arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.


Programmwoche 43:

Samstag, 23.10. / 23:15 Uhr / Wie wollen wir leben?
Schwerpunkt: Frankfurter Buchmesse 2021
Dokumentation, Deutschland, 2021, ZDF 52 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Erstausstrahlung

In diesem Herbst, dem zweiten der Corona-Pandemie und dem ersten nach einer entscheidenden Bundestagswahl in Deutschland, lädt ARTE acht Protagonisten und Protagonistinnen ein, auf die Frage „Wie wollen wir leben?“ eine gemeinsame Antwort zu finden. Dabei könnten diese Menschen unterschiedlicher nicht sein, sie kommen aus Kunst, Kultur, Wirtschaft, Ökologie und Zivilgesellschaft. Jeder für sich hat Visionen, wie es weitergehen soll. Aber werden sie auch eine gemeinsame finden? ARTE begleitet die acht auf ihrer persönlichen und gemeinsamen Suche nach dem neuen Miteinander.

Oktober 2021: Es ist der zweite Corona-Herbst. In Deutschland waren gerade Bundestagswahlen, die Koalitionsverhandlungen laufen. Über allem schwebt die Frage „Wie soll es weitergehen?“. In Frankfurt liegt ein Schiff am Ufer des Main. In großen Lettern ist darauf die größere, vielleicht entscheidendere Frage weithin zu sehen: „Wie wollen wir leben?“ steht darauf geschrieben.

Im Inneren tagen auf Einladung von ARTE acht Protagonisten und Protagonistinnen aus Kunst, Kultur, Wirtschaft, Bildung, Zivilgesellschaft. Sie alle eint, dass sie für sich genommen Visionen entwickelt haben, wie die Zukunft denn nun aussehen soll.

Jetzt sollen sie sich auf eine gemeinsame Version dieser Zukunft einigen. Innerhalb von acht Stunden. Das Schiff setzt sich währenddessen in Gang und fährt über den Main. Ein paar Mal hält es an und nimmt Gäste an Bord; Menschen, die der Gruppe der Acht Impulse geben wollen. Was auch immer das Ergebnis ist – ob ein Wort oder eine leere Seite, eine neue Version der Grundrechte oder aber eine Abhandlung über das Menschsein – es wird am Tag darauf im Rahmen der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse präsentiert. Auch diese findet in diesem Jahr unter dem Motto „Wie wollen wir leben?“ statt und die ARTE-Entwicklung auf dem Schiff setzt hierfür den Ton.

Sonntag, 24.10. / 11:10 Uhr / Kanada – Literatur im Aufbruch: Wald
Schwerpunkt: Frankfurter Buchmesse 2021
Dokumentationsreihe, Kanada, 2020, ZDF 26 Min.
Regie: Stephanie Weimar
Online verfügbar von 01/10 bis 29/02

Kanada – endlos und menschenleer, romantisch verklärt als ungezähmt und unberührt. Der Vierteiler „Kanada – Literatur im Aufbruch” entdeckt das Land aus dem Blickwinkel seiner Literaturschaffenden, die intensiv mit dem Selbstverständnis ihres Landes ringen und damit eines der facettenreichsten und spannendsten Kapitel der Weltliteratur aufgeschlagen haben. Die Urelemente Kanadas weisen ihnen dabei den Weg. „Wald“, „Stein“, „Wasser“ und „Licht“ – diese vier Episoden zeigen tiefe Einsichten in die zeitgenössische kanadische Literatur. In dieser Folge geht es um die Inspirationsquelle „Wald“.

In der Episode „Wald“ berichtet Madeleine Thien, die chinesisch-malaysische Wurzeln hat und an Kanadas Westküste aufgewachsen ist, wie ihre aus Hongkong eingewanderten Eltern mit starkem Rassismus zu kämpfen hatten. Vancouver spielt eine zentrale Rolle in Madeleines Werk. „Vielleicht“, so sagt sie, „liebe ich diese Stadt so sehr, weil meine Eltern sich so bemühten, hier heimisch zu werden.“ Madeleine Thien ist eine von Kanadas gefeiertsten Schriftstellerinnen, sie hat viele Literaturpreise gewonnen, war für den Man Booker Prize nominiert und ihre Werke sind in über 25 Sprachen übersetzt.

Katherena Vermette lebt in Winnipeg, wo die Wälder des Ostens Kanadas auf die Prärien des Westens treffen. Sie gehört zu den Métis, einem indigenen Volksstamm, der schon lange vor der Entstehung Kanadas in dieser Region zu Hause war. Sie stehen im Zentrum von Katherenas Schreiben, denn sie leisten seit Jahrhunderten Widerstand gegen die Kolonialisierung. Wald und Bäume sind Katherenas poetische Wurzeln, aus denen so viel mehr entwachsen ist.

Grund für Catherine Leroux‘ Liebe zu Montréal in Québec sind die riesigen und uralten Bäume: „Sie prägen die Art, wie ich schreibe und Metaphern entwerfe. Die Natur und der Wald sind immer präsent …“ Catherine Leroux schreibt in Französisch und ist Autorin von drei mehrfach ausgezeichneten Büchern.

Sonntag, 24.10. / 12:04 Uhr / Bedrängt, bedroht, belästigt – 24 Frauen, 24 Geschichten: Rote Nacht
24 faits de la vie des femmes (17/24)
Fernsehserie, Frankreich, 2019, ARTE F 4 Min.
Regie: Valérie Urrea, Nathalie Masduraud
Online verfügbar von 17/10 bis 24/10
Erstausstrahlung

24 Folgen aus der Feder von 24 international renommierten Autorinnen machen sichtbar, was Frauen in ihrem Alltag erleben – von scheinbar banalen Vorfällen bis zu schrecklichen Dramen. 24 Kurzfilme, basierend auf realen Begebenheiten und gespielt von 24 großartigen Schauspielerinnen, darunter Diane Kruger. Die ARTE-Originalserie ist ein Manifest gegen die Gewalt, die Frauen noch immer zu oft erdulden müssen.

Auf dem Heimweg wird eine Frau von einem Mann verfolgt und bedrängt. Entnervt beschließt sie, auf die sexuelle Belästigung zu reagieren und ihrem Aggressor die Stirn zu bieten …

Sonntag, 24.10. / 16:15 Uhr / Auge, Pinsel und Kinematograf ~ Wie das Kino entstand
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 53 Min.
Regie: Stefan CORNIC
Online verfügbar von 17/10 bis 21/02
Erstausstrahlung

Kino-Atmosphäre, Kamerafahrt, Panorama-Ansicht, Vogel- und Froschperspektive, Bildeinstellung, Bildverschiebung, Standbild – diese Art des Sehens haben wir uns alle bewusst oder unbewusst angeeignet und wenden sie auf die Art und Weise an, wie wir Bilder produzieren und empfangen, ob als Künstler oder Zuschauer.

1895, das Jahr der ersten öffentlichen und kostenpflichtigen Filmvorführung mit dem Cinématographe Lumière gilt als das Geburtsjahr des Kinos. Doch der „kinematografische Blick“ entstand bereits vorher. Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert des Blicks, des Flaneurs und des Beobachters, das Jahrhundert des schweifenden Auges, der Sehmaschinen und der beginnenden „Spektakularisierung“ der Welt.

Wie bildete sich dieser Blick quer durch Malerei, Bildhauerei, Fotografie und die Anfänge des Kinos heraus? Welche Berücksichtigung in diesen unterschiedlichen Medien fanden Bewegung und zeitlicher Rhythmus im Raum? Welche Experimente wurden gemacht, mit dem Ziel, eine „erweiterte“ Realität zu schaffen?

Die Dokumentation beginnt im 19. Jahrhundert, als im Zuge der Industrialisierung die Eisenbahn erfunden wurde, und endet im halbdunklen Kinosaal eines Lichtspielpalastes, der zum Ruhme jener gerade entstehenden Verbindung von darstellender Kunst und Filmkunst erbaut wurde. Mit Claude Monet, den Brüdern Caillebotte, Henri Rivière, den Brüdern Lumière, Alice Guy, Georges Méliès und Max Linder wie auch aus der Sicht von Zuschauern erzählt die Dokumentation die Geschichte der Entstehung des modernen Blicks.

Sonntag, 24.10. / 17:10 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2021, NDR 30 Min.
Moderation: Bianca Hauda, Romy Straßenburg
Online verfügbar von 22/10 bis 22/01
Erstausstrahlung

„TWIST“ – das ist das ARTE-Kulturmagazin. Jede Woche gehen die Moderatorinnen Bianca Hauda und Romy Straßenburg in einer europäischen Metropole den Fragen nach, die die Menschen gerade umtreiben. Neugierig, frisch, mit Esprit und Witz. In Begegnungen mit Künstlern und Kreativen. Quer durch alle Genres von der Kunst über Architektur, Fotografie, Literatur bis hin zur Mode und zum Film. Und: „TWIST“ unterhält. Etwa mit der Web-Rubrik „Psychogramm“ auf Instagram. Darin werden die Insta-Profile von Künstlerinnen und Künstlern satirisch auf die Couch gelegt.

Sonntag, 24.10. / 17:40 Uhr / Gautier Capuçon und das Cello
Dokumentation, Deutschland, Frankreich, 2021, NDR 43 Min.
Regie: Beatrix Conrad
Dirigent: Alan Gilbert
Orchester: NDR Elbphilharmonie Orchester
Mit: Gautier Capuçon (Cello)
Erstausstrahlung

„Ich habe mehrere Jahre gebraucht, um es zu zähmen“, sagt der französische Cellist Gautier Capuçon über sein mehr als 300 Jahre altes Instrument – ein Cello des venezianischen Geigenbauers Matteo Goffriller aus dem Jahr 1701. Capuçon berichtet von der Wildheit und den facettenreichen Ausdrucksmöglichkeiten des Cellos für fast alle Repertoiresparten. Als musikalisches Hauptwerk steht das Cellokonzert von Antonin Dvorak im Mittelpunkt der Dokumentation. Gespielt von Gautier Capuçon zusammen mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter Leitung von Dirigent Alan Gilbert.

„Ich habe mehrere Jahre gebraucht, um es zähmen zu können. Wahrscheinlich würde es das Gleiche über mich sagen“, kommentiert der französische Cellist Gautier Capuçon augenzwinkernd das partnerschaftliche Ringen mit seinem mehr als 300 Jahre alten Instrument – ein Cello des venezianischen Geigenbauers Matteo Goffriller aus dem Jahr 1701.

Fast schon eheähnliche Züge prägen das Verhältnis zwischen dem Ausnahmecellisten und seinem Instrument. Capuçon berichtet von der Wildheit und dem facettenreichen Ausdrucksmöglichkeiten für fast alle Repertoiresparten seines Instruments, aber auch von Zickigkeit und der Ambivalenz zwischen weiblichen und männlichen „Gehabe“. Dem Pariser Geigenbauer Pierre Bathel, der das Instrument regelmäßig justiert, kommt dabei eine gewichtige, manchmal vermittelnde, Rolle zu: „Er ist nicht nur Geigenbauer, sondern auch Arzt, Psychologe und Freund.“

Als musikalisches Hauptwerk steht das Cellokonzert von Antonin Dvorak im Mittelpunkt der Dokumentation. Es ist bis heute ein unübertroffener Klassiker des romantischen Repertoires. Für Cellisten ist es nicht irgendein Konzert, sondern schlichtweg das Cellokonzert. Niemand kann sich seinen einprägsamen Melodien, seinen gewaltigen symphonischen Höhepunkten, seiner fesselnden Virtuosität und überwältigenden Emotionalität entziehen. Bei seiner Interpretation mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Alan Gilbert in Hamburg wird das eindrucksvoll spürbar.

Sonntag, 24.10. / 22:40 Uhr / Gesualdo – Musik und Verbrechen
Musik, Deutschland, 2019, WDR 52 Min.
Regie: Andreas Morell
Komponist: Carlo Gesualdo
Online verfügbar von 22/10 bis 22/01

Im Jahr 1613 ist Carlo Gesualdo, der Prinz von Venosa, 47 Jahre alt. Er ist ein Komponist und ein Mörder. Seinen Tod vor Augen zieht er sich auf seiner gleichnamigen Burg Gesualdo zunehmend zurück, in stetem Ringen um sein belastetes Verhältnis zu Gott. 20 Jahr lang lebte Gesualdo zu diesem Zeitpunkt schon ein Leben, das immer wieder beherrscht wurde von Schuld und Sühne sowie von dem Versuch, Vergebung zu finden. Vergebung für eine grauenvolle Sünde, die er in jungen Jahren in einem Moment der Raserei begangen hatte: den Mord an seiner ersten Frau und deren Liebhaber in ihrem Palast in Neapel. Die Musikdokumentation zeigt einen Menschen der Extreme: zwischen Leidenschaft, Rachsucht, tiefem Glauben und einer großen musikalischen Gabe. Sie spannt einen Bogen zwischen den einschneidenden und grausamen Erfahrungen und Taten des Carlo Gesualdo – und deren Auswirkungen auf dessen Musik. Diese folgte zwar den Regeln des damaligen Komponierens, war aber tatsächlich ihrer Zeit weit voraus. Mit filigranen chromatischen Wendungen eröffnen die Kompositionen des Gesualdo bereits musikalische Welten, wie sie erst Jahrhunderte später bei den Komponisten der Spätromantik stilprägend werden sollten. Ausgehend von der Nacht seines Todes erzählt die Dokumentation die Geschichte eines der ungewöhnlichsten Charaktere der Musikgeschichte – und seiner Musik, die ihre Hörer bis heute in ihren Bann zieht.

Sonntag, 24.10. / 23:35 Uhr / Dalibor
Oper, Frankreich, Tschechoslowakei, 2020, ARTECT 137 Min.
Regie: Jiri Nekvasil
Komponist: Bedrich Smetana
Dirigent: Jaroslav Kyzlink
Orchester: Orchester des Prager Nationaltheaters
Chor: Chor des Prager Nationaltheaters
Dramaturgie: Beno Blachut

Mit: Michal Lehotsky (Dalibor), Adam Plachetka (Vladislav), Dana Buresova ( Milada)

Online verfügbar von 24/10 bis 23/11
Erstausstrahlung

Im Rahmen der europäischen Opernspielzeit „Saison ARTE Opera“ zeigt die Prager Oper einen Klassiker des tschechischen Repertoires: Bedrich Smetanas Vertonung der Sage um den böhmischen Ritter Dalibor. Sie wurde 1868 in Prag unter Leitung des Komponisten uraufgeführt.

Dalibor von Kozojedy wird wegen Tyrannenmordes im Gefängnisturm der Prager Burg festgehalten. Während bei Hofe der Fall verhandelt wird, formiert sich im Volk Widerstand. In seiner Oper erzählt Bedrich Smetana die eine urbömische Sage. Jaroslav Kyzlink dirigiert, Jiri Nekvasil zeichnet für die Inszenierung verantwortlich. Die Hauptrolle singt der slowakische Tenor Peter Berger und Adam Plachetka ist als König Vladislav zu erleben.

Auftakt und Abschluss der vergangenen Opernspielzeit des Prager Nationaltheaters bildeten zwei Meisterwerke von Bedrich Smetana. Mit der Auswahl der beiden Stücke verwirklicht die Operndirektion des Hauses eine weitere Etappe ihres Vorhabens, sämtliche Opern des weltberühmten tschechischen Komponisten bis zum Jahr 2024, in dem sich sein Geburtstag zum 200. Mal jährt, auf die Bühne zu bringen. Sowohl „Dalibor“ als auch die später vollendete Oper „Libuse“ sind eng mit der Geschichte des Nationaltheaters verbunden. „Dalibor“ wurde unter Leitung von Smetana selbst am 16. Mai 1868 im Rahmen der Feierlichkeiten zur Grundsteinlegung des Nationaltheaters im Neustädtischen Theater in Prag uraufgeführt. Die für die feierliche Einweihung des Nationaltheaters geschriebene Oper „Libuse“ wurde in der Folge vor allem zu festlichen Anlässen aufgeführt.

Die Geschichte des Ritters Dalibor spielt vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse in der Herrschaftszeit des böhmischen Königs Vladislav II. (1456-1516). Im Mittelpunkt der Oper steht jedoch das Schicksal des Ritters Dalibor, der im Gefängnis derart herzzerreißend Geige spielen lernt, dass sich täglich Menschen um den Gefängnisturm scharen, um ihm zuzuhören – eine Legende, die von zahlreichen Schriftstellern und Chronisten nacherzählt wurde.

Josef Wenzig verarbeitete die Rittermär zum deutschen Libretto, das dann von Ervin Spindler ins Tschechische übersetzt wurde. In der romantischen Tragödie sind Leidenschaften die treibenden Kräfte – Dalibors wildes Verlangen, den Tod des Freundes zu rächen, ebenso wie Miladas Entschlossenheit, Vergeltung für den Tod ihres Bruders zu üben. Ihre ursprüngliche Feindseligkeit wandelt sich in tiefe Liebe, die jedoch von den Kräften, die Dalibor zunächst gegen sich selbst gerichtet hatte, zerstört wird.

Montag, 25.10. / 00:05 Uhr / Hoffmanns Erzählungen
Stummfilm, Deutschland, 1923, ZDF 98 Min.
Regie: Max Neufeld
Drehbuch: Josef B. Malina
Autor: Jules Barbier, E.T.A. Hoffmann
Produktion: Vita-Film AG
Produzent: Max Neufeld
Kamera: Josef Besci, Gaston Grincault
Musik: Johannes Kalitzke

Mit: Max Neufeld (E.T.A. Hoffmann), Kitty Hulsch (Olympia), Robert Valberg (Schlemihl), Paul Askonas (Dr. Mirakel), Lola Urban-Kneidinger (Giulietta/Antonia), Karl Ehmann (Puppenhändler), Karl Forest (Rat Crespel), Eugen Neufeld (Dapertutto), Josef Zetenius (Narr)

Online verfügbar von 24/10 bis 24/11
Erstausstrahlung

Der Stummfilm greift Motive der Erzählungen von E.T.A. Hoffmann „Der Sandmann“, „Rat Krespel“ und „Die Geschichte vom verlorenen Spiegelbild“ auf, die auch Jacques Offenbach in seiner fantastischen Oper verarbeitete, und nutzt die Möglichkeiten der damaligen Kinotechnik, um die Welt der „Schwarzen Romantik“ erlebbar zu machen. Die Verfilmung von Max Neufeld, der die Hauptrolle des unsteten Poeten Hoffmann spielt, gilt als eine der besten Verfilmungen der Oper und ihrer populären Episoden.

Erste Episode: Ein Trödler schenkt Hoffmann eine Brille, durch die er eine idealisierte Version des Daseins sieht, und verkuppelt ihn mit einer Puppe namens Olympia, die er für einen lebendigen Menschen hält. Als Hoffmann den Betrug entdeckt, zerstört er die Puppe.

Zweite Episode: In Venedig geht Hoffmann der schönen Giulietta in die Falle. Er ermordet ihren Diener Schlemihl und muss fliehen. Als Andenken fordert Giulietta seinen Schatten, seitdem ist Hoffmann nur als Gespenst in der Welt unterwegs und kann nicht mehr lieben. Er erlangt zwar seinen Schatten wieder, aber Antonia, deren Liebe ihn erlöst hätte, ist verschwunden.

Dritte Episode: Auf der Suche nach Antonia kommt Hoffmann in den Besitz einer Geige; wenn er sie spielt, glaubt er, ihre Stimme zu hören. Der obskure Dr. Mirakel hintertreibt seine Versuche, Antonia zu sehen. Hoffmann gelingt zwar die Flucht mit seiner Geliebten, doch die kehrt lieber zu ihrem Vater zurück, der schließlich seinen Segen zu der Verbindung gibt. Die Liebe hat den Teufel besiegt.

Die neue Filmmusik von Johannes Kalitzke, „Beethoven-Variationen für Orchester“, entstand im Auftrag des Konzerthauses Berlin.

Zusatzinfo:
Kein zweiter österreichischer Filmschaffender war von der Stummfilmzeit bis in die 1950er Jahre so populär wie Max Neufeld (1887-1967): Mit der Mitwirkung an mehr als hundert Filmen gehört er zu den produktivsten Filmschaffenden des Landes, seine Karriere erstreckte sich – zwangsweise temporär unterbrochen – über gut vier Jahrzehnte und viele Länder. Besonders erfolgreich war er in den 1930er Jahren, als er in Berlin, Wien, Rom und Madrid Regie führte, teils bei sogenannten Versionenfilmen, die in verschiedenen Sprachen gedreht wurden.

Freitag, 29.10. / 21:45 Uhr / Diana Ross ~ Eine Diva erobert die Welt
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 51 Min.
Regie: Julie Veille
Online verfügbar von 22/10 bis 28/12

Glitter, Charme und eine powergeladene Stimme: Diana Ross hat Musikgeschichte geschrieben. Die „Ain’t No Mountain High Enough“-Sängerin träumte schon als kleines Mädchen davon, Weltstar zu werden. Dass ihr dies trotz vieler Hindernisse gelang, verdankt die glamouröse Diva ihrem Talent, ihrer Charakterstärke und ihrer unerschütterlichen Entschlossenheit.

„Ain’t No Mountain High Enough“, „Stop! In the Name of Love“, „Upside Down“ sind nur einige der Ohrwürmer, die Diana Ross der Welt schenkte. Die in Detroit geborene Musikerin startete in den 1960er Jahren als Leadsängerin in der heute erfolgreichsten Girlgroup aller Zeiten: The Supremes. Mit ihrer Solokarriere ab 1970 setzte sie noch eins drauf und erlangte innerhalb weniger Jahre Weltruhm. 1993 wurde sie als „erfolgreichste Musikerin aller Zeiten“ ins Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen. Die Dokumentation ergründet, wie Diana Ross trotz zahlreicher Hindernisse eine solch atemberaubende Karriere gelingen konnte. Dass sie in die Annalen von R’n’B, Pop und Disco einging, verdankt die Diva ihrer Charakterstärke und Entschlossenheit ebenso wie einer überdurchschnittlichen Leistungsfähigkeit, für die sie jeder bewunderte – allen voran der Musikproduzent und Motown-Gründer Berry Gordy Jr., der als Mentor und Liebhaber von Diana Ross das Leben und die Karriere der Sängerin entscheidend prägte. Das nicht selten explosive Temperament von Diana Ross und ihre – wohldosierte – Vorliebe für Glitter, Pelz und Glamour kamen bei ihren Zeitgenossen, und nicht zuletzt in der Schwulenszene, gut an. In einem von weißen Männern dominierten, rassistischen Amerika hatte Diana für sich beschlossen, frei und unabhängig zu sein. Mit solchen Ansprüchen überraschte und verstörte sie die Musikindustrie, deren Entscheider kaum geneigt waren, sich von einer schwarzen Frau Vorschriften machen zu lassen. Ross verstand sich als Diva, interpretierte das Rollenbild aber feministisch als das einer freien, starken und unabhängigen Frau. Eine Macherin, die ihr Leben von Anfang an in die eigenen Hände nahm.

Freitag, 29.10. / 22:40 Uhr / Neneh Cherry ~ Konzert in Paris
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 71 Min.
Regie: Sebastien Lefebvre
Online verfügbar von 22/10 bis 14/11

Die schwedische Sängerin Neneh Cherry ist neben Björk und PJ Harvey eine der weiblichen Pop-Ikonen der 90er Jahre. Die Hip-Hop-Künstlerin mit schwedischer Mutter und afrikanischem Vater, Stieftochter von Jazz-Trompeter Don Cherry, brachte 1989 ihr Debütalbum „Raw Like Sushi“ heraus. Ihr den Zeitgeist treffender Musikstil irgendwo zwischen Rap und Electro verhalf ihr umgehend zum Erfolg. Die britische Trip-Hop-Band Massive Attack aus der Musikszene in Bristol nennt Neneh Cherry als prägenden musikalischen Einfluss. 1992 bekräftigte die Künstlerin ihren Status als neue Ikone mit dem Album „Homebrew“ und im Duo gesungenen Songs: zusammen mit Guru, der Hälfte der New Yorker Zwei-Mann-Band Gang Starr, und Michael Stipe, dem Sänger der Band R.E.M. Zwei Jahre später machte sie mit „7 Seconds“ und damit einem weiteren Duo Furore, diesmal mit dem senegalesischen Star Youssou N’Dour. Der Song erreichte Platz eins der Charts in Frankreich – ganze vier Monate lang, damals ein Rekord. Geschwächt durch eine Borreliose musste Neneh Cherry anschließend etwas kürzertreten. Nach der Jahrtausendwende traten zahlreiche Künstler für gemeinsame Projekte an sie heran, darunter Peter Gabriel, Damon Albarn mit den Gorillaz, Groove Armada, der deutsche DJ Timo Maas, der französische DJ Agoria und erst vor kurzem ihre Landsmännin Robyn. Ihre Rückkehr ins Musikbusiness blieb jedoch zunächst in der Familie: Aus dem Trip-Hop-Projekt CirKus mit ihrem Mann Cameron McVey, einer ihrer Töchter und deren Partner entstanden zwei Alben. 2013 produziert Neneh Cherry dann mit Unterstützung des Londoner Produzenten Four Tet ihr viertes Studioalbum „Blank Project“. Aber ihr echtes Comeback besiegelt das 2018 erschienene Album „Broken Politics“. Die Auskopplung „Kong“, ein mit Robert „3D“ Del Naja von Massive Attack eingespielter, engagierter Song wurde von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert. Und das Release-Konzert im Pariser Trianon räumte die letzten Zweifel aus: Neneh Cherry is back!

Freitag, 29.10. / 23:50 Uhr / Tracks: Popmusik und Klimawandel
Magazin, Deutschland, 2021, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 28/10 bis 27/01
Erstausstrahlung

Was tut die Musikbranche eigentlich gegen den Klimawandel? Dass große Festivals den Stromverbrauch und das Müllaufkommen von Kleinstädten haben, ist längst bekannt. Tonträger bestehen aus Plastikrohstoffen und der Stromverbrauch, der durch globales Musikstreaming erzeugt wird, scheint gigantisch. Welche grünen Konzepte hat die Musikindustrie und reicht das aus, um nachhaltig zu sein? „Tracks“ trifft Akteurinnen und Akteure aus der Musikindustrie und gibt Antworten.


Programmwoche 44:

Samstag, 30.10. / 05:00 Uhr / Arno: Dancing Inside My Head
Dokumentation, Belgien, Frankreich, 2016, ARTERTBF 53 Min.
Regie: Pascal Poissonnier
Online verfügbar von 01/09 bis 30/09

Der belgische Sänger und Musiker Arno Hintjens ist nicht nur in seiner Heimat ein Star, sondern in allen französischsprachigen Gebieten der Welt. Seine musikalische Karriere begann Arno in den früheren 70er Jahren in Ostende, einer Hafenstadt an der belgischen Nordseeküste. Er war Mitglied in verschiedenen Bands, unter anderem Freckleface und TC Matic. 1986 begann er dann seine Solokarriere. Seine Songs verfasste Arno in französischer und englischer, teilweise auch in flämischer Sprache. Außerdem nahm er zahlreiche französische Chansons auf und komponierte die Musik für eine Vielzahl von Filmen. Seine raue Stimme und die Melancholie in seinen Liedern brachten ihm den Spitznamen des „belgischen Tom Waits“ ein. Zum ersten Mal in 40 Jahren Karriere hat der Künstler eingewilligt, dass sein kreativer Schaffensprozess gefilmt wird. Der Regisseur Pascal Poissonnier beobachtet das Rätsel Arno aus nächster Nähe, will es ergründen. Die Kamera begleitet ihn auf seiner Tournee 2016, die ihn von Paris über New York und Nagoya bis in seine Heimatstadt Ostende führt. Es wird deutlich, dass Arno erschöpft ist, das Alter macht ihm zu schaffen. Doch er braucht die Adrenalinschübe der Tournee – nur auf der Bühne fühlt er sich lebendig. Nach mehr als 20 Alben sind seine Konzerte noch immer ausverkauft. Auf der Bühne gibt er den jungen Rocker, aber zurück in der Loge ist er ein alter Mann. „Ich bin ein alter Motherfucker“, singt er in einem seiner neuen Lieder.

Zusatzinfo: Der Regisseur Pascal Poissonnier begleitet die belgische Rocklegende Arno auf seiner Tournee 2016. Gezeigt wird der Sänger mit der unverkennbaren, rauen Stimme sowohl bei Liveauftritten auf der Bühne als auch Backstage. Unterbrochen werden die Aufnahmen immer wieder von Archivmaterial: Sequenzen, die einen deutlich jüngeren Arno zeigen.

Samstag, 30.10. / 20:15 Uhr / Weltkultur. Weltkunst. Der Louvre
Dokumentarfilm, Frankreich, 2021, ARTE F 95 Min.
Regie: Frédéric Wilner
Online verfügbar von 23/10 bis 29/12

Es begann alles mit der „Mona Lisa“. Das Gemälde der geheimnisvoll lächelnden Dame ist vor fast genau 500 Jahren in die königliche Sammlung eingegangen. Nach der siegreichen Schlacht von Marignano holte König Franz I. Leonardo da Vinci an den französischen Hof und gewährte ihm eine großzügige Pension. Doch erwarb er auch die drei Meisterwerke, die der Maler nach Frankreich mitgebracht hatte? Oder übernahm er sie nach Leonardos Tod in seinen Besitz, ohne dafür zu zahlen? Im französischen Nationalarchiv finden sich bislang unbekannte Dokumente, die darüber Auskunft geben, wie die „Mona Lisa“ tatsächlich Teil der französischen Sammlungen wurde.

Ähnlich sieht es mit den meisten anderen Meisterwerken des Louvre aus: Die Hintergründe, wie sie ins Museum gelangten, erzählen immer auch ein Stück französischer Geschichte. Da sind zum Beispiel die beiden gotischen Statuen von Karl V. und Jeanne de Bourbon, die in den Wirren der Revolution unter dramatischen Umständen gerettet wurden. Oder das Schwert Karls des Großen, das 1793 in den Louvre kam, als die Revolutionäre die königlichen Schatzkammern plünderten und die meisten Metallgegenstände einschmolzen.

Dann gibt es eine Reihe von Kunstwerken, die während der Feldzüge der Revolutionsarmee und der kaiserlichen Truppen als Raubkunst nach Frankreich verbracht wurden, darunter die „Hochzeit zu Kana“ von Paolo Caliari, genannt Veronese, und die „Stigmatisierung des heiligen Franziskus“ von Ambrogiotto di Bondone, genannt Giotto.

Im Anschluss an die Niederlage der kaiserlichen Truppen 1815 wurden Tausende Kunstwerke an ihre Herkunftsländer zurückgegeben. Um die verwaisten Säle des Louvre wieder mit Kunst zu füllen, schuf der neue Direktor, Graf Auguste de Forbin, eine Sammlung für zeitgenössische Kunst. „Die Freiheit führt das Volk“ von Eugène Delacroix ist seiner Initiative zu verdanken.

Der Erwerb der Venus von Milo sollte die Sammlung im Bereich der griechischen Skulptur aufwerten. Die große Sphinx von Tanis zeugt von der Rivalität zwischen Paris und London um die bedeutendste altägyptische Sammlung, während die geflügelten Stiere aus Khorsabad den Louvre zu einem echten Universalmuseum machten.

