Die Jubiläumssaison 2026/27 des Münchner Rundfunkorchesters

Münchner Rundfunkorchester (© BR/Raphael Kast)

Von großer Oper und Bayern-Tour bis Game-Musik

Im 75. Jahr nach Gründung präsentiert sich das Münchner Rundfunkorchester auch in der Saison 2026/2027 kein bisschen müde und voll angekommen im 21. Jahrhundert. Im heute veröffentlichten Programm zur neuen Spielzeit besticht das Orchester einmal mehr durch Vielseitigkeit und Entdeckerfreude, künstlerische Exzellenz gepaart mit Nahbarkeit, ein innovatives Musikvermittlungs-Angebot, fruchtbare Kooperationen und mutige Grenzgänge.

Die Konzertreihen der Saison 2026/2027

Die traditionsreichen Sonntagskonzerte, in denen konzertantes Musiktheater und Vokal-Symphonisches in großer Bandbreite geboten wird, warten in der kommenden Spielzeit wieder mit weniger bekannten Werken und Entdeckungen aus dem Oeuvre bekannter Komponisten auf: mit Johann Strauß‘ Operette „Der Karneval in Venedig“, James MacMillans „Christmas oratorio“, Françause Vicorin de Joncières Oper „Lancelot“ geleitet vom designierten Chefdirigenten Leo Hussain und in Kooperation mit der Stiftung Palazzetto Bru Zane – Centre de Musique Romatique sowie mit einer Jubiläums-Gala zum 75-jährigen Bestehen des Orchesters.

In den Mittwochskonzerten stehen spannende Themenabende auf dem Programm wie die Präsentation des Instruments des Jahres 2026 mit dem Akkordeonisten Martynas Levickis und eine neue Folge der „Christmas Classics“ als Musical-Edition unter der Leitung des Ersten Gastdirigenten Patrick Hahn. Der Soundtrack der indischen Filmindustrie wird im 3. Mittwochskonzert „Sounds of Bollywood“ vorgestellt, bevor eine Bühnenversion einer neuen Beethoven-Hörbiografie des BR Klassik-Labels aus Anlass des 200. Todestags des großen Komponisten die Reihe 2026/27 beschließt.

Die seit dem Jahr 2000 bestehende Reihe Paradisi gloria in der Münchner Herz-Jesu-Kirche widmet sich im „Totenmonat“ November in „Memento“ mit Kompositionen von Schönberg, Ravel und Messiaen dem Totengedenken. Das zweite Konzert dieser Reihe thematisiert das Thema „Natur und Mensch“, im dritten tritt der Grandseigneur der zeitgenössischen britischen Chormusik John Rutter, ans Pult.

Klassik in Bayern – die Residenz- und Schlössertournee des Münchner Rundfunkorchesters

Der ursprünglich für 2020 geplante Start dieser neuen Reihe wurde durch Corona ausgebremst, hat ab 2022 Fahrt aufgenommen und sich seitdem zu einem festen Bestandteil des Programms des Münchner Rundfunkorchesters etabliert. In der Jubiläumssaison 2026/2027 stehen dezidiert nicht externe Solistinnen und Solisten auf dem Programm, stattdessen werden Orchestermitglieder als Solistinnen und Solisten glänzen.

„Klassik zum Staunen“ und die Education des Münchner Rundfunkorchesters

Das musikpädagogische Engagement und die Nachwuchsförderung durch das Münchner Rundfunkorchester bieten in der Reihe Klassik zum Staunen in der Jubiläumsspielzeit fünf statt vier Programme unter dem Motto „große Musik für kleine Ohren“ an. So kann sich das generationenübergreifende Publikum auf ein spannendes Programm aus Irland, auf Weihnachtsklassiker aus Mitteleuropa, auf die (für Kinder spannende Wieder-) Entdeckung des Thomaskantors Johann Sebastian Bach sowie die Erkundung der Genres Musical und Oper freuen.

Das Bach-Programm ist auch Teil der digitalen, interaktiven „Klassik zum Staunen“-Tour, in der Schüler und Lehrer, Kinder und Familien sowie junggebliebene Erwachsene tiefere Einblicke in die jeweiligen Themen gewinnen und ihr Wissen auf spielerische Weise erweitern können.

Darüber hinaus werden vor allem die Schulen mit Lehrerfortbildungen, Schul- und Probenbesuchen fundiert auf die Konzerte vorbereitet. Passend dazu wurde in der laufenden Spielzeit auf Initiative und mit Unterstützung des Freundeskreises des Münchner Rundfunkorchesters mit Luis und das Orchester ein Mitmach-Heft für Groß und Klein entwickelt, das mit Rätseln und via QR-Codes viele interaktive Elemente bietet, mit denen ein Orchester im Allgemeinen und das Münchner Rundfunkorchester im Besonderen erfahrbar wird.

„Patenschaft macht Schule“ auf Bayern-Tournee

Zum zweiten Mal gehen Mitglieder des Münchner Rundfunkorchesters im Vorfeld von „Klassik in Bayern – die Residenz- und Schlösser-Tournee des Münchner Rundfunkorchesters“ an den Spielorten mit „Patenschaft macht Schule“ auf Bayern-Tournee. Das bereits mehrere Jahre erprobte und bewährte Modell von „Patenschaft macht Schule“ (in Kooperation und mit Unterstützung der Stiftung art.131 und des Ministeriums für Unterricht und Kultus), in dem Musikerinnen und Musiker des Orchesters als Patinnen und Paten die jeweils 3. Jahrgangsstufe durch ein ganzes Schuljahr begleiten, Mitmachaktionen erproben und mit ihnen am Ende des Schuljahrs ein Abschlusskonzert für die ganze Schule gestalten, wird in der Jubiläumssaison abermals ausgeweitet auf alle Jahrgangsstufen von Grundschulen an den Spielorten der „Klassik in Bayern“-Tournee.

