Programm gegen das Vergessen am Schauspiel Köln

„Mein Vater wird gesucht“ ~ Schauspiel Köln ~ Jonathan Heck Quartett ~ © Danny Kötter

Eine Premiere, zwei Gastspiele und eine Wiederaufnahme

Gegen das Vergessen und zum Gedenken an die Opfer des Holocaust gibt es am Schauspiel Köln in den kommenden Wochen mehrere Veranstaltungen.

„Monster“ nach dem Roman von Yishai Sarid

Mit seinem Roman „Monster“ legt Yishai Sarid die Wunden der Erinnerung frei und richtet den Blick auf die Gegenwart. Der namenlose Ich-Erzähler konfrontiert sich als Guide israelischer Schülergruppen in den Gedenkstätten der nationalsozialistischen Vernichtungslager intensiv mit der Shoah. Doch die permanente Auseinandersetzung mit dem Grauen bleibt nicht ohne Folgen: Die Geschichte beginnt, sich in sein Denken und Handeln einzuschreiben. Der israelische Regisseur Itay Tiran, zuletzt mit „Onkel Wanja“ auf der Shortlist des Berliner Theatertreffens, bringt den Roman am Freitag, 30. Oktober (20 Uhr), im Kleinen Haus am Offenbachplatz als Monolog mit Steffen Siegmund zur deutschsprachigen Erstaufführung. Weitere Termine sind am 5. und 22. November.

„Mein Vater wird gesucht“ als musikalische Lesung

Schauspieler und Komponist Jonathan Heck ist mit seinem Trio am Sonntag, 8. November (20 Uhr), zu Gast im Kleinen Haus. In ihrer Produktion „Mein Vater wird gesucht“ verbinden sie autobiografische Erzählungen der Holocaust-Überlebenden Lucille Eichengreen mit eigenen Kompositionen. Den dramaturgischen Rahmen bildet das Arbeiterlied „Mein Vater wird gesucht“ (1935) des antifaschistischen Kommunisten Hans Drach. Der Abend ist eine Hommage an jene Stimmen, die aus politischen, rassistischen oder weltanschaulichen Gründen ausgelöscht werden sollten – und ein eindringlicher Appell gegen das Vergessen. Bekannt geworden ist das Trio um Jonathan Heck durch die Zusammenarbeit mit Danger Dan für dessen Live-Tournee zum Soloalbum „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“. Auch für das neue Programm „Keine Angst“ verantwortet Heck die Streicherarrangements und steht mit seinen Musikern bei der Live-Tournee mit Danger Dan auf der Bühne.

„Mutters Courage“ von George Tabori

Auch in George Taboris „Mutters Courage“ geht es um die Geschichte einer Überlebenden. Es ist seine Mutter, Elsa Tabori, die 1944 in Budapest auf der Straße verhaftet und mit 4030 Anderen im Viehwagen nach Auschwitz deportiert wird. In der Inszenierung von Thomas Bockelmann spielen Sigrun Schneider-Kaethner als Elsa Tabori und Thomas Bockelmann selbst als George Tabori. Die Produktion kommt am Montag, 9. November (20 Uhr), ins Kleine Haus.

„Vergeltung“ als Live-Hörspiel in Dunkelheit

Auch die Inszenierung „Vergeltung“ wird ab dem 22. November wieder in das Programm aufgenommen. Sebastian Baumgarten hat den eindringlichen Text über die Schrecken des Krieges von Gert Ledig als Live-Hörspiel in Dunkelheit, unterbrochen von sechs Bildern, inszeniert. Die Wiederaufnahme beginnt um 18 Uhr, um 17.30 Uhr gibt es eine Einführung. Insgesamt sind nur wenige Vorstellungstermine geplant.


Tickets für alle Veranstaltungen gibt es an der Vorverkaufskasse (im Kleinen Haus am Offenbachplatz) sowie unter schauspielkoeln.de oder 0221/22128400.