Sonntag, 31.10. / 05:30 Uhr / The Songbook ~Liedgesang trifft Videoclip
Musik, Österreich, 2015, ARTEORF 52 Min.
Regie: Florian Gebauer
Autor: Michael Haneke

Interviewpartner: Peter Brunner, Henning Backhaus, Ildikó Raimondi, Angelika Kirchschlager, Magdalena Chmielewska, Tobias Dörr, Jasmina Eleta, Michael Podogil, Stefan Polasek, Barbara Schärf, Henri Steinmetz, Anna Hawliczek, Patrick Vollrath, Albert Meisl
Online verfügbar von 31/10 bis 30/11

Lieder der Wiener Klassik und der Romantik werden von Nachwuchssängern interpretiert und von angehenden Studenten der Wiener Filmakademie filmisch umgesetzt. Unter dem Titel „The Songbook“ trifft klassischer Liedgesang auf modernen Videoclip. Studentinnen und Studenten der Filmakademie entwickeln und realisieren unter dem Mentoring von Michael Haneke gemeinsam mit Studentinnen und Studenten der Wiener Musikuniversitäten innovative audiovisuelle Konzepte. Die Liedinterpreten wurden von einer Jury ausgewählt, der unter anderem die Sängerinnen Angelika Kirchschlager und Ildikó Raimondi angehören.

Es entstehen neun kurze Videofilme, die vor allem dem jungen Publikum das Genre klassische Musik näherbringen sollen. Im Januar 2015 fand in Wien das Musik-Casting statt und im Mai wurden die Soundtracks eingespielt. Die jungen Sänger wurden zuvor von den Jurymitgliedern gecoacht. Die Filmstudenten erarbeiteten ihre Projekte mit einem ihrer Professoren, dem Oscar-Preisträger und Film- sowie Opernregisseur Michael Haneke. Hanekes Filme sind bis ins kleinste Detail durchkomponiert, und so streng ist auch sein Blick auf die Arbeiten seiner Schüler. Die Projekte, die es in die Auswahlrunde schafften, setzen Lieder von Mozart, Haydn, Schubert, Schumann und Brahms in Videoclips um. Die Videoclips treten in einem Wettbewerb gegeneinander an, die besten finden Eingang in die Dokumentation, die dieses Projekt begleitet.

Zusatzinfo: Die Projekte, Interpreten und Regisseure:
(1): Franz Schubert: „Gute Nacht” („Winterreise”) Kristján Jóhannsson (Island, Bariton), Regie: Henning Backhaus
(2): Johannes Brahms: „Denn es gehet dem Menschen wie dem Vieh” Christina Maria Fercher (Österreich, Sopran), Regie: Peter Brunner
(3): Franz Schubert: „Gretchen am Spinnrade” Caroline Jestaedt (Deutschland, Sopran), Regie: Magdalena Chmielewska
(4): Wolfgang Amadeus Mozart: „Abendempfindung an Laura” Anna-Katharina Tonauer (Österreich, Mezzosopran), Regie: Tobias Dörr
(5): Robert Schumann: „Der Hans und die Grete” bzw. „Der arme Peter” Daniel Foki (Ungarn, Bariton), Regie: Michael Podogil
(6): Franz Schubert: „Erlkönig” Matthias Hoffmann (Österreich, Bariton), Regie: Stefan Polasek
(7): Franz Schubert: „Heidenröslein” Pavel Kvashnin (Russland, Tenor), Regie: Barbara Schärf
(8): Robert Schumann: „Wer nie sein Brot mit Tränen aß” Dymfna Meijts (Belgien/Österreich, Mezzosopran), Regie: Henri Steinmetz
(9): Joseph Haydn: „Lob der Faulheit” Theresa Zisser (Österreich, Sopran), Regie: Patrick Vollrath und Anna Hawliczek

Sonntag, 31.10. / 11:50 Uhr / Kanada – Literatur im Aufbruch: Wasser
Schwerpunkt: Frankfurter Buchmesse 2021
Dokumentationsreihe, Kanada, 2020, ZDF 26 Min.
Regie: Stephanie Weimar
Online verfügbar von 01/10 bis 29/02

Kanada – endlos und menschenleer, romantisch verklärt als ungezähmt und unberührt. Der Vierteiler „Kanada – Literatur im Aufbruch” entdeckt das Land aus dem Blickwinkel seiner Literaturschaffenden, die intensiv mit dem Selbstverständnis ihres Landes ringen und damit eines der facettenreichsten und spannendsten Kapitel der Weltliteratur aufgeschlagen haben. Die Urelemente Kanadas weisen ihnen dabei den Weg. „Wald“, „Stein“, „Wasser“ und „Licht“ – diese vier Episoden zeigen tiefe Einsichten in die zeitgenössische kanadische Literatur. In dieser Folge geht es um die Inspirationsquelle „Wasser“.

Eden Robinson ist Angehörige der Heiltsuk und Haisla First Nations und lebt im Dorf Kitamaat Village, eingebettet in die Berge rund um den Douglas-Kanal, im Herzen des Haisla-Territoriums. Die Landschaft ist unwegsam, das Meer ihre Heimat und Thema ihrer Bücher. Uralte Fabelwesen werden lebendig. In Edens Romanen geht es um die Gegenwart der zukünftigen Generation, Industrie und Arbeitsplätze oder den Schutz des Landes und des Meeres. Eden Robinson ist preisgekrönte Autorin von sechs Büchern, die verfilmt und in mehrere Sprachen übersetzt wurden.
Aviaq Johnston ist Inuk. Sie lebt in Iqaluit, der Hauptstadt von Nunavut, einem der nördlichen Territorien Kanadas. Das Meer, das hier die meiste Zeit des Jahres zugefroren ist, hatte schon immer eine grundlegende Bedeutung für die Inuit. Aviaq verspürt eine tiefe Verbundenheit zu dieser unerbittlichen Landschaft. „Unsere Geschichte und Kulturen sind oft stereotypisiert und verächtlich dargestellt worden.“ Aviaq Johnston ist die jüngste Autorin der Dokumentationsreihe, hat aber bereits zwei Romane und zahlreiche Kinderbücher veröffentlicht und war in der engeren Auswahl für Kanadas größten Literaturpreis, den Governor General’s Literary Award.

Catherine Hernandez lebt in Toronto, am Ufer des Ontario-Sees. Ihre Familie kam kurz vor ihrer Geburt von den Philippinen nach Kanada. Sie wohnt in Scarborough, einem einkommensschwachen Stadtteil. „Kanada ist sehr gut darin, sich als eine Nation zu vermarkten, die tolerant, vielfältig, nett und respektvoll ist“, sagt sie, „wir haben aber eine sehr lange Geschichte des Völkermordes an der indigenen Bevölkerung und Rassismus gegen schwarze Menschen.“ Catherine kämpft gegen Diskriminierung und würdigt in ihren Büchern unterdrückte und queere Communitys. Sie ist Roman-, Kinderbuch- und Theaterautorin sowie gefeierte Dramaturgin.

Sonntag, 31.10. / 15:52 Uhr / Der Maler Willi Sitte ~ Ein Leben zwischen Kunst und Politik
Dokumentation, Deutschland, 2021, MDR 52 Min.
Regie: Reinhold Jaretzky
Online verfügbar von 14/11 bis 12/02
Erstausstrahlung

Willi Sitte war einer der namhaftesten Künstler der DDR, auch wenn an der klassischen Moderne orientierte Arbeiten von seiner Partei zunächst abgelehnt wurden. Seine großen Tafelbilder widmen sich politischen Themen wie dem Vietnamkrieg. Politisch erwies sich Sitte als Vorzeigekommunist, der die staatlichen Repressionen niemals infrage stellte. Am Ende wurde der nackte Mensch zum beherrschenden Motiv seiner Kunst, er paarte Farbenwucht mit barocker Sinnlichkeit.

Mit seinem Zyklus „Danza funebre del terzo Reich“ („Totentanz des Dritten Reiches“) zeichnete der 22-jährige Willi Sitte noch mitten im Krieg einen bitteren Abgesang auf das Nazi-Regime. Als Wehrmachtssoldat in Norditalien schloss er sich den dortigen Partisanen an und entschied sich nach dem Krieg für das kommunistische Deutschland, wo er zu einem der namhaftesten Künstler aufstieg.

Er ließ sich von Fernand Léger und Renato Guttuso inspirieren und er bewunderte Picasso. Mit großem zeichnerischem Talent schuf er zahlreiche an der klassischen Moderne orientierte Arbeiten, die aber von seiner Partei zunächst mit dem Verdikt des Formalismus und der Dekadenz belegt wurden. Seine großen Tafelbilder widmen sich politischen Themen wie dem Arbeiteraufstand in Leuna und dem Vietnamkrieg.

Politisch erwies sich Sitte als Vorzeigekommunist. Er wurde Präsident des Verbandes Bildender Künstler, schließlich sogar Mitglied des Zentralkomitees, ein Gläubiger der kommunistischen Idee, der die staatlichen Repressionen niemals infrage stellte.

Der schwierige Balanceakt zwischen politischem Statement und künstlerischer Komplexität zieht sich als roter Faden durch sein Leben und Werk. Am Ende wurde der nackte Mensch zum beherrschenden Motiv seiner Bilder, menschliche Körper in allen Drehungen, er paarte darin Farbenwucht mit barocker Sinnlichkeit. Der Film spürt den Widersprüchen dieses Malers nach, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre und dem das Kunstmuseum Moritzburg Halle eine große Werkschau widmet.

Sonntag, 31.10. / 16:15 Uhr / Kunst, Kultur, Kippa ~ Auf den Spuren des jüdischen Erbes in Europa
Schwerpunkt: 1.700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland
Dokumentation, Deutschland, 2021, MDR 53 Min.
Regie: Marina Farschid
Online verfügbar von 31/10 bis 29/01
Erstausstrahlung

Wie sieht sie aus – die jüdische Kunst in Europa – gestern und heute? Gibt es das Jüdische in der Kunst? Ist jüdische Identität für Künstler und Künstlerinnen überhaupt wichtig? Bei der Reise durch Europa, nach Paris, Berlin, Rom oder Lodz werden Künstler und Künsterlinnen der Vergangenheit und Gegenwart porträtiert – vom Maler des jüdischen Alltags bis zum Verächter seiner jüdischen Herkunft. Großartig in ihrer Kunst – und ambivalent in ihrem Verhältnis zum Judentum.[Lang]: Wie sieht sie aus – die jüdische Kunst in Europa – gestern und heute? Gibt es das Jüdische in der Kunst? Ist jüdische Identität für Künstler und Künstlerinnen überhaupt wichtig? Bei der Reise durch Europa, nach Paris, Berlin, Rom oder Lodz werden die Lebenswege so unterschiedlicher Maler wie Moritz Daniel Oppenheim, Jankel Adler, Lesser Ury oder Chaim Soutine gezeigt – vom Maler des jüdischen Alltags bis zum Verächter seiner jüdischen Herkunft. Großartig in ihrer Kunst – und ambivalent in ihrem Verhältnis zum Judentum. Und im 20. Jahrhundert Opfer des Holocaust. Und heute? Spielt für jüdische Künstler und Künstlerinnen die Herkunft eine Rolle – in der Kunst, in ihren Themen, in ihren Bildern? Fühlen sie sich genervt von den immer gleichen Fragen? Es beginnt eine spannende Spurensuche zu jüdischen Künstlern und ihrer Kunst.

Sonntag, 31.10. / 17:10 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2021, SWR 30 Min.
Regie: Verena Knümann
Redaktion: Dunja Saal
Moderation: Bianca Hauda
Online verfügbar von 29/10 bis 29/01
Erstausstrahlung
[Kurz]: „TWIST“ – das ist das ARTE-Kulturmagazin. Jede Woche gehen die Moderatorinnen Bianca Hauda und Romy Straßenburg in einer europäischen Metropole den Fragen nach, die die Menschen gerade umtreiben. Neugierig, frisch, mit Esprit und Witz. In Begegnungen mit Künstlern und Kreativen. Quer durch alle Genres von der Kunst über Architektur, Fotografie, Literatur bis hin zur Mode und zum Film. Und: „TWIST“ unterhält. Etwa mit der Web-Rubrik „Psychogramm“ auf Instagram. Darin werden die Insta-Profile von Künstlerinnen und Künstlern satirisch auf die Couch gelegt.

Sonntag, 31.10. / 17:14 Uhr / Gautier Capuçon und das Cello
Dokumentation, Deutschland, Frankreich, 2021, NDR 43 Min.
Regie: Beatrix Conrad
Dirigent: Alan Gilbert
Orchester: NDR Elbphilharmonie Orchester

Mit: Gautier Capuçon (Cello)

Erstausstrahlung

„Ich habe mehrere Jahre gebraucht, um es zähmen zu können. Wahrscheinlich würde es das Gleiche über mich sagen“, kommentiert der französische Cellist Gautier Capuçon augenzwinkernd das partnerschaftliche Ringen mit seinem mehr als 300 Jahre alten Instrument – ein Cello des venezianischen Geigenbauers Matteo Goffriller aus dem Jahr 1701.

Fast schon eheähnliche Züge prägen das Verhältnis zwischen dem Ausnahmecellisten und seinem Instrument. Capuçon berichtet von der Wildheit und dem facettenreichen Ausdrucksmöglichkeiten für fast alle Repertoiresparten seines Instruments, aber auch von Zickigkeit und der Ambivalenz zwischen weiblichen und männlichen „Gehabe“. Dem Pariser Geigenbauer Pierre Bathel, der das Instrument regelmäßig justiert, kommt dabei eine gewichtige, manchmal vermittelnde, Rolle zu: „Er ist nicht nur Geigenbauer, sondern auch Arzt, Psychologe und Freund.“

Als musikalisches Hauptwerk steht das Cellokonzert von Antonin Dvorak im Mittelpunkt der Dokumentation. Es ist bis heute ein unübertroffener Klassiker des romantischen Repertoires. Für Cellisten ist es nicht irgendein Konzert, sondern schlichtweg das Cellokonzert. Niemand kann sich seinen einprägsamen Melodien, seinen gewaltigen symphonischen Höhepunkten, seiner fesselnden Virtuosität und überwältigenden Emotionalität entziehen. Bei seiner Interpretation mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Alan Gilbert in Hamburg wird das eindrucksvoll spürbar.

Sonntag, 31.10. / 17:40 Uhr / Heldenleben – Christian Thielemann dirigiert Werke von Richard Strauss
Musik, Deutschland, 2021, MDR 43 Min.
Regie: Tilo Krause
Komponist: Richard Strauss
Dirigent: Christian Thielemann
Orchester: Sächsische Staatskapelle Dresden
Online verfügbar von 31/10 bis 29/01
Erstausstrahlung

Strauss und Dresden sowie Thielemann und Strauss bilden die ideale Konstellation für ein stilsicheres, konsistentes Konzerterlebnis auf hohem interpretatorischem Niveau. Auf dem Programm steht Richard Strauss (1864-1949) „Ein Heldenleben“ Symphonische Dichtung op. 40. Es spielt die Staatskapelle Dresden.

Größenwahn oder Ironie? Auch wenn der Komponist bei seiner Tondichtung auf den bestimmten Artikel „mein“ verzichtet, so bleibt doch recht deutlich, wer oder was gemeint ist: Da gibt es genug musikalische Zitate aus dem Oeuvre eines inzwischen 34-jährigen durchaus selbstbewussten Tonkünstlers, dessen Name auch auf dem Deckblatt der Partitur vermerkt ist.

Andererseits äußerte Richard Strauss zu seinem Freund Romain Rolland, dass ihm zum Helden die nötige Kraft fehle, er nicht „für die Schlacht“ gemacht sei. Das ewige Ringen des dem schöpferisch tätigen Ton-Heroen mit der schnöden (Kritiker)-Welt um ihn herum ist nun schon so oft erzählt, dass wir aus heutiger Sicht Strauss doch eine Portion Ironie zubilligen können.

Sonntag, 31.10. / 21:44 Uhr / Charles Bronson ~ Hollywoods härtester Kerl
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Jean Lauritano
Online verfügbar von 08/10 bis 14/12
Wiederholung vom 15.10.

Sonntag, 31.10. / 21:50 Uhr / Trintignant über Trintignant
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 52 Min.
Regie: Yves Jeuland, Lucie Cariès
Online verfügbar von 24/10 bis 29/04
Erstausstrahlung

Jean-Louis Trintignant war Anfang 30, als er sich in den frühen 60er Jahren ziemlich schüchtern den ersten Journalistenfragen stellte. 60 Jahre später blickt der Schauspieler zurück auf sein Leben, auf entscheidende Begegnungen und auf seine Filme, die Kinogeschichte schrieben. Mit wenigen Gesten, beherrschter Miene und scheinbar ausdruckslosen Augen profilierte sich der einstige Jurastudent als vielschichtiger und perfektionistischer Charakterdarsteller. Seinen internationalen Durchbruch feierte er mit „Und ewig lockt das Weib“ an der Seite von Brigitte Bardot. Um dem Medienrummel um seine Liaison mit dem Sexsymbol Brigitte Bardot zu entfliehen, flüchtete er Anfang der 60er Jahre in die Armee und kehrte erst 1966 wieder zurück.

Trotz seines schüchternen Wesens und seiner Scheu vor öffentlichen Auftritten arbeitete Trintignant stets mit den größten Filmemachern seiner Zeit zusammen: Er war Bernardo Bertoluccis Konformist in „Der große Irrtum“, der hartnäckige Ermittler in Costa-Gavras‘ „Z“ und der kauzige Ganove Marx in Jacques Audiards „Wenn Männer fallen“, der glühende Liebhaber in Claude Lelouchs „Ein Mann und eine Frau“ und der gealterte Ehemann in Michael Hanekes „Liebe“. Er spielte an der Seite von Filmikonen wie Brigitte Bardot, Jeanne Moreau, Anouk Aimée, Fanny Ardant und natürlich Romy Schneider, in die er sich am Set des Films „Nur ein Hauch von Glück“ von Pierre Granier-Deferre verliebte.

Hinter seinen Filmfiguren schienen stets die Rollen durch, die er im wahren Leben einnahm: Jean-Louis Trintignant war Junggeselle, Ehemann und Vater; er bekam drei Kinder mit der Regisseurin Nadine Marquand, einer der wenigen Frauen, die damals auch hinter der Kamera standen. Die gemeinsamen Werke des Paares – darunter „Le Voyage de noces“ über ihre eigene, wechselhafte Beziehung – wirken wie halbautobiografische Werke über die eigene Familie. In diesem facettenreichen Porträt erzählt Jean-Louis Trintignant seine Lebensgeschichte so, wie er sie sieht. Er offenbart seine ganz eigene Wahrheit – und zeigt sich zweifelnd, verletzlich und schonungslos offen.

Sonntag, 31.10. / 22:45 Uhr / Gaetano Donizetti: Lucia di Lammermoor
Oper, Schweiz, Deutschland, 2021, SWR 150 Min.
Komponist: Gaetano Donizetti
Inszenierung: Tatjana Gürbaca
Fernsehregie: Nele Münchmeyer
Dirigent: Speranza Scappucci
Orchester: Philharmonia Zürich
Chorleitung: Janko Kastelic
Chor: Chor der Oper Zürich
Libretto: Salvatore Cammarano
Kostüme: Silke Willrett
Licht: Klaus Grünberg
Dramaturgie: Beate Breidenbach

Mit: Massimo Cavalletti (Enrico Ashton), Irina Lungu (Lucia, Enricos Schwester), Piotr Beczała (Edgardo di Ravenswood), Andrew Owens (Lord Arturo Bucklaw), Oleg Tsibulko (Raimondo Bidebent, Lucias Erzieher), Roswitha Christina Müller (Alisa, Lucias Kammerdame), Iain Milne (Normanno, Hauptmann)

Online verfügbar von 31/10 bis 30/11
Erstausstrahlung

Ist es nicht seltsam, dass hier eine Schamlose, eine Verrückte, eine Mörderin zur Heldin und Sympathieträgerin wird? Dass sie uns schließlich in ihrem Wahnsinn näherkommt als jemals zuvor? Lucias Verrücktheit, ihr Aus-der-Welt-Treten, öffnet auch uns die Augen für die Realität, in der sie sich bis dahin befand. Wir verstehen sie, weil Mord und Wahnsinn Befreiungsschläge sind, und es schon vorher immer wieder Momente gab, in denen man sich fragen musste, wer eigentlich verrücktspielt: Lucia oder die Welt um sie herum? „Liebe, zerstörerisch-heftige Liebe, ohne die jede Oper kalt bleiben muss“: Das war es, was Donizetti von einem Opernstoff forderte – und das war es auch, was ihm der Roman „The Bride of Lammermoor“ von Walter Scott in höchster Intensität lieferte.

Die Uraufführung der „Lucia“ 1835 war einer der größten Triumphe, den das neapolitanische Theater je erlebt hatte. Großen Anteil an diesem bis heute anhaltenden Erfolg hatte Lucias berühmte „Wahnsinnsszene“, eine der berührendsten Opernszenen überhaupt, deren Gestaltung für die Sängerin der Titelpartie musikalisch und darstellerisch eine immense Herausforderung bedeutet. In dieser Neuproduktion ist die russische Sopranistin Irina Lungu Lucia. Als ihr Geliebter ist der Tenor Piotr Beczała ans Opernhaus zurückgekehrt. Die Regie hat die in Zürich für ihre genaue Personenführung bestens bekannte Tatjana Gürbaca übernommen, am Pult der Philharmonia steht die italienische Dirigentin Speranza Scappucci.

Zusatzinfo:
Die von Tatjana Gürbaca inszenierte Neuproduktion des Opernhauses Zürich wartet mit einer fulminanten Besetzung auf: Irina Lungu als Lucia, Piotr Beczała als Edgardo sowie Massimo Cavalletti als Enrico. Die fragile Titelheldin Lucia hat sich in Edgardo verliebt, den Todfeind ihres Bruders Enrico. Zündstoff für einen echten Opernabend.

Montag, 01.11. / 20:15 Uhr / Tod in Venedig
(Morte a Venezia)
Spielfilm, Italien, Frankreich, 1971, ARTE 125 Min.
Regie: Luchino Visconti
Drehbuch: Luchino Visconti, Nicola Badalucco
Autor: Thomas Mann
Produktion: Alfa Cinematografica
Produzent: Luchino Visconti
Kamera: Pasquale De Santis
Schnitt: Ruggero Mastroianni
Musik: Gustav Mahler

Mit: Dirk Bogarde (Gustav von Aschenbach), Silvana Mangano (Tadzios Mutter), Björn Andresen (Tadzio), Marisa Berenson (Frau von Aschenbach), Mark Burns (Alfred), Carole André (Esmeralda)

Der alternde deutsche Komponist Gustav von Aschenbach reist zur Erholung nach Venedig. Von Aschenbach ist deprimiert, die Faszination dieser Stadt bleibt ihm verschlossen. Die Erinnerungen an seine Jugend bringen keine Befreiung, sondern lassen seine Verzweiflung noch größer werden. In seinem Hotel begegnet er dem polnischen Knaben Tadzio, dessen kindliche Schönheit ihn fasziniert. Der schöne Knabe wird ihm zum Sinnbild von Unschuld und Reinheit. Fortan verbringt er seine Zeit damit, den Jungen zu beobachten, ohne jedoch engeren Kontakt mit ihm oder seiner Familie aufzunehmen.

Als in der Stadt die Cholera ausbricht, weigert sich Aschenbach abzureisen. Als er schließlich doch versucht zu fliehen, missglückt der Versuch und er ist gezwungen, weiter in Venedig zu bleiben. Immer mehr verliert sich der ältere Mann in den Gefühlen für den schönen Jungen und seinen Tagträumen.

Zusatzinfo:
1971 schuf Visconti mit „Tod in Venedig“ einen Film, der sich zwar eng an Thomas Manns Erzählung orientiert, an einigen Stellen jedoch eigene Akzente setzt. Visconti inszenierte mit dem Film ein herausragendes Drama. Mit perfekten Dekors und dem morbiden Kolorit der Lagunenstadt beschwört er die bourgeoise Dekadenz dieser Zeit in all ihrer Faszination herauf. Die Wirkung wird durch die dritte und die fünfte Symphonie von Gustav Mahler unterstrichen. Neben vielen weiteren Auszeichnungen erhielt Visconti für seinen Film bei den Filmfestspielen in Cannes 1971 den Sonderpreis zum 25-jährigen Jubiläum des Festivals.

Montag, 01.11. / 22:20 Uhr / Der schönste Junge der Welt ~ Björn Andrésen: Viscontis blonder Engel
Dokumentation, Schweden, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Kristina Petri, Kristian Lindström
Online verfügbar von 01/11 bis 28/07
Erstausstrahlung

1969 reist der italienische Regisseur Luchino Visconti durch Europa und sucht nach dem perfekten Jungen, der den schönen Tadzio in seiner Thomas-Mann-Verfilmung „Tod in Venedig“ verkörpern könnte. Als der schüchterne 15-jährige Björn Andrésen dann in Stockholm durch die Tür kommt, weiß Visconti sofort, dass er seinen „Todesengel“ gefunden hat. Zum Casting angemeldet wurde Björn von seiner Großmutter, die für ihn und seine Schwester seit dem frühen Tod der Mutter sorgt. Sie begleitet ihn auch bei den Dreharbeiten, widmet sich aber mehr ihrer eigenen kleinen Rolle als den Nöten ihres Enkels. Tadzios – Björn Andrésens – Schönheit weckt Begehrlichkeiten, gegen die ihn Visconti während des Drehs noch abzuschirmen weiß. Doch 1971 bei der Weltpremiere des Films in London, zu der auch Queen Elizabeth und Prinzessin Anne geladen sind, präsentiert er Björn als „schönsten Jungen der Welt“. Er überlässt ihn der Welle öffentlicher Begeisterung, die ihm dann auch beim Filmfestival in Cannes entgegenschlägt und die den Pubertierenden in Situationen bringt, denen er nicht gewachsen ist und die er auch später nicht mehr kontrollieren kann. Ein japanischer Musikagent lädt ihn direkt vom roten Teppich nach Tokio ein, wo Björn als Japans erster westlicher Popstar in TV-Shows und Werbeclips vermarktet und als Idol des schönen androgynen Jünglings in Animes und Mangas verarbeitet wird. 50 Jahre später öffnen Kristina Lindström und Kristian Petri den Blick hinter die Kulissen des Filmklassikers „Tod in Venedig“ und nähern sich einem Mann, der versucht, die Kontrolle über sein Leben zu erlangen.

Montag, 01.11. / 01:05 Uhr / Brasch – Das Wünschen und das Fürchten
Dokumentarfilm, Deutschland, 2011, NDR 93 Min.
Regie: Christoph Rüter
Online verfügbar von 01/11 bis 30/01

Am 3. November 2001 verstarb mit 56 Jahren der Dichter Thomas Brasch. Zuerst widersetzte er sich der staatstragenden Vätergeneration in der DDR und dann, im anderen Teil Deutschlands, jeder Form von Autorität. „Künstler oder Krimineller“, das war seine Devise. Für Brasch war die Kunst nicht nur die Möglichkeit, die Welt zu verändern wie bei Brecht, sondern sie zu überleben. Seine Kunst kam aus einer tiefen Verletztheit. Er betonte immer wieder, wie wichtig seine Arbeit für ihn ist. Er suchte mit Hilfe der Kamera etwas, was ihn am Leben hält. Tatsächlich zeigen sie seinen Untergang: radikal, authentisch, ohne jede Eitelkeit und voller Angst. Braschs Leben und Sterben ist außergewöhnlich. Hier musste einer auf dem Messer gehen, wie Christa Wolf sagt, um vorwärts zu kommen. Thomas Brasch größter Wunsch war immer, dass er und „seine Arbeit gebraucht wird“. Dieser Wunsch geht nun endlich in Erfüllung. Christoph Rüter war mit Thomas Brasch bis zu seinem Tod befreundet. Regelmäßig begleitete er Brasch mit der Kamera.

Montag, 01.11. / 04:22 Uhr / Bilder allein zuhaus
Bailarines, Fernando Botero (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2021, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 25/10 bis 31/10

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Boteros „Bailarines“ werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Mit vollem Körpereinsatz versucht Maria ihren Tanzpartner beim erotischen Tango zu verführen. Dieser ist jedoch deutlich weniger begeistert von der körperlichen Nähe …
Eine Neuinterpretation des berühmten Sketchs „La Drague“ von Guy Bedos und Sophie Daumier.

Mittwoch, 03.11. / 05:00 Uhr / Jacques Brel à Knokke-Le-Zoute 1963
Musik, Belgien, 2018, ARTE F 39 Min.
Regie: Eurotéléfilms
Mit: Jacques Brel
Online verfügbar von 10/10 bis 15/01

Kaum ein Liedermacher hat die französische Chanson-Szene so sehr geprägt wie Jacques Brel. Der überaus charismatische und expressive Sänger wurde in den späten 1950er Jahren zu einem gefeierten Weltstar und wird heute in Frankreich und Belgien wie ein Nationalheiliger verehrt. Seine humorvollen, tiefgründigen und sozialkritischen Lieder wurden im französischen Original oder in Übersetzungen von zahlreichen Musikgrößen interpretiert – von David Bowie und Ray Charles über Nirvana bis hin zu Madonna. ARTE zeigt eine restaurierte Live-Aufnahme seines Konzerts vom 23. Juli 1963 im Casino von Knokke-Le-Zoute, einem noblen Badeort in seiner belgischen Heimat, wo er jährlich ein Konzert gab. Die Aufnahmen zeigen Brel bei einer mitreißenden Darbietung, bei der ihm stets der Spagat zwischen Gesang, Drama und Comedy gelang. Seiner Tochter France Brel zufolge war die Show so überwältigend, dass viele Zuschauer das Gefühl hatten, er hätte an diesem Abend einzig und allein für sie selbst gesungen. Neben den Hits „Bruxelles“, „Quand on n’a que l’amour“, „Rosa“, „La Fanette“ und „Mathilde“ interpretierte er bei diesem Konzert erstmals sein Lied „Madeleine“. Die Aufzeichnung des Konzerts wurde 2018 anlässlich des 40. Todestages des Sängers aufwendig von der Jacques-Brel-Stiftung restauriert.

