Premiere: Mazeppa (13. September 26)
Premiere: Zaide (30. September 26)
Wiederaufnahme: Turandot (22. August 26)
Wiederaufnahme: Così fan tutte (23. August 26)
Wiederaufnahme: Warten auf heute (19. September 26)
Liederabend: Louise Alder (Sopran) / Mauro Peter (Tenor) / Joseph Middleton (Klavier)
Premiere: Mazeppa
Mazeppa ist wohl die düsterste und pessimistische Oper des erfolgreichen Komponisten Peter I. Tschaikowski (1840–1893). Das Werk, das 1881 bis 1883 entstand, basiert wie seine Erfolgsopern Eugen Onegin und Pique Dame auf einer Vorlage von Alexander Puschkin. Tschaikowskis Partitur entfaltet eine enorme theatrale Wirkung: Sie verbindet martialische und grelle Klangfarben, die bereits auf Komponisten wie Schostakowitsch vorausweisen, mit Momenten betörender lyrischer Schönheit.
Die Musik nutzt dabei volksmusikalische Quellen ukrainischen und russischen Ursprungs, um die emotionale Tiefe der ambivalent gezeichneten Charaktere auszuloten. In der Inszenierung von Regisseur Matthew Wild, die nach der Premierenserie in Erl 2024 nun in Frankfurt zu sehen ist, wird das Stück zu einer zeitlosen politischen Parabel über eine Elite, die ihre Konflikte auf dem Rücken der eigenen Bevölkerung austrägt. Der Bayerische Rundfunk bewertete Wilds Inszenierung bei der Premiere in Erl als „beklemmend aktuell und unbedingt sehenswert“.
Zum Inhalt:
Maria, die Tochter des reichen Kotschubej, liebt den deutlich älteren General Mazeppa. Gegen den Willen ihres Vaters gehen die beiden eine Verbindung ein, woraufhin Kotschubej Mazeppa wegen Hochverrats beim Zaren anzeigt. Doch die Intrige scheitert: Der Zar glaubt Mazeppa und lässt Kotschubej hinrichten. Getrieben von unstillbarer Machtgier greift Mazeppa schließlich selbst nach der Krone und stürzt das Land in einen blutigen Bürgerkrieg. Während um sie herum die menschliche Zerstörungswut grassiert, verliert Maria zunehmend den Verstand…
Zur Besetzung:
Dirigent Karsten Januschke leitet die Frankfurter Erstaufführung von Tschaikowskis Oper musikalisch. Bis 2015 war er der Oper als Kapellmeister verbunden. In der vergangenen Spielzeit dirigierte er Jacques Offenbachs Operette Die Banditen. In Frankfurt erarbeitete er sich in seiner Zeit als Kapellmeister ein breit gefächertes Repertoire über sämtliche Epochen.
Regisseur Matthew Wild inszenierte an der Oper Frankfurt zuletzt erfolgreich Tannhäuser von Richard Wagner. Eine Produktion, die im Januar 2027 wieder aufgenommen wird. Im Januar 2026 inszenierte er Rossinis Klassiker Der Barbier von Sevilla in Bonn, im Mai folgte seine Lesart von Le nozze di Figaro an der Oper in Oslo.
Wie auch bei der Premierenserie in Erl singt Petr Sokolov Mazeppa. Nombulelo Yende verkörpert die Partie der Maria. Seit der Spielzeit 2024/25 ist sie Teil des Ensembles der Oper Frankfurt, vorher war sie im Opernstudio. In der nun anstehenden Spielzeit ist sie auch solistisch im Museumskonzert, sowie bei den Opernproduktionen La fiamma und Aida zu erleben.

(© Oles Paritsky)
Die Salzburger Nachrichten lobten die Titelpartien bei der Premiere in Erl: „Petr Sokolov brilliert als tragischer Held mit sicher geführter Stimme. Nombulelo Yende verleiht Maria auch in tiefster Tristesse vokale Flügel.“ Alexander Roslavets und Alex Birkus präsentieren im Wechsel die Partie des Kotschubej, Mikhail Pirogov singt Andrej. In weiteren Partien sind Ensemble- und Opernstudiomitglieder der Oper Frankfurt besetzt.
