Vom 30. Mai bis 5. Juni 2026 war das 42. NRW Theaterfestival WESTWIND nach 25 Jahren wieder in Münster zu Gast.
WESTWIND gilt bundesweit als eines der wichtigsten Festivals für Darstellende Künste für junges Publikum. 2026 wurde es gemeinsam vom Jungen Theater des THEATER MÜNSTER und dem echtzeit-theater Münster künstlerisch geleitet. Weitere Partner vor Ort waren das Theater im Pumpenhaus, das Theater in der Meerwiese sowie die Titanick-Halle am Hawerkamp. Damit schuf WESTWIND 2026 Verbindungen zwischen ganz unterschiedlichen Kulturorten und ihren Akteur*innen und steht damit auch beispielhaft für den Arbeitskreis der Theater für junges Publikum NRW, der mit seinen ca. 130 Mitgliedern aus kommunalen Theatern, Privattheatern, Landesbühnen, Staatstheatern und freien Theaterhäusern und Theatergruppen, sowie freischaffenden Künstler*innen, die große Vielfältigkeit der Szene repräsentiert.
Von der WESTWIND Auswahljury waren 2026 folgende 10 NRW-Produktionen zum Festival eingeladen:
- BÄÄÄM – tanzfuchs PRODUKTION, Köln
- Franje – Alfredo Zinola Productions, Köln
- KRACH – Songs für die Krise – Junges Schauspielhaus Bochum
- MISSION MOPSCOM – Ein Zeitreiseabenteuer – Armada Theater, Velbert
- 1001 Nacht – oder die Macht des Erzählens – Theater an der Ruhr / subbotnik, Mülheim und Düsseldorf
- INTO IT – performing:group, Köln
- Das Gewicht der Ameisen – Theater Dortmund, Kinder- und Jugendtheater Dortmund
- Çay – eine Heimatsgeschichte – c.t.201, Köln
- Fotoalbum oder Bilder, die die Welt bedeuten können – LUTZ Hagen
- 1984 – theaterkohlenpott Herne
Das Preisgeld des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW wurde beim Festival WESTWIND 2026 erneut mit drei gleichwertig dotierten Preisen zu je 3.333 Euro von einer Kinder-Preisjury, einer Jugend-Preisjury und einer Erwachsenen-Preisjury vergeben. Mit dieser Setzung unterstreicht WESTWIND einmal mehr den Anspruch von Kindern und Jugendlichen auf eine gleichwertige gesellschaftliche Teilhabe.
Die Kinder-Preisjury bestehend aus Bruno, Elfie, Isabell, Jakob, Linus, Matilda, Mohab, Nellie, Pauline, Tom, Valentin, ehrt:
Theater an der Ruhr, Mülheim
1001 Nacht oder die Macht des Erzählens
eine Stückentwicklung von subbotnik
Auszug aus der Begründung:
„Das Stück hat uns mit seiner fantasievollen Art und dem guten Einsatz von Musik und Technik überzeugt. (…) Theater soll ein Raum der Fantasie sein, in dem wir lernen mutig zu sein“.
Die Jugend-Preisjury bestehend aus Dajana, Frida, Judith, Levin, Marie, Maya, Merle, Paul, Seoyeon ehrt:
Kinder – und Jugendtheater Dortmund
Das Gewicht der Ameisen
von David Paquet – aus dem Französischen von Frank Weigand
Regie: Annette Müller
Auszug aus der Begründung:
„Das Gewicht der Ameisen ist ein bewegendes Stück, das Kritik an Schulsystem, Klimapolitik, Machtverteilung, Stereotype von Frauenbilder und Konsumgesellschaft behandelt. (…) Es warnt vor den Zuständen, die wir zu schnell aus dem Blick verlieren. Gleichzeitigt ermutigt es, dass etwas verändert werden kann. (…) uns überzeugt vor alle die gelungene Einbindung der Audiodeskription, die immer wie ein fester Teil des Stückes integriert wirkt.“
Die Erwachsenen-Preisjury bestehend aus Soraya Abtahi (Performerin), Brigitte Dethier (Regisseurin und Theaterleiterin), Katrin Ullmann (Kulturjournalistin) ehrt:
Kinder – und Jugendtheater Dortmund
Das Gewicht der Ameisen
von David Paquet – aus dem Französischen von Frank Weigand
Regie: Annette Müller
Auszug aus der Begründung:
„Die Inszenierung ist witzig und klug, politisch und politisch inkorrekt, tieftraurig und brüllend komisch. (…) Lustvoll schaut man allen Figuren beim Scheitern und Gelingen zu, sieht sie an der Welt verzweifeln und an sich selbst glauben. (…) Der Abend ist in keiner Sekunde moralinsauer, obwohl er Weltschmerz, Depressionen, Klimakrise, Fake News, Kapitalismus, Alter, Pflegenotstand und Tod verhandelt. Überzeugend zeigt er, wie Wut zur positiven Kraft werden kann.“
