Nominierungen für den diesjährigen OPEN PORT PREIS für Theaterregie

PAD04 mit vielen spannenden jungen Theaterproduktionen (FOTO: Sophie Schueler)

Festival PAD 04 – Performing Arts & Digitalität gibt die Nominierungen für den diesjährigen OPEN PORT PREIS für Theaterregie bekannt.

Im Rahmen der vierten Ausgabe des PAD-Festivals Performing Arts & Digitalität vom 22. bis 25. Oktober in Wiesbaden wird in diesem Jahr mit dem OPEN PORT PREIS auch wieder eine Auszeichnung für junge Theaterregie verliehen. Gestern wurden die diesjährigen Nominierungen bekanntgegeben.

Der OPEN-PORT-PREIS 2026 für junge Regie wurde in diesem Jahr von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund zum zweiten Mal ausgelobt. Er soll neue Impulse in der künstlerischen Auseinandersetzung mit Theater im Zeitalter der Digitalität setzen. Bewerben konnten sich Regie- und Dramaturgiestudierende sowie Berufsanfänger*innen. Der Preis ist undotiert, jedoch mit einem einmonatigem Forschungsaufenthalt an der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund verbunden.

Marcus Lobbes und Daniela Ginten
(PAD 2024; Foto: Sophie Schueler)

„Die Zahl der Bewerbungen hat sich im Vergleich zur Vorgänger-Ausgabe 2024 verdoppelt. Der Regie-Preis ist also bei den jungen Theaterschaffenden angekommen“, freut sich PAD-Festivalleiterin Daniela Ginten.
Wir unterstützen den/die Preisträger:in in Dortmund an der Akademie für Theater und Digitalität mit Zeit, Raum, Expertise sowie Equipment und wir freuen uns, hier auch durch die Impulse aus der nächsten Generation selbst Neues kennenlernen zu dürfen“ ergänzt Marcus Lobbes, Intendant der Akademie für Theater und Digitalität.


Nominiert für den OPEN PORT PREIS für junge Regie sind in diesem Jahr drei Produktionen, die mit innovativen Ansätzen in Theater und Digitalität überzeugen:

Sonnenstrahl im Kopfsalat – von Holger Schober
Kollektiv Flamboyance

Das Theaterprojekt Sonnenstrahl im Kopfsalat ist ein immersives Klangtheaterstück für Kinder ab 10 Jahren, das die Krankheit “Demenz” klanglich nachzuempfinden und zu interpretieren versucht und fragt, was bedeutet es zu vergessen? Wie sieht es in einem Kopf aus, in dem Erinnerungen langsam verloren gehen? Und was bleibt, nachdem alle Erinnerungen, alles Erlebte und Gelernte verschwunden sind? Das Flamboyance und Ensemble nimmt dabei das Publikum mit auf eine Reise ins Gehirn von David Meiner. Mit fantasievollen Klangwelten, skurrilen Szenen und berührenden Begegnungen spürt das Ensemble der Frage nach, wie es in einem Kopf sein könnte, in dem nicht mehr alles so funktioniert, wie es das einmal tat. Zwischen den Herausforderungen der Demenz, Zusammenhalt und Fürsorge entsteht ein Klangtheaterstück darüber, was uns ausmacht – und was bleibt, selbst dann, wenn wir es nicht mehr benennen können.
Das Kollektiv Flamboyance, bestehend aus Rahel Hofbauer, Charlotte Streicher, Paul Meister und Aaron Herold, gründete sich im Rahmen des Studiums an der Universität Mozarteum in Salzburg.

The Service
Lili Süper

Die Künstlerin stellt sich im Festivalzeitraum für mehrere Stunden als Performerin zur Verfügung: In dieser Zeit geht sie durch die Stadt Wiesbaden und erfüllt dabei Aufgaben, welche ihr von den Besucher:innen live aufgetragen werden. Die Aufträge sind nur insofern begrenzt, als dass sie weder die Performerin noch andere Personen in Gefahr bringen dürfen. Das Hineingreifen in den gegenwärtigen Stadtraum wird durch Lilis blaue Hautfarbe und über die Kameraübertragung gameifiziert. Die Third-Person-Perspektive setzt die Zuschauer:innen in eine voyeuristische und machtvolle Position, in der sie über Lilis Schicksal thronend über ihre nächsten Schritte entscheiden.

Lili Süper ist eine Multimedia-Künstlerin, die performative Installationen für Ausstellungsräume schafft sowie immersive Theaterstücke, in denen das Publikum aktiv teilnimmt. Sie studierte an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) sowie im Programm Art and Ecology am Goldsmiths, University of London, gefördert durch Stipendien des DAAD und der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Zones of Simulation
Mel Brinkmann

Zones of Simulation ist eine Tanzperformance, für Menschen mit und ohne Sehbehinderung. Sie beschäftigt sich mit sogenannten COBs (civilians on the battlefield): Statistit:innen, die zu militärischen Übungszwecken auf einem Schlachtfeld Zivilisten in realen Konflikt und Kriegsszenarien nachstellen. Die Bewegungen der COBs während dieser Übungen, die die Performenden nur aus Erzählungen kennen, werden mittels Motion Capture Technologie in einen digitalen Raum – in ein virtuelles Übungsdorf für Soldat:innen und Statist:innen – übertragen. So entsteht mit Militärtechnologie eine Choreografie der Trauer und Flucht.

