Spielzeitstart am Staatstheater Kassel

Ein Rummelnachtstraum – Kirmes, Kunst, Theater (© Imina Geilmann)


Ein Rummelnachtstraum – Kirmes, Kunst, Theater

Theatraler Jahrmarkt frei nach William Shakespeare
Täglich vom 28. August bis 6. September am Ottoneum / Papinplatz

Ein Jahrmarkt als Bühne: Für zehn Tage – vom 28. August bis zum 6. September – lädt „Ein Rummelnachtstraum“ auf das Gelände zwischen Ottoneum und Schauspielhaus zu einem sommerlichen Spektakel ein, das Kirmes, bildende Kunst und Theater in einzigartiger Weise zusammenführt. Lange bevor es Theaterhäuser, Museen oder soziale Medien gab, trafen sich Menschen auf Jahrmärkten: Es wurde gestaunt, erzählt, gehandelt, gelacht und gefeiert, und fahrendes Volk und Bänkelsänger gehörten selbstverständlich dazu. „Ein Rummelnachtstraum“ knüpft an diese Tradition an, um sie zu neuem Leben zu erwecken und Menschen zusammenzubringen, die im Alltag möglicherweise wenig Berührungspunkte miteinander oder mit einer der Künste haben.

© Janosch Feiertag

Auf dem Kasseler Papinplatz zwischen Schauspielhaus und Ottoneum – dem ältesten stehenden Theaterbau nördlich der Alpen – warten zwischen Kettenkarussell, Schiffsschaukel und Zuckerwatte überraschende Begegnungen, interaktive Spielstationen und begehbare Kunstwerke auf Besucher jeden Alters. Der Jahrmarkt mit seinen Fahrgeschäften wird dabei nicht einfach zur Spielfläche für Darsteller:innen, sondern alle Elemente greifen ineinander, auch dank der Bereitschaft zu maximaler Flexibilität und Spontanität aller Beteiligten.

Angelehnt an Shakespeares „Sommernachtstraum“, entführen Schauspieler:innen, Tänzer:innen und Sänger:innen in einer Inszenierung von Alexander Eisenach an verschiedenen Stationen in den legendären Zauberwald. Und da kann es durchaus vorkommen, dass auf einem Balkon oder im Autoscooter eine Shakespeare-Szene gespielt wird, während gleichzeitig daneben ein Künstler letzte Hand an sein Werk legt. Die theatrale Aufführung, von der es eine familiengerechte Variante und eine Abendversion gibt, dauert insgesamt bis zu anderthalb Stunden und ist so angelegt, dass auch die einzelnen Szenen reichlich Schauwert bieten.

Interaktive, bildende Kunst wird in vier Seecontainern, aber auch über den Köpfen der Besucher:innen und zu ihren Füßen zu erleben sein. Dazu gibt es ein einheitliches Soundkonzept, das aus der Lieblingsmusik Kasseler Prominenter gespeist wird. Hinzu kommt im Ottoneum eine Jahrmarktausstellung mit Einblicken in die jahrhundertealte Tradition der Schaustellerkultur, die seit diesem Jahr zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe zählt.

Insgesamt viert Stunden Zeit haben die Besucher:innen, um mit ihrem Ticket alles zu erkunden und auszuprobieren.

Ermöglicht wird der theatrale Rummel durch die Kooperation des Staatstheaters Kassel mit dem aus einer Bänkelsängerfamilie hervorgegangenen Schausteller- und Veranstaltungsbetrieb Schellbergs, dem Verein Bewegungsperspektiven für Licht, Kunst und Kultur e.V., dem Naturkundemuseum im Ottoneum und etlichen weiteren Partner:innen.

Eine Kooperation des Staatstheaters Kassel mit Schellbergs, Bewegungsperspektiven für Licht, Kunst und Kultur e.V., dem Naturkundemuseum im Ottoneum und weiteren Partnern
Veranstalterische Gesamtleitung: Staatstheater Kassel und Schellbergs
Regie der theatralen Bespielung: Alexander Eisenach, Choreografie: Ilana Reynolds, Ausstattung: Sibylle Pfeiffer, Regie PLUS-Ensemble: Anna Grude, Dramaturgie: Sara Dec
Kuration künstlerische Beiträge: MiKi Lazar und Joshua Weitzel
Künstlerische Produktionsleitung: Winnie Wilka

Mit Mitgliedern des Schauspielensembles und des Musiktheaterensembles, Tänzer:innen von TANZ_KASSEL, dem PLUS-Ensemble, Studierenden der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF sowie zahlreichen bildenden Künstler:innen und Schausteller:innen