Mittwoch, 03.11. / 04:38 Uhr / Bilder allein zuhaus
Osteologie-Lektion von Dr. Sebastiaen Egbertsz, Pickenoy (1/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2021, ARTE F 2 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 01/09 bis 02/11

Heute steht eine ganz besondere Osteologie-Lektion auf dem Programm. Für die Studierenden gilt heute: singen anstatt büffeln …

Donnerstag, 04.11. / 05:00 Uhr / Peace x Peace Festival 2019: Fettes Brot, Silbermond & Gentleman
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 59 Min.
Regie: Thomas Janze

Mit: Fettes Brot, Alligatoah, Silbermond, Adel Tawil, SDP, Die Orsons, Megaloh, Chefket, Matthias Schweighöfer, Nico Santos, Alice Merton, Drangsal, Alli Neumann, Lea, Lary, Ilira

Online verfügbar von 03/11 bis 04/12

Das PxP Festival ist ein besonderes Highlight des Festivalsommers. Für den guten Zweck brachte das Team um Gründer Fetsum auch 2019 die Popwelt aus dem deutschsprachigen Raum auf einer Bühne zusammen: Am 1. Juni in der traditionsreichen Parkbühne Wuhlheide in Berlin. Auch bei der dritten Ausgabe des PxP traten alle Künstler ohne Gage auf. Das Festival unterstützt Projekte und Initiativen für Kinder, die im Krieg oder auf der Flucht leben. ARTE präsentiert Highlights von diesem einzigartigen Festival. Mit dabei sind: Fettes Brot – Die Hip-Hop-Superstars aus dem Norden präsentieren ihre gefeierten Hits, zusammen mit den PxP Allstars: Hier greift auch Festivalinitiator Fetsum selbst zum Mikrofon. Silbermond – Passend zur blauen Stunde geht ihr Stern auf. Das Publikum singt begeistert mit bei Hits wie „Krieger des Lichts“ und „Leichtes Gepäck“. Silbermond überzeugen aber auch mit leiseren, emotionaleren Klängen und stellen sogar ein neues Lied vor: In „Mein Osten“ setzt sich die Band mit der politischen Stimmung in ihrer Heimat auseinander. Seit 20 Jahren bringt Gentleman Reggae auf die Bühne und gibt weltweit Konzerte. Seine Bekanntheit nutzt er auch immer wieder für soziale Projekte wie eine Projektreise mit der Wasserinitiative Viva con Agua und nun beim PxP. Begleitet von The Evolution spielt er seine größten Hits in der Wuhlheide. Und zum gemeinsamen Tanzen verlässt Gentleman auch schon mal die Bühne und gesellt sich zu seinen Fans.

Donnerstag, 04.11. / 04:06 Uhr / Bilder allein zuhaus
Street Life, Harlem – William H.Johnson (3/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2021, ARTE F 3 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 31/08 bis 03/11

Ein Liebespaar trifft sich auf den Straßen von Harlem, New York. Beide haben sich für ihr Rendezvous schick gemacht. Zudem hat sich der Mann zur Feier des Tages etwas ganz Besonderes ausgedacht. Seine Freundin ist voller Vorfreude. Als sie die Überraschung erblickt, ändert sich ihre Stimmung jedoch schlagartig …

Freitag, 05.11. / 22:00 Uhr / Zweifel
Theater, Frankreich, 2020, ARTE F 68 Min.
Regie: François Hanss
Mit: Muriel Robin, Olivier Claverie, Elodie Wallace
Online verfügbar von 29/10 bis 03/02
Erstausstrahlung

Nach außen scheint das Leben von Agnès Baer perfekt. Als Chefredakteurin und Moderatorin eines berühmten Investigationsmagazins feiert sie beruflich große Erfolge. Und auch privat scheint sie glücklich: Seit knapp 30 Jahren ist sie mit Gabriel, dem Produzenten ihrer Sendung, verheiratet. Als dieser jedoch geschäftlich in den USA unterwegs ist, stellt Agnès die neue Assistentin Manon ein. Diese überzeugt zwar nicht durch große Worte, liefert jedoch gute Ideen zu drängenden Themen und Fragen. So motiviert sie Agnès dazu, Ursprünge und Motivationen sexueller Gewalt in ihrer neuen Sendung zu ergründen.

Doch das Thema bleibt nicht nur auf den beruflichen Kontext begrenzt und lässt das so erfolgreich strukturierte Leben von Agnès aus dem Ruder laufen. Denn Manon hat deutlich mehr zu erzählen, als man meinen könnte …

Der Film mit der französischen Schauspielerin Muriel Robin, die sich auch im wahren Leben gegen sexuelle Gewalt einsetzt, widmet sich dem Thema auf schonungslose und spannende Weise, indem er drei Protagonisten – Agnès, Manon und Gabriel – kammerspielartig miteinander konfrontiert.

In einer Wohnung, dem einzigen Schauplatz des Films, kommt lang Verborgenes ans Licht und hinterlässt unauslöschliche Spuren. Diese sich verändernde und zuletzt brüchige Kulisse bildet das Zentrum der Erzählung. In diesem dichten Schlagabtausch bündeln sich alle Spannungen, in denen sich die Protagonisten bei Tag und bei Nacht begegnen und einander herausfordern. Zwischen Hyperrealismus und verzerrten Abbildern der Wirklichkeit, erzählt der packende Film von einem Kampf, der gerade erst beginnt.

Freitag, 05.11. / 23:05 Uhr / Bedrängt, bedroht, belästigt – 24 Frauen, 24 Geschichten ~ Cybermobbing
24 faits de la vie des femmes (11/24)
Fernsehserie, Frankreich, 2019, ARTE F 4 Min.
Regie: Valérie Urrea, Nathalie Masduraud
Online verfügbar von 29/10 bis 05/11
Erstausstrahlung

24 Folgen aus der Feder von 24 international renommierten Autorinnen machen sichtbar, was Frauen in ihrem Alltag erleben – von scheinbar banalen Vorfällen bis zu schrecklichen Dramen. 24 Kurzfilme, basierend auf realen Begebenheiten und gespielt von 24 großartigen Schauspielerinnen, darunter Diane Kruger. Die ARTE-Originalserie ist ein Manifest gegen die Gewalt, die Frauen noch immer zu oft erdulden müssen.

Seit geraumer Zeit wird sie von ehemaligen Kollegen – vermeintlichen Freunden – in den sozialen Medien heftig gemobbt. Nun entdeckt sie den letzten Tweet zu ihrer Person und bricht emotional zusammen …

Freitag, 05.11. / 23:10 Uhr / Jane Fonda ~ Eine Rebellin in Hollywood
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 53 Min.
Regie: Florence Platarets
Online verfügbar von 29/10 bis 04/01

Auf Jane Fondas Gesicht und Körper überlagern sich mehrere scheinbar unvereinbare Klischees: Das hübsche Gesicht von Henry Fondas Tochter, 1960 erstmals auf der Leinwand, wurde 1968 vom Bild der Sexbombe Barbarella abgelöst. An deren Stelle trat die Aktivistin, die der Welt ihr politisches und feministisches Engagement offenbarte. Als 40-Jährige widmete sie sich einem neuen Ideal: dem Körperkult. Jane Fonda im Bodysuit, gertenschlank und mit Föhnfrisur, ersetzte im kollektiven Unbewussten dauerhaft die „Hanoi Jane“ genannte Aktivistin; und die Aerobic-Queen verdrängte auch die zweifache Oscarpreisträgerin. Während des 15-jährigen Verschwindens aus dem Kino- und Fernsehprogramm setzte sich für die Nachwelt das Bild einer aktiven und energiegeladenen Frau fest, die aus dem Kampf gegen das Alter eine Aerobic-Routine machte. Seit sie 2005 wieder Filmrollen übernahm, änderte sich die Lage: Mit 70, dann mit 80 Jahren bekennt sich Jane Fonda distanziert und selbstironisch zu ihren Großmutterrollen, ihren Falten und ihren Schönheitsoperationen. Jane Fondas vielfache Metamorphosen, ihre widersprüchlichen Erscheinungsformen könnten befremdlich wirken. Doch insgesamt gesehen weisen ihr Leben und ihre Karriere einen inneren Zusammenhang auf: Die Künstlerin verstand es, im Einklang mit ihrem Land, dessen Träumen, Bestrebungen und Enttäuschungen zu stehen. Das Faszinierendste an Jane Fonda ist ihre Art, Amerika zu verkörpern, seinen Legendenbildern zu entsprechen oder aber diese Legenden abzulehnen, die verschiedenen Gesichter der USA zu erfassen – und dabei stets integer zu bleiben.

Freitag, 05.11. / 00:05 Uhr / Bedrängt, bedroht, belästigt – 24 Frauen, 24 Geschichten: Es wird ein Mädchen
24 faits de la vie des femmes (18/24)
Fernsehserie, Frankreich, 2019, ARTE F 4 Min.
Regie: Valérie Urrea, Nathalie Masduraud
Online verfügbar von 29/10 bis 05/11
Erstausstrahlung

Sie ist im achten Monat schwanger. Nachbarn haben der Polizei gemeldet, dass sie Opfer häuslicher Gewalt ist. Wird sie Anzeige erstatten?

Freitag, 05.11. / 00:10 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Erstausstrahlung

Freitag, 05.11. / 00:40 Uhr / Bedrängt, bedroht, belästigt – 24 Frauen, 24 Geschichten: Rache-Porno
24 faits de la vie des femmes (3/24)
Fernsehserie, Frankreich, 2019, ARTE F 4 Min.
Regie: Valérie Urrea, Nathalie Masduraud
Online verfügbar von 29/10 bis 05/11
Erstausstrahlung

Eine Mutter trauert um ihre 16-jährige Tochter, die Selbstmord beging, weil ein intimes Video von ihr in den sozialen Medien zirkulierte. Zwischen Zorn und Verzweiflung schwankend, schmiedet sie einen Racheplan …

Freitag, 05.11. / 00:45 Uhr / Kimberose – Privatkonzert in Paris
Musik, Frankreich, 2021, ARTE F 63 Min.
Regie: Colin Laurent
Online verfügbar von 29/10 bis 26/10
Erstausstrahlung

Dass die Briten in Sachen Pop und Rock erste Sahne bieten, weiß man schon lange. Aber inzwischen gibt es auch immer mehr erstklassige Neo-Soul-Stimmen auf der anderen Seite des Ärmelkanals. Eines dieser Talente sticht dabei besonders hervor: Kimberose. Kimberose war zunächst ein britisch-französisches Trio. Frontfrau und Sängerin Kimberly Kitson Mills hat einen britischen Vater und eine Mutter aus Ghana und wurde in Frankreich geboren. Begleitet von Anthony Hadjadj und Alexandre Delange interpretierte sie Songs von zeitlosem Charme mit einer Stimme, die an Billie Holliday, Amy Winehouse und Nina Simone zugleich erinnert. Die Formation brachte einige Singles, darunter das vielbeachtete „I’m Sorry“, und 2018 ein Album mit dem Titel „Chapter One“ heraus. Inzwischen verfolgt die Sängerin als Kimberose eine Solokarriere und veröffentlichte ihr Album „Out“. In diesem Privatkonzert lässt Kimberose Gäste auftreten, etwa den Pianisten Sofiane Pamart und Begleitstimmen. Es ist die ideale Gelegenheit, die besondere Welt der stimmgewaltigen Künstlerin live zu entdecken.

Zusatzinfo: Die Sendung basiert auf Konzertmitschnitten vom 20. und 21. Mai 2021 in der Salle Wagram, Paris.


Programmwoche 45:

Samstag, 06.11. / 05:55 Uhr / Die großen Mythen – Die Ilias: Der Apfel der Zwietracht
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Sylvain Bergère
Online verfügbar von 16/10 bis 06/01

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Paris, der Sohn des trojanischen Königs Priamos, reicht den goldenen Apfel Aphrodite, der schönsten unter den Göttinnen. Im Gegenzug verspricht ihm die Göttin der Liebe die Hand von Helena, der schönsten Frau unter den Sterblichen. Das erregt den Zorn von Helenas Gatten Menelaos und beschwört wenig später den Ausbruch des Trojanischen Kriegs herauf.

Eris, die Göttin der Zwietracht, schickt einen goldenen Apfel zum Olymp, der der schönsten unter den Göttinnen zugedacht ist. Doch wer von Aphrodite, Hera und Athena ist die Schönste? Zeus verfügt, dass ein Sterblicher das Urteil sprechen soll: Paris, der junge Sohn des trojanischen Königs Priamos, reicht den Apfel Aphrodite, die ihm dafür die Liebe der Schönsten aller Frauen verspricht. Wenig später wird Paris zu Menelaos entsandt, dem König von Sparta, und verliebt sich in dessen Gattin Helena. Unter dem Zauber der Liebesgöttin flieht das heimliche Paar nach Troja. Der wütende Menelaos bricht zu seinem Bruder Agamemnon auf, dem König der Könige auf dem Thron von Mykene. Der weise Agamemnon will die Sache zunächst friedlich regeln, wird dann aber von Hera und Athena aufgehetzt. Sie haben Paris die Schmach nicht verziehen, dass er nicht eine von ihnen zur schönsten Göttin gekürt hat. Ihren Einflüsterungen folgend, versammelt Agamemnon alle griechischen Könige, um gegen Troja in den Krieg zu ziehen.

Zusatzinfo:
Die zehnteilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Die Reise durch die Geschichte zeigt die Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie, die bis heute eine faszinierende Ausstrahlungskraft besitzen.

Samstag, 06.11. / 06:20 Uhr / Die großen Mythen – Die Ilias: Die Stunde der Opfer
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Sylvain Bergère
Online verfügbar von 16/10 bis 13/01

Alle griechischen Könige sind mit ihren Armeen Agamemnons Aufruf gefolgt. Alle bis auf zwei: Odysseus gibt vor, den Verstand verloren zu haben, um einem Krieg zu entkommen, an den er nicht glaubt. Doch er wird schnell enttarnt. Auch Achilles, der als größter aller griechischen Krieger gilt, will nicht mit Agamemnon in die Schlacht gegen Troja ziehen, da er den Herrscher von Mykene verabscheut. Die Nymphe Thetis, seine Mutter, bringt ihn ungewollt dazu, seine Meinung zu ändern. Sie enthüllt ihm, dass er sein Schicksal selbst in der Hand hat: Achilles kann entweder im Kampf als junger Held sterben und für alle Zeiten unvergessen bleiben oder aber bis ins hohe Alter glücklich im Kreis seiner Lieben leben. Der Preis dafür wäre allerdings, dass sein Name in Vergessenheit geraten werde. Ohne zu zögern, schließt sich Achilles nun doch der griechischen Armee an. In der Zwischenzeit erkennt der Seher Kalchas, dass die Göttin Artemis die Schiffe am Auslaufen hindert, weil Agamemnon sie verärgert hat. Um die Göttin zufriedenzustellen, sieht sich Agamemnon gezwungen, seine Tochter Iphigenie als Opfer darzubringen, damit die größte jemals zusammengestellte Flotte endlich Richtung Troja in See stechen kann.

Samstag, 06.11. / 06:50 Uhr / Die großen Mythen – Die Ilias: Der Zorn des Achilles
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Gaëtan Chabanol
Online verfügbar von 16/10 bis 13/01

Zehn Jahre sind vergangen, seit das griechische Heer vor der Küste Trojas anlegte, aber die Stadt leistet noch immer Widerstand. Hektor, der älteste Sohn des Herrschers, wirft seinem Bruder Paris vor, den nicht enden wollenden Krieg verschuldet zu haben. Doch Paris hält an seiner Liebe zu Helena fest. Im Lager der Griechen grassiert eine mysteriöse Krankheit. Der Seher Kalchas weissagt den versammelten Königen, es handle sich um die Strafe Apollons, weil Agamemnon die schöne Chryseis gefangen halte. Deren Vater, ein Priester des Gottes, hat von Apollon Rache erbeten. Achilles fordert Agamemnon auf, die junge Frau ihrem Vater zurückzugeben. Agamemnon willigt ein, verlangt aber von Achilles, er solle ihm dafür seine Konkubine Briseis überlassen. Wutentbrannt schwört Achilles daraufhin, nicht mehr unter Agamemnon in die Schlacht zu ziehen. Achilles‘ Mutter Thetis geht zu Zeus und bittet ihn, ihrem Sohn zu helfen. In Erinnerung seiner Liebe zu Thetis beschließt der oberste olympische Gott, den Trojanern beizustehen, und sendet Agamemnon einen Traum, um ihm eine Falle zu stellen.

Samstag, 06.11. / 07:15 Uhr / Die großen Mythen – Die Ilias: Das Blut der Göttin
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Sébastian Rancourt
Online verfügbar von 16/10 bis 20/01

Agamemnon hat einen Traum: Heute wird Troja fallen! Schon stürmt das griechische Heer auf die Stadtmauern zu. Die Schlacht tobt. Mitten im Getümmel erkennen sich zwei Männer: Menelaos, der Gatte der schönen Helena, steht Paris gegenüber, der seine Frau entführt hat. Paris fordert Menelaos zum Zweikampf heraus – und droht zu verlieren. Aphrodite bricht das Verbot des Zeus, sich in den Kampf der Menschen einzumischen, und rettet Paris vor dem sicheren Tod. Zeus schäumt vor Wut, ist aber machtlos: Schon kehrt Athena aufs Schlachtfeld zurück und verleiht dem jungen Diomedes die Gabe, die Götter zu sehen. Diomedes verwandelt sich in einen wilden Stier und greift Aphrodite an, die gekommen war, um ihren Sohn Aeneas zu verteidigen. Er verletzt sie am Arm und nimmt sich dann des Kriegsgottes Ares an, der Aphrodite rächen will. Nur einen lässt das kriegerische Geschehen kalt: Achilles sitzt in seinem Zelt und spielt lächelnd auf seiner Leier.

Samstag, 06.11. / 07:40 Uhr / Die großen Mythen – Die Ilias: Das Schwert und die Waage
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Nathalie Amsellem
Online verfügbar von 16/10 bis 20/01

Der Konflikt zwischen Griechen und Trojanern erfasst die Götterwelt. Zeus verfügt, dass jeder, der eines der beiden Lager unterstützt, vom Blitz getroffen wird. Auf dem Schlachtfeld drängen die Trojaner die Griechen zurück. Diese beschließen, ihr Lager und ihre Schiffe mit einer Mauer zu schützen. Hektor, der älteste Sohn des trojanischen Königs, ist voller Zuversicht; seine Schwester Kassandra zeigt sich weniger optimistisch. Sie weiß seit jeher, dass Paris das trojanische Schicksal besiegeln wird, und drängt ihre Mutter Hekuba zu dieser Einsicht. Indessen geht die Schlacht weiter. Poseidon und Zeus schalten sich ein – Poseidon auf der griechischen, Zeus auf der trojanischen Seite. Die Griechen spüren, dass sie ohne ihren großen Helden Achilles nicht gewinnen können. Agamemnon schickt eine Delegation zu ihm, die ihn ersuchen soll, in den Kampf zurückzukehren.

Sonntag, 07.11. / 12:40 Uhr / Kanada – Literatur im Aufbruch: Licht
Schwerpunkt: Frankfurter Buchmesse 2021
Dokumentationsreihe, Kanada, 2020, ZDF 26 Min.
Regie: Stephanie Weimar
Online verfügbar von 01/10 bis 29/02

Kanada – endlos und menschenleer, romantisch verklärt als ungezähmt und unberührt. Der Vierteiler „Kanada – Literatur im Aufbruch” entdeckt das Land aus dem Blickwinkel seiner Literaturschaffenden, die intensiv mit dem Selbstverständnis ihres Landes ringen und damit eines der facettenreichsten und spannendsten Kapitel der Weltliteratur aufgeschlagen haben. Die Urelemente Kanadas weisen ihnen dabei den Weg. „Wald“, „Stein“, „Wasser“ und „Licht“ – diese vier Episoden zeigen tiefe Einsichten in die zeitgenössische kanadische Literatur. In dieser Folge geht es um die Inspirationsquelle „Licht“.

Uzma Jalaluddin lebt in Toronto, der multikulturellsten Stadt Kanadas. Uzmas Eltern sind aus Indien eingewandert, sie selbst ist hier geboren. „So viele Geschichten über MuslimInnen und People of Color sind mit Schmerz verbunden. Wo sind die anderen Geschichten? Wo ist die differenzierte Darstellung von Minderheiten?“ Deshalb schreibt Uzma romantische Komödien, lustige Geschichten mit einem ernsten Unterton. Uzma Jalaluddins zweiter Roman soll 2021 erscheinen. Ihr erstes Buch war Cosmopolitan UK Book of the Year und wurde für mehrere Preise nominiert.

Esi Edugyan ist in Calgary geboren. Wirklich heimisch fühlt sie sich jedoch in Victoria, an Kanadas Westküste, wo sie bereits seit mehreren Jahren lebt. Hier hat die strahlende Landschaft sie in ihren Bann gezogen. Als Kind von Einwanderern aus Ghana war sie oft mit Rassismus konfrontiert und hat sich als Außenseiterin gefühlt. Eine Erfahrung, die sich in ihrer Literatur wiederfindet. Esi Edugyan ist eine der erfolgreichsten kanadischen Autorinnen der letzten Jahre. Sie hat einen der größten Literaturpreise Kanadas gleich zweimal gewonnen und war für den Man Booker Prize nominiert.

Joshua Whitehead lebt in Calgary im Westen Kanadas. Er ist Oji-Nehiyaw (Cree) und seine Werke sind geprägt von den Werten der Nehiyaw und dem Licht in den Hügeln Calgarys. Er will den Stereotyp des „Indianers“ durchbrechen. Joshua Whitehead schreibt Romane und Poesie. Er war in der engeren Auswahl für Kanadas größten Literaturpreis, den Governor General‘s Literary Award, und hat zahlreiche andere Preise gewonnen. Sein erster Roman wurde kürzlich ins Deutsche übersetzt.

Sonntag, 07.11. / Uhr / 14:40 Uhr / Weltkultur. Weltkunst. Der Louvre
Dokumentarfilm, Frankreich, 2021, ARTE F 95 Min.
Regie: Frédéric Wilner
Online verfügbar von 23/10 bis 29/12
Wiederholung vom 30.10.

Sonntag, 07.11. / 16:15 Uhr / ABBA Forever
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2019, ARTE 51 Min.
Regie: Chris Hunt
Online verfügbar von 31/10 bis 06/01

Vor 50 Jahren lernten sie sich kennen, vor 40 Jahren gaben sie ihr letztes Konzert und vor 20 Jahren feierten sie mit dem Musical „Mamma Mia!“ ihr Comeback. Mit „Voyage“ wird am 5. November 2021 ein Album mit zehn neuen Songs erscheinen. ARTE rollt die Geschichte der schwedischen Kultband noch einmal ganz neu auf.

Rund 50 Jahre ist es inzwischen her, dass sich vier junge Schweden kennenlernten, die zusammen Musikgeschichte schreiben und 400 Millionen Platten verkaufen sollten: Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid alias ABBA. 1999 feierte das Musical „Mamma Mia!“ mit 27 Songs der legendären Seventies-Popgruppe im Londoner West End Premiere – und wurde seither von über 60 Millionen Menschen gesehen. Obwohl die erfolgreiche Band 1982 nach nur einem Jahrzehnt auseinanderging, kennt auch heute noch jedes Kind ihre Songs. ABBA scheint unsterblich zu sein – und genau das will dieser Film zeigen. Bandmitglied Anni-Frid: „ABBA wird nie verschwinden. Ich bekomme Fanpost von Teenagern – ich könnte ihre Oma sein!“

„ABBA Forever“ ist ein Festival der größten ABBA-Hits, darunter „Super Trouper“, „Waterloo“, „SOS“, „Mamma Mia“, „Fernando“, „Chiquitita“, „Dancing Queen“, „Gimme“, „Does Your Mother Know“, „Knowing Me Knowing You“, „The Winner Takes It All“, „Thank You For The Music“ und „Money“. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der ABBA-Mitglieder von ihrer ersten Begegnung bis heute. Neben den Songs und Interviews mit Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid nimmt die Erzählung Gestalt an durch Beiträge von Fans und Wegbegleitern wie Donny Osmond, Bono, Barbara Dickson, dem legendären Plattenproduzenten Pete Waterman, dem britischen Hörfunkmoderator Paul Gambaccini, dem Kostümdesigner Owe Sandström, dem avantgardistischen Tontechniker Michael Tretow, dem Tour-Promoter Thomas Johansson, dem musikalischen Leiter und den Hauptdarstellern des Musicals „Mamma Mia!“. Gambaccini sagt im Film: „Was ich an der Musik von ABBA toll finde, ist, dass sie alle happy macht. Nur wenige Menschen haben die Gabe, andere glücklich zu machen. ABBA hatte diese Gabe und hat sie genutzt.“

Sonntag, 07.11. / 17:10 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, Frankreich, 2021, WDR 30 Min.
Redaktion: Susanne Kampmann
Moderation: Romy Straßenburg
Online verfügbar von 05/11 bis 05/02
Erstausstrahlung

Sonntag, 07.11. / 17:40 Uhr / Sternstunden der Musik: Arthur Rubinstein – Abschied von Chopin
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2021, ZDF 43 Min.
Regie: Anne-Kathrin Peitz
Online verfügbar von 06/11 bis 07/12
Erstausstrahlung

Im April 1975 wird in der Londoner Fairfield Hall Musikgeschichte geschrieben: Der Pianist Arthur Rubinstein, der allmählich erblindet, will der Welt ein Vermächtnis hinterlassen. Chopins zweites Klavierkonzert hat ihn durch sein ganzes Leben begleitet. In der Fairfield Hall bringt Rubinstein es ein letztes Mal zum Leuchten.

Arthur Rubinstein kehrt für diese Aufführung nach London zurück, wo er 63 Jahre zuvor sein Debüt gab. Er ist 88 Jahre alt und eine lebende Legende, die mit Komponisten wie Rachmaninow oder Strawinsky auf Augenhöhe verkehrt hat. Es ist das Finale einer unglaublichen Lebensleistung und der grandiose Auftritt eines Altmeisters.

In „Arthur Rubinstein – Abschied von Chopin“ gesteht Daniel Barenboim, dass er als 14-Jähriger mit Rubinstein seine erste Zigarre geraucht und seinen ersten Wodka getrunken habe. Seine Lebensgefährtin Annabelle Weidenfeld nennt ihn den charmantesten Menschen überhaupt, und die jüngste Tochter, Alina Rubinstein, erinnert sich an den charismatischen aber oft abwesenden Vater, den sie „für niemanden in der Welt habe eintauschen wollen“.

Faszinierende Einblicke in das Familienleben der Rubinsteins gewähren bisher selten gezeigte Archivaufnahmen und auch der Grandseigneur an den Tasten kommt selbst zu Wort. In der legendären Konzertaufzeichnung, ganz ohne Publikum, eigens für die Kameras, mit dem London Symphony Orchestra unter Dirigent André Previn, ist Rubinstein noch immer die majestätische Pianistenikone: aufrecht wie elegant thront er im Frack am Flügel.

Sonntag, 07.11. / 00:40 Uhr / Ella Fitzgerald: Just one of those Things
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2019, ARTE F 89 Min.
Regie: Leslie Woodhead
Online verfügbar von 31/10 bis 22/12

Ella Fitzgerald war die Stimme des Jazz: Bereits mit 17 Jahren gewinnt sie einen Talentwettbewerb im Apollo Theater in Harlem. Wenige Monate später ist Ella Fitzgerald ein Star. Auf den Spuren ihrer mehr als 60-jährigen Karriere bietet der Dokumentarfilm viel Musik voll purer Lebensfreude und zeigt ihr politisches Engagement gegen Rassismus und Unterdrückung. Familienangehörige, Weggefährten und Zeitzeugen wie ihr Sohn Ray Brown Jr. oder die „Königin des Swing“ Norma Miller zeichnen ein faszinierendes Porträt der Sängerin. Exklusive Interviews bringen den ZuschauerInnen die Jazzdiva Ella Fitzgerald auch als Mensch nahe.

Sie war die First Lady of Jazz und Schöpferin des Scat, bei dem sie ihre Stimme in freier Improvisation über Jazzakkorde wandern ließ: Ella Fitzgerald hat diese Stimme schon sehr früh zu einem virtuosen Instrument ausgebaut und gehört mit 13 Grammys und mehr als 40 Millionen verkauften Alben zweifellos zu den größten Stars der Jazzgeschichte. In bislang unveröffentlichtem Bildmaterial und exklusiven Interviews erzählt der Dokumentarfilm aus ihrem Leben und wie es Ella Fitzgerald als schwarzer Frau gelang, in einer von Rassismus geprägten Welt erfolgreich zu sein. Der Film zeigt sie auch als Kämpferin für Bürgerrechte und beleuchtet den inneren Konflikt der Sängerin, die sich zwischen öffentlichem Ruhm und zurückgezogenem Privatleben mit Mann und Kind entscheiden musste. Als sie zum größten Gesangsstar der Welt aufgestiegen war, war sie „die einsamste Frau der Welt“, wie der Pianist und Freund Oscar Peterson erzählt. Dennoch entschied sie sich dafür, den Menschen mit ihrer Musik Hoffnung und Zuversicht zu schenken. Familienangehörige, Weggefährten und Zeitzeugen wie die „Königin des Swing“ Norma Miller in einem ihrer letzten Fernsehauftritte, Schlagzeuger Gregg Field, Pianist Kenny Barron, Impresario George Wein, Manager Jim Blackman, Tony Bennett, Jamie Cullum, Johnny Mathis, Smokey Robinson, Patti Austin und Ella Fitzgeralds Sohn Ray Brown Jr. zeichnen ein umfassendes Porträt der Sängerin. Anhand vieler Fotos und Archivbilder sowie durch Ella Fitzgeralds Sprechstimme bringt es den ZuschauerInnen das bewegte Leben der Jazzdiva nahe.

Sonntag, 07.11. / 02:10 Uhr / Sibelius’ Sechste und die von Tschaikowsky
Santtu-Matias Rouvali, Orchestre phil. de Radio France
Musik, Frankreich, 2020, ARTE F 81 Min.
Regie: Louise Narboni
Komponist: PeterI ljitsch Tschaikowsky, Bryce Dessner, Jean Sibelius
Dirigent: Santtu-Matias Rouvali
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France
Mit: Bryce Dessner (E-Gitarre)
Online verfügbar von 31/10 bis 22/10
Erstausstrahlung

Das Orchestre Philharmonique de Radio France spielt die 6. Symphonie von Jean Sibelius und die Symphonie Nr. 6 „Pathétique“ von Peter Tschaikowsky unter der Leitung des jungen Ausnahmedirigenten Santtu-Matias Rouvali, der kürzlich als Nachfolger von Esa-Pekka Salonen zum Chefdirigenten des renommierten London Philharmonia Orchestra berufen wurde. Bei diesem Konzert ohne Publikum fängt die Kamera die stürmische Beseeltheit des jungen Dirigenten und seine präzise Interpretation aus unmittelbarer Nähe ein.

Santtu-Matias Rouvali, 1985 in Finnland geboren, ist ausgebildeter Perkussionist. Im Alter von 22 Jahren wandte er sich der Orchesterleitung zu und machte sich in kürzester Zeit als Nachwuchstalent einen Namen. Kürzlich wurde er als Nachfolger von Esa-Pekka Salonen zum Chefdirigenten des renommierten London Philharmonia Orchestra berufen. Sein nuancenreicher, präziser und intensiver Interpretationsstil macht ihn zu einem der wichtigsten Vertreter der neuen Generation. Am Pult des Orchestre Philharmonique de Radio France dirigierte der junge Finne zwei symphonische Werke von Sibelius und Tschaikowsky. Sibelius‘ Symphonie Nr. 6 gilt als die am wenigsten bekannte Symphonie des finnischen Komponisten. Sibelius selbst bezeichnete sie als „reines Quellwasser“. Im großen Konzertsaal der Pariser Philharmonie entfaltet dieser Lebensquell seine unterschwellige Leidenschaft, immer wieder besänftigt durch den lyrischen Fluss der Harfe. Die Symphonie Nr. 6 „Pathétique“ ist Tschaikowskys musikalisches Vermächtnis und zugleich sein persönlichstes Werk, in das der russische Komponist seine tiefen Seelenqualen und Zweifel verwob: eine „Programmsymphonie, deren Programm für alle Welt geheim bleibt“, wie er selbst schrieb. Indem er die ungewöhnlich aufgebaute Symphonie seinem Neffen widmete, der sich so gar nicht für seine Kompositionen interessierte, sorgte er selbst dafür, dass die darin verborgenen Seelenqualen unentschlüsselt blieben. Rouvalis zurückhaltender, jeder falschen Gefühlswallung barer Umgang mit dem Werk trifft dessen Nerv aufs Genaueste.

