TV-Tipps arte
arte und 3sat übertragen in ihren umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf arte aus dem Kulturbereich.
Programmwoche 33:
Mittwoch, 12.08. / 20:15 Uhr / Melancholia
Spielfilm, Dänemark, Deutschland, Frankreich, 2010, ZDF 127 Min.
Regie: Lars von Trier
Produktion: Zentropa Entertainments 27, Memfis Film International, Zentropa International Sweden, Slot Machine, Liberator Productions, Zentropa International Köln, Film i Väst, DR, ARTE France Cinéma
Produzent: Meta Louise Foldager, Louise Vesth
Kamera: Manuel Alberto Claro
Schnitt: Molly M. Stensgaard
Musik: Kristian Eidnes Andersen
Mit: Kirsten Dunst (Justine), Charlotte Gainsbourg (Claire), Kiefer Sutherland (John), Charlotte Rampling (Gaby), Alexander Skarsgård (Michael), Stellan Skarsgård (Jack)
Online verfügbar von 12/08/2026 bis 11/09/2026
Justine und Michael feiern ihre Hochzeit auf dem Landsitz von Schwester und Schwager der Braut. Doch Justine scheint den Abend nicht zu genießen. Als sie nach der Hochzeit in eine Depression abrutscht, nimmt ihre Schwester Claire sie zu sich. Doch Claire gerät in Panik, als der Planet Melancholia sich der Erde nähert … – Ein Drama über das Ende der Welt von Lars von Trier.
Eigentlich könnte der Tag für Justine der glücklichste ihres Lebens sein: Ihr Ehemann trägt sie auf Händen, in ihrem eleganten Brautkleid sieht sie bezaubernd aus und Dutzende Gäste sind zum Landsitz ihrer Schwester Claire und ihres reichen Schwagers John gekommen. Wie zur Feier des Tages ist auch noch der Rote Riesenstern Antares am Himmel zu sehen. Doch je weiter der Abend voranschreitet, desto schwieriger fällt es Justine, die heitere Fassade aufrechtzuerhalten. Als der Sonnenaufgang näher rückt und der rot leuchtende Stern am Firmament irgendwann verschwunden scheint, muss Michael erkennen: Justine hat mit dieser Hochzeit nicht nur ihm und allen anderen, sondern auch sich selbst etwas vorgemacht.
Einige Zeit später ist sie so sehr in eine Depression abgerutscht, dass Claire beschließt, sie zu sich nach Hause zu holen. Aber auch die ältere Schwester quält sich zusehends mit Ängsten. Denn inzwischen ist allgemein bekannt, dass sich der Planet Melancholia, der zehnmal größer ist als die Erde, mit beachtlichem Tempo auf eben diese zubewegt. Während Justine angesichts des nahenden Weltuntergangs immer mehr zu innerer Ruhe findet, kann Claire ihre Panik kaum unterdrücken.
„Justine basiert zu weiten Teilen auf meiner Person und meinen eigenen Erfahrungen mit Prophezeiungen vom Jüngsten Tag und Depression. Claire dagegen sehe ich eher als … ganz normalen Menschen“, sagt Regisseur Lars von Trier, Enfant terrible des europäischen Kinos.
Zusatzinfo:
Das bildgewaltige und emotional schonungslose Drama „Melancholia“ von Regisseur Lars von Trier feierte 2011 seine Weltpremiere in Cannes. Von Trier blickt tief in die Abgründe und Ängste seiner ungleichen Protagonistinnen – dargestellt von Charlotte Gainsbourg und Kirsten Dunst, die für ihre Leistung in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde.
Mittwoch, 12.08. / 03:05 Uhr / Stevie Wonder
Schwerpunkt: Summer of Disco
Musikladen-Session, 1974
Musik, Deutschland, 2026, RB 32 Min.
Regie: Mike Leckebusch
Online verfügbar von 05/08/2026 bis 02/09/2026
1974 war Stevie Wonder zu Gast in Bremen. Im Rahmen der Sendung „Musikladen“ von Radio Bremen wurde am 23. Januar 1974 ein einzigartiges Konzert mit ihm und seiner Band aufgezeichnet, das ARTE nun im Rahmen des „Summer Of Disco“ noch einmal sendet. Mit dabei sind unter anderem Live-Versionen seiner Songs „Living For The City“, „Don’t You Worry ‚Bout A Thing“ und „Superstition“.
Im Jahr 1974 war Stevie Wonder zu Gast in Bremen. Im Anschluss an die legendäre Sendung „Musikladen“, mit der Radio Bremen in den 1970er und 1980er Jahren Musikgeschichte schrieb, wurde am 23. Januar 1974 nach der zehnten Folge ein einzigartiges Konzert mit dem amerikanischen Musiker und seiner Band aufgezeichnet: „Beat-Workshop Stevie Wonder“.
ARTE wiederholt diese einmalige Session nun im Rahmen von „Summer Of Disco“.
Außerdem sind Live-Versionen seiner Hits „I’m So Glad To Be Alive“, „Higher Ground“, „Don’t You Worry ‚Bout A Thing“, „Living For the City“, „I Can See the Sun in Late December“, „He’s Misstra Know-It-All“ und „Superstition“ zu hören. Stevie Wonder und seine Band spielen ein Konzert, in dem die Songs nahtlos ineinander übergehen und das die Zuhörer und Zuhörerinnen in eine einmalige Jamsession eintauchen lässt.
Stevie Wonder gehört seit den 1970er Jahren zu den einflussreichsten Musikern und hat die Genres Soul, Pop und Rhythm ’n‘ Blues maßgeblich beeinflusst und geprägt. Mit seiner unverwechselbaren Stimme und seinem außergewöhnlichen Talent an den Tasteninstrumenten schuf er einen ganz eigenen Sound, der Generationen von Künstlern inspiriert hat. Mit seinen zeitlosen Klassikern begeistert er bis heute seine Fans.
Regie bei der Aufzeichnung 1974 führte Mike Leckebusch, der schon in den Vorjahren durch den „Beat-Club“ von Radio Bremen große Bekanntheit erlangte. Er war Vorreiter in der Umsetzung von Musikformaten im deutschen Fernsehen. Mike Leckebusch prägte mit dem „Beat-Club“ und dem „Musikladen“ die Jugend- und Musikkultur einer ganzen Generation.
Freitag, 14.08. / 23:15 Uhr / Christoph Waltz ~ Der Charme des Bösen
Dokumentation, Österreich, 2020, ARTEORF 51 Min.
Regie: Kurt Mayer
Online verfügbar von 13/08/2026 bis 23/08/2026
Christoph Waltz, der Bösewicht mit dem freundlichen Gesicht, ist aus der internationalen Kinolandschaft nicht mehr wegzudenken. Der Durchbruch gelang ihm mit Darstellungen als SS-Standartenführer und Kopfgeldjäger in Filmen von Quentin Tarantino. Seine charmante Darstellung des Bösen bricht mit allen Klischees und verschafft ihm zweimal den Oscar.
Gemeinsam mit der Filmexpertin Gabi Flossmann geht der Regisseur und Produzent Kurt Mayer der schauspielerischen Entwicklung des Ausnahmetalents nach. Außerdem beleuchten sie sein bisher unter Verschluss gehaltenes Privatleben – in diesem ersten umfassenden Fernsehporträt über den Ausnahmeschauspieler.
Es gab eine Zeit, da kannte man sein markantes Gesicht vorwiegend aus Fernsehfilmen. Dann entdeckte ihn Quentin Tarantino für Hollywood. Ab dann ist Christoph Waltz weltberühmt, ein Star. Nur allzu gern wird er allerdings auf Malefiz-Figuren aller garstigen Schattierungen reduziert.
In diesem ersten umfassenden Fernsehporträt von Christoph Waltz gehen der Regisseur und Produzent Kurt Mayer und die langjährige Hollywood-Korrespondentin Gabriele Flossmann der schauspielerischen Entwicklung, aber auch den persönlichen Seiten des Ausnahmetalents nach. So weiß etwa kaum jemand, dass Waltz und Michael Haneke denselben – nicht unbekannten – Stiefvater haben und daher sozusagen Halbbrüder sind.
Bedeutende berufliche Wegbegleiter orchestrieren Waltz‘ Werdegang. Eingebettet in zahlreiche Filmausschnitte stellt sich heraus, dass Waltz nicht nur im Bühnenfach des Bösewichtes brilliert. Präzision und Handwerkskunst, trockener Humor und Sprachtalent sind es, die ihn schließlich vom Wiener Reinhardt-Seminar nach Hollywood bringen, in einem „overnight success after thirty years“. Seine gegen alle Klischees gebürstete Darstellung verleiht den Figuren besonders Tiefe. Ihnen zu folgen bereitet diabolisches Vergnügen.
Der Mensch hinter den ikonischen Figuren seines Schaffens hält sich bedeckt. Seine öffentlichen Auftritte sind rar. Ausschnitte aus seinen ersten Filmauftritten sowie aus dem noch unveröffentlichten neuen James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ veranschaulichen das breite Spektrum des zweifachen Oscargewinners. Doch ganz so einfach ist Christoph Waltz nicht zu fassen …
Programmwoche 34:
Samstag, 15.08. / 07:30 Uhr / GEO Reportage ~ Australien: Wenn Kunst auf Silos trifft
Reportage, Deutschland, 2020, ARTE 52 Min.
Regie: Lou Petho
Online verfügbar von 08/08/2026 bis 14/09/2026
Ein Projekt der Superlative: In Australien verwandeln Künstlerinnen und Künstler riesige Weizensilos in gigantische Leinwände. Auch die Silos in der Stadt Goroke sollen nun einen Neuanstrich bekommen. Eine Herausforderung für Geoffrey Carran – denn auch für ihn, der sonst nur im Atelier malt, ist dieses Werk eine ganz besondere Premiere.
Als die kleine australische Stadt Northam vor ein paar Jahren beschloss, ihre großen, leerstehenden Weizensilos von einem lokalen Künstler bemalen zu lassen, ahnte noch niemand, was für ein Erfolg dies werden würde. Plötzlich strömten Touristen und Besucher aus allen Teilen des Landes herbei, und der kleine, bis dahin verschlafene Ort war plötzlich in aller Munde. Kein Wunder, dass bereits ein Jahr später eine andere Stadt nachzog und ihre Silos ebenfalls mit Alltagsszenen gestalten ließ.
Inzwischen gibt es schon 44 dieser Riesenkunstwerke, die meisten davon auf einer mehr als 200 Kilometer langen Route, dem Silo Art Trail, dem Silo-Kunst-Pfad. Auch die Stadt Goroke will jetzt dazugehören. Die abgelegene 300-Seelen-Gemeinde möchte sich als jüngster Ort der größten Freiluft-Galerie der Welt anschließen. Die Motive haben die Einwohnerinnen und Einwohner selbst ausgesucht: einen Eisvogel, genauer einen Kookaburra oder Jägerliest, und eine Australische Elster, die im Deutschen auch Flötenkrähenstar genannt wird.
Als Künstler entschied sich die Stadt für Geoffrey Carran, der bekannt ist für seine lebensechten Vogelporträts. Ein solch großes Gemälde hat Geoffrey bisher noch nie gemalt, und so ist dieser Open-Air-Auftrag auch für ihn eine Herausforderung. Nicht nur die Größe der stillgelegten Weizensilos muss nämlich in Betracht gezogen werden, sondern auch die Komposition der Bilder ist wichtig. Schnell merkt Geoffrey, dass er mit den beiden Vögeln allein nicht auskommt. Und so will er nun noch einen dritten Vogel malen: einen Rosakakadu, der sich harmonisch zwischen die anderen beiden einfügt.
Zusatzinfo: „GEO Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.
Samstag, 15.08. / 22:35 Uhr / Richard Wagners „Ring“ und sein Festspielhaus
Schwerpunkt: 150 Jahre Bayreuther Festspiele
Am 13. August 1876 wurde in Bayreuth „Das Rheingold“ uraufgeführt. Es handelt sich um die erste Oper von Richard Wagners Tetralogie. „Die Macht des Ringes“ erzählt die Geschichte des monumentalen, durchaus umstrittenen Gesamtkunstwerks. Dazu zeigt ARTE drei der „Ring“-Opern – „Das Rheingold“, „Die Walküre“ und „Siegfried“ – und einen „Ring ohne Worte“.
Fast 80 Jahre vor J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe“, erschuf Richard Wagner für die Opernbühne eine Tetralogie um einen Ring, geschmiedet aus dem Gold der Nibelungen, der totale Macht bringt und gleichzeitig Verderben über die Besitzer. Sowohl Wagner als auch Tolkien hatten sich von der nordischen Sagenwelt inspirieren lassen. Zusätzlich zum Ring-Motiv hat Richard Wagner in sein 15 Stunden dauerndes musikalisches Monumentalwerk auch Elemente der griechischen Mythologie eingearbeitet.
Musikalisch markierte Richard Wagner mit der Tetralogie einen radikalen Bruch mit der traditionellen Oper des 19. Jahrhunderts und legte den Grundstein für die moderne Musik, von der Klassik bis zur Filmmusik und sogar bis in die Popmusik. Doch damit nicht genug, Wagner ließ auch ein Opernhaus bauen, das sein Werk fassen konnte. 150 Jahre ist es her, dass das Festspielhaus von Bayreuth am 13. August 1876 mit dem „Rheingold“ festlich eröffnet wurde. Die drei anderen Opern – „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ wurden in den darauffolgenden Tagen uraufgeführt.
Wie Wagner dazu kam so ein großes und durchaus umstrittenes Werk und gleich die Bühne dazu zu entwerfen, das wird erzählt in „Die Macht des Rings“. Und um das 150. Jubiläum gebührend zu feiern, zeigt ARTE die drei ersten Opern der „Tetralogie“ – „Das Rheingold“ von den Salzburger Osterfestspielen, mit Christian Gerhaher als Wotan, „Die Walküre“ und „Siegfried“ in der Berliner Fassung von 2022 (Dmitri Tcherniakov und Christian Thielemann) und den „Ring ohne Worte“, Lorin Maazels Fassung von 1987.
Samstag, 15.08. / 22:35 Uhr / Die Macht des Rings ~ 150 Jahre Ring des Nibelungen
Schwerpunkt: 150 Jahre Bayreuther Festspiele
Dokumentation, Deutschland, 2026, WDR 56 Min.
Komponist: Richard Wagner
Fernsehregie: Andy Sommer
Online verfügbar von 15/08/2026 bis 14/09/2026
Erstausstrahlung
Vier Opern, 15 Stunden Musik: Seit 1876 fasziniert Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ – und bleibt umstritten. Die Dokumentation „Die Macht des Rings“ erzählt von Wagners Vision, ihrer Vereinnahmung durch die Nazis, Spuren in Hollywood und Heavy Metal sowie neuen Lesarten von Patrice Chéreau bis zur KI-gestützten Bayreuther Inszenierung 2026.
Seit der Uraufführung 1876 in Bayreuth zieht Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ das Publikum in seinen Bann – als Musikmonument, mythisches Welttheater und Werk permanenter Neudeutung. Zugleich bleibt der „Ring“ hoch umstritten: Kaum ein anderes Musikdrama ist so stark mit ästhetischen, politischen und kulturellen Zuschreibungen aufgeladen.
Die Dokumentation „Die Macht des Rings“ erzählt von Wagners Vision eines radikalen Gesamtkunstwerks, das Musik, Dichtung, Bühne und Mythos zu einer neuen Kunstform verschmelzen sollte. Die Dokumentation verfolgt die Wirkungsgeschichte dieses Projekts von seiner Entstehung im 19. Jahrhundert über die ideologische Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten bis zu seiner popkulturellen Aneignung in Hollywood und der enthusiastischen Rezeption im Heavy Metal.
Zugleich zeigt die Dokumentation die Spannbreite der Inszenierungsgeschichte: vom legendären „Jahrhundert-Ring“ von Regisseur Patrice Chéreau und Dirigent Pierre Boulez, der 1976 in Bayreuth einen Paradigmenwechsel auslöste, bis zu experimentellen Formen der Gegenwart. Immer wieder erweist sich der „Ring“ auch als Spiegel seiner Zeit – offen für historische Brüche, ästhetische Innovationen und neue Deutungen. So spannt die Dokumentation den Bogen bis zur KI-gestützten Bayreuther Inszenierung 2026 und veranschaulicht: Jede Generation entdeckt ihren eigenen „Ring“, deutet ihn um und reflektiert ihn aus zeitgenössischer Perspektive.
Samstag, 15.08. / 23:35 Uhr / Richard Wagner: Das Rheingold
Osterfestspiele Salzburg, Felsenreitschule
Schwerpunkt: 150 Jahre Bayreuther Festspiele
Oper, Deutschland, 2026, ZDF 141 Min.
Regie: Michael Beyer
Fernsehregie: Michael Beyer
Dirigent: Kirill Petrenko
Orchester: Berliner Philharmoniker
Choreographie: Ivan Estegneev, DeLaVallet Bidiefono
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Olga Pavluk
Kostüme: Slavna Martinovic
Licht: Sergey Kucher
Video: Yurii Karikh
Mit: Christian Gerhaher (Wotan), Thomas Atkins (Froh), Gihoon Kim (Donner), Leigh Melrose (Alberich), Brenton Ryan (Loge), Thomas Cilluffo (Mime), Le Bu (Fasolt), Patrick Guetti (Fafner), Catriona Morison (Fricka), Sarah Brady (Freia), Jasmin White (Erda), Louise Foor (Woglinde), Yajie Zhang (Wellgunde), Jess Dandy (Floßhilde)
Online verfügbar von 15/08/2026 bis 13/11/2026
Erstausstrahlung
Kirill Serebrennikow inszeniert „Das Rheingold“ als globale Postapokalypse für die Osterfestspiele 2026. Serebrennikow gilt als einer der kompromisslosesten Regisseure der Gegenwart. In seinem Neuansatz verwandelt er den Stoff in ein symbolgeladenes Welttheater. Zum Ereignis wurde die musikalische Umsetzung des „Rheingold“ unter der Leitung von Kirill Petrenko.
Die Handlung um Götter, Riesen und das verzauberte Rheingold wird in diesem radikalen Narrativ des „Rheingold“ um die Suche nach neuen Idealen erweitert. Die zentralen Themen von Richard Wagners Musikdrama um Macht, Verlust, Begehren und Hoffnung verknüpft Serebrennikov in seiner Erzählform mit der Frage nach Identität und einem Neuanfang in einer brüchigen ökologischen und kulturellen Welt – und öffnet sie so einem heutigen Publikum.
Kirill Serebrennikow verfolgt einen Deutungsansatz, der archaische Elemente des Wagnermythos‘ mit Bildwelten und kulturellen Artefakten aus unterschiedlichen Traditionen verwebt. Zur Konzeption gehören neben zusätzlichen, doubelnden Darstellern imposante Ausstattungsimporte aus Afrika. Feuergott Loge trägt einen knallbunten Rock, zaubert beim Erzählen schwarzafrikanische Holzplastiken aus einem Zelt hervor. Die Bewegungen tanzender Performer sind an kongolesische Tänze und Breakdance adaptiert.
Endzeitstimmung vermitteln mobile Projektionen mit Szenen eines in Island gedrehten Films, in dem Alberich einsam über eine öde Landschaft aus Lava, Geröll und Eis jagt. Kein Rhein, keine Rheintöchter – Serebrennikovs Regie-Version bewegt sich in Maximalkontrasten: Nord – Süd, Feuer – Eis, Kälte – Hitze. Es entsteht ein transkulturelles Gesamtkunstwerk, das einen Bogen spannt über Kontinente und Zeiten, um Wagners Musik eine mehrschichtige Dimension zu geben. Der renommierte Liedsänger Christian Gerhaher verkörpert in Salzburg den Rheingold-Wotan. Leigh Melrose singt die Rolle des Alberich und Brenton Ryan brilliert als wendiger Loge.
Samstag, 15.08. / 02:00 Uhr / De Keersmaeker: Dialog mit Bach ~ Bachs Cello-Suiten
Musik, Deutschland, 2022, SWR 46 Min.