Premiere Familienvariante: Freitag, 28. August, 15 Uhr (Öffnung Fahrgeschäfte 14 Uhr), Papinplatz
Premiere Abendvariante: Freitag, 28. August, 19 Uhr (Öffnung Fahrgeschäfte 18 Uhr), Papinplatz

Fahrgeschäfte und Attraktionen: Kettenkarussell, Autoscooter, Mini-Riesenrad, Schiffsschaukel, Kinderkarussell, Schießbude, Zirkuswagen
Beteiligte bildende Künstler:innen: Joel Baumann, Juan Bermúdez, Demiro, Fritz Eggenwirth, Janosch Feiertag, Danbi Jeung, Axel Kretschmer, MiKi Lazar und Joshua Weitzel, Elli OWK und Noëlle Behboud (House of Walls), Christian Reber, Liska Schwermer-Funke, René Wagner
Mitwirkende der theatralen Aufführungen:
Jakob Benkhofer, Katharina Brehl, Zazie Cayla, Justin Hibbeler, Hagen Oechel, Nora Quest, Jasmin Weissmann (Mitglieder des Schauspielensembles)
Maren Engelhardt, und Ian Sidden (Mitglieder des Musiktheater-Ensembles)
Maayan Nossan, Merel Jasmijn Nuruwe, Martin Sigaud, Mirte Reinhilde P. s’Jongers, Kaj Brand, Lily White (Interns von TANZ_KASSEL)
Tommes Diallo, Sophie Drinda, Antonia Fulss, Justin-David Peterson, Nike Reindl (Studierende der Filmuniversität KONRAD WOLF)

Außerdem:

  • Jahrmarktsausstellung im Ottoneum, kuratiert von Andrea Behrens und MiKi Lazar, historische Jahrmarktobjekte von Schausteller Rico Rasch und Fahrgeschäftsminiaturen des Künstlers Uwe Breckner, wissenschaftliche Grundlagen von Dr. Margit Ramus, Geschäftsführende Gesellschafterin Kulturgut Volksfest guG
  • Artistische und künstlerische Beiträge von Mitgliedern des PLUS-Ensembles des Staatstheaters Kassel u.a.m.
  • Gastronomie: Grieschäfer Theatergastronomie, Schellbergs

Öffnungs- und Bespielungszeiten

Familienvariante: Öffnung des Rummelplatzes und der Fahrgeschäfte um 14 Uhr, Beginn der theatralen Aufführung „Ein Rummelnachtstraum“ um 15 Uhr
Abendvariante: Öffnung des Rummelplatzes und der Fahrgeschäfte um 18 Uhr, Beginn der theatralen Aufführung „Ein Rummelnachtstraum“ um 19 Uhr.
Am 5. September ist der Rummel Bestandteil der Museumsnacht und bis 1.00 Uhr geöffnet.

Tickets

Preise: nachmittags von Montag bis Donnerstag: 19,90 Euro (erm. 14,90 Euro), abends sowie ganztägig von Freitag bis Sonntag: 29,90 Euro (erm. 19,90 Euro). Für Kinder bis 6 Jahre ist der Eintritt frei.
Im Ticket inklusive: viermalige Nutzung von Fahrgeschäften, Theaterprogramm, Eintritt ins Naturkundemuseum im Ottoneum inklusive Jahrmarktsausstellung, das KVG/NVV-Nahverkehrsticket für die An- und Abreise (im Bereich KasselPlus). Für mehr Fahrten gibt’s die eigene Rummel-Währung, die auch für das gastronomische Angebot gilt.

Am 30. August beträgt der Eintritt im Rahmen des Theaterfests für Besucher:innen mit Kostüm nur 10 Euro; am 4. September ist der Rummelbesuch für Premierengäste von „End of Beginnings, ich fühl’s“ kostenlos; am 5. September ist der Eintritt zum Rummel im Ticket der Museumsnacht inkludiert. An diesem Tag finden keine theatralen Aufführungen statt.

Ticketverkauf

Tickets sind erhältlich an der Theaterkasse im Opernfoyer, Tel. 0561 1094-222), vor den Vorstellungen ab 14 Uhr an der Kasse im Schauspielhaus, online unter staatstheater-kassel.de sowie bei der Kasseler Touristinformation in der Wilhelmsstraße.

Achtung: Online gekaufte Tickets müssen ausgedruckt werden, damit sie an den Fahrgeschäften gelocht werden können.

Mit freundlicher Unterstützung von: Arolser, BFI Stahlbausysteme GmbH & Co. KG, Brückmann Transporte Kassel, CDW Stiftung, Exact Security, Grieschäfer Theatergastronomie, Hofbuchhandlung Vietor, Kasseler Sparkasse, Kulturamt der Stadt Kassel, Kassel Marketing GmbH, Schellbergs, Stiftung Hübner und Kennedy, World Freestyle e.V.


Premiere: End of Beginnings, ich fühl’s!

Eine performative Radioreise

Künstlerische Neuausrichtung der Schauspiel-Sparte in Kassel: Mit einer spannenden Mischung aus hochkarätigen Regie-Gästen, transdisziplinären Kollektiven und einer starken Ensemble-Handschrift sorgt die neue Schauspieldirektorin Sarah Franke ab der Spielzeit 2026/27 für frische Impulse.

Den feierlichen Auftakt gestaltet sie am Freitag, 4. September, im Schauspielhaus selbst: Mit der Uraufführung von „End of Beginnings, ich fühl’s!“ inszeniert sie eine lustvolle Bühnen-Radioshow, die durch Zeiten und Beziehungsgeflechte reist. Basierend auf Texten von ihr und dem Ensemble entsteht ein Abend zwischen Abschied und Aufbruch – flankiert von dem theatralen Kunst-Jahrmarkt „Ein Rummelnachtstraum“, der zwischen Ottoneum und Schauspielhaus zum Staunen einlädt.

Am Sonntag, 6. September, folgt im TiF Ödön von Horváths „Zur schönen Aussicht“, eine Analyse gesellschaftlichen Stillstands, in der Regie von Katharina Marie Schubert.

„Hello, hello – turn your radio on!“

„End of Beginnings, ich fühl’s! (UA)“ ist eine musikalisch-performative Radioreise zwischen Bühne und Live-Sendung. Die Geister der Vergangenheit treffen auf jene der Gegenwart: Thomas Mann spricht zu den Hörer:innen, Elisabeth Selbert kämpft für Gleichberechtigung. Zugleich zerfallen im Studio Beziehungen, Briefe erklingen, und Intimität unterwandert die Politik – um vielleicht sogar zur Poesie zu werden.

Lieder werden zu Szenen. Szenen werden Realität. Realität wird Radio. Ein Brief, ein Geständnis, das eigentlich privat war – und plötzlich öffentlich ist. Liebe wird verlesen. Gefühle werden ausgestrahlt. Familienkonstruktionen entstehen und zerfallen zwischen Nachrichtenmeldungen und Jingles. Das Radio war immer ambivalent: Es war mehr als Unterhaltung, nämlich Warnsystem, Zuflucht, Liebesbote, Widerstand – und ein Sprachrohr für Propaganda. Und gleichzeitig der Ort, an dem ein Lied spielte, das man nie vergessen hat. „End of Beginnings, ich fühl’s!“ ist ein Abend über Zeit und Gleichzeitigkeit, über Liebe und Kampf, über Exil und Zuhause, über Stimmen, die gehört werden – und über jene, die verschwinden.

Sarah Franke, geboren in München, studierte Schauspiel an der Folkwang Universität der Künste. Nach Fest- und Gastengagements an renommierten Häusern (u. a. Volksbühne Berlin, Deutsches Theater Berlin, Schauspiel Hannover, Volkstheater Wien) arbeitete sie erfolgreich als Schauspielerin und Regisseuruin. Dem Kasseler Publikum ist sie bereits durch ihre Inszenierungen „vor die hunde (UA)“, „Die Troerinnen: 2nd Season (UA)“ und „Milch & Schuld (UA)“ bekannt.

Ab dieser Spielzeit ist sie Schauspieldirektion am Staatstheater Kassel. Franke steht für eine progressive, strukturelle Neuausrichtung: Aus dem Ensemble- und Vorstellungsbetrieb kommend, setzt sie auf eine offene, interdisziplinäre Teamarbeit und bringt damit eine neue Perspektive in die Leitung der Schauspielsparte.

Vorstellungsbeginn ist um 19:30 Uhr im Schauspielhaus. Ein Besuch des theatralen Jahrmarkts „Ein Rummelnachtstraum“ ist vor der Premiere von „End of Beginnings, ich fühl’s! (UA)“ für Premierenkarteninhaber:innen kostenlos (Einlass ab 18:00 Uhr).

End of Beginnings, ich fühl’s!

Eine performative Radioreise
Mit Texten von: Sarah Franke, Ensemble und anderen
Regie: Sarah Franke, Choreografie: Gili Goverman, Bühne: Ann-Christine Müller, Kostüme: Bettina Werner, Sounddesign: Rahel Hutter, Ariel Victor Schlichter, Dramaturgie: Laura Ellersdorfer
Mit: Zazie Cayla, Annalena Haering, Nora Quest, Emilia Reichenbach, Justin Hibbeler, Günther Harder, Philipp Staschull, Rahel Huttel (Live-Musik)

Premiere: Freitag, 4. September, 19.30 Uhr, Schauspielhaus
Weitere Termine: So, 6. Sept., 19.30 Uhr, Di, 8. Sept., 19.30 Uhr, So 13. Sept. 18 Uhr, Schauspielhaus


Premiere: Zur schönen Aussicht

Nur zwei Tage nach der Uraufführung von End of Beginnings, ich fühl’s (Premiere Fr, 4. Sep.) – der großen Auftakt-Premiere der neuen Schauspieldirektorin Sarah Franke – folgt am So., 6. September, direkt das nächste Eröffnungs-Highlight: Ödön von Horváths Zur schönen Aussicht im TiF (Theater im Fridericianum) unter der Regie von Katharina Marie Schubert.

„Ich bin nämlich eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu.“

Die Lage ist schlecht. Nicht nur das Wetter, auch die Finanzen. Eine schöne Aussicht hatte hier schon lange niemand mehr. Der Hotelbesitzer Strasser und seine Mitarbeiter wären bereit für Gäste, doch es kommt niemand. Einzig die Baronin Ada von Stetten finanziert das Hotel mit ihrer Dauermiete – sie bezahlt die Männer für alles, was sie ihr so bieten. Alle wissen: Das geht nicht mehr lange gut, das Hotel steht kurz vor dem Bankrott.

Da steht auf einmal Christine vor der Tür! Im letzten Jahr hatte sie eine Affäre mit Strasser und da all ihre Briefe und Bitten unbeantwortet blieben, möchte sie nun direkt vor Ort mit dem Vater ihres Kindes sprechen. Ohne sie auch nur zu Wort kommen zu lassen, vermuten Strasser und die Männer um ihn herum das Schlechteste. Sie denken, Christine möchte sich festsetzen, Geld und Hotel an sich reißen, eine Heirat erzwingen.

Deshalb schmieden sie einen gehässigen Plan, mit dem Strasser sich aus der Verantwortung ziehen und Christine loswerden kann. Aber Christine hatte ganz andere Pläne. Geld jedenfalls braucht sie nicht. Vor knapp 100 Jahren scheiterte die Uraufführung von „Zur schönen Aussicht“ leider an finanziellen Mitteln und konnte erst 40 Jahre später nachgeholt werden.

Nun wagt die Regisseurin und Schauspielerin Katharina Marie Schubert einen Versuch, die Zeiten, die Aussichten und die Werte, die unser Leben heute bestimmen, neu zu beleuchten. Und vielleicht ergibt sich ja ein Moment von Kontakt, von Utopie und von Zukunft.

Katharina Marie Schubert ist eine profilierte deutsche Theater- und Filmschauspielerin sowie Regisseurin. Sie gehörte u.a. zum Ensemble des Deutschen Theaters Berlin und gastierte am Thalia Theater in Hamburg. Für ihre herausragenden Theaterleistungen wurde sie 2005 mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Darstellende Kunst ausgezeichnet. Parallel zu ihrer Bühnenkarriere etablierte sich Schubert in Film und Fernsehen.

Einem breiten Publikum wurde sie 2014 durch die Hauptrolle in der Tragikomödie „Ein Geschenk der Götter“ bekannt, für die sie den Bayerischen Filmpreis als beste Darstellerin erhielt. Es folgten Rollen in namhaften Produktionen wie der Serie „Glauben“ (2021) und dem Oscar-nominierten Drama „Das Lehrerzimmer“ (2023). Im Jahr 2021 gab sie mit dem Drama „Das Mädchen mit den goldenen Händen“ ihr vielbeachtetes Debüt als Spielfilmregisseurin und Drehbuchautorin, wofür sie beim Filmfest München den Förderpreis „Neues Deutsches Kino“ gewann.

Zur schönen Aussicht

Regie: Katharina Marie Schubert, Bühne: Sibylle Pfeiffer, Kostüme: Celine Walentowski
Musik: Marcel Blatti, Licht: Stefanie Franke, Dramaturgie: Laura Kohlmaier
Mit: Lisa Natalie Arnold, Aljoscha Langel, Daniel Friedl, Annett Kruschke, Maximilian Grünewald, Julian Baschab
Premiere: Sonntag, 6. September, 20:15 Uhr, TiF – Theater im Fridericianum
Weitere Termine: Sa 12. Sep., 20:15 Uhr, So 20. Sep., 18 Uhr uvm.


