Tanztreffen der Jugend: Die Auswahl steht fest!

Berliner Festspiele ~ Tanztreffen der Jugend ~ © Dave Großmann

13. Tanztreffen der Jugend: 26. September bis 2. Oktober 2026

62 Ensembles aus 16 Bundesländern haben sich mit ihren Arbeiten für das 13. Tanztreffen der Jugend beworben. Nun hat die Jury zehn herausragende Produktionen ausgewählt.

Unter den ausgewählten Arbeiten finden sich ein Solo und zwei Duette ebenso wie Ensembleproduktionen mit bis zu 20 Tanzenden. Auch ein inklusives Ensemble ist unter den Preisträger*innen. Viele Produktionen loten die Spartengrenzen aus und bedienen sich übergreifender künstlerischer Praktiken. Die Arbeiten haben mitunter starke politische und gesellschaftskritische Anliegen und verstehen sich als aktivistisches Engagement. Die Beiträge entstanden in sehr unterschiedlichen Kontexten – in Schulen, an Theatern der freien Szene, in Jugendclubs an Staatstheatern, in freien Gruppen innerhalb von Jugendkulturzentren sowie in Tanztheatern und Tanzschulen.

Die Berliner Festspiele gratulieren den Preisträger*innen des Bundeswettbewerbs, der durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird.

Die 13. Ausgabe des Tanztreffen der Jugend beginnt am 26. September 2026 mit der Eröffnung im Haus der Berliner Festspiele und endet am 2. Oktober 2026.
Ende Juli wird der Spielplan bekanntgegeben und Tickets werden im Webshop der Berliner Festspiele erhältlich sein.


Eingeladen zum 13. Tanztreffen der Jugend sind:

Die Ermittlung – nach Peter Weiss
Oberstufentheatergruppe des Dientzenhofer-Gymnasiums
Bamberg, Bayern

find no words to say
JugendTanzCompany fabrik Potsdam
Brandenburg

Herzhaft romantisch
TanzTheater-AG Neukölln 11, Schule am Bienwaldring, Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
Berlin

LA PREMIERE FOIS
EMMATHEO
Stuttgart, Baden-Württemberg

Nichts wird vergessen
Perform[d]ance Jugendkompanie, Perform[d]ance e. V.
Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern

Schwarz
Zhechang Yuan AKA Mr. Chaos
München, Bayern

Streetvoices
SYMBIONYX Jugend Tanz Company, Freie Gruppe unter der Leitung von Sonja Reischl
Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen

Till Eulenspiegel – Teile Von Mir
theater für niedersachsen, tfn-Jugendensemble in Kooperation mit SALTAZIO, Schule der Tanzkünste
Hildesheim, Niedersachsen

ver_rückt
iMove, Saarländisches Staatstheater
Saarbrücken, Saarland

zwischenkörpern
Soley Huber und Jonathan Walker
tanzApartment-Studio
Berlin


Thematisch ist das Spektrum der ausgewählten Produktionen breit und zugleich von einer starken gesellschaftlichen Relevanz geprägt. Mehrere Arbeiten setzen sich intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander, unter anderem mit dem ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963 – 1965) und mit Erinnerungen von Zeitzeug*innen, die den Holocaust überlebt haben. Ausgangspunkte wie Peter Weiss’ Die Ermittlung dienen dabei als literarische Vorlage.

Neben Tanz fließen Elemente aus Schauspiel, Objekttheater, Maskenspiel und bildender Kunst ein. Projektionen, Texte im Bühnenraum, Live-Kamera, Eigenkompositionen, Live-Musik sowie performative Elemente wie Live-Graffiti erweitern die choreografischen Arbeiten zu teils installativen Bühnenräumen. Kostüme und Bühnenbilder sind häufig bewusst gestaltet und tragen durch Farben, Materialien und Masken wesentlich zur Bildsprache bei.