Regie: Corentin Leconte
Choreographie: Anne Teresa De Keersmaeker
Komponist: Johann Sebastian Bach
Kostüme: An D´Huys, Anke Loh
Dramaturgie: Jan Vandenhouwe
Mit: Marie Goudot (Tanz), Jean-Guihen Queyras (Cello), Boštjan Antončič, Anne Teresa De Keersmaeker (Tanz), Julien Monty (Tanz), Michaël Pomero (Tanz)
Online verfügbar von 15/08/2026 bis 30/09/2026
Drei Tänzer und zwei Tänzerinnen – darunter die Choreographin Anne Teresa De Keersmaeker selbst – adaptieren, hinterfragen und tanzen Bachs Cello-Suiten. Deren raffinierte Architektur, tänzerische Rhythmen und zeitlose Schönheit faszinieren bis heute. Es entsteht eine Symbiose aus Live-Musik und Tanz. Interpretiert werden die Suiten vom Ausnahme-Cellisten Jean-Guihen Queyras.
Johann Sebastian Bachs sechs „Suiten für Violoncello solo, BWV 1007-1012“ zählen zu den Höhepunkten der abendländischen Musikgeschichte. Ihre erfindungsreiche Architektur, ihre tänzerische Rhythmik und zeitlose Schönheit sind noch immer relevant. Die vielfach ausgezeichnete Choreographin Anne Teresa De Keersmaeker liebt die Musik Bachs und hat mit ihrer Interpretation den Versuch unternommen, die Essenz von Bachs musikalischer Sprache zu erfassen und in eine tänzerische Form zu übertragen.
In der Produktion „Dialog mit Bach“ werden die sechs Suiten adaptiert. Drei Tänzer und zwei Tänzerinnen – darunter auch De Keersmaeker selbst – erwecken die Musik auf der Bühne zum Leben. So wird sowohl das Wesen jeder einzelnen Suite für sich enthüllt als auch ihre Wechselwirkung in der Gesamtheit des Zyklus‘. Es spielt der Cellist Jean-Guihen Queyras. Sein Spiel tritt in einen Dialog mit den Tänzerinnen und Tänzern, gibt Impulse und nimmt Bewegungen auf. So entsteht eine symbiotische Beziehung zwischen der Musik, der Choreographie und dem Raum. Aufzeichnung vom Juli 2022 in den Lites-Studios bei Brüssel.
Samstag, 15.08. / 02:50 Uhr / Die Beach Boys – Genie und Wahnsinn
Dokumentation, Frankreich, 2023, ARTE F 52 Min.
Regie: Christophe Conte
Online verfügbar von 08/08/2026 bis 14/09/2026
Die fünf Beach Boys aus Kalifornien, darunter die drei Brüder Brian, Dennis und Carl Wilson, bescherten der Welt große Surf-Hits. Treibende Kraft der Band war der älteste der drei Brüder, Brian Wilson, der am 11. Juni 2025 verstorben ist. Die Doku beleuchtet die fruchtbare und albtraumhafte Zeit zwischen 1966 und 1971, in der die Alben „Pet Sounds“ und „Smile“ entstanden.
„Das ist die dramatische Geschichte der Beach Boys“ – gleich zu Beginn der Dokumentation räumt Brian Wilson mit den Klischees der sonnigen Surfer- und Feelgood-Musik auf, die vor allem mit der berühmtesten kalifornischen Popgruppe verbunden wird. Die Dokumentation konzentriert sich auf die komplexe Persönlichkeit des Bandleaders und sein Verhältnis zu seinen Brüdern, zu denen er später auf Abstand ging. Dabei beleuchtet sie vor allem die ersten zehn Jahre der Beach Boys, vom Senkrechtstart in den sorglosen 1960er Jahren bis zum Absturz des ältesten Wilson-Bruders Anfang der 1970er Jahre.
Dreh- und Angelpunkt ist die Periode ab 1966, mit dem Meisterwerk „Pet Sounds“ und dem gescheiterten Folgealbum „Smile“, das eigentlich auf der Bugwelle des Welthits „Good Vibrations“ hätte surfen sollen, sich aber als Sackgasse erwies. Die Schilderungen von Personen, die Brian Wilson in Los Angeles nahestanden, darunter die Gitarristen Al Jardine und David Marks, der Pianist der Wrecking Crew, Don Randi, und Ex-Frau Marilyn, sowie von Protagonisten aus dem damaligen Umfeld der Beach Boys gewähren tiefe Einblicke in Wilsons Psyche.
Dabei spart die Dokumentation weder Wilsons problematische Beziehung zu seinem tyrannischen Vater aus, noch das gespannte Verhältnis zu den anderen Bandmitgliedern, die den Einzelgänger nicht verstanden. Zur Sprache kommt auch Wilsons Drogenproblem, für Ex-Frau Marilyn die eigentliche Ursache seines Absturzes. Die Dokumentation zeichnet das Porträt eines herausragenden Popmusikers, den Paul McCartney am Ende der Dokumentation als „Helden“ bezeichnet. Regisseur Christophe Conte, der Macher der Dokumentation, gilt als ausgewiesener Kenner der 1960er Jahre.
Sonntag, 16.08. / 15:40 Uhr / Patrick Swayze – Hollywoods Traumtänzer
Dokumentarfilm, USA, 2019, ZDF 86 Min.
Regie: Derik Murray
Online verfügbar von 25/07/2026 bis 24/10/2026
Wiederholung vom 26.07.2026
Sonntag, 16.08. / 17:55 Uhr / Daniele Gatti dirigiert Wagner, Saint-Saëns und Debussy
Musik, Deutschland, 2026, MDR 43 Min.
Regie: Beatrix Conrad
Komponist: Richard Wagner, Claude Debussy, Camille Saint-Saëns
Dirigent: Daniele Gatti
Orchester: Staatskapelle Dresden
Mit: Gautier Capuçon (Cello)
Online verfügbar von 16/08/2026 bis 12/02/2027
Erstausstrahlung
Wagner, Saint-Saëns, Debussy – in diesem Konzert begegnen sich deutsche und französische Romantik: Wagners Musik mit ihrer metaphysischen Stille und glühenden Ekstase sowie zwei französische Werke mit ihrer eigenen Sinnlichkeit – Saint-Saëns‘ erstes Cellokonzert und Debussys Naturpanorama „La mer“.
Zwischen dunkler Klangfülle und heller Leichtigkeit bewegt sich das Programm dieses Konzerts der Dresdner Staatskapelle. Es macht hörbar, wie stark Richard Wagner Komponisten wie Claude Debussy und Camille Saint-Saëns geprägt hat – und verweist zugleich auf das spannungsreiche Verhältnis zwischen deutscher und französischer Musik am Ende des 19. Jahrhunderts.
Mit Wagner verband Debussy eine Art Hassliebe. 1888 und 1889 führten ihn zwei Fahrten nach Bayreuth zu den Festspielen, wo er „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Parsifal“ und „Tristan und Isolde“ sah. Nach seiner ersten Reise war er völlig begeistert, vor allem von der revolutionären Harmonik im „Tristan“, nahm aber später eine eher kritische Haltung ein. Ein Grund dafür war, dass er Wagner als übermächtiges Vorbild sah, von dem es schwer sein würde, sich zu lösen.
Auch Saint-Saëns hatte ein zwiespältiges Verhältnis zu Wagner. Er bewunderte einerseits seine Orchestrierung, fand Wagners Opern andererseits jedoch überladen, langatmig und ausschweifend. Er glaubte, dass der Wagnerismus die französischen Komponisten von ihrem nationalen Stil abbrachte. Ihm ging es um die Rückbesinnung auf „klassische“ Klarheit in der Musiksprache.
Daniele Gatti dirigiert die Sächsische Staatskapelle Dresden. Saint-Saëns‘ erstes Cellokonzert interpretiert Gautier Capuçon, ein Meister des warmen, kantablen Tons. Das Programm im Überblick: – Richard Wagner: Vorspiel zum 3. Aufzug und „Karfreitagszauber“ aus „Parsifal“ – Camille Saint-Saëns: Violoncellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33 – Claude Debussy: „La mer“ – Richard Wagner: Vorspiel zu „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Isoldes Liebestod“ aus „Tristan und Isolde“
Sonntag, 16.08. / 21:55 Uhr / Legendäre Liebespaare des Kinos: Lauren Bacall und Humphrey Bogart
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 51 Min.
Regie: Bertrand Tessier
Online verfügbar von 17/12/2025 bis 31/08/2027
Humphrey Bogart und Lauren Bacall trafen sich beim Dreh des Films „Haben und Nichthaben“ von Howard Hawks. Er, ein gestandener Schauspieler von 44 Jahren und sie, eine 19-jährige Debütantin. Die Chemie stimmte, ihre Liebe und bald auch vorbildliche Ehe hielten bis zu Bogarts Tod 13 Jahre später.
Humphrey Bogarts Karriere beginnt am New Yorker Broadway. Nach dem Schwarzen Freitag von 1929 lässt er sich in Hollywood nieder, dort sind gute Theaterschauspieler beim Übergang vom Stumm- zum Tonfilm gefragt. Zunächst muss er sich mit Nebenrollen als Gangster in B-Filmen zufriedengeben, bis ihm die Verfilmung von „Der versteinerte Wald“, einem Theaterstück von Robert E. Sherwood, den ersten Erfolg beschert. Den Durchbruch bringen ihm 1941 „Entscheidung in der Sierra“ und „Die Spur des Falken“. Als Rick Blaine an der Seite von Ingrid Bergman wird er in „Casablanca“ ein Jahr später zum Star weltweit.
1944 dann die Schicksalsbegegnung: Howard Hawks vertraut ihm die Hauptrolle in „Haben und Nichthaben“ an. Seine Partnerin ist ein junges Model: Lauren Bacall. Ein Jahr zuvor hat sie mit dem Cover von Harper’s Bazaar die Aufmerksamkeit des Regisseurs auf sich gezogen. Die erst 19-jährige Bacall zittert, als sich ihr Traum vom Schauspielen erfüllt und sie die ersten Szenen mit dem 44-jährigen Star dreht. Um das zu verbergen, schaut sie mit ihren Katzenaugen und leicht gesenktem Kopf von unten herauf zu ihm: „The Look“ ist geboren.
Ihr gemeinsamer Sohn Stephen Bogart, geboren 1949, gewährte dem Filmemacher Bertrand Tessier Einblick in das Familienarchiv, das ihm persönliche Facetten des Mannes und der Frau hinter der Legende offenbarte. Dazu kommen zahlreiche Kenner zu den Karrieren und der Beziehung des legendären Paares zu Wort.
Sonntag, 16.08. / 22:45 Uhr / Richard Wagner: Lohengrin
Osterfestspiele Baden-Baden 2026
Schwerpunkt: 150 Jahre Bayreuther Festspiele
Oper, Deutschland, 2026, SWR 207 Min.
Komponist: Richard Wagner
Inszenierung: Johannes Erath, Herbert Murauer
Fernsehregie: Nele Münchmeyer
Dirigent: Joana Mallwitz
Orchester: Mahler Chamber Orchestra
Chorleitung: Walter Zeh, Thomas Böttcher, Eduard Kostelnik, Miriam Zuziaková, Petr Fiala
Chor: Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn, Philharmonia Chor Wien
Kostüme: Gesine Völlm
Licht: Joachim Klein
Video: Bibi Abel
Mit: Wolfgang Koch (Friedrich von Telramund), Piotr Beczała (Lohengrin), Rachel Willis-Sørensen (Elsa von Brabant), Tanja Ariane Baumgartner (Ortrud), Kwangchul Youn (Heinricht der Vogler, deutscher König), Samuel Hasselhorn (Der Heerrufer des Königs)
Online verfügbar von 16/08/2026 bis 04/10/2026
Erstausstrahlung
Richard Wagners „Lohengrin“ erzählt die mittelalterliche Schwanenrittersage: Der Gralsritter Lohengrin wird Elsa von Brabant als Helfer und Beschützer geschickt und zwar auf einem Boot, das von einem Schwan gezogen wird. Johannes Erath inszeniert, Joana Mallwitz dirigiert. Piotr Beczała verkörpert die Titelrolle. Rachel Willis-Sørensen spielt die Elsa von Brabant.
Richard Wagners Oper „Lohengrin“ erzählt die mittelalterliche Schwanenrittersage: Der Gralsritter Lohengrin wird Elsa von Brabant als Helfer und Beschützer gesandt – auf einem Boot, das von einem Schwan gezogen wird. Als Bedingung für seine Hilfe darf sie ihn niemals nach seinem Namen fragen. Als sie sein Verbot bricht, muss er sie verlassen. Ein romantisches Märchen. Der Regisseur und Musiker Johannes Erath inszeniert den Baden-Badener Lohengrin. Er begann seine Regie-Laufbahn als Assistent von Willy Decker, arbeitete unter anderem an der Semperoper in Dresden, wurde mit dem Götz-Friedrich-Preis und dem Österreichischen Musiktheaterpreis ausgezeichnet.
Die Dirigentin Joana Mallwitz beschäftigte sich bereits in ihrer Zeit als Generalmusikdirektorin in Nürnberg intensiv mit dem Werk Wagners. Die Titelrolle wird von Piotr Beczała verkörpert. Er gab sein Debüt als Lohengrin an der Dresdner Semperoper und ist auf allen großen Opernbühnen dieser Welt zu Hause. Auch seine Elsa von Brabant ist prominent besetzt mit der US-amerikanischen Sopranistin Rachel Willis-Sørensen, die regelmäßig an den führenden Opernhäusern gastiert. Aufzeichnung vom 28. März 2026 beim Osterfestival Baden-Baden, Deutschland.
Sonntag, 16.08. / 02:15 Uhr / Alles über Maria (1/2): Dieses obskure Objekt der Begierde
Dokumentation, Frankreich, 2024, ARTE F 53 Min.
Regie: Isabelle Brocard
Online verfügbar von 09/08/2026 bis 07/05/2027
Keine Frau wurde in den vergangenen 2.000 Jahren so oft dargestellt wie Maria, die Mutter Jesu. Was sagen die vielen Bildnisse, die Künstlerinnen und Künstler im Laufe der Jahrhunderte von dem jüdischen Mädchen geschaffen haben und die sie zur berühmtesten Frau der Menschheitsgeschichte gemacht haben, über ihre jeweilige Zeit aus? Und was sagt Maria den Menschen heutzutage?
Die zweiteilige Dokumentation erzählt die Geschichte Marias. Sie zeichnet die unterschiedlichen Rollen nach, die Maria im Laufe von zwei Jahrtausenden zugeschrieben wurden. Fachleute verschiedener Disziplinen erläutern das reichhaltige Bildmaterial, und ein kenntnisreicher Kommentar führt durch die Mariengeschichte von den Anfängen des Christentums bis heute.
Die Geschichte des Marienbildes reicht von den frühesten Darstellungen der Mutter Jesu in Wandfresken, Mosaiken und Flachreliefs über Ikonenmalerei, Schwarze Madonnen und volkstümliche Marien-Abbildungen bis hin zu den großen Madonnen-Gemälden der italienischen Renaissance und zeitgenössischen Interpretationen.
Berühmte und weniger bekannte Werke bilden den roten Faden der Dokumentation, die die vielen Facetten der Mariengeschichte aus religiöser, politischer, anthropologischer, moralischer, aber auch ästhetischer Perspektive beleuchtet. Neugierig und humorvoll hinterfragt sie das Bild Marias als weibliches Ideal in einer patriarchalischen Gesellschaft, den Platz von Frauen unter männlichen Heiligenfiguren und die Rolle von Individualität im Religiösen.
Der Zweiteiler beleuchtet die Ambivalenz einer Figur, die sich schließlich vom Frauenbild ihres Sohnes abkehrt, und zeigt den Ursprung mancher Vorstellungen, die bis heute fest im westlichen Unterbewusstsein verankert sind. Nicht zuletzt untersucht der Beitrag, was die zahlreichen Mariendarstellungen über ihre jeweilige Entstehungszeit aussagen und welche Bedeutung Maria für unsere heutige Gesellschaft hat.
Sonntag, 16.08. / 03:10 Uhr / Alles über Maria (2/2): Der Kult um die Superheilige
Dokumentation, Frankreich, 2024, ARTE F 53 Min.
Regie: Isabelle Brocard
Online verfügbar von 09/08/2026 bis 14/11/2026
Keine Frau wurde in den vergangenen 2.000 Jahren so oft dargestellt wie Maria, die Mutter Jesu. Neugierig und humorvoll hinterfragt die zweiteilige Doku das Bild Marias als weibliches Ideal in einer patriarchalischen Gesellschaft, den Platz von Frauen unter männlichen Heiligenfiguren und die Rolle von Individualität im Religiösen.
Die zweiteilige Dokumentation erzählt die Geschichte Marias. Sie lässt die verschiedenen Rollen Revue passieren, die dem jüdischen Mädchen im Laufe von zwei Jahrtausenden zugeschrieben wurden. Fachleute verschiedener Disziplinen erläutern das reichhaltige Bildmaterial, und ein kenntnisreicher Kommentar führt durch die Mariengeschichte von den Anfängen des Christentums bis heute. Die Geschichte des Marienbildes reicht von den frühesten Darstellungen der Mutter Jesu in Wandfresken, Mosaiken und Flachreliefs über Ikonenmalerei, Schwarze Madonnen und volkstümliche Marien-Abbildungen bis hin zu den großen Madonnen-Gemälden der italienischen Renaissance und zeitgenössischen Interpretationen.
Berühmte und weniger bekannte Werke bilden den roten Faden der Dokumentation, die die vielen Facetten der Mariengeschichte aus religiöser, politischer, anthropologischer, moralischer, aber auch ästhetischer Perspektive beleuchtet. Neugierig und humorvoll hinterfragt sie das Bild Marias als weibliches Ideal in einer patriarchalischen Gesellschaft, den Platz von Frauen unter männlichen Heiligenfiguren und die Rolle von Individualität im Religiösen.
Der Zweiteiler beleuchtet die Ambivalenz einer Figur, die sich schließlich vom Frauenbild ihres Sohnes abkehrt, und zeigt den Ursprung mancher Vorstellungen, die bis heute fest im westlichen Unterbewusstsein verankert sind. Nicht zuletzt untersucht die Dokumentation, was die zahlreichen Mariendarstellungen über ihre jeweilige Entstehungszeit aussagen und welche Bedeutung Maria für unsere heutige Gesellschaft hat.
Montag, 17.08. / 22:15 Uhr / Armin Mueller-Stahl – Ein Gaukler in Hollywood
Dokumentation, Deutschland, 2020, MDR 52 Min.
Regie: Heike Sittner
Online verfügbar von 10/08/2026 bis 16/09/2026
Mit fast 140 Filmen hat Armin Mueller-Stahl Filmgeschichte geschrieben und es als einer der wenigen Deutschen geschafft, ein gefeierter Hollywoodschauspieler zu werden. Die Dokumentation verfolgt Mueller-Stahls bewegtes Leben zwischen DDR, BRD und Hollywood, sie zeigt ihn als Musiker und Maler und vor allem: als Mensch.
Ob als 007 der DDR in der erfolgreichen Serie „Das unsichtbare Visier“, als in New York gestrandeter ostdeutscher Taxifahrer in „Night on Earth“ oder als NS-Verbrecher in der Hollywoodproduktion „Music Box“. Mit fast 140 Filmen hat Armin Mueller-Stahl Filmgeschichte geschrieben und es als einer der wenigen Deutschen geschafft, sich als Schauspieler in Hollywood zu etablieren.
Mehrmals musste er wieder ganz von vorn anfangen: nach dem Zweiten Weltkrieg, den er als Kind erlebte, nach seinem Bruch mit der DDR-Führung und dem Neustart in der Bundesrepublik oder bei seinem Schritt nach Hollywood. Armin Mueller-Stahl hat sich für das Risiko des möglichen Scheiterns entschieden. Schon als Kind in Ostpreußen wächst er mit Musik und Malerei auf, beginnt als junger Mann zunächst in Westberlin Violine zu studieren. Dann wendet er sich aber der Schauspielkunst zu und wird zu einem der bekanntesten Theater- und Filmschauspieler der DDR. Nach seiner Übersiedlung etabliert er sich auch in der Bundesrepublik, unter anderem durch die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder. Und dann Hollywood: Nach knapp 70 Jahren erreicht er mit dem Film „Shine“ erstmals wieder eine Oscarnominierung für einen deutschen Schauspieler.
ARTE geht gemeinsam mit Armin Mueller-Stahl auf Spurensuche in seinem bewegten Leben zwischen Ost- und Westdeutschland und Hollywood. Die Dokumentation zeigt ihn noch einmal in seinen besten Rollen, als Sänger und Musiker, als Maler in seinem Atelier an der Ostsee und vor allem als Mensch.
