Internationales Publikum wählt den in Bayern beheimateten Klangkörper in ihrem 80. Jubiläumsjahr zum Orchester des Jahres
Die Bamberger Symphoniker sind bei den Gramophone Classical Music Awards 2026 als „Orchestra of the Year“ ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung findet am 7. Oktober in den De Vere Grand Connaught Rooms in London statt.
Über die Auszeichnung entschied das internationale Publikum: Neben den Bamberger Symphonikern hatte die Redaktion des britischen Klassikmagazins Gramophone das Los Angeles Philharmonic, das London Philharmonic Orchestra, Il Pomo d’Oro, das Tonhalle-Orchester Zürich und das Pittsburgh Symphony Orchestra nominiert. Bis zum 25. August 2026 konnten Klassikfans weltweit für ihren Favoriten abstimmen. „Orchestra of the Year“ nimmt innerhalb der Gramophone Awards eine besondere Stellung ein: Als einzige Kategorie wird die Auszeichnung ausschließlich durch ein Publikumsvotum vergeben.
Der Wahl vorausgegangen war ein durchaus erfolgreiches Jahr, unter anderem auf Tonträger. Im Zentrum der Nominierung stand die bei Deutsche Grammophon erschienene Gesamteinspielung der Symphonien von Bohuslav Martinů unter Chefdirigent Jakub Hrůša, die Gramophone im Juli als „Recording of the Month“ ausgezeichnet hatte. Kritiker David Gutman beschrieb Hrůšas Interpretation als „luminous and assured“. In einem begleitenden Beitrag hob Nigel Simeone zudem hervor, wie sehr Hrůša und die Bamberger Musiker:innen mit diesen Symphonien vertraut seien, ihre inneren Zusammenhänge verstünden und Martinůs schwer greifbare musikalische Sprache erfassten.
Auch die stilistische Bandbreite der jüngsten Einspielungen floss in die Nominierung ein. Gramophone verwies unter anderem auf Mozarts Klavierkonzerte Nr. 9 und 22 mit Jan Lisiecki unter Manfred Honeck, eine Aufnahme rund um Richard Strauss’ Ein Heldenleben unter Jakub Hrůša sowie die Violinkonzerte von Bruch und Korngold mit Bomsori.

(© Marian Lenhard)
Für Jakub Hrůša, der seit 2016 als Chefdirigent an der Spitze der Bamberger Symphoniker steht, verleiht gerade die Entscheidung des Publikums der Auszeichnung eine besondere Bedeutung:
„Diese Auszeichnung bedeutet mir sehr viel. Nach zehn Jahren mit den Bamberger Symphonikern weiß ich mehr denn je, was dieses Orchester so besonders macht: seine Neugier und Offenheit, seinen unverwechselbaren Klang und vor allem das außergewöhnliche Engagement, mit dem sich jede einzelne Musikerin und jeder einzelne Musiker unserer gemeinsamen Arbeit widmet. Dass diese Anerkennung unmittelbar vom Publikum kommt, berührt mich besonders. Denn Musik wird erst dann wirklich lebendig, wenn sie Menschen erreicht – und diese Verbindung zu unseren Zuhörerinnen und Zuhörern steht seit jeher im Zentrum unserer Arbeit.“
Jakub Hrůša
Die Wahl zum „Orchestra of the Year“ fällt zugleich in das 80. Jubiläumsjahr der Bamberger Symphoniker. Seit ihrer Gründung im Jahr 1946 haben sie sich von Bamberg aus zu einem international gefragten Klangkörper entwickelt. Rund 8.000 Konzerte in mehr als 500 Städten und 64 Ländern führten das Orchester bislang um die Welt; seit 2004 trägt es den Ehrentitel Bayerische Staatsphilharmonie.
Das Jubiläumsjahr ist bereits von mehreren internationalen Auszeichnungen geprägt: Im März richteten die Bamberger Symphoniker die Gala der International Classical Music Awards (ICMA) in Bamberg aus. Das Orchester erhielt dort den Special Achievement Award sowie den Preis in der Kategorie „Video: Performance & Documentaries“, während Jakub Hrůša als Artist of the Year ausgezeichnet wurde.
Für Marcus Rudolf Axt, Intendant der Bamberger Symphoniker, fügt sich die Wahl durch das internationale Publikum damit auf besondere Weise in das Jubiläumsjahr ein:
„Diese Auszeichnung ist für uns etwas ganz Besonderes, denn sie kommt direkt vom Publikum – von den Menschen in aller Welt, für die wir Musik machen. Dass uns diese Anerkennung gerade im Jahr unseres 80. Jubiläums zuteil wird, berührt uns sehr. Sie zeigt, wie unser Motto „resonating worldwide“ das Publikum erreicht und mit diesem Preis auch an uns zurückspielt. Diese Verbundenheit über Länder und Grenzen hinweg bedeutet uns sehr viel. Dafür sind wir zutiefst dankbar und freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam mit Jakub Hrůša auch in den kommenden Jahren weiterzugehen.“
Marcus Rudolf Axt
Mit der Saison 2026/27 „bewegt“ setzen die Bamberger Symphoniker diesen Weg fort. Einen Schwerpunkt bildet Ludwig van Beethoven mit Blick auf dessen 200. Todestag 2027.
Im Mai und Juni präsentiert das Orchester vier vollständige Zyklen seiner neun Symphonien in Bamberg, Prag, Düsseldorf/Köln und Wien, die zugleich für eine spätere Veröffentlichung live mitgeschnitten werden. Bereits zu Beginn des Jahres führen Gastspiele durch mehrere europäische Städte, darunter eine Residenz in der Hamburger Elbphilharmonie.
Als Orchestra-in-Residence des Prague Spring Festival 2027 sind die Bamberger Symphoniker zudem erneut eng mit Prag verbunden, bevor zum Jahresende eine mehrwöchige Asientournee mit Konzerten in Japan, Südkorea und Taiwan folgt. Einen Überblick über die Saison 2026/27 findet sich in der Saisonbroschüre (PDF-Download: bamberger-symphoniker.de).