Daneben beschäftigen sich die Arbeiten mit persönlichen und existenziellen Fragestellungen: Momente überwältigender Gefühle, in denen die Worte fehlen. Auch philosophische Themen wie Liebe, Verlust, Tod und Lebenszyklen werden verhandelt. Gesellschaftskritische Perspektiven zeigen sich beispielsweise in der Auseinandersetzung mit Normen und Konventionen (etwa anhand der Figur Till Eulenspiegel), mit den UN-Kinderrechten oder mit der Frage, was „Normalität“ und „Verrücktheit“ in der heutigen Zeit bedeuten.

Stilistisch bewegen sich die ausgewählten Stücke zwischen zeitgenössischem Tanz und urbanen Stilen wie Hip-Hop, Breaking, House, Krump, Waacking, Popping oder Locking. Ergänzt wird dies durch Physical Theatre, Improvisation, Contact Improvisation sowie durch Einflüsse historischer Tanzformen und außereuropäischer Bewegungstraditionen, etwa aus der chinesischen Kampfkunst.

Im künstlerischen Entstehungsprozess wurde überwiegend kollaborativ und partizipativ gearbeitet. Gemeinsame Recherche, Schreibprozesse, Improvisationen und Verfremdung bilden die Grundlagen der choreografischen Arbeit. Alle Produktionen zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Präsenz, eine hohe technische Qualität und durch eine große Ausdruckskraft aus.

Acht Tanzschaffende bilden die Jury des Tanztreffen der Jugend 2026:
Sonia Franken (Köln), Silke Gerhardt (Schwerin), Modjgan Hashemian (Berlin), Raphael Moussa Hillebrand (Berlin), Jan Kress (Berlin), Mila Lipicar (Köln), Daniela Rodriguez Romero (Stuttgart), Aliyye Sahin (Berlin).
Die Berliner Festspiele danken allen Juror*innen für ihre Expertise und die engagierte Arbeit.

Das Tanztreffen der Jugend macht es sich zur Aufgabe, ein Schaufenster und Impulsgeber für die Arbeit junger Tänzer*innen und Choreograf*innen zu sein. Dabei gibt es keine zeitlichen, formalen oder thematischen Vorgaben. Neben den täglichen öffentlichen Aufführungen im Haus der Berliner Festspiele richtet sich ein exklusives Programm mit Workshops sowie Aufführungsgesprächen und Diskussionen an die teilnehmenden Ensembles. Ehemalige Teilnehmer*innen der anderen Treffen junge Szene der Berliner Festspiele ergänzen das öffentliche Bühnenprogramm mit Texten und Konzerten.

Das FORUM ist das Workshop- und Fortbildungsprogramm des Tanztreffen der Jugend – für Tanzpädagog*innen, Lehrkräfte, Choreograf*innen, Sozialarbeiter*innen, Künstler*innen, Studierende, Hochschullehrende sowie für die Gruppenleitungen der eingeladenen Produktionen. Es findet von Sonntag, 27. September bis Donnerstag, 1. Oktober 2026 statt und versteht sich als Ort des Peer-based Learning: Dozent*innen und Teilnehmende begegnen sich als Lernende und Expert*innen zugleich – mit dem Ziel, künstlerisch-pädagogische Praxis für Jungen Tanz gemeinsam weiterzudenken, zu stärken und zu vernetzen.

Die Treffen junge Szene der Berliner Festspiele

Mit den Treffen junge Szene in vier Sparten bieten die Berliner Festspiele der jungen Kunst eine Plattform im jährlichen Programm: Vom 30. Mai bis 6. Juni fand bereits das Theatertreffen der Jugend statt. Nach dem Tanztreffen der Jugend finden vom 25. bis 30. November 2026 das Treffen junge Musikszene und vom 26. bis 30. November 2026 das Treffen junger Autor*innen parallel im Haus der Berliner Festspiele statt und bieten ein geballtes Programm mit Konzerten, Diskussionen und Lesungen. Bewerbungen für beide Treffen sind noch bis Juli möglich.

berlinerfestspiele.de

Das Tanztreffen der Jugend ist Teil der Treffen junge Szene der Berliner Festspiele und wird als Bundeswettbewerb gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.