Mittwoch, 19.08. / 05:20 Uhr / Stevie Wonder
Schwerpunkt: Summer of Disco
Musikladen-Session, 1974
Musik, Deutschland, 2026, RB 32 Min.
Regie: Mike Leckebusch
Online verfügbar von 05/08/2026 bis 02/09/2026
1974 war Stevie Wonder zu Gast in Bremen. Im Rahmen der Sendung „Musikladen“ von Radio Bremen wurde am 23. Januar 1974 ein einzigartiges Konzert mit ihm und seiner Band aufgezeichnet, das ARTE nun im Rahmen des „Summer Of Disco“ noch einmal sendet. Mit dabei sind unter anderem Live-Versionen seiner Songs „Living For The City“, „Don’t You Worry ‚Bout A Thing“ und „Superstition“.
Im Jahr 1974 war Stevie Wonder zu Gast in Bremen. Im Anschluss an die legendäre Sendung „Musikladen“, mit der Radio Bremen in den 1970er und 1980er Jahren Musikgeschichte schrieb, wurde am 23. Januar 1974 nach der zehnten Folge ein einzigartiges Konzert mit dem amerikanischen Musiker und seiner Band aufgezeichnet: „Beat-Workshop Stevie Wonder“. ARTE wiederholt diese einmalige Session nun im Rahmen von „Summer Of Disco“.
Außerdem sind Live-Versionen seiner Hits „I’m So Glad To Be Alive“, „Higher Ground“, „Don’t You Worry ‚Bout A Thing“, „Living For the City“, „I Can See the Sun in Late December“, „He’s Misstra Know-It-All“ und „Superstition“ zu hören. Stevie Wonder und seine Band spielen ein Konzert, in dem die Songs nahtlos ineinander übergehen und das die Zuhörer und Zuhörerinnen in eine einmalige Jamsession eintauchen lässt.
Stevie Wonder gehört seit den 1970er Jahren zu den einflussreichsten Musikern und hat die Genres Soul, Pop und Rhythm ’n‘ Blues maßgeblich beeinflusst und geprägt. Mit seiner unverwechselbaren Stimme und seinem außergewöhnlichen Talent an den Tasteninstrumenten schuf er einen ganz eigenen Sound, der Generationen von Künstlern inspiriert hat. Mit seinen zeitlosen Klassikern begeistert er bis heute seine Fans.
Regie bei der Aufzeichnung 1974 führte Mike Leckebusch, der schon in den Vorjahren durch den „Beat-Club“ von Radio Bremen große Bekanntheit erlangte. Er war Vorreiter in der Umsetzung von Musikformaten im deutschen Fernsehen. Mike Leckebusch prägte mit dem „Beat-Club“ und dem „Musikladen“ die Jugend- und Musikkultur einer ganzen Generation.
Mittwoch, 19.08. / 14:00 Uhr / Saturday Night Fever
Spielfilm, USA, 1977, ARD 114 Min.
Regie: John Badham
Drehbuch: Norman Wexler
Autor:in: Nik Cohn
Produktion: Robert Stigwood Organization
Produzent: Robert Stigwood
Kamera: Ralf D. Bode
Schnitt: David Rawlins
Musik: Barry Gibb, Maurice Gibb, Robin Gibb, David Shire
Mit: Barry Miller (Bobby), John Travolta (Tony Manero), Karen Lynn Gorney (Stephanie Mangano), Donna Pescow (Annette), Joseph Cali (Joey), Paul Pape (John-Billy), Bruce Ornstein (Gus), Julie Bovasso (Flo Manero)
Online verfügbar von 19/07/2026 bis 18/08/2026
Wiederholung vom 19.07.2026
Mittwoch, 19.08. / 22:10 Uhr / Sir Michael Caine – Vom Arbeiterkind zum Hollywoodstar
Dokumentation, Deutschland, 2021, NDR 53 Min.
Regie: Margarete Kreuzer
Online verfügbar von 19/08/2026 bis 17/11/2026
Michael Caine blickt auf eine glänzende Karriere zurück: Der Oscar-Preisträger drehte mehr als 150 Filme unter anderem mit Shirley MacLaine oder Jane Fonda, arbeitete mit großen Regisseuren wie Paolo Sorrentino oder Christopher Nolan. Der Weg dorthin war schwer für ein Kind aus der Arbeiterklasse
Michael Caine, Hollywoodstar aus einer englischen Arbeiterfamilie und zum Ritter geschlagen, blickt in der Dokumentation auf eine glänzende Karriere zurück: Er drehte zusammen mit Shirley MacLaine, Sean Connery oder Jane Fonda, arbeitete mit großen Regisseuren wie John Huston, Paolo Sorrentino oder Christopher Nolan. Der Oscar- und Golden-Globe-Preisträger spielte bisher in mehr als 150 Filmen mit und erinnert sich an die 1960er Jahre und daran, wie er trotz seines Cockney-Akzents Filmschauspieler wurde.
Durch die Filmfigur Harry Palmer, die er in mehreren Agentenfilmen wie „Ipcress – streng geheim“ oder „Finale in Berlin“ verkörpert, macht er James Bond Konkurrenz: Michael Caine ist blond und trägt Brille. So fotografiert ihn auch David Bailey. Eine Ikone ist geboren, besungen im Song „Michael Caine“ von der britischen Band Madness.
Michael Caine berichtet von seinen Erfahrungen mit Ruhm, Geld und Drogen. Er erzählt von seiner großen Liebe Shakira Caine, erinnert sich an Filmflops und andere Niederlagen. Die Dokumentation berichtet auch vom Schriftsteller Michael Caine und seinen Büchern wie „Acting in Film“ oder „Blowing the Bloody Doors Off“. Aus seiner neuesten Biografie erzählt er selbst, gibt Hinweise und verrät Tipps für Schauspieler.
Studierende des Studiengangs Schauspiel in Hannover erarbeiteten zusammen mit Schauspielerin Katja Riemann und Schauspielprofessor Titus Georgi extra für diesen Film Übungen nach Michael Caine. Mitwirkende des Dokumentarfilms sind unter anderem David Bailey, Chas von Madness, Ben Grass, Martin Owen, Christopher Nolan, Shirley MacLaine und John Huston.
Donnerstag, 20.08. / 05:55 Uhr / YMCA – Die Erfindung der Village People
Schwerpunkt: Summer of Disco
Dokumentation, Deutschland, 2026, RB 52 Min.
Regie: Sascha Schmidt
Online verfügbar von 01/07/2026 bis 19/09/2026
Er schrieb und sang die großen Hits der Band Village People: Victor Willis. Nun ist er im Alter von 74 Jahren verstorben. Willis schrieb selbst mit an dem Welthit „Y.M.C.A“. Die Band begeisterte mit dem uramerikanischen Image Ende der 70er, sowohl die queere Community, als auch die Mainstream-Popwelt. Ein bewegender Film über einen der ungewöhnlichsten Acts der Popgeschichte.
„Y.M.C.A.“ von der Band Village People zählt zu den größten Hits der Popgeschichte. Die Abkürzung bezieht sich auf den Namen der christlichen Bewegung „Young Men’s Christian Association“. Die Dokumentation erzählt die Geschichte hinter dem Welterfolg und zeigt, wie zwei Franzosen die Band mit dem uramerikanischen Image erfanden und zu Weltstars machte. Ausgangspunkt ist das krisengeschüttelte New York der 1970er Jahre, von wo aus sich Disco aus Underground Clubs schnell zum Massenphänomen entwickelte. Auch die beiden französischen Musikproduzenten Henri Belolo und Jacques Morali sind begeistert von der neuen Musik. In New York gründen sie die Village People: Sechs Sänger und Tänzer, die mit ihren Kostümen das popkulturelle Amerika verkörpern. „Jacques und Henri waren fasziniert von Hollywood und dem Mythos von Amerika“, erklärt Randy Jones, der Original-Cowboy der Village People, im Film die Idee hinter den ikonischen Outfits. Produzent Morali ist homosexuell, und auch die Band umgibt das Image einer Gay-Group: Sie spielen mit queeren Codes, erobern den Mainstream und werden wahlweise als Vorbilder der LGBTQI+-Bewegung gesehen oder für den Ausverkauf einer Underground-Kultur verantwortlich gemacht. Auch die Entstehung ihres größten Hits „Y.M.C.A.“ bildet diese Gegensätze ab. Doch mit dem Ende der 70er Jahre kommt es zum Backlash: Bei der Disco Demolition Night werden Tausende Platten zerstört – es ist das Ende der Disco-Ära und auch die Glanzzeit der Village People ist nun vorbei. Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen und erzählt die faszinierende Geschichte einer Band zwischen Kult und Kommerz.
Freitag, 21.08. / 05:45 Uhr / Auf Tour mit Mozart ~ Felix Klieser und das Bournemouth Symphony Orchestra
Musik, Deutschland, Großbritannien, 2022, WDR 43 Min.
Regie: Beatrix Conrad
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Jamie Phillips
Orchester: Bournemouth Symphony Orchestra
Online verfügbar von 21/08/2026 bis 20/09/2026
„Fußnoten – Ein Hornist ohne Arme erobert die Welt“ titelt die Biografie von Felix Klieser. Mit Beharrlichkeit und Mut hat es der Künstler allen vermeintlichen Widrigkeiten zum Trotz zu einem der erfolgreichsten Solo-Hornisten der Welt gebracht. Die Dokumentation begleitet ihn auf eine Tournee durch Südengland mit dem renommierten Bournemouth Symphony Orchestra.
Felix Klieser spielt Horn seit seinem achten Lebensjahr – und das ohne Arme. Ein Kindheitstraum sei es für ihn gewesen, die Hornkonzerte von Wolfang Amadeus Mozart zu spielen. Als Neunjähriger hörte er sie erstmals. Und nun führt er sie in kleinen und großen südenglischen Konzertsälen mit dem Bournemouth Symphony Orchestra auf. Das Orchester hat ihn als ersten deutschen Hornisten zum Artist-in-Residence berufen.
Die vier Mozart’schen Hornkonzerte gehören zum Stammrepertoire der Hornisten – Klieser hat trotzdem lange gezögert, die Werke auch in einer Aufnahme einzuspielen. Erst nach drei erfolgreichen Alben inklusive Echo Klassik und dem Leonard Bernstein Award begab er sich im September 2018 nach Salzburg, um zusammen mit der berühmten Camerata alle vier Hornkonzerte von Mozart aufzunehmen.
2022 probt Klieser im südenglischen Poole das 4. Hornkonzert in Es-Dur KV 495. Die Stadt ist Hauptsitz des Bournemouth Symphony Orchestra, einem sogenannten Reiseorchester, das Konzertsäle im Süden und Südwesten Englands bespielt – und mit dem auch Felix Klieser auf Tour geht.
Die Tage in Großbritannien sind für das Orchester und vor allem seine Solisten zeitlich eng getaktet. Neben Proben und Konzerten steht ein Interview bei der BBC in London und ein Schulbesuch in Plymouth an. Dazwischen lange Autofahrten, die Momente der Erholung schaffen. Schließlich ein Kurzbesuch der Formel-1-Strecke in Silverstone – Klieser ist ein Fan schneller Autos. Geschwindigkeit, Rhythmus, Präzision: Das sind Fähigkeiten, die sowohl Musiker als auch Rennfahrer benötigen, um Erfolg zu haben.
Freitag, 21.08. / 23:10 Uhr / Fleetwood Mac – Zeitloser Pop
Dokumentation, Frankreich, 2024, ARTE F 53 Min.
Regie: Sophie Rosemont
Online verfügbar von 14/08/2026 bis 14/11/2026
Die Karriere von Fleetwood Mac war geprägt von spirituellen Krisen, Liebesirrungen und Platinschallplatten, darunter das Kultalbum „Rumours“. Von den bluesigen Anfängen im Swinging London der 1960er Jahre bis zu den großen Pop-Erfolgen unter kalifornischer Sonne zeichnet diese Dokumentation das bewegte Leben der Bandmitglieder nach und erzählt von Legenden des Pop-Rock.
Angefangen hat alles mit dem Schlagzeuger Mick Fleetwood und dem Bassisten John McVie. Die beiden englischen Bluesfans stießen im London der 1960er Jahre zur Band von Peter Green, einem damals sehr gefragten Gitarristen. Fleetwood Mac war geboren. Christine McVie stieß als Sängerin und Pianistin hinzu, doch gleichzeitig verließen nach und nach einige Musiker die Band wegen spiritueller Krisen, Drogen- und Alkoholexzessen sowie psychischer Probleme.
So beschloss Mick Fleetwood Mitte der 1970er Jahre, mit seinen verbliebenen Mitstreitern in Los Angeles einen Neuanfang zu wagen. Dazu rekrutierte er ein Paar, das sich als unerwarteter Segen, aber auch als ständiger Unruhestifter erwies: Stevie Nicks und Lindsey Buckingham. Sie, die moderne Magierin am Mikrophon, und er, der glamouröse Guitar-Hero, besaßen Songwriting-Talent und Sex-Appeal und stellten beides in den Dienst der Band.
Ein Hit jagte den nächsten: ʺDreamsʺ, ʺGo Your Own Wayʺ, ʺDon’t Stopʺ oder ʺThe Chainʺ. Das Album ʺRumoursʺ (1977) wurde zu einer der meistverkauften Platten der 1970er Jahre und machte Fleetwood Mac zu Superstars. In der Dokumentation kommen Musiker zu Wort, die von der Band geprägt wurden: Alex Kapranos, Kopf der Rockband Franz Ferdinand, Indie-Pop-Priesterin Weyes Blood, die groovige Sasha Spielberg alias Buzzy Lee, die Singer-Songwriterin Nicole Atkins und Allround-Talent Valli sowie Musiker Shawn Lee.
Die Dokumentation zeigt, wie künstlerische Beständigkeit Brüche überwinden kann und welche Rolle dabei zwei Musikerinnen spielen, denen die Band ihre größten Hits verdankt: Christine McVie und Stevie Nicks, die heute als Ikonen des Feminismus gelten.
Freitag, 21.08. / 00:05 Uhr / Kae Tempest ~ Echoes with Jehnny Beth
Musik, Frankreich, 2025, ARTE F 63 Min.
Regie: Antoine Carlier
Online verfügbar von 13/10/2025 bis 16/10/2027
Erstausstrahlung
Die Stücke von Kae Tempest sind eine Momentaufnahme des heutigen Englands. Nicht umsonst wird Tempest mitunter als eine Art Shakespeare der Moderne bezeichnet. Jedes Wort, aber auch der Alltagskampf und die unterschwellige Wut wirken authentisch und gelebt. Wie immer legt er den messerscharfen Flow seiner düsteren, engagierten Poesie über ätherisch-raue Electro-Sounds.
Eines der besten Beispiele für Spoken Word Poetry im englischsprachigen Raum: Mit Kae Tempest kommt die Avantgarde der Spoken Word Poetry auf die Bühne von „Echoes with Jehnny Beth“: weniger Dezibel – dafür mehr Sozialbewusstsein. Der internationale Durchbruch gelang Kae Tempest 2016 mit dem Album „Let Them Eat Chaos“. Aber der mitunter als eine Art Shakespeare der Moderne bezeichnete Künstler kann nicht nur rappen. Tempest hat auch eine Gedichtsammlung veröffentlicht, den britischen Lyrikpreis erhalten und ein Theaterstück geschrieben.
Auf der Bühne von „Echoes with Jehnny Beth“ stellt Tempest auch Stücke des im Juli 2025 erschienenen Albums „Self Titled“ vor. Auch darin legt er wieder den messerscharfen Flow seiner düsteren, kompromisslos engagierten Verse über ätherisch-raue Electro-Sounds. Die Stücke sind eine Momentaufnahme des heutigen Englands. Jedes Wort, aber auch der Alltagskampf und die unterschwellige Wut wirken authentisch und gelebt.
Mit Kae Tempest und Jehnny Beth treffen zwei Musikschaffende aufeinander, die wissen, dass Schönheit oft da entsteht, wo es knirscht und klemmt. Aufzeichnung vom 18. Juni 2025 aus dem Yoyo in Paris.
Freitag, 21.08. / 02:10 Uhr / Deep Thought – Das große Gespräch mit Wolf Biermann
Dokumentation, Belgien, 2022, ZDF 54 Min.
Regie: Mirjam Devriendt
Online verfügbar von 02/07/2026 bis 30/09/2026
Das ARTE-Gesprächsformat „Deep thought“ sucht außergewöhnliche Denkerinnen und Denker in ganz Europa auf und bittet sie zum vertieften Gespräch. Dieses Mal mit Wolf Biermann. In Hamburg blickt der Liedermacher auf sein Leben in der DDR und der Bundesrepublik zurück. Dabei geht es auch um den Zustand der Demokratie und eine unerwartete Wendung, die uns bevorstehen könnte.
Wolf Biermann ist in dieser Folge Gast des ARTE-Gesprächsformats „Deep Thought“. In Hamburg lässt der Liedermacher sein Leben Revue passieren, das er zuerst in der DDR und später in Westdeutschland verbracht hat. Biermann spricht über den Zustand der Demokratie und eine unerwartete Wendung, die uns bevorstehen könnte. Mit einer eigens für das Format entwickelten Bildsprache durch die Regisseurin Mirjam Devriendt entsteht eine intime Begegnung mit dem Denker und Liedermacher.
In einer One-Shot-Anmutung – Anfahrt und Gespräch wirken nur minimal geschnitten – erfasst sie Anreise und Begegnung bei den Protagonistinnen und Protagonisten jeweils zu Hause und bildet so auch eine Reise quer durch Europa ab. Die Kamera verfolgt das Gespräch genau – Standbilder, die das Gespräch pausieren lassen, unterstützen den Gedanken eines Raums für Verstehen und Reflexion. Die Gespräche führt der Journalist und Publizist Yves Kugelmann. Neben Wolf Biermann besucht er unter anderem auch Lea Ypi, Andrej Kurkow und Zadie Smith.
Programmwoche 35:
Samstag, 22.08. / 21:40 Uhr / Der Dresdner Zwinger ~ Sachsens Pracht und Prunk
Dokumentarfilm, Deutschland, 2023, ZDF 90 Min.
Regie: Dagmar Wittmers
Online verfügbar von 22/08/2026 bis 20/11/2026
August der Starke, Sachsens ehrgeiziger Herrscher, wollte in Dresden mit Pracht und Prunk auftrumpfen wie Frankreichs Sonnenkönig. Herzstück seiner Residenzstadt ist ein Ensemble, darunter der Zwinger, in dem heute Bilder wie die weltberühmte „Sixtinische Madonna“ zu bewundern sind. Der Film erzählt die Geschichten, die sich um den Zwinger und das historische Dresden ranken.
Dresden, auch „Elbflorenz“ genannt, zählt zu den schönsten Kunst- und Kulturmetropolen Europas. Prachtvolle Schlösser und Palais entlang der Elbe, die Schätze des Grünen Gewölbes und die Gemäldegalerie mit der „Sixtinischen Madonna“ prägen das Bild der Stadt. Sachsens schillernder Herrscher August der Starke wollte aus seiner Residenz eine barocke Perle machen und damit seinen Herrschaftsanspruch unterstreichen. Versailles und Frankreichs Sonnenkönig waren dabei sein großes Vorbild. Der Zwinger mit seinen „tanzenden“ Sandsteinfassaden und versteckten Wasserspielen ist das Herzstück des barocken Dresden.
Angelegt als Garten für kostspielige Orangenbäume und genutzt als Festplatz für eine Fürstenhochzeit, die den Anspruch auf den Kaiserthron anmelden sollte, lässt uns der Dresdner Zwinger heute in eine Epoche blicken, in der Prunk und Verschwendung zur Repräsentationspflicht eines Fürsten gehörten. Als es August dem Starken 1719 gelingt, seinen Sohn mit einer österreichischen Kaisertochter zu verheiraten, feiert der europäische Hochadel im Zwinger eines der glänzendsten Feste der Barockzeit – mit Reiterspielen, Kostümfest und riesigem Festmahl. Der Zwinger wird zum Startschuss für eine Stadt, die ein Gesamtkunstwerk werden sollte: die Frauenkirche mit ihrer Kuppel, die majestätische Hofkirche, ein einmaliges Areal imposanter Bauten, das in jedem Jahr Millionen Besucherinnen und Besucher in die Stadt an der Elbe lockt.
