Wiederholung vom 06.06.2026
Sonntag, 05.07. / 16:55 Uhr / Venedigs Magier der Glaskunst ~ Die Feuer von Murano
Dokumentation, Deutschland, 2023, ZDF 53 Min.
Regie: Eike Schmitz
Online verfügbar von 05/07/2026 bis 03/10/2026
Murano war über tausend Jahre lang ein Synonym für höchste Glaskunst. In den 1960er Jahren begann der Niedergang für die Inseln in der Bucht von Venedig. Muranoglas wurde als Kitsch etikettiert. Der Kurator Adriano Berengo versucht, dem etwas entgegenzusetzen und überzeugte bekannte Künstler und Künstlerinnen, in Murano Werke aus Glas herzustellen. Heute arbeiten hier Künstler wie Ai Weiwei, Koen Vanmechelen oder Laure Prouvost. Der Film begleitet sie bei ihrer ungewöhnlichen Arbeit, die Tradition und Moderne zusammenzubringt. Und dabei ein wunderbares altes Handwerk rettet.
Sonntag, 05.07. / 17:50 Uhr / Mantua musikalisch ~ Mit Lea Desandre
Musik, Frankreich, 2023, ARTE F 43 Min.
Regie: Christophe Maillet
Komponist: Claudio Monteverdi, Francesco Landini, Carlo Pallavicino, Conradus de Pistoria, Antonello da Caserta, Tarquinio Merula, Marchetto Cara, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Johann Strauss Vater, Giuseppe Verdi, Antonio Caldara, Claudio Monteverdi, Girolamo Frescobaldi, Georg Friederich Händel
Mit: Lea Desandre (Mezzosopran), Thomas Dunford (Laute)
Online verfügbar von 28/06/2026 bis 08/08/2026
Ab dem 14. Jahrhundert und die gesamte Renaissance hindurch war der Palazzo Ducale in Mantua eine Hochburg der Kultur, die zahlreiche Künstler, vor allem Musiker, anzog. Die Herzöge wechselten, aber die Musiktradition blieb bestehen. Ein musikalischer Streifzug durch die Räume dieses prunkvollen Palasts mit der Mezzosopranistin Lea Desandre und dem Lautenisten Thomas Dunford macht die Geschichte von Mantua mit ihren verschiedenen künstlerischen Strömungen greifbar und verleiht den Melodien, die einst hier erklangen, neues Leben.
ʺMantua musikalischʺ ist ein musikalischer Streifzug durch den Palazzo Ducale von Mantua, errichtet zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert von der Dynastie der Gonzaga, die einst über das Herzogtum herrschte. 1328 bezogen die Gonzaga den Palazzo del Capitano. Die Adelsfamilie, die zu einer der bedeutendsten Fürstendynastien Italiens aufsteigen sollte, gestaltete den Palazzo Ducale durch zahlreiche An- und Umbauten sowie Dekorarbeiten zu einer prunkvollen Anlage.
Renommierte Künstlerinnen und Künstler wie Andrea Mantegna, der die Wand- und Deckenmalereien des ehelichen Schlafgemachs schuf, oder Pisanello, dessen von der Ritterzeit inspiriertes Fresko unvollendet blieb, waren an der Verschönerung beteiligt. Die Gonzaga spielten eine entscheidende Rolle als Förderer von Kultur und Musik.
1490 heiratete Herzog Francesco II. Gonzaga Isabella d’Este. Das Fürstenpaar und nach ihm sein Sohn Federico holte zahlreiche italienische und ausländische Künstlerinnen und Künstler an den Hof. Ende des 16. Jahrhunderts erlebte Mantua den Höhepunkt seiner künstlerischen Blüte, sowohl in der Malerei – Tintoretto, Pourbus und Rubens gehörten zu den Hofmalern –, als auch in der Musik: Claudio Monteverdi schrieb hier seinen ʺOrfeoʺ, seine erste Oper. Diese Gattung der Bühnenmusik war noch neu, und Monteverdi wurde wahrscheinlich von den frühesten Opern aus Florenz inspiriert.
Die Malereien, Skulpturen sowie die Ausstattung jedes einzelnen Raums des Palastes rufen seine ruhmreiche Geschichte wach. Lea Desandre und Thomas Dunford flanieren durch Säle und Gärten und interpretieren dabei unter anderem Melodien von Monteverdi, Frescobaldi, Merula und Händel. Die Musik begleitet diese Führung durch die Epochen und bringt die ganze Pracht dieses Palasts zur Geltung.
Sonntag, 05.07. / 20:15 Uhr / Carlitos Weg
(Carlito’s Way)
Schwerpunkt: Summer of Disco
Spielfilm, USA, 1993, ARTE FARD 137 Min.
Regie: Brian De Palma
Drehbuch: David Koepp
Autor:in: Edwin Torres
Produktion: Bregman/Baer Productions
Produzent: Martin Bregman, Michael S. Bregman, Willi Baer
Kamera: Stephen H. Burum
Schnitt: Bill Pankow, Kristina Boden
Musik: Patrick Doyle
Mit: Al Pacino (Charlie „Carlito“ Brigante), Sean Penn (David Kleinfeld), Penelope Ann Miller (Gail), Luis Guzmán (Pachanga), James Rebhorn (Norwalk), Viggo Mortensen (Lalin), John Leguizamo (Benny Blanco)
New York, 1975: Drogenboss Carlito Brigante wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Er will ein neues Leben beginnen, sein Geld ehrlich verdienen und mit Freundin Gail auf die Bahamas ziehen. Doch schnell wird Carlito von seiner Vergangenheit eingeholt – und wieder geht es um Leben und Tod. Brian De Palmas zugleich spannender und bewegender Gangsterfilm (1993) mit Kultstatus.
Zusatzinfo:
Regisseur Brian De Palma erzielte unter anderem mit „Scarface“ (1983), „Die Unbestechlichen“ (1987) und „Mission: Impossible“ (1996) große Erfolge. Seine Filme sind maßgeblich vom Meister der Suspense, Alfred Hitchcock, inspiriert. „Carlitos Weg” wurde 1994 zweifach bei den Golden Globes nominiert und im Jahr 2000 von der französischen Filmzeitschrift „Cahiers du Cinéma“ als einer der drei besten Filme der 90er Jahre ausgezeichnet. Er basiert auf dem zweiten Band („After Hours“) der beiden Bücher von Edwin Torres über den fiktiven Gangster Carlito Brigante.
