30. Oktober bis 15. November 2026 in Darmstadt, Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden
Unter dem Motto „A Body of Many – Moving Democracy“ laden das Künstler*innenhaus Mousonturm und das Hessische Staatsballett zur 11. Ausgabe des Tanzfestivals Rhein-Main ein. Vom 30. Oktober bis 15. November entfaltet das Festival mit Uraufführungen, gefeierten Gastspielen und starken regionalen Positionen in Darmstadt, Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden ein Panorama tänzerischer Ausdrucksformen.
Das Tanzfestival Rhein-Main wird am 30. Oktober mit dem Doppelabend Magnificat / The Rite of Spring von der international renommierten Compagnie Marie Chouinard im Hessischen Staatstheater Wiesbaden eröffnet. Ebendort stellten heute die Festivalkurator*innen Alexandra Hennig, Bruno Heynderickx, Beata Stankevič und Anna Wagner zusammen mit den Festivalkünstler*innen Lia Rodrigues, Julio César Iglesias und Patscharaporn Distakul das diesjährige Festivalprogramm vor.
Mit rund 85 Veranstaltungen, darunter 26 Bühnenproduktionen sowie Filme, Workshops, Vermittlungsformate und Partys, verwandelt sich die Rhein-Main-Region an 17 Festivaltagen in eine große Bühne und präsentiert Tanz in seiner ganzen Bandbreite: vom großen Ensemblestück bis zum intimen Solo, von radikal zeitgenössischen Handschriften bis zu genreübergreifenden Experimenten.
Für Familien gibt es eine Programmauswahl für junges Publikum: Babys, Kindergarten- und Schulkinder können mit altersgerechten Stücken wie Unseen World von Dansema Dance Theater oder bron von kabinet k ihre erste Tanzaufführung erleben. Und auch in diesem Jahr bringt der Tanztag Rhein-Main die Region zum Tanzen: Am 31. Oktober können sich tanzbegeisterte Menschen in 130 Workshops und Schnupperkursen in allen möglichen Tanzstilen ausprobieren.
Bruno Heynderickx, Co-Kurator des Tanzfestivals Rhein–Main und Ballettdirektor des Hessischen Staatsballetts:
„Tanz nimmt viele Formen an. Er bewegt sich in viele Richtungen und spricht mit unzähligen Stimmen. In diesem Sinne spiegelt er die Komplexität unserer Gesellschaft wider. Vielleicht brauchen wir heute mehr denn je Räume, in denen Unterschiede nebeneinander bestehen, aufeinandertreffen und sich gegenseitig bereichern können. Unser Festival mit dem diesjährigen Motto ‚A Body of Many — Moving Democracy‘ sowie unsere Wahl von Lia Rodrigues als diesjährige Spotlight-Künstlerin entspringen dieser Überzeugung: dass Pluralität nichts ist, was es zu überwinden gilt, sondern etwas, das es anzunehmen und zu feiern gilt.“
Spotlight Lia Rodrigues & Associates
Als Spotlight Artist des Tanzfestivals Rhein-Main 2026 gibt die brasilianische Choreografin Lia Rodrigues mit zwei Stücken Einblick in ihr Schaffen. 1990 gründete sie ihre Companhia de Danças und prägte damit den zeitgenössischen Tanz. Seit über 20 Jahren arbeitet Rodrigues im Centro de Artes da Maré, in einer der größten Favelas Rio de Janeiros, einem Ort, der auch maßgeblich ihre Arbeiten beeinflusst: Sie zentrieren sich um Gemeinschaft, Natur, Ressourcen und Ungleichheit und verstehen Tanz als Ort der Begegnung.

SPOTLIGHT Lia Rodrigues Companhia de Danças: ENCANTADO
© Sammi Landweer
Darüber hinaus hat die Choreografin weitere Künstler*innen für das Festivalprogramm vorgeschlagen, mit denen sie sich eng verbunden fühlt. Als „Associates“ von Lia Rodrigues werden diese ihre eigenen Stücke präsentieren. Das Tanzfestival Rhein-Main 2026 entfaltet so einen vielschichtigen Einblick in das Werk einer der bekanntesten Choreografinnen Brasiliens und spiegelt Rodrigues’ Haltung wider, ihre Arbeiten immer durch andere geprägt und durchdrungen zu sehen.
Als Ergänzung geben Workshops, Tanztees und andere Formate die Gelegenheit, Tanzstile aus Brasilien kennenzulernen und auszuprobieren.
Anna Wagner, Co-Kuratorin des Tanzfestivals Rhein–Main und Co-Intendantin am Künstler*innenhaus Mousonturm: „Als Spotlight-Künstlerin des Tanzfestivals 2026 kehrt Lia Rodrigues, eine der wichtigsten brasilianischen Choreografinnen nach langer Zeit ins Rhein-Main-Gebiet zurück. Wir freuen uns, das Werk von Rodrigues umfassend zu präsentieren. Ihre Stücke bestechen durch Kraft und Ausdrucksstärke ebenso wie durch den Geist, in dem sie entstehen: eine große Offenheit und Empathie für die Vielfalt der Menschen, die sie umgeben und die die Stücke mit ihr entwickeln, ohne die Augen vor Ungerechtigkeit und Spannungen zu verschließen.“
Veranstaltungen: LIA RODRIGUES & ASSOCIATES
ATOMIC JOY
ANA PI / NA MATA LAB
So. 1.11. | 18 Uhr & Mo. 2.11. | 20 Uhr
Frankfurt LAB — Halle 1
MANIFESTO TRANSPROFÁGICO
RENATA CARVALHO
Fr. 6.11. | 18 Uhr & Sa. 7.11. | 20 Uhr
Frankfurt Lab — Halle 2
OUTRAR
CALIXTO NETO / VOA & VOLMIR CORDEIRO / DONNA VOLCAN
So. 8.11. | 19 Uhr Kunsthaus Wiesbaden
Do. 12.11. | 21 Uhr Staatstheater Darmstadt — Kammerspiele
BORDA
LIA RODRIGUES COMPANHIA DE DANÇAS
Di. 10.11. | 20 Uhr & Mi. 11.11. | 20 Uhr
Künstler*innenhaus Mousonturm — Saal
ENCANTADO
LIA RODRIGUES COMPANHIA DE DANÇAS
Fr. 13.11. | 20 Uhr
Staatstheater Darmstadt — Großes Haus
CREATION NOTEBOOKS (FILM)
LIA RODRIGUES COMPANHIA DE DANÇAS
Di. 10.11. | 18 Uhr
Künstler*innenhaus Mousonturm — Studio 1
Das vollständige Programm: tanzfestivalrheinmain.de