Samstag, 22.08. / 00:05 Uhr / Die Legenden von Paris (1/4): Künstler der französischen Romantik
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2024, ARTE F 49 Min.
Regie: Amélie Harrault
Online verfügbar von 15/08/2026 bis 14/10/2026
Anfang des 19. Jahrhunderts revolutioniert eine neue Künstlergeneration in Paris die Kunst. Sie bricht mit traditionellen Normen und erneuert das Schreiben, Malen und Komponieren. Ihr künstlerisches Engagement weckt auch ein politisches Bewusstsein, das mit den Freiheitskämpfen des Volkes einhergeht.
„Die Legenden von Paris“ zeigt das Paris des 19. Jahrhunderts und die miteinander verstrickten Schicksale der bekanntesten Künstler der Zeit: Victor Hugo, Alexandre Dumas, Eugène Delacroix, George Sand, Honoré de Balzac, Charles Baudelaire. Eine beeindruckende Saga über Freundschaften, gemeinsame Kämpfe, Rivalitäten und die Bestrebungen dieser Kulturschaffenden, die Malerei, Literatur und Musik zu revolutionieren. Die Künstler von damals haben unsere heutige Sicht auf die Kultur nachhaltig verändert und waren ihrer Zeit voraus. Eine Reise in ein Jahrhundert, aus dem die Republik und die Freiheit als Siegerinnen hervorgehen werden.
Paris, 1827: Eine neue Generation von Künstlern, angeführt von Victor Hugo, Alexandre Dumas und Eugène Delacroix ist fest entschlossen, die Kunst zu revolutionieren. Das Zeitalter der Romantik erreicht Frankreich. Diese neue Generation, auch inspiriert von der deutschen Romantik, bricht mit den herkömmlichen Standards und schafft bahnbrechende Kunst wie das Gemälde „Der Tod des Sardanapal“ (1827) von Eugène Delacroix, Victor Hugos Werke wie „Hernani“ (1830) und „Der Glöckner von Notre-Dame“ (1831), „Das Chagrinleder“ (1831) von Honoré de Balzac, sowie „Symphonie fantastique“ (1830) von Hector Berlioz. Aus dem künstlerischen Engagement der französischen Romantiker entsteht auch ein politisches Bewusstsein. Während auf den Straßen das Volk für die Republik auf die Barrikaden geht, werden auch sie nicht aufgeben, ehe die Freiheit gesiegt hat.
Zusatzinfo:
„Die Legenden von Paris“ ist eine animierte Dokumentationsreihe von Amélie Harrault nach einer Originalidee von Dan Franck. Das Drehbuch stammt von Amélie Harrault, Valérie Loiseleux und Céline Ronté. Erzählerin der deutschen Fassung ist Nina Kunzendorf.
Samstag, 22.08. / 01:00 Uhr / Die Legenden von Paris (2/4): Ein Leben wie ein Roman
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2024, ARTE F 46 Min.
Regie: Amélie Harrault
Autor:in: Valérie Loiseleux, Céline Ronté
Produzent: Silex Films
Kommentar: Cécile de France
Online verfügbar von 15/08/2026 bis 14/10/2026
Die französische Hauptstadt von 1827 bis 1874 und die Schicksale der größten Künstlerinnen und Künstler, die sowohl die Kunstgeschichte als auch die Denkweisen dieser Epoche revolutioniert haben. In dieser Folge: 1834 bis 1848: Die Romantikerinnen und Romantiker prägen das kulturelle Geschehen in der französischen Hauptstadt.
Paris, 1834 bis 1848: Die Romantiker haben die französische Hauptstadt fest im Griff. Ihre Werke werden im Theater aufgeführt, erscheinen als Fortsetzungsromane in den Tageszeitungen und überfluten die Schaufenster der Buchhandlungen. Victor Hugo wird in die Gelehrtengesellschaft Académie française gewählt, Alexandre Dumas eröffnet sein eigenes Theater. Honoré de Balzac hat bereits rund 50 Romane geschrieben und plant weitere, um seine „Menschliche Komödie“ zu vervollständigen.
Die frisch geschiedene George Sand empfängt ihre Freunde auf ihrem Landsitz in Nohant, wo sie schreibt und der Malerei von Eugène Delacroix und Frédéric Chopins Musik eine Bühne bietet. In Paris genießen Gérard de Nerval und Théophile Gautier das Bohème-Dasein. Sie arbeiten an ihrem eigenen Mythos und erheben ihr Leben zum Roman.
Samstag, 22.08. / 01:45 Uhr / Die Legenden von Paris (3/4): Schatten über der Romantik
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2024, ARTE F 48 Min.
Regie: Amélie Harrault
Autor:in: Valérie Loiseleux, Céline Ronté
Produzent: Silex Films
Kommentar: Cécile de France
Online verfügbar von 15/08/2026 bis 14/10/2026
Die Februarrevolution von 1848 stellt die Monarchie infrage. Alphonse de Lamartine ruft die Republik aus, während die Romantiker Alexandre Dumas, Victor Hugo und George Sand sich politisch engagieren. Die Franzosen wählen Louis Napoléon Bonaparte zum neuen Präsidenten. Victor Hugo, der als Konservativer in die Nationalversammlung gewählt wird, zweifelt an seinen Überzeugungen.
Die Februarrevolution von 1848 sagt der Monarchie den Kampf an und bringt die Dichter an die Macht. Alphonse de Lamartine ruft die Republik aus, Alexandre Dumas, Victor Hugo und George Sand engagieren sich politisch. Doch zu ihrem neuen Präsidenten wählen die Franzosen Louis Napoléon Bonaparte. Victor Hugo, der auf der Liste der Konservativen in die Nationalversammlung gewählt wurde, ist sich seiner Überzeugungen nicht mehr sicher. Er kann die Augen vor dem allgegenwärtigen Elend nicht verschließen.
Ein junger Maler erregt Aufsehen, weil er das Volk auf seine Leinwände bringt: Gustave Courbet begründet den Realismus. Honoré de Balzac hinterlässt bei seinem Tod ein gigantisches Werk, das ihn all seine Kraft gekostet hat. Als sich Louis Napoléon zum Kaiser proklamiert, wechselt Victor Hugo endgültig zur politischen Linken und sieht sich gezwungen, aus Frankreich zu flüchten, gefolgt vom finanziell ruinierten Alexandre Dumas. Als ihr Freund Gérard de Nerval stirbt, können sie dem Freund im Exil nicht die letzte Ehre erweisen.
Samstag, 22.08. / 02:35 Uhr / Die Legenden von Paris (4/4): Zeiten der Veränderung
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2024, ARTE F 48 Min.
Regie: Amélie Harrault
Autor:in: Valérie Loiseleux, Céline Ronté
Produzent: Silex Films
Kommentar: Cécile de France
Online verfügbar von 15/08/2026 bis 14/10/2026
Auf Guernsey vollendet Victor Hugo „Les Misérables“. In Paris kämpfen die Künstlerinnen und Künstler um Anerkennung, während Werke wie „Madame Bovary“, „Les Fleurs du Mal“ und „Le Déjeuner sur l’herbe“ zensiert werden. Der Krieg beendet die Ära Napoleons III. Die Republik triumphiert.
Im Exil auf Guernsey wendet sich Victor Hugo wieder seinen großen Romanprojekten zu und beendet mit Hilfe von Juliette Drouet „Die Elenden“. In Paris kämpfen junge Künstler um ihren Platz. „Madame Bovary, „Les Fleurs du Mal“ und „Le Déjeuner sur l’herbe“ sorgen für Aufsehen und stoßen teilweise auf Zensur. Charles Baudelaire trauert um Eugène Delacroix. Der Dichter lehnt vieles Moderne ab und findet sich in Georges-Eugène Haussmanns großstädtischem Paris nicht mehr zurecht. Er geht nach Belgien ins Exil und kommt erst kurz vor seinem Tod nach Paris zurück.
Nadar erhebt die Fotografie in den Rang der Kunst und inspiriert Jules Verne zu seinen ersten Science-Fiction-Romanen. Bald läutet der Deutsch-Französische Krieg das Ende der Ära Napoleons III. ein. Victor Hugo wird bei seiner Rückkehr nach Frankreich als Held gefeiert und erlebt mit George Sand, Théophile Gautier und Alexandre Dumas den Triumph der Republik und der Freiheit.
Sonntag, 23.08. / 05:30 Uhr / Jordi Savall dirigiert Mozarts Requiem
Mozartwoche Salzburg 2023
Musik, Deutschland, 2023, ZDF 48 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Jordi Savall
Orchester: Le Concert des Nations
Chor: La Capella Nacional de Catalunya
Mit: Giulia Bolcato (Sopran), Marianne Beate Kielland (Mezzosopran), Charles Sy (Tenor), Manuel Walser (Bass)
Online verfügbar von 22/08/2026 bis 30/09/2026
Eine Totenmesse zu komponieren, noch dazu eine unvollendete, die in unserer säkularen Welt eines der bekanntesten und populärsten Werke der klassischen Musik wird – dieses Kunststück konnte wohl nur einem gelingen: Wolfgang Amadeus Mozart. Le Concert des Nations unter der Leitung von Jordi Savall spielt Mozarts „letztes Wort“ im Rahmen der Mozartwoche 2023.
Nach der 1782 komponierten c-Moll-Messe, übrigens ebenfalls unvollendet, hatte Mozart lange Zeit kaum auf dem Gebiet der Kirchenmusik gearbeitet. Erst Ende der 1780er Jahre wandte er sich wieder der geistlichen Musik zu. Die mysteriösen Umstände, unter denen er 1791 mit der Komposition eines Requiems beauftragt wurde, haben zu einer Vielzahl von Mythen, Spekulationen und Verschwörungstheorien geführt, zumal Mozart am 5. Dezember 1791 verstarb, nachdem er noch wenige Tage zuvor daran gearbeitet hatte.
Die Serenade Nr. 13 KV 525 in G-Dur entstand 1787. In Mozarts „Verzeichnüss aller meiner Werke“, seinem eigenen handschriftlichen Werkverzeichnis, notierte er neben den Anfangstakten: „Eine kleine Nachtmusik“. Unter diesem Titel ist das Werk heute allbekannt – einer der wenigen Fälle aus dieser Epoche, in denen der Beiname eines Instrumentalwerkes tatsächlich auf den Komponisten zurückgeht.
Der katalanische Dirigent, Gambist und Musikwissenschaftler Jordi Savall ist einer der großen Interpreten in dem Genre, das oft etwas pauschal als „Alte Musik“ bezeichnet wird – umfasst es doch Kompositionen vom Mittelalter bis in die Zeit Johann Sebastian Bachs. 1989 gründete Savall das Orchester Le Concert des Nations, das ausschließlich auf Originalinstrumenten beziehungsweise auf nach historischen Spezifikationen gefertigten Instrumenten musiziert.
Programm:
Serenade Nr. 13 KV 525 „Eine kleine Nachtmusik“, Requiem KV 626 – Wolfgang Amadeus Mozart
Aufzeichnung vom 30. Januar 2023 im Großen Saal der Stiftung Mozarteum, Salzburg.
Sonntag, 23.08. /17:50 Uhr / Maria João Pires spielt Mozart ~ Klavierkonzert Nr. 9
Musik, Frankreich, Schweiz, 2023, ARTESSR 45 Min.
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Paavo Järvi
Orchester: Lucerne Festival Orchestra
Mit: Maria João Pires (Klavier)
Online verfügbar von 16/08/2026 bis 10/09/2026
Zum Auftakt des zweiten Festivalabends in Luzern verzaubern die Pianistin Maria João Pires und das Lucerne Festival Orchestra unter Leitung von Maestro Paavo Järvi das Publikum des am Vierwaldstätter See gelegenen KKL (Kultur- und Kongresszentrum Luzern) mit Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert in Es-Dur.
Offiziell hat sich die unvergleichliche Maria João Pires ab 2018 weitgehend von der Bühne zurückgezogen, doch von Zeit zu Zeit gibt sie immer noch einzelne Konzerte. In solchen selten gewordenen Momenten scheint die Zeit stehenzubleiben und die Pianistin verzaubert das Publikum mit ihrer Kunst. Auf der Bühne des KKL (Kultur- und Kongresszentrum Luzern) interpretiert sie Wolfgang Amadeus Mozart, einen ihrer Lieblingskomponisten. Mit dessen Klavierkonzert in Es-Dur und mit dem Dirigenten Paavo Järvi verbindet Pires eine unglaubliche Erinnerung: 1999 traten die beiden Musikgrößen zusammen in Amsterdam auf. Als Järvi die ersten Takte des Werks dirigierte, wurde Pires sofort klar, dass sie sich nicht auf das richtige Mozart-Konzert vorbereitet hatte. Doch weit davon entfernt, die Nerven zu verlieren, lieferte sie aus dem Gedächtnis eine unglaubliche Interpretation des großartigen Klavierkonzerts in Es-Dur, das sie damals lange nicht gespielt hatte.
Aufzeichnung vom 12. August 2023 beim Lucerne Festival, Schweiz.
Sonntag, 23.08. / 19:30 Uhr / Mein Sari, mein Sound ~ Junge Rapperinnen verändern Indien
Dokumentation, Deutschland, 2025, BR 43 Min.
Regie: Scarlet Richter
Online verfügbar von 23/08/2026 bis 21/11/2026
Erstausstrahlung
Das Rapkollektiv Wild Wild Women aus Mumbai ist eine Ausnahme, denn es ist eine der wenigen weiblichen Hip-Hop-Crews in Indien. Die fünf Frauen kommen mit ihren Songs über patriarchale Strukturen und gesellschaftliche Erwartungen gut an. Der Film begleitet das Kollektiv und insbesondere Shruti, die jüngste der fünf Frauen, bei ihrer Emanzipation durch Musik und Hip-Hop.
Zwischen Callcenter-Job, familiären Verpflichtungen und den Erwartungen einer patriarchalen Gesellschaft kämpft die 20-jährige Shruti in Mumbai mit ihrer Stimme für ein selbstbestimmtes Leben. Als jüngstes Mitglied des Rap-Kollektivs Wild Wild Women findet sie im Hip-Hop einen Raum, in dem sie sich ausdrücken, ihre Wut artikulieren und ihrer Hoffnung Ausdruck verleihen kann. Unter ihrem Künstlernamen MC Mahila wird sie zur Stimme einer Generation junger Frauen, die sich gegen traditionelle Rollenbilder auflehnen.
Die Dokumentation begleitet Shruti durch ihren Alltag: durch die engen Gassen ihres Viertels in Mumbai, in ihr kleines Zuhause, das sie mit ihrer Familie teilt, zu nächtlichen Momenten am Strand – und auf die Bühnen, auf denen sie gemeinsam mit den Wild Wild Women auftritt. Dabei wird deutlich, wie viel Mut es braucht, als Frau in Indien eigene Wege zu gehen: zwischen ökonomischem Druck, familiären Konflikten und der allgegenwärtigen Angst vor gesellschaftlichen Sanktionen.
Gleichzeitig erzählt „Mein Sari, mein Sound“ von Solidarität und kollektiver Stärke. Die Crew ist für Shruti mehr als ein Musikprojekt – sie ist eine Wahlfamilie, die Halt gibt, Räume öffnet und Veränderung möglich macht. Gemeinsam nutzen die Frauen ihre Musik, um Tabus zu brechen, Missstände sichtbar zu machen und andere Frauen zu ermutigen, ihre Stimme zu erheben.
Die Dokumentation zeichnet das intime und kraftvolle Porträt einer jungen Frau, die sich gegen Widerstände behauptet und dabei nicht nur ihr eigenes Leben verändert, sondern auch Teil einer Bewegung wird.
Sonntag, 23.08. / 22:25 Uhr / Kevin Costner und der Western
Dokumentation, Deutschland, 2026, NDR 52 Min.
Regie: Silvia Palmigiano
Online verfügbar von 01/03/2026 bis 21/11/2026
Eine weite Landschaft. Ein mitreißender Soundtrack. Ein Mann tanzt ums Feuer. Ein Wolf beobachtet ihn. 1990 schauen Millionen Menschen Kevin Costners Regiedebüt „Der mit dem Wolf tanzt“. Es ist ein riskantes Projekt – und wird zum Meisterwerk. Einen Western ins Kino zu bringen, gilt zu dieser Zeit als Wagnis, warum wurde die Geschichte eines einsamen Offiziers dennoch zum Welthit?
ʺDer mit dem Wolf tanztʺ gilt als Kevin Costners Meisterwerk und belebt Anfang der 1990er ein totgeglaubtes Genre. Während Western als unmodern gelten, ist Costner überzeugt: Man muss sie nur anders erzählen. Er führt selbst Regie und setzt auf maximale Authentizität – erstmals werden indigene Rollen ausschließlich mit amerikanischen Ureinwohnern besetzt, erstmals sprechen indigene Figuren im Blockbuster-Kino Lakota. Der Film trifft den Nerv der Zeit, gewinnt sieben Oscars und verändert die Wahrnehmung des Westerns nachhaltig.
Costner wächst behütet auf, entdeckt früh seine Liebe zum Kino und arbeitet sich vom Nebendarsteller in ʺSilveradoʺ zum Weltstar in ʺBodyguardʺ hoch. Flops wie „Waterworld“ oder ʺPostmanʺ lassen sein Image schwanken, doch dem Western bleibt er treu: Mit ʺOpen Rangeʺ kehrt er 2003 zurück, mit der Serie ʺYellowstoneʺ prägt er das Genre im Streaming-Zeitalter neu.
Gleichzeitig entwickelt sich der Western weiter: ʺBrokeback Mountainʺ zeigt 2005 offen die intime Beziehung zweier Cowboys, ʺWestworldʺ verbindet Westernmotive mit Science-Fiction, Quentin Tarantino setzt in ʺDjango Unchainedʺ auf überzeichnete Gewalt und Hip-Hop-Sounds.
Sonntag, 23.08. / 23:20 Uhr / Modern, lebendig, selbstbewusst: Musiklandschaft Polen
Dokumentation, Deutschland, 2025, MDR 53 Min.
Regie: Magdalena Zieba-Schwind
Online verfügbar von 23/08/2026 bis 21/11/2026
Erstausstrahlung
Modern, lebendig, selbstbewusst: Mit diesen Worten könnte man die moderne polnische Musiklandschaft beschreiben. Die polnische Autorin Magdalena Zieba-Schwind begegnet auf ihrer Reise nach Warschau, Kattowitz, Breslau und Krakau Musikern, Dirigentinnen und Komponistinnen, für die Genre-Grenzen kaum existieren.
Die polnische Filmregisseurin Magdalena Zieba-Schwind, die in Deutschland lebt und arbeitet, nimmt das Publikum mit auf eine persönliche Reise in ihr Heimatland. Es ist eine Suche nach dem Klang Polens, nach dem, was viele als „polnische Seele“ empfinden – und nach den Geschichten, die in der Musik des Landes bis heute mitschwingen.
Polen hat in seiner Geschichte heftige politische und territoriale Umbrüche erlebt. Grenzen verschoben sich, das Land verschwand 123 Jahre lang von der Landkarte. Neben der katholischen Kirche blieb die Musik ein verlässlicher Anker für den Zusammenhalt in der polnischen Bevölkerung: Sie verband Menschen, gab ihnen Identität und wurde zum Spiegel einer lebendigen kulturellen Tradition.
Doch was macht Musik eigentlich „polnisch“? Welche Einflüsse prägen sie und welche Künstlerinnen und Künstler formen ihren Klang heute? Diesen Fragen nähert sich die Autorin in Begegnungen mit herausragenden Solisten und Komponistinnen aus Klassik, Jazz und Folk, die das facettenreiche Bild einer modernen Musiknation prägen: darunter Marzena Diakun, Agata Zubel, Kinga Głyk, Jakub Józef Orliński, Szymon Nehring und die Warsaw Village Band.
Sie erzählen von ihren Wurzeln, ihrem Selbstverständnis und der Inspiration, die Polen ihnen gibt. Die filmische Reise führt durch die Musikzentren Breslau, Kattowitz, Krakau und Warschau. Jede Station zeigt ein anderes Kapitel der jungen und lebendigen polnischen Musiklandschaft – geprägt von Tradition, Offenheit und einem frischen, selbstbewussten Ausdruck.
Sonntag, 23.08. / 00:15 Uhr / Anton Bruckner: Symphonie Nr. 6 ~ Mit Mirga Grazinytė-Tyla
Musik, Frankreich, 2024, ARTE F 69 Min.