Mazeppa
Oper in drei Akten und sechs Bildern
Von: Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840 – 1893)
Text von: Victor P. Burenin und Peter I. Tschaikowski nach Alexander S. Puschkin
Uraufführung: 15. Februar 1884 (Moskau, Bolschoi-Theater)
Premiere an der Oper Frankfurt: Sonntag, 13. September 26 (Opernhaus)
Übernahme einer Produktion der Tiroler Festspiele Erl
Musikalische Leitung: Karsten Januschke
Inszenierung: Matthew Wild
Bühnenbild, Kostüme: Herbert Murauer
Licht: Jan Hartmann
Video: Bibi Abel
Choreografie: Christiana Stefanou
Kampfchoreografie: Stephen Louis
Chor: Manuel Pujol
Dramaturgie: Maximilian Enderle
Besetzung:
Mazeppa: Petr Sokolov
Maria: Nombulelo Yende
Kotschubej: Alexander Roslavets / Alex Birkus (18., 20., 26.9, 4.10.)
Andrej: Mikhail Pirogov
Ljubow: Karolina Makuła
Orlik: Jarrett Porter
Iskra: Jihun Hong°
Betrunkener Kosak: Kudaibergen Abildin
°Mitglied des Opernstudios
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Weitere Vorstellungen: 18., 20., 26. September, 1., 4. (15.30 Uhr), 10., 15. Oktober 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18 Uhr.
Preise: € 16 bis 198 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Übernahme einer Produktion der Tiroler Festspiele Erl
Mit freundlicher Unterstützung des Patronatsvereins – Sektion Oper
Premiere: Zaide
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) befand sich in einer Phase des radikalen Umbruchs, als er 1779 die Arbeit an seinem Singspiel Zaide aufnahm. Das Werk ist weit mehr als eine bloße Vorstudie zur späteren Entführung aus dem Serail. Es markiert einen wichtigen Punkt auf Mozarts persönlichem Weg aus den einengenden Salzburger Verhältnissen und seinen Aufbruch in eine künstlerische Selbstständigkeit. In diesem „ernsten deutschen Singspiel“ verbindet Mozart die damals populäre, so bezeichnete „türkische“ Thematik mit einer psychologisch feinsinnigen Betrachtung der menschlichen Seele im Geiste der Aufklärung.
Da das Stück als Fragment überliefert wurde, ohne Ouvertüre und nach dem gescheiterten Fluchtversuch der Protagonisten jäh abbrechend, bietet es eine besondere Offenheit für neue Deutungen. Die Frankfurter Inszenierung von David Hermann schärft die dunklen Facetten, indem sie das Fragment mit Ausschnitten aus Mozarts Schauspielmusik zu Thamos, König in Ägypten kombiniert und so eine beklemmende Nähe zu den Zwängen unserer eigenen Gegenwart schafft.
Zum Inhalt:
In der grausamen Gefangenschaft des Sultans Soliman finden die Sklavin Zaide und der junge Gomatz zueinander. Gemeinsam mit dem Mithäftling Allazim wagen sie den Ausbruch in die Freiheit, werden jedoch gestellt und zurück vor den zornigen Despoten gebracht. Während ihnen die Todesstrafe droht, fleht Allazim um Gnade für das Paar. An diesem kritischen Wendepunkt endet Mozarts Manuskript und lässt die existentielle Frage offen: Wird Soliman dem Pfad der Rache folgen oder die Größe zur Vergebung finden?
Zur Besetzung:
Musikalisch geleitet wird die erste Opernproduktion der neuen Saison im Bockenheimer Depot von George Petrou. Im November 2024 debütierte der griechische Dirigent an der Oper Frankfurt mit Georg Friedrich Händels Partenope. Petrou ist Künstlerischer Leiter der Internationalen Händel Festspiele Göttingen und des renommierten Armonia Atenea Orchester aus Athen. Von 2020 bis 2022 war er Generalmusikdirektor des Greek Radio Symphony Orchestra. Als Dirigent erlangte er schnell internationale Aufmerksamkeit.
