Rund 75.000 Menschen besuchten 54 Veranstaltungen zum Thema »Ende«
Mit einer phänomenalen Aufführung von Giuseppe Verdis »Messa da Requiem« durch Daniele Gatti, die Sächsische Staatskapelle und den Staatsopernchor Dresden feierte am gestrigen Mittwoch das Internationale Musikfest Hamburg seinen Abschluss. Das Festival stand in diesem Jahr unter dem Motto »Ende«. Rund 75.000 Zuschauer:innen besuchten 54 Veranstaltungen, die Gesamtauslastung betrug 92%.
Seit dem 1. Mai waren internationale Top-Stars der Klassik-Szene wie Elīna Garanča, Janine Jansen, Daniil Trifonov, Arcadi Volodos, Benjamin Bernheim, Leonidas Kavakos und Christian Tetzlaff in Hamburg zu Gast. Manfred Honeck leitete die eindrücklichen Eröffnungskonzerte des NDR Elbphilharmonie Orchesters mit Franz Schmidts Oratorium »Das Buch mit sieben Siegeln«. Omer Meir Wellber verantwortete in der Elbphilharmonie eine mitreißende Aufführung von Leonard Bernsteins »Mass«.
Zu den weiteren Höhepunkten zählten Konzerte mit Musik von Hans-Werner Henze, dem sich anlässlich seines 100. Geburtstags Interpreten wie Matthias Pintscher, Vladimir Jurowski und Tamara Stefanovich widmeten. Teodor Currentzis erhielt lange Ovationen für die Interpretation von Gustav Mahlers Erster Sinfonie mit Utopia. Das Huelgas Ensemble aus Belgien begab sich einen denkwürdigen Abend lang auf eine Reise durch 440 Jahre Musikgeschichte und überraschte das Publikum mit einer Zugabe auf der Elbphilharmonie Plaza.
Die Musicbanda Franui präsentierte Lieder von Gustav Mahler ohne Gesang, dafür mit Bläsern, Streichern, Harfe und Hackbrett. Dazu vollführten die australischen Akrobat:innen von der Circus Company Circa im Großen Saal schwerelos-anmutige Choreografien. Drei Konzerte widmeten sich mit Miles Davis dem unbestritten wirkmächtigsten Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts; in einer beliebten Pop-up-Bar im Kaispeicher wurden bei guten Drinks und bester Aussicht nahezu alle seine Alben auf Vinyl gespielt.
Konzerte mit Werken zum Thema »Ende« wie Richard Wagners »Götterdämmerung«, Joseph Haydns »Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze« oder Olivier Messiaens »Quatuor pour la fin du temps« hinterließen besonders intensive Eindrücke beim Publikum. Dem Festival-Motto wurde auch in der Reihe »Lost Music« Rechnung getragen, in der Musiktraditionen aus aller Welt vorgestellt wurden, die vom Aussterben bedroht sind.
Gefördert durch den Förderkreis Internationales Musikfest Hamburg, die K.S. Fischer-Stiftung und die Stiftung Elbphilharmonie.
Die nächste Ausgabe des Musikfests startet im April 2027 und widmet sich dem Thema »Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll«. Das Programm wird am 17. November bekanntgegeben.
