25 Jahre Sommerwerft – Programmhighlights

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2026 wird gefeiert: Die Sommerwerft – Internationales Theaterfestival am Fluss in Frankfurt/M wird 25 Jahre alt! Was einst als Initiative der freien Szene begann, ist heute ein fester Bestandteil des Frankfurter Kultursommers – direkt am Mainufer, im Kontrast zur Skyline und im Schatten der Europäischen Zentralbank – doch immer noch ein freies Kulturprojekt unserer Stadt.

Trotz Wachstum ist sich das Festival treu geblieben: ein offener, lebendiger Ort, an dem Menschen zusammenkommen, verweilen, gemeinsam Kultur erleben und Teil einer besonderen Atmosphäre werden. Auch im Jubiläumsjahr lädt die Sommerwerft wieder zu 17 Tagen Theater, Tanz, Musik und Performance unter freiem Himmel ein – zugänglich, vielfältig und getragen von einem starken Gemeinschaftsgedanken. Mit rund 200 Künstler:innen und Gruppen sowie über 100.000 Besucher:innen zählt sie zu den größten Open Air-Theaterfestivals Deutschlands. Die Sommerwerft steht wie kaum ein anderes Festival für Kultur für alle – mit allen: offen, inklusiv und mitten im urbanen Leben. Damit das möglich ist, verzichten die Veranstalter:innen schon seit jeher auf Eintritt und setzen stattdessen auf freiwillige Spenden.

Die Sommerwerft 2026 wird ein Jubiläum, das nicht nur zurückblickt, sondern vor allem nach vorne – und zeigt, wie stark Kultur Menschen verbinden kann. Und dass Kultur heutzutage – und auch in der Zukunft – Themen aufgreifen muss, die von gesellschaftlicher und umweltpolitischer Relevanz sind. Letztes Jahr gestartet mit dem Projekt „Trees“ widmet sich die Sommerwerft in diesem Jahr einem langjährigen Weggefährten des Festivals, dem Main.

Unter dem Motto „The Ocean starts in Frankfurt“ wird das Mainufer zum interaktiven Erlebnisraum rund um das Thema Wasser. Von hier aus entfaltet sich das volle Spektrum der Sommerwerft 2026 – mit internationalem Tanz und Theater, interaktiven Performances, Konzerten, Poetry Slam, Workshops, Kino und spontanen Aktionen auf dem Gelände.

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Ausgewählte Programmhighlights

Freitag, 24. Juli: Die Konferenz der Vögel – Insectotropics – Theater

Inspiriert von dem persischen Gedicht „Die Konferenz der Vögel“ aus dem 12. Jahrhundert richtet „Insectotròpics“ den Fokus auf die Vögel, die ihr Ziel nicht erreichen: jene, die zögern, müde werden, stehen bleiben oder sich verirren. Anhand dieser untersucht das Stück menschliche Grenzen, Ängste und Widersprüche und unterstreicht zugleich, wie wichtig es ist, gemeinsam aufzubrechen.

Samstag, 25. Juli: Radiant – Holektiv – Tanz- und Zirkusperformance

„Radiant“ behandelt das hochaktuelle Thema Lichtverschmutzung mit Leichtigkeit, Humor und einem eindringlich-poetischen Ton. Diese Tanz- und zeitgenössische Zirkusperformance ist inspiriert von den polnischen Gemüsegewächshäusern, deren intensives Leuchten wie eine Stadt mit hunderttausend Einwohnern strahlt. Sie verbindet physisches Theater, Tanz, Partnerakrobatik, Spoken Word und Musik der Gruppe Himalayan Dalai Lama.

Gefördert vom deutsch-tschechischen Zukunftsfond.

Mittwoch, 29. Juli – Sonntag, 2. August: Blue Lab – „The Ocean Starts in Frankfurt!“

Die Besucher:innen dieses besonderen Highlights der Jubiläums-Sommerwerft begeben sich auf eine symbolische Reise von den Quellen des Mains bis zur Nordsee und entdecken die enge Verbindung zwischen Flüssen und Ozeanen. Workshops, Performances und Mitmachformate schaffen Bewusstsein für Themen wie Umwelt, Verantwortung und Zusammenhalt – und münden in ein gemeinsames Feiern des Wassers.