Regie: Isabelle Soulard
Komponist: Anton Bruckner
Dirigent: Mirga Gražinytė-Tyla
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France
Chorleitung: Lionel Sow
Chor: Chœur de Radio France
Mit: Mary Elizabeth Williams (Sopran)
Online verfügbar von 16/08/2026 bis 22/09/2026
Innerhalb des umfangreichen symphonischen Schaffens Anton Bruckners galt die 6. Symphonie lange Zeit als sein Stiefkind, obwohl er sie selbst humorvoll als seine „keckste“ bezeichnete. Im Laufe der Zeit hat sich die Rezeption jedoch grundlegend gewandelt, und Bruckners Sechste hat sich einen festen Platz in seinem Repertoire erobert.
2024 jährte sich zum 200. Mal der Geburtstag von Anton Bruckner (1824-1896). Lange wurde seine Musik allein von deutschsprachigen Ensembles und Dirigenten aufgeführt, doch heute haben alle internationalen Orchester seine elf langen und kraftvollen Symphonien in ihr festes Repertoire aufgenommen.
Klangkathedralen gleich, verwenden Bruckners Symphonien die Kunst der musikalischen Gegenstimme, den Kontrapunkt: wenige Soli, dafür große melodische Linien, die einander von Instrument zu Instrument antworten. Der Komponist lässt die Orchestermaschine auf Hochtouren laufen, und kein Instrument wird außer Acht gelassen. Nicht zuletzt aus diesem Grund spielen Dirigenten und Orchester seine Musik so gern.
Gastdirigentin des „Philhar“ ist die litauische Orchesterleiterin Mirga Gražinytė-Tyla. Mit nur 37 Jahren hat die zurückhaltende junge Musikerin bereits eine wahre „Mirgamanie“ ausgelöst. Im ersten Teil des Konzerts, das in der Pariser Philharmonie aufgezeichnet wurde, erklingt die Vertonung von „Psalm 150“ für gemischten Chor, Sopransolistin (Mary Elizabeth Williams) und Orchester. Dies soll daran erinnern, dass Bruckner seine ersten Erfolge mit Kirchenmusik feierte, bevor er sich weltlicher Musik zuwandte.
Es folgt die 6. Symphonie, die der Komponist selbst seine „keckste“ nannte. Die Dirigentin lässt darin den bedeutenden Symphoniker und Orchesterarchitekten hervortreten. Indem sie jedes Instruments aufmerksam mit einbezieht, baut Gražinytė-Tyla zusammen mit den Musikern eine einzigartige, ebenso moderne wie vielfältige Klangwelt.
Sonntag, 23.08. / 03:10 Uhr / Jane Fonda – Eine Rebellin in Hollywood
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 53 Min.
Regie: Florence Platarets
Online verfügbar von 23/08/2026 bis 23/11/2026
Jane Fonda verkörpert wie kaum eine andere Ikone die Mythen ihres Landes und offenbart gleichzeitig dessen Widersprüche. Sie ist alles in einem: Erbin von Hollywoods Starsystem und Muse des französischen Autorenfilms, Oscarpreisträgerin und Aktivistin, Feministin und Aerobic-Queen. In einem einzigen Leben vereint Jane Fonda alle Gesichter der USA.
Auf Jane Fondas Gesicht und Körper überlagern sich mehrere scheinbar unvereinbare Klischees: Das hübsche Gesicht von Henry Fondas Tochter, 1960 erstmals auf der Leinwand zu sehen, wurde 1968 vom Bild der Sexbombe Barbarella abgelöst. An deren Stelle trat die Aktivistin, die der Welt ihr politisches und feministisches Engagement offenbarte. Als 40-Jährige widmete sie sich einem neuen Ideal: dem Körperkult. Jane Fonda im Bodysuit, gertenschlank und mit Föhnfrisur, ersetzte im kollektiven Unbewussten dauerhaft die „Hanoi Jane“ genannte Aktivistin; und die Aerobic-Queen verdrängte auch die zweifache Oscarpreisträgerin.
Während Jane Fondas folgender 15-jähriger Abwesenheit aus dem Kino- und Fernsehprogramm setzte sich für die Nachwelt das Bild einer aktiven und energiegeladenen Frau fest, die aus dem Kampf gegen das Alter eine Aerobic-Routine machte. Seit sie 2005 wieder Filmrollen übernahm, änderte sich die Lage: Mit 70, dann mit 80 Jahren bekennt sie sich distanziert und selbstironisch zu ihren Großmutterrollen, ihren Falten und ihren Schönheitsoperationen.
Jane Fondas vielfache Metamorphosen, ihre widersprüchlichen Erscheinungsformen könnten befremdlich wirken. Doch insgesamt gesehen weisen ihr Leben und ihre Karriere einen inneren Zusammenhang auf: Die Künstlerin versteht es, im Einklang mit ihrem Land, dessen Träumen, Bestrebungen und Enttäuschungen zu stehen. Das Faszinierendste an Jane Fonda ist ihre Art, die USA zu verkörpern, ihren Legendenbildern zu entsprechen oder aber diese Legenden abzulehnen, die verschiedenen Gesichter des Landes zu erfassen – und dabei stets integer zu bleiben.
Montag, 24.08. / 03:05 Uhr / Twist: Die Kunst der Leichtigkeit
Magazin, Deutschland, 2025, NDR 30 Min.
Redaktion: Edith Bessling
Online verfügbar von 28/11/2025 bis 24/08/2027
„Twist“ tanzt mit Techno-DJ Anna Reusch durch die Nacht, schaut Illustrator Christoph Niemann aufs Papier, schwebt mit Künstler Vincent Leroy über den Dächern von Paris, schaut Ballerina Max Richter beim Fliegen zu und fragt: Wie schwer ist es, leicht zu sein? Im Kopf – und in der Kunst?
Harter Techno und Leichtigkeit – für DJ Anna Reusch kein Widerspruch. „Twist“ begleitet sie zum Amsterdam Dance Event, wo sie mit leichter Hand und lauten Beats die Menge bewegt. Privat findet sie Ruhe auf einem Hof in Dänemark, zwischen Pferden, Katzen und Hunden. Der Rhythmus des Landlebens hilft ihr, nach Partynächten Kraft zu tanken. In „Twist“ erzählt sie, wie schwer es ist, sich als Techno-DJ die eigene Leichtigkeit zu bewahren.
In Berlin versucht Illustrator Christoph Niemann („The New Yorker“, „Sunday Sketches“) der Schwere zu entkommen. „Dieses Zen-Gefühl der Leichtigkeit suche ich – aber das ist nicht meine Stärke“, sagt er. Seine Kunst wirkt dennoch spielerisch und leicht, auch wenn der Weg dorthin frustrierend sein kann. Durchhalten, weitermachen – bis die gute Idee kommt. Das Horst-Janssen-Museum Oldenburg zeigt seine Solo-Schau „Randnotizen“.
Wenn Max Richter auf der Bühne des Opernhauses Zürich zum Sprung ansetzt, spürt man, wie viel Disziplin dahintersteckt. Die nonbinäre Ballerina tanzt Solorollen beim Ballett Zürich und weiß, dass scheinbare Leichtigkeit harte Arbeit ist. In „Oiseaux Rebelles“ zeigt sie, wie innere Freiheit entsteht, wenn Körper und Kopf im Einklang sind.
In Paris baut der Künstler Vincent Leroy Gebilde, die mit Wind, Sonne und Wolken spielen und die Umgebung reflektieren. Seine kinetischen Installationen wirken schwerelos. Eigene Leichtigkeit findet er beim Fahrradfahren an der Seine – am liebsten freihändig.
„Twist“ zeigt vier Wege zur Leichtigkeit – und warum sie gerade dann entsteht, wenn man bereit ist, loszulassen.
Dienstag, 25.08. / 00:15 Uhr / Die Begnadeten ~ Ukrainische Künstler im Krieg
Dokumentarfilm, Ukraine, 2024, MDR 95 Min.
Regie: Andrii Lysetskyi
Online verfügbar von 18/08/2026 bis 21/02/2027
Erstausstrahlung
Was bedeutet Kunst, wenn ein Land im Krieg ist? Der Dokumentarfilm begleitet ukrainische Künstler, deren Leben sich durch den russischen Angriffskrieg radikal verändert hat. Sollen sie weitermachen oder zur Waffe greifen? Oder wird die Kunst selbst zur Form des Widerstands? Ein kraftvoller Film über Zweifel, Haltung und künstlerischen Ausdruck.
Wer braucht Kunst, wenn ein ganzes Land unter Beschuss steht? Und welche Rolle kann Kunst in Zeiten existenzieller Bedrohung noch spielen?
Andrii Lysetskyis Dokumentarfilm begleitet ukrainische Künstler über mehrere Jahre hinweg durch eine Zeit, in der sich alles verändert. Im Zentrum stehen vier Männer aus der Kunstszene, deren Leben mit Beginn des Krieges eine neue Richtung nimmt. Als Maler, Grafiker oder Bildhauer stehen sie plötzlich vor der Entscheidung, welchen Platz sie in einer Welt einnehmen wollen, die von Gewalt und Zerstörung geprägt ist. Einige halten an ihrer Kunst fest und verarbeiten die Realität in ihren Werken. In Skulpturen aus geschmolzenem Glas und den Trümmern zerstörter Häuser oder in Zeichnungen aus Schutzräumen thematisieren sie den Alltag im Ausnahmezustand. Ein anderer greift selbst zur Waffe.
Regisseur Lysetskyi folgt den Kunstschaffenden zu Ausstellungseröffnungen, in ihre Ateliers mit verhängten Fenstern, an Kunsthochschulen ohne Stromversorgung und bis an die tödlichen Frontlinien des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.
„Die Begnadeten“ zeigt, wie sich Kunst unter extremem Druck verändert und wie sie zugleich zum Ausdruck eines kollektiven Gedächtnisses wird. Dabei entsteht weit mehr als ein Dokument des Krieges. Andrii Lysetskyi erschafft ein eindrucksvolles filmisches Kunstwerk, das der brutalen Realität des Krieges eigene Bildwelten und mögliche Antworten entgegensetzt.
Dienstag, 25.08. / 02:45 Uhr / Helmut Berger ~ Mein Leben
Dokumentation, Deutschland, 2005, ZDF 43 Min.
Regie: Cordula Kablitz-Post
Online verfügbar von 25/08/2026 bis 24/09/2026
In den 1960er und 1970er Jahren galt Helmut Berger (1944–2023) als „schönster Mann der Welt“. Der österreichische Schauspieler war gefragter Charakterdarsteller und Weltstar. Für diesen Film reiste der Schauspieler 2005 noch einmal an wichtige Orte seines Lebens und seiner Karriere. Er blickt zurück auf ein Leben voller Erfolge, aber auch Krisen und Niederlagen.
Der Skandal-Schauspieler Helmut Berger reist in „Mein Leben“ noch einmal an wichtige Orte seiner Vergangenheit und seiner Karriere. Der Österreicher war ein gefragter Mann, einer, der Frauen wie Männer in seinen Bann zog. Ebenso berühmt-berüchtigt waren aber auch Bergers unzählige Skandale und sein Hang zum Exzess: Seine ungenierte Art und sein ausgiebiger Drogen- und Alkoholkonsum versorgten die Boulevardpresse viele Jahre mit Schlagzeilen.
„Mein Leben“ zeigt Helmut Berger mit 61 Jahren in Salzburg und begleitet ihn auf der Reise zu wichtigen Orten seines Lebens. Berger, der viele Jahre mit Regisseur Luchino Visconti liiert war, erinnert sich in der Dokumentation an ein bewegtes Leben, an Erfolge und Misserfolge. Auf der Mittelmeerinsel Ischia besucht er nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder die frühere Villa Luchino Viscontis. Hier lässt Berger die Jahre aufleben, die er dort mit der Liebe seines Lebens verbrachte, der Regielegende Visconti.
1964 wurde Berger von dem Filmregisseur auf der Straße entdeckt. Wenig später wurden die beiden auch privat ein Paar. Der 38 Jahre ältere Visconti gab dem noch unbekannten Berger 1969 die Hauptrolle in seinem Film „Die Verdammten“. Über Nacht wurde Berger zum Weltstar. Visconti, der aus einer reichen Adelsfamilie stammte, ermöglichte Helmut Berger den Zutritt zu einer Gesellschaftsschicht, zu der er vorher keinen Kontakt hatte.
In den beiden Villen Viscontis in Rom und auf Ischia geben sich Intellektuelle und Künstler die Klinke in die Hand. Berger genießt das Leben in vollen Zügen und baut sich darüber hinaus einen eigenen Freundeskreis auf. Er wird Teil des internationalen Jet-Sets. 1972 spielt Berger unter der Regie Viscontis in „Ludwig II“ den schizophrenen, homosexuellen Bayernkönig. Nach Abschluss der sechsmonatigen Dreharbeiten wird Berger in eine Nervenklinik eingeliefert – seine Identifikation mit der Rolle ging so weit, dass er schließlich selbst glaubte, der Bayernkönig zu sein.
Als Luchino Visconti 1976 stirbt, scheint auch Helmut Berger am Ende. Die gemeinsamen Freunde melden sich nicht mehr. Zum Verlust seines Lebensgefährten kommt der Verlust des gemeinsamen gesellschaftlichen Lebens. Es folgen Probleme mit Drogen und Alkohol, von denen er sich nur langsam erholt. In den 1980er Jahren macht Berger mit einer Rolle in der amerikanischen Erfolgsserie „Der Denver-Clan“ international noch einmal von sich reden. Doch schon nach einigen Folgen kommt es zum Zerwürfnis mit der Produktion.
Seitdem drehte Berger, der den Ruf hatte, Dreharbeiten durch seine Exzesse ruinieren zu können, höchstens eine Produktion im Jahr, meist mit Nachwuchsregisseuren. Berger kehrte nach 40 Jahren, die er in Rom gelebt hatte, in seine Heimat Salzburg zurück.
Auf seinem Lieblingsbauernhof in Dürrnberg bei Salzburg zeigte Berger, dass er sich seinen Humor bewahrt und an Selbstironie gewonnen hatte.
Anmerkung: Er verstarb am 18. Mai 2023 im Alter von 78 Jahren.
Mittwoch, 26.08. / 23:30 Uhr / Fotoshooting DDR – Bilder zwischen Propaganda und Alltag
Dokumentation, Deutschland, 2024, ZDF 52 Min.
Regie: Daniel Guthman, Joachim Palutzki
Online verfügbar von 03/10/2024 bis 31/03/2028
Es sind faszinierende Einblicke in eine Welt, die es nicht mehr gibt: das Leben in der DDR wurde nicht nur im Staatsauftrag, sondern auch von Foto-Künstlerinnen und -Künstlern, Journalistinnen und Journalisten per Kamera dokumentiert. Mit einigen von ihnen begibt sich die Dokumentation auf eine Zeitreise und zeigt wenig bekannte Seiten der DDR von ihrer Gründung bis zum Mauerfall.
Fotografinnen und Fotografen in der DDR hatten einen überraschend großen Freiheitsspielraum, eine ausdrückliche Bildzensur gab es nicht. So konnten sie auch sichtbar machen, was von der Staatsmacht ausgeblendet werden sollte.
Die Dokumentation stellt zwei Fotografinnen und zwei Fotografen vor, die das Leben in der DDR beobachteten und deren Werke in den vergangenen Jahren neu entdeckt wurden: Eberhard Klöppel ist im Mansfelder Land aufgewachsen und hat als Pressefotograf für die „Neue Berliner Illustrierte“ viele Bildreportagen realisiert, die nun vielfältige Einblicke in die Lebenswirklichkeit der Menschen in der DDR bieten.
Dietmar Riemann aus Hartha in Sachsen sah den Staat, in dem er lebte, zunehmend kritisch. 1986 stellte er einen Ausreiseantrag, der erst 1989 bewilligt wurde. In der Zeit des Wartens und der Ungewissheit schrieb er ein über 1.000-seitiges Tagebuch und fotografierte heimlich die Berliner Mauer und Grenzanlagen.
Die gebürtige Brandenburgerin Barbara Wolff dokumentierte in den 1970er und 1980er Jahren das Leben auf dem Land. Ihre Bilder zeigen einen Dorfalltag, der in vielen Aspekten trotz der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaftsproduktion archaisch erschien.
Die in Berlin geborene Fotografin Christiane Eisler kam Anfang der 1980er Jahre mit der Punk-Bewegung in Berührung und porträtierte eine der ersten Punkbands in der DDR: Wutanfall. Außerdem zeigen ihre Bilder die Lebensbedingungen in den Erziehungsanstalten, in die junge Punkerinnen und Punker in den 1980er Jahren zwangseingewiesen wurden.
Mittwoch, 26.08. / 03:05 Uhr / Stevie Wonder
Musikladen-Session, 1974
Schwerpunkt: Summer of Disco
Musik, Deutschland, 2026, RB 32 Min.
Regie: Mike Leckebusch
Online verfügbar von 05/08/2026 bis 02/09/2026
Im Jahr 1974 war Stevie Wonder zu Gast in Bremen. Im Anschluss an die legendäre Sendung „Musikladen“, mit der Radio Bremen in den 1970er und 1980er Jahren Musikgeschichte schrieb, wurde am 23. Januar 1974 nach der zehnten Folge ein einzigartiges Konzert mit dem amerikanischen Musiker und seiner Band aufgezeichnet: „Beat-Workshop Stevie Wonder“.
ARTE wiederholt diese einmalige Session nun im Rahmen von „Summer Of Disco“.
Außerdem sind Live-Versionen seiner Hits „I’m So Glad To Be Alive“, „Higher Ground“, „Don’t You Worry ‚Bout A Thing“, „Living For the City“, „I Can See the Sun in Late December“, „He’s Misstra Know-It-All“ und „Superstition“ zu hören. Stevie Wonder und seine Band spielen ein Konzert, in dem die Songs nahtlos ineinander übergehen und das die Zuhörer und Zuhörerinnen in eine einmalige Jamsession eintauchen lässt.
Stevie Wonder gehört seit den 1970er Jahren zu den einflussreichsten Musikern und hat die Genres Soul, Pop und Rhythm ’n‘ Blues maßgeblich beeinflusst und geprägt. Mit seiner unverwechselbaren Stimme und seinem außergewöhnlichen Talent an den Tasteninstrumenten schuf er einen ganz eigenen Sound, der Generationen von Künstlern inspiriert hat. Mit seinen zeitlosen Klassikern begeistert er bis heute seine Fans.
Regie bei der Aufzeichnung 1974 führte Mike Leckebusch, der schon in den Vorjahren durch den „Beat-Club“ von Radio Bremen große Bekanntheit erlangte. Er war Vorreiter in der Umsetzung von Musikformaten im deutschen Fernsehen. Mike Leckebusch prägte mit dem „Beat-Club“ und dem „Musikladen“ die Jugend- und Musikkultur einer ganzen Generation.
Donnerstag, 27.08. / 02:40 Uhr / Twist: Tattoos: Kunst auf der Haut
Magazin, Deutschland, 2025, MDR 30 Min.
Redaktion: Anika Mellin
Online verfügbar von 25/08/2026 bis 27/08/2027
Mehr als jede*r fünfte Europäer*in zwischen 18 und 35 Jahren trägt mindestens ein Tattoo, die Nachfrage ist riesig. Die Farbe auf der Haut ist längst mehr als profane Deko. In den Schweizer Bergen erzählt Tattoo-Ikone Filip Leu wie sich aus dem traditionellen und zum Teil zwielichtigen Handwerk eine ganz neue Kunstform entwickelt hat.
2024 verkauft der österreichische Performance-Künstler Flatz die Tattoos auf seiner Haut an einen Schweizer Sammler – für einen siebenstelligen Betrag. Zwölf Schriftzüge auf seinem Körper gehören nach seinem Tod einem anderen. Bis dahin werden Replikate seiner Haut wie Gemälde in Museen ausgestellt – aktuell in Linz. Flatz provoziert mit seiner Aktion und stellt die Frage: Was macht eine Tätowierung zum Kunstwerk? Und was ist so ein Werk wert?
„Twist“ wirft einen Blick auf die Beziehung zwischen Tattoo- und Kunstwelt und zeigt, wie eng beide verknüpft sind. Das Projekt Works on Skin bringt zum Beispiel eigens entworfene Unikate von renommierten Künstlern auf die Haut. „Das ist unser Kommentar zum Kunstmarkt, den wir für dysfunktional halten“, sagt Mitbegründer Holm Friebe. Es geht darum, neue Einnahmequellen für Kunstschaffende aus dem Mittelfeld zu finden – außerhalb der Kunstmarktblase.