Sonntag, 05.07. / 22:30 Uhr / Disco Sex Machine ~ Die Geburt des Porn Chic
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Frankreich, 2026, ARTE 52 Min.
Regie: François Chaumont
Online verfügbar von 14/06/2026 bis 04/08/2026
Erstausstrahlung
120 Beats pro Minute – mit diesem Tempo, doppelt so schnell wie der menschliche Herzschlag, bringt Discomusik das Blut in Wallung und die Triebe auf Hochtouren. In den 70er Jahren, als die Erotik den Film eroberte und Sex aufhörte, reine Privatsache zu sein, wurde Disco zum Soundtrack der sexuellen Revolution. Ein Film über die erstaunlichen Verbindungen zwischen Disco und Pornografie – und wie erotische Inhalte verstärkt in die Popkultur gelangten.
In den 70er Jahren erfand eine Handvoll Klangmagier eine Zauberformel für eine tanzbare Musik, die mit dem gängigen Radioformat von Pop und Rock brach. Die sinnlich pulsierenden Rhythmen der Disco-Kultur wurden zum Soundtrack der sexuellen Befreiung. Zeitgleich mit dieser musikalischen Explosion eroberte die Erotik das Kino, Erotik- und Pornofilme erlebten einen kommerziellen Boom, und Sex war nicht mehr nur Privatsache, sondern ein öffentliches Thema in Kultur und Gesellschaft.
War Disco der musikalische Spiegel eines von allen Tabus befreiten Zeitgeistes? Ist es Zufall, dass die Blütezeit dieses Musikstils mit dem Höhenflug des Pornos zusammenfiel? Beiden Phänomenen gemein ist eine bis dato beispiellose Inszenierung von Körper und Lust. Es geht um das Zeigen von Nacktheit, um Grenzüberschreitung und die Sprengung der letzten Schranken einer Gesellschaft im Umbruch.
Die Disco-Kultur ist nicht nur Glitzer und Glamour, sie steht auch für eine Epoche. Ihre Leitfiguren, etwa Amanda Lear, Marc Cerrone sowie Brigitte Lahaie, die in diesen Jahren zum ersten französischen Pornostar wurde, erzählen von den damaligen Kämpfen um Integration und vom Wind der Freiheit, der mit den 80er Jahren wieder abflauen sollte …
Sonntag, 05.07. / 23:25 Uhr / Dorfdisco – Saturday Night Fever auf dem Land
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Deutschland, 2026, ZDF 52 Min.
Regie: Sven Hecker, Gregor Streiber
Online verfügbar von 05/07/2026 bis 03/10/2026
Erstausstrahlung
Die Dorfdisco: Sehnsuchtsort, Freiraum, Mythos. Hier wurden erste Küsse erlebt, Grenzen getestet und andere Leben erträumt. Die Dokumentation erzählt von einem prägenden Mikrokosmos der Provinz – und von seinem Verschwinden.
Die Dokumentation ist eine Liebeserklärung an einen Ort, an dem das Leben für ein paar Stunden lauter, bunter und intensiver wird: die Dorfdisco. Neonlicht flackert, der Bass drückt, der Boden klebt. Draußen knattern Mopeds, drinnen beginnen die Nächte, die man nie vergisst. Hier wird geflirtet, getanzt, gestritten – und wieder versöhnt. Für viele ist es der erste Ort gelebter Freiheit.
Die Dorfdisco ist mehr als ein Ort – sie ist ein Versprechen. Mitten in der Provinz öffnet sich eine andere Welt. Hier wird ausprobiert, wer man sein könnte: erster Kuss, erster Rausch, der Mut anders zu sein als vorgesehen. Große Sehnsüchte in kleinen Orten. Doch diese Welt verschwindet. Die Lichter gehen aus, die Tanzflächen bleiben leer, ganze Diskotheken werden zu Relikten – manchmal sogar zu Museumsstücken. Was geht verloren, wenn diese Nächte verschwinden?
Mit Archivmaterial, persönlichen Geschichten und tanzbarer Musik – von Nena über France Gall bis zu den Bee Gees – erzählt die Dokumentation von einem prägenden Kosmos zwischen Aufbruch und Abschied.
Auf diese Reise führen unter anderem die Schauspielerin Anne Ratte-Polle, der Musiker Nikko Weidemann und der Rapper Finch. Ergänzt wird der Blick durch den Fotografen François Prost und den Musikverleger Frédéric Leibovitz, der an seinen Vater, den DJ-Pionier Lucien Leibovitz, erinnert.
Sonntag, 05.07. / 00:20 Uhr / Music Queer ~ Gloria Gaynor – I Will Survive
Serie, Frankreich, 2024, ARTE F 3 Min.
Regie: Amandine Fredon, Rebecca Manzoni
Online verfügbar von 20/06/2026 bis 01/03/2031
Erstausstrahlung
Zunächst als empowernder Trennungssong geschrieben, wurde die feministische Hymne ʺI Will Surviveʺ von Gloria Gaynor insbesondere in den Aids-Jahren von der Gay-Community übernommen.
Sonntag, 05.07. / 00:25 Uhr / Nastassja Kinski – Geschichte einer Befreiung
Dokumentation, Frankreich, 2023, ARTE F 53 Min.
Regie: Marie-Gabrielle Fabre
Online verfügbar von 16/11/2025 bis 31/07/2026
Mit nur wenigen Filmen avancierte Nastassja Kinski in den 1970er Jahren zu einer der vielversprechendsten Schauspielerinnen ihrer Generation. In den 1980er Jahren war sie bereits ein internationaler Star mit Kultstatus – spätestens seit Wim Wenders‘ Film „Paris, Texas“. Wim Wenders entdeckte Nastassja Kinski im Alter von 13 Jahren. Mit 18 Jahren wurde sie als Hauptdarstellerin in Roman Polanskis Film „Tess“ international bekannt. Früh haftet das Image der Kindfrau an ihr, Projektionsfläche für zahlreiche Regisseure. Gleichzeitig versuchte sie immer wieder, diese einengenden Rollenklischees zu durchbrechen. Nach einer zehn Jahre dauernden Karriere gab Nastassja Kinski zum ersten Mal das Filmbusiness auf, um sich ihrem Privatleben zu widmen. Es folgen mehrere Comebacks, begleitet von privaten Turbulenzen.