Donnerstag, 30. Juli 2026: H2eau – Konrad Zimmermann – Musik auf einem Ponton im Main

Er musiziert mit und im Fluss. Mit Hydrophonen werden Klänge und Rhythmen aus Wasser geschaffen. Elektronik, Natur und Poesie auf einer liquiden Klangreise mit Goethe & Heine. Ein Soundcocktail gerührt, geschüttelt, gemixt mit der Loreley, dem weißen Moldauhai und den Rheinnixen. H2eau schunkelt wie das Meer, feiert den Main – das Wasser – das Leben.

Samstag, 1. August: Diaspora – Eine zeitgenössische Tragödie – antagon theaterAKTion und Ondadurto Teatro – Theater

DIASPORA thematisiert die Situation von Migrant:innen und Menschen auf der Flucht heute, hervorgerufen etwa durch neo-koloniale Ausbeutungsstrukturen im globalen Süden. Als moderne Interpretation von Euripides klassischer Tragödie „Die Troerinnen“ strebt DIASPORA einen Perspektivwechsel an – Weltgeschehen und Konflikte aus der Sicht von Menschen vor Ort, von Frauen, Flüchtenden, Unbeteiligten und Unschuldigen.

Sonntag, 2. August: La Mer en Moi (das Meer in mir) – Of Curious Nature – Tanz

Menschen fliehen über das Mittelmeer nach Europa und erleben dabei einschneidende Traumata, vielleicht auch Solidarität auf See. Im Tanz im Wasser spiegelt sich die Seelenlandschaft von Menschen, die ihr Leben nach extremen Erfahrungen neu beginnen. Wasser als der sanfte und tiefgründige Ort der Reflexion und als wildes, aufgewühltes Element, in dem der Mensch ein Spielball der Gezeiten und sich abschottender Mächte wird.

Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ, Gastspielförderung Tanz, gefördert von den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.

Donnerstag, 6. August: Secrets – Teatr Migro – Theater

Das Stück erzählt die Geschichte von drei Gruppen von Migrant:innen aus unterschiedlichen Ländern: Soldaten, die aus dem Krieg nach Hause zurückkehren, junge Frauen, die sich in ihrem Haus verstecken, und ein Mädchen, das gezwungen ist, mit ihrem alten, kranken Vater aus ihrem Land zu fliehen. Sie alle müssen ihr Leben komplett umkrempeln und neu beginnen. Die Aufführung regt zum Nachdenken darüber an, wie leichtfertig wir andere beurteilen, wie kurzsichtig unsere Wahrnehmung der Realität ist und wie stark der Lauf der Geschichte menschliche Entscheidungen beeinflusst. Die Inszenierung ist inspiriert von Magdalena Grzebałkowskas Buch „1945. Krieg und Frieden“.

Sonntag, 9. August: Embryo – Musik

Embryo ist ein einzigartiges internationales Musikkollektiv aus München, das Krautrock, Jazz, freie Improvisation, inner- und außereuropäische Rhythmen und Klänge verbindet wie kein Zweites. Embryo existiert seit 1969, übergreift Generationen, Genres und Grenzen. Marja Burchard, Tochter des Gründers Christian Burchard, übernahm 2015 die Band, in der sie aufwuchs. Seitdem lebt Embryo mit ihr weiter.

Kenner:innen der Sommerwerft können sich auf jährlich wiederkehrende Highlights freuen: die montags stattfindende Night of Dance, die Porto Brasil Night mit brasilianischen Künstler*innen und die Donnerstage, die im Zeichen der Queer Night stehen. An den Wochenenden gibt es außerdem besondere Stücke für junges Publikum auf der eigenen Kinderbühne. Das vielfältige Theater- und Tanzprogramm wird ergänzt durch täglich drei Konzerte regionaler sowie internationaler Künstler:innen im Beduinenzelt. Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich an den täglichen Workshopangeboten (für Kinder und Erwachsene) beteiligen – oder gleich als Freiwillige:r mit anpacken.

Wer die Sommerwerft unterstützen möchte, kann das auch im Vorfeld schon unter sommerwerft.de tun.

Das Gesamtprogramm findet sich in Kürze auf der Website sommerwerft.de