Dass Tattoos als Kunstform beachtet werden, liegt auch an Menschen wie Filip Leu. Der Schweizer hat das Genre neu definiert. Ein Bodysuit vom Studio The Leu Family’s Family Iron ist nicht nur Statussymbol, sondern ebenfalls Kunstwerk.
Diese Idee steckt auch hinter dem Konzept des britischen Duos The Expanded Eye. Seit 2018 leben Jade Tomlinson und Kev James in Lissabon. Holz, Ton, Stein, Nadel und Tinte – sie spielen mit den Disziplinen und lassen sich vom Material leiten. Ihre Arbeiten tragen eine künstlerische Handschrift, die sofort wiedererkennbar ist – ob auf der Haut oder im Museum.
Freitag, 28.08. / 23:15 Uhr / Queens of Crime – Charlotte Link, Meisterin des Thrills
Dokumentation, Deutschland, Frankreich, 2026, BR 52 Min.
Regie: Sabine Jainski
Online verfügbar von 28/08/2026 bis 24/02/2027
Erstausstrahlung
Das Böse mit dem Schreiben bannen: Charlotte Link gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Krimi-Autorinnen in Deutschland. Wie schafft sie es, mit ihren psychologischen Thrillern ein Millionenpublikum zu begeistern? Ihre Ermittlerinnen und Helden kommen aus dem Alltag und sind damit Vorbilder für viele Menschen. Wie findet Charlotte Link ihre Motive und Figuren?
Charlotte Link zählt seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Autorinnen Deutschlands. Ihre Bücher erreichen Millionenauflagen, werden in 26 Sprachen übersetzt und fürs Fernsehen verfilmt. Wer ist die Frau hinter diesen Bestsellern und wie fesselt sie ihr Publikum?
Die Dokumentation begleitet Charlotte Link nach Frankreich, wo sie ihre Ferien verbringt und Inspirationen für ihre Krimis findet, und in ihr Haus in Bayern. Sie verfolgt den Weg der Autorin, die mit 16 Jahren zu schreiben begann, und bald zahlreiche historische Romane veröffentlichte. Als junge Frau musste sie mit Vorurteilen kämpfen – und erarbeitete sich mit viel Fleiß und Disziplin ihre große Karriere.
Die Auseinandersetzung mit Schmerz und Leid ist zentral für Links Schreiben: Ihr persönlichstes Buch widmete sie ihrer Schwester, die mit 46 Jahren an Krebs starb. Gemeinsam engagierten sich die beiden seit ihrer Jugend im Tierschutz. Bei ihrem Besuch einer Auffangstation für Hunde, Katzen und Pferde in Polen wird deutlich: Empathie und Intuition sind die wichtigsten Eigenschaften für die Schriftstellerin. In ihren Krimis schaut Link hinter die Fassaden, in die Seelen von Opfern, Tätern oder Mitwissern, und gerade dieses tiefe Verständnis fasziniert ihre Leserinnen und Leser.
Die ARTE-Reihe „Queens of Crime“ porträtiert beliebte europäische Krimi-Schriftstellerinnen und fragt nach der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt und vermeintlich „typischen“ Geschlechterrollen von Tätern, Ermittlern und Opfern.
Freitag, 28.08. / 00:10 Uhr / Mediterrane Sounds – Träume und Küsten: Mucem, Marseille
Musik, Frankreich, 2026, ARTE F 74 Min.
Regie: Gaëtan Chataigner
Online verfügbar von 28/05/2026 bis 28/05/2028
Erstausstrahlung
„Mediterrane Sounds – Träume und Küsten“ begibt sich auf eine musikalisch-poetische Reise durch den Mittelmeerraum – jene Wiege zahlreicher Kulturen und Sprachen, die sich seit jeher begegnen, vermischen und gegenseitig bereichern. Das Mittelmeer erscheint hier als Raum der Erkundung, der Erinnerung, der Überlieferung und des Austauschs, dessen Küsten Menschen trotz aller Unterschiede miteinander verbinden.
Das Konzert versammelt Künstlerinnen und Künstler aus vielen Teilen dieser Region: die Berberin Karimouche, die Sängerin Natacha Atlas, die franko-algerische Cellistin Nesrine, die spanische Musikerin Queralt Lahoz, den Marokkaner Walid Ben Selim, die Italienerin Agathe Di Piro, die Griechin Dafne Kritharas und den Franko-Libanesen Hausmane, der als würdiger Erbe der Sängerin libanesischen Fairuz gilt.
Gemeinsam zeichnen sie ein vielstimmiges Bild des Mittelmeerraums. Alle Beteiligten haben sich auf Coverversionen eingelassen. Das Repertoire reicht von Norden bis Süden und von Osten bis Westen des Mittelmeers – von Dalida bis Dahmane El Harrachi, von „Al Alba“ von Luis Eduardo Aute bis zu Fairuz. So entsteht ein Programm, das musikalische Traditionen, Erinnerungen und kulturelle Bezüge miteinander verbindet.
Aufgezeichnet wurde das Eröffnungskonzert der „Saison Méditerranée 2026“ am 7. und 8. April 2026 im Mucem am Alten Hafen von Marseille.
Zusatzinfo:
Die vom Institut français verantwortete Saison steht im Zeichen des Miteinanders, der Kreativität und des interkulturellen Dialogs. Regie führte Gaëtan Chataigner, der das Mucem, die Stadt Marseille und das Mittelmeer in eindrucksvollen Bildern einfängt. Marseille erweist sich einmal mehr als idealer Ort für die Begegnung mediterraner Kulturen und für künstlerischen Austausch.
Programmwoche 36:
Samstag, 29.08. / 23:35 Uhr / Gluck: Iphigenie in Aulis – Iphigenie auf Tauris
Osterfestspiele von Aix-en-Provence 2024
Oper, Frankreich, 2024, ARTE F 229 Min.
Regie: Andy Sommer
Komponist: Christoph Willibald Gluck
Inszenierung: Dmitri Tcherniakov
Dirigent: Emmanuelle Haïm
Orchester: Le Concert d’Astrée
Chorleitung: Richard Wilberforce
Chor: Le Concert d’Astrée
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Dimitri Tcherniakov
Kostüme: Elena Zaytseva
Licht: Gleb Filshtinsky
Mit: Corinne Winters (Iphigenie ), Véronique Gens (Klytämnestra (Iphigenie in Aulis)), Alasdair Ken (Achilles (Iphigenie in Aulis)), Alexandre Duhamel (Thoas (Iphigenie auf Tauris)), Tomasz Kumiȩga (ein Minister, ein Skythe, Arcas ), Laura Jarrell (Die Priesterin (Iphigenie auf Tauris)), Florian Sempey (Orest (Iphigenie auf Tauris)), Stanislas de Barbeyrac (Pylades (Iphigenie auf Tauris)), Soula Parassidis (Diana ), Russel Braun (Agamemnon (Iphigenie in Aulis)), Nicolas Cavallier (Calchas (Iphigenie in Aulis)), Lukáš Zeman (Patroklos (Iphigenie in Aulis))
Online verfügbar von 22/08/2026 bis 28/09/2026
Erstausstrahlung
Dmitri Tcherniakov inszeniert in Aix-en-Provence gleich zweimal Iphigenie in den beiden Opern von Christoph Willibald Gluck und das an einem einzigen Abend. Corinne Winters singt beide mal die Titelrolle. Als Iphigenie in Auris entgeht sie dem Opfertod und wird zur Priesterin Dianas, in Iphigenie auf Tauris soll sie den gestrandeten Orest opfern und erkennt ihn als ihren Bruder.
Christoph Willibald Gluck, der große Erneuerer der Barockoper, machte Iphigenie, die Tochter des König Agamemnon, die geopfert werden sollte und schließlich Dianas Priesterin wird, gleich zweimal zur Hauptprotagonistin einer Oper. „Iphigenie in Aulis“ wurde 1774 an der Pariser Oper uraufgeführt. Seine Schülerin und Mäzenin Marie-Antoinette hatte wenige Jahre zuvor den zukünftigen König Ludwig XVI. geheiratet und „ihren“ Komponisten nach Paris geholt. Fünf Jahre nach „Iphigenie in Aulis“ nahm sich Gluck des Stoffes noch einmal an, und 1779 hob sich in Paris der Vorhang über „Iphigenie auf Tauris“. In Aix-en-Provence setzt Dmitri Tcherniakov beide Opern an einem einzigen Abend auf dem Spielplan. Corinne Winters singt beide Male die Iphigenie. Ihr zur Seite stehen Russell Braun als ihr Vater Agamemnon, Véronique Gens in der Rolle der Clytemnestra, Alasdair Kent als Achilles und Florian Sempey als Oreste. Im Orchestergraben, das Ensemble Le Concert d’Astrée unter der Leitung seiner Gründerin und Chefdirigentin Emmanuelle Haïm.
Aufzeichnung vom 11. Juli 2024 beim Festival von Aix-en-Provence.
Sonntag, 30.08. / 16:50 Uhr / Die Villen der Medici ~ Liebe, Macht und Kunst
Dokumentation, Deutschland, 2026, SWR 51 Min.
Regie: Sven Rech
Online verfügbar von 30/08/2026 bis 08/12/2026
Erstausstrahlung
Die Medici prägten Florenz mit ihrem kulturellen Reichtum: Sie förderten Künstler wie Sandro Botticelli, Michelangelo, Leonardo da Vinci. Ihre prachtvollen Villen rund um Florenz erzählen noch heute von Mord und Totschlag sowie von verbotener Liebe – und von einem besonderen Testament der Anna Maria Luisa de‘ Medici, dem wir den größten Kunstschatz der Renaissance verdanken.
Das kulturelle Erbe, das die Familie Medici der Menschheit hinterlassen hat, ist immens. Als Förderer von Kunst und Kultur scharte sie die größten Künstler in Florenz um sich: Donatello, Sandro Botticelli, Michelangelo, Leonardo da Vinci – um nur einige Namen zu nennen. Diese wiederum mehrten den Ruhm der einflussreichen Familie. Die Medici schafften es mit Geld, Intrigen und Gewalt, aber auch dank ihrer kulturellen Bildung an die Spitze der Macht – bis hin zum Amt des Papstes.
Die Landsitze der Familie – prachtvolle, herrschaftliche Villen rund um Florenz – sind Zeugen von Mord und Totschlag ebenso wie von berührenden Liebesgeschichten. Die Medici-Villa in Poggio a Caiano, erbaut von Lorenzo dem Prächtigen und stilbildend für die Renaissance-Villen, war ausdrücklich für die Flitterwochen neuvermählter Paare in der Familie vorgesehen. Der Park von Pratolino mit seiner heute verschwundenen Villa diente Francesco de‘ Medici und seiner Geliebten Bianca Cappello als geheimes Liebesnest. Und in Cerreto Guidi geht noch heute der Geist von Isabella de‘ Medici um, die im Jagdschloss der Familie ihr junges Leben aushauchte…
Im 18. Jahrhundert starb die Linie der Medici-Herrscher aus, die letzte Vertreterin der Dynastie hinterließ keine leiblichen Erben – aber ein Testament, das den Kunstsinn der Medici noch einmal machtvoll zum Ausdruck bringt. Anna Maria Luisa de‘ Medici ist es zu verdanken, dass die Kunst, die ihre Vorfahren über Jahrhunderte gefördert und gesammelt hatten, noch heute dort zu sehen ist, wo sie entstand: in Florenz.
Sonntag, 30.08. / 17:45 Uhr / Vivaldi mit Lea Desandre
Salzburger Festspiele 2026
Musik, Deutschland, 2026, SWR 43 Min.
Regie: Philippe Béziat
Komponist: Antonio Vivaldi
Dirigent: Thomas Dunford
Orchester: Ensemble Jupiter
Mit: Lea Desandre (Mezzosopran)
Online verfügbar von 30/08/2026 bis 29/09/2026
Erstausstrahlung
Ein Vivaldi-Abend mit der Mezzosopranistin Lea Desandre, dem Ensemble Jupiter und dem Lautenisten Thomas Dunford. Auf dem Programm stehen Arien aus Antonio Vivaldis Opern und Oratorien sowie eines seiner Cellokonzerte. Die französisch-italienische Sängerin ist weltweit auf den führenden Konzert- und Opernbühnen zu erleben, gewann den Opus Klassik und den Prix de la Critique.
Zu den Engagements von Lea Desandre gehören Liederabende mit Alexandre Kantorow und Konzerttourneen mit Thomas Dunford und dem Ensemble Jupiter. Sie gastiert an der Pariser Opéra, auf dem Festival d’Aix-en-Provence, in der New Yorker Carnegie Hall und im Sydney Opera House. Vor ihrer Rückkehr zu den Salzburger Festspielen für das Vivaldi-Pasticcio „Hotel Metamorphosis“ feierte sie Rollendebüts als Sapho, Iphise und Eglé in Jean-Philippe Rameaus „Les Fêtes d’Hébé“ an der Opéra Comique in Paris und als Poppea in Georg Friedrich Händels „Agrippina“ am Opernhaus Zürich.
Thomas Dunford, 1988 in Paris geboren, erhielt mit neun Jahren seinen ersten Lautenunterricht bei Claire Antonini. Er setzte seine Studien am Pariser Konservatorium und an der Schola Cantorum in Basel bei Hopkinson Smith fort. Seine erste Solo-CD, „Lachrimæ“, gewann 2013 den belgischen Caecilia Prize, das zweite Album, „Labirinto d’Amore“, den Choc de Classica, sein Bach-Album wurde von der Zeitschrift „Gramophone“ als Editors Choice geehrt. 2018 gründete Thomas Dunford das Ensemble Jupiter, mit dem er regelmäßig in den renommierten Konzerthäusern Europas und der USA gastiert.
Sonntag, 30.08. / 22:40 Uhr / Tom Cruise: Mann mit zwei Missionen
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 53 Min.
Regie: Regis Brochier
Online verfügbar von 23/08/2026 bis 29/09/2026
Mit seinem Film „Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel“ avancierte Tom Cruise zum Weltstar. Nach 40 Jahren spielt er immer noch in Hollywoods oberster Liga. Cruise arbeitete mit zahlreichen Starregisseuren wie Stanley Kubrick und Martin Scorsese zusammen. Er gilt als der große Actionstar Hollywoods, privat ist seine Person aber nicht unumstritten.
Der US-Schauspieler Tom Cruise drehte mit renommierten Regisseuren wie Martin Scorsese („Die Farbe des Geldes“), Sydney Pollack („Die Firma“), Oliver Stone („Geboren am 4. Juli“), Michael Mann („Collateral“), Paul Thomas Anderson („Magnolia“) und Steven Spielberg („Krieg der Welten“, „Minority Report“). Er geht voll und ganz in seinen Rollen auf; als Held von „Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel“ ist er ebenso überzeugend wie als Hauptdarsteller des letzten Kubrick-Films „Eyes Wide Shut“. Doch trotz all dieser Erfolge hat Hollywood seinen Kultstar nie mit einem Oscar belohnt.
Auf der Höhe seines Ruhms kam Cruise zu Fall, als er sich immer stärker bei der Sekte Scientology engagierte, zu deren prominentesten Gesichtern er zählt. Alle seine Frauen haben ihn verlassen, von Mimi Rogers über Nicole Kidman bis zu Katie Holmes, und er scheint im Leben sehr alleine zu sein. Liegen die Ursachen in seiner schwierigen Kindheit und Jugend, bei seinem gewalttätigen Vater, der von seiner Mutter verlassen wurde? Seine Filme verraten einiges über ihn, denn Cruise interpretiert die Drehbücher immer wieder neu, um viel von seiner eigenen Geschichte hineinzulegen.
Sonntag, 30.08. / 23:35 Uhr / China vs. Hollywood: Traumfabrik unter Kontrolle
Dokumentation, Deutschland, 2024, ZDF 52 Min.
Regie: Mario Sixtus
Online verfügbar von 30/08/2026 bis 28/11/2026
Hollywood präsentiert sich nach außen hin gerne als Verfechter von Diversität und Demokratie. Aber wenn es ums Geld geht, dann macht die Traumfabrik auch mal eine Ausnahme. So hat sie sich hinter den Kulissen jahrelang den Wünschen der chinesischen Zensur gebeugt: Filme mit Themen, die Missfallen erregen könnten, wurden erst gar nicht produziert.
Hinter den Kulissen hat sich Hollywood jahrelang den Wünschen der chinesischen Zensur gebeugt. Zum Wendepunkt wurde das Jahr 1997, als mit „Sieben Jahre in Tibet“, „Kundun“ und „Red Corner“ drei Filme in die Kinos kamen, die das Missfallen Pekings erregten. Die beteiligten Studios wurden danach von Peking auf eine „schwarze Liste“ gesetzt. Fortan suchten die Studios, in ihren Filmen umstrittene Personen wie den Dalai Lama oder Themen wie Taiwan zu vermeiden.
Die Dokumentation zeigt auf, wie US-amerikanische Filmstudios zugunsten möglicher Profite auf dem chinesischen Kinomarkt in vorauseilendem Gehorsam Storys und Drehbücher verbiegen. In keinem modernen Thriller darf China mehr der Bösewicht sein. Gerne werden dafür zusätzliche chinesische Figuren in ihre Geschichten eingebaut. Und manchmal taucht die chinesische Armee in Science-Fiction-Blockbustern als Retterin in der Not auf. Sogar einen ihrer größten Stars hat die Traumfabrik fallen lassen, weil sein Engagement für ein freies Tibet der Pekinger Regierung missfällt: Richard Gere.
Der Filmemacher Mario Sixtus reist nach Hollywood und trifft sich mit dem Fachjournalisten Erich Schwartzel, dem Filmproduzenten Chris Fenton, dem Drehbuchautor Jeremy Passmore, dem Historiker Thomas Doherty und James Tager vom US-amerikanischen Schriftstellerverband PEN. Ergänzt werden die Gespräche durch Beobachtungen aus China von der Hongkonger Filmemacherin Sophia Shek und der Journalistin Miriam Steimer.
Sonntag, 30.08. / 02:40 Uhr / Zimerman und Bernstein – Dokufilm (Sternstunden der Musik)
Dokumentation, Deutschland, 2022, ZDF 43 Min.
Regie: Dag Freyer
Online verfügbar von 29/08/2026 bis 29/09/2026
Es war ein Gipfeltreffen der besonderen Art. 1984 trafen sich der enigmatische Pianist Krystian Zimerman und der charismatische Maestro Leonard Bernstein in Wien, um das zweite Klavierkonzert von Johannes Brahms aufzuführen. Trotz ihrer unterschiedlichen Temperamente – Bernstein als populärer Entertainer und Künstler, der oft das Medium Film nutzte, um ein breites Publikum zu erreichen, und Zimerman als öffentlichkeitsscheuer Perfektionist, der akribisch jede Nuance seines Spiels vorbereitet und nur selten über seine Kunst spricht – boten sie eine bezaubernde musikalische Sternstunde.
Bekannt wurde Bernstein vor allem durch seine Arbeit als Dirigent des New York Philharmonic Orchestra und seine zahlreichen Aufnahmen und Aufführungen von Werken von Gustav Mahler und anderen Komponisten. Er war auch als Komponist tätig und schrieb eine Vielzahl von Werken, darunter die berühmte West Side Story. Er war ein wichtiger Verfechter der Musikbildung und gründete die „Young People’s Concerts“ – eine Konzertreihe, die sich an junge Menschen richteten und ihnen klassische Musik näherbringen sollten.
Krystian Zimerman gilt als einer der herausragendsten Pianisten seiner Generation und ist bekannt für seine hohen künstlerischen Ansprüche sowie seine Suche nach perfekter Klangqualität, weshalb er oft seinen eigenen Flügel zu Konzerten mitbringt. In einem seiner seltenen Interviews spricht er erstmals in einer TV-Dokumentation ausführlich über die Hintergründe dieser Konzertaufzeichnung und warum die Zusammenarbeit mit Leonard Bernstein sein ganzes künstlerisches Leben veränderte.
Montag, 31.08. / 05:55 Uhr / GEO Reportage: Das Elsass, Land der Orgeln
Reportage, Deutschland, 2021, ARTE 52 Min.
