1. Preis beim „ZukunftsGut-Preis“ 2026 der Commerzbank-Stiftung für institutionelle Kulturvermittlung
Das Theater Magdeburg ist gestern in Frankfurt am Main mit dem „ZukunftsGut-Preis“ 2026 der Commerzbank-Stiftung für institutionelle Kulturvermittlung ausgezeichnet worden. Die Vermittlungsprojekte am Theater Magdeburg wurden mit dem 1. Preis in der Kategorie „Urbaner Raum“ geehrt, mit dem ein Preisgeld von 25.000 Euro verbunden ist.
„Dieser Preis ist für uns eine große Anerkennung – und er gehört dem gesamten Theater Magdeburg. Dass wir heute ausgezeichnet werden, zeigt, was möglich ist, wenn ein Haus Vermittlung als gemeinsame Aufgabe begreift: wenn neue Formate entstehen dürfen, bei denen alle Beteiligten ihre Perspektiven einbringen. Unser besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden, die mit großer Offenheit und Engagement daran arbeiten, Theater für unterschiedliche Menschen zugänglich zu machen – auf der Bühne, im Stadtraum und in direktem Austausch mit der Stadtgesellschaft. Dieser Preis bestärkt uns darin, diesen Weg weiterzugehen und Theater als lebendigen Ort der Auseinandersetzung, der Vielfalt und des gemeinsamen Erlebens zu stärken“, betonte Clemens Leander von der Schauspielhausleitung, der den Preis gemeinsam mit Marie Schultze, Projektleiterin des Festivals „eXoplanet“, entgegennahm.

Theater Magdeburg
© Viktoria Kühne
Beworben hatte sich das Theater Magdeburg mit seiner spartenübergreifenden Bandbreite an Vermittlungsangeboten. Diese sind fest im künstlerischen Selbstverständnis des Hauses verankert. Sie reicht von klassischen, inszenierungsbegleitenden Formaten wie Einführungen, Nachgesprächen und Workshops bis hin zu partizipativen Projekten, in denen Bürger:innen selbst zu Akteur:innen werden. Sieben, teils inklusive, Theaterklubs mit insgesamt mehr als 70 Teilnehmenden im Alter von 8 bis 49 Jahren zeigen das gestiegene Interesse am gemeinsamen Theatermachen in Magdeburg.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf niedrigschwelligen und experimentellen Formaten, die das Theater bewusst aus seinen eigenen Räumen heraus in die Stadt tragen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das seit 2022 jährlich stattfindende Projekt „Bande“. Rund 70 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren verwandeln das Schauspielhaus für eine Woche in einen Ort künstlerischer Forschung. In interdisziplinären Laboren entwickeln sie eigene Fragestellungen, erproben künstlerische Methoden und untersuchen Themen, die ihre Gegenwart und Zukunft prägen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das fertige Kunstwerk, sondern der gemeinsame Prozess des Suchens, Forschens und Experimentierens. Ausgehend von ihren Erfahrungen, Beobachtungen und Visionen entstehen offene Arbeitsprozesse, die neue Perspektiven auf das Zusammenleben in der Stadt eröffnen.
Projekte wie „eXoplanet“ oder „Tor zur Welt“ erschließen ungewöhnliche Orte und sprechen gezielt neue Publikumsgruppen an. Mit Formaten wie der „Story Karaoke Bar“ entstehen kollaborative künstlerische Räume, in denen persönliche Geschichten und gesellschaftliche Themen miteinander in Dialog treten.
Auch die Öffnung für unterschiedliche Bedürfnisse und Perspektiven spielt eine zentrale Rolle: Der Ausbau von Angeboten wie Audiodeskription oder die Einbindung von Bürger:innen als Mitwirkende verdeutlichen den Anspruch, Teilhabe aktiv zu gestalten. In Kooperation mit lokalen Initiativen und Communities entstehen Formate, die künstlerisches Arbeiten mit sozialer Vernetzung verbinden und das Theater als offenen Begegnungsort im Stadtraum positionieren.
Mit dem Preisgeld wird das Theater Magdeburg seine Vermittlungsarbeit im Stadtraum gezielt ausbauen. 2027 erlebt Magdeburg mit dem 100jährigen Jubiläum der Theaterausstellung ein „Festival der Moderne“. Dafür plant das Theater unter anderem spartenübergreifende Projekte wie „Tor zur Welt“ und „eXoplanet #2“. „Das Preisgeld schenkt uns die Möglichkeit, unsere Vision eines gesellschaftspolitisch reflektierten Theaters weit über unsere eigenen Räume hinaus lebendig werden zu lassen und ermöglicht neue künstlerische Impulse sowie notwendige technische Investitionen“, so Clemens Leander.
Hintergrund ZukunftsGut-Preis 2026 der Commerzbank-Stiftung
Der ZukunftsGut-Preis richtet sich an öffentliche und private gemeinnützige Kulturinstitutionen in Deutschland, die Vermittlung als zentrale abteilungsübergreifende Aufgabe für die Zukunftsfähigkeit ihrer Einrichtung erkannt haben und ausfüllen. Der Preis zeichnet mutige und zukunftsweisende Strategien und ihre strukturelle und kulturelle Verankerung aus. Er möchte dazu beitragen, den Stellenwert von Kulturvermittlung als unverzichtbare Kern- und Querschnittsfunktion zu stärken und hervorzuheben.
Ausgeschrieben wird der Preis alle zwei Jahre in zwei Kategorien: „Urbaner Raum“ und „Ländlich-kleinstädtischer Raum“. Mit 80.000 Euro ist der Preis der höchstdotierte für Kulturvermittlung in Deutschland.
Für 2026 hatten sich 228 Kulturinstitutionen und -initiativen beworben, 16 davon hatten es auf die Shortlist geschafft,