Zahlreiche Auszeichnungen (u.a. ein Echo Klassik in der Kategorie Operneinspielung des Jahres für Händels Tamerlano) und Nominierungen (bei den Grammys 2018 für Händels Ottone) sowie preisgekrönte Aufnahmen für die weltweit führenden Plattenfirmen (Deutsche Gramophon, DECCA, MDG etc.) zeugen von seinem Erfolg. Zuletzt leitete er unter anderem die Premierenserie von Tancredi an der Oper Köln und brachte bei den Händel-Festspielen in Halle die Oper Deidamia zur Aufführung.
Inszeniert wird Mozarts Singspiel von David Hermann. Er setzte zuletzt eindrucksstark Alberic Magnards Oper Guercœur an der Oper Frankfurt in Szene. Bühnenbildner Jo Schramm wurde bei den Oper!-Awards 2026 auch wegen dieser Produktion als „Bester Bühnenbildner“ ausgezeichnet. Nun nehmen sich beide gemeinsam mit Sibylle Wallum (Kostüme), Joachim Klein (Licht) und Mareike Wink (Dramaturgie) dem Mozart-Stoff an.
Die zweite Premiere der Spielzeit ist ausschließlich mit Mitgliedern des Ensembles der Oper Frankfurt besetzt. Die schwedische Sopranistin Karolina Bengtsson ist in der Titelpartie Zaide zu erleben. Seither gestaltete sie zahlreiche Partien wie Fiordiligi (Così fan tutte), Anna (Blühen), Sophie (Werther), Pamina / Papagena (Die Zauberflöte) und Silvia (Ascanio in Alba). Als Clotilde (Norma), die sie auch in Frankfurt sang, gastierte sie an der Bayerischen Staatsoper München.

(Barbara Aumüller ~ szenenfoto.de)
Michael Porter übernimmt die Partie des Gomatz, Peter Marsh singt die Partie des Soliman. Porter ist in dieser Saison auch in Turandot, Tannhäuser, Alcina, sowie bei der Premierenserie von Bohuslav Martinůs The Greek Passion zu erleben. Marsh, wie Porter ein langjähriges Ensemblemitglied, singt u.a. abermals die Knusperhexe in Hänsel und Gretel.
Aleksander Myrling (Allazim) ist seit vergangenem Jahr Mitglied des Frankfurter Ensembles. Der norwegische Bassbariton stellte sich als Cesare Angelotti (Tosca) dem Publikum am Main vor. Pete Thanapat (Osmin) komplettiert die Premierenserie von Mozarts Singspiel Zaide.
Zaide
Von: Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Deutsches Singspiel in zwei Akten, Fragment (1779/80)
Text von: Johann Andreas Schachtner
Uraufführung: 27. Januar 1866 Frankfurt/M, Opernhaus)
Premiere an der Oper Frankfurt: Mittwoch, 30. September 26 (Bockenheimer Depot)
Ergänzt durch Auszüge aus Mozarts Schauspielmusik Thamos, König in Ägypten (1773)
Musikalische Leitung: George Petrou
Inszenierung: David Hermann
Bühnenbild: Jo Schramm
Kostüme: Sibylle Wallum
Licht: Joachim Klein
Dramaturgie: Mareike Wink
Besetzung:
Zaide: Karolina Bengtsson
Gomatz: Michael Porter
Soliman: Peter Marsh
Allazim: Aleksander Myrling
Osmin: Pete Thanapat
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Weitere Vorstellungen: 3., 7., 9., 11. (15.30 Uhr), 14., 16., 18. (18 Uhr) Oktober 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr.