Kammerkonzerte und Zwergerlmusiken

Die Reihe der „Kammerkonzerte des Münchner Rundfunkorchesters“ ist weiterhin eng mit den „Zwergerlmusiken“ verbunden: In diesen Konzerten für Kinder ab 3 Jahren werden Auszüge aus dem vorangegangenen Kammerkonzert gespielt und von Host Clemens Nicol dem ganz jungen Publikum mit leicht verständlichen und unterhaltsamen Geschichten präsentiert.

Gäste beim Münchner Rundfunkorchester 2026/2027

Neben dem Chor des Bayerischen Rundfunks, dem Tölzer Knabenchor und den Limburger Domsingknaben sind beim Münchner Rundfunkorchester zu Gast (Auswahl, jeweils in alphabetischer Reihenfolge):
Gastdirigentinnen und -dirigenten (neben dem designierten Chefdirigenten Leo Hussain und dem Ersten Gastdirigenten Patrick Hahn):
Eduardo Browne, Ustina Dubitsky, Chloé Dufresne, Mihhail Gerts, Roberto Kalb, Jakob Lehmann, Wayne Marshall, Jamie Philipp, Nimrod David Pfeffer, Carlo Rizzi, John Rutter, Andreas Spering sowie Spezialisten für die Crossover-Genres Film-, Jazz- und Gaming-Musik James Aaron Hardwick, Alastair King, Eimear Noone, Michael Seal, Thilo Wolf
Gesangssolistinnen- und -solisten: Jamie Barton, Julien Dran, Adriana Gonález, Johannes Kammler, Konstantin Krimmel, Miriam Kutrowatz, Emily Pogorelc, Michèle Losier, Brenda Rae
Solo-Instrumentalistinnen und -instrumentalisten: Martynas Levickis (Akkordeon), Tianyao Lyn (Klavier), Andreas Mildner (Harfe)
Sprecherinnen und Sprecher: Pia Amofa-Antwi, Constanze Fennel, Nikolaus Habjan, Annekatrin Hentschel, Christopher Mann, Clemens Nicol, Johannes Silberschneider, Juri Tetzlaff, Maren Ulrich, Udo Wachtveitl

Langjährige Kooperationen und Partnerschaften des Münchner Rundfunkorchesters werden weitergepflegt

  • mit der Stiftung Palazzetto Bru Zane – Centre de musique romantique française, in der Koproduktion „Lancelot“ (3. Sonntagskonzert)
  • in der szenischen Koproduktion mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding in „We Are The Lucky Ones“ von Philip Venables
  • in der Zusammenarbeit mit dem Kulturmanagement der Erzdiözese München-Freising („Paradisi gloria“)
  • mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und der Stiftung art.131 („Klassik zum Staunen“ und „Patenschaft macht Schule“)

Abonnement „Prinze4you“

Neu neben den Abonnements im Prinzregententheater („Sonntagskonzert“ und „Mittwochskonzert“) wird weiterhin das Abonnement „Prinze4you“, in dem aus den Sonntags- und Mittwochskonzerten ein individuelles Wunsch-Abo im Münchner Prinzregententheater zusammenstellt werden kann, angeboten.

Das Münchner Rundfunkorchester im Radio, Fernsehen und digital

Die „Sonntagskonzerte“ und „Mittwochskonzerte“ werden bei BR Klassik live im Radio übertragen, alle weiteren Konzerte werden live oder als Aufzeichnung ausgestrahlt. In der Regel stehen alle Konzerte nach der Ausstrahlung 30 Tage auf rundfunkorchester.de/medien-info zum Nachhören zur Verfügung. Ausgewählte Produktionen werden als Video-Livestream im YouTube-Kanal ARD Klassik gestreamt und sind ebenso auf Abruf verfügbar.

75 Jahre Münchner Rundfunkorchester – Geschichte und Profil

Das Münchner Rundfunkorchester, das am 1. April 1952 in Ergänzung zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zur Pflege der „gehobenen Unterhaltungsmusik“ gegründet und zunächst von Gründungsdirigent Werner Schmidt-Boelcke geleitet wurde, war in den siebeneinhalb Jahrzehnten seines Bestehens in seinen Programmen stets von Tradition und Innovation geprägt. Die Definition „gehobene Unterhaltungsmusik“ wurde von den verschiedenen Chefdirigenten jeweils neu akzentuiert.

Fest in der DNA des Orchesters verankert waren jedoch stets die Begleitung großer Stimmen in Oper und Operette (nicht von ungefähr wird das Orchester als „eines der besten Opernorchester ohne Opernhaus“ bezeichnet) und die damit verbundene Aufnahmetätigkeit, in der viele Referenzaufnahmen entstanden, sowie die Grenzgänge zu Genres wie Musical, Jazz und Popularmusik und die Pflege und (Wieder-) Entdeckung des symphonischen Repertoires jenseits des klassischen Kanons.

In den 1980er-Jahren entwickelte das Münchner Rundfunkorchester als eines der ersten überhaupt Programme für Kinder und Jugendliche und ist seitdem Wegbereiter in der Entwicklung von Musikvermittlungsprogrammen. Rund ein Viertel seiner Dienstzeit widmen die Musikerinnen und Musiker diesem „Education“-Bereich und entwickeln diesen in interaktiven, multimedialen Erlebniskonzerten verbunden mit Streaming im Netz fortlaufend weiter.

rundfunkorchester.de