ROSSINI IN WILDBAD 2026: Sechs Opern in vier Sprachen

  • 37. Belcanto Opera Festival ROSSINI IN WILDBAD
  • 23.Juli – 2. August 2026

Das 37. Belcanto Opera Festival ROSSINI IN WILDBAD  bietet sechs Opernproduktionen in bemerkenswerten Spielstätten. Zahlreiche Erstaufführungen in vier Sprachen.

Rossini mit französischen Akzenten

Rossini à la francaise könnte das Motto des diesjährigen Festivals Rossini in Wildbad lauten. Gleich von den fünf Opernproduktionen sind in französischer Sprache komponiert. Intendant Jochen Schönleber: „Wir hatten in unserem Festival  noch nie so viele deutsche Erstaufführungen wie in diesem Jahr und freuen uns über einen Zuwachs des Vorverkaufs in Höhe von ca. 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurselben Zeit.“  

Ein Höhepunkt dürfte die französische Fassung von Rossinis „Semiramide“ (Venedig 1823) auf französisch „Sémiramis“(Paris 1860) sein, deren Bearbeitung im Wesentlichen von Rossinis engem Freund und Komponisten-Kollegen Michele Carafa stammt. Es handelt sich um eine moderne Erstaufführung. Der international gefragte ukrainische Dirigent Andriy Yurkevich leitet die einmalige Aufführung am 26. Juli im Kurhaus. Sie wird zu einem späteren Zeitpunkt im SWR gesendet.

Die beiden weiblichen Hauptrollen werden hochkarätig realisiert durch Diana Haller und Marina Viotti, die für ihr Engagement in Bad Wildbad eigens von Proben bei den Salzburger Festspielen anreist. „Le mariage en poste – Heirat auf der Durchreise“ des elsässischen Komponisten Jean-Baptiste Weckerlin erlebt ebenfalls ihre moderne Erstaufführung in einer Neuedition des Festivals. Weckerlin feierte im Paris der 1850er Jahre große Erfolge und wird mit dieser köstlichen Verwechslungskomödie sicher auch das Publikum im Königlichen Kurtheater begeistern. Die Premiere ist am 22. Juli.

Im Zusammenhang mit dem  französischen Schwerpunkt des diesjährigen Festivals „Le belcanto en français“ bekommt das Festival eine Projektförderung der Baden Württemberg Stiftung. Insgesamt stehen die Finanzen der nunmehr 37 Jahre bestehenden Institution auf drei Standbeinen. Vom Land kommen mittlerweile 175.000 €, von der Stadt 140.000 € und vom Landkreis ca. 25.000 €. Den größten Anteil an der Finanzierung haben aber Eigeneinnahmen. Schirmherr des diesjährigen Festivals ist der französische Generalkonsul für Baden-Württemberg Gaël de Maisonneuve.

Das Festival wird in diesem Jahr auf dem Sommerberg eröffnet am 23. Juli mit einem sehr vielfältig angelegten Open-Air Waldkonzert auf einer Lichtung des Hochwalds (Grillplatz Sommerberg) Die hohen Bäume dort sorgen für eine einzigartige Akustik. Aufgeführt werden unter anderem eine Messe des polnischen Belcanto-Komponisten Francisek Mirecki und deutsche Erstaufführungen von Kompositionen, die Rossini selbst eigens als Freiluftnummern konzipiert hat. Aber auch Alphörner sind dabei.

Eine wichtige Neuigkeit des Festivals ist der Umzug in das Kurhaus, welches nach 16 Jahren Unterbrechung wieder zur Verfügung steht. Eine tolle Zusammenarbeit zwischen Behörden von Stadt und Land hat dank der Initiative von Staatssekretär Arne Braun (Schirmherr 2025) in kürzester Zeit die Wiedereröffnung der unverzichtbaren Zuschauerempore ermöglicht. Mit der Premiere  „La gazza ladra – Die diebischer Elster “ am 25. Juli im Kurhaus knüpft das Festival an die letzte Aufführung im Kurhaus von 2009 an, die ebenfalls dieser Oper galt.  

Dieses Mal erklingt als moderne Erstaufführung die Fassung für Neapel von 1819/1820. Hochklassig besetzt sind die Rollen mit in Bad Wildbad bereits bewährten Sängern wie Patrick Kabongo, Nathanaël Tavernier und Emmanuel Franco. Neu in Bad Wildbad ist die junge italienische Sängerin Claudia Muschio von der Staatsoper Stuttgart, welche die weibliche Hauptrolle der Ninetta übernimmt. Francesca Di Sauro ist ein hochkarätiger Pippo.

Diese Produktion wird ebenfalls aufgezeichnet und im EU-Portal Operavision.eu gestreamt. Auch die jüngsten Besucher stehen wieder im Fokus: Im Kinder- und Jugend-Programm werden die Zuschauer altersgemäß mit Musik und Inhalt der „Diebischen Elster“ vertraut gemacht. Termine sind zwischen 21. und 28. Juli.

Als Neueinstudierung gibt es Rossinis vergnügliche Groteske „L’occasione fa il ladro – Gelegenheit macht Diebe” über einen chronischen Lügner und Erfinder alternativer Fakten, zu erleben.  Die Premiere ist am 24.Juli im Königlichen Kurtheater. Hier singt Filippo Morace die männliche Hauptrolle neben jungen preisgekrönten Solisten, es dirigiert Musikdirektor Antonino Fogliani.  

Und weitere Neuigkeiten gibt es zu vermelden: Erstmals sind zwei Programmpunkte  mit dem Thema Spanien verbunden. Unter dem Motto „¡Rossini olé!“ gibt es am 30. Juli im Königlichen Kurtheater nachmittags ein kurzweiliges Programm mit “spanischen” Kompositionen des Meisters und der Conference von Reto Müller. Am 31. Juli wird erstmals eine temperamentvolle spanische Zarzuela mit dem Titel „Marina“ mit hervorragenden Solisten im Kurhaus aufgeführt und ebenfalls mitgeschnitten. Dirigent dieser volkstümlichen Oper ist der Spanier José Miguel Pérez-Sierra, Musikdirektor am Teatro de la Zarzuela in Madrid, der schon bei vielen Aufführungen in Bad Wildbad für höchstes musikalisches Niveau gesorgt hat.

Geplant ist ferner am 29. Juli eine nächtliche Serenade auf dem Balkon des Hotels Rossini, in dem der italienische Komponist zur Kur im Schwarzwald weilte. Die beliebten Konzerte der Meisterklassen der Akademie Belcanto finden am 25. Juli und 2. August wieder im königlichen Kurtheater statt.

Sämtliche Informationen über Programme und Besetzungen gibt es auf der Homepage rossini-in-wildbad.de.