Heidelberger Frühling Musikfestival 2027

Kebyart (© IGOR STUDIO)
  • 30 Jahre Heidelberger Frühling
  • 13. März bis 17. April 2027
  • „Klang der Zeit“
  • Letzter Jahrgang unter der Intendanz von Thorsten Schmidt
  • Ticketvorverkauf startet am 19. Oktober

Mit der Festivalsaison 2026/27 feiert der Heidelberger Frühling sein 30 -jähriges Jubiläum. Es ist zugleich die letzte Spielzeit unter der Intendanz von Thorsten Schmidt, der das Festival 1997 mitbegründet hat.

Das Heidelberger Frühling Musikfestival 2027 findet vom 13. März bis 17. April unter dem Motto „Klang der Zeit“ statt und stellt damit einen Grundsatz in den Mittelpunkt, dem der Heidelberger Frühling seit seiner Gründung verpflichtet ist: dass Musik nie losgelöst von ihrer Gegenwart entsteht, sondern von ihr Zeugnis ablegt. Jeder Festivaljahrgang seit 1997 war als ein eigener Klang seiner Zeit konzipiert. Die Themen der Konzertprogramme, die Entwicklung neuer Formate und die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern spiegelten dabei die gesellschaftlichen Debatten, Hoffnungen und Herausforderungen ihrer jeweiligen Gegenwart. Im diesjährigen Jahrgang soll das besonders deutlich werden.

Igor Levit
(© peterrigaud.com)

Höhepunkte der 99 Konzerte an 16 Spielorten bilden der Beethoven-Schwerpunkt „Levits Blick auf Beethoven“ mit Pianist und Co -Künstlerischem Leiter des Festivals Igor Levit, Gastspiele großer internationaler Orchester und einzigartiger Klangkörper, Konzerte mit den renommierten Geigerinnen unserer Zeit, ein Wochenende mit dem Komponisten und Förderpreisträger Komposition 2025 der Ernst von Siemens Musikstiftung Bastien David sowie die neue Konzertreihe „Discovery“, in der sich sieben junge Künstler*innen und Ensembles vorstellen.

Zu Gast im Festival sind Künstler*innen wie Igor Levit, Julia Fischer, Vladimir Jurowski, Hilary Hahn, Jörg Widmann, Mao Fujita, Philippe Herreweghe, Lisa Batiashvili, Lucas und Arthur Jussen, Vilde Frang, Chilly Gonzales, Isata Kanneh-Mason, Veronika Eberle und Mirga Gražinytė -Tyla sowie international renommierte Orchester wie das London Philharmonic Orchestra, City of Birmingham Symphony Orchestra, Camerata Salzburg, Aurora Orchestra, B’Rock Orchestra, Chineke! Orchestra oder The Trinity Sinfonia.

Die jungen Nachwuchsmusiker*innen des Festivalcampus sind in 22 teils selbst kuratierten Konzerten zu erleben – darunter einige der 12 re:start-Konzerte in den Heidelberger Stadtteilen bei freiem Eintritt.

Insgesamt bietet der Heidelberger Frühling in der Jubiläumssaison 2026/27 in den Festivals, Konzertreihen und der Liedakademie rund 140 Veranstaltungen an.

Tickets für das Heidelberger Frühling Musikfestival und das Streichquartettfest 2027 sind ab Montag, 19. Oktober 2026, 10 Uhr erhältlich, online unter heidelberger-fruehling.de, telefonisch unter +49 (0)6221 584 00 44 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Das gesamte Programm findet sich unter heidelberger-fruehling.de.


Eröffnungskonzert

Eröffnet wird das Heidelberger Frühling Musikfestival mit den Wegbegleiter*innen des Festivals Igor Levit, Julia Hagen und Jörg Widmann, die gemeinsam mit dem Festivalcampus auf ihre Weise zum Geburtstag gratulieren. Im zweiten Teil des Abends ist das Bühnenspektakel „REVOLTA“ mit der Geneva Camerata und Tänzer*innen im Konzerthaus Stadthalle Heidelberg zu erleben, das in einer spektakulären Performance Dmitri Schostakowitschs Fünfte Sinfonie und Streetdance zusammenbringt.