Premiere: Der fliegende Holländer

Ab September schlägt in den Weiten des INTERIM das dunkle Herz der deutschen Romantik mit Wagnerschen Klangstürmen. Das Staatstheater Kassel lädt ein zu seiner Saisoneröffnung im Musiktheater, die zugleich der Einstand von Clemens Fieguth als neuer Erster Kapellmeister und stellvertretender GMD am Staatstheater Kassel ist:

Haltlos irrt der Holländer auf dem Ozean des Weltmarkts umher und häuft abstrakte Reichtümer an. Der schrankenlose Zwang zur Geldvermehrung erscheint ihm als Fluch, der ihn zu ewiger Rastlosigkeit verdammt. Einzig das kompensatorische Gegenmodell ewiger Treue verspricht dem Holländer Erlösung von der Konkurrenz.

Der Geschäftsmann Daland macht ihm seine Tochter Senta schmackhaft – Deal ist Deal im Zeitalter der Tech-Milliardäre, und so ist der Handel schnell geschlossen, auch wenn Senta sich eigentlich gerade nicht hinters Spinnrad spannen lassen möchte. Und dann ist da auch noch Erik, der Senta ebenso für sich beansprucht …

Marlene Pawlak und Florian Lutz verwandeln für ihre partizipative Inszenierung das INTERIM in einen kleinstädtischen Mikrokosmos, in dem die Drangsale der gesellschaftlichen Verhältnisse zu Tage treten. So manche Gewissheiten geraten ins Wanken, wenn des Holländers Fluch und Sentas Sphäre aufeinandertreffen. Und das Publikum ist eingeladen, selbst tief einzudringen in diesen Mikrokosmos.

Für Clemens Fieguth ist „Der fliegende Holländer“ die erste Zusammenarbeit mit Regisseur und Intendant Florian Lutz und der Regisseurin Marlene Pawlak und zugleich sein Debüt als Erster Kapellmeister und stellvertretender GMD in Kassel. Seine Dirigenten-Laufbahn begann Fieguth 2022 mit einem spektakulären Debüt am Pult der Staatskapelle Weimar, indem er kurzfristig eine Vorstellung von Detlev Glanerts Oper „Caligula“ übernahm. Ab der Spielzeit 2022/23 war zunächst als Zweiter Kapellmeister und ab 2023/24 als Erster Kapellmeister am Theater Erfurt engagiert, wo er über 20 Werke des Musiktheaters dirigierte.

Stefan Hadžić (Der Holländer) ist seit 2022/23 Mitglied des Opernensembles am Staatstheater Kassel und hat hier bereits in etlichen großen Partien begeistert, darunter die Titelpartien in „Don Giovanni“ und „Simon Boccanegra“, Graf Almaviva in „Le nozze di Figaro“, der Vater in „Hänsel und Gretel“ und alle vier Bösewichte in „Hoffmanns Erzählungen“.

Adia Evans (Senta), von der „New York Classical Review“ für ihre samtig weiche Stimme mit „kraftvollem Fundament und strahlendem Oberregister“ gelobt, hat bereits etliche Auszeichnungen und Preise erhalten, u.a. von der George-und-Nora-London-Stiftung, der Sullivan-Stiftung, des Laffont-Wettbewerbs der Metropolitan Opera, des James-Toland-Gesangswettbewerbs. Mit der Rolle der Senta gibt Adia Evans ihr Deutschland-Debüt.

Der fliegende Holländer

Oper von Richard Wagner

Musikalische Leitung: Clemens Fieguth, Regie: Florian Lutz, Marlene Pawlak, Bühne: Sebastian Hannak, Mitarbeit Bühne: Max Schwidlinski, Kostüm: Mechthild Feuerstein, Video: Konrad Kästner, Dramaturgie: Teresa Martin, Chor: Marco Zeiser Celesti

Mit: Adia Evans (Senta), Stefan Hadžić (Der Holländer), Brett Sprague (als Gast: Erik), Daniel Noyola / Ian Sidden (Daland), Ilseyar Khayrullova (Mary), Johannes Strauß (Steuermann), Staatsorchester Kassel, Opernchor und Extrachor des Staatstheaters Kassel

Premiere: Samstag, 19. September, 19 Uhr, INTERIM

Nächste Termine: 24. September (19 Uhr), 4. Oktober (18 Uhr), 9. Oktober (19 Uhr), 11. Oktober (19 Uhr), 31. Oktober (18 Uhr)


Tickets sind an der Theaterkasse (Telefon: 0561 1094-222) sowie online unter staatstheater-kassel.de erhältlich.