Preise: € 25 bis 80 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Mit freundlicher Unterstützung des Patronatsvereins – Sektion Oper
Wiederaufnahme Turandot
Turandot von Giacomo Puccini (1858–1924) ist ein Werk voller dramatischer Intensität und moderner Klänge. Puccinis Musik, reich an orchestralen Farben und Kontrasten, entfaltet eine überwältigende emotionale Kraft, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat. Die Partitur verbindet neben lyrischem Belcanto und buffonesken Witz auch beißende Dissonanzen, rhythmische Überlagerungen und Chorsätze, in denen sich die Brutalität der politischen Massenbewegungen aus den 1920er Jahren widerspiegeln. Unvollendet nach Puccinis Tod 1924, betont die Frankfurter Fassung den Fragment-Charakter des Werkes und verzichtet auf posthume Vervollständigungen. Vorangestellt ist ein Prolog von Lucia Ronchetti (*1963) für Chor und Kinderchor, der das Vorgefühl einer Katastrophe weckt und nahtlos in Puccinis erste Takte übergeht.

Oper Frankfurt
Turandot (Elza van den Heever) und Calaf (Alfred Kim)
© Oper Frankfurt / Bernd Uhlig
Regisseurin Andrea Breth zeigt Turandot als rücksichtlose Herrscherin über einen Terrorstaat. Die Rhein-Zeitung konstatierte angesichts der Premiere im April 2026: „So gibt die Oper Frankfurt zum 100-jährigen Jubiläum des Werks eine in musikalischer Hinsicht hochklassige, gedanklich konsequente Deutung, die das zentrale Problem von Turandot sichtbar macht – ohne sich eine Haltung zur ewigen Wunde des Stückes, seiner Leerstelle am Schluss, anzumaßen.“
Zum Inhalt:
Entgegen dem Wunsch ihres Vaters weigert sich Prinzessin Turandot zu heiraten. Wer sie zur Frau haben will, muss drei Rätsel lösen. Wer daran jedoch scheitert, wird öffentlich hingerichtet. Als Prinz Calaf die Prüfung meistert, ist Turandot in ihren Grundfesten zutiefst erschüttert. Ein Machtkampf bricht aus, der schließlich auch unschuldige Opfer fordert …
Zur Besetzung:
Musikalisch geleitet wird die erste Wiederaufnahme von Simone Di Felice. Seit der Spielzeit 2017/18 ist er der Oper Frankfurt als Kapellmeister verbunden. In der kommenden Spielzeit leitet er auch Vorstellungen von Un ballo in maschera und La fiamma. Weitere Engagements führten ihn im Laufe seiner Karriere bislang unter anderem an die Opéra national de Paris, sowie zu den Tiroler Festspielen in Erl.
In der Hauptpartie der Turandot ist wie in der Premierenserie Elza van den Heever zu erleben. Die südafrikanische Sopranistin war von 2008 bis 2013 Mitglied des Ensembles am Haus und gastiert mittlerweile international: Engagements führten sie unter anderem erneut an die Mailänder Scala, zu den Bayreuther Festspielen, nach San Francisco und an die Wiener Staatsoper. An zwei Abenden tritt Oleysa Golovneva als Prinzessin Turandot auf. Für ihre Leistungen als Anna Bolena und Luisa Miller wurde sie jeweils ausgezeichnet. Für ihre Interpretation der Rusalka in Köln wurde sie für den Deutschen Theaterpreis FAUST nominiert.
Als Calaf ist Alfred Kim zu erleben, Opernstudio-Mitglied Julia Stuart debütiert als Liù. Die amerikanische Sopranistin ist Absolventin der renommierten Juilliard School in New York. Nach erfolgreichen Auftritten in Peter Grimes (Second Niece), Die Passagierin (Katja) und Macbeth (Kammerfrau der Lady), übernimmt sie in dieser Spielzeit die Partie der Gerhilde in Richard Wagners Die Walküre. Die drei Minister Liviu Holender (Ping), Sven Hjörleifsson (Pang) und Michael Porter (Pong) kommentieren die Grausamkeit von Turandots Rätselproben. Alle drei Künstler verbindet eine ausgeprägte interpretatorische Vielseitigkeit, die sie bereits auf bedeutenden Konzert- und Opernbühnen unter Beweis gestellt haben. In weiteren Partien sind Thomas Faulkner (Timur), sowie Michael McCown (Altoum) und Erik van Heyningen (Ein Mandarin) besetzt.
