Das Programm der Spielzeit 2026-27 am Schauspielhaus Hamburg

Deutsches Schauspielhaus in Hamburg (© Kerstin Schomburg)

Insgesamt zwölf Premieren in den Spielstätten des SchauSpielHauses sowie weitere acht Inszenierungen am Jungen SchauSpielHaus stehen in der kommenden Spiel-zeit auf dem Programm. Unter den Neuproduktionen sind neun Uraufführungen im SchauSpielHaus sowie zwei Uraufführungen im Jungen SchauSpielHaus.

Neuer Antikenzyklus von Schimmelpfennig und Beier

Nach dem enormen Erfolg der Antikenserie »ANTHROPOLIS« bringt Karin Beier in der Spielzeit 2026-27 einen neuen Antikenzyklus auf die Bühne: »FREMDE SONNE. Die Argonauten. Iason. Medea.« von Roland Schimmelpfennig. Der neue Zyklus befasst sich mit der Ur-Geschichte imperialer und kolonialer Unternehmungen der Zivilisation: Die Fahrt der Argonauten zur Eroberung des Goldenen Vlieses. Und der Konsequenz dieser Unternehmung: Dem Phänomen „Medea“.

Roland Schimmelpfennig hat aus der Vorlage des Argonauten-Mythos fünf neue Theatertexte entwickelt. Einzig »Medea in Korinth: Die verlorenen Kinder« basiert auf der Vorlage von Euripides bzw. Grillparzer und wurde von Schimmelpfennig in eine zeitgenössische poetische Sprache übertragen. Die insgesamt sechs Teile werden in vier Inszenierungen uraufgeführt. Diese können sowohl einzeln als auch in zeitlicher Abfolge hintereinander in einem Marathon besucht werden.

FREMDE SONNE
Schauspielhaus Hamburg
Vorabmotiv
Illustration: Rocket und Wink

FREMDE SONNE I (Uraufführung 26/9/2026)
i. Prolog: Der goldene Widder
ii. Zwischenspiel: Zentaur, Höhle, Baum und Balken
iii. Die Argonauten: Auftrag, Aufbruch und Irrfahrt

FREMDE SONNE II (Uraufführung 27/9/2026)
iv. Medea in Kolchis: Eine Rekonstruktion

FREMDE SONNE III (Uraufführung 27/9/2026)
v. Medea in Korinth: Die verlorenen Kinder

FREMDE SONNE IV (Uraufführung 6/2/2027)
vi. Medea in Athen: Der gefundene Sohn


Zahlreiche neue Regiehandschriften

Mit Mateja Koležnik, Christopher Rüping und Satoko Ichihara werden drei international arbeitende Künstler*innen zum ersten Mal am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg Regie führen. Die starken Stimmen der jüngeren Theatergeneration sind durch Ruben Müller, Lena Brasch und Paulina Seibold vertreten.

Ruben Müller bringt am 25/9/2026 »Das Adressbuch« auf die Bühne des MalerSaals: Ein zufällig gefundenes Adressbuch eines ihr unbekannten Mannes, war Anfang der 80er Jahre für die französische Künstlerin Sophie Calle der Ausgangspunkt eines viel diskutierten Projekts. Wo verläuft die Grenze zwischen künstlerischer Freiheit und Übergriff? Ruben Müller und sein Team widmen sich dieser Frage mit einem dokumentarischen und zugleich poetischen Zugriff.

Die japanische Dramatikerin, Regisseurin, Romanautorin und künstlerische Leiterin des Kinosaki International Arts Center (KIAC), Satoko Ichihara bringt ein Stück mit dem Arbeitstitel »Ubasute« auf die Bühne. Einer alten japanischen Legende folgend fragt sie darin, was einer Gesellschaft widerfährt, wenn – anders als in Grimms Märchen von »Hänsel und Gretel« – nicht die Eltern ihre Kinder, sondern die Kinder ihre altgewordenen Eltern aussetzen. Die Uraufführung ist am 19/12/2026 ebenfalls im MalerSaal.

Klassiker-Inszenierungen der slowenischen Regisseurin Mateja Koležnik vertrauen auf die Kraft des Textes und die Genauigkeit der Figuren, und machen in dichten, geschlossenen Räumen gesellschaftliche Mechanismen sichtbar. Für ihre erste Inszenierung am SchauSpielHaus nimmt sie sich Horváths »Glaube Liebe Hoffnung« an. Premiere ist am 22/1/2027 im SchauSpielHaus.

Im März 2027 wird Lena Brasch erstmals am SchauSpielHaus inszenieren.
Ihre Inszenierungen sind direkt, musikalisch geprägt und nah an der Gegenwart. Sie verhandeln Fragen von Macht, Abhängigkeit und Identität jenseits konventioneller Formen.

Christopher Rüping, vielfach ausgezeichnet und einer der wichtigsten deutschen Theaterregisseure, stiftet mit dem Projekt »Amadé« eine Begegnung mit dem Geist Wolfgang Amadeus Mozarts – dem Geist der Unangepasstheit und des Geliebt-Werden-Wollens. Die Uraufführung ist am 16/4/2027 im Großen Haus.