Regie: Vincent Froehly
Online verfügbar von 18/07/2026 bis 23/10/2026
Wiederholung vom 25.07.2026
Freitag, 04.09. / 21:45 Uhr / Céline Dion: Aufstieg einer Diva
Dokumentation, Schweiz, 2024, ARTESSR 53 Min.
Regie: Noël Tortajada, Vincent Gonon
Online verfügbar von 01/06/2026 bis 03/11/2026
Céline Dion, Jahrgang 1968, ist eine der berühmtesten Diven der Popmusik und fünffache Grammy-Gewinnerin. Ihre Aufnahme von „My Heart Will Go on“ (1997) für den Blockbuster „Titanic“ war ein Welterfolg, der Song wurde mit dem Oscar ausgezeichnet; und auch ihr Titelsong für „The Beauty And the Beast“ (1991) erhielt einen Oscar. Damit gelang ihr Anfang der 1990er Jahre der Durchbruch in den USA.
Zuvor hatte sie 1988 den Eurovision Song Contest (ESC) für die Schweiz gewonnen, obwohl sie selbst aus Québec stammt, wo sie bereits mit mehreren französischsprachigen Alben bekannt war. Dies verrät viel über Dions Karriere und ihre etwa 40-jährige Beziehung zu ihrem Manager und Ehemann René Angélil.
Beim ESC in Dublin entdeckten 600 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die junge Sängerin, und Céline Dion entwickelte sich vom jungen Mädchen mit altmodischem Look und schiefen Zähnen zu einem zielstrebigen Popstar. Im Jahr 2007 landete sie auf der Forbes-Liste hinter Madonna und Barbara Streisand, und ihr fünfjähriger Aufenthalt in Las Vegas brachte ihr 400 Millionen Dollar ein.
Gleichzeitig betonte sie als Jüngste von 14 Geschwistern immer, dass ihr Familienleben wichtiger sei als das Singen. Die Dokumentation blickt mit viel Humor und Empathie zurück auf den legendären Eurovision Song Contest, den Céline Dion in einem spannenden Finale für sich entschied, und zeigt, wie ihr Auftritt für die Schweiz den Grundstein für ihre Weltkarriere legte.
Freitag, 04.09. / 22:40 Uhr / Queens of Crime – Die wunderbare Welt der Fred Vargas
Dokumentation, Deutschland, 2026, NDR 52 Min.
Regie: Sabine Jainski
Online verfügbar von 04/09/2026 bis 04/10/2026
Erstausstrahlung
Uralte Legenden, mysteriöse Morde und ein einzigartiger Humor: Die international gefeierte Autorin Fred Vargas ist Teil der Reihe „Queens of Crime“. Exklusive Archivaufnahmen zeigen die scheue Bestsellerautorin wie nie zuvor – und ihre unvergesslichen Ermittler wie Kommissar Adamsberg. In den Verfilmungen spielen Stars wie Tobias Moretti, Jeanne Moreau und Charlotte Rampling.
Fred Vargas, die geheimnisumwitterte Königin des europäischen Krimis, bezaubert seit Jahrzehnten ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt. Ihre Bücher, in 45 Sprachen übersetzt und über zehn Millionen Mal verkauft, verbinden uralte Mythen mit brisanten gesellschaftlichen Themen. Doch wer ist die Frau hinter den Bestsellern?
Die Dokumentation „Die wunderbare Welt der Fred Vargas“ öffnet die Tür zu ihrer faszinierenden Welt. Bisher unbekannte Archivaufnahmen zeigen Fred Vargas mit ihrer Zwillingsschwester, der Malerin Jo Vargas, und in ihrem Zuhause, umgeben von archäologischen Schätzen. Als Archäozoologin und Historikerin wurde sie auf historische Legenden aufmerksam, die ihre Krimis so einzigartig machen. Heute widmet sie sich auch gesellschaftlichen Themen, wie systemischer Gewalt gegen Frauen.
Ihre Pariser Brigade ist ein unvergleichliches Ermittlerteam: Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg, der mit poetischer Intuition selbst die verzwicktesten Fälle löst, sein rationaler Stellvertreter Adrien Danglard und starke Frauenfiguren wie Violette Retancourt.
Die Dokumentation zeigt, wie Regisseurin Josée Dayan Vargas‘ Romane mit Stars wie Tobias Moretti und Charlotte Rampling auf die Leinwand bringt und begleitet die Schauspielerin Corinne Masiero, Darstellerin der Violette Retancourt, bei Dreharbeiten.
Zusatzinfo:
Die ARTE-Reihe „Queens of Crime“ stellt europäische Krimi-Schriftstellerinnen in den Fokus und fragt: Warum dominieren Frauen die Bestsellerlisten, während männliche Autoren häufiger ausgezeichnet werden? Fred Vargas beweist, dass Krimis poetisch, politisch und packend zugleich sein können.
Freitag, 04.09. / 23:35 Uhr / Raye & Guests ~ Live at Montreux Jazz Festival 2026
Musik, Schweiz, Frankreich, 2026, ARTERTS 90 Min.
Fernsehregie: Julien Minguely
Mit: Raye
Online verfügbar von 06/07/2026 bis 02/07/2027
Erstausstrahlung
„This stage may contain moments in time“: Zur Eröffnung der 60. Festivalausgabe lädt Raye Alicia Keys und Mark Ronson ein, um gemeinsam mit ihr einen einzigartigen Abend zu gestalten. Für diesen Anlass wird das Auditorium Stravinski in eine Bühnenkonfiguration verwandelt, wie sie in Montreux noch nie zuvor zu sehen war.
Zwischen Jazzwurzeln, Soul-Vibes und Pop-Power entsteht eine eigens für das Festival konzipierte Performance, die sechs Jahrzehnte Musikgeschichte feiert und dabei Rayes Hits, neue Kollaborationen sowie neu interpretierte Klassiker miteinander verbindet.
Montreux und Raye – das ist eine besondere Beziehung: Bereits zum dritten Mal in Folge steht die britische Sängerin hier auf der Bühne. Sie folgt damit den Spuren ihrer großen Vorbilder Nina Simone und Etta James, deren Festivalauftritte sie nachhaltig geprägt haben. Vor zwei Jahren hält sie ihr Debüt in Montreux auf einem Live-Album fest – ein besonderer Moment, da sie an diesem Abend erstmals vor ihrem Schweizer Großvater auftritt – der auch auf dem Cover der Vinyl-Ausgabe zu sehen ist.
Seither setzt Raye ihren internationalen Erfolg fort. Mit dem Song „Where Is My Husband!“ und ihrem 2026 erschienenen Album „This Music May Contain Hope“, das unter anderem Kollaborationen mit Al Green und Hans Zimmer umfasst, schlägt sie ein neues Kapitel ihrer Karriere auf.
Aufzeichnung vom 3. Juli 2026 beim Montreux Jazz Festival 2026.
Freitag, 04.09. / 02:10 Uhr / In Bed with Michel Gondry
Dokumentation, Frankreich, 2023, ARTE F 53 Min.
Regie: François Nemeta
Online verfügbar von 28/08/2026 bis 25/10/2026
Es wird Nacht in Los Angeles. Michel Gondry wälzt sich in seinem Bett hin und her; er findet nicht in den Schlaf. Der Filmemacher leidet bereits seit 50 Jahren an Schlafstörungen. Er macht die wachen Nächte zum Exerzierfeld für seinen überbordenden Schaffensdrang. Die Dokumentation zeichnet ein hautnahes Porträt dieses grenzenlos kreativen Menschen.
Um eine Nacht mit einem Künstler zu verbringen, ist kaum einer besser geeignet als Michel Gondry: Der Filmemacher leidet an chronischen Schlafstörungen. Wenn der Schlaf partout nicht kommen will, macht Gondry die Nacht zum Tag und tobt sich kreativ aus. Das Träumen zieht sich als wiederkehrendes Motiv durch sein Werk.
Die Dokumentation begleitet eine dieser schlaflosen Nächte, gefilmt in Michel Gondrys Zuhause in Los Angeles. Zwischen den Gesprächen versucht er immer wieder vergeblich, Schlaf zu finden. Mit jemandem eine Nacht zu verbringen, hat etwas Intimes: Gondrys Zimmer wird immer vertrauter. Er spricht leise, erzählt Persönliches, Erinnerungen drängen an die Oberfläche.
In der Schwerelosigkeit der schlaflosen Nacht kocht Michel Gondry Nudeln, projiziert seine Alpträume an die Zimmerwände, besucht seinen Psychoanalytiker Alain Chabat, zeichnet Geschichten für seine Tochter, während ein Hörbuch über russische Literatur läuft. Später betrachtet Gondry den Nachthimmel, um mit dem Astrophysiker Trịnh Xuân Thuận über den Sinn des Lebens zu sprechen, und teilt mit seiner langjährigen Freundin Charlotte Gainsbourg Erinnerungen an die verstorbenen Väter.
Programmwoche 37:
Samstag, 05.09. / 06:30 Uhr / Mein Sari, mein Sound ~ Junge Rapperinnen verändern Indien
Dokumentation, Deutschland, 2025, BR 43 Min.
Regie: Scarlet Richter
Online verfügbar von 23/08/2026 bis 21/11/2026
Wiederholung vom 23.08.2026
Samstag, 05.09. / 23:05 Uhr / Kissinger Sommer 2025 Tschechische Philharmonie : „Je ne regrette rien“
Musik, Deutschland, 2025, BR 81 Min.
Regie: Oliver Becker
Komponist: Maurice Ravel, Camille Saint-Saëns, Antonín Dvořák
Dirigent: Tomáš Netopil
Orchester: Tschechische Philharmonie
Mit: Alisa Weilerstein (Violoncello)
Online verfügbar von 05/09/2026 bis 04/12/2026
Erstausstrahlung
Auf besondere Weise verbinden sich beim Kissinger Sommer Herkunft des Ensembles und Festivalmotto: Maurice Ravels rauschhafte Walzerkomposition „La Valse“ eröffnet den Abend. Es folgt Camille Saint-Saëns‘ Erstes Cellokonzert – eines der wunderbarsten Werke dieser Gattung. Mit Verve und großer Eleganz beschließt das Orchester den Abend mit Antonín Dvoráks „Slawischen Tänzen“.
Beim Kissinger Sommer 2025 standen ausschließlich Werke tschechischer und französischer Komponisten auf dem Programm. Der große Erfolg der ersten Serie seiner Slawischen Tänze von 1878 veranlasste Antonín Dvorák knapp zehn Jahre später eine zweite Sammlung zu veröffentlichen. In dieser erweiterte er das tschechische Idiom um Tanzformen aus der Slowakei, der Ukraine und aus Polen. Maurice Ravel hingegen überführte den Wiener Walzer in seinem im Umfeld des Ersten Weltkriegs entstandenen Werk „La Valse“ in nahezu apokalyptische Rauschzustände.
Die charismatische Solistin Alisa Weilerstein interpretiert meisterlich Camille Saint-Saëns‘ Erstes Cellokonzert – eines der wunderbarsten Werke dieser Gattung. Das begeisterte Publikum erklatschte sich als Zugabe Johann Sebastian Bachs „Sarabande“ aus seiner Cellosuite Nr. 4 in Es-Dur.
Auf dem Programm:
Maurice Ravel – „La Valse“
Camille Saint-Saëns – Violoncellokonzert Nr. 1 a-Moll
Antonín Dvorák – Slawische Tänze op. 72
Aufzeichnung vom 5. Juli 2025 im Max-Littmann-Saal Bad Kissingen
Samstag, 05.09. / 00:30 Uhr /Armin Mueller-Stahl – Ein Gaukler in Hollywood
Dokumentation, Deutschland, 2020, MDR 52 Min.
Regie: Heike Sittner
Online verfügbar von 10/08/2026 bis 16/09/2026
Wiederholung vom 17.08.2026
Sonntag, 06.09. / 17:45 Uhr / Concerto per Milano 2026: Sumino spielt Gershwin
Musik, Italien, 2026, WDR 46 Min.
Regie: Stefania Grimaldi
Komponist: George Gershwin, Leonard Bernstein
Orchester: Orchestra Filharmonica della Scala
Mit: Hayato Sumino (Klavier)
Online verfügbar von 06/09/2026 bis 06/10/2026
Erstausstrahlung
Auch 2026 findet das Concerto per Milano am 13. Juni als großes Open-Air-Ereignis in der Mailänder Innenstadt statt. Riccardo Chailly steht am Pult des Orchestra Filarmonica della Scala, als Solist ist der Pianist Hayato Sumino zu erleben. Wie immer bildet die Piazza del Duomo den Schauplatz des Konzerts, eingerahmt von der nächtlich beleuchteten Fassade des Mailänder Doms. Hayato Sumino spielt George Gershwins „Concerto in F“. Den Abschluss bilden Leonard Bernsteins symphonische Tänze aus der „West Side Story“.
Sonntag, 06.09. / 23:05 Uhr / Romy und Magda Schneider ~ Mutter – Tochter – Rivalinnen?
Dokumentation, Deutschland, 2025, ZDF 52 Min.
Regie: Andrea Oster
Online verfügbar von 06/09/2026 bis 05/12/2026
Schauspielerin Romy Schneider und ihre Mutter Magda – über die Mutter-Tochter-Beziehung wurde immer wieder spekuliert. Die Doku zeigt die enge Verbindung der beiden Frauen in einem ungeahnten Licht und thematisiert auch ihre Ängste und Sehnsüchte. Verschollen geglaubtes Filmmaterial und bisher unbekannte Briefe geben neue Einblicke.
Verschollen geglaubtes Filmmaterial und bislang unbekannte Briefe von Romy Schneider ermöglichen neue Einblicke in ihr Leben – insbesondere in die Beziehung zu ihrer Mutter, Magda Schneider. Das Verhältnis der beiden Frauen gab immer wieder Anlass zu Spekulationen. So soll es etwa 1958 zum Bruch gekommen sein, als Romy spontan zu ihrer ersten großen Liebe, Alain Delon, nach Paris zog. Damit kehrte sie dem deutschen Nachkriegsfilm den Rücken – jenem Genre, in dem Mutter und Tochter zuvor als populäres Gespann die Kinokassen hatten klingeln lassen. Floh Romy regelrecht zu Alain, wie oft behauptet wurde? Hängte die Tochter ihre alte Karriere an den Nagel, weil sie unter dem Einfluss der Mutter litt?
Zu Beginn von Romy Schneiders Karriere galt Magda Schneider als omnipräsente Helikopter-Mutter, als „Wachhund“, der den Jungstar keine Sekunde aus den Augen ließ. Eifersüchtig soll sie verfolgt haben, wie Romy zum gefeierten Kinostar aufstieg und die Karriere der Mutter in den Schatten stellte. Und nicht nur das: Magda soll rigoros moderne Rollenangebote für die Tochter abgelehnt haben, damit die Minderjährige in Schmonzetten spielte und so das Familieneinkommen sicherte.
Romys Briefe zeigen: Die beiden Schauspielerinnen waren zeitlebens engste Vertraute. Romy erzählte Magda viel Persönliches, vertraute sich ihr an und suchte Rat und Trost bei ihrer Mutter – etwa, als Alain Delon sie nach fünf Jahren über Nacht verließ oder nach der komplizierten Geburt ihrer Tochter Sarah.
Sonntag, 06.09. / 23:55 Uhr / Der Pantomime Marcel Marceau ~ Die Kunst der Stille
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Maurizius Staerkle Drux
Online verfügbar von 05/09/2026 bis 13/09/2026
Nur mit Gesten und Mimik faszinierte Marcel Marceau über Jahrzehnte hinweg Menschen rund um den Globus. Als Großmeister der Pantomime stellte er die Unbeholfenheit des Menschen dar und vermittelte das Unsagbare in „Schreien der Stille“. In seiner Doku spürt Regisseur Maurizius Staerkle Drux dem Vermächtnis dieses Jahrhundertkünstlers nach.
Marcel Marceau ist der wohl berühmteste Pantomime der Welt. Als tragikomischer Clown „Bip“ im Ringelhemd mit dem weiß geschminkten Gesicht, dem zerbeulten Seidenhut und der roten Blume begeisterte er die Menschen rund um den Globus. Doch der tragische Hintergrund seines Schaffens blieb lange verborgen.
Marcel Marceau, gebürtig Marcel Mangel, stammt aus einer jüdischen Familie in Straßburg. Sein Vater Karl Mangel betrieb dort eine koschere Metzgerei und gab als Opernliebhaber nebenher Konzerte in seinem Laden. 1944 wurde der Vater nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Sein Sohn Marcel schloss sich der französischen Résistance an und schmuggelte zusammen mit seinem Cousin Georges Loinger jüdische Kinder über die Grenze in die Schweiz. Mit Gesten und Pantomime brachte er ihnen bei, in Gefahrensituationen zu schweigen. Stille konnte Leben retten.
Beeinflusst durch Stummfilmgrößen wie Buster Keaton und Charlie Chaplin schuf Marcel Marceau nach dem Krieg eine einzigartige Kunstform, die seine Familie und Weggefährten bis heute weiterführen.
In „Die Kunst der Stille“ vereint der Schweizer Filmemacher Maurizius Staerkle Drux exklusive Archivmaterialien aus dem facettenreichen Leben von Marcel Marceau mit einem persönlichen, zeitgenössischen Blick auf die Kunst der Stille.
Die Dokumentation feierte ihre Weltpremiere auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis und war danach in den Kinos zu sehen.
Sonntag, 06.09. / 02:55 Uhr / Warschaus ungeliebtes Wahrzeichen: Der Kulturpalast
Dokumentation, Deutschland, 2026, ZDF 43 Min.
Regie: Jessica Szczakiel
Online verfügbar von 23/07/2026 bis 21/10/2026
Wiederholung vom 23.07.2026
Montag, 07.09. / 23:50 Uhr / Mia Farrow, zwischen Fiktion und Realität
Dokumentation, Frankreich, 2023, ARTE F 52 Min.
Regie: Thierry Guedj
Online verfügbar von 18/05/2026 bis 23/10/2026
Von der Verkörperung weiblicher Unschuld der Anfangsjahre bis hin zu ihrem humanitären Engagement in den vergangenen Jahrzehnten: Die Lebensgeschichte von Mia Farrow ist die einer leidenschaftlichen Schauspielerin, die von den großen Regisseuren ihrer Zeit in eine bestimmte Rolle der Weiblichkeit gedrängt wurde, irgendwo zwischen Unschuld und Wahnsinn.
Weit entfernt vom Hollywood-Glamour und den Stereotypen des Vamps und der Femme fatale, verfolgte Mia Farrow ihre eigene Karriere. Ihre Filmrollen waren die einer schwachen oder psychisch labilen, später einer eher traurigen, depressiven, hintergangenen Frau. Seit ihrem Durchbruch 1968 in „Rosemaries Baby“ war sie der Inbegriff weiblicher Unschuld an der Schwelle zum Wahnsinn.
Unter der Regie von Woody Allen profilierte sie sich im Autorenkino, das ihr vom Leben gezeichnete Frauenfiguren auf den Leib schrieb: Sie wurde zur Verkörperung einer verunsicherten, melancholischen Weiblichkeit. Dieses Image haftet ihr auch heute noch an, nicht zuletzt aufgrund ihres mit Dramen gespickten Privatlebens.
„Mia Farrow – Zwischen Fiktion und Realität“ wirft einen doppelten Blick auf das Leben der Schauspielerin: Der Off-Kommentar, veranschaulicht durch seltene Archivaufnahmen und aussagekräftige Auszüge aus ihrer Filmografie, erzählt ihre Geschichte, die erstaunliche Parallelen zwischen ihrem Privatleben und ihren Filmrollen aufweist. Dazwischen werden immer wieder Lesungen aus der eigenen Perspektive aus ihrer Autobiografie eingeblendet. Diese Passagen lassen Raum für Subjektivität und geben Einblicke in Farrows Innenwelt.
Die Dokumentation bedient sich auch einer weiteren originellen Erzählform, die der rückwärtigen Chronologie: Den Auftakt bildet der letzte Abschnitt von Farrows Leben, ihr humanitäres Engagement. Wie ein Familienalbum, das man von hinten beginnend durchblättert, öffnet sich immer wieder ein weiteres Kapitel ihrer Geschichte.
Montag, 07.09. / 00:45 Uhr / Die Klinik
Dokumentarfilm, Birma, Taiwan, 2022, ARTE F 92 Min.
