Litauen in Deutschland 2027/2028

Liederfest Dainų Šventė in Vilnius (Foto: Andrius Aleksandravicius)
  • Umfangreiches Kulturprogramm zur Stärkung und Vertiefung der litauisch-deutschen Beziehungen geplant
  • Erster Open Call endet am 26. Oktober 2026

Mit dem Kulturprogramm Zeiten – Räume – Menschen lädt das Litauische Kulturinstitut (LCI) in den Jahren 2027 und 2028 Kulturinstitutionen und Kulturschaffende in Litauen und Deutschland zu einem offenen kulturellen Dialog ein. Die Teilnehmenden sind in ei­ner Zeit, in der der europäische Zusammenhalt und gemeinschaftliche Werte auf die Probe gestellt werden, dazu aufgerufen, sich den folgenden Fragen auf kreative Weise zu widmen: Was verbindet uns? Was trennt uns? Was können wir voneinander lernen? Sie bilden den Ausgangspunkt für Projekte aus allen Kulturbereichen. Noch bis zum 26. Oktober läuft die erste Ausschreibungsphase, für die sich litauische Institutionen und Kulturschaffende in Zusammenarbeit mit deutschen Einrichtungen für Projektförde­rungen beim LCI bewerben können.

„Das Kulturprogramm Zeiten – Räume – Menschen schafft einen Raum für offenen Dialog. Uns ist wichtig, dass sich deutsche und litauische Künstlerinnen und Künstler, Kulturein­richtungen und Organisationen begegnen, voneinander lernen und langfristige Partner­schaften aufbauen können. Kultur wirkt dabei als aktive Praxis, die Resilienz stärkt. Heute ist es wichtiger denn je, mit strategischen Partnern in Europa zusammenzuarbeiten: Ge­meinsam sind wir stärker.“,
sagt Rita Valiukonytė, Leiterin des Kulturprogramms.

Aktuell läuft ein Open Call, in dessen Rahmen sich litauische Institutionen und Kultur-schaffende in Kooperation mit deutschen Institutionen und Organisationen noch bis zum 26. Oktober 2026 beim Litauischen Kulturinstitut für Fördergelder bewerben können. Projekte in den Bereichen Bildende und darstellende Künste, Musik, Literatur, Philosophie, Verlagswesen, Architektur, Design, Mode, Kino, digitale Medien, Kulturerbe, Erinnerungskultur und Community Art sind aufgerufen ihre Ideen einzureichen. Als unterstützenswerte Formate gelten Festivals, Ausstellungen, Konzerte, Residenzen, Mobilitätsprogramme, Kreativworkshops, Diskussionen, künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum sowie digitale Inhalte und Kommunikationsprojekte. Detaillierte Infos zum Open Call: lithuanianculture.lt

Vilnius
(Foto: Andrius Aleksandravicius)

Zeiten – Räume – Menschen

Thematisch sollen sich die kreativen Projekte in den Dimensionen Zeiten – Räume – Menschen verorten.

Zeiten:

Das Programm entsteht in einem entscheidenden historischen Moment für die Partnerschaft zwischen Litauen und Deutschland. Die Zivilgesellschaften beider Länder müssen sich auf Grundlage gemeinsamer europäischer Werte bewähren. Deshalb lädt das Programm dazu ein, den Blick in Vergangenheit und in die Zukunft zu richten: Wie setzen wir uns mit unserer Herkunft auseinander? Wie bewahren wir Erinnerungen vor dem Vergessen? Wie gehen wir mit historischen Konflikten um? Was erhoffen wir uns für eine gemeinsame Zukunft in Europa? Durch die kreative Auseinandersetzung mit diesen Fragen in der Gegenwart entsteht ein Gefühl der Gleichzeitigkeit in unterschiedlichen Zeitzonen, geprägt durch eine Vielfalt historischer Perspektiven und im Dialog zwischen den Generationen.

Räume:

Nähe und Entfernung sind relative Größen. Abstände zwischen Stadt und Land oder zwischen gesellschaftlichen Schichten sind oft schwerer zu überwinden als geo-grafische Distanzen. Das Programm öffnet Räume für Begegnungen: öffentliche und private, natürliche und menschengemachte, aber auch Zwischenräume und virtuelle.

Menschen:

Im Mittelpunkt des Kulturprogramms stehen die Menschen und Gemeinschaften, die in beiden Ländern leben, unabhängig von Staatsangehörigkeit, Herkunft, Religion, Alter, Geschlecht oder Bildungsstand. Anhand der Vielfalt an Biographien, Schicksalen und Lebensentwürfen wird gefragt, wie wir füreinander eintreten, wo wir Empathie für unterdrückte Stimmen aufbringen und wie menschliche und künstliche Intelligenz miteinander konkurrieren – oder einander ergänzen können.


Hintergrund „Litauen. So nah. So neu“

„Litauen. So nah. So neu.“ ist eine der wichtigsten Initiativen zur Positionierung des Landes in den Jahren 2027–2028. Es soll die strategische Partnerschaft zwischen Litauen und Deutschland stärken, langfristige Verbindungen zwischen beiden Ländern aufbauen und die Sichtbarkeit Litauens in Deutschland – einem der wichtigsten Partner Litauens in Europa – erhöhen.

Dem Slogan „Litauen. So nah. So neu.“ liegt der Gedanke zugrunde, dass Litauen Deutschland nahesteht, viel zu bieten hat, aber vielen hier noch wenig vertraut ist. Beide Länder sind durch eine gemeinsame Geschichte, enge kulturelle Beziehungen, europäische Werte und partnerschaftliche Zusammenarbeit verbunden. Das Programm lädt deshalb dazu ein, Litauen neu kennenzulernen – seine Kultur, seine Kreativität, seine Wissenschaft und Innovationskraft und vor allem seine Menschen.

Die Initiative wird zu einem Zeitpunkt umgesetzt, an dem die Partnerschaft zwischen Litauen und Deutschland eine neue strategische Bedeutung gewinnt. Die intensivere Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung, Wirtschaft, Wissenschaft, Innovation, Kultur und Bildung schafft günstige Voraussetzungen, um langfristige institutionelle, wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Verbindungen zu stärken. Zusammen mit Litauens EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2027 bietet sich damit die einzigartige Gelegenheit, Litauen konsequent als kreativen, modernen und verlässlichen europäischen Partner zu präsentieren.

Im Zentrum des Kulturprogramms Zeiten – Räume – Menschen stehen Veranstaltungen in verschiedenen deutschen Städten und Regionen. Der Anspruch des Programms geht jedoch deutlich weiter. Es entsteht eine landesweite Kooperationsplattform, die staatliche Institutionen, Kulturorganisationen, die Wirtschaft, die Wissenschafts- und Bildungsgemeinschaft, Kommunen, Nichtregierungsorganisationen und die Diaspora zusammenbringt.

Website Kulturprogramm: lithuanianculture.lt