Ukrainisches Kulturministerium zeichnet Burkhard C. Kosminski aus

Schauspielhaus Stuttgart (Foto: Björn Klein)

Im Rahmen der Eröffnung des Ukrainischen Theaterfestivals SOLOWAY 2026 in der Pasinger Fabrik in München am 29. September hat der ukrainische Generalkonsul in München Yuriy Nykytiuk im Auftrag der ukrainischen Kulturministerin Tetiana Berezhna dem Intendanten des Schauspiels Stuttgart Burkhard C. Kosminski eine Dankesurkunde überreicht, um sein Engagement für das ukrainische Theater zu würdigen.

In seiner Laudatio sagte er: „Seit 2022 unterstützt das Schauspiel Stuttgart kontinuierlich ukrainische Künstlerinnen und Künstler sowie ukrainische Theater und trägt dazu bei, dass ukrainische Stimmen in Deutschland und in Europa gehört werden.” Er übermittelte im Namen des ukrainischen Kulturministeriums dessen „besonderen Dank für die Förderung der ukrainischen Kultur sowie für Ihre aktive Unterstützung ukrainischer Theater- und Kunstprojekte”. (Yuriy Nykytiuk, ukrainischer Generalkonsul in München)

Kurz nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 holte Burkhard C. Kosminski, zunächst gemeinsam mit der Akademie Solitude, die zwei ukrainischen Dramatiker*innen Maryna Smilianets und Luda Tymoshenko als Artists in Residence ans Schauspiel Stuttgart, wo sie seither zahlreiche Projekte realisiert haben.

Neben Benefizveranstaltungen, mit deren Spendenerlösen z. B. Generatoren für ein ukrainisches Theater erworben werden konnten, die dort seitdem den Spielbetrieb auch bei Stromausfällen sichern, und der Lesereihe #StandwithUkraine gab es seither zahlreiche, oft auch szenische Lesungen, darunter auch Borschtsch von Maryna Smilianets, das nun in der Inszenierung von Tetiana Hubrii das Festivals SOLOWAY 2026 in der Pasinger Fabrik eröffnet hat.

Anfang Juni 2022 war im Kammertheater die Exilpremiere ZAL’OT zu sehen, eine Produktion des Malyi Teatr Kyjiw nach einem Stück von Luda Tymoshenko, die aufgrund des Krieges zunächst nicht in der Ukraine gezeigt werden konnte. Die Vorstellungen wurden von Artist Talks und Nachgesprächen begleitet und von vielen in Deutschland lebenden Ukrainer*innen besucht.

Im November 2022 erhielt die ukrainische Dramatikerin Lena Lagushonkova den am Schauspiel Stuttgart verliehenen Europäischen Dramatiker*innen Nachwuchspreis, der von der SRH Holding (SdbR) und ihrem inzwischen leider verstorbenen Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Christof Hettich gefördert wurde. Um Lagushonkovas Werk einer breiteren deutschen und europäischen Öffentlichkeit bekannt zu machen, hatte das Schauspiel Stuttgart den ukrainischen Regisseur Maxim Golenko eingeladen, Lagushonkovas Stück Мать Горького / Gorkis Mutter im Kammertheater zu inszenieren. Zur Eröffnung des Festivals war auch die von ukrainischen Künstler*innen kreierte audiovisuelle Installation Kein Kirschgarten zu erleben.

Im Mai 2023 realisierte der Regisseur Gernot Grünewald das Stadtraumprojekt City X – Fragmente eines Krieges, eine Audioführung, für die Luda Tymoshenko und Maryna Smilianets Texte geschrieben hatten, ausgehend von Berichten aus ukrainischen Städten, den Erzählungen derer, die sie verlassen mussten, und derer, die geblieben sind, ihren von sowjetischer Herrschaft und dem Kampf um die Unabhängigkeit gezeichneten Biographien. Gernot Grünewald schuf einen parallelen Erfahrungsraum, der ein tieferes Verständnis für die Schicksale der Betroffenen ermöglichte. Zahlreiche ukrainische Statist*innen arbeiteten sehr engagiert an diesem Projekt mit.

Im Rahmen des Europäischen Theaterfestival ACHTUNG FREIHEIT! Europa zu Gast in Stuttgart mit dem Schwerpunkt Osteuropa im März 2025, wurde Willkommen am Ende der Welt von Maryna Smilianets in der Regie von Stas Zhyrkov im Kammertheater uraufgeführt, zwei Gastspiele des Ivan Franko Theaters in Kyjiw, Die Hexe von Konotop von Hryhoriy Kvitka-Osnovyanenko in der Regie von Ivan Uryvskyi und Buna von Vira Makovyi, inszeniert von David Petrosyan, waren ebenfalls im Rahmen dieses Festivals zu sehen. Auch das Prager Divadlo X10 Theater zeigte bei diesem Festival zwei Stücke von ukrainischen Autor*innen, nämlich Grüne Korridore von Natalka Vorozhbyt (im Rahmen eines Doppelabends) und Moskoviáda von Juri Andruchowytsch.

Das Festival wurde durch Nachgespräche und Artist Talks mit beteiligten, auch ukrainischen Theatermacher*innen flankiert, gefördert wurde es vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und von der Baden-Württemberg Stiftung.

Am 27. November 2026 feiert das Schauspiel Stuttgart im Kammertheater die dreifache Uraufführung Flüchtige Welten von Alina Sarnatska, Maryna Smilianets und Luda Tymo-shenko. Die drei Autor*innen haben für diesen Abend gemeinsam eine Trilogie angelegt, die von den sehr unterschiedlichen Erfahrungen dreier ukrainischer Frauen, die vor dem russischen Angriffskrieg nach Deutschland geflohen sind, von ihren jeweiligen, teils gegensätzlichen Aussichten in der neuen Heimat und ihrer ganz individuellen Gespaltenheit.

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