Mahler Competition 2026: Jury vergibt keinen ersten Preis

Die Finalisten der Mahler-Competition 2026 ~ Jakub Przybycien (© Marian Lenhard), Simon Clausse (© Marian Lenhard), Sieva Borzak (© Marian Lenhard)

Die Jury würdigt die Leistungen der Finalisten mit einem zweiten Preis sowie zwei dritten Preisen und unterstreicht damit den außergewöhnlich hohen künstlerischen Anspruch des internationalen Dirigierwettbewerbs

Die Jury der Mahler Competition 2026 hat entschieden, keinen ersten Preis zu vergeben. Stattdessen wurde der zweite Preis an Jakub Przybycień (31, Polen) und zwei dritte Preise an Sieva Borzak (29, Italien) und Simon Clausse (25, Frankreich) verliehen. Mit dieser Entscheidung unterstreicht die international besetzte Jury den hohen künstlerischen Anspruch des Wettbewerbs.

„Wir freuen uns sehr, Jakub Przybycień bei der diesjährigen Mahler Competition mit dem zweiten Preis ausgezeichnet zu haben. Er hat die Jury über den gesamten Wettbewerb hinweg überzeugt, nicht nur im Finalkonzert, sondern auch durch seine Entwicklung, seine Musikalität, sein Potenzial und seine Arbeit mit dem Orchester. In diesem Sinne ist der zweite Preis eine sehr stimmige Anerkennung für eine herausragende Gesamtleistung.“

Jakub Hrůša, Chefdirigent und Jurymitglied

Der zweite Preis der Mahler Competition 2026 ist mit 20.000 Euro dotiert, die zwei dritten Preise mit jeweils 10.000 Euro. Der Publikumspreis ging an Jakub Przybycień. Zuschauer:innen auf der ganzen Welt konnten online für ihren Favoriten abstimmen.
Der zusätzliche Preis der Studio-Produktion mit BR-Klassik und den Bamberger Symphonikern erhielt Oliver Cope (27, Großbritannien).

Vom 23. Juni bis 3. Juli 2026 fand in Bamberg die achte Ausgabe der renommierten Mahler Competition statt.

Der internationale Dirigierwettbewerb der Bamberger Symphoniker zählt zu den wichtigsten Plattformen für den dirigierenden Nachwuchs weltweit und bringt junge Dirigent:innen mit einem der führenden Orchester Europas zusammen.

Die ursprünglich 24 Kandidat:innen stammen aus 13 Nationen, darunter die USA, China, Frankreich, Polen, Großbritannien und Italien sowie weitere Länder aus Europa, Asien, Afrika und Amerika. Die Altersstruktur reicht von Anfang zwanzig bis Mitte dreißig, bei einem Verhältnis von 19 Männern und 5 Frauen.

Die erste Runde fand vom 23. bis 26. Juni statt, gefolgt von der zweiten Runde am 27. und 29. Juni mit zwölf verbleibenden Kandidat:innen.

Am 30. Juni wurden anschließend aus den sieben Semifinalist:innen drei Dirigenten für das Finale ausgewählt.

Im Zentrum des Wettbewerbs stand ein anspruchsvolles Repertoire, das die stilistische Bandbreite der Kandidatinnen forderte. Alle Teilnehmenden begannen mit Ausschnitten aus Gustav Mahlers Fünfter Symphonie sowie einer der ausgewählten Haydn-Symphonien. Im weiteren Verlauf wurden Werke von Béla Bartók, Arnold Schönberg und Thomas Adès einbezogen, die einen Bogen von der Wiener Klassik bis zur Moderne spannen (eine genaue Auflistung des Repertoires finden Sie untenstehend).

Die Jury der Mahler Competition 2026 vereint herausragende Persönlichkeiten des internationalen Musiklebens aus künstlerischer Praxis, Management und Ausbildung. Zu den Jurymitgliedern zählen zunächst profilierte Dirigentenpersönlichkeiten wie Jakub Hrůša, John Storgårds, Pablo Heras-Casado, Sian Edwards und John Carewe sowie der Komponist und Pianist Thomas Adès. Ergänzt wird die Jury durch international einflussreiche Vertreter:innen aus Musikmanagement und Ausbildung, darunter Ara Guzelimian, Dekan der Juilliard School sowie Martin Campbell-White, Gründer der Künstleragentur Askonas Holt.

Eine prägende Rolle kommt dabei bis heute Marina Mahler zu, der Enkelin von Gustav Mahler und Alma Mahler. Als Initiatorin, langjährige Patronin und Ehrenmitglied der Jury begleitet sie den Wettbewerb seit dessen Gründung und setzt sich kontinuierlich für die Förderung junger Künstler:innen ein.

Die Mahler Competition wurde 2004 von Marina Mahler und Ernest Fleischmann gemeinsam mit den Bamberger Symphonikern und ihrem damaligen Chefdirigenten Jonathan Nott gegrüdet. Seitdem findet sie im Dreijahresrhythmus statt.

Ein Blick auf die bisherigen Preisträger:innen unterstreicht die internationale Bedeutung der Competition: Bereits die erste Ausgabe 2004 gewann Gustavo Dudamel. Es folgten unter anderem Lahav Shani, Kahchun Wong und Finnegan Downie Dear, die heute international erfolgreiche Karrieren als Chef- und Gastdirigenten bei renommierten Orchestern verfolgen; zuletzt wurde 2023 Giuseppe Mengoli ausgezeichnet.

Die Mahler Competition gilt damit als verlässlicher Ausgangspunkt internationaler Dirigentenkarrieren.

Bereits 2007 wurde in der zweiten Ausgabe der Mahler Competition kein erster Preis der Jury verliehen.

Die Mahler Competition versteht sich nicht allein als Leistungsvergleich, sondern als künstlerischer Arbeitsraum. Die intensive Zusammenarbeit mit dem Orchester, die unmittelbare Rückmeldung durch die Jury und die internationale Aufmerksamkeit machen den Wettbewerb zu einem entscheidenden Karriereschritt für junge Dirigent:innen.

Das Finalkonzert kann noch bis zum 10. Juli 2026 über den YouTube-Kanal der Bamberger Symphoniker angeschaut werden

Der gesamte Wettbewerb kann über The Violin Channel sowie medici.tv nachverfolgt werden.

themahlercompetition.com