Staatstheater Augsburg wird Partner im europäischen Forschungsprojekt VOPUS

Kick-off des EU-Projektes VOPUS in Helsinki im Juni 2026, mit Vertretern und Vertreterinnen von Staatstheater Augsburg (DE), Aalto Universität Helsinki (FI), Finnische Nationaloper Helsinki (FI), Opera Stara Zagora (BG), Design Academy Eindhoven (NL), Digital Catapult (UK), Sunderland Software City (UK), Universitat Autònoma de Barcelona (ES) und Fundamental Research (BE) ~ © Adam Hill

Augsburger Digitalsparte an der virtuellen Opernwelt »Operaland« beteiligt

Das Staatstheater Augsburg ist Teil des neuen europäischen Forschungs- und Innovationsprojekts VOPUS, das über drei Jahre hinweg erforscht, wie Kunst und kulturelle Teilhabe in dauerhaft bestehenden virtuellen Welten gestaltet werden können. Im Zentrum steht »Operaland«: eine offene und interaktive virtuelle Opernwelt, die künstlerische Produktion, gemeinsames Erleben und wissenschaftliche Forschung miteinander verbindet.

Das Projekt VOPUS des Forschungsprogramms »Horizon Europe« (EU) trägt den vollständigen Titel »Virtual World Opera for Participation, Unity, and Social Cohesion«. Sein übergeordnetes Ziel ist es, die nichtkommerzielle, digitale Kulturproduktion in einem von globalen Technologieunternehmen dominierten Umfeld zu stärken.

Von Beginn der Spielzeit 2026/27 an arbeitet das Digitaltheater des Staatstheater Augsburg gemeinsam mit der Finnischen Nationaloper Helsinki und der Stara Zagora-Oper Bulgarien an den Formaten und Inszenierungen für die geplante Opern-Plattform »Operaland«, die von Design Academy der Universität Eindhoven technisch entwickelt wird.

»Operaland« als gemeinsame virtuelle Kulturwelt

In »Operaland« sollen Nutzer und Nutzerinnen Kunst nicht nur digital betrachten, sondern gemeinsam erleben, gestalten und weiterentwickeln können. Die Plattform ist als dauerhaft bestehende, zugängliche virtuelle Welt konzipiert. Sie soll sowohl künstlerischen Produktionen als auch der wissenschaftlichen Untersuchung digitaler Kulturteilhabe dienen. Langfristig wird die entstandene digitale Infrastruktur auch anderen Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen zur Verfügung gestellt.

»Mit diesem großdimensionierten Projekt kann unser Haus als Teil eines internationalen Netzwerks nochmal auf einem ganz neuen Level zur Weiterentwicklung des virtuellen Kulturraums beitragen«, sagt Staatsintendant André Bücker. Die Digitalsparte des Staatstheater Augsburg erforscht bereits seit mehreren Jahren die Möglichkeiten von Virtual Reality, Mixed Reality und interaktiven digitalen Theaterformaten.

Sozialer Zusammenhalt, Wohlbefinden und Inklusion

Das Genre »Oper« dient innerhalb des VOPUS-Projekts als Modell dafür, wie Kunst sich neuen Zielgruppen öffnen und in digitalen Umgebungen neue Formen annehmen kann. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, bestehende Bühnenproduktionen lediglich ins Internet zu übertragen. Untersucht und entwickelt werden vielmehr neue Möglichkeiten, Kunst gemeinschaftlich zu erleben und zu produzieren.

Drei Kriterien stehen dabei im Mittelpunkt: sozialer Zusammenhalt, individuelles und gemeinschaftliches Wohlbefinden sowie Inklusion. Das Projekt fragt unter anderem, wie Gemeinschaftssinn in virtuellen Räumen entstehen kann, wie Menschen Kultur dort gemeinsam wahrnehmen und gestalten und welchen Einfluss dauerhaft bestehende virtuelle Welten auf die europäische Kultur haben.

Neben den künstlerischen Möglichkeiten werden auch die gesellschaftlichen und ethischen Bedingungen digitaler Kulturproduktion untersucht. Dazu gehören Zugänglichkeit und Teilhabegerechtigkeit, der verantwortungsvolle Umgang mit Daten, Transparenz, faire Arbeitsbedingungen sowie Fragen des Urheberrechts und des geistigen Eigentums.

Forschungsergebnisse für Kultur und Gesellschaft

Zu den angestrebten Ergebnissen des Projekts gehören eine europaweite wissenschaftliche Datengrundlage zur Teilhabe an Kunst in dauerhaft bestehenden virtuellen Welten sowie ein Toolkit für verantwortungsvolle Innovation im Kulturbereich. Darüber hinaus soll ein europäischer Kompetenzrahmen für die Produktion kultureller Inhalte in virtuellen Welten entstehen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch kulturpolitische Debatten über die Zukunft europäischer Kulturproduktion im digitalen Raum unterstützen.

Europäisches Konsortium

Am VOPUS-Projekt sind Opernhäuser, Hochschulen und Einrichtungen aus Forschung, Design und Technologie beteiligt: Finnische Nationaloper und Ballett, Staatstheater Augsburg, Staatsoper Stara Zagora, Design Academy Eindhoven, Aalto-Universität Helsinki, Universitat Autònoma de Barcelona und Digital Catapult in Großbritannien sowie weitere europäische Forschungs- und Innovationspartner.

Die finnische Aalto-Universität koordiniert das Gesamtprojekt.

Projektdaten – Überblick:

  • VOPUS – Virtual World Opera for Participation, Unity, and Social Cohesion
  • Europäisches Forschungs- und Innovationsprojekt
  • Laufzeit: 1. Juni 2026 bis 31. Mai 2029
  • Förderung: Horizon Europe, Europäische Union
  • Gesamtförderung: 3,5 Millionen Euro
  • Kick-off-Veranstaltung des Projektes: 8. – 10. Juni 2026 an der Aalto Universität Helsinki

staatstheater-augsburg.de