Turandot
Dramma lirico in drei Akten
Von: Giacomo Puccini
Libretto: Giuseppe Adami, Renato Simoni (nach dem gleichnamigen Theaterstück von Carlo Gozzi)
Uraufführung: 25. April 1926 (Mailand, Teatro alla Scala)
Premiere an der Oper Frankfurt: 12. April 26 (Opernhaus; Besprechung vom April 26)
1. Wiederaufnahme: Samstag, 22. August 26, Oper Frankfurt (Opernhaus)
Musikalische Leitung: Simone Di Felice
Inszenierung: Andrea Breth
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Hans Walter Richter
Bühnenbild: Johannes Leiacker
Kostüme: Ursula Renzenbrink
Licht: Alexander Koppelmann
Chor: Manuel Pujol
Kinderchor: Giulio Ferré
Dramaturgie: Maximilian Enderle
Besetzung:
Turandot: Elza van den Heever
Calaf: Alfred Kim
Liù: Julia Stuart
Ping: Liviu Holender
Pang: Sven Hjörleifsson
Pong: Michael Porter
Timur: Thomas Faulkner
Altoum: Michael McCown
Ein Mandarin: Erik van Heyningen
Leibwache der Turandot: Tomoya Kawamura / Atsushi Takahashi / Jun Azuma
Chor und Kinderchor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Weitere Vorstellungen: 29. August, 6. (18 Uhr), 12., 25. September, 3. Oktober 2026 (18 Uhr)
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr.
Preise: € 16 bis 138 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Wiederaufnahme: Così fan tutte
Così fan tutte ist nach Le nozze di Figaro und Don Giovanni die letzte der drei Opern von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), die in Zusammenarbeit mit dem Librettisten Lorenzo Da Ponte entstanden. Nach Mozarts Tod fiel das Werk bald in Ungnade: Zu frivol sei die Geschichte, zu konstruiert die Handlung. Aber vielleicht war die Lehre, die in der „Schule der Liebenden“ unterrichtet wird, für das 19. Jahrhundert einfach zu hart? Erst Richard Strauss und Gustav Mahler gewannen die Oper wieder als Kernstück fürs Repertoire zurück.
Zum Inhalt:
Così fan tutte – So machen’s alle, ist das nüchterne Fazit einer Wette, welche die Offiziere Guglielmo und Ferrando mit dem Philosophen Don Alfonso abschließen. Um den von diesem propagierten Wankelmut aller Frauen, dem die Freunde die unverbrüchliche Treue ihrer Bräute Fiordiligi und Dorabella entgegenhalten, auf die Probe zu stellen, fassen die Herren einen Plan: Als Türken verkleidet erscheinen die Offiziere – kurz zuvor noch tränenreich in einen fiktiven Krieg verabschiedet – bei den Geliebten und bieten alle Verführungskünste auf, um die Damen zu erobern.

Oper Frankfurt
Fiordiligi und Dorabella
(© Barbara Aumüller ~ szenenfoto.de)
Nicht zuletzt durch den Einfluss der in Liebesdingen versierten Zofe Despina kann anfänglicher Widerstand der Umworbenen schließlich gebrochen werden. Bevor es jedoch zu einer Hochzeit der beiden „über Kreuz“ verbundenen Paare kommt, wird das Verwirrspiel aufgedeckt. Doch damit sind noch längst nicht alle Fragen geklärt …
Zur Besetzung:
Studienleiter Takeshi Moriuchi übernimmt das Dirigat der Wiederaufnahmeserie von Così fan tutte alternierend mit Kapellmeister Alden Gatt. Moriuchi ist der Oper Frankfurt seit 2018 verbunden, als Dirigent und Liedbegleiter tritt er seither immer wieder auch für das Publikum in Erscheinung. Gatt dirigierte in Frankfurt bereits Die Zauberflöte, Ascanio in Alba und Le nozze di Figaro von Mozart.
