Die Finalisten der Mahler Competition 2026 stehen fest

Die Finalisten der Mahler-Competition 2026 ~ Jakub Przybycien (© Marian Lenhard), Simon Clausse (© Marian Lenhard), Sieva Borzak (© Marian Lenhard)

In den kommenden Tagen können Besucher die öffentlichen Proben verfolgen, bevor der Gewinner im Anschluss an das Finalkonzert am 3. Juli bekannt gegeben wird.

Vom 23. Juni bis 3. Juli 2026 findet in Bamberg die achte Ausgabe der renommierten Mahler Competition statt.

Der internationale Dirigierwettbewerb der Bamberger Symphoniker zählt zu den wichtigsten Plattformen für den dirigierenden Nachwuchs weltweit und bringt junge Dirigent:innen mit einem der führenden Orchester Europas zusammen.

Nach einigen Runden konnten sich drei Dirigenten unter den insgesamt 24 Kandidat:innen durchsetzen:

  • Sieva Borzak (29, Italien)
  • Simon Clausse (25, Frankreich)
  • Jakub Przybycień (31, Polen)

Die drei Finalisten arbeiten am 1. und 2. Juli in öffentlichen Proben mit den Bamberger Symphonikern, bevor sie ihre Programme am 3. Juli um 19.00 Uhr im Finalkonzert in der Konzerthalle Bamberg (Joseph-Keilberth-Saal) präsentieren. Im Anschluss gibt die Jury die Preisträger:innen bekannt.

Die ursprünglich 24 Kandidat:innen stammen aus 13 Nationen, darunter die USA, China, Frankreich, Polen, Großbritannien und Italien sowie weitere Länder aus Europa, Asien, Afrika und Amerika. Die Altersstruktur reicht von Anfang zwanzig bis Mitte dreißig, bei einem Verhältnis von 19 Männern und 5 Frauen.

Die erste Runde fand vom 23. bis 26. Juni statt, gefolgt von der zweiten Runde am 27. und 29. Juni mit zwölf verbleibenden Kandidat:innen.

Am 30. Juni wurden anschließend aus den sieben Semifinalist:innen drei Dirigenten für das Finale ausgewählt. Im Zentrum des Wettbewerbs steht ein anspruchsvolles Repertoire, das die stilistische Bandbreite der Kandidat:innen fordert. Alle Teilnehmenden beginnen mit Ausschnitten aus Gustav Mahlers Fünfter Symphonie sowie einer der ausgewählten Haydn-Symphonien. Im weiteren Verlauf werden Werke von Béla Bartók, Arnold Schönberg und Thomas Adés einbezogen, die einen Bogen von der Wiener Klassik bis zur Moderne spannen (eine genaue Auflistung des Repertoires finden Sie untenstehend).

Die Jury der Mahler Competition 2026 vereint herausragende Persönlichkeiten des internationalen Musiklebens aus künstlerischer Praxis, Management und Ausbildung. Zu den Jurymitgliedern zählen zunächst profilierte Dirigentenpersönlichkeiten wie Jakub Hrůša, John Storgårds, Pablo Heras-Casado, Sian Edwards und John Carewe sowie der Komponist und Pianist Thomas Adés. Ergänzt wird die Jury durch international einflussreiche Vertreter:innen aus Musikmanagement und Ausbildung, darunter Ara Guzelimian, Dekan der Juilliard School sowie Martin Campbell-White, Gründer der Künstleragentur Askonas Holt.

Eine prägende Rolle kommt dabei bis heute Marina Mahler zu, der Enkelin von Gustav Mahler und Alma Mahler. Als Initiatorin, langjährige Patronin und Ehrenmitglied der Jury begleitet sie den Wettbewerb seit dessen Gründung und setzt sich kontinuierlich für die Förderung junger Künstler:innen ein.

Die Mahler Competition wurde 2004 von Marina Mahler und Ernest Fleischmann gemeinsam mit den Bamberger Symphonikern und ihrem damaligen Chefdirigenten Jonathan Nott gegründet. Seitdem findet sie im Dreijahresrhythmus statt. Ein Blick auf die bisherigen Preisträger:innen unterstreicht die internationale Bedeutung der Competition: Bereits die erste Ausgabe 2004 gewann Gustavo Dudamel. Es folgten unter anderem Lahav Shani, Kahchun Wong und Finnegan Downie Dear, die heute international erfolgreiche Karrieren als Chef- und Gastdirigenten bei renommierten Orchestern verfolgen; zuletzt wurde 2023 Giuseppe Mengoli ausgezeichnet.

