Ausblick auf 2026/27 am Staatstheater Augsburg

Leitungsteam Staatstheater Augsburg ~ v.l.n.r.: Benjamin Seuffert, Ricardo Fernando, Lukas Baueregger, Carla Silva, André Bücker, Sophie Walz, David Ortmann, Anna-Dorothea Promnitz-Pyrek, Nicole Schneiderbauer, Sabeth Braun, Domonkos Héja, Dr. Christine Faist ~ © Jan-Pieter Fuhr
  • »ungeheuer« wird die neue Spielzeit
  • Das Staatstheater Augsburg gibt sein Programm 2026/27 bekannt

Am Mittwochvormittag hat die Theaterleitung die Veranstaltungen der kommenden Spielzeit 2026/27 bekanntgegeben. Unter dem Titel »ungeheuer« zeigt das Staatstheater Augsburg 24 Premieren in Musiktheater, Schauspiel, Ballett und Digitaltheater, darunter mehrere Uraufführungen. Als Artist in Residence ist die Geigenvirtuosin Tianwa Yang zu Gast bei den Augsburger Philharmonikern. Staatsintendant André Bücker verkündete auch die Eröffnung einer neuen Spielstätte sowie die Übernahme der Fronhofkonzerte.

Unter dem Spielzeitmotto »ungeheuer« setzt sich das Haus mit dem Monströsen, Fremden und Unfassbaren auseinander, das in dieser Zeit der Krisen und des Wertewandels allgegenwärtig scheint. »›Ungeheuer‹ beschreibt aber auch das Faszinierende und Überwältigende, das Theater von jeher so besonders macht und auch unsere Spielzeit mit ihren vielen, unterschiedlichen Perspektiven prägt«, erklärt Staatsintendant André Bücker.

Die Saison beginnt bereits mit großer Vielfalt: Am 28. September eröffnen die Augsburger Philharmoniker im Sinfoniekonzert »Neustart« die Spielzeit gemeinsam mit dem Cellisten Alban Gerhardt. Kurz darauf, am 2. Oktober, findet mit »Frau Yamamoto ist noch da« die erste Schauspielpremiere statt. Im Musiktheater kommt am 10. Oktober »Die Verwandlung« von Gordon Kampe (nach Frank Kafka) zur deutschen Erstaufführung. Schon zuvor, am 18. September, bringt das Staatstheater diese Oper am Theater Winterthur (CH) zur Uraufführung – in Kooperation mit dem dortigen Haus.

Ebenfalls im Herbst wird der Einstand in der neuen Spielstätte »mephisto«, dem ehemaligen Kino, gefeiert: mit einem Eröffnungswochenende am 24./25. Oktober. Das Ballett Augsburg folgt am 31. Oktober: Sein Auftakt ist der Klassiker »Cinderella« (Regie & Choreografie: Ricardo Fernando / mit den Augsburger Philharmonikern). Auch die erste Digitaltheaterpremiere fällt bereits in den Oktober, mit der interaktiven Raum-Installation »Kafka / Ich« (Termin wird noch bekannt gegeben).

Das Schauspiel vereint in der kommenden Saison bekannte Titel und neue Werke zu einem facettenreichen Programm: Von William Shakespeares »Die Tragödie des Macbeth« (26.2.27) über eine Bühnenfassung von Heinrich Bölls »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« (9.10.26) bis hin zum Weihnachtsstück »Der Zauberer von Oz« (28.11.26) stehen große Namen und beliebte Stoffe auf dem Programm.

Hinzu kommen Uraufführungen wie »Halli Galli (eine Show ohne Hans Rosenthal)« von Felix Krakau (27.11.26) oder Sarah Kilters »Clean« (23.4.27), das sich mit der Augsburger Drogenszene befasst. Zum Brechtfestival 2027 steuert das Staatstheater ein neues Lehrstück nach Bertolt Brecht bei (23.2.27). Mit »The Boys Are Kissing« (30.4.27) und »Der Liebling« (2.7.27) stehen zudem komödiantische Stoffe auf dem Spielplan der Schauspielsparte, die am 2.10.26 die Saison im martini-Park mit Dea Lohers »Frau Yamamoto ist noch da« eröffnet.

