Die vorletzte Runde des internationalen Wettbewerbs der Bamberger Symphoniker findet am 30. Juni statt
Vom 23. Juni bis 3. Juli 2026 findet in Bamberg die achte Ausgabe der renommierten Mahler Competition statt. Der internationale Dirigierwettbewerb der Bamberger Symphoniker zählt zu den wichtigsten Plattformen für den dirigierenden Nachwuchs weltweit und bringt junge Dirigent:innen mit einem der führenden Orchester Europas zusammen.
Von insgesamt 24 Kandidat:innen wurden in zwei Runden sieben Kandiat:innen für das Semifinale von der Jury ausgewählt:
- Oliver Cope (27, Großbritannien)
- Shira Samuels-Shragg (28, USA)
- Sieva Borzak (29, Italien)
- Jakub Przybycien (31, Polen)
- Jacobus de Jager (29, Südafrika)
- Mauro Mariani (32, Italien)
- Simon Clausse (25, Frankreich)
Die Teilnehmenden treten am 30. Juni 2026 von 10.00 Uhr bis ca. 19.30 Uhr gegeneinander in der Konzerthalle Bamberg im Joseph-Keilberth-Saal an.
Die ursprünglich 24 Kandidat:innen stammen aus 13 Nationen, darunter die USA, China, Frankreich, Polen, Großbritannien und Italien sowie weitere Länder aus Europa, Asien, Afrika und Amerika. Die Altersstruktur reicht von Anfang zwanzig bis Mitte dreißig, bei einem Verhältnis von 19 Männern und 5 Frauen.
Die erste Runde fand vom 23. bis 26. Juni statt, gefolgt von der zweiten Runde am 27. und 29. Juni mit zwölf verbleibenden Kandidat:innen.
Für das Finale qualifizieren sich drei Teilehmer:innen, die am 1. und 2. Juli mit den Bamberger Symphonikern öffentlich proben, bevor sie am 3. Juli im Finalkonzert ihre Programme präsentieren. Im Anschluss erfolgt die Bekanntgabe der Preisträger:innen.
Im Zentrum des Wettbewerbs steht ein anspruchsvolles Repertoire, das die stilistische Bandbreite der Kandidat:innen fordert. Alle Teilnehmenden beginnen mit Ausschnitten aus Gustav Mahlers Fünfter Symphonie sowie einer der ausgewählten Haydn-Symphonien. Im weiteren Verlauf werden Werke von Béla Bartók, Arnold Schönberg und Thomas Adés einbezogen, die einen Bogen von der Wiener Klassik bis zur Moderne spannen (eine genaue Auflistung des Repertoires finden Sie untenstehend).
Die Jury der Mahler Competition 2026 vereint herausragende Persönlichkeiten des internationalen Musiklebens aus künstlerischer Praxis, Management und Ausbildung. Zu den Jurymitgliedern zählen zunächst profilierte Dirigentenpersönlichkeiten wie Jakub Hrůša, John Storgårds, Pablo Heras-Casado, Sian Edwards und John Carewe sowie der Komponist und Pianist Thomas Adés. Ergänzt wird die Jury durch international einflussreiche Vertreter:innen aus Musikmanagement und Ausbildung, darunter Ara Guzelimian, Dekan der Juilliard School sowie Martin Campbell-White, Gründer der Künstleragentur Askonas Holt.
Eine prägende Rolle kommt dabei bis heute Marina Mahler zu, der Enkelin von Gustav Mahler und Alma Mahler. Als Initiatorin, langjährige Patronin und Ehrenmitglied der Jury begleitet sie den Wettbewerb seit dessen Gründung und setzt sich kontinuierlich für die Förderung junger Künstler:innen ein.
Die Mahler Competition wurde 2004 von Marina Mahler und Ernest Fleischmann gemeinsam mit den Bamberger Symphonikern und ihrem damaligen Chefdirigenten Jonathan Nott gegründet. Seitdem findet sie im Dreijahresrhythmus statt.
Ein Blick auf die bisherigen Preisträger:innen unterstreicht die internationale Bedeutung der Competition: Bereits die erste Ausgabe 2004 gewann Gustavo Dudamel. Es folgten unter anderem Lahav Shani, Kahchun Wong und Finnegan Downie Dear, die heute international erfolgreiche Karrieren als Chef- und Gastdirigenten bei renommierten Orchestern verfolgen; zuletzt wurde 2023 Giuseppe Mengoli ausgezeichnet. Die Mahler Competition gilt damit als verlässlicher Ausgangspunkt internationaler Dirigentenkarrieren.