Die integrierte künstlerische Audiodeskription in deutscher Lautsprache leitet das Publikum durch die vielschichtigen Erzählungen, Bewegungen und Bildräume. Vor der Vorstellung findet eine Tastführung für blinde und sehbehinderte Besucher*innen statt.
Mel Brinkmann ist Choreograf:in, Performer:in und Regisseur:in. Nach ihrem Training an der IWANSON international und OPUS Ballet Florenz im zeitgenössischen und klassischen Tanz, studierte sie am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und war Stipendiatin des internationalen Austauschprogramms CHANGE NOW! mit der Akademia Teatralna in Warschau und DAS Theatre Amsterdam.


Über die Vergabe des diesjährigen OPEN PORT PREISES entscheidet eine fünfköpfige Jury, bestehend aus renommierten Theaterschaffenden.
In diesem Jahr ist die Jury wie folgt besetzt:

  • DANIELA GINTEN, Festivalleiterin und Gründerin des PAD Performing Arts & Digitalität Festivals
  • MARCUS LOBBES, Intendant der Akademie für Theater und Digitalität
  • KRISTINA MALYSEVA, Autorin, Dramaturgin und Regisseurin mit dem Schwerpunkt KI-basiertes Storytelling. Sie war Gewinnerin des OPEN-PORT-PREISES 2024
  • LUKAS REHM, Künstler und Musiker in den Bereichen Neue Medien, Installationskunst, Dokumentation, experimentelle Fiktion und (Musik-)Theater
  • HANKE WILSMANN und JOST VON HARLEẞEM, Gründerin und Gründer des Performance-Kollektivs F. Wiesel, deren Theaterproduktionen und Installationen analoge und digitale Technologien verbinden.

Alle nominierten Produktionen werden beim diesjährigen PAD 04 Festival in Wiesbaden zu sehen sein.
Die Bekanntgabe und feierliche Vergabe des OPEN PORT PREISES erfolgt am Samstag, 24.10. um 20.00 Uhr in der Wartburg in Wiesbaden.

Als führendes deutschsprachiges Festival für neue Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks im digitalen Zeitalter, das in Kooperation mit der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund und dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden stattfindet, zeigt PAD 04 erneut interessante hybride Formate, häufig in einer Mischung aus Live-Performance und Installation oder VR-Immersion. Die Veranstaltungen liegen im Bereich zwischen Theater, Oper, Tanz, akustischer Kunst, Film und Digitalität.
Das PAD-Festival Performing Arts & Digitalität ist damit bundesweit das einzige Theaterfestival, das einen spartenübergreifenden Querschnitt auf dem aktuellen Stand digitaler Praxis in den Darstellenden Künsten zeigt.
PAD04 findet vom 22. – 25.10. 2026 an verschiedenen Spielstätten in Wiesbaden statt. Hierzu gehören Studio und Wartburg des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, der Dostojewski Saal des Kurhauses, die Krypta der Marktkirche und der Schwurgerichtsaal des Heimathafens.

Das detaillierte Programm wird Anfang September veröffentlicht.
Dann startet auch der Ticketverkauf.
Mehr Infos gibt’s auf performingarts.digital

PAD04 wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und die Landeshauptstadt Wiesbaden sowie unterstützt durch das Nationale Performancenetz Gastspielförderung Theater gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder. Medienpartner sind Die Deutsche Bühne und SENSOR WIESBADEN.

Aktuelle Infos gibt’s zudem stets auf den Social Media Kanälen des Festivals auf Insta instagram.com und auf Facebook facebook.com.

INFOS zur Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (Veranstalter)

Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste wurde 1956 in Hamburg als gemeinnütziger Verein gegründet. Ziel ist es, durch Diskussionen, Stellungnahmen und Veranstaltungen zu aktuellen Themen und Entwicklungen Zeichen und Maßstäbe für das kulturelle Leben zu setzen. Dabei werden alle Sparten der Darstellenden Künste wie Theater, Oper, Tanz, Film, Fernsehen und Rundfunk einbezogen. Die Akademie verfügt mit ihren aktuell rund 500 Mitgliedern über eine Expertise, die ihresgleichen sucht. Präsident ist Prof. Hans-Jürgen Drescher (ehem. Präsident Theaterakademie August Everding München), Vizepräsidentin Caroline von Senden (Leiterin ZDF-Redaktion Fernsehspiel), Vizepräsident Marcus Lobbes (Direktor Akademie für Theater und Digitalität, Dortmund) sowie Schatzmeisterin Barbara Schäfer (ehem. Hörspiel Feature Radiokunst DLF Kultur/DLF).
darstellendekuenste.de.