OPEN-PORT-PREIS für junge Regie und Dramaturgie verliehen

Festival PAD 04 in Wiesbaden: OPEN-PORT-PREIS für junge Regie und Dramaturgie geht an Regisseurin Rahel Hofbauer (Foto: Sophie Schüler)

Festival PAD 04 in Wiesbaden: OPEN-PORT-PREIS für junge Regie und Dramaturgie geht an Regisseurin Rahel Hofbauer, das Team Flamboyance und Ensemble mit der Adaption von „Sonnenstrahl im Kopfsalat”

Das PAD-Festival Performing Arts & Digitalität hat gestern Abend in einer feierlichen Preisverleihung in der WARTBUNG in Wiesbaden den OPEN-PORT-PREIS für junge Regie und Dramaturgie verliehen.

Der OPEN-PORT-PREIS 2026, der mit einem einmonatigen Forschungsaufenthalt in der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund verbunden ist, geht an die Adaption von “Sonnenstrahl im Kopfsalat”, an die Regisseurin Rahel Hofbauer, das Team Flamboyance und Ensemble.

In der installativen Theateraufführung für ein Publikum ab zehn Jahren geht es um David, der Demenz hat. Ständig verlegt er Dinge, vergisst Termine und verirrt sich in seiner eigenen Wohnung – in seinem Gehirn kämpfen die beiden Aminosäuren Tyra und Argi gegen das Vergessen. Wie könnte es in einem Kopf aussehen, in dem Erinnerungen langsam verloren gehen? Und was bleibt, wenn alles Erlebte vergessen wurde?

Wiesbaden: OPEN-PORT-PREIS für junge Regie und Dramaturgie geht an Regisseurin Rahel Hofbauer
Rahel Hofbauer, Team Flamboyance, Ensemble

Foto: Sophie Schüler

Eine immersive Szenographie, lustvolles Schauspiel und das komplexe Sounddesign interagieren und erzählen gemeinsam über den Verlust von Erinnerung, Gemeinschaft und zuletzt Identität. Dabei zeigt die Produktion eindrucksvoll, wie mit technologischen Mitteln das Nicht-Greifbare, das Ringen mit der unbarmherzigen Krankheit Demenz, erlebbar gemacht werden kann.

Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:

„In ihrer emotionalen und phantasievollen Inszenierung erweitern sie die Mittel des Theaters, um uns erleben zu lassen, was es heißt, einen Menschen beim allmählichen Verschwinden zu begleiten. Als Erzählmotor dienen die Mechanismen eines an Demenz erkrankten Organismus. Eine unberechenbare Versuchsanordnung, die uns durch ein im Zerfall befindliches Gehirn führt. Der vorliegende Theatertext wird neu konfiguriert, erweitert und mit neuen Technologien verschaltet. Dafür entwickelt die Inszenierung einen immersiven Bühnenraum, verknüpft Spieler:innen mit dreidimensionalem Sounddesign, zieht Stränge zwischen Text und Szenographie und verbindet lustvolles Schauspiel mit präziser Technik. Diesen Weg, dieses Zuwenden zu allen verfügbaren Erzählmitteln möchten wir unterstützen. Mit dem Open-Port Preis laden wir deshalb die Regisseurin Rahel Hofbauer ein, das Potential von Technologie als eigenständige Akteurin weiter zu erkunden. Als Vermittlerin von scheinbar Unvermittelbarem im Theater.“

Der OPEN-PORT-PREIS für junge Regie und Dramaturgie wurde von der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste 2024 erstmals ausgelobt und wird in diesem Jahr das zweite Mal verliehen. Er soll neue Impulse in der künstlerischen Auseinandersetzung mit Theater im Zeitalter der Digitalität setzen. Nominiert waren drei Produktionen von Berufsanfänger:innen und Studierenden aus Salzburg, Gießen und Hamburg, die mit innovativen Ansätzen in Theater und Digitalität überzeugten.

Die Jury des OPEN-PORT-PREISES bestand in diesem Jahr aus:

  • DANIELA GINTEN, Festivalleiterin und Gründerin des PAD – Performing Arts & Digitalität
  • MARCUS LOBBES, Intendant der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund
  • KRISTINA MALYSEVA, Autorin, Dramaturgin und Regisseurin mit dem Schwerpunkt KI-basiertes Storytelling. Sie war Gewinnerin des OPEN PORT PREISES 2024.
  • LUKAS REHM, Künstler und Musiker in den Bereichen Neue Medien, Installationskunst, Dokumentation, experimentelle Fiktion und (Musik-)Theater
  • HANKE WILSMAN und JOST VON HARLEẞEM. Performance-Kollektiv F. Wiesel, deren Theaterproduktionen und Installationen analoge und digitale Technologien verbinden

Die drei nominierten Produktionen waren in diesem Jahr:

  • SONNENSTRAHL IM KOPFSALAT. Ein Klangtheaterstück nach Holger Schober vom Kollektiv Flamboyance
  • THE SERVICE von Lili Süper
  • ZONES OF SIMULATION: Choreografien ziviler Körper im militärischen Training von Mel Brinkmann

Alle Produktionen waren beim diesjährigen PAD 04 Festival in Wiesbaden zu sehen.
Die vierte Ausgabe des PAD Festivals Performing Arts & Digitalität, das noch bis Sonntag, den 25.10. in Wiesbaden stattfindet, präsentiert ein abwechslungsreiches Programm, das neben einer Fachkonferenz, interessante hybride Formate in einer Mischung aus Live-Performance und Installation oder VR-Immersion beinhaltet.
Beim PAD ist das Publikum aktiver Teil der künstlerischen Versuchsanordnung und kann Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und Teilhabe erleben innerhalb der Theaterinszenierung erleben.

Das PAD-Festival Performing Arts & Digitalität ist bundesweit das einzige Theaterfestival, das die Darstellenden Künste konsequent im Spannungsfeld von Digitalität verortet. In diesem Jahr liegt der Fokus auf den drängenden Fragen rund um KI, Simulation, Klang, Interaktion und gesellschaftliche Verantwortung.

Das detaillierte Festivalprogramm ist online und steht auch als handliches Leporello zum Download bereit:
performingarts.digital
Tickets gibt’s unter: performingarts.digital/tickets

Das Festival PAD – Performing Arts & Digitalität ist eine Veranstaltung der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Kooperation mit der Akademie für Theater und Digitalität, Dortmund und dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Es findet vom 22.–25.10.2026 im Staatstheater Wiesbaden, im Kurhaus, in der Marktkirche und im Heimathafen in der Landeshauptstadt Wiesbaden statt.

PAD 04 wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und die Landeshauptstadt Wiesbaden sowie unterstützt durch das Nationale Performancenetz Gastspielförderung Theater, von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.
Medienpartner sind Die Deutsche Bühne und SENSOR WIESBADEN.

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