Mit einem Festakt in der Stiftskirche ist die 67. Spielzeit der Gandersheimer Domfestspiele von Ministerpräsident Olaf Lies offiziell eröffnet worden.
„Endlich ist es wieder soweit! Jeden Sommer verwandelt sich Bad Gandersheim in ein lebendiges Theaterzentrum Niedersachsens. Die Domfestspiele sind ein großes kulturelles Aushängeschild unseres Landes, das jährlich zehntausende Besucherinnen und Besucher anlockt und begeistert. Die Domfestspiele verbinden Kunst und Unterhaltung in einer ganz besonderen Atmosphäre – hier trifft sich Niedersachsen zu großem Theater oder besser gesagt zur großen Come-Together-Beatles-Show.“
Der Ministerpräsident besuchte nach der Eröffnung die Premiere von „Come together – die große Beatles-Show“ auf der Festspielbühne.
Aufsichtsratsvorsitzender Uwe Schwarz begrüßte in seinen Eröffnungsworten unter anderem die neue Landesbischöfin Dr. Christina-Maria Bammel aus Braunschweig und äußerte die Hoffnung, die bisherige gute Zusammenarbeit der Domfestpiele mit der Kirche fortsetzen zu können. Er begleite die Gandersheimer Domfestspiele seit 1981 in unterschiedlichsten Funktionen, und es fasziniere ihn noch immer, was hier jedes Jahr passiere und wie sich die Festspiele in diesen 45 Jahren entwickelt hätten.
„Hier findet kein Tourneetheater statt mit eingekauften Produktionen, sondern hier wird ein komplettes Theater aus dem Boden gestampft“, sagte Schwarz. Anfang Mai komme ein hoch professionelles Ensemble, das jährlich neu zusammengestellt werde, das innerhalb weniger Wochen vier große und zwei kleine Stücke mit allen Facetten eines Theaters produziere. „Dass so etwas auf dem Lande überhaupt möglich ist, geht nur mit einem gemeinsamen Wollen und vielen Unterstützern“, dankte Uwe Schwarz den Förderern und Sponsoren. „Wir brauchen sie auch in der Zukunft!“
Das Theater sei einer der letzten Orte, an denen Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Generationen und Überzeugungen freiwillig zusammenkommen. „Sie sitzen nebeneinander, sie lachen gemeinsam, sie schweigen gemeinsam, sie weinen gemeinsam, und für ein paar Stunden erinnern sie sich daran, dass sie mehr verbindet als trennt“, sagte Intendant Achim Lenz zur Eröffnung. „Das ist demokratische Praxis, vielleicht sogar ihre schönste Form.“ Deshalb seien die Domfestspiele weit mehr als ein kulturelles Angebot. Sie seien das Versprechen, dass Begegnung möglich bleibe.
„Vier junge Männer aus Liverpool haben der Welt nicht nur Musik geschenkt“, sagte Achim Lenz. „Die Beatles haben Millionen Menschen das Gefühl gegeben, dass Verbindung möglich ist, dass Unterschiede überwindbar sind, dass aus vielen Stimmen etwas Gemeinsames entstehen kann.“ Der Intendant wünschte sich für diesen Sommer in Bad Gandersheim nicht nur ausverkaufte Vorstellungen und begeisterte Kritiken. „Ich wünsche uns Begegnungen, offene Herzen, den Mut zur Zuversicht und die Erinnerung daran, dass Kunst nicht die Welt rettet, aber dass sie uns daran erinnern kann, warum die Welt es wert ist, gerettet zu werden.“
Unter dem Motto „Was wäre wenn“ zeigen die Gandersheimer Domfestspiele vom 14. Juni bis 16. August vor der Stiftskirche vier Produktionen: die Kriminalkomödie „Die acht Frauen“, die hitverdächtige Musikgeschichte „Come together – die große Beatles-Show“, der Broadway-Musical-Klassiker „Hello, Dolly!“ und als Kinder- und Familienstück die mutigste Holzpuppe der Welt: „Pinocchio“. Hinzu kommen drei Produktionen auf der Studiobühne im Probenzentrum: „Das Bildnis des Dorian Gray“ mit Dominik Müller, „Pure Piaf – Edith, ihr Leben, ihre Chansons“ mit Roswitha-Ring-Preisträgerin Sylvia Heckendorn (bereits ausverkauft) sowie „Love Letters“ unter der Regie von Lukas Keller mit Kristin Mössinger-Germer und Lothar Germer vom „Theater aus der Zwischenzeit“.
Eintrittskarten gibt es über die Kartenzentrale der Gandersheimer Domfestspiele, Stiftsfreiheit 12, telefonisch 05382 955 3311 oder per E-Mail: kartenzentrale@gandersheimer-domfestspiele.de bzw. online unter gandersheimer-domfestspiele.de.
Öffnungszeiten: Montag 10 bis 17 Uhr, Dienstag bis Freitag 10 bis 17 Uhr bzw. 10 bis 20 Uhr (bei 20-Uhr-Vorstellungen), 8.15 bis 17 Uhr (bei 10-Uhr-Vorstellungen), Sonnabend und Sonntag 13 bis 20 Uhr.