Sonntag, 07.11. / 04:30 Uhr / Bilder allein zuhaus
Marie Antoinette mit der Rose, Elisabeth Vigée Le Brun (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2021, ARTE F 3 Min.
Regie: Gérard Pautonnier
Online verfügbar von 31/08 bis 06/11

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Boteros „Bailarines“ werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Marie Antoinette veranstaltet einen Ball und benötigt dafür dringend eine schicke Corona-Maske. Da kann nur Karl Lagerfeld helfen. Doch der Modeschöpfer weigert sich, ihre Sonderwünsche umzusetzen.

Montag, 08.11. / 04:01 Uhr / Bilder allein zuhaus
Töchter der Revolution, Grant Wood, „Rien ne va plus“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 08/12 bis 25/09

Manchmal beginnt die Revolte mit einer Tasse Tee – ganz besonders dann, wenn sie auch noch kalt ist. Für die drei Damen ist dieser Frevel Anlass genug, über die aktuelle Situation nachzudenken und dabei die Vergangenheit zu glorifizieren. Früher war eben alles besser – und das Teewasser noch heiß.

Mittwoch, 10.11 / 04:19 Uhr / Bilder allein zuhaus
Marilyn Monroe, Andy Warhol, „Schieß nochmal Dorothy!“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 08/12 bis 15/09

Dorothy Podber ist zurück! Bei den vier seriell auf dem Warhol-Bild abgebildeten Marilyns ist Panik angesagt, denn sie befürchten, dass Dorothy wieder auf sie schießt. Jede versucht auf ihre Art, eine Lösung zu finden … Denn sie wissen: Die wahre Factory-Besucherin und Performance-Künstlerin Dorothy Podber schoss 1964 tatsächlich auf vier Warhol-Werke mit dem Porträt von Marilyn Monroe, die von da an „The Shot Marilyns“ hießen.

Donnerstag, 11.11. / 04:03 Uhr / Bilder allein zuhaus
Das Frühstück im Grünen, Edouard Manet, „Heilige Zonen“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 08/12 bis 19/09

Ferdinand und Eugène versuchen Victorine und Alexandrine davon zu überzeugen, dass sie ihre Körper als Mittel zum Protest nutzen können … Doch Victorine hat wenig Lust, sich die Brüste bemalen zu lassen, und versucht, den Spieß umzudrehen.

Freitag, 12.11. / 21:45 Uhr / ABBA Forever
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2019, ARTE 51 Min.
Regie: Chris Hunt
Online verfügbar von 31/10 bis 06/01
Wiederholung vom 07.11.

Freitag, 12.11. / 22:40 Uhr / Eric Clapton: Slowhand at 70
Live at the Royal Albert Hall
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2015, ARTE 106 Min.
Mit: Eric Clapton
Online verfügbar von 05/11 bis 11/01

Mit „Slowhand at 70“ hat sich Gitarrenlegende Eric Clapton zum 70. Geburtstag nicht nur ein echtes Konzerthighlight zum Geschenk gemacht, sondern auch seiner besonderen Beziehung zur Royal Albert Hall ein Denkmal gesetzt: Er ist der erste Gitarrist, der auf 200 Auftritte in dem klassischen Konzertsaal zurückblicken kann. Dichte Rauchschwaden hängen in der Luft, das Setting wirkt wie in einem Blues-Club und durch die Dunkelheit schneidet grelles Scheinwerferlicht: Bei seinem 200. Konzert in der Royal Albert Hall in London erzeugt der legendäre Gitarrist und weltweit gefeierte Musiker eine besondere Atmosphäre. Die Setlist, die Clapton auf die Bühne bringt, ist beeindruckend. Eric Clapton bekannteste Songs sind unter anderem „I Shot the Sheriff“, sein erster Nummer-eins-Hit, oder auch „Layla“– eine Liebeserklärung an Pattie Boyd, die Frau seines Freundes George Harrison von den Beatles. Im Welthit „Tears in Heaven“ (1991) verarbeitete Clapton seine Trauer über den Tod seines vierjährigen Sohnes, der beim Spielen aus dem geöffneten Fenster im 53. Stock eines New Yorker Wolkenkratzers fiel. Mit voranschreitender Show baut Clapton mit jedem Track mehr Spannung auf. „Slowhand at 70“ endet schließlich mit den Hits „Crossroads“ und „Cocaine“ in einem bombastischen Finale.

Zusatzinfo:
Ein unvergesslicher Abend für alle Beteiligten, den die Kamera in allen Details und mit dem Kennerblick des leidenschaftlichen Fans eingefangen hat. Für Clapton ist dieser Auftritt in der Royal Albert Hall im wahrsten Sinne des Wortes ein Heimspiel, zu dem er mit Paul Carrack, Steve Gadd, Chris Stainton und Nathan East namhafte Begleitmusiker verpflichtet hat. Mit „High Time We Went“ als Zugabe setzen sie diesem unvergesslichen, sehr persönlichen Abend die musikalische Krone auf.

Freitag, 12.11. / 00:25 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2021, ZDF 30 Min.
Produktion: Signed Media
Online verfügbar von 11/11 bis 10/02
Erstausstrahlung

Freitag, 12.11. / 03:49 Uhr / Bilder allein zuhaus
Selbstbildnis im Pelzrock, Albrecht Dürer, „Klimaerwärmung“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 08/12 bis 10/09

Albrecht Dürer, der auf seinem „Selbstbildnis mit Pelzrock“ im dicken braunen Fellmantel zu sehen ist, bittet die Museumsleitung der Alten Pinakothek, die Heizung anzuschalten. Diese zeigt sich aufgrund der Klimaerwärmung umweltbewusst und weigert sich. Dürer hingegen hält das Gerede über den Klimawandel für reine Fake News. Auch bei Mona Lisa kann er mit dieser Verschwörungstheorie nicht landen …


Programmwoche 46:

Samstag, 13.11. / 05:50 Uhr / Die großen Mythen – Die Ilias: Die List der Hera
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Camille Dalbéra
Online verfügbar von 23/10 bis 27/01

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Ohne Achilles erleiden die Griechen eine Niederlage nach der anderen. Die Könige werden verwundet, die Mauer zum Schutz ihrer Schiffe zerstört. Da ersinnt Hera eine List, um Zeus einzuschläfern und Poseidon zum Eingreifen zu bewegen. Die Griechen schlagen erfolgreich zurück. Hektor wird verletzt und stirbt.

Odysseus und Aias versuchen, Achilles zum Weiterkämpfen zu bewegen, doch der Krieger weigert sich hartnäckig. Er will zurück nach Griechenland. Auf dem Schlachtfeld wird erst Agamemnon, dann Diomedes und schließlich sogar der listige Odysseus verwundet. Die von den Griechen errichtete Mauer zum Schutz ihrer Schiffe droht zu fallen. Hera zürnt, weil sie nicht einschreiten kann. Sie ersinnt daher eine List und verführt ihren Mann Zeus mit Hilfe des Zaubergürtels der Aphrodite. Während der König des Olymps schläft, redet sie mit Poseidon, der ebenfalls ein Eingreifen zugunsten der Griechen befürwortet und sich dem Willen Zeus‘ nicht fügen will. Poseidon stachelt das griechische Lager auf, das erfolgreich zurückschlägt. Hektor, der älteste Sohn des trojanischen Königs, wird im Kampf verletzt. Zeus erwacht und sieht entsetzt, dass Hektor im Sterben liegt

Zusatzinfo:
Die Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Die Reise durch die Geschichte zeigt die Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie, die bis heute eine faszinierende Ausstrahlungskraft besitzen.

Samstag, 13.11. / 06:20 Uhr / Die großen Mythen – Die Ilias: Patroklos und die Myrmidonen
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Gaëtan Chabanol
Online verfügbar von 23/10 bis 27/01

Nach der wundersamen Rettung durch Apollon zieht Hektor wieder in den Kampf und führt die Trojaner zu den Schiffen der Griechen. Die Flotte droht in Flammen aufzugehen. Daher eilt Patroklos zu seinem Kindheitsfreund Achilles und fleht ihn an, den Kampf gegen die Trojaner wieder aufzunehmen. Achilles lehnt ab. Schlussendlich erlaubt er Patroklos, seine Rüstung zu tragen und an seiner Stelle die Armee der Myrmidonen anzuführen, um die Griechen zu retten. Als die Trojaner glauben, Achilles zu erspähen, ziehen sie sich zurück. Patroklos marschiert selbstbewusst nach Troja, nachdem er Sarpedon, einen Sohn des Zeus, getötet hat. Doch dann drängt Apollon Patroklos zurück, und Hektor, der älteste Sohn des Königs Priamos, verwundet ihn tödlich. Als Achilles davon erfährt, bricht er zusammen und schwört, seinen Freund zu rächen. Seine Mutter Thetis verspricht ihm, am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang die notwendigen Waffen bereitzustellen.

Samstag, 13.11. / 06:45 Uhr / Die großen Mythen – Die Ilias: Die Rache des Achilles
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Sébastien Rancourt
Online verfügbar von 23/10 bis 03/02

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Ausgestattet mit den beeindruckenden Waffen des Hephaistos zieht Achilles los, um Patroklos zu rächen. Auf trojanischer Seite beruhigt Hektor seine Frau Andromache, die ihn anfleht, dem Kampf fernzubleiben. Achilles ist außer sich vor Wut. Der Fluss Skamandros begehrt gegen das Gemetzel auf und reißt Achilles mit.

Thetis hat Hephaistos, den Gott der Schmiede, gebeten, neue Waffen für ihren Sohn Achilles anzufertigen. Im Morgengrauen findet die Übergabe statt, obwohl sie weiß, dass diese Waffen ihm den Tod bringen werden. Achilles aber ist fest entschlossen zu kämpfen. Agamemnon und die griechischen Könige, die alle im Kampf verletzt wurden, entschuldigen sich bei ihm. Andromache, Hektors Frau, ist sich darüber im Klaren, dass Achilles‘ Rückkehr ihren Gatten gefährdet. Sie fleht ihn an, nicht am Kampf teilzunehmen, aber Hektor zieht seinem Schicksal entgegen. Auf griechischer Seite ist Achilles außer sich vor Wut. Die Götter entschließen sich, der Schlacht ebenfalls beizuwohnen, um ihr jeweiliges Lager zu verteidigen. Achilles hat den Fluss Skamandros erreicht, den das Blut der trojanischen Krieger inzwischen rot färbt. Der Fluss begehrt gegen Achilles auf und reißt ihn mit. Hera ist wie vom Schlag getroffen und bittet Hephaistos, Achilles zu retten.

Samstag, 13.11. / 07:15 Uhr / Die großen Mythen – Die Illias: Sieg oder Tod
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Nathalie Ansellem
Online verfügbar von 23/10 bis 03/02

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Bei den Göttern kämpfen beide Lager gegeneinander, während Achilles mit seinem Gemetzel fortfährt. Mit Athenas Hilfe tötet Achilles Hektor und schleift seinen Körper zum Lager der Griechen. König Priamos fleht Achilles an, er möge die sterblichen Überreste seines Sohnes herausgeben. Und Odysseus hat eine zündende Idee, wie die Trojaner endlich besiegt werden können.

Aufgrund der Feuerkugeln des Gottes Hephaistos stehen der Fluss Skamandros und seine Ufer in Flammen. Der Flussgott Skamandros lenkt ein und verschont Achilles, der sogleich erneut zum Angriff stürmt. Selbst die Götter sind von seiner unmenschlichen Wut schockiert. Sie beschimpfen und bekämpfen sich gegenseitig, der Olymp ist kaum wiederzuerkennen. Auf dem Schlachtfeld fürchtet sich Hektor, als er Achilles auf ihn lospreschen sieht. Endlich kommt es zum Duell der beiden Helden. Hektor schleudert seinen Speer auf Achilles, doch Athena lenkt ihn auf dessen Schild. Achilles tötet Hektor, bindet den Leichnam an seinen Wagen und umfährt die Mauern Trojas. Nach Einbruch der Nacht begibt sich der alte König Priamos zu Achilles und fleht ihn an, ihm die sterblichen Überreste seines Sohnes zu überlassen. Achilles ist gerührt und gibt nach. An diesem Abend hat Odysseus eine zündende Idee, wie die Griechen endlich siegen könnten.

Samstag, 13.11. / 07:40 Uhr / Die großen Mythen – Die Illias: Das Trojanische Pferd
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Camille Dalbéra
Online verfügbar von 23/10 bis 10/02

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Die Trojaner bemerken, dass die Griechen abgezogen sind und ein Holzpferd am Ufer aufgestellt haben. Priamos lässt es in die Stadt bringen. Nachts kommen die griechischen Krieger aus ihrem Versteck und metzeln die Trojaner nieder. Am nächsten Morgen macht sich Odysseus auf die Heimreise, doch er kann sich über den Sieg nicht freuen.

Die Trojaner bemerken überrascht, dass die Griechen übereilt aufgebrochen sind. Nur ein imposantes, mysteriöses Holzpferd steht noch am Ufer, wo einst ihr Lager war. Jemand wirft eine Lanze in seine Flanke, doch die griechischen Krieger im Inneren rühren sich nicht. Unter ihnen ist auch Odysseus, der sich die List ausgedacht hat. Als die Trojaner davon überzeugt sind, dass das Pferd eine Opfergabe an Athena ist, lässt Priamos es in die Stadt bringen. Nachts verlassen die Griechen ihr Versteck und öffnen die Tore der Stadt. Die übrigen Soldaten stürmen herein und ein furchtbares Gemetzel beginnt. Menelaos begegnet Helena. Paris trifft Achilles‘ Ferse mit einem Pfeil, woraufhin der zusammenbricht. Zeus sind die Hände gebunden. Er versteht, dass die Menschen nach einem solchen Blutbad nicht mehr an die Götter glauben können. Während Troja noch in Flammen steht, macht sich Odysseus mit seinen Gefährten auf den Heimweg. Doch das überschwängliche Siegesgefühl bleibt aus. Zehn Jahre Krieg – aber wer wird sich schon an den Trojanischen Krieg erinnern?

Samstag, 13.11. / 10:25 Uhr / Geschichte schreiben: Autochrom-Fotografie – Leben in Farbe
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2020, ARTE F 17 Min.
Regie: Tamara Erde
Erstausstrahlung

„Geschichte schreiben“ ist ein von Historikern und Historikerinnen moderiertes Geschichtsmagazin. Im Mittelpunkt der von dem französischen Mittelalter- und Renaissancespezialisten Patrick Boucheron präsentierten Sendung steht die Frage: Was hat uns Geschichte heute zu sagen? Jede Woche stellt ein Gast einen Gegenstand und seine Geschichte vor. Dabei kann alles geschichtsträchtig sein: seriengefertigte Objekte, Einzelstücke, Kultgegenstände, Werkstoffe oder Schriftdokumente. Die verwendeten Archivaufnahmen werden in kreative grafische Animationen eingebettet und pädagogisch aufbereitet. In einer regelmäßigen Kolumne schlägt die französische YouTuberin Manon Bril die Brücke zwischen Geschichte und Digitalzeitalter.

Mit den Gebrüdern Lumière assoziieren wir vor allem bewegte Bilder und den Kinematographen. Weniger bekannt ist, dass sie dem Foto durch das Autochromverfahren Farbe verliehen haben. Als die Brüder Louis und Auguste Lumière das Autochromverfahren im Dezember 1903 zum Patent anmelden, sind sie bereits erfahrene Produzenten und Erfinder. Nach dem Erfolg des Kinematographen, den sie seit 1895 kommerziell vertreiben, laufen ihre Fabriken in Monplaisir, einem Vorort Lyons, auf Hochtouren – wie ihr erster Film: „Arbeiter verlassen die Lumière-Werke“ zeigt.

Die Brüder lassen Pressen, Bottiche und andere Gerätschaften installieren, damit sie massenweise Autochrom-Fotografien fertigen können. Denn sie haben herausgefunden: Eine Schicht aus winzigen rot, grün und blau eingefärbten Körnchen Kartoffelstärke – aufgetragen auf eine Glasplatte und bestrichen mit einer Bromsilber-Emulsion – ergibt eine Farbfotografie.

Schließlich errichten sie ihre eigene Stärkefabrik, um die Produktion selbst in der Hand zu haben. Es entsteht ein ganzes Netzwerk an Zulieferern: Kartoffelbauern, Glasherstellern, Färbern und Lieferanten chemischer Substanzen. Und alle eint das gleiche Ziel: ein neuartiges kommerzielles Produkt herzustellen.

Doch weniger als 30 Jahre später kam das Verfahren aus der Mode und Schwarz-Weiß etablierte sich erneut als fotografisches Ausdrucksmittel. Der Historiker Adrien Genoudet, dessen Forschungsschwerpunkt Bilder und Bildverbreitung sind, zeichnet nach, welche technischen Entwicklungen dafür sorgten, dass das Autochromverfahren erfunden wurde, und erklärt, warum es bald verschwand.

Samstag, 13.11. / 21:05 Uhr / Das Rätsel um König Artus ~ Große Mythen aufgedeckt
Dokumentation, Deutschland, 2020, ZDF 52 Min.
Regie: Saskia Weisheit
Online verfügbar von 12/11 bis 13/12
Erstausstrahlung

König Artus: Sein Name ist untrennbar verknüpft mit der legendären Tafelrunde tapferer Ritter, heldenhaften Taten, epischen Abenteuern und einem goldenen Zeitalter des Rittertums. Fantastische Elemente wie der Zauberer Merlin, das magische Schwert Excalibur oder die Suche nach dem Heiligen Gral machen die Geschichten aus dem Sagenkreis, für den sein Name steht, zu Bestsellern – damals wie heute.

Immer wieder hat es Versuche gegeben, Spuren seiner Existenz zu finden. Doch König Artus bleibt ein Phantom.

Das bedeutendste Werk über ihn entsteht im 12. Jahrhundert, verfasst von dem heute so gut wie unbekannten Geistlichen Geoffrey von Monmouth. Es wird sofort nach seinem Erscheinen zu einem der am meisten gelesenen Bücher des Mittelalters. Schnell bildet sich ein ganzer Kranz von Sagen rund um diesen Mythos. Immer wieder regt die Geschichte von Artus und seinen Rittern Autoren zu eigenen Werken an.

Als Teil einer gewaltigen Chronik Britanniens geschrieben, stillt die Geschichte von Artus aber nicht nur das Bedürfnis der Leser nach guter Unterhaltung.

Der Autor entwirft in seinem Werk eine Genealogie, die von den Trojanern über die Römer bis zu Artus reicht – ein würdiger Stammbaum für die unlängst einmarschierten normannischen Eroberer, die jetzt Britannien beherrschen. Und möglicherweise der Versuch, den Machtanspruch des Königs gegenüber den unterworfenen Angelsachsen, aber auch gegenüber den eigenen Familienmitgliedern zu legitimieren.

Ist das bedeutendste Werk über König Artus, mit dem die Legende ihren Anfang nimmt, also ein Propagandawerk? Der Film geht der Spur nach.

Samstag, 13.11. / 22:00 Uhr / Das Nibelungenlied ~ Große Mythen aufgedeckt
Dokumentation, Deutschland, 2020, ZDF 51 Min.
Regie: Saskia Weisheit
Online verfügbar von 12/11 bis 13/12
Erstausstrahlung

Der Film erzählt von dem bedeutendsten literarischen Epos des deutschen Mittelalters: dem Nibelungenlied. Es reicht zum einen hinab in die Welt der altgermanischen Mythen, zum anderen spiegelt es die Welt des Hochmittelalters. Und nicht Siegfried ist der eigentliche Held der Erzählung, sondern Kriemhild: Ihre große Liebe, ihre grausame Rache stehen im Mittelpunkt.

Das Dokudrama blickt auf das wichtigste literarische Epos des deutschen Mittelalters: das Nibelungenlied. Es besitzt alle Zutaten für ein gutes Fantasy-Stück: Drachen, Zwerge, Schätze, Liebe, Rache und Heldentaten.

Entstanden um das Jahr 1200, vereinigt der Text zwei Erzählebenen: die Ursprünge der Sage um Siegfried, den Drachen und den riesigen Goldschatz liegen in der Spätantike. Der historische Kern erzählt von der Völkerwanderungszeit, als Germanen, Römer und Hunnen um das Erbe des Römischen Reiches kämpfen.

Dennoch liegt der Fokus des Films auf der mittelalterlichen Zeitebene. Welche Elemente seiner eigenen Gegenwart, der Blütezeit der Staufer, lässt der Autor bewusst oder unbewusst in die Geschichte einfließen? So lautet die Leitfrage.

Der Film erzählt die wichtigsten Stationen des Nibelungenliedes – von der Liebe zwischen Siegfried und Kriemhild über die Ermordung Siegfrieds bis zu Kriemhilds grausamer Rache an seinen Mördern, die ihr auch selbst den Tod bringt.

Vor diesem Hintergrund bereitet das Nibelungenlied, dessen Verfasser(in) unbekannt ist, den Tugendkanon des Hochmittelalters für ein höfisches Publikum auf.

Das Dokudrama erläutert die einzelnen Handlungen der Protagonisten und Protagonistinnen vor dem kulturellen, politischen und sozialen Hintergrund dieser Zeit. So erfüllt etwa die Liebe von Siegfried und Kriemhild das hochmittelalterliche Ideal der Minne, während König Gunther den Inbegriff eines „rex iniustus“, eines nicht gerechten Königs, darstellt.

Und: Nicht Siegfried ist der eigentliche Held der Geschichte, sondern Kriemhild.

Sonntag, 14.11. / 16:10 Uhr / Der weiße Blick ~ Expressionismus und Kolonialismus
Dokumentation, Deutschland, 2021, NDR 53 Min.
Regie: Wilfried Hauke
Online verfügbar von 14/11 bis 12/02
Erstausstrahlung

„Der weiße Blick“ erzählt die Geschichte des deutschen Expressionismus erstmals im Kontext kolonialer Ausbeutung und rassistischer Menschenkunde. Als Emil Nolde und Max Pechstein um 1910 zum damaligen Deutsch-Neuguinea und zu den Palau-Inseln reisten, war ihr „Südsee-Paradies“ bereits durch die europäischen Kolonialherren zerstört. Sie wollten die Malerei in Deutschland revolutionieren und sich dazu an der Ursprünglichkeit der indigenen Kunst schulen. Sie blendeten den Untergang der fremden Welt aus und malten in der Südsee so, wie sie es als „weißen Blick“ mitgebracht hatten.

Als die deutschen Expressionisten Emil Nolde und Max Pechstein um 1910 zum damaligen Deutsch-Neuguinea und zu den Palau-Inseln reisten, war ihr vermeintliches „Südsee-Paradies“ bereits durch den europäischen Kolonialismus zerstört. Ernst-Ludwig Kirchner blieb zu Hause, baute sich im Atelier die Südseeexotik als Ambiente nach. Sie wollten die Malerei in Deutschland revolutionieren und sich dafür an der Ursprünglichkeit der indigenen Kunst schulen. Nolde und Pechstein, die von ihren Ehefrauen begleitet wurden, blendeten vor Ort den Untergang der fremden Welt aus. Sie malten so, wie sie es in ihren Köpfen als „weißen Blick“ von daheim mitgebracht hatten: romantisch verbrämt, idyllisch verfälscht und außerdem nah am rassenkundlichen Menschenbild der Zeit.

Ihre Südsee-Sehnsucht hatten Nolde, Kirchner und Pechstein durch Besuche in den Völkerkundlichen Museen in Berlin und Dresden genährt, wo sie ersten Kontakt mit der Kunst fremder Kulturen hatten. Der Franzose Paul Gauguin war ein Vorbild, wie mit Bildern über das vermeintlich „Wilde“ und „Primitive“ auf dem Kunstmarkt Aufmerksamkeit und Erfolg zu erzielen war. Die Malreisen von Nolde und Pechstein waren durch Schulden finanziert. Für beide endete das Südsee-Abenteuer in einem Fiasko. 1914 brach der Erste Weltkrieg aus, Emil Nolde konnte Deutsch-Neuguinea gerade noch verlassen, verlor unterwegs viele seiner Bilder. Max Pechstein geriet in japanische Gefangenschaft und musste nach dem Krieg neu beginnen.

Mit vielen erstmals gezeigten Fotos von den Südseereisen zeichnet der Film die Geschichte einer künstlerischen „Ausbeutung“ nach.

Sonntag, 14.11. / 17:10 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2021, HR 30 Min.
Regie: Marco Giacopuzzi
Redaktion: Christine Romann
Moderation: Bianca Hauda
Online verfügbar von 12/11 bis 12/02
Erstausstrahlung

Sonntag, 14.11. / 17:40 Uhr / Sternstunden der Musik: Der Jahrhundertring 1976
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2021, ZDF 44 Min.
Regie: Eric Schulz
Online verfügbar von 13/11 bis 14/12
Erstausstrahlung

Proteste, Störungen und Krawall – der 100. Geburtstag der Bayreuther Festspiele soll 1976 mit Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ groß gefeiert werden. Doch die Inszenierung von Patrice Chéreau schockiert die Fans. Die Dokumentation erzählt, wie aus einem der größten Opernskandale eine der größten Sternstunden der Musik wurde.

1976: Das hundertjährige Bestehen der Bayreuther Festspiele sollte mit einer neuen Inszenierung von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ groß gefeiert werden. Doch schon im Vorfeld der Premiere spuckte Bayreuths Stammkundschaft Gift und Galle gegen die „brutale Vergewaltigung“ des Wagnerschen Großwerks.

Es kam zu Rangeleien und Schlägereien, Musiker verließen den Orchestergraben, weil sie mit der avancierten Interpretation durch den Dirigenten Pierre Boulez nicht einverstanden waren. Die konservative Presse wehrte sich gegen die politisch-kapitalismuskritische Deutung durch den erst 31-jährigen Fernseh- und Filmregisseur Patrice Chéreau.

Der nahm Wagner beim Worte und inszenierte den „Ring“ als Allegorie auf das industrielle Zeitalter in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Trotz aller Anfeindungen: Festspielleiter Wolfgang Wagner und das Regieteam hielten an dem Konzept fest.

Der Film zeigt Ausschnitte von diesem im wahrsten Sinne monumentalen Opernereignis. Zeitzeugen blicken zurück und kommentieren das Geschehen auf und jenseits der Bühne. Der französische Regisseur Vincent Huguet erzählt von seiner Zusammenarbeit mit Patrice Chéreau, dessen Assistent er in späteren Jahren war; die junge Sängerin Anna Prohaska, der Wagner-Sänger Günther Groissböck und Regisseur Barrie Kosky haben sich mit dem „Jahrhundertring“ auseinandergesetzt und sprechen über ihre Eindrücke.

Zusatzinfo:
Der vollständige „Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner mit seinen vier Teilen „Das Rheingold“, „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ ist im Internet unter arteconcert.com abrufbar.

Sonntag, 14.11. / 22:25 Uhr / Cary Grant ~ Der smarte Gentleman aus Hollywood
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: Mark Kidel

Er zählte zu Hollywoods erster Garde: Cary Grant. Mark Kidel lässt ihn in seinem Porträt zum Teil selbst seine Lebensgeschichte erzählen und enthüllt eine wenig bekannte Seite des smarten Superstars: Um seine Kindheitstraumata zu überwinden, nahm Cary Grant unter Aufsicht seines Psychiaters lange Jahre LSD, da er unter Ängsten und mangelndem Selbstvertrauen litt. Die Dokumentation zeichnet den Werdegang des Schauspielers anhand seiner bisher noch nicht veröffentlichten Autobiografie nach.

Der Dokumentarfilmer Mark Kidel zeigt eine neue Facette von Hollywoodlegende Cary Grant. Hinter der Fassade des smarten Superstars verbarg sich ein innerlich zutiefst verstörter Mensch. In seiner Autobiografie bekennt Cary Grant, eine Maske zu tragen und sich nie ganz der Welt preisgeben zu können. Cary Grant wurde 1904 als Archibald Alexander Leach in Bristol, England, geboren. Er war elf Jahre alt, als sein Vater seine Mutter in eine psychiatrische Klinik einweisen ließ, ohne es ihm zu sagen. Das Kind fühlte sich verlassen; in ihm breitete sich zunehmend eine Leere aus, die Cary Grant erst dank einer Therapie mit LSD in der Mitte seines Lebens wieder in den Griff bekam. In mehr als hundert Sitzungen bei einem Psychiater in Beverly Hills ließ Grant zur Überwindung seiner Neurose sein Leben Revue passieren – und tatsächlich mit Erfolg. Am Ende seiner Therapie erklärte er, „endlich fast glücklich“ zu sein. Die Dokumentation stützt sich auf Gedanken, die Cary Grant für seine bislang noch nicht veröffentlichte Autobiografie zu Papier brachte, und erzählt so seine Geschichte in Grants eigenen Worten. Die visuelle Untermalung des Porträts bilden Amateurfilme, bei denen Grant selbst hinter der Kamera stand. Sein außergewöhnlicher filmischer Blick, seine Art und Weise, Landschaften, Verwandte und Freunde ebenso wie Unbekannte zu filmen, erlauben interessante Rückschlüsse auf seine Psyche. Die Therapiesitzungen bilden den roten Faden des Porträts. Der Zuschauer begleitet Cary Grant durch seine schwierige Kindheit und 30 Jahre Hollywoodruhm bis hin zu den Jahren der Reife, der späten Vaterfreude und einer erfüllten Ehe mit seiner fünften Frau, Barbara Harris.

Sonntag, 14.11. / 23:20 Uhr / Der Maler Willi Sitte ~ Ein Leben zwischen Kunst und Politik
Dokumentation, Deutschland, 2021, MDR 52 Min.
Regie: Reinhold Jaretzky
Online verfügbar von 14/11 bis 12/02
Erstausstrahlung

Willi Sitte war einer der namhaftesten Künstler der DDR, auch wenn an der klassischen Moderne orientierte Arbeiten von seiner Partei zunächst abgelehnt wurden. Seine großen Tafelbilder widmen sich politischen Themen wie dem Vietnamkrieg. Politisch erwies sich Sitte als Vorzeigekommunist, der die staatlichen Repressionen niemals infrage stellte. Am Ende wurde der nackte Mensch zum beherrschenden Motiv seiner Kunst, er paarte Farbenwucht mit barocker Sinnlichkeit.