Die Partie der Fiordiligi singt Karolina Bengtsson. Die Sopranistin ist seit der Spielzeit 2023/24 ein Teil des Ensembles und überzeugte am Haus schon in diversen Partien. 2025 sang sie beim Festival d’Aix-en-Provence Camille (Louise) und bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik Dori (Iphigénie en Tauride). Bengtsson ist mehrfach preisgekrönt u.a. beim Internationalen Haydn-Wettbewerb für Klassisches Lied und Arie, sowie beim Internationalen Gesangswettbewerb „Die Meistersinger von Nürnberg“.
Kelsey Lauritano und Karolina Makuła alternieren als Dorabella. Neben ihrer Partie in Così fan tutte wird Lauritano in dieser Spielzeit auch in Händels Flavio und in der Premierenserie von Prokofjews Die Liebe zu den drei Orangen auftreten. Eine Besonderheit ihrer Saison wird der Liederabend im großen Haus gemeinsam mit Kapellmeister Alden Gatt sein. Auch Makuła ist an zahlreichen Produktionen beteiligt, unter anderem auch bei den Wiederaufnahmen von Richard Wagners Das Rheingold und Die Walküre.
Taehan Kim und das neue Opernstudio-Mitglied Finn Sagal alternieren in der Partie des Guglielmo. Kim wurde zur Spielzeit 2025/26 in das Ensemble der Oper Frankfurt aufgenommen und gab mit der Partie des Guglielmo seinen Einstand. Zuvor war der südkoreanische Bariton Mitglied des Internationalen Opernstudios der Berliner Staatsoper. Sagal ist seit dieser Spielzeit Mitglied des Frankfurter Opernstudios und wird nun ebenfalls seinen Einstand hier am Haus als Guglielmo feiern.
Matteo Ivan Rašić als Gast und das neue Ensemble-Mitglied Andrew Kim alternieren in der Partie des Ferrando. Kim verstärkte in den Jahren 2023 bis 2025 das Opernstudio der Oper Frankfurt und war im Anschluss eine Saison freischaffend tätig. In dieser Zeit gab er u.a. sein Debüt als Edgardo in Lucia di Lammermoor. Als Despina wechseln sich, wie auch schon in der Premierenserie, die Ensemblesängerinnen Elizabeth Reiter und Bianca Tognocchi ab. Liviu Holender und Sebastian Geyer verkörpern alternierend die Partie des Don Alfonso. So zeigt auch die zweite Wiederaufnahme der Saison die Bandbreite des Ensembles der Oper Frankfurt.
Così fan tutte
Dramma giocoso in zwei Akten
Von: Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Libretto: Lorenzo Da Ponte
Uraufführung: 26. Januar 1790 (Wien, Burgtheater am Michaelerplatz)
Premiere an der Oper Frankfurt: 21. September 25 (Opernhaus; Besprechung vom Oktober 25)
1 .Wiederaufnahme: So. 23. August 26 Opernhaus)
Musikalische Leitung: Takeshi Moriuchi / Alden Gatt (30.12., 2., 8., 10., 16. 1.)
Inszenierung: Mariame Clément
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Silvia Gatto
Bühnenbild: Etienne Pluss
Kostüme: Bianca Deigner
Licht: Joachim Klein
Chor: Giulio Ferré
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy
Besetzung:
Fiordiligi: Karolina Bengtsson
Dorabella: Kelsey Lauritano / Karolina Makuła (30.12., 2., 8., 10., 16. 21.1.)
Guglielmo: Taehan Kim / Finn Sagal° (30.12., 2., 8., 10., 16. 21.1.)
Ferrando: Matteo Ivan Rašić (23., 28., 30.8.) / Andrew Kim
Despina: Elizabeth Reiter / Bianca Tognocchi (30.12., 2., 8., 10., 16. 21.1.)
Don Alfonso: Sebastian Geyer / Liviu Holender (30.12., 2., 8., 10., 16. 21.1.)
