Peter Jordan ist Autor, Schauspieler und Regisseur. Fans der Netflix-Serie „Achtsam morden“ kennen ihn als Achtsamkeitscoach Joschka Breitner. Für die Berliner Komödie am Kurfürstendamm hat er 2022 „Marie-Antoinette oder Kuchen für alle!“ geschrieben und gemeinsam mit Leonhard Koppelmann inszeniert. Jetzt kommt der zweite Streich: „Dracula – Blutige Anfänger“. Die Uraufführung findet am 11. Oktober im Ernst-Reuter-Saal statt. Die Proben starten am 1. September. Auch bei dieser Produktion inszenieren Jordan und Koppelmann gemeinsam und können dabei wieder ihrem Faible für schrägen Humor und Slapstick nachgehen.
„Das Publikum kann sich auf eine bissige Komödie freuen: wild und aktuell“, ist sich Theaterchef Martin Woelffer sicher.
Die Handlung
Tonio Arango gibt in der Inszenierung einen tödlich gelangweilten Vampir. Sein Dracula hat Burnout und will kein Untoter mehr sein, während Lakai Igor, gespielt von Boris Aljinović, dem Blutsaugen längst abgeschworen hat und Vegetarier geworden ist.
Die Untoten werden auf ihrem rumänischen Schloss von zwei jungen Reisenden, gespielt von Anika Baumann und Samson Fischer, aufgespürt, die eigentlich nur einen Lost Place erkunden wollten. Dabei entdecken die Traveller nicht nur die beiden Vampire, sondern stellen fest, dass die zwei in ihrem Kellerverlies die widerlichsten Diktatoren der Geschichte eingekerkert haben.
Peter Jordan über die Idee zu seinem neuen Projekt
Ein Stück über Dracula? Peter Jordan wusste sofort: Das geht nur mit einem komplett neuen Ansatz. Auf dem Heimweg von einem Treffen mit Martin Woelffer und Co-Regisseur Leonhard Koppelmann ploppte die entscheidende Frage auf: „Wer, außer Dracula, könnte eigentlich noch ein Vampir sein, ohne dass wir es ahnen?“ Das war die Grundidee für „Dracula – Blutige Anfänger“.
Boris Aljinović über seine Figur
„Igor ist Draculas Helferlein und muss all das machen, worauf der keine Lust hat. Einerseits bewundert er seinen Meister, andererseits hasst er ihn, ist er doch selbstgefällig und narzisstisch. Igor selbst ist das nicht, jedoch wortgewandt und leidensfähig“, beschreibt Aljinović seine Figur.
Die Liste der Theater, an denen der Schauspieler arbeitete, ist lang und reicht vom Ernst Deutsch Theater in Hamburg über das St. Pauli Theater bis zum Renaissance-Theater. Viele Jahre lang war er der Berliner „Tatort“-Kommissar Felix Stark. Demnächst kehrt er für eine Folge wieder zurück, um einen neuen Fall zu lösen. Zuletzt war er im Kinofilm „Die Vorkosterinnen“ zu sehen.
Tonio Arango: „Dracula, Gentleman mit Abgründen“
Für Tonio Arango ist Peter Jordans Dracula-Figur „ein Gentleman mit Abgründen“, der vom ewigen Leben genug hat und eine große Müdigkeit empfindet. Vampire haben Arango schon als Kind fasziniert: Als er kürzlich seiner Mutter erzählte, dass er Dracula spielen würde, lachte sie schallend und erzählte ihm, dass er als Siebenjähriger auf die Frage, was er denn mal werden wolle, „Dracula“ geantwortet habe. Für ihn erfüllt sich also ein Kindheitstraum.
Arango ist Berliner und studierte Darstellende Kunst am Max Reinhardt Seminar in Wien (1986–1990). Er arbeitete mit Luc Bondy und Peter Stein an der Schaubühne Berlin, mit David Mouchtar-Samurai und Werner Schroeter in Düsseldorf sowie Niklaus Helbling in Köln, Bochum und Zürich. Mitte der 1990er-Jahre folgten Engagements in Film und Fernsehen. 2025 saß für Wes Andersons „The Phoenician Scheme“ zwei Tage lang auf einem Kamel.
Wien ist seit seiner Studienzeit seine zweite Heimat. Wo die erste ist? „Vielleicht in Transsylvanien“, lacht er.
Dracula – Blutige Anfäger
Von: Peter Jordan
Uraufführung an der Berliner Komödie am Kurfürstendamm im Ernst-Reuter-Saal: 11. Oktober 26
(Voraufführungen: 9. und 10. Oktober 2026)
Vorstellungen bis 6. November 2026
Regie: Peter Jordan, Leonhard Koppelmann
Kostüm und Bühne: Barbara Aigner
Video und Animation: Meike Fehre (Ahoi Film)
Choreographie: Harald Kratochwil
Playbacks und musikalische Einstudierung: Samson Fischer
Besetzung:
Dracula: Tonio Arango
Igor: Boris Aljinović
Nelly: Anika Baumann
Mark: Samson Fischer
Komödie am Kurfürstendamm im Ernst-Reuter-Saal
Eichborndamm 213, 13437 Berlin
Karten ab 16 € unter (030) 88 59 11-88 und unter komoedie-berlin.de