Mit seinem Zyklus „Danza funebre del terzo Reich“ („Totentanz des Dritten Reiches“) zeichnete der 22-jährige Willi Sitte noch mitten im Krieg einen bitteren Abgesang auf das Nazi-Regime. Als Wehrmachtssoldat in Norditalien schloss er sich den dortigen Partisanen an und entschied sich nach dem Krieg für das kommunistische Deutschland, wo er zu einem der namhaftesten Künstler aufstieg.

Er ließ sich von Fernand Léger und Renato Guttuso inspirieren und er bewunderte Picasso. Mit großem zeichnerischem Talent schuf er zahlreiche an der klassischen Moderne orientierte Arbeiten, die aber von seiner Partei zunächst mit dem Verdikt des Formalismus und der Dekadenz belegt wurden. Seine großen Tafelbilder widmen sich politischen Themen wie dem Arbeiteraufstand in Leuna und dem Vietnamkrieg.

Politisch erwies sich Sitte als Vorzeigekommunist. Er wurde Präsident des Verbandes Bildender Künstler, schließlich sogar Mitglied des Zentralkomitees, ein Gläubiger der kommunistischen Idee, der die staatlichen Repressionen niemals infrage stellte.

Der schwierige Balanceakt zwischen politischem Statement und künstlerischer Komplexität zieht sich als roter Faden durch sein Leben und Werk. Am Ende wurde der nackte Mensch zum beherrschenden Motiv seiner Bilder, menschliche Körper in allen Drehungen, er paarte darin Farbenwucht mit barocker Sinnlichkeit.

Die Dokumentation spürt den Widersprüchen dieses Malers nach, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre und dem das Kunstmuseum Moritzburg Halle eine große Werkschau widmet.

Sonntag, 14.11. / 00:15 Uhr / Josquin des Préz zum 500. Todestag ~ Amarcord
Musik, Deutschland, 2021, ZDF 60 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Josquin des Préz

Mit: Wolfram Lattke (Tenor), Robert Pohlers (Tenor), Frank Ozimek (Bariton), Daniel Knauft (Bass), Holger Krause (Bass), Tobias Pöche (Tenor)

Online verfügbar von 13/11 bis 12/02
Erstausstrahlung

In diesem Jahr feiert die Musikwelt den französischen Renaissance-Komponisten Josquin des Préz, der vor 500 Jahren gestorben ist. In ihm findet die damalige Kunst des mehrstimmigen Gesangs seinen Höhepunkt. Spezialisten für die Musik Josquins sind die fünf Sänger des Vokalensembles Amarcord, die den Komponisten mit einem Konzert in der Leipziger Thomaskirche ehren.

Josquin, ein Zeitgenosse von Michelangelo und Leonardo da Vinci, war schon zu Lebzeiten ein berühmter Mann. Er wurde von Fürsten und Musikverlegern umworben, von anderen Komponisten und Sängern bewundert, und er war der Lieblingskomponist Martin Luthers. Josquin gelang es auf einmalige Weise, die kunstvolle musikalische Technik des Kontrapunkts mit dem Ausdruck des Wortes zu verschmelzen, Gefühl und Verstand gleichermaßen anzusprechen.

Josquin des Préz zählt zu den wichtigsten Komponisten im Repertoire des vielfach ausgezeichneten Vokalensembles Amarcord. Für das Jubiläumskonzert haben die Sänger ein Programm aus Josquins Marien-Messen und -Motetten zusammengestellt. Ergänzend gibt Daniel Knauft, Bassist und Gründungsmitglied von Amarcord, Einblicke in die Bedeutung Josquins, das Erleben seiner Musik und in die Auswahl der Stücke für die Aufführung in der Thomaskirche.

Sonntag, 14.11. / 04:37 Uhr / Bilder allein zuhaus: Sommerabend, Edward Hopper (1/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 08/12 bis 11/09

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

An einem lauen Sommerabend, auf einer künstlich beleuchteten Veranda: Das auf einer Brüstung sitzende Paar gerät in Panik, weil die Glühbirne, welche die Terrasse erleuchtet, plötzlich gefährlich flackert. Über ihnen scheint die Vergänglichkeit wie ein Damoklesschwert zu schweben …

Montag, 15.11. / 04:45 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die Stimme seines Herrn, Francis Barraud (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 08/12 bis 18/09

„His Master‘s Voice“ heißt das berühmte Gemälde, auf dem der Maler Francis Barraud 1898 seinen Hund Nipper beim Lauschen eines Edison-Phonographen porträtiert hat. Nun hat Nipper die Schnauze voll und möchte das Bild verlassen: Schluss mit der Hundesmisshandlung! Sein Herrchen will ihn zum Bleiben bewegen, doch der Vierbeiner kennt seine Tierrechte gut …

Mittwoch, 17.11. / 21:55 Uhr / Hanna Schygulla
Dokumentation, Deutschland, 2021, SWR 52 Min.
Regie: André Schäfer
Online verfügbar von 17/11 bis 17/11
Erstausstrahlung

Großen Erfolg hatte sie mit Filmen wie „Die Ehe der Maria Braun“ oder „Effi Briest“ und gerade wurde sie in München mit dem Kulturellen Ehrenpreis der Stadt ausgezeichnet: Hanna Schygulla, die große Diva des europäischen Films, die selbst mit 77 Jahren noch mit berühmten Regisseuren wie François Ozon dreht.

Der Film zeigt die Schauspielerin nicht nur in ihren großen Rollen von Lili Marleen bis Effi Briest, sondern auch sehr privat und vor allem als eine faszinierende Frau, die unermüdlich Brücken zwischen den Kulturen schlägt: in Berlin, wo sie mit Flüchtlingskindern arbeitet, in Paris, wo François Ozon von seiner Arbeit mit ihr erzählt, und in Barcelona, wo sie mit Jugendlichen eine Serie dreht. ARTE begleitet die nun 77-jährige Schauspielerin zwei Jahre lang von Paris nach Berlin, von Film zu Chanson, von Politik zu Privatem.

Fassbinder machte sie zur Ikone des deutschen Autorenfilms und in Frankreich unsterblich. Und doch hat sich Hanna Schygulla längst emanzipiert von ihrem Regisseur, drehte mit vielen anderen wie Volker Schlöndorff und François Ozon, die beide in dieser Dokumentation zu Wort kommen – und eigene dokumentarische Kurzfilme, die sogar im Museum of Modern Art in New York liefen. ARTE verfolgt den Umzug der inzwischen 77-jährige Schauspielerin von Paris nach Berlin. In ungewohnter Offenheit erzählt sie, was ihr im Leben wichtig war und ist. Der Film zeigt Schygulla ganz persönlich und porträtiert eine faszinierende Frau, die schon immer unterschiedliche Menschen und Kulturen zusammenbringt – selbst in Zeiten der Pandemie. In Barcelona dreht sie mit Jugendlichen, die aus der Psychiatrie geflohen sind; in Hamburg einen surrealistischen Kurzfilm und in Paris gleich zwei Spielfilme mit dem französischen Starregisseur François Ozon. Und in Berlin macht sie beim Flüchtlingsprojekt Lupine mit jungen Mädchen aus Syrien einen Kurzfilm zum Thema Flucht – sie, die „Tschikola“, die „Polensau“, wie ihr die Kinder in der Schule in München hinterhergerufen hatten. Damals, als Hanna Schygulla gerade aus Oberschlesien nach Bayern geflohen war, musste sie eine Heimat in der Fremde finden. Nach Paris kam sie Anfang der 80er Jahre „der Liebe wegen“. Der Film zeigt, wie sie in ihrer Wohnung aus dem 16. Jahrhundert ein (Selbst-)Gespräch mit Rainer Werner Fassbinder an dessen 75. Geburtstag inszeniert. Außerdem erzählt sie von ihren Eltern und ihren Männern – und von Alicia Bustamante, der großen kubanischen Schauspielerin, mit der sie 20 Jahre zusammenwohnte. Über sie drehte Schygulla einen Dokumentarfilm, aus dem ARTE Ausschnitte zeigt – neben den vielen Szenen aus „Lili Marleen“, „Die Ehe der Maria Braun“ und anderen großen Spielfilmen mit Hanna Schygulla.

Mittwoch, 17.11. / 04:26 Uhr / Bilder allein zuhaus: Narziss, Caravaggio (1/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 09/12 bis 04/09

Narziss ist alles andere als zufrieden mit dem, was der See ihm spiegelt. Seine Haut scheint nicht mehr so jugendlich frisch, unter den Augen entdeckt er tiefe Ringe und auf der Nase kräuseln sich gefährlich die Falten. Eine Schönheitsoperation scheint der einzige Ausweg, Kollagen muss her und zwar dringend. Narziss beginnt, die Schönheitsklinik mit Anrufen zu bombardieren – schließlich wartet er schon seit 1598 auf einen Termin …

Donnerstag, 18.11. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Morcheeba
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 60 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 17/11 bis 18/12

Morcheeba begeistern mit ihrem Melting-Pot-Sound seit Mitte der 90er Jahre Zuhörer auf der ganzen Welt. Mit zahlreichen bekannten Songs machte sich die Londoner Band in der Trip-Hop-Szene einen Namen. Einige Line-up-Änderungen später und nach dem Weggang des DJ/Produzenten Paul Godfrey im Jahr 2014 war Morcheeba noch nie so beschäftigt oder zeitgemäß wie heute. Fans können sich auf einen grandiosen Abend bei „Berlin Live“ freuen, nicht nur mit neuen Songs, sondern auch mit Klassikern von Morcheeba!

Morcheeba begeistern mit ihrem Melting-Pot-Sound seit Mitte der 90er Jahre Zuhörer auf der ganzen Welt. Mit zahlreichen bekannten Songs machte sich die Londoner Band in der Trip-Hop-Szene einen Namen. Einige Line-up-Änderungen später und nach dem Weggang des DJ/Produzenten Paul Godfrey im Jahr 2014 war Morcheeba noch nie so beschäftigt oder zeitgemäß wie heute.

„Blaze Away“, ihr neuntes Album, markiert dabei sowohl einen Neuanfang in der organischen Herangehensweise, aber auch eine Rückkehr zur Vermischung verschiedener Genres, so wie in frühen Tagen. Die vielen Touren rund um die Welt haben das Duo inspiriert zu experimentieren und neue Einflüsse zu vereinen, wie Ross Godfrey selbst sagt.

Fans können sich auf einen grandiosen Abend bei „Berlin Live“ freuen, nicht nur mit neuen Songs, sondern auch mit Klassikern von Morcheeba!

Donnerstag, 18.11. / 03:57 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die Lesung, Auguste Renoir (1/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 09/12 bis 05/09

Eine der beiden Grazien in Renoirs „Die Lesung“ (1890) ist es leid, ständig mit weiblichen Klischees abgebildet zu werden – mal lesend, mal schlafend oder mit abwesendem Blick vor einem Piano. Gemeinsam mit ihrer Gemäldepartnerin beschließt sie, die klassischen Rollenvorstellungen über den Haufen zu werfen.

Freitag, 19.11. / 21:50 Uhr / Jackie Chan ~ Mit Humor und Schlagkraft
Dokumentation, Frankreich, 2020, ARTE F 53 Min.
Regie: Antoine Coursat
Online verfügbar von 12/11 bis 18/01
Erstausstrahlung

Explosiver Kung-Fu, spöttischer Humor und knochenbrecherische Stunts, die ohne Spezialeffekte gedreht werden: Zu Beginn der 80er Jahre erobert Jackie Chan die Kinos und wird schon bald zum größten Helden des asiatischen Films. An die 150 Filme hat der Schauspieler und Regisseur im Laufe seiner Karriere gedreht. Er hat das Tempo von Action-Szenen revolutioniert und eine der witzigsten und liebenswertesten Figuren des modernen Kinos erschaffen. Die Dokumentation beleuchtet die kometenhafte Karriere des Ausnahmetalents – von seinen Anfängen bis zum Weltruhm.

Jackie Chan, Meister der Kampfkunst und Unterhaltung, hat das Action-Kino in fast 150 Filmen neu definiert und das asiatische Kino hollywoodtauglich gemacht. Die Dokumentation zeigt den spektakulären Werdegang des Oscar-Gewinners.

1954 in Hongkong geboren, wuchs Jackie in einfachen Verhältnissen auf. Auf einem Internat lernte er mit eiserner Disziplin die Kunst der Peking-Oper. Anschließend arbeitete er als Stuntman und Double. Sein eigentlicher Traum war jedoch eine Karriere als Filmstar.

Dieser Wunsch wurde schließlich in den 80er Jahren Realität: Zum einen konnte Jackie vom Aufstieg des jungen Hongkonger Action-Kinos profitieren, zum anderen wurde er durch Bruce Lees plötzlichen Tod ins Rampenlicht gerückt. Jackie Chan war jedoch keine bloße Kopie der Kampfkunst-Ikone. Stattdessen gelang es ihm, sich mit Hilfe komischer Elemente von Lee abzugrenzen. Als Vorbilder dienten ihm dabei die legendären Stummfilmkomiker Charlie Chaplin, Buster Keaton und Harold Lloyd.

Als er mit den herkömmlichen Strickmustern des Action-Kinos brach und ein neues, temporeiches Genre zwischen Familienkomödie und Action-Film etablierte, fand er als prügelnder Slapstick-Held seine Berufung. Der internationale Erfolg seiner Filme sorgte in westlichen Ländern für einen radikalen Imagewandel der asiatischen Bevölkerung und öffnete das US-amerikanische Kino für eine Vielzahl fernöstlicher Charaktere.

Der enorme Einfluss, den der Filmstar als Aushängeschild des bevölkerungsreichsten Landes der Erde genießt, hat allerdings auch seine Schattenseiten: Er pflegt seit längerem ein durchaus zwiespältiges Verhältnis zu den Machthabern in Peking.

Freitag, 19.11. / 22:45 Uhr / Der einzig wahre Tarzan
Dokumentation, Deutschland, 2004, ARTE 52 Min.
Regie: Florian Iepan
Online verfügbar von 02/10 bis 08/12
Wiederholung vom 09.10.

Freitag, 19.11. / 23:40 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David COMBE, Jean-Marc BARBIEUX
Online verfügbar von 12/11 bis 03/11
Erstausstrahlung

Freitag, 19.11. / 04:27 Uhr / Bilder allein zuhaus: Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge, Johannes Vermeer (1/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 09/12 bis 01/09

„Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“, entstanden um das Jahr 1665, ist das berühmteste Gemälde Jan Vermeers. Es wurde auch „Das Mädchen mit dem Turban“ oder einfach „Mädchenporträt“ genannt. Bei „Bilder allein zuhaus“ wird die junge Frau polizeilich verhört. Der Polizist möchte vor allem wissen, woher die junge Frau eine so wertvolle Perle haben kann …


Programmwoche 47:

Samstag, 20.11. / 20:15 Uhr / Das Gold der Sachsen ~ Wie Agenten die Schatzkammer des Königs füllten
Dokumentation, Deutschland, 2021, MDR 52 Min.
Regie: Andrea Oster
Online verfügbar von 13/11 bis 19/05
Erstausstrahlung

Während Preußens König Friedrich der Große seine Agenten zum Spionieren durch ganz Europa aussandte, ließ der sächsische Herrscher August III. sie durch Ateliers, Paläste und Galerien streifen – in der einen Hand einen Beutel prall gefüllt mit Goldmünzen, in der anderen einen königlichen Geheimauftrag mit der Anweisung, die wertvollsten Kunstschätze um Diamanten, Statuen und Gemälde aufzuspüren und sie möglichst günstig zu kaufen.

Die Prunklust von August dem Starken und August III. hatte allerdings ihren Preis. Der Kauf erlesener Kunstschätze war nur mittels millionenschwerer Kredite möglich. 1763, am Ende des Siebenjährigen Krieges, lag Dresden in Schutt und Asche, König August III. war tot und in der Staatskasse klaffte ein Loch von mehr als 30 Millionen Reichstalern – rund 300 Tonnen Gold.

Händeringend suchten die Finanzbeamten nach einem Schuldigen. Und da inzwischen alle Verantwortlichen gestorben waren, ergriff man nun den einzigen, der gerade greifbar war: den künstlerischen Berater des Königs, Carl Heinrich von Heineken. Die Anklage lautete: Der Gelehrte soll mehrere Millionen Taler aus der Hofkasse veruntreut haben. Unter Hausarrest gestellt, sah Heineken seinem Prozess entgegen, bei dem es um Kopf und Kragen ging.

Als kenntnisreicher Insider der Kunstmachenschaften erzählt Heineken seinen persönlichen Getreuen – einem Maler und einem Sekretär –, was die Kunstagenten alles unternahmen, um die Prunk- und Kunstsucht der sächsischen Herrscher zu stillen und in welchem Umfang die Sachsenfürsten die Plünderung der Staatskassen zu verantworten hatten.

Samstag, 20.11. / 21:05 Uhr / Auf der Suche nach dem Zarenschatz
Dokumentation, Deutschland, 2012, MDR 52 Min.
Regie: Sissi Hüetlin, Jobst Knigge
Online verfügbar von 20/11 bis 27/11

400 Jahre nach der Begründung der Romanow-Dynastie forscht die Dokumentation nach dem Verbleib der einst reichsten Herrscherfamilie der Welt und ihrer Schätze nach der Oktoberrevolution 1917. Sie folgt den Spuren von Familienangehörigen, Sammlern und Experten, die ihre neuesten Erkenntnisse zur Verfügung stellen. Die Indizien führen in die Archive, Museen und Privatsammlungen verschiedener Länder. Der größte Schatz der Geschichte – Tonnen von Juwelen und Kostbarkeiten, die größten Diamanten und Edelsteine der Welt, Eisenbahnwaggons voller Gold und Abertausende kostbarer Gemälde – wurde vor über 100 Jahren in alle vier Winde verstreut. Die „Blutdiamanten“, die in die Korsagen der Zarin und ihrer Töchter eingenäht waren, sind seit der Mordnacht von Jekaterinburg im Sommer des Jahres 1918 verschollen und zur begehrtesten Trophäe einer weltweiten Jagd nach dem Zarenschatz geworden. „Juwelen sind der verborgenste Teil des internationalen Auktionsgeschäftes“, sagt Nadeschda Danilewitsch, die seit 15 Jahren nach dem Schatz der Zaren sucht. „Nur manchmal leuchten sie für einen kurzen Moment auf, blenden ihre Käufer, um dann wieder im Dunkel der Geschichte zu verschwinden.“ Die Dokumentation erzählt von der abenteuerlichen Fahndung nach 100-Karat-Diamanten und versunkenen Goldbarren und rekonstruiert, in welchen dunklen Kanälen der gigantische Schatz der Romanows zur Zeit der Revolution verschwand.

Samstag, 20.11. / 23:25 Uhr / Oliver Sacks ~ Sein Leben
Dokumentation, Deutschland, 2020, WDR 52 Min.
Regie: Ric Burns
Online verfügbar von 17/11 bis 20/12

„Oliver Sacks – Sein Leben“ beleuchtet das Leben des berühmten Neurologen und Schriftstellers Oliver Sacks. Sacks gewährt intime Einblicke in seinen jahrelangen Kampf mit Drogenabhängigkeit, einer homophoben Gesellschaft sowie einer medizinischen Gemeinschaft, die den wissenschaftlichen Wert seiner Arbeit erst Jahrzehnte später akzeptierte. Sacks war ein kühner Entdecker unbekannter mentaler Welten, der dazu beitrug, unser Verständnis von Bewusstsein und Geist, die Vielfalt menschlicher Erfahrungen sowie die uns alle verbindende Menschlichkeit neu zu erfassen.

Am 15. Januar 2015, wenige Wochen nach der Fertigstellung seiner autobiografischen Memoiren, erfuhr der Schriftsteller und Neurologe Oliver Sacks, dass er aufgrund einer fortgeschrittenen Krebserkrankung nur noch wenige Monate zu leben hat. Kurze Zeit später setzte er sich mit Regisseur Ric Burns zu einer Reihe von Interviews in seiner New Yorker Wohnung zusammen.

Fünf Tage lang, insgesamt 80 Stunden – umgeben von Familie und Freunden, Büchern, Mineralien und Notizbüchern gefüllt mit sechs Jahrzehnten des Denkens und Schreibens über das menschliche Gehirn – sprach er über sein Leben und Werk, seine Träume und Ängste und sein unaufhörliches Gefühl des Staunens über die natürliche Welt und den Platz der Menschen darin.

Neben den fesselnden und bewegenden Betrachtungen von Oliver Sacks kommen in aufschlussreichen und persönlichen Interviews Familienmitglieder, Kollegen, Patienten und enge Freunde zu Wort.

„Oliver Sacks – Sein Leben“ ist zum einen die Biografie eines außergewöhnlichen Arztes und Schriftstellers, der von seinen eigenen Neurosen und der Ablehnung seiner medizinischen Kollegen verfolgt wurde und dennoch für Millionen von Lesern die Natur des menschlichen Geistes neu definierte, einfach indem er zutiefst mitfühlende Geschichten erzählte. Zum anderen untersucht der Film die Wissenschaft des menschlichen Bewusstseins und der Subjektivität sowie die tiefgreifenden und intimen Beziehungen zwischen Kunst, Wissenschaft und dem Geschichtenerzählen.

Sonntag, 21.11. / 05:05 Uhr / Stanislaw Lem ~ Der literarische Kosmonaut
Dokumentation, Polen, 2015, ARTETVP 53 Min.
Regie: Borys Lankosz
Online verfügbar von 10/09 bis 21/12

Stanisław Lem wird 1921 in Lemberg geboren, das zu dieser Zeit zu Polen gehört. Der Sohn einer polnisch-jüdischen Arztfamilie beginnt 1940 ein Studium der Medizin in dem nun sowjetisch besetzten Lemberg. Als Folge des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion im Jahr 1941 ist Lem gezwungen, sein Studium abzubrechen. Er verschleiert seine jüdische Herkunft mit gefälschten Papieren und kann als Schweißer für das deutsche Unternehmen „Rohstofferfassung“ arbeiten. Gegen Ende des Krieges setzt er sein Studium in dem nun wieder von der Roten Armee kontrollierten Osten Polens fort. Da Lemberg 1946 von der Sowjetunion annektiert wird, geht Lem nach Krakau, wo er sein Studium fortsetzt und als Forschungsassistent arbeitet. Gleichzeitig beginnt er, erste Texte zu verfassen. Als er das Medizinstudium abschließen will, lässt ihn die Prüfungskommission durchfallen, da er sich weder der stalinistischen Ideologie unterwirft, noch bereit ist, sich als Militärarzt einsetzen zu lassen. Wie überlebte Stanisław Lem den Holocaust? Wie stand er, der sowohl Propagandawerke schrieb als auch in illegale Oppositionstätigkeiten verwickelt war, tatsächlich zum Kommunismus? Wie konnte er technische Entwicklungen detailgetreu beschreiben, obwohl er in einer Krakauer Vorstadt lebte, hinter dem Eisernen Vorhang und unter einem repressiven Regime, das nicht vor Zensur zurückschreckte? Und warum schrieb er als bekennender Atheist für die katholische Wochenzeitung „Tygodnik Powszechny“? Stanisław Lem gilt heute vor allem als einer der größten Vordenker und Schriftsteller der Nachkriegszeit, der das Genre Science-Fiction erst richtig salonfähig gemacht hat. Seinen Welterfolg feierte er 1961 mit dem Science-Fiction-Roman „Solaris“, der mehrmals verfilmt wurde, unter anderem von Andrej Tarkowski und Steven Soderbergh.

Sonntag, 21.11. / 11:35 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse: Das Sklavenschiff, J. M. W. Turner, 1840
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Jivko Darakchiev

Kunstwerke sind wichtige historische Zeugnisse ihrer Zeit. Die Dokumentationsreihe „Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse“ stellt herausragende Werke der Kunstgeschichte auf eine ganz andere Art vor und versucht damit eine technisch hochmoderne Version des großen Klassikers „Hundert Meisterwerke“. Die genauen, bis ins kleinste Detail gehenden Bildanalysen führen dabei die großen zeitgeschichtlichen Zusammenhänge vor Augen. Zudem werden die Gemälde dreidimensional animiert und hauchen so dem jeweiligen Zeitalter neues Leben ein. Die Reihe vermittelt einen umfassenden Eindruck von der Stellung des jeweiligen Künstlers in der Gesellschaft seiner Epoche. Rund 30 Jahre nachdem Großbritannien den Sklavenhandel verboten hatte, malte Joseph Mallord William Turner mit eindringlichen Pinselstrichen „Das Sklavenschiff“ als Porträt eines sich wandelnden Englands.

Der Sklavenhandel war bereits im Mittelalter verbreitet, doch zu Beginn des 16. Jahrhunderts nahm die Praxis mit der Verschiffung von Afrikanern und ihrer Versklavung durch die Europäer auf den amerikanischen Plantagen bisher unbekannte Ausmaße an. 1807 untersagte Großbritannien als erste Nation den Sklavenhandel und bekämpfte ihn ab diesem Zeitpunkt auch aktiv mit seiner mächtigen Handelsflotte. Der britische Maler J. M. W. Turner war seit jeher vom Meer fasziniert. Seit seiner Kindheit bannte er die unbändige Kraft der Stürme auf die Leinwand und hielt die wechselvollen Beziehungen zwischen Mensch und Meer fest. Sein Pinselstrich revolutionierte die Gattung Landschaftsgemälde: Turner brach mit herkömmlichen Konventionen und verlieh seinen Werken eine bisher unbekannte emotionale Tiefe. 1840 präsentierte er der Royal Academy of Arts ein Gemälde, das aus einer anderen Zeit zu stammen schien: Es zeigt die Schrecken eines Sklavenschiffs mit einem Kapitän, der kranke Sklaven über Bord werfen lässt. Doch vielleicht thematisiert Turner in dem Bild gar nicht die Vergangenheit. Es könnte sich auch um eine zeitgenössische Szene handeln, um ein ausländisches Schiff, das sich seiner Sklaven entledigt, um seinem britischen Verfolger zu entkommen. Oder stimmen vielleicht beide Interpretationen? Der wortkarge, in seinem Leben und seinen Wertvorstellungen widersprüchliche Maler springt gewissermaßen selbst in die trüben Fluten der britischen Gesellschaft, die ganz auf die wirtschaftlichen und technischen Erfindungen ihrer Zeit fixiert ist, und konfrontiert den Menschen mit seiner Verantwortung, mit der Ausbeutung seiner Artgenossen durch den Sklavenhandel, die Industrialisierung und nun die Globalisierung.

Sonntag, 21.11. / 16:10 Uhr / Das andere Bauhaus ~ Die Designerin Charlotte Perriand
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 53 Min.
Regie: Stéphane Ghez
Online verfügbar von 14/11 bis 20/01

Die französische Designerin und Architektin Charlotte Perriand prägte das Alltagsdesign des 20. Jahrhunderts. Seit den 1920er Jahren entwarf die freigeistige, engagierte Frau revolutionäre Möbel, die heute Ikonen des zeitgenössischen Designs sind. Charlotte Perriand kämpfte unermüdlich für die Moderne, deren Einfluss weit über die Welt des Designs hinausgeht. Sie war zudem Pionierin einer Kunst des Wohnens, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und harmonisch mit seiner Wohnumgebung verbindet. Mit Hilfe unveröffentlichter Tonaufnahmen präsentiert die Dokumentation in Form eines Erinnerungstagebuchs ein ganzes Leben im Zeichen der Kreativität und lässt den Zuschauer eine außergewöhnliche Persönlichkeit entdecken. Als Teil der Avantgarde-Bewegung erlebte Charlotte Perriand zentrale Momente des 20. Jahrhunderts mit. Die Dokumentation beleuchtet wichtige Stationen ihres Lebens – von der Zusammenarbeit mit Le Corbusier in den 1930er Jahren über den fruchtbaren Kulturschock eines mehrjährigen Japanaufenthalts bis zu ihrer Liebe zu den Bergen und den Entwürfen für die Skistation Les Arcs. Mit ihrem vielfältigen Engagement – für die Befreiung der Frau, günstigen Wohnraum, die Freizeitgesellschaft oder Bausatzmöbel zum Selbstmontieren – hat Charlotte Perriand ihren Beitrag zu einer Reflexion über die Zukunft unserer Gesellschaft geleistet, die bis heute anhält.

Sonntag, 21.11. / 17:10 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2021, NDR 30 Min.
Redaktion: Edith Beßling
Moderation: Bianca Hauda
Erstausstrahlung

Sonntag, 21.11. / 17:40 Uhr / Sternstunden der Musik: Jessye Norman und Kathleen Battle singen Spirituals
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2021, ZDF 43 Min.
Regie: Dag Freyer

Mit: Jessye Norman, Kathleen Battle, Metropolitan Opera Chorus

Online verfügbar von 20/11 bis 21/12
Erstausstrahlung

Als Jessye Norman und Kathleen Battle am 18. März 1990 die Bühne der Carnegie Hall betreten, weht ein Hauch von Geschichte durch Amerikas berühmtesten Konzertsaal. Zwei der besten Sopranistinnen der Welt setzen der afroamerikanischen Musiktradition ein Denkmal. Heute, drei Jahrzehnte später, zeigt ARTE den beeindruckenden Auftritt der zwei Operndiven, die ein Symbol für Diversität auf der Opernbühne darstellen. Ein musikalisches Statement in einer Ära des konservativen Rollbacks in den USA und ein Konzertereignis, welches damals wie heute Begeisterung beim Publikum auslöst.

Der Abend im März 1990 steht unter enormem Erwartungsdruck. Würden die beiden konkurrierenden Diven Jessye Norman und Kathleen Battle es tatsächlich schaffen, gemeinsam und nicht gegeneinander zu singen? Obwohl Spirituals sich inzwischen als Konzertrepertoire etabliert hatten, ist es ein Wagnis, die Wucht klassisch geschulter Stimmen auf die innig-schlichten Melodien „loszulassen“: Kann der Geist von Musik, die Menschen in der Unterdrückung Lebenskraft, Mut und Trost spenden sollte, von hochvirtuosen Stimmen für Hörer auf sündhaft teuren Opernplätzen bewahrt werden?

Die beiden Diven erobern die Carnegie Hall im Sturm, Kritik und Publikum huldigen ihnen: Es ist ein musikalisches Fest aus Charisma, Virtuosität, Lebendigkeit und Show. Eine magische Einheit entsteht zwischen den beiden gegensätzlichen Künstlerinnen an diesem Abend, als sie sich des Repertoires annehmen, mit dem in ihrer Jugend ihr musikalischer Werdegang begonnen hatte. Die Sendung lässt das Konzert auf unterhaltsame Art Revue passieren: Hört man es heute, drei Jahrzehnte später, so hört man es unweigerlich im Kontext der „Black Lives Matter“-Bewegung, die sich durch eine Häufung von Polizeigewalt gegen Schwarze gebildet hat. Ein Rollback, wie es wohl insbesondere die beiden Sängerinnen nicht erwartet hätten, die ihr eigenes Kapitel der Bürgerrechtsbewegung vollendeten, indem sie das Auftreten Nicht-weißer Sängerinnen und Sänger auf den Opernbühnen zur Normalität machten. Peter Gelb, damals der Produzent des Konzerts und heute der General Manager der Metropolitan Opera, erinnert sich an die Umstände, unter denen dieses besondere Konzertereignis entstand.