Die Mahler Competition versteht sich nicht allein als Leistungsvergleich, sondern als künstlerischer Arbeitsraum. Die intensive Zusammenarbeit mit dem Orchester, die unmittelbare Rückmeldung durch die Jury und die internationale Aufmerksamkeit machen den Wettbewerb zu einem entscheidenden Karriereschritt für junge Dirigent:innen.
Der erste Preis der Mahler Competition 2026 ist mit 30.000 Euro dotiert. Neben dem Preisgeld umfasst er zudem eine mehrjährige künstlerische Förderung sowie Dirigierengagements bei den Bamberger Symphonikern. Der zweite Preis ist mit 20.000 Euro, der dritte Preis mit 10.000 Euro verbunden. Des Weiteren wird unter allen Kandiat:innen zusätzlich eine Studio-Produktion mit BR-Klassik sowie den Bamberger Symphonikern zu gewinnen sein
Der Wettbewerb wird international umfangreich medial begleitet: The Violin Channel streamt sämtliche Runden sowie das Finalkonzert auf der Website und überträgt die Finalrunde inklusive Proben und Konzert zusätzlich auf Facebook.
Auch medici.tv begleitet die Finalrunde mit einem Livestream der Proben und des Finalkonzerts. Darüber hinaus wird das Finalkonzert im Anschluss an den Wettbewerb von MEZZO ausgestrahlt.
The Mahler Competition 2026 – Repertoire
- Gustav Mahler: Symphonie Nr. 5
- Joseph Haydn: Symphonien Nr. 86, 88 und 90
- Béla Bartók: Tanzsuite
- Arnold Schönberg: Fünf Orchesterstücke op. 16 (Fassung von 1949)
- Thomas Adès: Dreiteilige Suite aus Powder Her Face (Suite Nr. 1)
The Mahler Competition 2026 – Kandidat:innen: themahlercompetition.com/candidates
Bamberger Symphoniker
Die Bamberger Symphoniker – in 80 Jahren zum Orchester der Weltklasse Seit ihrer Geburtsstunde im Jahr 1946 stehen die Bamberger Symphoniker für eine einzigartige Verbindung aus historischer Verwurzelung und internationaler Ausstrahlung. Gegründet von ehemaligen Mitgliedern des Deutschen Philharmonischen Orchesters Prag sowie weiteren Musiker:innen, die infolge der Nachkriegswirren ihre Heimat verloren hatten, spiegeln die Anfänge des Orchesters ein zentrales Kapitel deutscher Geschichte wider. Ausgehend vom Prager Orchester reichen die Traditionslinien dabei bis zu Mahler und Mozart zurück.
Heute zählen die Bamberger Symphoniker zu den führenden europäischen Orchestern. Mit rund 8.000 Konzerten in über 500 Städten und 64 Ländern gehören sie zu den reisefreudigsten Klangkörpern der Welt und verstehen sich als musikalische Botschafter Bayerns und Deutschlands. Seit 2004 tragen sie den Ehrentitel Bayerische Staatsphilharmonie und werden maßgeblich vom Freistaat Bayern getragen.
Unter der Leitung von Chefdirigent Jakub Hrůša, der seit 2016 an der Spitze des Orchesters steht, knüpfen die Bamberger Symphoniker zugleich bewusst an ihre historischen Wurzeln an und entwickeln ihr internationales Profil weiter.
Die Zusammenarbeit wurde in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, darunter mehrfachen International Classical Music Awards, dem Preis der deutschen Schallplattenkritik sowie dem ICMA Special Achievement Award 2026.
Seit 2021 verfolgen die Bamberger Symphoniker eine Nachhaltigkeitsstrategie. Reisen innerhalb Zentraleuropas erfolgen nach Möglichkeit per Bahn, bei notwendigen Flugreisen werden Direktverbindungen genutzt. Darüber hinaus beteiligt sich das Orchester an Maßnahmen zur Kompensation von CO₂-Emissionen und und unterstützt Umweltprojekte an Konzertorten.
