Der Spielplan 26/27 des Thalia Theaters

Thalia Theater Hamburg (© Armin Smailovic)

Sonja Anders und ihr Team stellen das Programm für die zweite Spielzeit am Thalia Theater vor: Zehn Premieren im Thalia Theater, fünf in der Gaußstraße sowie hochkarätige Festivals, politische Reihen und unterschiedliche Formate in BOX, Nachtasyl und an anderen Orten laden das Publikum zu Austausch und Begegnung ein.

„In Zeiten, die von Verunsicherung geprägt sind, fragen wir uns vor allem: Welche Handlungsmacht haben wir als Einzelne und welche gemeinsam? Wie können wir Haltung zeigen? Welche Chance haben Liebe und Schönheit gegen Hass und Populismus? Wie kommen und bleiben wir zusammen?“ fasst Intendantin Sonja Anders die zugrundeliegenden Themen zusammen.

Die laufende Spielzeit 25/26 ist geprägt von feministischen und queeren Themen, wofür vor allem die überaus erfolgreichen Inszenierungen Die kleine Meerjungfrau und Die Wut, die bleibt stehen, aber auch Stücke wie Marschlande, Frommer Tanz, Porneia oder Sankt Falstaff. Neben diesen Themen wird 26/27 ein Schwerpunkt bei Kooperation und Solidarität, aber auch Gemeinschaft im Angesicht von Polarisierung und Hass liegen.

Kooperation und Solidarität

Nicht nur inhaltlich, sondern auch ganz praktisch geht das Thalia Theater zahlreiche Bündnisse und Kooperationen ein. „Es wird immer wichtiger, sich mit gesellschaftlichen Akteuren und anderen Kultureinrichtungen zu vernetzen. Netzwerke haben eine politische Kraft, sie stärken die Demokratie und Dialogfähigkeit,“ erklärt Sonja Anders.

Neben Koproduktionen mit den Salzburger Festspielen (Der Menschenfeind), der Hamburgischen Staatsoper (Dornröschen und Caspar David Friedrich), Kampnagel (Das Wutschwert muss man herausziehen, bevor es weitergeht) und werkgruppe2 (Feierabend) gibt es auch erstmals eine gemeinsame Inszenierung mit dem Deutschen Theater Berlin: In Kabale und Liebe spielt ein gemischtes Ensemble, damit kehrt die Schauspielerin Maren Eggert ans Thalia zurück, das Stück wird abwechselnd in Berlin und Hamburg zu sehen sein – ein beispielhaftes Modell in der Theaterwelt.

Darüber freut sich auch Iris Laufenberg, Intendantin des Deutschen Theaters in Berlin: „Unsere Koproduktion ist ein Zeichen von Wertschätzung und Vertrauen – ein wunderbares Vorhaben und am Ende eine Verdoppelung, für die beteiligten Künstler*innen und unser Publikum, sowohl in Berlin als auch in Hamburg.“

Gegen Hass und Populismus

Die Gefahren von zunehmendem Rechtsruck beleuchtet das Thalia Theater in Produktionen, die sich vor allem mit faschistischer Ideologie, Autoritarismus und der Zeit des Nationalsozialismus befassen: Eröffnet wird die Spielzeit am 11.9.26 mit der Uraufführung von Annette Hess‘ Deutsches Haus. Zudem zeigt das Thalia Theater Inszenierungen von Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür, Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald, Christian Lollikes Der fremde Blick und Eugène Ionescos Die Nashörner. Zum 3. Oktober ist ein großes Demokratisches Oktoberfest im Thalia Theater geplant.

Erzählungen der pluralistischen Gesellschaft

Geschichten, die das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft beleuchten, teilweise auch aus einer migrantischen Perspektive, bilden einen weiteren Schwerpunkt im Programm: Dschinns nach dem Roman von Fatma Aydemir, Nation of Strangers nach dem Roman von Ece Temelkuran, Große Elbstraße 275a von Mazlum Nergiz, Deutschland im Winter nach Texten von May Ayim.

Regie und Ensemble

Von den insgesamt 20 Premieren der nächsten Saison werden 14 von Regisseurinnen inszeniert. Viele bekannte Namen wie Jette Steckel, Anne Lenk, Jorinde Dröse, Lilja Rupprecht, Louise Voigt, Antú Romero Nunes oder Ran Chai Bar-zvi werden inszenieren. Aber auch neue Regiehandschriften von Lisaboa Houbrechts, Anna Stiepani, Hakan Savaş Mican, Emel Aydoğdu, Katharina Birch und Antje Pfundtner ergänzen das Programm. Das 34-köpfige Ensemble bleibt unverändert.

Reihen und Festivals

Die Lessingtage, welche 2026 von Matthias Lilienthal kuratiert wurden, werden ab 2027 von der Dramaturgin Christina Bellingen übernommen. Das Programm wird im November 26 veröffentlicht, die Lessingtage finden vom 30.1. bis 14.2.27 statt.

Die überaus erfolgreiche und beliebte Gesprächsreihe Wir müssen reden mit dem Chefredakteur des ZEITmagazins Sascha Chaimowicz wird fortgesetzt. Mit den SPIEGEL-Gesprächen gibt es auf der großen Bühne eine neue politische Gesprächsreihe. Fortgeführt wird ebenfalls die Literaturreihe Umbrüche, das transkulturelle Festival Nachbarşchaften, das Nachwuchsfestival Körber Studio Junge Regie, die Nachwuchsreihe Freiflug sowie das Sprachcafé Embassy und die Dialogreihe Zuhören – Erinnern.

Thalia bleibt stabil

Der Kaufmännische Geschäftsführer Tom Till kann gute Zahlen für die laufende Spielzeit nennen. Die Einnahmen liegen über dem Plan. Beim Fest-Abo ist ein Zuwachs von 10% zu verzeichnen. Stand heute besuchten 196.000 Zuschauer*innen in der laufenden Spielzeit das Thalia Theater, bis zum Spielzeitende ist der Vorjahreswert der letzten Saison von Joachim Lux (233.000 Zuschauer*innen) in jedem Fall erreichbar.

Besonders erfreulich ist die Auszeichnung des Designs der neuen Website des Thalia Theaters: Diese wurde kürzlich mit dem renommierten iF Design Award ausgezeichnet.

Der Vorverkauf für die ersten Premieren der Saison 26/27 startete am 17.4.26.
Am 1.7.26 geht ein Großteil der Vorstellungen der gesamten Spielzeit in den Verkauf.
Spielzeiteröffnung ist am 11.9.26 im Thalia Theater.

thalia-theater.de