Sonntag, 21.11. / 22:25 Uhr / Leonardo DiCaprio: Most Wanted!
Dokumentation, Deutschland, 2020, ARTE 52 Min.
Regie: Henrike Sandner
Online verfügbar von 14/11 bis 21/12

Die Reise beginnt bei einem kleinen Jungen in Los Angeles, der sich auf den Gipfel Hollywoods träumt, ihn rasend schnell erklimmt und sich dann mit aller Kraft gegen das Image wehrt, das ihm die Filmindustrie aufdrücken will. Denn er wollte niemals ein anderer sein als er selbst.

Schon als Kind hatte Leonardo DiCaprio einen großen Traum: Er wollte in Hollywoods Rampenlicht treten und Filmgeschichte schreiben. Dieses Ziel verfolgte er mit eisernem Willen und einem begnadeten Talent. Mit Mitte 40 hat er alles erreicht – den Oscar inklusive. Dennoch sucht er rastlos nach neuen Zielen. Leonardo DiCaprio ist ein Mann, der seine Träume lebt, mit all ihren Widersprüchen. Er war gerade 23 Jahre alt, als ihn die Welt zum neuen Superstar Hollywoods krönte. Nach „Titanic“ schraubte sich die „Leomania“ in hysterische Höhen. Weltweit schmückten Mädchen ihre Zimmerwände mit seinem Gesicht. Seitdem haftet das Etikett „unverschämt attraktiver Frauenversteher“ an ihm. Dieser Erfolgsschock veränderte ihn. Im Gegensatz zum Rest Hollywoods versuchte er nun, schneller zu altern, als die Natur es zulässt. Er erfand sich neu, befreite sich vom süßlichen „Titanic“-Image und ist heute vielleicht sogar besser, als er es sich selbst erträumt hat. Leonardo DiCaprio ist einer der erfolgreichsten Schauspieler der Welt. Ein getriebener Mann mit hohen Zielen, der auch jenseits des Filmgeschäfts nach Großem strebt. Die Rettung des gefährdeten Planeten ist seine Mission. Dafür gründete er eine Stiftung, fährt ein Hybrid-Auto und dreht Dokumentarfilme über den Klimawandel. Die Dokumentation ist eine Heldenreise, die bei einem kleinen Jungen in Los Angeles beginnt, der sich auf den Gipfel Hollywoods träumt, ihn schnell erklimmt und sich dann mit aller Kraft gegen das Image wehrt, das ihm die Filmindustrie aufdrücken will. Denn er wollte niemals ein anderer sein als er selbst.

Sonntag, 21.11. / 23:20 Uhr / Wir alle haben Amália im Blut ~ Amália Rodrigues und die Fado-Szene
Dokumentation, Deutschland, 2020, WDR 51 Min.
Regie: Hilka Sinning
Online verfügbar von 19/11 bis 19/02
Erstausstrahlung

Amália Rodriges – sie ist die Königin des Fado, eines portugiesischen Musikstils, dessen Lieder traditionell von Sehnsucht, Trauer, Melancholie und Abschied handeln. Als die portugiesische Fado-Sängerin Amália im Oktober 1999 stirbt, wird eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Sie gilt bis heute als die Stimme Portugals – eine Legende schon zu Lebzeiten.

Die Dokumentation taucht ein in Amálias Welt und zeigt, inwiefern sie noch heute Generationen von Sängerinnen und Sängern inspiriert.

Worin liegt das Geheimnis der Faszination Fado? Fadistas in Lissabon, Paris und Berlin erzählen ihre persönliche Geschichte – und erklären, welche Rolle Amália Rodrigues darin spielt.

Ihre unverwechselbare und variationsreiche Stimme bescherte ihr den ganz großen Erfolg: Amália Rodrigues. Der Tod der portugiesischen Fado-Sängerin im Oktober 1999 versetzt ein ganzes Land in Trauer. Denn Amália gilt als größte portugiesische Sängerin des 20. Jahrhunderts – die Königin des Fado, des portugiesischen Sehnsuchtsgesangs. Bis heute wird sie als nationales Symbol Portugals betrachtet.

Warum können sich Millionen von Menschen mit ihrem Gesang identifizieren? Amálias Nachfolgerinnen und Nachfolger geben Antworten: Mariza, Cuca Roseta, Diana Vilarinho, Ricardo Ribeiro, Lizzie Levée und Maria Carvalho leben in Lissabon, Berlin und Paris. Als Fadistas werden sie von Amálias Musik inspiriert und lassen den Fado mit ihren ganz persönlichen Interpretationen weiterleben. Sie berichten von ihren Lebenswegen und der Liebe zu ihrer Musik – denn ein Fadista singt kein Lied und auch kein Gedicht, ohne von seinem eigenen Leben zu erzählen…

Die unterschiedlichen Interpretationen der Künstlerinnen und Künstler verdeutlichen die Diversität des Genres, das nicht mehr ausschließlich von Traurigkeit geprägt ist. Wie hat sich der ursprünglich aus den Armenvierteln Lissabons stammende Musikstil seit dem Tode Amálias gewandelt? Und: Inwiefern stellen Amálias Werke noch immer eine wichtige Inspirationsquelle dar? Die Dokumentation ergründet Amálias Welt und beleuchtet die anhaltend starke Faszination des Fado.

Sonntag, 21.11. / 00:15 Uhr / Macbeth Underworld – Oper von Pascal Dusapin
Deutsche Erstaufführung aus dem Staatstheater Saarbrücken
Oper, Frankreich, 2021, SR 126 Min.
Komponist: Pascal Dusapin
Inszenierung: Lorenzo Fioroni
Fernsehregie: Adeline Chahin
Dirigent: Justus Thorau
Orchester: Saarländisches Staatsorchester
Chor: Opernchor des Saarländischen Staatstheaters
Libretto: Frédéric Boyer

Mit: Dshamilja Kaiser (Lady Macbeth), Peter Schöne (Macbeth), Maria Carla Pino Cury (Unheimliche Schwester 1), Valda Wilson (Unheimliche Schwester 2), Carmen Seibel (Unheimliche Schwester 3), Marie Smolka (Kind), Hiroshi Matsui (Geist), Algirdas Drevinskas (Träger)

Online verfügbar von 21/11 bis 19/02
Erstausstrahlung

Mit seiner neuesten Oper „Macbeth Underworld“ taucht Pascal Dusapin ein in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele und schafft mit einer hochkomplexen Musik, die schillert und ungeheuer wandelbar ist, ein blutbeflecktes Werk, eine Parabel über die Machtgier der Menschen. Macbeth, Königsmörder und auf diesem Weg König geworden, starb nach seiner Schreckensherrschaft selbst eines gewaltsamen Todes. Pascal Dusapin und sein Librettist Frédéric Boyer haben Macbeth und seine Lady dazu verflucht, ihre Geschichte in der Unterwelt wieder und wieder zu erleben bzw. zu spielen. Lorenzo Fioroni inszeniert sie als immerwährenden Alptraum im Vorhof zur Hölle, wo sich im Bühnenbild von Paul Zoller der ganze Seelenmüll der Menschheitsgeschichte angesammelt hat. Dusapin wählt für seine Opern immer Texte aus der Antike oder Mythologie. So scheint er mit einem Fuß in der alten und mit dem anderen in unserer Zeit zu stehen. Das Wann der Handlung seiner Figuren ist durch diesen Spagat jedoch nicht festlegt. Die Zeit ist, wie es im „Hamlet “ heißt, aus den Angeln gehoben, in „Macbeth Underworld“ ganz und gar, hier herrscht die immerwährende Nacht. Und dennoch kann niemand mehr schlafen. Aber es wäre kein Nachdenken über die Menschheitsgeschichte, wenn es nicht neben Mord und Machtgier auch Zärtlichkeit, Sinnlichkeit, Humor und Liebe gäbe. Schließlich öffnet sich das Tor zur Hölle. Macbeth hofft, dass der Tod das Ende bedeutet, das Ende seiner Bluttaten, das Ende seiner Nacht. Aber die Toten kehren wieder, sie stehen auf. Macbeths Schuld bleibt und er kann nichts anderes als weiter morden.

Zusatzinfo: Deutsche Erstaufführung vom 18. April 2021 aus dem Saarländischen Staatstheater Saarbrücken

Sonntag, 21.11. / 04:16 Uhr / Bilder allein zuhaus: Jean-Baptiste Belley, Anne-Louis Girodet (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 09/12 bis 03/10

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Jean-Baptiste Belley ist auf Arbeitssuche. Doch trotz seines gloriosen Werdegangs vom ehemaligen Sklaven bis hin zum französischen Revolutionär und ersten schwarzen Abgeordneten des französischen Nationalkonvents scheinen seine Möglichkeiten aufgrund seiner Hautfarbe begrenzt zu sein, wie er im Probe-Bewerbungsgespräch mit Abbé Raynal feststellt.

Montag, 22.11. / 04:21 Uhr / Bilder allein zuhaus: Das Frühstück im Grünen, Edouard Manet (3/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 08/12 bis 08/10

Seit Edouard Manet sie 1863 in seinem „Frühstück im Grünen“ verewigt hat, möchte Victorine in einen der Äpfel im Gemälde beißen. Dieser entpuppt sich jedoch als Kunstapfel – schließlich hat Manet die vier Personen in einem Studio gemalt und sich zudem etwas mit den Maßstäben vertan. Nicht jedoch mit den Körperproportionen der Frauen …

Dienstag, 23.11. / 05:00 Uhr / Stanley Kubricks Filmmusik im Konzertsaal ~ Barry Lyndon Tribute
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 44 Min.
Regie: Jean-Pierre Loisil
Komponist: Georg Friedrich Händel, Franz Schubert, Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn
Dirigent: Nicolas Altstaedt
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France

Mit: Jean Rondeau (Cembalo), Violaine Cochard (Cembalo), Ana Millet (Violine), Renaud Guieu (Cello), Catherine Cournot (Klavier)

Online verfügbar von 16/11 bis 07/12

Die Filmmusik von „Barry Lyndon“ hat eine Geschichte. Während der Entstehung von „2001: Odyssee im Weltraum“ verpflichtete das Hollywoodstudio MGM den Filmemacher Stanley Kubrick für einen Original-Soundtrack zur Zusammenarbeit mit dem Komponisten Alex North. In Erwartung von Norths Partitur beschloss Kubrick, die Bilder provisorisch mit Klassikstücken zu unterlegen. Als Alex North seine Filmmusik lieferte, befand Kubrick, dass die klassischen Werke viel besser passten, und behielt sie im Film. MGM gab schließlich klein bei. Kubrick zeigte Hollywoods professionellen Filmkomponisten auch bei seinen Folgefilmen die kalte Schulter. Kubrick war 45 Jahre alt, als er seinen Kostümfilm „Barry Lyndon“ drehte. Der Film versteht sich als Hommage an die Schönheit barocker Malerei und Musik. Er zeigt die tragische Geschichte des jungen irischen Abenteurers Barry Lyndon. Kubrick schildert erste erotische Erlebnisse ebenso wie seine Kriegsabenteuer, seinen sozialen Aufstieg – und den unausweichlichen Fall. Das Konzert bringt vor allem zwei Werke zu Gehör, die später immer wieder in Filmen verwendet wurden: die „Sarabande“ der Suite Nr. 11 für ein solistisches Cembalo, die Händel zwischen 1703 und 1720 komponierte, und den zweiten Satz des Trios in Es-Dur für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 2, komponiert von Franz Schubert im November 1827 – eine von Kubrick wegen ihrer Ausdrucksstärke ausgewählte romantische Melodie. Beide Stücke werden in „Barry Lyndon“ als Leitmotive eingesetzt, genau wie Schuberts ebenfalls mehrfach zu hörender „Deutscher Tanz“ C-Dur Nr. 1, der Barry Lyndons vermeintliche Erfolge in der preußischen und englischen Adelsgesellschaft musikalisch untermalt. Die Assoziationen an Kubricks Film sind beim Hören dieser Werke so stark, dass man meint, an den Wänden des Auditoriums würden Bilder aus Kubricks Film vorbeiziehen.

Zusatzinfo:
Das Philharmonieorchester von Radio France interpretiert unter der Leitung von Nicolas Altstaedt die Musikstücke, die Stanley Kubrick für den Soundtrack des Films ausgewählt hat. An den Soloinstrumenten sind Jean Rondeau und Violaine Cochard (Cembalo), Ana Millet (Violine), Renaud Guieu (Cello) und Catherine Cournot (Klavier) zu hören.

Donnerstag, 25.11. / 04:53 Uhr / Bilder allein zuhaus: Sommerabend, Edward Hopper (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 08/12 bis 29/09

Dem jungen New Yorker Ehepaar in Edward Hoppers „Sommerabend“ (1947) fällt es nicht gerade leicht, sich in dem neuen Haus auf dem Land einzuleben. Wie war das noch mit dem amerikanischen Traum …?

Freitag, 26.11. / 21:40 Uhr / Classic Albums: Tears for Fears – Songs From The Big Chair
Dokumentation, Großbritannien, 2019, ARTE F 59 Min.
Regie: George Scott
Online verfügbar von 19/11 bis 26/12

„Songs From The Big Chair“, das von Chris Hughes und David Bascombe produzierte zweite Album der britischen New-Wave-Band Tears for Fears, erschien im Februar 1985 und wurde weltweit ein Riesenerfolg. Vor allem die Single-Auskopplungen „Shout“ und „Everybody Wants to Rule the World“ beherrschten die internationalen Charts. Rückblick auf die Geschichte eines Pop-Phänomens, das seine Zeit und eine ganze Musikbewegung prägte.

Curt Smith und Roland Orzabal, die Begründer von Tears for Fears, erinnern sich 35 Jahre später an ein Album zurück, das stellvertretend für den Pop-Rock-Sound der 80er Jahre war: „Songs From The Big Chair“ war das Kultalbum der New-Wave-Szene schlechthin.

Mit ihrem typischen Goth-Synth-Pop und eingängigen Refrains fand die Band den Sound, der zu ihrem Markenzeichen wurde, und traf den musikalischen Nerv der Zeit. Von Kritik und Publikum gleichermaßen hochgelobt, beherrschten die Single-Auskopplungen „Mothers Talk“, „Shout“ und „Everybody Wants to Rule the World“ monatelang die internationalen Charts. Mit Unterstützung der Band beleuchtet die Dokumentation der BBC-Reihe „Classic Albums“, wie das Album zustande kam und Tears for Fears weltweit zum Inbegriff von New Wave wurde.

Die Dokumentation zeichnet die Entwicklung der Band nach, von den Jugendjahren der Bandbegründer Curt Smith und Roland Orzabal über das erfolgreiche Debütalbum „The Hurting“ (1983) bis hin zur Produktion ihres zweiten Albums „Songs From The Big Chair“ und dessen riesigem Publikumserfolg in Großbritannien und den USA.

Die Sendung zeigt Interviews mit den Bandmitgliedern und wichtigen Wegbegleitern, etwa dem Keyboarder Ian Stanley oder den Koproduzenten Chris Hughes und Dave Bascombe sowie weitere aufschlussreiche Interviews und Archivbilder früherer Konzerte. Gezeigt werden auch neuere Clips: Nach einer Auflösung der Band Anfang der 90er Jahre kamen Tears for Fears in neuer Zusammensetzung wieder zusammen und stehen seither regelmäßig auf der Bühne. Die Dokumentation erklärt das Erfolgsrezept ihres einzigartigen Sounds. Die richtige Musik zur richtigen Zeit – das scheint die Botschaft dieser Band zu sein.

Freitag, 26.11. / 01:45 Tracks Uhr / Holo Life – Wie Avatare und Hologramme den Konzertmarkt übernehmen
Magazin, Deutschland, 2021, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 25/11 bis 24/02
Erstausstrahlung

(1): Wie Avatare und Hologramme den Konzertmarkt übernehmen
(2): Yeule – Zwischen Hikikomori, Simulation und der großen Bühne
(3): Boys Noize – Der erfolgreichste Außenseiter der weltweiten Technoszene

(1): Wie Avatare und Hologramme den Konzertmarkt übernehmen
Kurz bevor der lang ersehnte vierte Teil der „Matrix“-Saga erscheint – und wenige Monate vor dem großen ABBA-Comeback in Form von „ABBAtar“-Hologrammen – begibt sich „Tracks“ in die Welt der erweiterten Realität und erkundet, wie das Geschäft mit der Nostalgie die Technologie der Zukunft vorantreibt.

(2): Yeule – Zwischen Hikikomori, Simulation und der großen Bühne
Yeule, alias Nat Cmiel, ist die selbsternannte „Glitch Princess“. Mit ihrer Kunst lebt sie zwischen Cyber- und physischer Welt, zwischen den Geschlechtern – und zwischen ihrer Heimat Singapur und ihrem Studienort London. Denn Yeule studierte am renommierten St. Martins College.

(3): Boys Noize – Der erfolgreichste Außenseiter der weltweiten Technoszene
Der Hamburger Techno-DJ Alexander Ridha, besser bekannt als Boys Noize, kann mittlerweile auf eine 15-jährige Karriere zurückblicken. Jedes Album überrascht mit etwas völlig Neuem und macht ihn zum äußerst erfolgreichen Außenseiter der Technoszene. Nun erscheint wieder ein Album des Ausnahmekünstlers – „Tracks“ trifft das Urgestein des Technos in seinem Berliner Studio.

Freitag, 26.11. / 02:15 Uhr / Best of Open Stage Berlin
Musik, Deutschland, 2021, ZDF 62 Min.
Regie: Andreas Ogrzewalla
Mit: Alvaro Soler, Graham Candy, Alice Phoebe Lou, Jupiter Jones, Milliarden, Catt, International Music, Lina Maly, Umme Block, Sdero, Alex Diehl, Antifuchs, Sofia Portanet, Moritz Krämer, Niels Frevert
Online verfügbar von 25/11 bis 24/02
Erstausstrahlung

Mit der Reihe „Open Stage Berlin“ hat ARTE verschiedensten Künstlern und Künstlerinnen eine digitale Bühne gegeben und in 16 Folgen zahlreiche Live-Performances als Livestream in die heimischen Wohnzimmer gebracht. In einer Zusammenfassung bringt ARTE nun die Highlights der Konzertreihe ins TV. Unter anderem mit: Álvaro Soler, Großstadtgeflüster, Jupiter Jones, Milliarden, Alice Phoebe Lou, Niels Frevert und vielen anderen.

Die Kulturszene in Deutschland, Frankreich und Europa hält seit einem Jahr den Atem an. Das Verbot von Konzerten, Aufführungen und Festivals trifft nicht nur Künstlerinnen und Künstler, Kreative und Kulturschaffende hart, sondern auch deren Fans. „Open Stage Berlin“ gibt der pulsierenden Szene in Pandemiezeiten eine Plattform und dem Publikum das Gefühl zurück, live dabei sein zu können.

In einer Zusammenfassung bringt ARTE nun die Highlights der Konzertreihe ins TV. Mit dabei sind das Elektropop-Trio Großstadtgeflüster, das Berliner Rock-Duo Milliarden, der spanisch-deutsche Popsänger Álvaro Soler, die Singer- und Songwriterin Alice Phoebe Lou und die Punkrockband Jupiter Jones, die eines ihrer ersten Konzerte nach der Reunion der Band geben.

Außerdem CATT, International Music, Lina Maly, Umme Block, Sdero, Alex Diehl, Antifuchs, Sofia Portanet, Moritz Krämer, Niels Frevert und Graham Candy.

Zusatzinfo:
Die Sendung ist eine Koproduktion von ZDF und RBB für ARTE Concert in Kooperation mit der Re:publica und der Stiftung Reinbeckhallen.


Programmwoche 48:

Samstag, 27.11. / 05:00 Uhr / Früchte des Zorns, Klassiker der Weltliteratur
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 54 Min.
Regie: Priscilla Pizzato
Online verfügbar von 15/09 bis 27/03

„Es ist erschütternd, wie viele Kinder in unseren Tälern verhungern“, schreibt John Steinbeck seiner Verlegerin 1938, als eine heftige Wirtschaftskrise die USA erschüttert. Ein Jahr später, im März 1939, erscheint „Früchte des Zorns“. Die tragische Odyssee der Familie Joad zählt seitdem zu den Klassikern der Weltliteratur. In dem preisgekrönten Roman geht es um Pächter aus Oklahoma, die während der Großen Depression von ihrem Land vertrieben wurden und von einem neuen Leben in Kalifornien träumen. „Früchte des Zorns“ thematisiert die Auswüchse des Kapitalismus, die Mechanisierung der Arbeit und die Entfremdung des Menschen von der Natur. Außerdem führt Steinbeck dem Leser vor Augen, wie Rassismus und Hass gegen Migranten entsteht. Vor diesem Hintergrund ist der Roman heute wieder aktueller denn je.

Mit einem Paukenschlag zieht im April 1939 „Früchte des Zorns“ in das Pantheon der Literatur ein. Die Amerikaner sind zerstritten angesichts der Odyssee der Familie Joad, Pachtbauern aus Oklahoma, die wie Tausende andere während der Zeit der Großen Depression von ihrem Land vertrieben wurden. Sie folgten der Route 66 und dem Traum von einem neuen Leben in Kalifornien. Auf ihrem Weg wurden sie jedoch ausgebeutet und in Elendslager gesteckt. Sie sahen sich mit Hunger und dem Hass der Einheimischen konfrontiert. Steinbeck zeigt in „Früchte des Zorns“ die verschiedenen Phasen, die zur Entmenschlichung eines großen Teils der Bevölkerung führten. Und wenn er die wichtigsten Gründungsmythen der USA neu betrachtet, dann nur, um ganz nebenbei einige zu widerlegen. Der Roman wurde eine halbe Million Mal verkauft und durch den 1940 von John Ford gedrehten Film noch berühmter. Es handelt sich um eine amerikanische Geschichte. Tatsächlich bietet das Buch jedoch viel mehr. Es erzählt von den Verdammten dieser Erde, den Binnenmigranten, die auf zynische Ausbeuter und eine feindselige und ängstlich gestimmte Bevölkerung stoßen. Damit scheint er nachfolgenden Generationen einen Spiegel vorzuhalten. Seit der Veröffentlichung des berühmten Werks sind 80 Jahre vergangen, seit Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929 sind es 90 Jahre. Aus diesem Anlass setzt sich die Dokumentation mit der Entstehung des Romans, seinen Themen, seiner erneuten Rezeption während der Finanzkrise im Jahr 2008 auseinander. Dieser Kultroman lässt den Leser nicht nur in die amerikanische Geschichte eintauchen – er regt ihn dazu an, die Welt von heute zu hinterfragen.

Samstag, 27.11. / 05:55 Uhr / Kanada – Literatur im Aufbruch: Licht
Dokumentationsreihe, Kanada, 2020, ZDF 26 Min.
Regie: Stephanie Weimar
Online verfügbar von 01/10 bis 29/02
Wiederholung vom 07.11.

Samstag, 27.11. / 06:20 Uhr / ABBA Forever
Dokumentation, Großbritannien, 2019, ARTE 51 Min.
Regie: Chris Hunt
Online verfügbar von 31/10 bis 06/01
Wiederholung vom 07.11.

Sonntag, 28.11. (1. Advent) / 12:35 Uhr / Die großen Mythen – Die Ilias: Die List der Hera
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Camille Dalbéra
Online verfügbar von 23/10 bis 29/01
Wiederholung vom 13.11.

Sonntag, 28.11. (1. Advent) / 13:05 Uhr / Die großen Mythen – Die Ilias: Patroklos und die Myrmidonen
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Gaëtan Chabanol
Online verfügbar von 23/10 bis 27/01
Wiederholung vom 13.11.

Sonntag, 28.11. (1. Advent) / 13:30 Uhr / Das Gold der Sachsen
Wie Agenten die Schatzkammer des Königs füllten
Dokumentation, Deutschland, 2021, MDR 52 Min.
Regie: Andrea Oster
Online verfügbar von 13/11 bis 19/05
Wiederholung vom 20.11.

Sonntag, 28.11. (1. Advent) / 14:25 Uhr / Giganten der Kunst (1/3): Rembrandt
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2021, ZDF 52 Min.
Regie: Christian Stiefenhofer
Online verfügbar von 27/11 bis 28/12
Erstausstrahlung

Mit seinen Porträts scheint der holländische Künstler direkt die Seele der Menschen zu erfassen. Rembrandt van Rijn, 1606 als Sohn eines Müllers geboren, hat das Malen verändert wie kaum ein Zweiter. Aber wer war dieses barocke Genie, das die Menschen durch die Jahrhunderte verzaubert?

Der Meister führt lange ein Leben im Licht, bevor die Schatten ihn in die Tiefe reißen. Seine Biografie ist durchsetzt von Schicksalsschlägen und familiären Verwirrungen. Seine erste Frau Saskia verliert drei Kinder, erst das vierte, Titus, überlebt. Sie selbst stirbt mit 29 Jahren. Danach hat er ein jahrelanges Verhältnis mit seiner wesentlich jüngeren Haushälterin, die ihn geschickt vor dem kompletten geschäftlichen Ruin bewahrt. Sie stirbt wie sein Sohn Titus an der Pest. Als der Malergigant mit 63 Jahren stirbt, ist er ein Outlaw, vereinsamt, verarmt und unverstanden.

Die Dokumentation spürt seinen Wurzeln in seiner holländischen Heimat nach, reist aber auch zu Forschern nach Dresden und Boston. Er folgt einem Kunsthändler, der schon drei unbekannte echte Rembrandts aufgespürt hat, und zeigt ein gewagtes Experiment, in dem künstliche Intelligenz einen neuen Rembrandt schaffen soll. Ohne einen echten Rembrandt kommt heute keine Kunstsammlung von Rang und Namen aus. Er inspirierte nachfolgende Künstler dazu, sich von Konventionen zu befreien und voll und ganz der Kunst zu widmen. Ein Symbol für diese Freiheit und gleichzeitig Rembrandts Markenzeichen, wurde später weltberühmt: das Barett als Kopfbedeckung der Unangepassten.

Zusatzinfo:
Michelangelo, Rembrandt van Rijn, Vincent van Gogh – die Dokumentationsreihe „Giganten der Kunst“ widmet den drei Künstlern je einen Film. Drei Ausnahmegenies, die ihren eigenen Weg gegangen sind und dabei ikonographische Kunstwerke hinterlassen haben, die bis heute die Kunstwelt inspirieren. Ihre größten Werke werden durch moderne Animationstechnik in nie dagewesener Detailtiefe gezeigt. Renommierte Kunsthistoriker und Wissenschaftler sowie neue technische Analysen vermitteln verblüffende Erkenntnisse. Packende Spielfilmszenen lassen die wichtigsten Etappen ihres Lebens und Schaffens lebendig werden.

Sonntag, 28.11. (1. Advent) / 15:20 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, Frankreich, 2021, WDR 30 Min.
Moderation: Bianca Hauda, Romy Straßenburg
Online verfügbar von 26/11 bis 26/02
Erstausstrahlung

Sonntag, 28.11. (1. Advent) / 15:55 Uhr / Rossinis Il Barbiere di Siviglia
Aus der Staatsoper Wien
Deutschland, 2021, ZDF 150 Min.
Regie: Leopold Knötzl
Komponist: Gioachino Rossini
Inszenierung: Herbert Fritsch
Dirigent: Michele Mariotti
Orchester: Orchester der Wiener Staatsoper
Kostüme: Victoria Behr
Licht: Carsten Sander

Mit: Juan Diego Flórez (Graf Almaviva), Étienne Dupuis (Figaro), Vasilisa Berzhanskaya (Rosina), Ildar Abdrazakov (Don Basilio), Paolo Bordogna (Bartolo), Ruth Brauer (Ambrogio), Stephan Astakhov (Fiorello), Aurora Martens (Berta), Alejandro Pizarro-Enríquez (Offizier)

Erstausstrahlung

Rossinis „Il Barbiere di Siviglia“ gehört zu den populärsten und erfolgreichsten Werken der Opernliteratur. Für seine Neuinszenierung hat der Regisseur, Schauspieler und Medienkünstler Herbert Fritsch ein absolutes Starensemble an der Staatsoper Wien versammelt, mit Juan Diego Flórez als Graf Almaviva, Ildar Abdrazakov als Don Basilio, Vasilisa Berzhanskaya als Rosina und Étienne Dupuis in der Partie des Figaro.

Die Komödie „Le Barbier de Séville ou La précaution inutile“ von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais war schon zuvor in einer Vertonung von Giovanni Paisiello bekannt geworden, und die erfreute sich auch mehr als 30 Jahre nach ihrer Entstehung immer noch großer Popularität. So kam es, dass Rossinis „Barbier“ bei der Uraufführung in Rom 1816 gnadenlos ausgepfiffen wurde. Doch schon die zweite Vorstellung wurde ein großer Erfolg und in kürzester Zeit setzte sich das Stück in ganz Europa durch.

Herbert Fritsch inszeniert Rossinis Meisterwerk als farbenprächtiges und temporeiches Spektakel im Rokoko-Outfit mit Elementen aus Pantomime und Anklängen an die Commedia dell’arte. Dabei kann er auf ein hochkarätiges, glänzend aufgelegtes Ensemble bauen, das mit durchweg exzellenter stimmlicher Qualität, komödiantischem Talent und überbordender Spielfreude überzeugt.

Sonntag, 28.11. (1. Advent) / 22:55 Uhr / Josephine Baker, Ikone der Befreiung
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 53 Min.
Regie: Ilana Navaro
Online verfügbar von 24/08 bis 16/06

Im Jahr 1925 verließ die junge schwarze Varieté-Tänzerin Josephine Baker die USA und machte sich auf den Weg nach Europa. Sie entfloh der Rassentrennung und versuchte ihr Glück in Paris. In nur einer Nacht wurde sie zum Liebling der französischen Metropole. Ihr „Danse sauvage“ sorgte für Furore auf dem alten Kontinent. Doch jedes Mal, wenn sie in ihr Heimatland zurückkehrte, stieß sie auf Rassentrennung und Rassismus. Eine Dokumentation über ihr politisches Erwachen.

Hundert Jahre vor Beyoncé lebte Josephine Baker. Sie wuchs in armen Verhältnissen in Missouri auf, wurde in Frankreich zur berühmten Tänzerin und Sängerin, setzte sich im Zweiten Weltkrieg an der Seite von General de Gaulle für die Résistance ein und adoptierte zwölf Kinder aus verschiedenen Teilen der Welt. Ihr Leben klingt wie ein Roman. Doch das ist nur die eine Hälfte der Wahrheit und sich damit zu begnügen, würde ihr nicht gerecht. Wer Josephine Baker wirklich verstehen will, muss ihre Ursprünge kennen. Ihr unstillbares Verlangen, alles zu verändern, ist einer Kindheit geschuldet, in der Gewalt und harscher Rassismus Alltag waren. Als Josephine Baker zur Welt kam, lag die Sklaverei erst 40 Jahre zurück. Im Mittleren Westen der USA, wo Baker aufwuchs, wurden Schwarze immer noch behandelt wie Menschen zweiter Klasse. Sie wohnten in Elendsvierteln und wurden regelmäßig von Weißen angegriffen, die den Ausgang des Bürgerkriegs nicht verkraften konnten. Aus dieser Situation floh Josephine Baker. Doch jedes Mal, wenn sie in ihre Heimat zurückkehrte, holten sie Hass und Rassismus wieder ein. Ihre USA-Reisen waren leidvolle Erfahrungen, die sie nachhaltig prägten. Fortan und bis ans Ende ihres Lebens nutzte Josephine Baker ihre Berühmtheit, um für ihre Ideale zu kämpfen. Die Dokumentation zeigt die Entwicklung von der Tänzerin im Bananenröckchen zur politischen Figur, die 1963 beim Marsch auf Washington als einzige Frau an der Seite Martin Luther Kings das Wort ergriff. Es ist die Geschichte des politischen Erwachens des ersten schwarzen Superstars.