Beethoven-Schwerpunkt

Anlässlich des 200. Todestags Ludwig van Beethovens im Jahr 2027 widmet sich Pianist und Co-Künstlerischer Leiter des Festivals Igor Levit den Klaviersonaten des Komponisten. In einem Solorezital und der fünfteiligen Reihe „Levits Blick auf Beethoven“ erschaffen Igor Levit, sein Meisterschüler Dongping Wang, das feinsinnige Armida Quartett und der stimmgewaltige Solistenchor Bremen ein farbenreiches Prisma, das in vielfältigen Brechungen die Zeitlosigkeit von Beethovens Musik erfahrbar macht.

Erstmals bietet das Musikfestival auch Veranstaltungen am Ostermontag an: Cellist Jean-Guihen Queyras und Pianist Alexander Melnikov setzen den Beethoven-Schwerpunkt fort, indem sie in zwei Konzerten alle Werke für Violoncello und Klavier auf Originalinstrumentarium aufführen.

Mit dem Projekt „A Soulful Missa“ wird Beethovens „Missa solemnis“ neu gelesen – erweitert um eigene Texte und rhythmusgetriebene Elemente aus Neo-Soul und Hip-Hop. Entwickelt und uraufgeführt wurde das Projekt von A Song For You, einem Kollektiv Schwarzer, indigener und ethnisch diverser Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Gesang und Tanz. Den Orchesterpart übernimmt das junge und dynamische ensemble reflektor, die Leitung Yudania Gómez Heredia, kürzlich mit Superstar Rosalía auf Tour und beim Heidelberger Frühling Musikfestival auch als improvisierende Organistin zu erleben.

Einzigartige Klangkörper

Dieser Festivaljahrgang stellt unterschiedliche Orchester und ihre Eigenheiten vor: Das Ensemble Resonanz, seit seiner Gründung 1994 ohne festen Dirigenten, führt Beethovens Fünfte Sinfonie im Format „2x Hören“ unter der Leitung von Riccardo Minasi und Enno Poppes Werk „Wald“ als Wandelkonzert in der Heiliggeistkirche auf.

Die Zukunft der klassischen Musik jenseits aller Grenzen – nichts weniger repräsentiert das Chineke! Orchestra, eines der weltweit ersten Sinfonieorchester überwiegend Schwarzer und ethnisch diverser Musikerinnen und Musiker, gegründet 2015 in London. Bei seinem Heidelberg-Debüt stehen neben Mozarts epochaler „Jupiter -Sinfonie“ Werke von dessen zeitweiliger Klavierpartnerin Marianna von Martines und seines Zeitgenossen Joseph Bologne sowie ein neues Auftragswerk der jungen Liverpooler Komponistin Nneka Cummins auf dem Programm.

Das Londoner Aurora Orchestra spielt große Sinfonien auswendig und im Stehen, oft auch verteilt im Saal. Unter der Leitung von Nicholas Collon bringen sie die „Symphony fantastique“ von Berlioz auf die Bühne.

Das schwedische O/Modernt Kammerorchester um Geiger und Leiter Hugo Ticciati kehrt nach seiner fulminanten Residenz 2026 zurück zum Festival. Hier trifft Barock auf Rock, Minimalismus auf Romantik. Purcell steht neben Radiohead, Bach neben Muse.

Auch große traditionsreiche Flaggschiffe sind zu Gast: das London Philharmonic Orchestra unter Vladimir Jurowski mit Wagners Parsifal-Vorspiel und Bruckners Sinfonie Nr. 7, und das City of Birmingham Symphony Orchestra mit seiner Chefdirigentin Mirga Gražinytė -Tyla und Dvořák s „Aus der Neuen Welt“. Das Festivalfinale gestaltet die Trinity Sinfonia mit Beethovens Siebter Sinfonie. Es besteht aus renommierten Kammermusikgrößen, zusammengeführt von Pianist und Künstlerischem Leiter Fabian Müller.

Große Geigerinnen

Mit Hilary Hahn, Julia Fischer, Lisa Batiashvili, Vilde Frang, Veronika Eberle und Bomsori Kim sind sechs herausragende Geigerinnen mit großem Orchester oder im konzentrierten Duoabend zu erleben: Hilary Hahn mit Mendelssohns Violinkonzert und dem London Philharmonic Orchestra unter Vladimir Jurowski; Julia Fischer mit Händel, Respighi und Beethoven mit ihrer Klavierpartnerin Yulianna Avdeeva; Lisa Bathiashvili mit ihrem Landsmann Giorgi Gigashvili am Klavier und Beethoven, Prokofjew, Franck und einer Deutschen Erstaufführung von Josef Bardanashvili; Vilde Frang mit dem B’Rock Orchestra und Sopranistin Julia Doyle und einem reinen Bach -Abend; Veronika Eberle mit der Trinity Sinfonia unter Fabian Müller und dem A-Dur Violinkonzert von Mozart; und Bomsori Kim mit dem auswendig spielenden Aurora Orchestra unter Nicholas Collon und dem Violinkonzert von Tschaikowsky.