Regie: Midi Z
Online verfügbar von 25/07/2026 bis 31/01/2027
In der Stadt Rangun in Myanmar gibt es eine Klinik, wo seelische Leiden mit unkonventionellen Mitteln behandelt werden: Das Ärzte- und Künstlerpaar Aung Min und San San Oo verabreicht nicht nur Medikamente, sondern setzt auch auf die heilende Kraft der Kreativität. Im oppressiven Klima der Militärdiktatur leiden viele Menschen unter psychischen Störungen …
Aung Min und seine Frau San San Oo leiten eine Klinik in Rangun im Süden Myanmars. Dort werden psychisch kranke Menschen nicht nur medikamentös behandelt, sondern verarbeiten ihr Leid mit künstlerischen Mitteln. Die Menschen, die in die Klinik kommen, leiden unter Schlafstörungen, Depressionen oder Suizidgedanken. Das Medizinerpaar regt sie unablässig zum Malen an, damit sie ihre inneren Dämonen aufs Papier bannen können.
Auch den Ärzten hilft das kreative Schaffen, ihre Wut und ihre Angst angesichts der schrecklichen Lage in Myanmar zu überwinden. Aung Min will einen Film drehen, um die schwierige Lage der Rohingya – der verfolgten ethnischen Minderheit in Myanmar – zu dokumentieren. Seine Leidenschaft für das Filmen bewahrt ihn davor, dass seine Patienten ihn mit in den Abgrund ihrer Seelenqualen reißen.
Auch San San Oo setzt auf die Malerei, um ihre körperliche und seelische Erschöpfung zu bekämpfen. Nach dem Militärputsch und einer Corona-Erkrankung braucht sie die Kunsttherapie gleichermaßen.
„Die Klinik“ sucht nicht nach einer Erklärung der brutalen Lage in Myanmar, wo die Regierung die gewaltsame Vertreibung Hunderttausender Rohingya durch die Armee zuließ, bevor sie selbst vom Militär gestürzt wurde. Der Dokumentarfilm will vor allem ein Bild von der möglichen heilenden Kraft der Kunst vermitteln – in einem Land, in dem kein Recht auf freie Meinungsäußerung herrscht.
Zusatzinfo:
Midi Z ist einer der bekanntesten taiwanesischen Regisseure – geboren in Myanmar –, der seine bisherigen Filme auf den größten Festivals gezeigt hat (Berlin, Rotterdam, Cannes, 2014 sogar eine Retrospektive beim Festival International du Film de La Rochelle). „Die Klinik“ hatte auf dem großen Festival des Dokumentarfilms in Amsterdam (IDFA 2023) seine Premiere im internationalen Wettbewerb.
Mittwoch, 09.09. / ab 20:15 Uhr / Schwerpunkt: Ein Abend mit Sophie Marceau
Schwerpunkt, ARTE107 Min.
Verführerin und Muse: In „Alles ist gutgegangen“ ist die französische Schauspielerin zunächst in einer ihrer typischen Rollen zu sehen. Anschließend zeichnet das Porträt „Sophie Marceau – Der bezaubernd authentische Filmstar“ ihren Weg vom Teenie-Star aus „La Boum – Die Fete“ zur eigenwilligen, selbstbestimmten Schauspielerin zwischen Publikumsmagneten und Autorenkino nach.
Mittwoch, 09.09. / 20:15 Uhr / Alles ist gutgegangen
Schwerpunkt: Ein Abend mit Sophie Marceau
(Tout s’est bien passé)
Spielfilm, Frankreich, 2021, ARTE FZDF 107 Min.
Regie: François Ozon
Drehbuch: François Ozon
Autor:in: Emmanuèle Bernheim
Produktion: Mandarin & Compagnie, FOZ
Produzent: Eric Altmayer, Nicolas Altmayer
Kamera: Hichame Alaouie
Schnitt: Laure Gardette
Mit: Sophie Marceau (Emmanuèle Bernheim), André Dussollier (André Bernheim), Géraldine Pailhas (Pascale Bernheim), Charlotte Rampling (Claude de Soria), Eric Caravaca (Serge Toubiana), Hanna Schygulla (Schweizerin), Grégory Gadebois (Gérard Boisrond)
Online verfügbar von 09/09/2026 bis 09/10/2026
Eine Schriftstellerin und ihre Schwester lassen sich von ihrem Vater dazu bringen, ihm eine illegale Sterbehilfereise in die Schweiz zu organisieren. Die Vorbereitungen dazu stürzen sie in eine emotionale Achterbahnfahrt. – Von François Ozon mit vielen bekannten Stars inszeniert: Sophie Marceau, André Dussollier, Géraldine Pailhas, Charlotte Rampling und Hanna Schygulla.
Die Pariser Schriftstellerin Emmanuèle und ihre Schwester Pascale werden ins Krankenhaus gerufen: Ihr Vater André hatte einen schweren Schlaganfall. Mit Lähmungserscheinungen und lebensmüde bittet er Emmanuèle, für ihn Sterbehilfe zu organisieren. Die Schwestern hoffen zunächst auf einen Sinneswandel und verlegen den Lebemann und Kunstliebhaber in eine bessere Klinik, doch André bleibt entschlossen.
Zum Ärger seiner beiden Töchter taucht auch Andrés Ex-Liebhaber Gérard unangekündigt am Krankenbett auf. In Rücksprache mit Andrés Anwalt beginnen Emmanuèle und Pascale widerwillig, Möglichkeiten eines assistierten Suizids zu prüfen. Da Sterbehilfe in Frankreich verboten ist, wenden sie sich an eine Schweizer Organisation.
André ist begeistert, dass sein letzter Wunsch Form annimmt. Dann wiederum irritiert er – trotz festen Sterbewillens – Emmanuèle, Pascale und seine depressive, an Parkinson erkrankte Ex-Frau Claude mit plötzlicher Lebenslust. Am Tag des Abschieds schmuggeln die Schwestern ihn aus dem Krankenzimmer, müssen aber umdisponieren, als die Polizei auf einen anonymen Tipp hin einschreitet. Die Schwestern vermuten Gérard dahinter …
Zusatzinfo:
Regisseur François Ozon nähert sich in seinem Film „Alles ist gutgegangen“ auf originelle Weise dem Thema Sterbehilfe. Mit viel Wärme und Feingefühl hat Ozon das gleichnamige, autobiografische Buch der verstorbenen, mit ihm als Drehbuchautorin verbundenen Schriftstellerin Emmanuèle Bernheim verfilmt. Mit der Besetzung der Hauptdarstellerin Sophie Marceau und der Fassbinder-Muse Hanna Schygulla in einer gewichtigen Nebenrolle erfüllte sich der Regisseur zwei langgehegte Wünsche. Premiere feierte der Film 2021 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes.
Mittwoch, 09.09. / 22:05 Uhr / Sophie Marceau ~ Der bezaubernd authentische Filmstar
Schwerpunkt: Ein Abend mit Sophie Marceau
Dokumentation, Frankreich, 2024, ARTE F 52 Min.
Regie: Sophie Rosemont
Online verfügbar von 02/09/2026 bis 07/04/2027
Erstausstrahlung
Mit „La Boum – Die Fete“ begann 1980 die Karriere der damals 14-jährigen Sophie Marceau, die seither in Autorenfilmen und Blockbustern zu überzeugen weiß – und dabei stets sie selbst blieb. Schon früh zeigte Sophie Marceau, dass sie sich von niemandem in der Filmbranche etwas diktieren lässt, und wurde mit ihrer charmanten Authentizität zu einem der beliebtesten Stars Frankreichs.
Ob in Frankreich oder weit darüber hinaus: Sophie Marceau ist bekannt und beliebt. Mehrfach wurde sie gar zur beliebtesten Persönlichkeit Frankreichs gewählt. Ihre Nähe zum Publikum ist seit Jahrzehnten ungebrochen. Viele haben verfolgt, wie aus der Schülerin Vic aus „La Boum – Die Fete“ eine Studentin in „Die Studentin“ und später eine Mutter in „LOL“ wurde. Ihre Rollen in unterschiedlichen Filmgenres machten sie zur Identifikationsfigur.
Selbstbestimmung, Freiheitsdrang und Spontaneität prägen Marceaus Arbeit. Sie spielte und spielt in Autorenfilmen ebenso wie in Blockbustern und schaffte es als Bond-Gegenspielerin bis nach Hollywood. In gut 45 Jahren Karriere entzog sie sich allen Zuschreibungen – und blieb stets sie selbst.
Schon Mitte der 1980er Jahre sprach sie öffentlich über das Verhalten von Kollegen und über sexuelle Übergriffe am Set. Marceau, die sich bereits mit 16 Jahren aus einem Exklusivvertrag freikaufte, ließ sich weder von Regisseuren noch von Produzenten bevormunden. Sie widerstand dem Druck, dem Schauspielerinnen im Filmgeschäft ausgesetzt sind, ohne dass dies ihrer Karriere schadete. Im Gegenteil: Gerade ihre Unabhängigkeit, ihre Risikobereitschaft und ihre Weigerung, den einfachen Weg zu gehen, prägten ihren Werdegang – als Schauspielerin, Regisseurin und Autorin.
Donnerstag, 10.09. / 20:15 Uhr / Paul McCartney – Eine Beatles-Legende
Dokumentation, Deutschland, 2022, ZDF 52 Min.
Regie: Judith Voelker
Online verfügbar von 09/06/2026 bis 30/11/2026
Nur wenige Musiker haben geschafft, was Paul McCartney gelungen ist. Kaum jemand prägte die Popkultur und die Musik der 1960er Jahre mehr als der Sänger und Bassist der Beatles. ARTE gibt Einblicke in das Phänomen McCartney. Die Dokumentation zeigt, wie der britische Musiker zum Idol einer ganzen Generation wurde.
Er ist ein musikalisches Genie, seine Fans sehen in ihm den Mozart des 20. Jahrhunderts: Paul McCartney. Er wurde 1942 geboren und hat als Sänger und Bassist der Beatles nicht nur Musikgeschichte geschrieben, sondern hatte ebenso Einfluss auf die Jugendkultur seiner Generation.
Die Beatles haben der Jugendkultur der 1960er Jahre Ausdruck und Stimme gegeben, erst in Europa und dann weltweit. Dabei waren sie Motor wie auch Profiteure der gesellschaftlichen Entwicklungen der Zeit. Bis in die späten 1950er Jahre hinein gab es „Jugend“ als eigenständige gesellschaftliche Kategorie nicht. Junge Leute kamen früh in den Job, heirateten, bekamen Kinder, hörten die gleiche Musik und trugen die gleiche Kleidung und Frisuren wie ihre Eltern. Mit den Beatles sollte sich das ändern.
Die selbst komponierten Songs und Texte der vierköpfigen Band aus Liverpool inspirierten Millionen von Teenagerinnen und Teenagern weltweit, selbst Musik zu machen. Und kurbelten deren Kaufkraft an: Der neu entdeckte Wirtschaftsfaktor der Jugend ermöglichte unter anderem enorme Plattenverkäufe. Bereits früh wurde Paul McCartney zum Millionär. Doch der Ausnahmemusiker ist bis heute bodenständig geblieben.
Auch nach der Auflösung der Beatles hörte McCartney nicht auf, Musik zu machen. Inzwischen engagiert er sich ebenso für Tierwohl und lebt der Öffentlichkeit vor, dass man sich auch vegetarisch ernähren kann. Damit ist er bis heute vielen Menschen ein Vorbild geblieben.
Donnerstag, 10.09. / 21:05 Uhr / Die Beatles in Hamburg
Dokumentation, Deutschland, Großbritannien, 2024, ZDF 53 Min.
Regie: Roger Appleton
Online verfügbar von 10/09/2026 bis 09/12/2026
Im August 1960 kommen fünf Musiker nach Hamburg, mehr Schülerband als Profimusiker. Sie spielen als „The Beatles“ täglich mehrere Stunden in einem Stripclub – vor einem aggressiven, betrunkenen Publikum. Als sie im Dezember 1960 nach Liverpool zurückkommen, sind sie nicht mehr wiederzuerkennen. Der Film erzählt die Geschichte der Beatles kurz vor ihrer Weltkarriere.
Zum ersten Mal waren die Beatles weg aus ihrer Heimatstadt, zum ersten Mal im Ausland – in einem Land, das noch wenige Jahre vorher im Krieg mit ihrem eigenen Heimatland war. Aber die Musiker sind nicht nur jung, sondern auch ehrgeizig. Und sie nutzen ihre Chance. Aber nach nur vier Monaten müssen sie Deutschland wieder verlassen. Beim Wechsel in einen neuen Club wurden sie angezeigt, verhaftet und ausgewiesen – George Harrison war noch nicht einmal volljährig.
Zurück in Liverpool leckten sie ihre Wunden – das hätte auch das Ende der Beatles sein können. Aber sie hatten viel gelernt, in nur vier Monaten haben sie sich komplett verändert. Bei ihrem ersten Auftritt in Liverpool tauchten sie von Kopf bis Fuß in Lederkleidung auf – mit Haltung, Energie und Punk-Mentalität. „Wir sind in Liverpool geboren, aber in Hamburg groß geworden“, sagte John Lennon.
Der Film erzählt die Geschichte der ersten Jahre der Band zwischen Hamburg und Liverpool, bevor sie ihre Weltkarriere starteten. Mit Interviews und viel Archivmaterial vermittelt die Dokumentation wie sich das Leben in Liverpool und in St. Pauli zu Beginn der 1960er Jahre anfühlte.
Donnerstag, 10.09. / 00:35 Uhr / Der Taylor-Swift-Effekt ~ Pop-Ikone und politische Hoffnungsträgerin
Dokumentation, Deutschland, USA, 2024, ZDF 53 Min.
Regie: Aaron Thiesen
Online verfügbar von 26/06/2026 bis 30/09/2026
Taylor Swift ist die erfolgreichste Musikerin der Gegenwart. Mehr als 100 Weltrekorde listet das Guinness-Buch der Rekorde über sie auf. Die Doku sucht nach den Gründen für Swifts unglaublichen Erfolg, betrachtet ihre Marketing-Maschinerie, ihre Geschäftsstrategien und ihre besondere Fan-Beziehung.
Sie ist die meistgestreamte Künstlerin und die zurzeit bestverdienende Musikerin der Welt, hat die umsatzstärkste Musiktournee absolviert und den umsatzstärksten Konzertfilm aller Zeiten produziert. Sie hat vier Mal den Grammy für das Album des Jahres erhalten und die meisten Nummer-Eins-Alben einer Musikerin in den USA herausgebracht. Ein Großteil der Amerikanerinnen und Amerikaner bezeichnen sich als Taylor-Swift-Fans – als sogenannte Swifties.
Der Beitrag beleuchtet die Gründe für den „Taylor-Swift-Effekt“ und ihren Aufstieg zu einer der einflussreichsten Frauen der Welt. Dazu zählen ihr besonderes Songwriting-Talent, ihr Geschäftssinn, ihre mutigen Entscheidungen für ihre künstlerische Freiheit und eine ganz besondere Beziehung zu ihren Fans.
Die Dokumentation begibt sich dazu auch an die Ursprungsorte von Swifts Karriere nach Pennsylvania und Nashville, Tennessee. Das Publikum erfährt etwas über Swifts Kindheit und Jugend, und ihre ersten musikalischen Erfolge. Dabei kommt etwa ihr erster Produzent Steve Migliore zu Wort, ihre ehemalige Kunstlehrerin, die in ihrer Sammlung alte Zeichnungen von Taylor Swift hat und einen frühen Konzertmitschnitt von ihr besitzt, aber auch der Country-Sänger Pat Garrett, in dessen Band Swift als junges Mädchen spielte.
Freitag, 11.09. / 21:45 Uhr / AC/DC – Forever Young
Dokumentation, Frankreich, 2022, ARTE F 53 Min.
Regie: Marie-Claire Javoy, Dominique Mesmin
Online verfügbar von 04/09/2026 bis 10/03/2027
1974 gründete sich in Australien die Band AC/DC, die schon bald auf der ganzen Welt Erfolge feiern sollte. Die Brüder George, Malcolm und Angus Young schufen damit eine echte Rocklegende. Die Karriere der Band hat bis heute Bestand – seit über 50 Jahren. Mittlerweile steht als letzter überlebender Young-Bruder nur noch Angus auf der Bühne.
Die Gruppe AC/DC wurde im Dezember 1973 gegründet. Mit 250 Millionen verkauften Alben, Tausenden von Konzerten und 18 Alben zählt sie zu den langlebigsten Rockformationen aller Zeiten. Auch wenn der Fortbestand der Band durch Schicksalsschläge immer wieder gefährdet war, ist ihre Popularität ungebrochen – dank einer stetig wachsenden und sich verjüngenden Fangemeinde.
AC/DC ist und bleibt das Familienunternehmen der drei Brüder Malcolm, Angus und George Young: der erste als treibende Kraft, der zweite als begnadeter Gitarrist, der dritte als Mentor.
Während Malcolm und Angus im Rampenlicht standen, wirkte ihr älterer Bruder George im Hintergrund als Beschützer, künstlerischer Berater und Produzent. Heute ist Angus der einzige Überlebende und hält die Familientradition aufrecht.
Die Dokumentation erzählt die Geschichte von AC/DC aus dem Blickwinkel dreier Männer mit sehr individuellen Schicksalen. Die Band mag in Australien entstanden sein, doch die Wurzeln ihrer Gründer liegen in Schottland. So werden Erfolg und Misserfolg zum Ergebnis des Zusammenspiels grundverschiedener Persönlichkeiten, die zu einer gemeinsamen Idee verschmelzen. Dahinter steckt typisch schottisches Clandenken, echte Liebe zur Musik und der Drang, sie gemeinsam zu spielen – ganz im Geiste des Rock ’n‘ Roll verkörpert, dem sich die drei Young-Brüder mit Haut und Haaren verschrieben haben.
Hinter dem Mythos AC/DC verbirgt sich eine sehr persönliche, aber auch geheimnisumwitterte Geschichte – wenig bekannt, spannend, manchmal überraschend und tief bewegend.
Freitag, 11.09. / 22:40 Uhr / AC/DC ~ Live at Donington, 1991
Musik, Großbritannien, 1991, ARTE 113 Min.
Regie: David Mallet
Mit: Agnus Young (Lead-Gitarre), Malcom Young (Rhythmusgitarre), Brian Johnson (Lead-Sänger), Cliff Williams (Bass-Gitarre), Chris Slade (Schlagzeug)
Online verfügbar von 04/09/2026 bis 31/10/2026
Im August 1991 gaben AC/DC ein legendäres Konzert, bei dem unvergessliche Klassiker wie „Highway to Hell“, „You Shook Me All Night Long“ und „Back in Black“ nicht fehlen durften. Die australische Kultband kehrte mit ihrer „Power Up“-Tour auf die Bühne zurück.
Das Rock-Spektakel von AC/DC war eine Show der Superlative: Auf der Bühne standen echte Kanonen, eine gigantische Glocke für „Hells Bells“ sowie eine aufblasbare Rosie und ein XXL-Angus. Für spektakuläre Bilder sorgte eine Kamera, die die Show von einem Hubschrauber heraus aus der Vogelperspektive einfing.
Wie gewohnt rissen die Hardrock-Legenden das Publikum im Donington Park mit – dank der elektrisierenden Energie von Frontmann Brian Johnson und den kraftvollen Riffs von Gitarrist Angus Young. Bereits die ersten Akkorde ließen die Menge toben, und eine legendäre Version von „Thunderstruck“ eröffnete eine der spektakulärsten Shows der Bandgeschichte. 2023 feierte AC/DC ihr 50-jähriges Jubiläum.
Im Jahr 2025 startete AC/DC erneut eine große Europatournee mit 20 Konzerten in elf Ländern – darunter England, Deutschland, die Niederlande, Irland, die Slowakei, Spanien, Italien, Österreich, die Schweiz, Frankreich und Belgien. Die Tour trug den Namen „Power Up“, benannt nach ihrem Erfolgsalbum von 2020, das bei seiner Veröffentlichung in rund 20 Ländern auf Platz 1 der Charts stürmte.
Aufzeichnung vom 17. August 1991 in Donington Park, Großbritannien.
Regelmäßige Sendungen mit kulturellen Themen auf arte sind zudem:
Stadt, Land, Kunst (Mo. – Fr. 13 Uhr) und TWIST
Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt.
Aktuelle Programmänderungen sind meist nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.
