DER FAUST 2026: PERSPEKTIVPREIS DER LÄNDER

Puppentheater Magdeburg (Hauptgebäude) / Foto: © PTM

Ausgezeichnet wird das Europäische Zentrum für Puppenspielkunst – quartier p.

Der Sonderpreis wird im Rahmen des Deutschen Theaterpreises DER FAUST 2026 am 14. November im Hessischen Staatstheater Wiesbaden verliehen. Mit quartier p. entwickelt das Puppentheater Magdeburg gemeinsam mit seinen Hochschulpartnern ein Europäisches Zentrum für Puppenspielkunst, das Ensembletheater, Figurensammlung, Festival, Ausbildung, Forschung und technologische Entwicklung miteinander verbindet. Ziel ist, die Kunstform langfristig zu stärken, Perspektiven für ihre Vermittlung und Weitergabe zu eröffnen und Magdeburg als europäischen Kompetenz- und Begegnungsort der Puppenspielkunst zu etablieren.

In der Begründung der Jury heißt es:

»Bis 2027 entsteht im alten Bahnhof Buckau in Magdeburg das Europäische Zentrum für Puppenspielkunst – quartier p. Ein Ort, an dem Produktion, Ausbildung und Weiterentwicklung dieser traditionsreichen Kunstform zusammenkommen. Mit dem Puppentheater Magdeburg, dem renommierten Festival blickwechsel und der mehr als 1200 Exemplare zählende Figurensammlung ist die Infrastruktur ideal. Es entsteht ein einmaliger Schulterschluss von Akteur:innen, die gemeinsam die Puppenspielkunst weiterentwickeln. Quartier p. wird in dieser Aufstellung weltweit ausstrahlen.

Mit der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart soll ab dem Sommersemester 2027 Deutschlands erster Masterstudiengang ›Regie im Puppentheater‹ entstehen. Parallel verbindet das von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Projekt ÜBERMORGEN mit der Hochschule Magdeburg-Stendal Puppenbaukunst, Design und neue Technologien – mit der Perspektive auf einen neuartigen Studiengang ›Puppenbaukunst‹.

Besonders überzeugt die zukunftsorientierte Ausrichtung des Projekts: Die Puppenspielkunst wird nicht nur in allen Facetten sichtbar, sondern erhält als Forschungsobjekt und Ausbildungsziel auch eine Perspektive. Das besondere Engagement des Puppentheaters Magdeburg, das seine Position als Leuchtturm und Publikumsmagnet für diese Kunstform weiter ausbaut und die breite Vernetzung, insbesondere mit den Hochschulen, schaffen beste Voraussetzungen, eine neue Generation von Theaterschaffenden für diese Kunstform zu begeistern.«

Über den Perspektivpreis der Länder entscheidet eine eigens dafür eingesetzte Jury. Zu den Jury-Mitgliedern gehören 2026: Dorothea Hartmann für den Künstlerischen Ausschuss des Deutschen Bühnenvereins, Claudia Schmitz für den Deutschen Bühnenverein, Eric Seng für den Kulturausschuss der Kulturministerkonferenz und Dr. Christine Regus für die Kulturstiftung der Länder.


Sabine Schramm, Intendantin des Puppentheaters Magdeburg betont:

»Wir freuen uns sehr über den Perspektivpreis der Länder. Für uns bedeutet diese Auszeichnung: Wir haben Zukunft. Und damit meine ich nicht nur unser Theater, sondern die Puppenspielkunst selbst. Gerade jetzt, wo in Sachsen-Anhalt um Kunstfreiheit und Kulturförderung gerungen wird, ist diese Auszeichnung mehr als eine Ehrung. Sie ist ein Bekenntnis, unsere Kunst nicht nur zu bewahren, sondern ihr neue Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen. Dass die Stadt Magdeburg und das Land Sachsen-Anhalt diesen Weg politisch und finanziell tragen, macht mir Mut. Der Preis macht unsere Arbeit bundesweit sichtbar – und Sichtbarkeit ist auch eine Form von Schutz. Dafür danke ich allen, die diesen Weg mit uns gehen.«

Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder erklärt:

»Dass mit dem quartier p. gerade in Magdeburg, wo die Puppenspielkunst eine lange Tradition hat, ein europäisches Zentrum für diese Kunstform entstehen soll, halte ich für besonders überzeugend. Das Konzept verbindet die Sammlung und Bewahrung des kulturellen Erbes mit lebendiger Theaterpraxis und neuen Möglichkeiten der Ausbildung und Vermittlung. Davon verspreche ich mir wichtige Impulse für die Puppenspielkunst. Genau solche zukunftsweisenden Ansätze möchte der Perspektivpreis der Länder würdigen.«


Mit dem Perspektivpreis werden zukunftsgerichtete Initiativen und Projekte, die modellhaft Perspektiven zur Weiterentwicklung von Theatern und Orchestern aufzeigen, ausgezeichnet. Diese umfassen sowohl ästhetisch-künstlerische Ansätze als auch organisatorische und strukturelle Herangehensweisen und vor allem auch gesellschaftliche und kulturpolitische Initiativen. Sie zeigen, dass Theater Orte des Dialogs und damit Bastionen der Demokratie sind. Der Perspektivpreis der Länder möchte das vielfältige Engagement der Theater und Orchester sowie ihren Einsatz für Vielfalt, für Gerechtigkeit, für Freiheit und Solidarität und für die Demokratie sichtbar machen.

PREISVERLEIHUNG AM 14. NOVEMBER

Mehr als 60 Künstler:innen und Kollektive sind in diesem Jahr in zwölf Kategorien für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert. Die künstlerische Leitung der Preisverleihung im Hessischen Staatstheater Wiesbaden übernimmt Regisseur Sebastian Nübling.

LIVESTREAM DER PREISVERLEIHUNG

Für alle, die nicht vor Ort im Hessischen Staatstheater Wiesbaden dabei sein können, wird die Preisverleihung ab 19 Uhr auf der Webseite des Deutschen Bühnenvereins live gestreamt.

DER FAUST extra

»Wem gehört die Stadt?« Diese Frage diskutieren Menschen aus Kultur, Politik und Wissenschaft, aus Wiesbaden und der Welt auf dem Podium und mit dem Publikum: DER FAUST extra von 15 bis 16:30 Uhr im Kleinen Haus des Staatstheaters Wiesbaden.

VERANSTALTER, PARTNER UND FÖRDERER

Der Deutsche Theaterpreis DER FAUST 2026 wird veranstaltet von dem Deutschen Bühnenverein und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder. Er wird gefördert durch das Land Hessen und die Landeshauptstadt Wiesbaden. Veranstaltungspartner ist das Hessische Staatstheater Wiesbaden, Medienpartner sind 3sat und DIE DEUTSCHE BÜHNE.

buehnenverein.de / puppentheater-magdeburg.de