Komponistenportrait Bastien David

Der französische Komponist Bastien David, Förderpreisträger Komposition 2025 der Ernst von Siemens Musikstiftung, schlägt für zwei Tage seine Zelte in Heidelberg auf und bringt dabei nicht nur seine eigene Kompagnie „Les Insectes“, sondern auch das von ihm erfundene Instrument „Métallophone“ mit. Verschiedene Konzerte und Veranstaltungen machen sein Schaffen erfahrbar – bis hin zum partizipativen Mitmachkonzert. Im moderierten Komponistenportrait mit Gespräch und Musik bietet sich vorab die Gelegenheit, den Fokuskünstler und seine Perspektiven näher kennenzulernen.

Festivalcampus

Ein Hauptanliegen des Heidelberger Frühling ist es seit jeher, dem künstlerischen Nachwuchs kreative Schutzräume zu bieten, in denen er Experimentieren und eine eigene Handschrift entwickeln kann. Ausgehend vom Festivalmotto entwickeln die 19 Nachwuchsmusiker*innen des Festivalcampus eigene Konzert- und Programmkonzepte. Die Künstler*innen präsentieren sich als Ensemble oder in kleineren Formationen in 22 Konzertprogrammen und auch wieder als zentrale Akteur*innen in den re:start-Konzerten in den Heidelberger Stadtteilen.

Discovery

Mit der Reihe „Discovery“ findet ein neues Format seinen Weg ins Festivalprogramm. Sieben Kurzkonzerte mit feinster Kammermusik bieten dem Publikum die Chance, junge Künstler*innen zu entdecken, die die Zukunft der klassischen Musik prägen werden. Mit Carlos Ferreira, Solo-Klarinettist des Concertgebouworchest Amsterdam, der Pianistin Arielle Beck, empfohlen von Igor Levit, und dem Klavierduo Neeb, ausgezeichnet beim Deutschen Musikwettbewerb, erwarten das Publikum spannende Heidelberg-Debüts. Und mit dem Pianisten Kunal Lahiry, der Posaunistin Maxine Troglauer, der Bratschistin Sindy Mohamed und der Geigerin Chiara Sannicandro mit ihrem Trio Brontë kehren Alumni der Festival-Nachwuchsprogramme zurück, die in ihren persönlichen Programmen eine zukunftsgewandte Haltung an den Tag legen.

Für Kinder, Jugendliche, Familien und Schulklassen

Für Kinder, Jugendliche, Familien und Schulklassen hält das Heidelberger Frühling Musikfestival ein Angebot aus Familienkonzerten, einem Babykonzert, Workshops und offenen Proben bereit. Für alle anderen Festivalkonzerte gilt das Familienticket: Jedes Mitglied der Familie* zahlt nur die Hälfte des regulären Ticketpreises.

re:start

Das Erfolgskonzept re:start mit seinen kostenfreien Konzerten in den Heidelberger Stadtteilen ist seit 2022 ein fester Bestandteil des Festivalprogramms. Die Idee ist es, durch niedrigschwellige Angebote gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und gleichzeitig junge Künstler*innen zu fördern. Während des Musikfestivals 2027 finden insgesamt 12 re:start-Konzerte statt: in der Altstadt, Südstadt, Neuenheim, Boxberg, Emmertsgrund, Rohrbach, Wieblingen oder Ziegelhausen. Gestaltet werden die Veranstaltungen von den Musiker*innen des Festivalcampus und der Liedakademie.

Spielstätten

Das 1903 eröffnete Konzerthaus Stadthalle Heidelberg ist seit der Gründung des Heidelberger Frühling im Jahr 1997 Hauptspielstätte und Heimat des Musikfestivals – und ab 2027 auch des Streichquartettfests. Sie wurde bis 2025, dank der großzügigen Unterstützung des Heidelberger Unternehmers und Ehrenbürgers Wolfgang Marguerre, seiner Familie und seinem Unternehmen Octapharma, umfassend saniert. Weitere Spielstätten sind u.a. die Aula der Alten Universität Heidelberg, die Heiliggeistkirche, die Jesuitenkirche, die Peterskirche sowie Spielstätten in den Stadtteilen für die Reihe re:start.

heidelberger-fruehling.de