Die preisgekrönten Stücke des MADE.Festivals 2026

MADE.Festival 2026: Jakob Schnack Krog und Simon David Zeller von Boys* in Sync bei der Preisverleihung ~ © Antje Kroll

ÜBER DAS UNBEHAGEN ZU WOHNEN, ZAPFENSTREICH und RISKTAKERS sind die preisgekrönten Stücke des MADE.Festivals 2026. Unter dem Motto WER mit WEM präsentierte das Festival vom 21. Mai bis zum 20. Juni 2026 in Frankfurt, Offenbach, Darmstadt und Wiesbaden acht von einer Jury ausgewählte besonders sehenswerte Produktionen der Freien Darstellenden Szene Hessens. Mehr zum MADE.Festival unter made-festival.de.

„Jede der drei preisgekrönten Inszenierungen spiegelt das diesjährige Festivalmotto WER mit WEM sowohl inhaltlich als auch ästhetisch auf ganz eigene Weise, gemeinsam ist den Stücken, dass sie drängende gesellschaftliche Fragen der Gegenwart thematisieren; sie sind im besten Sinne auf der Höhe der Zeit“, resümieren Katja Hergenhahn und Steffen Lars Popp von der Festival-Leitung.

Der Publikumspreis geht an ÜBER DAS UNBEHAGEN ZU WOHNEN. Die Zuschauer:innen, die die MADE.Stücke nach jeder Aufführung in geheimer Abstimmung mit 0, 25, 50, 75 oder 100 Prozentpunkten bewerteten, gaben der Lechture-Performance von Eleonora L. Herder, andpartnersincrime, Frankfurt, mit nahezu 100 Prozent die meisten Punkte. „Die Performance lässt uns selbst daüber nachdenken, wie viel wir über unsere Familien wissen, was wir vielleicht gerne noch herausfinden würden, was nie mehr geklärt werden kann. Das Relationale des Themas des diesjährigen Festivals WER mit WEM spielt sich hier auf den unterschiedlichen Ebenen durch und fragt (…) danach, wie viel planbar und nachvollziehbar ist – im Leben und im Theater“, heißt es in der Laudatio von Bernhard Siebert (Szenejury), die er stellvertretend für das Publikum hielt.

Die Schauspielperformance ZAPFENSTREICH von Boys* in Sync, Frankfurt, erhält einen der beiden Szenepreise. Aus der Laudatio von Beate Krist (Szenejury): „ZAPFENSTREICH ist eine Auseinandersetzung mit Militarismus in Europa, die heute aktueller ist denn je. (…) Hier wird die Glorifizierung des Militärs klug, berührend und humorvoll zugleich beleuchtet. Die Gruppe rekonstruiert nur mit ihren Körpern und Stimmen eine Zeremonie, die sie gleichzeiig infrage stellt. Ein Stück zum Nachdenken, zum Weiterdenken, ein Stück, das ohne belehrend zu sein, die richtigen Fragen zur richtigen Zeit stellt“.

Den weiteren Preis der Szenejury erhält die interaktive Schauspielperformance RISKTAKERS von Anne Decker, Victoria Schmidt, Eike Mathis Hackmann, Marina Rengel Lucena, Aylin Leclaire, art allies, Marburg. „‚Die beste Form der Gleichheit ist die Gleichgültigkeit‘, offenbart uns Luzifer und zeigt uns in einer einzigen Sentenz sein wahres Gesicht. Wollen wir ihn jedoch Lügen strafen, müssen wir mehr tun, als ins Theater zu gehen. Wir müssen aus eigenem Willen den Raum der Öffentlichkeit betreten und selbst nach Alliierten suchen – für ein Paradies auf Erden! Für den Mut zu seiner solchen Parabel und den beeindruckenden Einsatz jener sprachlichen, schauspielerischen, technischen und räumlichen Mittel, die es braucht, damit wir ihr letztlich glauben wollen, verleihen wir den zweiten Szenepreis an RISKTAKERS“, so Holm-Uwe Burgemann (Szenejury) in der Laudatio. Weitere Informationen und Fotos zu RISKTAKERS hier.

Die Szenejury zeigte sich bei der Preisverleihung beeindruckt von der Vielfältigkeit des MADE.Festivals. Das Festival zeige, wie „lebendig und bunt die freie Szene in Hessen ist“. Zur Szenejury gehörten: Beate Krist, Schauspielerin und Regisseurin, Theater 3D, Wiesbaden; Holm-Uwe Burgemann, u.a. Autor und künstlerischer Leiter von PRÄPOSITION und Kurator von TEXT MATTERS, MATTERS OF TEXT, Offenbach; und Bernhard Siebert, Forschungsreferent an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK), Frankfurt.

Das Preisgeld stiftete auch in diesem Jahr die Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

made-festival.de