Highlights im Spielplan der Oper Frankfurt im Oktober 26

Oper Frankfurt (© Barbara Aumüller ~ szenenfoto.de)


Premiere: Ottone

Georg Friedrich Händels (1685–1759) Oper Ottone zählt zu den Meilensteinen des Barocktheaters. Das Werk, das im Januar 1723 in London uraufgeführt wurde, entstand in einer Phase, in der Händel als musikalischer Leiter der frisch gegründeten Royal Academy of Music den Starkult an der Themse auf ein neues Niveau hob. Auf seinen Casting-Reisen verpflichtete Händel die begabtesten Sänger Europas. In Ottone entfaltet der Komponist ein psychologisch dichtes Beziehungsgeflecht, das auf einer historischen Eheschließung des Jahres 972 basiert.

Aus dem weltgeschichtlichen Stoff schufen die Librettisten jedoch ein fiktives, hochdramatisches Verwechslungsspiel. Händels Partitur besticht durch eine Ansammlung aus eleganten, innigen Arien, deren Melodien im Kopf bleiben. Bis heute gilt das Werk als einer der größten Kassenschlager des Komponisten, der zu seinen Lebzeiten nur noch von Rinaldo an Wiederaufführungen übertroffen wurde.

Zum Inhalt:

Ottone soll die junge Teofane heiraten und mit ihr seine Überlegenheit gegenüber Adelberto besiegeln. Doch man hat die Rechnung ohne die ehrgeizige Gismonda gemacht. Sie intrigiert im Hintergrund, um ihren Sohn Adelberto in Position zu bringen. Da Ottone und Teofane sich noch nie gesehen haben, ist es ein Leichtes, dass Adelberto sich als Teofanes gerade abwesender Bräutigam Ottone ausgibt. Doch der Schwindel fliegt bald auf…

Zur Besetzung:

Dirigent Václav Luks, ein wahrer Experte für Alte Musik, kehrt nach einer erfolgreichen Premierenserie von Amor vien dal destino zurück nach Frankfurt. 2005 gründete er das Prager Barockorchester Collegium 1704 und das Vokalensemble Collegium Vocale 1704. Die Ensembles treten unter seiner Leitung bei renommierten Festivals und in namhaften europäischen Konzertsälen auf. 2022 wurde Václav Luks für seine kulturellen Leistungen der französische Ordre des Arts et des Lettres verliehen.

Václav Luks (© Petra Hajská)

Regisseurin Jetske Mijnssen debütiert mit ihrer Lesart von Händels Ottone an der Oper Frankfurt. In der vergangenen Spielzeit inszenierte sie unter anderem Ariodante am Royal Opera House Covent Garden in London, Dialogues des Carmélites an der Semperoper in Dresden und Simone Boccanegra an De Nationale Opera in Amsterdam. Weitere Arbeiten führten sie bereits zum Festival in Aix-en-Provence und nach Glyndebourne.

Jetske Mijnssen
(© Keke Keukelaar)

Yuriy Mynenko, der in der vergangenen Spielzeit als Cesare überzeugte, verkörpert die Titelpartie des Ottone. Die Rolle der Teofane singt Monika Buczkowska-Ward, die noch im Juni die Partie der Bellezza in Händels Der Triumph von Zeit und Erkenntnis gestaltete. Paula Murrihy (Gismonda) und Iurii Iushkevich (Adelberto) kehren als Gäste an die Oper Frankfurt zurück. Murrihy, bis 2017 Mitglied des Ensembles, sang am Haus bereits verschiedene Partien wie Dido in Purcell’s Dido and Aeneas, Octavian in Strauss’ Der Rosenkavalier, und zuletzt Dejanira in Händels Hercules. Iushkevich gastiert regelmäßig auf den großen Bühnen in Europa. Dass sein Repertoire von Barock bis hin zu modernen Opern reicht, wird er abermals unter Beweis stellen. In der vergangenen Spielzeit brachte ihm die Partie des Boy in Written on Skin große Anerkennung ein. Cecelia Hall verkörpert die Partie der Matilda, Jonas Müller komplettiert als Emireno die Besetzungsliste der ersten von drei Händel-Opern der Spielzeit 2026/27 in Frankfurt.

Ottone

Oper in drei Akten

Von: Georg Friedrich Händel
Uraufführung: 1723 (London, King’s Theatre – Haymarket)
Premiere: Sonntag, 11. Oktober 26 (Opernhaus)

Musikalische Leitung: Václav Luks
Inszenierung: Jetske Mijnssen
Bühnenbild, Kostüme: Ben Baur
Choreografie: Dustin Klein
Licht: Jan Hartmann
Dramaturgie: Mareike Wink

Besetzung:

Ottone: Yuriy Mynenko
Teofane: Monika Buczkowska-Ward
Gismonda: Paula Murrihy
Adelberto: Iurii Iushkevich
Matilda: Cecelia Hall
Emireno: Jonas Müller

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Weitere Vorstellungen: 18. (18 Uhr), 24. Oktober, 1. (15.30 Uhr), 7., 12., 15. (18 Uhr), 21. November 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr.
Preise: € 16 bis 198 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)


Erste Wiederaufnahme Tancredi


Tancredi
von Gioachino Rossini (1792–1868) entstand 1812/13 als Auftragsarbeit für das venezianische Teatro La Fenice und markierte einen Wendepunkt in seiner Karriere hin zur Gattung der Opera seria. Nach der Uraufführung in Venedig 1813 wurde Tancredi schon bald an der Mailänder Scala gespielt. Im Jahr 1817 stand das Werk zum ersten Mal in Frankfurt auf dem Spielplan. Die Partitur ist geprägt von Rossinis charakteristischer melodischer Inspiration und virtuosen vokalen Anforderungen, die den Übergang von der Opera seria des 18. Jahrhunderts zum Belcanto des 19. Jahrhunderts markieren. Besonders berühmt wurde die Cavatine des Tancredi „Di tanti palpiti“, die zu Rossinis Lebzeiten zu einer Art Gassenhauer avancierte. Die Oper vereint heroische Leidenschaft mit tief empfundener Lyrik und zeigt bereits Rossinis Meisterschaft in der Gestaltung großer dramatischer Szenen.

