Ein Video aus der aktuellen Inszenierung von „Die Zauberflöte“ in Gelsenkirchen ist zum viralen, weltweiten Social-Media-Phänomen geworden. Über 400.000 Views, 11.000 Likes, über 28.000 Shares (Stand: 29. Mai) auf Instagram ist für ein Reel aus der Opernwelt mehr als erstaunlich. Noch überraschender ist, dass das Reel auch auf dem koreanischen Instagram-Kanal flowit.culture und im chinesischen Instagram-Äquivalent Xiaohongshu (小红书) repostet wurde und in letzterem schon über 52.000 Likes erzielte. Was macht dieses Reel aus einer Opernaufführung so einzigartig?
Die Inszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“ am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (Premiere: 9. Mai 2026) wird auch von Presse und Publikum kontrovers diskutiert.
Regisseurin Nora Krahl, Leiterin des Digitallabors MiR.LAB, siedelt Schikaneders Märchen in einer Open-World-Simulation an. Die Computerspiel-Ästhetik ist nicht durch zwei großen LED-Screens und einen eigens am MiR entwickelten und gebauten LED-Vorhang umgesetzt, sondern auch durch die Bühnenbilder von Martin Miotk. Er war es auch der zunächst den kurzen Ausschnitt aus dem Anfang der Oper auf Instagram postete.
Gezeigt wird die Stelle, an der Tamino von einer Schlange bedroht wird. In der Inszenierung in Gelsenkirchen kommt in diesem Moment der ins Riesenhafte vergrößerte Schoßhund der Königin der Nacht aus dem Schnürboden heruntergefahren und Tamino wird nicht von einer Schlange, sondern der monströsen Kot-Wurst des Hundes bedroht.
Kommentare zu dem Reel kommen mittlerweile aus der ganzen Welt, besonders aber aus Spanien, Italien, Russland und Südostasien. Dabei überwiegen amüsierte Stimmen. Vielleicht einer der schönsten Kommentare: „Mozart would be proud.“
