Highlights im Spielplan der Oper Frankfurt im November 26

Thomas Guggeis (© Barbara Aumüller ~ szenenfoto.de)

Premiere: Le roi Arthus

Eine Vision von Gleichheit und Frieden, die an Eifersucht, Verrat und der schieren Last menschlicher Unzulänglichkeit zerbricht: Zum ersten Mal bringt die Oper Frankfurt Ernest Chaussons (1855-1899) selten gezeigtes Werk Le roi Arthus auf die Bühne. Der Komponist schuf mit seiner einzigen abendfüllenden Oper ein spätromantisches Meisterwerk, das die Harmonik Richard Wagners auf einzigartige Weise mit den Klangfarben des französischen Impressionismus vereint. Jahre lang feilte Chausson an der Partitur und dem eigenen Libretto, bevor das Werk 1903 – vier Jahre nach seinem tragischen Tod durch einen Fahrradunfall – in Brüssel uraufgeführt wurde. Musikalisch entfaltet die Oper gewaltige Steigerungsbögen und verträumte Duette, die schließlich in einem überwältigenden Verklärungschor gipfeln.

Zur Handlung:

Im Zentrum der Handlung steht der Mythos um König Arthus und die Tafelrunde. Was als idealistische Utopie eines Herrschers beginnt, der das Gleichheitsprinzip über die alte Machtordnung stellt, verwandelt sich rasch in eine verhängnisvolle Tragödie. Ausgerechnet Arthus’ engster Vertrauter Lancelot beginnt eine geheime Liebschaft mit Königin Genièvre. Als die verbotene Liebe aufgedeckt wird und der Machtmensch Mordred nach der Krone greift, steuert das gesamte Reich unaufhaltsam seinem Niedergang entgegen. So erzählt Chaussons Oper nicht nur eine tragische Dreiecksgeschichte, sondern spiegelt zugleich die zeitlose Fragilität demokratischer Ideale und den Zerfall einer ganzen Hochkultur wider.

Zur Besetzung:

Generalmusikdirektor Thomas Guggeis leitet das Frankfurter Opern- und Museumsorchester in dieser Neuinszenierung. Neben Le roi Arthus dirigiert er in dieser Spielzeit auch die Premierenserien von Un ballo in maschera und The Greek Passion an der Oper Frankfurt. Als Dirigent ist er darüber hinaus regelmäßig zu Gast bei renommierten Klangkörpern und Institutionen: So leitete er bereits Vorstellungen an der Metropolitan Opera in New York oder an der Mailänder Scala. Im Sommer 2027 wird er als Dirigent bei den Bayreuther Festspielen mit Tannhäuser debütieren.

Regie führt Manuel Schmitt, der dem Frankfurter Publikum bereits durch seine Arbeiten wie Gioachino Rossinis Tancredi und Benjamin Brittens Doppelabend The Prodigal Son / The Burning Fiery Furnace bekannt ist. In dieser Saison inszeniert er außerdem Cavalleria rusticana / Pagliacci in Essen und in Hannover Madama Butterfly.

Die Titelpartie des König Arthus übernimmt der Bariton Domen Križaj, der nach sechs erfolgreichen Jahren im Ensemble nun als Gast an das Haus zurückkehrt. In Frankfurt sang er zahlreiche Partien wie Konsul Sharpless in Madama Butterfly oder Wolfram von Eschenbach in Tannhäuser.

An Križajs Seite singt Magdalena Hinterdobler die Königin Genièvre. In der Salzburger Felsenreitschule überzeugte sie in der vergangenen Spielzeit als Senta (Der fliegende Holländer) in Frankfurt als Braut (Bluthochzeit) und Ellen Orford (Peter Grimes) sowie jüngst als Marschallin (Der Rosenkavlier) an der neu eröffneten Oper Köln.

Als Lancelot steht der belgische Tenor Thomas Blondelle auf der Bühne, während Ensemblemitglied Erik van Heyningen den Gegenspieler Mordred gibt. Die Besetzung komplettieren Sven Hjörleifsson als Ackermann sowie die Ensemblemitglieder Kihwan Sim als Zauberer Merlin, Andrew Kim als Lyonnel und Thomas Faulkner als Allan / Ein Ritter.

Le roi Arthus

Oper in drei Akten und sechs Bildern

Von: Ernest Chausson (1855 – 1899)
Uraufführung: 30. November 1903 (Brüssel,Théâtre de la Monnaie)

Premiere / Frankfurter Erstaufführung: Sonntag, 8. November 26 (Opernhaus)

Musikalische Leitung: Thomas Guggeis
Inszenierung: Manuel Schmitt
Bühnenbild: Bernhard Siegl
Kostüme: Raphaela Rose
Licht: Joachim Klein
Chor: Manuel Pujol
Dramaturgie: Konrad Kuhn

Besetzung:

Arthus: Domen Križaj
Genièvre: Magdalena Hinterdobler
Lancelot: Thomas Blondelle
Mordred: Erik van Heyningen
Lyonnel: Andrew Kim
Allan / Ein Ritter: Thomas Faulkner
Merlin: Kihwan Sim / Finn Sagal° (12., 16. Dez.)
Ein Ackermann: Sven Hjörleifsson
Fünf Frauen aus Avalon: Younji Yi°, Alina Avagyan°, Daniela Zib°, Ruby Dibble°, Judita Nagyová
Ein Knappe: Hyeonjoon Kwon / Olivier Brunel (14., 29. Nov.; 12. Dez.)
1. Soldat: Otakar Souček / André Lopes (14., 29. Nov.; 12. Dez.)
2. Soldat: Jin Soo Choi / Johannes Lehner (14., 29. Nov.; 12. Dez.)
3. Soldat: Nicolai Klawa / Lars Rößler  (14., 29. Nov.; 12. Dez.)
4. Soldat: Isaac Tolley / Aslan Diasamidze (14., 29. Nov.; 12. Dez.)

° Mitglied des Opernstudios

Weitere Vorstellungen: 14., 27. (19 Uhr), 29. November, 3. (19 Uhr), 12., 16. Dezember 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18 Uhr.
Preise: € 16 bis 198 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)


Vierte Wiederaufnahme: Hänsel und Gretel


Die Märchenoper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck (1854-1921) gehört zu den Kernwerken des Opernrepertoires. Für viele zählt dieses Werk zu den ersten und prägendsten Eindrücken, die sie, oftmals im Kindesalter, im Opernhaus gewonnen haben. Die Entstehungsgeschichte reicht in die frühen 1890er Jahre zurück, als der glühende Wagner-Verehrer Humperdinck auf Anregung seiner Schwester Adelheid Wette erste Verse für den privaten Hausgebrauch vertonte.

Hänsel und Gretel
Oper Frankfurt
v.l.n.r. Gretel und Hänsel
© Barbara Aumüller ~ szenenfoto.de

Aus diesem Familienprojekt erwuchs eine der erfolgreichsten Opern der Musikgeschichte. Ihre Uraufführung im Jahr 1893 fällt zeitlich mit den Anfängen der Psychoanalyse zusammen – einer Epoche, in der Wissenschaft wie Kunst begannen, sich intensiv mit unbewussten Trieben und menschlichen Sehnsüchten auseinanderzusetzen. Musikalisch besticht die Partitur bis heute durch ihre einzigartige Mischung aus spätromantischer Orchestermagie und innigen, volkstümlichen Melodien.

Zur Besetzung:

Entsprechend groß war die Erwartung des Publikums an die Neuinszenierung des britischen Regisseurs Keith Warner zu Beginn der Spielzeit 2014/15. Warner überlagert in seiner Lesart märchenhaftes Spiel, surreale Traumwelten und düstere Realitäten: Die Geschwister Hänsel und Gretel wachsen hier gemeinsam mit anderen Kindern in einem Waisenhaus auf, wo sie unter Hunger und der Strenge ihrer aggressiv-melancholischen Pflegemutter leiden. Anstatt Aufgaben zu erledigen, flüchten sich die beiden in ausgelassene Spiele. Zur Strafe vor die Tür gesetzt, geraten sie in einen labyrinthartigen Märchenwald und landen schließlich am Häuschen der zwielichtigen Knusperhexe.

Die Kinder können sich aus den Fängen der Alten befreien und retten damit auch die Lebkuchenkinder, die vor ihnen ihr Los geteilt hatten. Warners Inszenierung ist ein leidenschaftliches Plädoyer für das Lesen und die Vorstellungskraft: Sie zeigt, wie Literatur die Fantasie der Kinder beflügelt, und überrascht mit originellen Details – wie den vierzehn Engeln, die als historische Persönlichkeiten dargestellt werden, welche sich um das Wohl von Kindern verdient gemacht haben. „Üppig, prall und lebendig ist dieses Zauber-Märchenspiel auf der Bühne: ein einziger großer Rausch aus Licht, kleinen Tricks und mal verblüffenden, mal naiven Illusionen“, urteilte die Sendung Fazit von Deutschlandfunk Kultur nach der Premiere am 12. Oktober 2014.

Die Vorstellungen werden musikalisch alternierend von Alden Gatt und Generalmusikdirektor Thomas Guggeis geleitet. Guggeis dirigiert die Vorstellungen am 10., 20. und 26. Dezember. Er steht darüber hinaus in dieser Spielzeit noch in den Premierenserien von Le roi Arthus, Un ballo in maschera und The Greek Passion am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters sowie bei den Wiederaufnahmen von Richard Wagners Das Rheingold und Die Walküre.

Gastdirigate führen Guggeis in dieser Spielzeit nach Florenz und an die Mailänder Scala. Im Sommer 2027 debütiert er mit Tannhäuser bei den Bayreuther Festspielen. Gatt, seit der Spielzeit 2023/24 der Oper Frankfurt als Kapellmeister verbunden, dirigiert rund um den Jahreswechsel die Vorstellungen von Mozarts Così fan tutte an der Oper Frankfurt. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er schon an Opernhäusern in Dallas, San Francisco und an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin.

Die Titelpartien gestalten im Wechsel die Ensemblemitglieder Karolina Makuła und Bianca Andrew als Hänsel sowie Karolina Bengtsson als Gretel. Als Besenbinder Peter sind alternierend Sebastian Geyer und Liviu Holender zu erleben, die Partie der Mutter Gertrud übernehmen im Wechsel Claudia Mahnke und Juanita Lascarro. In der Rolle der Knusperhexe steht erneut Peter Marsh auf der Bühne. Komplettiert wird das Ensemble der Wiederaufnahme von Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel durch die Opernstudio-Mitglieder Ruby Dibble als Sandmännchen und Younji Yi als Taumännchen

Hänsel und Gretel

Märchenspiel in drei Bildern

Von: Engelbert Humperdinck (1854 – 1921)
Text von: Adelheid Wette nach Jacob und Wilhelm Grimm

Uraufführung: 23. Dezember 1893 (Weimar, Hoftheater)

Premiere dieser Inszenierung: 12. Oktober 14
Vierte Wiederaufnahme: Freitag, 13. November 26 (Opernhaus)

Musikalische Leitung: Alden Gatt / Thomas Guggeis (10., 20., 26.12.)
Inszenierung: Keith Warner
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Caterina Panti Liberovici
Bühnenbild: Jason Southgate
Kostüme: Julia Müer
Licht: John Bishop
Kinderchor: Giulio Ferré
Dramaturgie: Norbert Abels

Besetzung:

Hänsel:  Karolina Makuła / Bianca Andrew
Gretel: Karolina Bengtsson
Peter, Besenbinder: Sebastian Geyer / Liviu Holender
Gertrud, Sein Weib: Claudia Mahnke / Juanita Lascarro
Die Knusperhexe: Peter Marsh
Sandmännchen: Ruby Dibble°
Taumännchen: Younji Yi°

°Mitglied des Opernstudios


Weitere Vorstellungen: 20., 22. (15.30 Uhr) November, 5. (18 Uhr), 10., 20. (15.30 Uhr), 26. (18 Uhr) Dezember 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr.
Preise: € 16 bis 127 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)


Liederabend Kelsey Lauritano (Mezzosopran) und Alden Gatt (Klavier)

Dienstag, 3. November 2026, um 19.30 Uhr im Opernhaus

Awakenings
– Lieder von Henry Purcell, Benjamin Britten, John Harbison, Aaron Copland, Franz Schubert, Johannes Brahms und Gustav Mahler

Kelsey Lauritano
(© What The Fox_Studio)

Kelsey Lauritano leuchtet mit ihrer Bühnenpräsenz als Ensemblemitglied der Oper Frankfurt in zahlreichen Partien. In der vergangenen Spielzeit überzeugte sie mit bedeutenden Rollendebüts, etwa als Dorabella in Così fan tutte und als Mercédès in Barrie Koskys Carmen. Zudem glänzte sie mit ihrer gefeierten Interpretation des Cherubino und nicht zuletzt als Hannah in Weinbergs Die Passagierin.

Die amerikanische Mezzosopranistin besticht durch eine Mischung aus technischer Präzision und entwaffnender emotionaler Unmittelbarkeit. Ihr Repertoire spannt einen weiten Bogen vom Barock bis zur Moderne. Internationale Erfolge führten sie bereits an das Opernhaus Zürich und die Bayerische Staatsoper, während sie in den USA zuletzt als Prinz Orlofsky (Die Fledermaus) am Opera Theatre of Saint Louis begeisterte.

Dass sie auch das leichte Fach beherrscht, bewies sie mit Gala-Konzerten, die den Klassikern der Metro-Goldwyn-Mayer-Musicals gewidmet waren. In diesem Liederabend erleben wir eine Künstlerin, die die intime Form des Konzerts nutzt, um die ganze Palette ihrer „wundersamen Kraft“ (Opera News) zu entfalten.

Preise: € 16 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)


Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, online unter oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.