Tancredi
Oper Frankfurt
Tancredi (Cláudia Ribas)
© Monika Rittershaus

Zum Inhalt:

Das Libretto von Gaetano Rossi basiert auf Voltaires Tragödie Tancrède aus dem Jahr 1760: Unter dem Eindruck einer Bedrohung von außen beschließt der Senat von Syrakus ein drakonisches Gesetz, das jeden, der mit dem Feind konspiriert, mit dem Tode bestraft. Argirio und der rivalisierende Orbazzano legen einen alten Zwist bei; als Pfand des neuen Bundes verspricht Argirio ihm die Hand seiner Tochter Amenaide. Diese liebt jedoch insgeheim Tancredi, der vor langer Zeit aus der Stadt verbannt worden war. Ein abgefangener Brief von ihr wird missdeutet, und der eigene Vater unterschreibt ihr Todesurteil …

Zur Besetzung:

Die musikalische Leitung der ersten Wiederaufnahme liegt wie auch bei der Premierenserie der vergangenen Spielzeit bei Giuliano Carella, der an den bedeutendsten Opernhäusern weltweit arbeitet. In Frankfurt dirigierte er bereits Stiffelio, I vespri siciliani, Anna Bolena (konzertant), La traviata und Bianca e Falliero. Sein Repertoire reicht von Giovanni Paisiello bis Lorenzo Ferrero und umfasst neben den wichtigsten auch zahlreiche weniger bekannte Werke der italienischen Oper.

Inszeniert wurde Tancredi im Mai und Juni 2026 von Manuel Schmitt. In Frankfurt erarbeitete er zuvor Benjamin Brittens Doppelabend The Prodigal Son / The Burning Fiery Furnace im Bockenheimer Depot. Weitere Arbeiten führten ihn unter anderem an die Bayerische Staatsoper in München und ans Staatstheater Nürnberg. In dieser Spielzeit wird Schmitt an der Oper Frankfurt Ernest Chaussons Oper Le roi Arthus in Szene setzen.

Die Besetzung der Wiederaufnahme gleicht zum großen Teil jener der Premierenserie. Abermals gestaltet Theo Lebow die Partie des Argirio. In dieser Spielzeit ist das Ensemblemitglied außerdem in den Produktionen Warten auf heute, Die Liebe zu den drei Orangen und in Das Rheingold zu erleben. Mit großem Erfolg trat er in der vergangenen Saison als Amme Nicea in der selten gespielten Barockoper Amor vien dal destino von Agostino Steffani auf.

Bianca Tognocchi ist wieder als Amenaide mit von der Partie. Die Sopranistin singt in dieser Spielzeit noch die Rollen der Despina (Così fan tutte), des Lenio (The Greek Passion) und der Sœur Constance de St. Denis (Dialogues des Carmélites).

Die Partie des Orbazzano wird von Ensemblemitglied Kihwan Sim gesungen. Der in Seoul und Hamburg ausgebildete Sänger ist seit der Spielzeit 2012/13 Ensemblemitglied an der Oper Frankfurt. In der Saison 2026/27 übernimmt er Partien wie Merlin (Le roi Arthus), König Treff (Die Liebe zu den drei Orangen) und Priester Grigoris (Greek Passion) sowie erneut Ramfis (Aida).

Die portugiesische Mezzosopranistin Cláudia Ribas singt die Titelpartie des Tancredi. Als neues Ensemblemitglied an der Oper Frankfurt ist sie des Weiteren in Händels Flavio und Prokofjews Die Liebe zu den drei Orangen zu erleben.

Opernstudio-Mitglied Ruby Dibble übernimmt abermals die Partie der Isaura, Daniela Zib ist als Loredana – ehemals Roggiero – mit dabei; eine weibliche Partie, die es nur im Frankfurter Tancredi gibt.

Tancredi

Melodramma eroico in zwei Akten
Von: Gioachino Rossini
Text von: Gaetano Rossi nach Voltaire
Uraufführung: 6. Februar 1813 (Venedig, Teatro La Fenice)

Premiere: Sonntag, 7. Juni 26 (Opernhaus)
1. Wiederaufnahme: Freitag, 16. Oktober 26 (Opernhaus)

Musikalische Leitung: Giuliano Carella
Inszenierung: Manuel Schmitt
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Silvia Gatto
Bühnenbild: Bernhard Siegl
Kostüme: Raphaela Rose
Licht: Joachim Klein
Chor: Giulio Ferré
Dramaturgie: Konrad Kuhn

Besetzung:

Argirio: Theo Lebow
Amenaide: Bianca Tognocchi
Orbazzano: Kihwan Sim
Tancredi: Cláudia Ribas
Isaura: Ruby Dibble°
Loredana: Daniela Zib°

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


°Mitglied des Opernstudios

Weitere Vorstellungen: 23., 25. (18 Uhr), 31. Oktober, 5. November 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr.
Preise: € 16 bis 127 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)


Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, online unter oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.