Sie drehte in verschiedenen Sprachen und wurde schon mit wenigen Filmen zu einer der erfolgreichsten Schauspielerinnen ihrer Generation: Nastassja Kinski. Nach einer chaotischen Kindheit wird die damals 13-Jährige 1974 von Wim Wenders entdeckt. In ihm fand sie einen Mentor und Weggefährten und in der Filmwelt ein neues Zuhause. Mit dem Tatort „Reifezeugnis“ (1977) von Wolfgang Petersen erregt sie erstmals in Deutschland Aufsehen und bekommt weitere Rollen angeboten.
Doch als junge Schauspielerin stolpert sie auch in zweifelhafte Produktionen: Die von ihr verkörperten Figuren sind häufig mit besitzergreifenden und gewalttätigen Männern konfrontiert, die deutlich älter sind als sie. Ob als naive Verführerin oder als in ihren Lehrer verliebte Schülerin – derartige Rollen verleihen ihr das Image der ewigen Kindfrau, das ihr jahrelang anhaftet.
Doch Nastassja Kinski ist talentiert, vielseitig und arbeitet regelmäßig mit namhaften Regisseuren zusammen. Mit Wim Wenders dreht sie mehrere Filme. Dabei wollte die Tochter des berühmten Schauspielers Klaus Kinski eigentlich nie Schauspielerin werden, sondern sich aus diesem familiären Erbe befreien.
Weltweite Bekanntheit und einen Golden Globe erlangt Kinski als knapp 18-Jährige mit ihrer Rolle in Roman Polanskis „Tess“ (1979). Ihre markanteste Rolle verkörpert sie in Wenders’ mit der Goldenen Palme ausgezeichnetem Drama „Paris, Texas“ (1984) und wird damit zur Ikone. Mit dieser Filmrolle bricht sie aus dem Rollenkorsett aus, in dem sie lange feststeckte.
Mehrfach und völlig unerwartet zieht sich Nastassja Kinski aus dem Filmgeschäft zurück, um sich ihren Kindern zu widmen, um dann wieder aufzutauchen und wieder vor der Kamera zu stehen. Anhand ihrer Filmrollen und Interviews im Laufe ihrer Karriere zeichnet die Dokumentation den Lebens- und Schaffensweg der bedeutenden Schauspielerin nach.
Sonntag, 05.07. / 01:20 Uhr / Fabian oder Der Gang vor die Hunde (1/4): Die Zeit ist mit den Engeln böse
Serie, Deutschland, 2022, ZDF 43 Min.
Regie: Dominik Graf
Drehbuch: Dominik Graf, Constantin Lieb
Autor:in: Erich Kästner
Produktion: Lupa Film GmbH, DCM Pictures GmbH, ZDF, ARTE
Produzent: Felix von Boehm
Kamera: Hanno Lentz
Schnitt: Claudia Wolscht
Musik: Sven Rossenbach, Florian Van Volxem
Redaktion: Daniel Blum, Olaf Grunert, Andreas Schreitmüller
Mit: Tom Schilling (Jakob Fabian), Albrecht Schuch (Stephan Labude), Saskia Rosendahl (Cornelia Battenberg), Meret Becker (Irene Moll), Aljoscha Stadelmann (Makart)
Online verfügbar von 07/05/2026 bis 04/08/2026
Erstausstrahlung
Berlin, 1931: Die Stadt leidet unter der Wirtschaftskrise und politischer Unsicherheit. Der 32-jährige Germanist Jakob Fabian geht tagsüber seiner Arbeit als Werbetexter nach, während er nachts als hoffnungsloser Pessimist Zuflucht in der Berliner Unterwelt sucht. Sein ständiger Begleiter ist Stefan Labude, der kurz vor seiner Habilitation steht.
Geschmeidig mündet die sanfte Kamerafahrt durch das U-Bahn-Gewölbe am Heidelberger Platz in das Jahr 1931. Während die Fragilität der Weimarer Republik unübersehbar geworden ist, leiten der Niedergang von Moral, Anstand und Politik den europäischen Untergang ein. So sieht es zumindest Jakob Fabian, ein promovierter Germanist, der als Texter für die Reklame einer Zigarettenfirma gerade so das nötige Kleingeld für eine Berliner Bruchbude aufbringen kann. Doch statt dem anstehenden Wandel kämpferisch entgegenzutreten, zieht es Fabian vor, sich in der Berliner Unterwelt zwischen Nachtclubs, illegalen Kneipen und Etablissements einen Rückzugsort zu schaffen.
Kühl und distanziert steht Fabian als stiller Beobachter abseits eines Lebens, das in Ungewissheit schwebt. An seiner Seite ist sein bester Freund und regelmäßiger Begleiter Labude, den Fabian nach seiner Rückkehr von einer Reise überzeugt, seine Habilitationsschrift einzureichen.
Als sich die beiden Freunde wieder ins Berliner Nachtleben stürzen, erfährt Fabian, dass Labudes Reise nicht ohne Folgen geblieben ist. Kurz vor seiner Hochzeit entlarvte Labude in Hamburg eine Affäre seiner Verlobten und kämpft nun einen inneren Konflikt zwischen Vergebung und Abschied. Noch am gleichen Abend endet ein Seitensprung Labudes in einer Kneipenschlägerei. Indessen nutzte Fabian die Gelegenheit, sich der selbstbewussten Cornelia Battenberg anzunähern, die als Justiziarin in einer Berliner Filmproduktionsgesellschaft arbeitet. Schlussendlich erliegt Cornelia seinem Werben und verliebt sich genau wie Fabian Hals über Kopf.
Zusatzinfo:
In einer Hommage an die Filmkunst zeichnet Dominik Graf exzellent eine atmosphärische Momentaufnahme der dreißiger Jahre und wird Erich Kästners literarischem Meisterwerk mehr als nur gerecht. Subtil werden dem Zuschauer die ausgehende Gefahr von Politikverdrossenheit und dem verlorenen Glauben an Moral und Anstand vergegenwärtigt, die keineswegs an Bedeutung verloren hat. Nicht umsonst zieht Dominik Graf bereits mit dem ersten Bild Parallelen zum Jetzt und mahnt das schleichende Wachstum der Rechten ausgeklügelt an.
Sonntag, 05.07. / 02:05 Uhr / Fabian oder Der Gang vor die Hunde (2/4): Die Bonzen von Babelsberg
Serie, Deutschland, 2022, ZDF 52 Min.
Die Wirtschaftskrise bleibt allgegenwärtig und Arbeitslosigkeit gehört zur bitteren Normalität. Das bekommt auch Fabian zu spüren, als er gegen eine Abfindung kurzerhand von der Zigarettenfirma entlassen wird. Cornelia hat sich indessen zu einer unermüdlichen Stütze entwickelt, die seinen Pessimismus zumindest zeitweise vertreibt.
Als Cornelia und Fabian für einen mehrtägigen Besuch zu Labudes Elternhaus fahren, treffen zwei Welten aufeinander. Als Sohn eines renommierten Strafverteidigers schwimmt Labude im Geld. Dennoch bleibt er im Herzen ein Sozialrevolutionär, der von einer klassenlosen Gesellschaft träumt und so schnell wie möglich Hand anlegen will. Fabian hält Labudes Ideen jedoch für utopisch, während der Rechtsruck im Hintergrund die Gesellschaft infiltriert.
Durch Zufall wird Cornelia von dem einflussreichen Filmproduzenten Makart als Talent entdeckt. Für seinen neuen Film soll sie schon bald vorsprechen. Cornelia sieht ihre Chance, der prekären wirtschaftlichen Lage zu entkommen, und gibt Makarts Avancen nach. Fabian ist hingegen nicht davon überzeugt, dass Cornelias Arrangement mit ihrem Boss der gemeinsamen Existenzsicherung gilt. Doch angesichts Cornelias selbstbewusstem Aufbäumen gegen ein Leben in Armut ist Fabian machtlos.
Sonntag, 05.07. / 03:00 Uhr / Fabian oder Der Gang vor die Hunde (3/4): Zwei sind keine Bande
Die politische Lage spitzt sich zu und ein Umbruch scheint unausweichlich. Nachdem Labude bei seinem Kampf für die Revolution massiv über die Stränge geschlagen hat, wird er von der Polizei verhaftet. Seitdem ist er spurlos verschwunden. Fabian begibt sich auf die Suche nach seinem Freund und findet ihn als menschliches Wrack zwischen Drogen und Prostituierten in einem sadistisch geführten Bordell.
Cornelia ist mittlerweile ausgezogen und lebt auf Makarts Wunsch in der Nähe der Babelsberger Filmstudios. Obwohl Fabian weiß, dass diese Entwicklung unaufhaltsam war, schwelt in ihm die Eifersucht. Schließlich gibt er seinen Gefühlen nach und sucht Cornelia während ihres Vorsprechens auf. Durch den Vortrag eines von Fabian verfassten Textes räumt Cornelia jegliche Zweifel an ihrer Schauspielkarriere aus.
Ein letztes Mal verabreden sich die beiden als Paar. Doch als der erzürnte Fabian sie keines Blickes würdigt und ihr die kalte Schulter zeigt, bricht Cornelia emotional zusammen. In seinen Augen hat sie sich von materiellen Werten blenden lassen und dabei sich selbst und alles, was die beiden verbindet, aus den Augen verloren. In einem Kampf um Werte, Identität und Zukunft beendet Fabian die Beziehung. Am nächsten Morgen wird er von der Polizei geweckt.
Sonntag, 05.07. / 03:45 Uhr / Fabian oder Der Gang vor die Hunde (4/4): Die Welt geht vor die Hunde
Die Polizisten führen Fabian in das Bordell, das er noch bis vor kurzem aufgesucht hat. Regungslos und blutüberströmt liegt sein bester Freund in einem Sessel. In seinem Abschiedsbrief erfährt Fabian, dass die Habilitationsschrift von der Universität abgelehnt wurde, weswegen Labude seine Ideale und damit sein Leben aufgegeben hat.
Doch Fabian traut dem Brief nicht. Tatsächlich handelt es sich um einen dreisten Racheakt des wissenschaftlichen Assistenten Weckherlin, der als überzeugter Nationalsozialist im kommunistisch geprägten Labude sein Feindbild gefunden hat. Stattdessen hätte Labudes Arbeit als herausragendes Werk in der Schriftenreihe der Universität veröffentlicht werden sollen. Fabian verliert die Kontrolle und schlägt Weckherlin nieder.
Nach dem Verlust seiner Arbeit, seiner Liebe und seines besten Freundes ist für Fabian endgültig klar, dass seine Welt vor die Hunde gegangen ist. Da ihn nichts mehr in Berlin hält, kehrt er nach Dresden in sein Elternhaus zurück. Ein letztes Mal wagt Fabian einen Neuanfang und verabredet sich in ihrem gemeinsamen Stammcafé mit Cornelia. Doch sie wartet vergeblich …
Montag, 06.07. / 12:25 Uhr / Stadt Land Kunst: Joseph Beuys‘ Rhein / Bretagne / New Mexico
Magazin, Frankreich, 2025, ARTE F 45 Min.
Online verfügbar von 29/06/2026 bis 04/10/2026
(1): Der mystische Rhein von Joseph Beuys
(2): Bretagne: Ein Lied namens Gwerzioù
(3): Usbekistan: Der Gemüsereis von Umida
(4): Sturmwarnung in New Mexico
(1): Der mystische Rhein von Joseph Beuys
Im zerstörten Nachkriegsdeutschland bemühte sich Joseph Beuys (1921-1986) darum, die Wunden zu heilen, die der Zweite Weltkrieg gerissen hatte. Die Wildnis und das rohe Material inspirierten den Allround-Künstler, den Folgen menschlicher Raserei ein wenig Natur entgegenzustellen. Beuys entwickelte den „erweiterten Kunstbegriff“, der die Trennung zwischen Kunst und Gesellschaft aufheben sollte. Für ihn ist jeder Mensch ein potenzieller Künstler, der die Gesellschaft durch seine Kreativität mitgestalten kann. Sein Konzept der „sozialen Plastik“ begreift Kunst als gesellschaftsverändernde Kraft. Beuys war für überdimensionierte Installationen bekannt. So setzte er sich mit seiner Kunst auch für den Umweltschutz ein. Ein Beispiel für sein Engagement ist das Projekt „7000 Eichen“, das Beuys 1982 zur documenta 7 in Kassel schuf.
(2): Bretagne: Ein Lied namens Gwerzioù
Gwerzioù sind lange epische Gedichte, die a cappella gesungen werden und von der Härte des Lebens erzählen. Seit Jahrhunderten prägen sie die bretonische Identität. Sie speisen sich aus uralten Mythen und werden bei Beerdigungsprozessionen angestimmt. Im 19. Jahrhundert ließen sich Romantiker und Wissenschaftler von der Schönheit und dem Reichtum dieser Gesänge begeistern, sodass sie beschlossen, ihren Wortlaut festzuhalten und zu veröffentlichen. Dank dieser Sammlungen und der Wiederaneignung der Texte durch junge Sänger gelten die Gwerzioù bis heute als typisch keltische Kunstform.
(3): Usbekistan: Der Gemüsereis von Umida
In Tersak bereitet Umida das usbekische Nationalgericht Plov zu. In einem großen Topf brät sie Rindfleisch, Zwiebeln, Karotten und Rüben an und fügt anschließend als Würzmittel Kichererbsen, Kreuzkümmel, Knoblauch und Rosinen hinzu. Zum Schluss ergänzt sie Reis und gießt mit Wasser auf. Jetzt muss das Ganze in Ruhe fertigköcheln.
(4): Sturmwarnung in New Mexico
In den 1930er Jahren erlebten die Landwirte in New Mexico eine schwierige Zeit: Mitten in der Wirtschaftskrise brach eine Dürre aus und heftige Stürme wirbelten den von den Bauern freigelegten Mutterboden auf. Der gesamte Mittlere Westen versank in einer Staubwolke …
Montag, 06.07. / 13:10 Uhr / Stadt Land Kunst: Creuse / Brasilien / USA
Magazin, Frankreich, 2025, ARTE F 45 Min.
Regie: DIVERS
Autor:in: DIVERS
Online verfügbar von 29/06/2026 bis 04/10/2026
(1): Die Creuse: Wo sich Claude Monet neu erfand
(2): Brasilien: Ein Tanz gegen die Sklaverei
(3): Hannover: Die Rinderrouladen von Klaus
(4): USA: Jazzklänge im Weißen Haus
(1): Die Creuse: Wo sich Claude Monet neu erfand
1889 fieberte ganz Paris der Weltausstellung entgegen, die zum 100-jährigen Jubiläum der Französischen Revolution stattfand und zu der Millionen Besucher erwartet wurden. Der Maler Claude Monet (1840-1926) bereitete für die Expo die wohl bedeutendste Retrospektive seiner Karriere vor: Gemälde aus seinem bis dato 25-jährigen Schaffen, aber auch neue Werke, die zusammen mit Skulpturen des Bildhauers Auguste Rodin (1840-1917) gezeigt werden sollten. Monet war daran gelegen, sich als moderner Künstler zu präsentieren. Auf der Suche nach außergewöhnlichen Landschaften begab er sich in die Creuse. In der eher unwirtlichen Gegend entdeckte Monet ein neues künstlerisches Ausdrucksmittel: die Serie. Sie sollte die Arbeit des Malers bis zu seinem Lebensende prägen.
(2): Brasilien: Ein Tanz gegen die Sklaverei
Die Tanzprozession Bumba-meu-boi hat in Brasilien lange Tradition. Sie erinnert an eine Zeit, als die afro-brasilianische Bevölkerung als Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen schuften musste und diente den Armen immer auch als Möglichkeit, die Eliten zu kritisieren und zu verspotten. Bumba-meu-boi basiert auf einer mündlichen Überlieferung, die besagt, dass einst ein Sklave den Ochsen seines Herrn getötet haben soll. Seither spielen die Sklaven und ihre Nachkommen diesen Akt des Widerstands in einer Prozession nach, die afrikanisches und katholisches Brauchtum miteinander verbindet. Im 20. Jahrhundert wurde Bumba-meu-boi – bis dahin von den weißen Eliten verachtet – zum festen Bestandteil des brasilianischen Kulturerbes.
(3): Hannover: Die Rinderrouladen von Klaus
Wenn Klaus Rinderrouladen zubereitet, schwelgt er automatisch in Kindheitserinnerungen, denn sie sind ein typisches Sonntagsgericht. Sie bestehen aus dünnen Rindfleischscheiben, die mit Senf bestrichen und mit einer Mischung aus Speck, Gewürzgurken und gehackten Schalotten belegt werden. Anschließend wird das Ganze zusammengerollt und in Brühe geschmort. Wenn die Roulade beim Kochen nicht auseinanderfällt, ist ein Festmahl garantiert!
(4): USA: Jazzklänge im Weißen Haus
Washington ist seit 1800 nicht nur Amtssitz sämtlicher US-Präsidenten, sondern hat auch jede Menge großer Jazz-Musiker hervorgebracht. Lange Zeit gab es zwischen der Welt des Jazz und der Welt der Politik wenige Berührungspunkte – bis irgendwann ein Musiker versuchte, auf zwei Hochzeiten zu tanzen …
Montag, 06.07. / 02:25 Uhr / Jakub Józef Orliński – Music for a While
Dokumentation, Frankreich, 2022, ZDF 52 Min.
Regie: Martin Mirabel
Online verfügbar von 11/04/2026 bis 30/09/2026
Er ist eine große Entdeckung der Countertenor-Szene, passionierter Breakdancer, Model und Werbeikone: Jakub Józef Orliński hat mehr als zwei Begabungen. Der polnische Countertenor und Breakdancer fasziniert mit seinem Charme und Charisma Musikbegeisterte aller Generationen. Orliński hält nicht nur die Opernwelt in Atem. Mit seinen lässigen Stories auf Instagram erreicht der Shootingstar eine große junge Fangemeinde.
New York, Warschau, Barcelona: Die Dokumentation ist eine Reise zu drei Orten, die die Karriere Jakub Józef Orlińskis entscheidend prägten. „Ich will das Leben und die Welt“ treffen – das ist die Maxime des polnischen Stars, der seine Karriere in der Straßengang einer Breakdance-Kompanie begann und heute mit seiner Engelsstimme, seiner Präsenz in den sozialen Medien, als Model und auch als Tänzer immer wieder für Überraschungsmomente sorgt.
Back to the roots: Seinen Spagat zwischen Opern- und Breakdance-Bühne begann Orliński in einem Chor in Warschau sowie als Graffiti- und Straßenkünstler. Der Weg war schwer. ARTE begegnet Orliński in seiner Heimatstadt ganz privat. Dass „Opern-Counter“ nicht alles für ihn bedeutet, demonstriert Orliński mit dem romantischen Farbenspektrum von Karol-Szymanowski-Liedern und Jazzimprovisationen.
In die Herzen des Publikums hat sich der Opern- und Konzertsänger mit seinem Debüt in der New Yorker Carnegie-Hall gesungen. Er besuchte die Juilliard-School und eroberte die MET. In „The Big Apple“ gibt Orliński break-tänzerische Kostproben und spricht mit dem Komponisten, Dirigenten und Pianisten Matthew Aucoin über seine Erfolgsoper „Eurydice“.
Auch das katalanische Publikum liebt den sympathischen polnischen Sänger: Im Palau de la Música in Barcelona, einer Basis von Orlińskis Konzertaktivitäten, begeisterte er mit seinem Ensemble Il Pomo d’Oro mit barocken Kostbarkeiten.
Mittwoch, 08.07. / 22:10 I Feel Love – Giorgio Moroder & Donna Summer
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Frankreich, 2026, ARTE 52 Min.
Regie: Charles-Antoine de Rouvre
Online verfügbar von 08/07/2026 bis 05/11/2026
Erstausstrahlung
München, Anfang der 1970er Jahre: Der italienische Komponist Giorgio Moroder und die amerikanische Backgroundsängerin LaDonna Adrian Gaines, besser bekannt als Donna Summer, treffen zum ersten Mal aufeinander. Ihre anmutige Stimme, die mit berückender Kühle endlos Liebesworte wiederholt, gepaart mit seinem kraftvollen futuristischen, aus hypnotischen Elektroimpulsen schöpfenden Sound – eine Zusammenarbeit war geboren, die unter Mitwirkung des britischen Produzenten Pete Bellotte Hits wie ʺLove to Love You Babyʺ (1975) oder ʺI Feel Loveʺ (1977) hervorbringen sollte. Ihre innovative, tanzbare und stimmungsvolle Musik markiert die Blütezeit des Munich Sound, der zugleich den Höhepunkt der Disco-Ära darstellt und als Vorläufer der heutigen Popmusik gilt.
Die Begegnung zwischen Giorgio Moroder und Donna Summer schrieb nicht nur Musikgeschichte, sie veränderte auch das Leben beider Künstler: In den 1980er und 1990er Jahren avancierte Giorgio Moroder zu einem der großen Komponisten von Filmmusik und zum ʺPatenʺ der europäischen Elektro-Musik, und Donna Summer wurde zur Disco-Königin …
Mittwoch, 08.07. / 23:05 Uhr / Italo Disco: Der Glitzersound der 80er
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Deutschland, 2021, BR 53 Min.
Regie: Alessandro Melazzini
Online verfügbar von 08/07/2026 bis 07/08/2026
In Italien geboren, in Deutschland vorangetrieben, brachte sie den ganzen Erdball zum Tanzen: die Welt der Italo Disco. In den 1980er Jahren gaben sich Millionen junger Europäer dem irren Rhythmus einer Musik hin, die eingängige synthetische Klänge, bizarre englische Texte und süchtig machende elektronische Beats vermischte. Legendär sind auch die visionären Videoclips.
Die Dokumentation von Alessandro Melazzini schildert die Entstehung und Entwicklung eines facettenreichen Musikgenres. Sie taucht ein in die kreativen, wirtschaftlichen und produktiven Bereiche eines soziokulturellen Phänomens und einer ganzen Musikindustrie.
Liebevoll zusammengestelltes Archivmaterial wird mit Interviews von Künstlern und Protagonisten jener Epoche gepaart. Dazu zählen unter anderem Sabrina Salerno, Johnson Righeira, Savage und die La-Bionda-Brüder sowie angesagte DJs und Experten, darunter DJ Hell und Mathias Modica.
Mit Hilfe von mitreißenden und pulsierenden Rhythmen bekannter Songs aus jener Epoche, aber auch durch Kultsongs, die der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt sind, nimmt „Italo Disco – Der Glitzersound der 1980er“ den Zuschauer mit auf die Entdeckungsreise eines gleichwohl kommerziellen wie auch zukunftsweisenden Musikgenres.
Der Sound einer Ära, die sehr oft beschrieben, aber nicht immer wirklich verstanden wird. Diese Dokumentation erkundet die Geheimnisse der Italo Disco.
Mittwoch, 08.07. / 00:00 Uhr / Cerrone: L’Ososphère 2026
Schwerpunkt: Summer of Disco
Musik, Frankreich, 2026, ARTE 75 Min.
Regie: Adeline Chahin
Online verfügbar von 17/06/2026 bis 06/10/2026
Erstausstrahlung
Cerrone verkaufte in seiner fast 50-jährigen Karriere rund 30 Millionen Alben. Seine Kompositionen wurden von unzähligen internationalen Stars gesampelt und neu aufgelegt, darunter Prince, Jimmy Page, Toto, La Toya Jackson, Donna Summer, Nile Rodgers, Daft Punk, Bob Sinclar, Beastie Boys, Run DMC, Duke Dumont, Kevin Saunderson, Kylie Minogue und Jamie xx.
Der Franzose war ein Vorreiter der Dance Music und prägte als Produzent, DJ, Komponist und begnadeter Schlagzeuger die Szene wie kaum ein anderer. Als einer der Ersten brachte er Synthesizer zum Einsatz und legte damit den Grundstein für eine der populärsten Musikströmungen überhaupt.
Mit seinem unvergleichlichen Gespür für Rhythmus und eindrucksvollen Arrangements revolutionierte er die Dance Floors auf der ganzen Welt. Cerrones Musik inspirierte Generationen bedeutender Musikerinnen und Musiker wie die French-Touch-Vertreter Daft Punk, Cassius, Bob Sinclar, Air oder Justice und beeinflusste die elektronische Musik nachhaltig.
Mittwoch, 08.07. / 01:15 Uhr / Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentarfilm, Deutschland, 2026, RB 90 Min.
Autor:in: Michelle Brückner
Online verfügbar von 01/07/2026 bis 29/07/2026
ABBA, Boney M., The Jacksons, Donna Summer, Gloria Gaynor, Ike & Tina Turner, Kool & The Gang, Robin Gibb – alle diese Stars waren in den 1970er und 1980er Jahren im Musikladen von Radio Bremen zu Gast. ARTE bringt nun im Rahmen des „Summer of Disco“ die größten Disco-Klassiker aus dem Musikladen zurück auf den Bildschirm: „Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit“.
Der Musikladen von Radio Bremen hatte schon viele prominente Gäste: Dazu zählten ABBA, Boney M., The Jacksons, Donna Summer, Chic, Ike & Tina Turner, Kool & The Gang sowie Robin Gibb. Im Rahmen des „Summer of Disco“ bringt ARTE die größten Disco-Hits aus dem Musikladen zurück auf den Bildschirm: „Disco Never Dies! – Musikladen-Hits für die Ewigkeit“.
Die 90-minütige Sendung zeigt die Auftritte von damals noch einmal: „Dancing Queen“ von ABBA, „Daddy Cool“ von Boney M., „Le Freak“ von Chic. Der junge Michael Jackson begeistert mit seinen Brüdern und „Blame It On the Boogie“ das Musikladen-Publikum. Auch mit dabei sind ein bislang ungesendeter Auftritt von Edwin Starr mit seinem Song „Contact“ und Gloria Gaynor mit ihrem Mega-Hit „I Will Survive“.
Der „Musikladen“ von Radio Bremen war eine legendäre Musiksendung von Radio Bremen, die von 1972 bis 1984 im deutschen Fernsehen lief. Als Nachfolger des „Beat-Clubs“ prägte sie die Jugend- und Musikkultur einer ganzen Generation. Zahlreiche nationale und internationale Stars traten dort auf und machten die Sendung zu einem prägenden Bestandteil der Musik- und Fernsehgeschichte der 1970er und frühen 1980er Jahre.
Regisseur und Mastermind des „Musikladens“ war Mike Leckebusch, der schon in den Vorjahren durch den „Beat-Club“ von Radio Bremen große Bekanntheit erlangte. Er war Vorreiter in der Umsetzung von Musikformaten im deutschen Fernsehen und schuf mit noch nie da gewesenen Videoeffekten eine ganz eigene Bildsprache und setzte jeden Auftritt einmalig in Szene.
Mittwoch, 08.07. / 02:50 Uhr / Queen, „We Are the Champions“ ~ Die Geschichte der größten Sporthymne aller Zeiten
Dokumentation, Deutschland, 2024, ARTEFFL 52 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Lilly Schlagnitweit
Online verfügbar von 07/07/2024 bis 07/07/2027
Wiederholung vom 12.06.2026
Donnerstag, 09.07. / 00:50 Uhr / Hellfest Open Air #2026
Musik, Frankreich, 2026, ARTE F 75 Min.
Regie: DIVERS
Online verfügbar von 09/07/2026 bis 04/07/2027
Erstausstrahlung
Auch 2026 erwartet das Hellfest wieder mehr als 280.000 Metal-Fans aus aller Welt, die höllisch laute Musik lieben. Einer der Top Acts in diesem Jahr ist die US-amerikanische Thrash-Metal-Band Megadeth, deren Konzert ARTE im Fernsehen überträgt. Megadeth wurde 1983 von dem Gitarristen und Sänger Dave Mustaine in Los Angeles gegründet. Die Band gilt als eine der international führenden Thrash-Metal-Formationen und zählt zusammen mit Metallica, Slayer und Anthrax zu den sogenannten Big Four dieser in den 1980er Jahren entstandenen Strömung, die die Extrem-Metal-Szene nachhaltig prägte.
Über die Jahrzehnte entwickelte Megadeth eine sofort wiedererkennbare Klangidentität, deren Kennzeichen die gekonnte Mischung aus instrumentaler Virtuosität, komplexen Kompositionen und scharfen Riffs ist. Technische Präzision, engagierte Texte und Dave Mustaines charakteristische Stimme verleihen den Alben der Band Kultcharakter. Nach 40 Jahren Karriere, 16 Studioalben und über 40 Millionen verkauften Tonträgern zählt Megadeth auch heute noch zu den weltweit einflussreichsten Metal-Bands.
Der Auftritt beim Hellfest 2026 ist ein ganz besonderer Moment in der Geschichte der Band. Ihr jüngstes Album ʺMegadethʺ ist eigenen Angaben zufolge auch ihr letztes und markiert den Schlusspunkt eines wichtigen Kapitels des Thrash Metal. Auch deshalb fieberten die Fans dem Festival entgegen, in dem Wissen, dass sie bei einer der letzten Shows dieser epochalen Metal-Formation dabei sein würden.
Freitag, 10.07. / 23:15 Uhr / Die Akademie
Spielfilm, Deutschland, 2024, WDR 101 Min.
Regie: Camilla Guttner
Drehbuch: Camilla Guttner
Produktion: Schiwago Film, SuperCine, Penned Pictures, Standing Ovations Production, WDR, ARTE, BR
Produzent: Marcos Kantis, Korbinian Kalleder, Josef Brandmaier, Camilla Guttner
Kamera: Luca Bigazzi
Schnitt: Beatrice Babin, Christian Bach
Musik: Ege Ateslioglu
Mit: Maja Bons (Jojo), Luise Aschenbrenner (Siri Grün), Jean-Marc Barr (Prof. Robert Copley), Andreas Lust (Prof. Norbert Roeg), Isolde Barth (Elsa), Christoph Luser (Richard)
Online verfügbar von 03/07/2026 bis 08/10/2026
Erstausstrahlung
Für die 19-jährige Jojo geht ein Traum in Erfüllung: Sie wird an der Münchner Kunstakademie angenommen und darf in der Klasse des berühmten Professors Robert Copley studieren. Doch der ersehnte Aufbruch in die Sphäre der bildenden Kunst wird rasch zum Härtetest. Schon am ersten Tag wird ihr signalisiert, dass sie um ihren Platz kämpfen muss. Die idealistische Studentin gerät in einen Betrieb, der von Selbstinszenierungen geprägt ist; Bewunderung und Erniedrigung liegen oft dicht beieinander, beruhend auf einem Bewertungssystem, das kaum greifbar ist.
In einem toxischen Klima sucht Jojo nach ihrer eigenen künstlerischen Sprache. Intrigen und Missgunst prägen das Verhältnis unter den Studierenden, Freundschaften erweisen sich als brüchig und die Lehrenden nutzen ihre Macht auf unterschiedliche Weise aus. Ein Skandalprofessor überschreitet mit seinen Provokationen regelmäßig Grenzen; der charismatische Copley bleibt als gefeierter Mentor widersprüchlich und unberechenbar. Als Jojos Bilder verschwinden, im Umfeld der Akademie immer wieder ein unheimlicher Mann auftaucht und auch im Privaten Verluste und Enttäuschungen zunehmen, gerät ihr erstes Studienjahr zu einer Krise. Gerade daraus gewinnt ihre Arbeit jedoch eine neue Dringlichkeit.
Camilla Guttner erzählt Jojos Weg als satirisch gebrochenen Bildungsroman und als Blick in einen Mikrokosmos aus künstlerischem Streben und institutionalisierter Grenzüberschreitung. Der Film verbindet groteske Figuren und Milieubeobachtung mit einer zunehmend melancholischen Atmosphäre, die nachdenklich macht.