Die Mahler Competition gilt damit als verlässlicher Ausgangspunkt internationaler Dirigentenkarrieren. Sie versteht sich nicht allein als Leistungsvergleich, sondern als künstlerischer Arbeitsraum. Die intensive Zusammenarbeit mit dem Orchester, die unmittelbare Rückmeldung durch die Jury und die internationale Aufmerksamkeit machen den Wettbewerb zu einem entscheidenden Karriereschritt für junge Dirigent:innen.

Der erste Preis der Mahler Competition 2026 ist mit 30.000 Euro dotiert. Neben dem Preisgeld umfasst er zudem eine mehrjährige künstlerische Förderung sowie Dirigierengagements bei den Bamberger Symphonikern. Der zweite Preis ist mit 20.000 Euro, der dritte Preis mit 10.000 Euro verbunden. Des Weiteren wird unter allen Kandiat:innen zusätzlich eine Studio-Produktion mit BR-Klassik sowie den Bamberger Symphonikern zu gewinnen sein. Der Wettbewerb wird international umfangreich medial begleitet: The Violin Channel streamt sämtliche Runden sowie das Finalkonzert auf der Website und überträgt die Finalrunde inklusive Proben und Konzert zusätzlich auf Facebook. Auch medici.tv begleitet die Finalrunde mit einem Livestream der Proben und des Finalkonzerts. Darüber hinaus wird das Finalkonzert im Anschluss an den Wettbewerb von MEZZO ausgestrahlt.

The Mahler Competition 2026 – Die Finalisten

Sieva Borzak

(*1996) ist ein italienisch-russischer Dirigent und zählt zu den vielversprechenden Nachwuchstalenten seines Fachs. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er 2024 als Semifinalist der Malko Competition in Kopenhagen sowie 2025 mit dem Gewinn der International Opera Conducting Competition der Opéra Royal de Wallonie-Liège. Er dirigierte bereits renommierte Orchester wie das Danish National Symphony Orchestra, das Orchestra Sinfonica Nazionale della Rai, das Orchestra del Teatro Regio di Torino, das Orchestra of the Opéra Royal de Wallonie-Liège und die Sofia Philharmonic Orchestra. Seine Ausbildung absolvierte er am Conservatorio Alfredo Casella und vertiefte sie unter anderem bei Riccardo Muti, Daniel Oren und Daniele Gatti. In der Saison 2025/26 dirigiert er unter anderem Così fan tutte an der Opéra Royal de Wallonie-Liège sowie I Puritani im Opernverbund der Opera Lombardia.

Simon Clausse

(*2000) zählt zu den aufstrebenden französischen Dirigenten seiner Generation. 2025 wurde er mit dem Neeme Järvi Prize der Gstaad Conducting Academy sowie dem Prix Vever der Metz National Academy ausgezeichnet. Er dirigierte bereits renommierte Orchester wie das Orchestre National de Metz, das Orchestre National de Lille, das Orchestre National de Lyon, das Orchestre National de Cannes und das Lithuanian State Symphony Orchestra. Derzeit studiert er Orchesterdirigieren am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris bei Alain Altinoglu und ist Assistant Conductor des Orchestre Français des Jeunes.

Jakub Przybycień

(*1995) machte in den vergangenen Jahren mit Erfolgen bei internationalen Dirigierwettbewerben auf sich aufmerksam und übernimmt ab der Saison 2026/27 die Position des Assistant Conductor beim Boston Symphony Orchestra unter Andris Nelsons. Zuvor war er Assistant Conductor des Barcelona Symphony Orchestra unter Ludovic Morlot. Er dirigierte bereits renommierte Klangkörper wie das London Symphony Orchestra, das Rotterdam Philharmonic Orchestra, das Danish National Symphony Orchestra und das Balthasar Neumann Choir & Orchestra. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Ernst-von-Schuch-Preis 2025 sowie Finalteilnahmen beim Herbert von Karajan Young Conductors Award und der International Conducting Competition Rotterdam. Seine Ausbildung absolvierte er an der Musikakademie Breslau und der Zürcher Hochschule der Künste und vertiefte sie unter anderem an der Järvi Conducting Academy sowie der Gstaad Festival Conducting Academy.

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