°Mitglied des Opernstudios
Weitere Vorstellungen: 28., 30. August (18 Uhr), 5. (18 Uhr), 9. September, 30. Dezember 2026, 2. (18 Uhr), 8., 10. (15.30 Uhr), 16. (18 Uhr), 21. Januar 2027
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18.30 Uhr.
Preise: € 16 bis 127 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Mit freundlicher Unterstützung der DZ-Bank
Wiederaufnahme: Warten auf heute
Unter dem Titel Warten auf Heute präsentiert die Oper Frankfurt abermals den Abend, der drei Werke von Arnold Schönberg (1874-1951) mit einem Liederzyklus von Frank Martin (1890-1974) kombiniert: Das Libretto zu Schönbergs Einakter Von heute auf morgen verfasste dessen Ehefrau Gertrud unter dem Pseudonym Max Blonda. 1930 wurde das dritte musiktheatralische Werk Schönbergs, des Gründers der Zweiten Wiener Schule, im Frankfurter Opernhaus uraufgeführt.
Dieser in Zwölftontechnik komponierten Zeitoper schließt sich die vom Magdeburger Heinrichshofen’s Verlag in Auftrag gegebene Filmmusik an, die im selben Jahr an der Berliner Krolloper Premiere feierte. Der Tonsetzer folgt keinen weiteren Vorgaben als lediglich den drei Schlagworten „Drohende Gefahr, Angst, Katastrophe“, die als Untertitel das Programm seiner expressiven Begleitmusik zu einer Lichtspielszene anzeigen. Der Text des 1949 erstmals in der Orchesterfassung in Venedig aufgeführten Liederzyklus Sechs Monologe aus „Jedermann“ des Schweizer Komponisten Frank Martin geht auf das Stück Hugo von Hofmannsthals zurück.

Oper Frankfurt
Eine Frau
© Barbara Aumüller ~ szenenfoto.de
Schönbergs einaktiges Monodram Erwartung, dessen Libretto die angehende Wiener Dermatologin Marie Pappenheim innerhalb von drei Wochen zu Papier brachte, beschließt diesen Abend.
Unter dem Dirigat Alexander Zemlinskys fand 1924 – fünfzehn Jahre nach Vollendung der Komposition – die Uraufführung von Schönbergs Bühnenwerk am Deutschen Theater Prag statt.
Zum Handlungsfaden der Inszenierung:
Ihr Eheleben mit Kind ist eingefahren, verläuft alltäglich und ohne große Überraschungen. Die Rollen sind klar verteilt. Als das Paar von einer Abendveranstaltung nach Hause kommt, beginnt die Gleichförmigkeit zu bröckeln: Während der Mann seiner Faszination für eine Freundin seiner Frau nachhängt, beginnt die Frau, für einen Tenor zu schwärmen. Sie will ihren Mann eifersüchtig machen und verliert sich in einem Rollenspiel, das ihr bürgerliches Eheleben in Frage stellt. Kurz darauf kommt es zum Bruch der Ehe. Der Mann bleibt im gemeinsamen Haus zurück. Die Jahre vergehen und zwei Menschen, die einst einen gemeinsamen Weg gegangen sind, beginnen zu altern – jeder für sich.
Zur Besetzung:
Dirigent Tim Anderson verfolgt eine aktive internationale Karriere und widmet sich einem vielfältigen Opern- und Konzertrepertoire. Er ist an zahlreichen bedeutenden europäischen Opernhäusern tätig und hat sich vor allem einen exzellenten Ruf für seine Interpretationen von Werken des 20. und 21. Jahrhunderts erworben. Nun debütiert er an der Oper Frankfurt.
