„Der Abend vor dem Danach“ von Lisa Wentz
Es soll ein schöner Abend werden: Luca, Irene, Gabriel und Alexandra; ein Abendessen zu viert. Guter Wein, gute Gespräche, selbstgekocht statt Catering. Heute bleibt man ganz unter sich. Denn neben dem Essen geht es auch um Geld. Um sehr viel Geld. Gabriel, der eingeladen hat in seine stilvolle Villa, ist Lucas Boss. Luca ist sein bester Mann. Wenn alles glatt läuft heute, dann wird Gabriel Luca einen Deal übertragen. Das Leben von Luca, Irene und ihren beiden Kindern wird neu beginnen: in einer anderen Liga, ganz weit oben. Doch für einen der vier Menschen geht es um viel mehr als um Deals: Es geht um Würde, Verantwortung, Scham, Rache, Strafe. Um etwas, das nie vergangen ist. Heute Nacht wird abgerechnet. Doch was wird morgen sein?
Lisa Wentz zählt zu den führenden österreichischen Dramatiker:innen ihrer Generation. Sie hat mehrfach bedeutende Preise gewonnen, darunter den Retzhofer Dramapreis (2021) und den Nestroy-Autor:innenpreis (2022) für ihr Stück »Adern«. Ihre Stücke verbinden sprachliche Präzision mit psychologischer Tiefe; pointierte Dialoge mit einer klaren politischen Haltung. Mit dieser Auftragsarbeit stellt sich die Autorin erstmals in Deutschland vor. Susanne Frieling kehrt nach dem Erfolg von »Wir haben es nicht gut gemacht« und »Bilder deiner großen Liebe« mit einer weiteren sensiblen und eindringlichen Regiearbeit in die Kammerspiele zurück.
Premiere / Uraufführung am Schauspiel Frankfurt: Samstag, 12. September 26 (Kammerspiele)
Regie: Susanne Frieling
Bühne, Musik, Sounddesign: Florian Schaumberger
Kostüme: Elisabeth Weiß
Dramaturgie: Alexander Leiffheidt
Licht: David Schecker
Besetzung:
Irene: Manja Kuhl
Alexandra: Eva Maria Nikolaus
Luca: Isaak Dentler
Gabriel: Sebastian Kuschmann
Die nächsten Vorstellungen: 13./ 19. September
„Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ nach Jaroslav Hašek, Bertolt Brecht & einer Recherche zur Schlacht um Bachmut
Schwejk – eine Till Eulenspiegel-Figur im Krieg: Mit anarchischem Witz untergräbt »der brave Soldat« die Kriegsmaschinerie des Ersten Weltkriegs. Jaroslav Hašeks zweibändiger, unvollendeter Roman wurde von seinem Autor selbst als »bestes humoristisch-satirisches Buch der Weltliteratur« angepriesen. Trotz Rheuma zieht Schwejk in den Krieg, der sich in Hašeks aberwitzigen Episoden als Chaos entlarvt.
Bertolt Brecht war begeistert von der Schwejk-Figur. Hašeks Roman hat ihn über Jahre nicht losgelassen. Gemeinsam mit Erwin Piscator erarbeitete er eine berühmte Bühnenbearbeitung des Textes, die 1928 zur Aufführung kam. Darüber hinaus hatte Brecht Pläne, den Stoff zu verfilmen, um schließlich 1943 im amerikanischen Exil an einem eigenen Stück zu schreiben, in dem er »Schweyk im zweiten Weltkrieg« aufmarschieren lässt, wo er ein dienstbares Rädchen des deutschen Faschismus wird. Hanns Eisler schrieb die Musik dazu, darunter Songs wie »Das Weib vom Nazisoldaten« oder »Das Lied vom kleinen Wind«. Am Ende des Stückes trifft Schwejk, »der kleine Mann«, der sich freiwillig gemeldet hat, in Stalingrad auf Hitler. Das Stück von Brecht bildet den zweiten Teil einer Schwejk-Trilogie, die Regisseur Jan-Christoph Gockel im Ersten Weltkrieg beginnen lässt.
Der dritte Teil zeigt »Schwejk in Bachmut«. Textliche Grundlage hierfür bilden Interviews mit ehemaligen Wagner-Söldnern, die an der Schlacht um Bachmut beteiligt waren. Sie werfen einen Blick auf die »kleinen Rädchen« innerhalb der Kriegsmaschinerie. Wie halten die einzelnen Rädchen eine Vernichtungsmaschinerie am Laufen? Und: Kann ein »Idiot« wie Schwejk heute noch eine Kriegsmaschine aus dem Takt bringen?
Jan-Christoph Gockel verbindet wie kaum ein anderer Regisseur Politik mit Poesie: In seinen Arbeiten treffen Puppen, Schauspieler:innen, Film, Musik und dokumentarisches Material aufeinander. Am Schauspiel Frankfurt war in seiner Regie u.a. »Öl!« sowie »Faust 1 & 2« zu erleben. Er ist Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen und wurde mit seiner Arbeit »Wallenstein« zum Berliner Theatertreffen 2026 eingeladen.
Ermöglicht durch den Patronatsverein
Premiere am Schauspiel Frankfurt: Freitag, 11. September 26 (Schauspielhaus)
Regie: Jan-Christoph Gockel
Bühne: Julia Kurzweg
Kostüme: Janina Brinkmann
Musik: Matthias Grübel
Video: Eike Zuleeg
Puppenbau: Michael Pietsch
Dramaturgie: Katrin Spira
Licht: Marcel Heyde
Recherchearbeit und Autor: Sergei Okunev
Mit:
Torsten Flassig
Wolfram Koch
Anabel Möbius
Annie Nowak
Michael Pietsch
Christoph Pütthoff
Sebastian Reiß
Lotte Schubert
Melanie Straub
Eike Zuleeg (Live-Kamera)
Mit Liedern aus Brechts »Schweyk im Zweiten Weltkrieg« von Hanns Eisler, in einer Bearbeitung von Matthias Grübel.
Die nächsten Vorstellungen: 13./16. September und 2. Oktober
Weitere Informationen und Karten: schauspielfrankfurt.de