Sonntag, 28.11. (1. Advent) / 04:13 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die Lesung, Auguste Renoir (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 11/09 bis 04/09

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Haben Bücher ausgedient? Eine der beiden Grazien preist ihren E-Reader geradezu frenetisch an. Doch die Begeisterung der anderen hält sich in Grenzen …

Montag, 29.11. / 05:00 Uhr / Sasha Waltz & Guests: Kreatur
Tanz, Deutschland, 2018, ZDF 89 Min.
Choreographie: Sasha Waltz
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Thomas Schenk
Kostüme: Iris van Herpen
Musik: Soundwalk Collective
Licht: Urs Schönebaum
Fernsehregie: Bettina Borgfeld, Jochen Sandig
Online verfügbar von 28/11 bis 29/12

„Kreatur“ ist das neue, bildstarke Stück von Sasha Waltz & Guests. Waltz, die ab 2019 das Berliner Staatsballett leiten wird, knüpft hier an Elemente ihrer früheren Arbeiten an. Die Tänzer und Tänzerinnen bewegen sich in den fantastischen Kostümen der Modedesignerin Iris van Herpen wie Wesen aus einer anderen Welt, meistens in Gruppenkonstellationen, die sich gelegentlich zu gemeinsamen Bewegungen zusammenschließen. Vereinzelt suchen sie immer wieder die Nähe der anderen, hin- und hergerissen zwischen Anziehung und Ablehnung, zwischen emotionaler Wucht und kühler Gleichgültigkeit. Sasha Waltz schafft in ihrem neuen Stück starke Bilder, die dem Zuschauer im Gedächtnis bleiben.

Sasha Waltz untersucht in „Kreatur“ mit 14 Tänzerinnen und Tänzern Phänomene des Seins vor dem aktuellen Hintergrund einer zerrissenen Gesellschaft: Macht und Ohnmacht, Dominanz und Schwäche, Freiheit und Kontrolle, Gemeinschaft und Isolation.

Für „Kreatur“ arbeitet Sasha Waltz erstmals mit der Modedesignerin Iris van Herpen, dem Lichtdesigner Urs Schönebaum und dem Musik- und Performance-Trio Soundwalk Collective zusammen – alle Partner entwickeln ihre Werke interdisziplinär und suchen den Austausch mit anderen künstlerisch-wissenschaftlichen Feldern.

Die niederländische Modedesignerin Iris van Herpen verbindet traditionelles Handwerk mit innovativer digitaler Technologie zur Herstellung ihrer visionären Kunst. Organisch und technoid zugleich scheinen ihre skulpturalen Kreationen sich mal mit dem Körper zu verbinden wie eine zweite Haut, mal wie ein Panzer als Hülle um den Körper zu legen. Urs Schönebaum gestaltet mit seinen Lichtkonzepten Räume für Theater- und Operninszenierungen, Ausstellungen, Performances und Installationen weltweit, unter anderem für Marina Abramovic, Robert Wilson oder Michael Haneke. Das Soundwalk Collective (Berlin / New York), lässt in ihre genreübergreifenden Klangkompositionen Methoden der Anthropologie, Ethnographie und Psychogeographie einfließen, für „Kreatur“ unter anderem Aufnahmen aus dem Berghain Berlin und der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Sie waren Teil des Programms der documenta 14 Athen/Kassel, zuletzt erschienenen u.a. die Alben „Killer Road“ in Zusammenarbeit mit Patti Smith, „Before Music There Is Blood“ und der Soundtrack zu Sasha Waltz’ „Kreatur“.

„Je T’Aime Moi Non Plus“, Musik & Text: Serge Gainsbourg, © Melody Nelson Publishing, Mit freundlicher Genehmigung von Peer Musikverlag GmbH

Montag, 29.11. / 10:20 Uhr / GEO Reportage: Java ~ Zauberhaftes Schattentheater
Reportage, Deutschland, 2017, ARTE 52 Min.
Regie: Julien Hamelin
Online verfügbar von 22/11 bis 29/12

Die Puppenspieler des Wayang Kulit, die sogenannten Dalangs, werden sowohl zu offiziellen Anlässen wie Lokalwahlen, als auch zu privaten Feiern wie Hochzeiten eingeladen. Die Aufführungen dauern bis zu sieben Stunden, vom Abend bis in die frühen Morgenstunden, ohne Pause. In dieser Zeit müssen die Dalangs ihr Publikum unterhalten, Geschichten erzählen und in eine Fantasiewelt aus drangsalierten Königen, schönen Prinzessinnen, mutigen Kriegern und weisen hinduistischen Gottheiten entführen. Alle werden von demselben Puppenspieler gesprochen, aber mit verschiedenen Stimmen. Zur Verfügung stehen dem Dalang dafür zweidimensionale Puppen, die von einem Teil der Zuschauerschaft nur hinter einer weißen Leinwand als Silhouetten wahrgenommen werden, als Schattenrisse. Daher wird das Wayang Kulit auch Schattentheater genannt. Dalangs, die diese Herausforderung mit Bravour bewältigen, gelten als Meister ihres Fachs, sind populär und zuweilen gar prominent. Sie verfügen über gut gefüllte Auftragsbücher und damit über ein gesichertes Einkommen. Gondo Suharno ist ein solcher Meister. Mit seiner Gruppe aus Musikern, Sängerinnen und Assistenten ist er ständig unterwegs und bildet darüber hinaus noch Studenten aus, die seine Kunst erlernen wollen. Zu ihnen gehört Ganesh, ein junger Student aus bescheidenen Verhältnissen. Wenn er nicht studiert, begleitet er den Meister bei seinen Aufführungen. Inzwischen hat Ganesh so viel Geld zusammengespart, dass er seine eigenen Puppen anfertigen lassen will.

Zusatzinfo:
„GEO Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

Montag, 29.11. / 03:58 Uhr /03:58 Bilder allein zuhaus: Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge, Johannes Vermeer (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 09/12 bis 01/10

Vermeer entschließt sich, sein „Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ (1665) zu überarbeiten, denn er ist es leid, dass sie stets als „Mona Lisa des Nordens“ bezeichnet wird. Mit seinem ausgeprägten flämischen Akzent gelingt es ihm jedoch nur mühselig, der jungen Dame verständlich zu machen, in welche Richtung sie ihren Kopf neigen soll …

Mittwoch, 01.12. / ab 20:15 Schwerpunkt: 40 Jahre Aids: ~ Ein Abend zum Welt-Aids-Tag 2021
Schwerpunkt, ARTE127 Min.

Vor 40 Jahren, am 1. Dezember 1981, wurde Aids vom US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) als eigenständige Krankheit anerkannt. Im vergangenen Jahr schrieb UN-Generalsekretär António Guterres in einer Erklärung zum Welt-Aids-Tag: „Während die Aufmerksamkeit der Welt auf die COVID-19-Krise gerichtet ist, erinnert der Welt-Aids-Tag an die Notwendigkeit, sich weiterhin auf eine andere globale Pandemie zu konzentrieren, die fast 40 Jahre nach ihrem Auftreten noch immer bei uns ist.“ ARTE greift mit einem Abend zum diesjährigen Welt-Aids-Tag diese Botschaft auf. Im Programm: Christophe Honorés Spielfilm „Sorry Angel“, die Dokumentation „40 Jahre Aids – Schweigen = Tod“ über die Geschichte der Epidemie sowie der Dokumentarfilm „Hervé Guibert – Anschreiben gegen den Tod“, ein Porträt des vor 30 Jahren verstorbenen französischen Fotografen und Schriftstellers, der seine Aidserkrankung literarisch und filmisch zum Thema machte.

Mittwoch, 01.12. / 20:15 Uhr / Sorry Angel (Plaire, aimer et courir vite)
Schwerpunkt: 40 Jahre Aids: Ein Abend zum Welt-Aids-Tag 2021
Spielfilm, Frankreich, 2018, ARTE F 127 Min.
Regie: Christophe Honoré
Drehbuch: Christophe Honoré
Produktion: Les Films Pelléas, ARTE France Cinéma
Produzent: Philippe Martin, David Thion
Kamera: Rémy Chevrin
Schnitt: Chantal Hymans
Musik: Frédéric Junqua

Mit: Vincent Lacoste (Arthur Prigent), Pierre Deladonchamps (Jacques Tondelli), Denis Podalydès (Mathieu), Adèle Wismes (Nadine), Thomas Gonzalez (Marco), Clément Métayer (Pierre), Tristan Farge (Louis)

Online verfügbar von 24/11 bis 31/12
Erstausstrahlung

Jacques ist ein anerkannter Schriftsteller, der in einer Lebenskrise steckt. Er lebt im Paris der 1990er Jahre und hat einen Sohn, Louis, von einer Frau, von der er getrennt ist, und einen besten Freund, der über ihm wohnt, Mathieu. Beruflich läuft es für ihn nicht mehr so gut. Als er in die Bretagne eingeladen wird, wo eines seiner Theaterstücke aufgeführt wird, trifft er dort auf den jungen Arthur. Die beiden Männer könnten unterschiedlicher nicht sein. Arthur besticht durch seinen jugendlichen Optimismus und seine Lebenslust. Er steht am Anfang eines aktiven Lebens, während Jacques‘ Existenz schon vom Tode bedroht ist. Er ist an Aids erkrankt. Zwar versucht er anfangs erfolgreich und mit allen Mitteln, vor seiner Erkrankung zu fliehen, doch spätestens nach dem Aids-Tod seines Ex-Partners droht die Krankheit sein Leben zu bestimmen. Sein Nachbar und guter Freund Mathieu sowie sein Sohn und dessen Mutter stehen ihm im Kampf gegen die Krankheit zur Seite. Während Jacques versucht, sein Schicksal auszublenden. Der junge Arthur, von Jacques und dem Pariser Leben fasziniert, scheint das perfekte Gegenmittel zu sein, um die Krankheit, und sei es nur für eine kurze Weile, zu vergessen. Als sich Jacques‘ Gesundheitszustand jedoch drastisch verschlechtert, muss er sich der Realität stellen. Liebe braucht Zeit, die er nicht hat. Arthur ist das egal, total verliebt will er zu Jacques nach Paris ziehen. Doch angesichts des näher rückenden Todes ist selbst die Liebe ohnmächtig …

Mit „Sorry Angel“ erschuf Christophe Honoré einen Film über die existenzielle Tortur der Krankheit und den Trost der Liebe, geprägt von einer sanften Melancholie, die für den Pariser Regisseur typisch ist.

Zusatzinfo:
Für „Sorry Angel“ hat sich Christophe Honoré zum ersten Mal mit dem Thema Aids auseinandergesetzt. Ihm lag viel daran, den Kranken eine Stimme zu geben „und erst dann denjenigen, die die Krankheit miterlebt haben, ohne Opfer zu sein“ (Allociné). Demnach steht für ihn der Film „nicht so sehr auf der Seite der unmöglichen Liebe als auf der Seite des unmöglichen Lebens“ (Allociné).
„Sorry Angel“ hatte seine Premiere beim Festival von Cannes. 2018 bekam er den Prix Louis Delluc. Der Filmverleih Salzgeber brachte ihn auch in Deutschland in die Kinos.

Mittwoch, 01.12. / 22:20 Uhr / 40 Jahre Aids – Schweigen = Tod
Schwerpunkt: 40 Jahre Aids: Ein Abend zum Welt-Aids-Tag 2021
Dokumentation, Deutschland, 2021, WDR 51 Min.
Regie: Jobst Knigge
Online verfügbar von 24/11 bis 01/03
Erstausstrahlung

40 Jahre Aids – das ist die Geschichte von Tod und Überleben, Ausgrenzung und Hoffnung. Zu Beginn schien eine HIV-Infektion der sichere Tod. Als Anfang der 80er Jahre die ersten Patienten in San Francisco, Paris oder Berlin an hohem Fieber, Lungenentzündung und Pilzinfektionen erkrankten, waren die Ärzte ratlos. Die meisten Betroffenen waren homosexuelle Männer, doch woran sie erkrankt waren, wusste man nicht. Panik vor Ansteckung machte sich breit. Fieberhaft forschte die Wissenschaft an Medikamenten und einem Impfstoff. HIV und Aids wurden zum Schreckgespenst einer ganzen Generation. Als man die Übertragungswege des Virus kannte, gab es auch erste Medikamente, die aber nicht heilten. Sie und aufwendige Aufklärungskampagnen zeigten ihre Wirkung in der westlichen Welt. Die Krankheit verlagerte sich nach Asien und Afrika und forderte dort Millionen Tote.

Der Film zeigt die Erfolge, aber auch fatale Fehler und tödliche Niederlagen. Damals eine Geschichte vom Sterben, ist sie heute eine vom Überleben. Viele der ersten Aids-Kranken wurden zu Opfern fehlgeschlagener medizinischer Therapien. Aber auch Ärzte und Wissenschaftler scheitern bis heute an der Erforschung von Medikamenten. Aids ist eine Blaupause für den Umgang mit einer globalen Epidemie. Viele haben vergessen, was Aids bedeutet. Diese Dokumentation erzählt davon.

Mittwoch, 01.12. / 23:15 Uhr / Hervé Guibert – Anschreiben gegen den Tod
Schwerpunkt: 40 Jahre Aids: Ein Abend zum Welt-Aids-Tag 2021
Dokumentarfilm, Frankreich, 2019, ARTE F 64 Min.
Regie: David Teboul
Online verfügbar von 24/11 bis 30/01
Erstausstrahlung

„Hervé Guibert – Anschreiben gegen den Tod“ schildert das Leben des französischen Fotografen Hervé Guibert in dessen eigenen Bildern. Das persönliche Porträt stützt sich ausschließlich auf teils unveröffentlichte Fotos und Kontaktabzüge des Schriftstellers und Fotografen, auf Super-8-Filme aus seiner Kindheit sowie auf die 14 Stunden Rohmaterial des testamentarischen Videofilms „La Pudeur ou l’Impudeur“, in dem er schonungslos seine Aidserkrankung und seinen körperlichen Verfall dokumentierte.

Die Protagonisten dieser Hymne an die Liebe und den Körper, an Sex und Leidenschaft sind Guiberts Freund Thierry Jouno, seine Ehefrau Christine Guibert, seine geliebten Großtanten, Guiberts Eltern, seine Liebhaber, das Meer in Italien und all jene, die von seinem Schreiben erfasst wurden. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht wie in seinem schriftstellerischen Werk die Person Hervé Guibert. Wie Jacques Demy, Michel Foucault oder Rudolf Nurejew verkörperte Guilbert die Generation Aids.

Regisseur David Teboul verzichtet auf Interviews und lässt Guiberts Texte fürs ich sprechen. Ohne zusätzlichen Kommentar erzählen sie vom Leben und Schaffen des Schriftstellers. Gelesen werden sie von dem Schauspieler Nicolas Maury.

Mittwoch, 01.12. / 04:35 Uhr Bilder allein zuhaus: Jean-Baptiste Belley, Anne-Louis Giroder, „Ich habe einen Traum“ (3/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 09/12 bis 22/10

Jean-Baptiste Belley aus Anne-Louis Girodets gleichnamigen Gemälde (1797) hatte einen seltsamen Traum von Freiheitskämpfen und Fausthandschuhen, wie er seinem Gemäldekameraden Abbé Raynal mitteilt.

Donnerstag, 12.12. / 04:35 Uhr / Bilder allein zuhaus: Selbstbildnis im Pelzrock, Albrecht Dürer, „Beauty Tutorial“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 08/12 bis 15/10

Von wegen Hipster! Dürers „Mann im Pelzrock“ gibt heute auf seinem YouTube-Kanal ein Beauty-Tutorial: Für alle, die wissen möchten, wie man so einen trendy Jesus-Look hinbekommt …

Freitag, 03.12. / 22:20 Uhr / Mireille Mathieu – Singen, nur singen!
Dokumentation, Deutschland, 2021, MDR 52 Min.
Regie: Jana von Rautenberg
Mit: Mireille Mathieu, Christian Bruhn, Frédéric Zeitoun
Online verfügbar von 03/12 bis 02/01
Erstausstrahlung

Mireille Mathieu, in ihrem Heimatland Frankreich teilweise kritisch beäugt, hingegen in Deutschland, Russland und China ungebrochen verehrt. Die Sängerin polarisiert die Meinungen und Geschmäcker. Zu Beginn ihrer Karriere in Frankreich als würdige Nachfolgerin von Edith Piaf gefeiert, wird ihr Erscheinungsbild in der Presse manches Mal als Traditionalismus abgehandelt. Und das trotz des nach wie vor unglaublichen, internationalen Erfolges der Sängerin aus Avignon: Duette mit namhaften Kollegen, allen voran Charles Aznavour, Plácido Domingo, Peter Alexander und Patrick Duffy, mehr als 185 Millionen verkaufte Schallplatten, 1.200 aufgenommene Titel in elf Sprachen. Welcher Künstler kann so etwas vorweisen?

Die Dokumentation zeigt das Spannungsfeld zwischen der Gefeierten und gleichzeitig Gebannten, der Botschafterin Frankreichs in der Welt, die in der eigenen Heimat nur noch wenig auftritt. Der Film hinterfragt, warum Mireille Mathieu derart spaltet, aber auch, woher sie kommt, welche Menschen sie auf ihrem Lebensweg begleitet haben. Zwischen Bewunderung und Anerkennung eines künstlerischen Lebenswerkes und einer kritischen, teilweise mokanten Bewertung einer Künstlerin nähert sich diese Dokumentation einer ungewöhnlichen Frau.

Es äußern sich deutsche wie französische Kenner der Musikszene sowie Freunde, Kollegen und Kolleginnen. Unter anderem der französische Moderator Stéphane Bern, die Texter und Komponisten Christian Bruhn und Ralph Siegel sowie der französische Lyriker und Musikkolumnist Frédéric Zeitoun.

Freitag, 03.12. / 23:15 Uhr / Tracks ~ Xtrem Outdoor
Magazin, Frankreich, 2020, ARTE F 30 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David COMBE, Jean-Marc BARBIEUX
Online verfügbar von 26/11 bis 17/11
Erstausstrahlung

Freitag, 03.12. / 23:45 Uhr / Jeanne Added ~ Both Sides
Musik, Frankreich, 2020, ARTE F 60 Min.
Regie: Antoine Carlier
Online verfügbar von 10/06 bis 09/06

Mit „Both Sides“ kreiert Jeanne Added den ultimativen Soloauftritt: In ihrer Performance verdichtet sich der szenische Raum zu einer riesigen weißen Schwebebühne, auf der nur die Künstlerin singend und tanzend zu sehen ist. Metapher für den Dancefloor, der ins Unendliche mündet, oder für den einsamen Kampf eines Menschen, dem tanzend der Boden unter den Füßen entgleitet?

„Both Sides“ ist ein ungewöhnliches Live-Filmprojekt, ein packender musikalischer Kampf, bei dem nur die Einsamkeit im Raum und die Nähe zur Künstlerin zählen. Die Kamera fängt das Spiel aus Licht und Schatten ein, welches eins wird mit dem rhythmischen und dynamischen Klang der Musik von Jeanne Added. Die Tanzbewegungen der Künstlerin lassen die Soloperformance zu einem fesselnden und zugleich mitreißenden Auftritt werden. Die Kamera beschränkt sich darauf, die künstlerische Botschaft einzufangen. Die Online-Community ist eingeladen, diese besondere Erfahrung mitzuerleben, die der intensiven Musik von Jeanne Added eine zusätzliche Dimension verleiht.

Freitag, 03.12. / 04:53 Uhr / Bilder allein zuhaus: Sommerabend, Edward Hopper, „Zu leicht bekleidet“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 08/12 bis 16/10

Das Paar, das auf Edward Hoppers Gemälde „Sommerabend“ an die Brüstung einer Terrasse gelehnt ist, streitet: Der Mann möchte mit der Frau ins Restaurant gehen, doch er findet, dass sie dafür einfach zu leicht bekleidet ist …


Programmwoche 49:

Samstag, 04.12. / 20:15 Uhr / Dürer
Dokumentarfilm, Deutschland, 2021, NDR 89 Min.
Regie: Marie Noëlle

Mit: Wanja Mues (Albrecht Dürer), Hannah Herzsprung (Agnès Dürer), Anika Mauer (Barbara Dürer), Gedeon Burkhard (Vater Albrecht Dürer)
Online verfügbar von 04/12 bis 04/03
Erstausstrahlung

Albrecht Dürer zählt mit seinen Gemälden, Kupferstichen und Holzschnitten zu den bedeutendsten Künstlern der Renaissance und begeistert uns bis heute. Er war ein Popstar seiner Zeit, rastlos und strahlend bis zu seinem Tod. Das hochkarätig besetzte Dokudrama erzählt aus dem Leben des berühmten Künstlers, von seiner Frau Agnes und seinen bedeutenden Werken.

Er war ein Popstar seiner Zeit: Albrecht Dürer (1471-1528) zählt mit seinen Gemälden, Kupferstichen und Holzschnitten zu den bedeutendsten Künstlern der Renaissance und begeistert uns bis heute. Ein faszinierender Visionär, talentierter Netzwerker und perfekter Selbstvermarkter, kurz: ein moderner Mensch, der seiner Zeit weit voraus war. In einer Mischung aus Fiktion und Dokumentation erzählt das hochkarätig besetzte Dokudrama aus dem Leben des Künstlers und von den Geschichten, die hinter seinen Werken stehen.

Dürers Schaffen und seine Person bewegen uns bis heute: „Der Hase“, „Betende Hände, „Adam und Eva“, „Apokalypse“, „Das Rosenkranzfest“ und seine teils außergewöhnlich intimen Selbstporträts. So gesehen hat Albrecht Dürer wohl das Selfie erfunden. Seine Strahlkraft ist auch rund 500 Jahre nach seinem Tod ungebrochen. Die Regisseurin Marie Noëlle („Marie Curie“, „Ludwig II.“) hat sich Dürers angenommen und ein packendes Dokudrama inszeniert, das im Wechselspiel zwischen Fiktion und Wirklichkeit aus der faszinierenden Biografie Albrecht Dürers (Wanja Mues) erzählt. Das Dokudrama ist voll von großen und kleinen Geschichten; von den Lehr- und Meisterjahren über den einsetzenden Ruhm an der Seite seiner Frau Agnes (Hannah Herzsprung) und weit über seinen Tod hinaus – bis heute. Sein Leben ist ein Faszinosum, das sich im Lichte aktueller Forschungen immer klarer rekonstruieren lässt: Wie lebte ein Getriebener wie er in einer düsteren Zeit voller sozialer, politischer und technischer Umbrüche?

Samstag, 04.12. / 21:45 Uhr / Da Vinci, or not da Vinci? ~ Das Rätsel um die Madonna
Dokumentarfilm, Frankreich, 2018, ARTE F 91 Min.
Regie: Frédéric Wilner
Online verfügbar von 27/11 bis 02/02

Das Gemälde „Madonna mit der Spindel“ entstand Anfang des 16. Jahrhunderts, war bis 1809 verschollen und tauchte bei einer Auktion in Paris wieder auf, wo es der britische Aristokrat Marquess of Lansdowne ersteigerte. Das Bild galt unter Experten lange Zeit als hervorragende Kopie aus der Werkstatt Leonardo da Vincis, bis zu dem Tag, an dem der aktuelle Besitzer das Gemälde einer der weltweit besten Restauratorinnen, Cinzia Pasquali, anvertraute. Drei Jahre lang wurde das Bild unter Aufsicht zweier Experten des Opificio delle Pietre Dure in Florenz sorgsam gereinigt. Parallel wurde es von Vincent Delieuvin unter die Lupe genommen, der im Pariser Louvre für Leonardos Werke verantwortlich ist. Er untersuchte Komposition, Maltechnik, Pigmentstruktur sowie Vorzeichnung und stellte Vergleiche mit der „Mona Lisa“ sowie „Anna selbdritt“ an – zwei von Leonardos Meisterwerken, die im Louvre hängen und zur selben Zeit entstanden wie die „Madonna mit der Spindel“. Ferner machten sich Cinzia Pasquali, Vincent Delieuvin und die italienischen Experten des Opificio delle Pietre Dure auf Spurensuche in ganz Europa, um die Entstehungsgeschichte der „Madonna“ zu erforschen. Leonardo war zu jener Zeit bereits berühmt und bekam Aufträge von höchster Stelle. Zahlreiche Indizien wie offizielle Briefwechsel und persönliche Notizen des Künstlers führten zu einer erstaunlichen Hypothese: Das Gemälde wäre demnach keine Kopie, sondern ein Original aus der Hand des italienischen Meisters. Doch was ist mit der anderen Fassung der „Madonna mit der Spindel“, die sich derzeit in Schottland befindet und von zahlreichen Sachverständigen als ein Werk eingestuft wird, das zumindest teilweise von Leonardo gemalt wurde? Stammen womöglich beide Gemälde aus seiner Hand?

Samstag, 04.12. / 01:10 Uhr / Square für Künstler: Alexandre Jardin
Frankreich, 2021, ARTE 26 Min.
Erstausstrahlung

Sonntag, 05.12. (2. Advent) / 11:10 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse: Die Gaukler, Domenico Tiepolo, 1797
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Jivko Darakchiev
Online verfügbar von 28/11 bis 20/07

Kunstwerke sind wichtige historische Zeugnisse ihrer Zeit. Die Dokumentationsreihe „Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse“ stellt herausragende Werke der Kunstgeschichte auf eine ganz andere Art vor und versucht damit eine technisch hochmoderne Version des großen Klassikers „Hundert Meisterwerke“. Die genauen, bis ins kleinste Detail gehenden Bildanalysen führen dabei die großen zeitgeschichtlichen Zusammenhänge vor Augen. Zudem werden die Gemälde dreidimensional animiert und hauchen so dem jeweiligen Zeitalter neues Leben ein. Die Reihe vermittelt einen umfassenden Eindruck von der Stellung des jeweiligen Künstlers in der Gesellschaft seiner Epoche. „Die Gaukler“ (1793) gehört zu den letzten Fresken, die Domenico Tiepolo in seiner Familienvilla bei Venedig fertigstellte. Das Bild wirkt wie eine lebendige Metapher für das Schicksal, das die freie Republik mit dem Einmarsch von Napoleon Bonaparte ereilen sollte.

Rund 40 Jahre lang malte Giovanni Domenico Tiepolo in seiner Familienvilla in Zianigo bei Venedig in völliger Freiheit an einer erstaunlichen Freskenserie. Seine letzten Bilder aus der Zeit kurz vor der Ankunft Napoleons zeigen Pulcinella, die berühmte Figur des süditalienischen Volkstheaters und der Commedia dell’Arte. Venedig galt damals als Stadt der Sünde; Besucher strömten aus dem ganzen Land herbei, um die köstlich freie Atmosphäre zu genießen und sich fleischlichen Gelüsten hinzugeben. Der Karneval gab Gelegenheit zu Maskenspielen, bei denen jeder inkognito blieb.
Für die Venezianer war das auch eine Art und Weise, die langen Kriegsjahre zu vergessen und sich darüber hinwegzutäuschen, dass Venedig längst keine florierende Handelsmacht mehr war. Statt fremde Häfen zu erobern, schmiegte sich die Republik nun in die vermeintliche Sicherheit ihrer Lagune, in der Tausende Pfahlbauten sie vor der Invasion der Barbaren schützen sollte. Während Spanier und Portugiesen zur Neuen Welt aufbrachen, betrieb Venedig konzentriert Nabelschau und verschloss sich gegen Fortschritt und Modernität. Man vergaß den Kommerz und frönte der Kunst; die ganze Stadt schwelgte in Musik und Tanz, drehte sich zu den Gesängen der Gondoliere und der göttlichen Geige des Antonio Vivaldi. Dann holte Napoleon Bonaparte die Republik abrupt in die Realität zurück. In seinem Binnenexil porträtierte Giovanni Domenico Tiepolo das tägliche Leben mit Zärtlichkeit und Ironie. Wie Pulcinella tröstete er sich durchs Schwelgen in Sorglosigkeit und vergangenem Glück über die allgegenwärtige Existenzangst hinweg. Seine Akrobaten halten, wie Venedig, die Balance zwischen dem alten Europa und der noch unbekannten Moderne. Ein kurzer Moment der Schwerelosigkeit …

Sonntag, 05.12. (2. Advent) / 11:40 Uhr / Die großen Mythen – Die Ilias: Die Rache des Achilles
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Sébastien Rancourt
Online verfügbar von 23/10 bis 03/02
Wiederholung vom 13.11.

Sonntag, 05.12. (2. Advent) / 12:05 Uhr / Die großen Mythen – Die Illias: Sieg oder Tod
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Nathalie Ansellem
Online verfügbar von 23/10 bis 03/02
Wiederholung vom 13.11.

Sonntag, 05.12. (2. Advent) / 16:15 Uhr / Giganten der Kunst (1/3): Rembrandt
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2021, ZDF 52 Min.
Regie: Christian Stiefenhofer
Online verfügbar von 04/12 bis 04/01
Erstausstrahlung

Er führte lange ein Leben im Licht, bevor die Schatten ihn in die Tiefe rissen: Rembrandt. Mit seinen Porträts scheint er direkt die Seele der Menschen zu erfassen. Aber wie wurde aus dem Sohn eines Müllers das barocke Malergenie, das die Welt der Kunst für immer verändert hat? Die Dokumentation beleuchtet Leben und Werk des Meisters mit packenden Spielfilmszenen und modernster Animationstechnik.

Mit seinen Porträts scheint der holländische Künstler direkt die Seele der Menschen zu erfassen. Rembrandt van Rijn, 1606 als Sohn eines Müllers geboren, hat das Malen verändert wie kaum ein Zweiter. Aber wer war dieses barocke Genie, das die Menschen durch die Jahrhunderte verzaubert?

Der Meister führt lange ein Leben im Licht, bevor die Schatten ihn in die Tiefe reißen. Seine Biografie ist durchsetzt von Schicksalsschlägen und familiären Verwirrungen. Seine erste Frau Saskia verliert drei Kinder, erst das vierte, Titus, überlebt. Sie selbst stirbt mit 29 Jahren. Danach hat er ein jahrelanges Verhältnis mit seiner wesentlich jüngeren Haushälterin, die ihn geschickt vor dem kompletten geschäftlichen Ruin bewahrt. Sie stirbt wie sein Sohn Titus an der Pest. Als der Malergigant mit 63 Jahren stirbt, ist er ein Outlaw, vereinsamt, verarmt und unverstanden.

Die Dokumentation spürt seinen Wurzeln in seiner holländischen Heimat nach, reist aber auch zu Forschern nach Dresden und Boston. Er folgt einem Kunsthändler, der schon drei unbekannte echte Rembrandts aufgespürt hat, und zeigt ein gewagtes Experiment, in dem künstliche Intelligenz einen neuen Rembrandt schaffen soll. Ohne einen echten Rembrandt kommt heute keine Kunstsammlung von Rang und Namen aus. Er inspirierte nachfolgende Künstler dazu, sich von Konventionen zu befreien und voll und ganz der Kunst zu widmen. Ein Symbol für diese Freiheit und gleichzeitig Rembrandts Markenzeichen, wurde später weltberühmt: das Barett als Kopfbedeckung der Unangepassten.

Zusatzinfo:
Michelangelo, Rembrandt van Rijn, Vincent van Gogh – die Dokumentationsreihe „Giganten der Kunst“ widmet den drei Künstlern je einen Film. Drei Ausnahmegenies, die ihren eigenen Weg gegangen sind und dabei ikonographische Kunstwerke hinterlassen haben, die bis heute die Kunstwelt inspirieren. Ihre größten Werke werden durch moderne Animationstechnik in nie dagewesener Detailtiefe gezeigt. Renommierte Kunsthistoriker und Wissenschaftler sowie neue technische Analysen vermitteln verblüffende Erkenntnisse. Packende Spielfilmszenen lassen die wichtigsten Etappen ihres Lebens und Schaffens lebendig werden.

Sonntag, 05.12. (2. Advent) / 17:10 Uhr / TWIST
Magazin, Deutschland, 2021, SWR 30 Min.
Regie: Knümann, Verena
Produktion: Swr
Moderation: Bianca Hauda, Romy Straßenburg
Online verfügbar von 03/12 bis 05/03
Erstausstrahlung

Sonntag, 05.12. (2. Advent) / 17:40 Uhr / Concerto per Milano
Musik, Italien, 2021, SWR 43 Min.
Regie: Stefania Grimaldi
Komponist: Sergej Prokofjew, Pjotr Iljitsch Tschaikowsky
Dirigent: Riccardo Chailly
Orchester: Filarmonica della Scala di Milano
Online verfügbar von 05/12 bis 04/01
Erstausstrahlung

Das „Concerto per Milano“ ist eine Institution der lombardischen Hauptstadt. Es wird jedes Jahr im Sommer auf dem Platz vor dem Mailänder Dom aufgeführt. Der Eintritt ist frei, sodass mehrere tausend Menschen die Möglichkeit haben, das Konzert zu genießen.

Es spielt das Orchester der Mailänder Scala unter Riccardo Chailly. Maestro Chailly dirigiert neben Peter Tschaikowskys „Capriccio italien“ op. 45 die erste Suite „Romeo und Julia“ von Sergej Prokofjew. Ein durch und durch italienisch geprägtes Programm – wenngleich aus russischer Perspektive.

Das Teatro alla Scala, das Mailänder Theater, wurde unter Kaiserin Maria Theresia erbaut und im Jahr 1778 eröffnet. Es ist eines der traditionsreichsten und geschichtsträchtigsten Opernhäuser der Welt. Viele der großen italienischen Opern wurden hier uraufgeführt – darunter „Nabucco“, „Otello“ und „Falstaff“ von Giuseppe Verdi, „Madama Butterfly“ und „Turandot“ von Giacomo Puccini sowie Vincenzo Bellinis „Norma“ mit Giuditta Pasta in der Titelrolle.

Der Dom liegt nur einen Steinwurf von der Mailänder Scala entfernt. Um auf den Domplatz zu gelangen, durchqueren die Musiker eine der schönsten Einkaufspassagen Italiens: die klassizistische Galleria Vittorio Emanuele II aus dem Jahr 1867.

Die Fassade des Doms ist ganz aus weißem Marmor im gotischen und neugotischen Stil erbaut und stellt so eine imposante Erscheinung dar. Er bietet eine prächtige Kulisse, die ideal für ein Sommernachtskonzert ist. Mi dem Bau wurde bereits im Jahr 1386 begonnen, jedoch wurde der Dom erste im 19. Jahrhundert unter Napoleon fertiggestellt. Er ist neben dem Petersdom in Rom eine der größten Kathedralen Italiens.

Sonntag, 05.12. (2. Advent) / 22:10 Uhr / John Huston – Filmkünstler und Freigeist
Filmreihe: John Huston
Dokumentation, Frankreich, 2021, ARTE F 52 Min.
Regie: Marie Brunet-Debaines
Online verfügbar von 28/11 bis 04/05
Erstausstrahlung

John Huston (1906-1987) gehört als Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur zu den ganz Großen des amerikanischen Kinos. In erster Linie war er jedoch ein geborener Abenteurer, ein Mensch, der die Freiheit brauchte. In jungen Jahren versuchte er sich als Reporter und war Offizier der mexikanischen Kavallerie, später lebte er seine Liebe zur Natur als Hobbyfarmer in Irland aus. Hinter der Kamera erlangte er mit Filmen wie „Die Ehre der Prizzis“ (1985), „Moby Dick“ (1956) oder „Der Malteser Falke“ (1941) Weltruhm. Und auch als Regisseur war seine Triebfeder sein unbedingter Freiheitswille. In der Dokumentation „John Huston – Filmkünstler und Freigeist“ wird veranschaulicht, wie sich Hustons persönliche Lebensentscheidungen in seinen großen Filmklassikern widerspiegeln. Sie führt in die USA, nach Irland und Mexiko.

John Huston war ein Abenteurer und ein Außenseiter im risikoscheuen Hollywood. Ein geborener Spieler, stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Er war in jungen Jahren Reporter und Offizier der mexikanischen Kavallerie, dann Schauspieler; Regisseur und Hobbyfarmer. Die Dokumentation zeigt ihn in all den verschiedenen Rollen seines Lebens: als Star der amerikanischen Filmwelt, kultivierten Sammler, Literaturliebhaber, Pferdenarr und Naturfreund.

Sein unbändiger Freiheitswille wurde zum Bestandteil seiner Legende. Huston gehörte als Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur zu den Lieblingen der großen amerikanischen Studios. Allerdings entschied er sich schon früh dazu, fernab von Hollywood zu leben und zu arbeiten. Was für viele eine Traumfabrik zu sein scheint, war für Huston eher abschreckender Ort, der ihn vom Träumen abhielt. Als Mensch und Filmemacher fühlte er sich zu anderen, grenzenlosen, von der Natur beherrschten Welten hingezogen. Den überwiegenden Teil seines Lebens verbrachte er in Irland und Mexiko, wo seine persönlichsten Werke zustande kamen.

Gleich zu Beginn seiner Karriere, Ende der 1940er Jahre, forderte Huston die Hollywood-Tradition heraus, indem er natürliche Schauplätze als Drehorte wählte. Nicht selten nahm er berühmte Filmstars mit in die Wildnis, darunter Marilyn Monroe, Ava Gardner, Katherine Hepburn, Humphrey Bogart, Gregory Peck und Richard Burton. Sie alle erlebten mit Huston herausfordernde Drehs zu Filmen wie „Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“, „The African Queen“, „Moby Dick“ oder „Die Nacht des Leguan“. Die Dokumentation zeigt, wie John Huston als feinsinniger Künstler und Regisseur die Filmgeschichte prägte.

Sonntag, 05.12. (2. Advent) / ab 23:05 Uhr: Schwerpunkt ~ 100. Todestag Camille Saint-Saëns
Schwerpunkt, ARTE53 Min.

Über 600 Werke umfasst sein Oeuvre und zu seinen Lebzeiten war er ein Promi: Camille Saint-Saëns war so bekannt, dass er es vorzog unter falschem Namen zu reisen. 1890 verschwand er ohne eine Spur zu hinterlassen, und ganz Paris rätselte, was aus ihm geworden sein könnte. Zum 100. Todestag des Komponisten bringt ARTE zwei Dokumentationen über sein bekanntestes Werk, den „Karneval der Tiere“ und ein Porträt – „Saint-Saëns, der Unergründliche“ – , das die widersprüchlichen Facetten des Enfant terrible der französischen romantischen Musik beleuchtet. Ebenfalls im Programm: das Requiem in der Aufführung von 2018 in der Kathedrale von Verdun und noch viele andere Sendungen mehr in der Mediathek auf ARTE Concert.

Praktisch sein ganzes Leben war Camille Saint-Saëns auf Reisen und auf der Flucht vor Autogrammjägern und Bittstellern. Unter einem Pseudonym, er nannte sich Charles Sanois, war er unterwegs und wurde doch immer wieder von den Mitreisenden erkannt und angesprochen. Bis nach Nordafrika, ja bis nach Ägypten reichte sein Ruhm. 1890 verschwand er mehrere Monate, ohne eine Spur zu hinterlassen, und ganz Paris rätselte, was aus ihm denn geworden sein könnte. Zu der Zeit sollten seine Opern, „Samson und Dalilah“ in Rouen und „Ascanio“ in Paris zur Uraufführung kommen. Er wurde gebraucht, für die Vorbereitung, für die Proben und vor allem für die Aufführung. Eine Opern-Uraufführung war damals ein wichtiges politisches Ereignis und die Abwesenheit des Komponisten ein handfester Skandal. So gut sich Saint-Saëns auch versteckt hatte, er wurde aufgespürt von einem Journalisten auf den Kanarischen Inseln.

Saint-Saëns brachte viele Eindrücke und Themen von seinen Reisen mit und ließ sie in seine Musik einfließen. Und er war auch der allererste Komponist, der speziell Filmmusik geschrieben hat, 1908 zur „Ermordung des Herzogs von Guise“.

Nach seinem Tod geriet sein Werk zu einem großen Teil in Vergessenheit. Das Werk, das er am wenigsten mochte und lieber verschwiegen hätte, blieb jedoch ein Hit: „Der Karneval der Tiere“. Zwei Programme liefern die Entstehungsgeschichte und eine Werkanalyse dieser „zoologischen Fantasie“. Antonio Pappano erkärt sie am Klavier, an der Seite von Martha Argerich, Holger Preuße und Philipp Quiring lassen dann das ungeliebte Kind des Komponisten selbst zu Wort kommen in „Ein Musikstück erzählt“.

Erst ein halbes Jahrhundert nach Camille Saint-Saëns Tod kamen nach und nach wieder Teile seines Oeuvre zur Aufführung: „Samson und Dalilah“, seine bekannteste Oper, die Symphonien, insbesonders die Dritte, die Orgelsymphonie, das Requiem … ARTE zeigt dessen Aufführung von 2018 in der Kathedrale von Verdun zum 100. Jahrestag des Ende des Ersten Weltkriegs.

Sonntag, 05.12. (2. Advent) / 23:05 Uhr / Der Karneval der Tiere ~ Ein Musikstück erzählt
Schwerpunkt: 100. Todestag Camille Saint-Saëns
Dokumentation, Deutschland, 2020, WDR 53 Min.
Regie: Holger Preusse, Philipp Quiring
Online verfügbar von 28/11 bis 05/03
Erstausstrahlung

Der „Karneval der Tiere“ – auf Französisch „Le Carnaval des animaux“ – ist das bekanntestes Stück von Camille Saint-Saëns. Dabei wollte er es zu Lebzeiten nie veröffentlichen. Zum 100. Todestag des Komponisten im Dezember 2021 erzählt uns das Musikstück selbst, wie es zu dem geschwinden Geburtsakt der „Großen zoologischen Fantasie“ im Kopf des Komponisten kam.

Camille Saint-Saëns‘ „Karneval der Tiere“ sollte nach dem Willen seines Schöpfers nur einmal erklingen, nämlich im März 1886, am Faschingsdienstag in einem Pariser Salon. Heute sind „Der Schwan“, „Das Aquarium“, die „Schildkröten“ und „Fossilien“ Evergreens. Regisseure haben die Musik nach Hollywood geholt, bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes ist „Das Aquarium“ die Erkennungsmelodie. Namhafte Autoren wie Peter Ustinov, Loriot und Roger Willemsen haben zum „Karneval“ Geschichten geschrieben – nicht immer zum Vorteil der Musik.

Die Dokumentation zeigt, dass der „Karneval“ mehr ist als die musikalische Charakterisierung und Überzeichnung verschiedener Tierarten. Im „Karneval“ finden sich zahlreiche zeitgeschichtliche und biografische Bezüge, die die venezolanische Pianistin Gabriela Montero, die französisch-belgische Cellistin Camille Thomas und der US-amerikanische Organist und Komponist Cameron Carpenter aufzeigen.

Sonntag, 05.12. (2. Advent) / 00:00 Uhr / Alles Liebe! Diana Damrau singt Liebeslieder von Richard Strauss
Musikfest Bremen 2021
Musik, Deutschland, 2021, RB 52 Min.
Regie: Marc Schütrumpf
Komponist: Richard Strauss
Dirigent: Jérémie Rhorer
Orchester: Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Mit: Diana Damrau
Online verfügbar von 05/12 bis 04/01
Erstausstrahlung

Diana Damrau und Richard Strauss – das ist ein magisches Zusammenspiel von Musik, Gesang und Sprache. Unter dem Dirigat von Jérémie Rhorer präsentierte die Starsopranistin am 04. September 2021 gemeinsam mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen die von üppiger Romantik und berührender Innigkeit geprägten Lieder von Richard Strauss, gefolgt von den „Metamorphosen“ in „Der Glocke“ Bremen.

Diana Damrau und Richard Strauss – die Liebe der gefeierten Sopranistin zu dem Komponisten begann schon während ihres Studiums und begleitet sie seit Jahren durch ihre internationale Karriere. Die bei Strauss geradezu magische Verbindung zwischen Musik, Gesang und Sprache ist für die Sängerin immer wieder eine besondere Erfahrung. An der konnten Musikfest-Besucherinnen und -besucher bereits 2019 teilhaben, als Diana Damrau nach einem Liederabend mit dem Harfenisten Xavier de Maistre zwei Strauss-Lieder als umjubelte Zugaben gab. Nun kommt die sympathische Künstlerin zurück in „Die Glocke“, um eine Auswahl von Strauss-Orchesterliedern zu präsentieren. Begleitet wird sie von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Jérémie Rhorer, die im Anschluss Tschaikowskis Symphonie Nr. 3 D-Dur spielt.

Die Verbindung von Diana Damrau zu Jérémie Rhorer, dem Musikfest-Preisträger von 2017, ist ebenfalls eine langjährige. Für ihr Debüt-Album „Arie di Bravura“ fiel die Wahl für das begleitende Orchester im Jahr 2007 auf die erst kurz zuvor erfolgte Neugründung Le Cercle de l’Harmonie des französischen Dirigenten. Da die Zusammenarbeit höchst erfolgreich war, wurde sie ein Jahr später für das zweite Album „Mozart Donna“ fortgesetzt. Das Publikum darf gespannt sein, wie die beiden mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen die von üppiger Romantik und gleichzeitig berührender Innigkeit geprägten Lieder von Strauss wie „Das Rosenband“, „Ständchen“ oder „Wiegenlied“ zum Aufblühen bringen werden.

Sonntag, 05.12. (2. Advent) / 03:40 Uhr / Bilder allein zuhaus: Narziss, Caravaggio (3/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 09/12 bis 09/10

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Narziss‘ Spiegelbild ist ratlos: Warum starrt Narziss seit 1598 auf seine Spiegelung in einer Wasserpfütze? Daraufhin erzählt ihm der eitle Narziss seine tragische Geschichte …

Montag, 06.12. / 04:32 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die Lesung, Auguste Renoir (3/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 09/12 bis 10/10

Die beiden Grazien in Auguste Renoirs „Die Lesung“ (1890) wollen ein Makeover – schließlich sind kitschige Haarschleifen und ein blasser Teint heutzutage alles andere angesagt. Kurzerhand schreiben sie eine E-Mail an Renoir – aber hat der überhaupt eine Emailadresse?

Dienstag, 07.12. / 20:15 Uhr / Giuseppe Verdi: Macbeth ~ Saisoneröffnung der Mailänder Scala
Oper, Frankreich, Italien, 2021, ARTE F 170 Min.
Regie: Arnalda Canali
Komponist: Giuseppe Verdi
Inszenierung: Davide Livermore
Dirigent: Riccardo Chailly
Orchester: Orchestra del Teator alla Scala
Chor: Coro del Teator alla Scala
Libretto: Francesco Maria Piave
Kostüme: Gianluca Falaschi
Licht: Antonio Castro
Video: D-Wok

Mit: Anna Netrebko (Lady Macbeth), Luca Salsi (Feldherr Macbeth), Ildar Abdrazakov (Banco), Francesco Meli (Macduff), Andrea Pellegrini (Doktor), Chiara Isotton (Zofe), Iván Ayón Rivas (Malcom)

Erstausstrahlung

Traditionsgemäß wird die Spielzeit 2021/22 an der Mailänder Scala am 7. Dezember eröffnet, dieses Jahr mit einer Neuinszenierung von Verdis „Macbeth“ unter der Regie von Davide Livermore und mit Riccardo Chailly am Dirigentenpult. Giuseppe Verdis Shakespeare-Drama wartet mit absoluter Starbesetzung auf: Anna Netrebko und Luca Salsi verkörpern den düsteren Königsmörder Macbeth und seine Lady.

Nach gewonnener Schlacht wird dem königlichen Heerführer Macbeth von drei Hexen prophezeit, dass er selbst einmal König von Schottland sein werde. Von den Überredungskünsten seiner Frau verleitet, geht er buchstäblich über Leichen, um an sein Ziel zu gelangen. Doch von Schuldgefühlen gepeinigt, verfallen die Macbeths bald in Wahnvorstellungen und werden zu Opfern der eigenen Herrschsucht. In seinem berühmten Drama hat Shakespeare geschichtliche Fakten mit Zauber- und Hexengeschichten vermengt. Der Schottenkönig Macbeth – Mac Bethad mac Findlàich – ist historisch belegt, er lebte von 1005 bis 1057, 1040 wurde er zum König gekrönt. Auch sein Tod durch die Hand von Malcolm wird in den Chroniken erwähnt.

In Verdis Fassung, die 1847 in Florenz uraufgeführt wurde, ist die Regierungszeit Macbeths auf wenige Monate reduziert. „Macbeth“ ist Verdis zehnte Oper und eine von dreien, denen ein Drama von Shakespeare zugrunde liegt. Der Komponist dirigierte selbst die Uraufführung und wurde vom Publikum enthusiastisch gefeiert.

Anna Netrebko, Stammgast auch an der Mailänder Scala, übernimmt in dieser Produktion Rolle der skrupellosen Lady Macbeth, die ihren Gatten zum Königsmörder macht. Netrebko ist eine der gefragtesten Opernsängerinnen unserer Zeit und wird weltweit für ihre bravouröse Interpretation der schwierigsten Rollen geschätzt. 2019 interpretierte sie sie zur Mailänder Saisoneröffnung die Titelrolle in Puccinis „Tosca“, 2015 in Verdis „Giovanna d’Arco“ und 2011 die Donna Anna in Mozarts „Le Nozze di Figaro“.

An der Seite der aus Russland stammenden Sopranistin brilliert der italienische Bariton Luca Salsi in der Titelrolle des Feldherrn Macbeth. Er singt unter der Leitung so bedeutender Dirigenten wie James Conlon, Daniele Gatti, Plácido Domingo, Gustavo Dudamel und Riccardo Muti, unter dem er diese große Verdi-Rolle übrigens schon einmal interpretierte. Vervollständigt wird diese erstklassige Besetzung durch den hervorragenden russischen Bassisten Ildar Abdrazakov, den ARTE-Zuschauer in Mailand bereits als Attila in der gleichnamigen Oper ebenfalls von Verdi erlebt haben, und den italienischen Tenor Francesco Meli, einen bekannten Belcanto- und Verdi-Interpreten.

Verdi war zeitlebens bestrebt, aus seinen Figuren auch wirkliche Charaktere zu machen und seelische Abgründe klanglich zu durchleuchten. In „Macbeth“ gelang ihm dies zum ersten Mal psychologisch überzeugend. So stellt etwa beispielsweise die Szene, in der Lady Macbeth alle verübten Mordtaten schlafwandlerisch-verwirrt durchlebt, die Sängerin vor große Herausforderungen, da die Vokalkomposition verschiedenste Ausdrucksnuancen vereint und ein sehr breites Stimmregister verlangt. Seinen Darstellern verlangte Verdi somit nie Dagewesenes ab: ein klarer Schritt weg vom klassischen Belcanto-Ideal und hin zu unverwechselbarer musikdramatischer Wahrhaftigkeit.

Dienstag, 07.12. / 01:50 Uhr / West Side Story ~ Bernsteins Broadway-Hit
Dokumentation, Deutschland, 2018, NDR 52 Min.
Regie: Axel Fuhrmann
Online verfügbar von 07/12 bis 15/02

In New York hat 1957 ein Musical Premiere, das zu einem Welthit wird. Mit einer völlig neuen Mischung aus Jazz und lateinamerikanischer Musik schreibt Leonard Bernstein Musicalgeschichte. „West Side Story“ bricht mit allen Konventionen. Sie ist Bernsteins größter Triumph als Komponist und das meistgespielte Musical überhaupt. Doch wie ein Fluch liegt sie auf seinem übrigen Schaffen.

In New York hat 1957 ein Musical Premiere, das zu einem Welthit wird. Mit einer völlig neuen Mischung aus Jazz und lateinamerikanischer Musik schreibt Leonard Bernstein Musicalgeschichte. Jerome Robbins, Arthur Laurents, Stephen Sondheim und Leonard Bernstein gehen ein hohes Risiko ein. Rivalisierende Jugendgangs, eine verbotene Liebe, drei Tote und kein Happy End. Das hat es am Broadway bis dahin nicht gegeben. Die „West Side Story“ bricht mit allen Konventionen. Sie ist Bernsteins größter Triumph als Komponist und das meistgespielte Musical überhaupt. Doch wie ein Fluch liegt sie auf seinem übrigen Schaffen. Der enorme Popularitätserfolg des Musicals übertrifft alles, was er später schreibt. Erst wenige Jahre vor seinem Tod spielt Bernstein sein Erfolgsmusical auf Schallplatte ein, obwohl ihm seine symphonischen Werke längst viel wichtiger sind. Die Dokumentation erzählt die spannende Entstehungsgeschichte der „West Side Story“, was sie Bernstein bedeutete und wie sie zu einem Welthit wurde. Der Film geht in New York, Los Angeles, Washington und Wien auf Spurensuche und zeigt, wie aktuell das Remake des Shakespeare’schen „Romeo und Julia“-Stoffes noch heute ist. Die „West Side Story“ erzählt von einer Gesellschaft im Umbruch, in der Rassenkonflikte tödlich enden und die Liebe der Gewalt unterliegt. Doch sie ist auch ein Meilenstein und ein Wendepunkt in Bernsteins Leben. Mit ihr hat er seine Sehnsucht nach erfüllter Liebe, Frieden und Freiheit zum Ausdruck gebracht und damit Millionen Menschen Hoffnung auf eine bessere Welt gegeben.

Mittwoch, 08.12. / 04:03 Uhr / Bilder allein zuhaus: Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge (3/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 09/12 bis 17/10

Vermeers „Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ wird als Darstellerin für einen Werbespot von einer Firma für Farben und Lacke gecastet. Diese Gelegenheit nutzt sie, um darauf aufmerksam zu machen, dass Frauen aktuell immer noch weniger verdienen als Männer …

Donnerstag, 09.12. / 04:48 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die Stimme seines Herrn, Francis Barraud, „The Artist 2“ (1/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 08/12 bis 12/09

„His Master‘s Voice“ heißt das berühmte Gemälde, auf dem der Maler Francis Barraud 1898 seinen Hund Nipper beim Lauschen eines Edison-Phonographen porträtiert hat. Bei „Bilder allein zuhaus“ bekommt Nipper ein exklusives Angebot: Ein Produzent sucht nach einem Hundedarsteller für die Fortsetzung von „The Artist“ an der Seite von Jean Dujardin …

Freitag, 10.12. / 23:00 Uhr / David Crosby: Remember My Name
Dokumentarfilm, USA, 2018, ZDF 89 Min.
Regie: A.J. Eaton
Online verfügbar von 09/12 bis 09/01

Das intime Porträt entdeckt David Crosby als einen Mann, der immer noch gegen jede Windmühle kämpft und sich alles andere als einen angenehmen Ruhestand gönnt. Die sehr persönliche Dokumentation zeichnet sein bewegtes Leben und eine einzigartige Karriere nach, in der der Singer-Songwriter auf eine musikalische Laufbahn von über fünf Jahrzehnten zurückblickt.

Die sehr persönliche Dokumentation zeigt das bewegte Leben und die einzigartige Karriere der Musikikone David Crosby. Der Singer-Songwriter blickt auf eine musikalische Laufbahn von über fünf Jahrzehnten zurück. Er ist eine anerkannte musikalische Persönlichkeit und sah nach der Auflösung von Crosby, Stills and Nash – dem Höhepunkt seines musikalischen Schaffens – einer ungewissen Zukunft entgegen. Mit gesundheitlichen Problemen und auch persönlichen Hindernissen kämpfend, beschloss Crosby im Alter von 77 Jahren einen neuen Weg zu gehen. Er suchte sich jüngere Musiker und nahm neue Alben auf, die von Kritikern hochgelobt wurden. Crosby macht sich auf den Weg in eine Welt, die sich von der Generation der 60er Jahre, aus der er stammt, deutlich unterscheidet. Mit unerschütterlicher Ehrlichkeit, offener Selbstprüfung, ehrlichem Bedauern, mit Furcht, Überschwang und einem aufrichtigen Glauben an die Familie und die transformative Kraft der Musik steht Crosby seine oft herausfordernde Reise mit Humor und Beharrlichkeit durch. Das sehr intime Porträt entdeckt David Crosby als einen Mann, der immer noch gegen jede Windmühle kämpft und sich alles andere als einen angenehmen Ruhestand gönnt. Eine inspirierende Geschichte voller Musik für treue und für viele neue Fans.

Freitag, 10.12. / 00:35 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2021, ZDF 30 Min.
Online verfügbar von 09/12 bis 10/03
Erstausstrahlung

Diese Woche dreht sich in „Tracks“ alles um sexualisierte Gewalt in der Popkultur. Durch Hashtag-Initiativen wie #metoo, #BalanceTonPorc, #YoTambién oder #deutschrapmetoo findet der Kampf gegen sexualisierte Gewalt seit Jahren weltweit Gehör. Und trotzdem fühlen sich viele Künstlerinnen und Künstler vom Stand der Debatte enttäuscht. Es bleibt viel zu tun.

Diese Woche dreht sich in „Tracks“ alles um sexualisierte Gewalt in der Popkultur. Durch Hashtag-Initiativen wie #metoo, #BalanceTonPorc, #YoTambién oder #deutschrapmetoo findet der Kampf gegen sexualisierte Gewalt seit Jahren weltweit Gehör. Und trotzdem fühlen sich viele Künstlerinnen und Künstler vom Stand der Debatte enttäuscht. Es bleibt viel zu tun.

Öffentliche Reaktionen auf Vorwürfe sexueller Gewalt enden oft in Grundsatzdiskussionen um die sogenannte Cancel Culture und versanden dann. Für Täter ist das vehemente Abstreiten oft noch immer das Mittel der Wahl. „Tracks“ trifft Künstler und Künstlerinnen, die sich vorgenommen haben, das zu ändern. Die Rapperin Chilla, die Chemnitzer Band Blond oder das Projekt Keychange schaffen auf und abseits der Bühne Räume für Diskussion; die Filmemacherin Emerald Fennell bringt neue Narrative auf die Kinoleinwand; Awareness-Teams auf Festivals und in Clubs schaffen sichere Räume im neu aufflammenden Nachtleben.

Freitag, 10.12. / 01:05 Uhr / Ground Control: Magma, London Grammar, Rover, Ballaké Sissoko
Musik, Frankreich, 2021, ARTE F 63 Min.
Regie: Thierry Gautier, Sylvain Leduc
Mit: London Grammar, Magma, Rover, Ballaké Sissoko
Online verfügbar von 03/12 bis 05/12
Erstausstrahlung

„Live-Musik und Gespräche rund um die Musik“, so beschreibt Moderator Tanguy Destable die Sendung „Ground Control“. Neben exklusiven Konzerten kommen hier die Stimmen der eingeladenen Musikerinnen und Musiker auch abseits der Bühne zu Wort – zu Themen, die ihnen am Herzen liegen und die die Welt bewegen.

Diesmal geht „Ground Control“ auf eine musikalische Reise rund um die Welt. Nach einem Zwischenstopp auf dem Planeten Kobaïa mit der französischen Progrock-Kultformation Magma geht es mit dem melancholischen Pop des britischen Trios London Grammar wieder zurück auf die Erde. Anschließend führt die Sendung nach Belgien, wohin sich der französische Musiker Rover für mehrere Monate zurückgezogen hat, um sein neues Album „Eiskeller“ zu komponieren. Mit Kora-Meister Ballaké Sissoko geht es anschließend nach Mali.

Magma hat in mehr als 50 Jahren 14 Alben herausgebracht und rund 1.500 Konzerte auf der ganzen Welt gegeben. Die einzigartige Formation aus Frankreich hat ihren eigenen Musikstil (Zeuhl), ihre eigene Sprache (Kobaïanisch) und ihr eigenes Universum – das des Planeten Kobaïa – erschaffen. Zunächst spricht Schlagzeuger Christian Vander mit Christophe Chassol über John Coltranes Einfluss auf Magma. Dann spielen die beiden Musiker in Begleitung eines Chors und eines Fender-Rhodes-Pianos eine Session.

Im Jahr 2013 wurden London Grammar und ihr eleganter sowie zugleich kraftvoller und fragiler Indie-Pop durch den Song „Wasting My Young Years“ bekannt. Zuerst präsentiert das britische Trio um Sängerin Hannah Reid Songs aus ihrem dritten Album „Californian Soil“, anschließend begleitet sich Reid für einige improvisierte Vokalisen selbst am Theremin.

Rover ist wohl einer der anrührendsten französischen Musiker der letzten zehn Jahre. Der melancholische Rocker entführt sein Publikum in eine Retrowelt, die von den Geistern seiner musikalischen Vorbilder – von den Beatles bis David Bowie – bevölkert ist. Dieses Jahr beglückt er seine Fans mit seinem dritten Album „Eiskeller“, das in einem stillgelegten Kühlhaus in Brüssel aufgenommen wurde.

Zu guter Letzt sorgt Ballaké Sissoko in einer Session mit seiner Kora für sanfte Klänge.

Freitag, 10.12. / 04:19 Uhr / Bilder allein zuhaus: Töchter der Revolution, Grant Wood (3/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 08/12 bis 13/10

Die Dame mit dem weißen Haar, die auf Grant Woods Gemälde „Töchter der Revolution“ zu sehen ist, möchte alles hinter sich lassen und eine Kreuzfahrt mit George Washington machen. Bei dem Gedanken, dass sie im Mittelmeer auf Flüchtlingsboote stoßen könnten, verlässt sie dann doch der Mut …


Regelmäßige Sendungen mit kultureller Themen auf arte sind zudem:
– Stadt, Land, Kunst (Mo. – Fr. 13 Uhr) und
– TWIST (Sonntagnachmittag)

Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind meist nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.