Die Ensemblemitglieder Elizabeth Reiter, Sebastian Geyer, Juanita Lascarro und Theo Lebow besetzen die Partien in Schönbergs Einakter Von heute auf morgen. Für die Sechs Monologe aus dem „Jedermann“ kehrt Simon Neal an die Oper Frankfurt zurück. In Frankfurt sang er unter anderem bereits Kurwenal in Tristan und Isolde, sowie die Titelpartie in Oedipe, das von Hans Neuenfels inszeniert wurde und im Dezember 2013 Premiere feierte. Die Sopranistin Anna Gabler gestaltet das Monodram Erwartung. In der abgelaufenen Spielzeit 2025/26 sang sie unter anderem als Ariadne in Richard Strauss‘ Oper Ariadne auf Naxos und die Partie der Frau in Erwartung an der Canadian Opera in Toronto.
Warten auf heute
Arnold Schönberg 1874–1951
Frank Martin 1890–1974
VON HEUTE AUF MORGEN
Arnold Schönberg
Oper in einem Akt
Text von Max Blonda (Pseudonym für Gertrud Schönberg)
Uraufführung: 1. Februar 1930 (Frankfurt/M, Oper Frankfurt)
BEGLEITMUSIK ZU EINER LICHTSPIELSZENE OP. 34
Arnold Schönberg
Uraufführung: 6. November 1930 (Berlin, Krolloper)
SECHS MONOLOGE AUS »JEDERMANN«
Frank Martin
Liederzyklus für Bariton und Orchester
Text von Hugo von Hofmannsthal
Uraufführung: 9. September 1949 (Venedig, Teatro La Fenice)
ERWARTUNG
Arnold Schönberg
Monodram in einem Akt
Text von Marie Pappenheim
Uraufführung: 6. Juni 1924 (Prag, Neues Deutsches Theater)
Premiere an der Oper Frankfurt: 16. Januar 2022
1. Wiederaufnahme: Samstag, 19. September 26 (Opernhaus)
Musikalische Leitung: Tim Anderson
Inszenierung: David Hermann
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Nina Brazier
Bühnenbild: Jo Schramm
Kostüme: Sibylle Wallum
Licht: Joachim Klein
Dramaturgie: Mareike Wink
Besetzung:
Von heute auf morgen
Ehefrau: Elizabeth Reiter
Ehemann: Sebastian Geyer
Freundin: Juanita Lascarro
Sänger: Theo Lebow
Sechs Monologe aus »Jedermann«
Jedermann: Simon Neal
Erwartung
Eine Frau: Anna Gabler
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Weitere Vorstellungen: 27. September (18 Uhr), 2. 17. Oktober 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 16 bis 114 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf
Liederabend: Louise Alder (Sopran) / Mauro Peter (Tenor) / Joseph Middleton (Klavier)
Dienstag, 8. September 26 (Opernhaus)
Italienisches Liederbuch von Hugo Wolf
Von der Oper Frankfurt aus startete die britische Sopranistin Louise Alder eine große internationale Karriere: Von 2014 bis 2019 war sie Ensemblemitglied und sang führende Partien wie Gilda (Rigoletto), Susanna (Le nozze di Figaro), Sophie (Der Rosenkavalier), Atalanta (Xerxes) und Cleopatra (Giulio Cesare in Egitto). Mit Dankbarkeit erinnert sie sich noch heute an diese Zeit, in der sie sich wie in einer Familie gefühlt hat.

(© Will Alder)
Alder führten Gastengagements seitdem in Metropolen der Opernwelt, unter anderem an die Wiener Staatsoper, ans Theater an der Wien, ans Opernhaus Zürich, ans Royal Opera House Covent Garden in London, an die Bayerische Staatsoper und zum Glyndebourne Festival. 2019 und 2025 gab Louise Alder bereits zwei faszinierende Liederabende an der Oper Frankfurt.

(© Christian Felber)
Mit ihrem Kollegen Mauro Peter, der sich ebenso intensiv dem Liedgesang widmet, kehrt sie nun als Interpretin von Hugo Wolfs Italienischem Liederbuch an die Oper Frankfurt zurück. Der Schweizer Tenor gastiert seit 2012 an den führenden Konzert- und Opernhäusern auf der ganzen Welt. Mit seinen Programmen gastierte er unter anderem bereits in Wien, Berlin, Köln, München und Hamburg.
Preise: € 16 bis 114 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, online unter oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich

