Premieren und Extras am Schauspiel Frankfurt im Mai

Schauspiel Frankfurt ~ Schauspielhaus innen ~ Foto: Alexander Paul Englert (englert-fotografie.de)


Hiob

Der fromme jüdische Lehrer Mendel Singer lebt mit seiner Familie im Russischen Reich. Diesen »einfachen Mann« schickt Joseph Roth in seinem Roman auf eine Odyssee: Mendels jüngster Sohn kommt schwer krank zur Welt, der Älteste geht zum Militär, der Mittlere verlässt das Schtetl in Richtung Amerika. Als sich die Tochter mit den Kosaken einlässt, beschließt Mendel ebenfalls zu emigrieren und mit ihr und seiner Frau in New York das Glück zu suchen. Schweren Herzens lassen sie den kranken Sohn zurück. Doch Mendel findet weder Heimat noch Glück. Im Gegenteil: Er verliert beide Söhne im Krieg, die Frau stirbt, die Tochter wird wahnsinnig. Verzweifelt sagt Mendel sich von dem los, was ihm geblieben ist: von seinem Gott. »Alle Jahre habe ich Gott geliebt, und er hat mich gehasst.« Und dann bringt eine Melodie ein unfassbares Wunder mit sich…

Johanna Wehner folgt den Klängen des Romans von Heimat und Sehnsucht und der Frage, wie und mit wem man durchs Leben gehen will – und kann. Die Musik für »Hiob« komponiert Daniel Kahn, der mit seiner Klezmer-Punk-Band »The Painted Bird« bekannt geworden ist.

Hiob

Nach Joseph Roth

Premiere am Schauspiel Frankfurt: Samstag, 7. Mai 22 (Schauspielhaus)

Regie: Johanna Wehner
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Ellen Hofmann
Musik: Daniel Kahn, Christian Dawid
Dramaturgie: Katrin Spira

Mit: Caroline Dietrich, Heidi Ecks, Stefan Graf, Agnes Kammerer, Nils Kreutinger, Christoph Pütthoff, Matthias Redlhammer

Die nächsten Vorstellungen: 15./25./26./30. Mai & 02. Juni um 19.30 Uhr
Gefördert vom Patronatsverein


Lärm. Blindes Sehen. Blinde Sehen! Was ich sagen wollte

Elfriede Jelineks neuer Text ist eine Abrechnung mit flexiblen Wahrheiten und kruden Verschwörungsmärchen. Der Berg ruft, und alle kommen: Ein junger Fürst der Finsternis, die Türkisen, Odysseus, Bill Gates, der König, Jesus, die Zauberin Circe, Herr Soros, sogar ein ganzes Schweineballett tritt auf. Bei Jelinek gibt’s Zaubertrank für jeden und das Virus inklusive. Das ergreift auch gleich selbst das Wort, bis alle menschlichen Organe Alarm schlagen, während Circe Odysseus zu einer Reise der ganz besonderen Art einlädt: Vom Berg runter geht es direkt in den Schweinemagentrakt und von dort in den Hades, wo alle mit Blindheit geschlagen sind. Wie blind kann man sein? Der Text selbst ist eine Odyssee der Wahrheitssuche inmitten einer Welt, in der »der Vorgang des Sehens vom Vorgang des Blindseins abgelöst« wird. In Zeiten von Pandemie und Populismus lotet Jelinek die sich selbst bedrohende zivile Vernunft aus – mal komisch, mal tragisch und immer messerscharf.

Lärm. Blindes Sehen. Blinde Sehen! Was ich sagen wollte

Von: Elfriede Jelinek

Premiere/Uraufführung am Schauspiel Frankfurt: Freitag, 20. Mai 22 (Schauspielhaus)

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Jana Findeklee, Joki Tewes
Musik: Sven Kaiser
Choreografie: Sabina Perry
Dramaturgie: Julia Weinreich
Licht: Frank Kraus

Mit: Heidi Ecks, Christina Geiße, Agnes Kammerer, André Meyer, Heiko Raulin, Melanie Straub, Susanne-Marie Wrage

Die nächsten Vorstellungen: 23. Mai um 19.30 Uhr & 29. Mai um 18.00 Uhr


Power

Der Hund der einsamen alten Frau Hitschke ist verschwunden. Das elfjährige Mädchen Kerze, das im Dorf dafür bekannt ist, dass es seine Versprechen eisern hält, beginnt die Suche nach dem entlaufenen Tier. Mit ihrem rhetorischen Geschick und sensiblen Gespür für die Ungerechtigkeit der Welt gelingt es Kerze, alle Kinder des Dorfes um sich zu versammeln, die im Verlauf der Suche der sogenannten zivilisierten Welt der Erwachsenen den Rücken kehren und als Hunderudel im Wald leben.

Der Roman »Power« von Verena Güntner ist ein beklemmendes Porträt ländlichen Lebens und ein Meisterstück allegorischen Erzählens, mit dem die Autorin der Gesellschaft den Spiegel vorhält. Der Theaterregisseur und Musiker Markolf Naujoks bearbeitet den Roman als Uraufführung für die Bühne und entwickelt gemeinsam mit den Spieler:innen aus dem Studiojahr Schauspiel eine Darstellungsform für den surrealen und radikalen Stoff.

Power

Nach Verena Güntner

Uraufführung am Schauspiel Frankfurt: Freitag, 6. Mai 22 (Kammerspiele)
Eine Koproduktion mit der Hessischen Theaterakademie

Regie und Musik: Markolf Naujoks
Bühne und Kostüm: Lena Schmid
Dramaturgie: Lukas Schmelmer

Mit: Amaru Albancando*, Abdul Aziz Al Khayat*, Luise Ehl*, Lenz Moretti*, Toni Pitschmann*, Philipp Alexej Voigtländer*
*Mitglieder des Studiojahr Schauspiel

Die nächsten Vorstellungen: 15. / 27. Mai um 20.00 Uhr

Das Studiojahr Schauspiel wird ermöglicht durch die Crespo Foundation und Aventis Foundation


Gegen die Vereinzelung ~ Lieder für ein friedvolles Miteinander

Die gestalterische Arbeit am Lied ist Teil der Ausbildung des Studiojahrs und findet ihren Höhepunkt im diesjährigen Liederprogramm »Gegen die Vereinzelung«, zu dem die sechs Studierenden herzlich einladen!
Singend Geschichten erzählen und darin glaubhaft sein – unter der musikalischen Leitung von Günter Lehr präsentieren die Studierenden Lieder-Geschichten von Bob Dylan über Tocotronic und Georg Danzer bis zu Hildegard Knef. Es sind Geschichten gegen die Kälte der Vereinzelung. Vieles war für die Studierenden im vergangen Jahr nicht möglich, was gerade für Schauspielstudierende unabdingbar ist: das Partner:innen-Spiel, die körperliche Nähe und das gemeinsame Singen. Trotz digitaler Unterrichte und nur weniger direkter Kontakte, haben sie dennoch Wege »Gegen die Vereinzelung« gefunden. So erzählen ihre Lieder von Liebe, dem unbedingten Wunsch nach Freiheit und Gemeinschaft und fragen: Was können wir gegen die Vereinzelung tun, um gemeinsam in friedfertiges Handeln zu kommen? Wie können wir vermeintlichen Eindeutigkeiten entgegentreten, die die Welt in Schwarz und Weiß einteilen, gewaltförmig sind und Chancen verbauen? Wie kann es uns gelingen, unsere Gesellschaft als Gemeinschaft zu denken und verbunden zu handeln?
Das Studiojahr Schauspiel wird ermöglicht durch die Crespo Foundation und die Aventis Foundation.

Gegen die Vereinzelung ~ Lieder für ein friedvolles Miteinander

Premiere am Schauspiel Frankfurt: Dienstag, 24. Mai 22 (Box)

Szenische Einrichtung: Helena Jackson
Musikalische Einrichtung: Günter Lehr
Ausstattung: Lina Vahsen & Doro Vene
Mentorin: Julia Weinreich

Mit: Amaru Albancando, Abdul Aziz Al Khayat, Luise Ehl, Lenz Moretti, Toni Pitschmann, Philipp Alexej Voigtländer


Extras

Rainald Grebe: Das Münchhausenkonzert
Freitag, 6. Mai (Schauspielhaus)

Bookpink
Von Caren Jeß
Regie: Leon Bornemann
Dienstag, 10. Mai 22 (Box)

Deutscher Sachbuchpreis 2022: Die Nominierten
Zeitanalysen, Geschichtsbohrungen, Zukunftsdiagnosen – die wichtigsten neuen Sachbücher
Sonntag, 15. Mai 22 (11:00 Uhr; Schauspielhaus)

Transformation(en) ~ Bühne für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung
#7 »Die Schönheit der Differenz« – Buchvorstellung mit Hadija Haruna-Oelker
Sonntag, 29. Mai 22 (Kammerspiele)

schauspielfrankfurt.de