Zusatzinfo:
Camilla Guttner, die vor ihrem Filmstudium an der Münchner Kunstakademie Malerei studierte, greift für „Die Akademie“ auf eigene Erfahrungen zurück. Zwischen Satire, Künstlerinnenporträt und Coming-of-Age-Drama lebt der Film von der Innensicht der Regisseurin auf den Akademie-Kosmos und vom Unterhaltungswert der teils exzentrischen Nebenfiguren – alles anerkannte Künstler, deren Werke ebenfalls mitspielen. Die im Film von Jojo gefertigten Bilder stammen meist von der Regisseurin selbst. Für ihre Hauptrolle wurde Maja Bons mit dem Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.
Freitag, 10.07. / 00:55 Uhr / Kulturkrieg – Kunst als Waffe
Dokumentation, Deutschland, Ukraine, 2022, ZDF 52 Min.
Regie: Philipp Kohlhöfer
Online verfügbar von 10/07/2026 bis 09/08/2026
Mit ihrem enormen Widerstandswillen gegen den russischen Angriffskrieg hat die Ukraine die Welt überrascht. Dabei kommen Kunst und Kultur eine besondere Bedeutung zu. Denn der Krieg wird auch geführt als Krieg der Narrative und der Informationen. Dabei ist sowohl das ukrainische Nationalgefühl als auch die Kunst stärker geworden, je länger der Krieg dauert. Der Autor Philipp Kohlhöfer begleitet ukrainische Künstler und Künstlerinnen vom Konzertsaal an die Front, vom Bunker ins Atelier und zeichnet ein eindrucksvolles Bild ihrer Kämpfe für ihre Kultur und ihr Überleben als Staat.
Noch nie war ukrainische Kunst und Kultur so vital, so aktuell, aber auch so national. Denn Russland führt einen Krieg, der darauf abzielt, die Ukraine als selbständige Nation zu vernichten. Die Angriffe gelten nicht nur dem militärischen Gegner, sondern auch Museen, Denkmälern, Kirchen und Theatern.
Aber die ukrainischen Künstler und Künstlerinnen wehren sich. Der Film zeigt, wie sie an zwei Fronten kämpfen: im Schützengraben und in der Kunst. Durch ihre Stimmen und ihr Schaffen wird deutlich, wie der Krieg die Kultur beeinflusst und welche Wirkung die Kunst auf den Krieg hat. Kultur spielt eine wichtige Rolle beim Widerstand. Der Autor Philipp Kohlhöfer begleitet die Protagonisten vom Konzertsaal an die Front, vom Bunker ins Atelier und zeichnet ein eindrucksvolles Bild ihrer Kämpfe für ihre Kultur und ihr Überleben als Staat.
Der Film begleitet die ukrainischen Pop-Stars Andrij Khlyvnyuk, Sänger der Band BoomBox, Taras Topolia, den Maler Andrii Yermolenko und die Künstlerin Miriam Nayem. Auch die First Lady der Ukraine, Olena Zelenska, spricht exklusiv über Initiativen, um die Rolle der ukrainischen Kultur international zu stärken.
Freitag, 10.07. / 01:55 Uhr / Martin Margiela: Mythos der Mode
Dokumentarfilm, Belgien, Frankreich, 2019, ARTERTBF 88 Min.
Regie: Reiner Holzemer
Online verfügbar von 03/07/2026 bis 09/08/2026
Der 1957 geborene belgische Modedesigner Martin Margiela inspiriert bis heute viele seiner jüngeren Kolleginnen und Kollegen, ohne sein Gesicht in der Öffentlichkeit gezeigt zu haben. In diesem Dokumentarfilm ergreift er erstmals das Wort, um durch seine Karriere zu führen und interessante Aspekte seines Lebens zu enthüllen. Nach Abschluss des Studiums in Antwerpen startet Margiela seine Karriere als Assistent von Jean Paul Gaultier. Später gründet er mit Jenny Meirens ein eigenes Modeunternehmen: „Maison Martin Margiela“. 20 Jahre und 41 markante Kollektionen später zieht sich einer der einflussreichsten Modeschöpfer leise und ohne öffentliche Verlautbarung zurück.
Margielas konzeptuelle Herangehensweise an die Mode stellt ästhetischen Grundannahmen seiner Zeit infrage. Er gilt als der große Dekonstruktivist der Mode, immer bemüht, die Stufen des handwerklichen Prozesses seiner Kreationen durchschimmern zu lassen. Margiela zeigt das Unfertige und haucht gewöhnlichen Materialien neues Leben ein.
Sein stilprägender Ideenreichtum und seine Philosophie haben ihn zum Liebling der Avantgarde reifen lassen. Der Filmemacher Reiner Holzemer zeichnet ein faszinierendes Porträt eines „Banksys der Modewelt“. Margielas Anonymität bleibt gewahrt, doch der Klang seiner Stimme und die Bewegungen seiner Hände erzählen eine sehr persönliche Geschichte.
Im Film kommen neben anderen Jean Paul Gaultier, Carine Roitfeld, die Trendforscherin Lidewij Edelkoort, die „New York Times“-Modekritikerin Cathy Horyn und der Modehistoriker Olivier Saillard zu Wort. Den Soundtrack komponierte die belgische Band dEUS.
Freitag, 10.07. / 03:35 Uhr / Bilder allein zuhaus: Der Verzweifelte, Gustave Courbet – Zensur
Serie, Frankreich, 2022, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 30/08/2023 bis 31/08/2028
Courbet ist außer sich: ʺDer Ursprung der Weltʺ, eines seiner Meisterwerke, wurde soeben wegen Darstellung von Nacktheit von Facebook, Twitter und Instagram gelöscht. Noch unter Schock vertraut er sich einem Straßenreporter an.
Zusatzinfo:
Die Kurzfilmserie nimmt mit humorvollen Nachstellungen Meisterwerke der Malerei unter die Lupe. Von Paul Cézanne bis hin zu Roy Lichtenstein – werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielerinnen und Schauspielern zum Leben erweckt, die wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. ARTE zeigt die vierte Staffel.
Regelmäßige Sendungen mit kulturellen Themen auf arte sind zudem:
Stadt, Land, Kunst (Mo. – Fr. 13 Uhr) und TWIST
Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt.
Aktuelle Programmänderungen sind meist nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.