Künstlerische Weggefährt*innen

Nach ihrer Inszenierung von »Die Maschine – oder: Über allen Gipfeln ist Ruh«, die 2025 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, arbeitet Anita Vulesica zum zweiten Mal am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg. Erneut bringt sie einen Text von Georges Perec, einem der wichtigsten französischen Literaten der Nachkriegszeit, auf die Bühne: »Weil der Frieden Zucker ist! oder: Was für ein kleines Moped mit verchromter Lenkstange steht dort im Hof« − die mit Sicherheit komischste und anarchischste Verteidigung des Pazifismus und des Rechts des Einzelnen gegen einen militarisierten Staat in der Literaturgeschichte. Die Uraufführung findet am 7/11/2026 im Großen Haus statt.

Das bewährte Erfolgsduo Barbara Bürk und Clemens Sienknecht nimmt sich in seinem, unterdessen zum Kult avancierten Radioshow-Format Thomas Manns Familienepos »Buddenbrooks – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie« vor. Die älteste Radio-Crew des Nordens präsentiert den sich über vier Generationen erstreckenden großbürgerlichen Niedergang ab dem 26/2/2027 im Großen Haus.


Premiere im RangFoyer

Im RangFoyer inszeniert Paulina Seibold »Der Fiskus« von Felicia Zeller, deren satirische Auseinandersetzung mit dem Cum-Ex-Skandal »Die gläserne Stadt« in der Spielzeit 2023-24 große Erfolge feierte. In »Der Fiskus« wirft sie einen entlarvenden und zugleich lustvollen Blick auf die Steuersünder*innen in uns, aber auch auf die Fälle, bei denen mit großer krimineller Energie riesige Summen veruntreut werden. Premiere ist im Frühjahr 2027.


Extras / Diskurs

Neu ist das Programm »N8Linie« in der Kantine. Abends ab acht Uhr treffen Diskurs auf Musik, Lesung auf Performance, Theorie auf Party. Die »N8Linie« versteht sich als ein Raum für Begegnung, Reibung und spontane Allianzen zwischen Künstler*innen, Publikum und Stadt.

Die Gesprächsreihe »Zukunft der Demokratie«, kuratiert von Lukas Bärfuss und Judith Gerstenberg, wird fortgesetzt. Zu Gast waren bislang u. a. Omri Boehm, Carolin Emcke, Didier Eribon, Herfried Münkler, Herta Müller und Ronen Steinke.

Fortgeführt wird auch die Reihe »DachSalon« in Kooperation mit der Universität Hamburg und der Hochschule für Musik und Theater sowie die Kooperation mit der Katholischen Akademie.

Bereits im dritten Jahr ist die Gruppierung »Kinder des Widerstands« zu Gast im SchauSpielHaus. Als Nachfahren von Widerstandskämpfer*innen und Verfolgten sieht sie sich in der Verantwortung, aktiv gegen aktuelle faschistische, rassistische und antisemitische Tendenzen in der Hamburger Gesellschaft vorzugehen.
Ausgangspunkt ihrer Veranstaltungen ist jeweils ein Ort in Hamburg, der auf seine spezifische Geschichte und Gegenwart hin befragt wird.


Junges SchauSpielHaus

Das Junge SchauSpielHaus eröffnet die neue Spielzeit bereits am 28/8/2026 mit der Wiederaufnahme-Premiere »Nimmerland« für ein junges Publikum ab 8 Jahren. Regie führt Brigitte Dethier, die 2025 mit dem FAUST für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde.

Sieben Neuinszenierungen für junge Menschen folgen, darunter zwei Produktionen im Rahmen der partizipativen Sparte „SchauSpielRaum“ sowie ein neues Postgraduierten-Projekt.


Heute Vorverkaufsstart für erste Marathon-Termine »FREMDE SONNE«

Die ersten Marathon-Wochenenden der neuen Antikenserie »FREMDE SONNE« stehen bereits fest: Am 26/9 und 27/9/2026 sowie am 10/10 und 11/10/2026 und am 24/10 und 25/10/2026 werden die ersten fünf Teile im Rahmen von drei Vorstellungen an einem Wochenende zu sehen sein.

Für diese Termine startet der Vorverkauf des MarathonTickets am heutigen Freitag, den 24/4/2026. Das MarathonTicket gilt für alle drei Vorstellungen eines Wochenendes. Tickets für die einzelnen Vorstellungen sind ab dem 12/6/2026 erhältlich. Weitere Termine sind in Planung.
Nach der Premiere des letzten Teils »Medea in Athen« im Februar 2027, wird auch dieser Teil der Marathon-Wochenenden. FREMDE SONNE MarathonTickets für alle sechs Teile sind voraussichtlich ab Dezember 2026 im Verkauf.


Der Vorverkauf für den September/Oktober-Spielplan startet am 12/6/2026.

(lifePR)

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