Im Musiktheater wird dem Spielzeitmotto »ungeheuer« gleich mit der Uraufführung/Deutschen Erstaufführung von Gordon Kampes Oper »Die Verwandlung« (s.o.) nachgespürt. Mit »Luisa Miller« von Giuseppe Verdi (30.1.27), dem »Barbier von Sevilla« von Gioachino Rossini (23.5.27) und »Hänsel und Gretel« von Engelbert Humperdinck (11.11.26) stehen des Weiteren drei Klassiker des 19. Jahrhunderts auf dem Programm.

Eine zeitgenössische Neuentdeckung sind zwei Kammeropern von Lee Hoiby & Francis Poulenc, die hier unter dem Titel »Die menschliche Stille« verbunden werden (23.1.27). Mit Christoph Willibald Glucks »Iphigenie in Aulis« (20.3.2027) ist auch wieder eine Barockoper im Programm. Einige neue Regisseurinnen feiern mit diesen Inszenierungen ihr Debüt am Staatstheater Augsburg.

Das Ballett bringt mit »Cinderella« einen bekannten Klassiker auf die Bühne, der in einer Neukreation von Ballettdirektor Ricardo Fernando, musikalisch begleitet von den Augsburger Philharmonikern, am 31.10.26 Premiere feiert. Beim zweiteiligen Ballettabend »Cathedral / Minus 16« werden die Werke prägender Stimmen des zeitgenössischen Tanzes gezeigt: Marcos Morau und Ohad Naharin (10.4.27). In der brechtbühne stehen mit »Blending« (19.12.26) und »New Comer« (22.5.27) zwei Kammerballettabende auf dem Programm, mit Uraufführungen von internationalen Gästen und Kompaniemitgliedern. Die »Internationale Ballett- und Tanzgala 2027« (6. & 7.2.27) rundet die Ballettsaison ab.

Als Artist in Residence bereichert in dieser Saison die Geigenvirtuosin Tianwa Yang fünf Konzerte der Augsburger Philharmoniker. Ihren ersten Auftritt in Augsburg hat sie am 16./17.11. mit dem Violinkonzert von Pjotr Tchaikowsky. Neben Organist Christian Schmitt zählt außerdem die Trompeterin und ARD-Preisträgerin Selina Ott zu den Solo-Gästen. »Ungeheuer« spannend wird im Jahr 2027 der Beethoven-Marathon anlässlich des 200. Todestages des Komponisten, zu dem im April (3.-6.4.27) sämtliche Sinfonien Ludwig van Beethovens zu erleben sind.

Ganz neu übernimmt das Staatstheater Augsburg in dieser Saison die Fronhofkonzerte und bietet im bewährten Ambiente der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz musikalische Sommerabende mit höchstem künstlerischem Anspruch.

Das Digitaltheater ermöglicht mit »Kafka / Ich« in der Regie von André Bücker eine interaktive Begegnung mit dem Geist von Franz Kafka, die den Umgang mit KI thematisiert (Oktober 2026). »Ungeheuer« ist auch der Kultfilm »Metropolis«, der ab Frühjahr 2027 als VR-Schauspiel inszeniert wird. »Please Stand By« führt sein Publikum als Kooperative Erfahrung in Mixed Reality in eine Raumstation (ab Mai 2027), während ein Augmented Reality Spaziergang in Kooperation mit dem Jüdischen Museum und Plan A ab Sommer 2027 zum »Spuren sichtbar machen« einlädt.

Das umfassende Programm der Theatervermittlung, der Vernetzungsplattform Plan A, der Inklusionsangebote sowie sämtlicher Reihen und Mitmachprojekte wird in der Spielzeit 2026/27 fortgesetzt und mit allen aktuellen Terminen unter »Theorie & Praxis« (auf der Homepage des Staatstheaters) veröffentlicht.

Neue Spielstätte »mephisto«

Inszenierungen und Workshops finden ab Ende Oktober auch in der neuen Spielstätte des Staatstheaters, dem ehemaligen Kino »mephisto« in der Augsburger Karolinenstraße 21, statt. »Mit dem ›mephisto‹ kehrt das Staatstheater mitten in die City zurück«, erklärt Staatsintendant André Bücker: »Das ist auch ein starkes Signal für das Augsburger Kulturleben.«

Beginn Vorverkauf: 6. Juli 2026
Alle Informationen zur Saison 2026/27 online unter staatstheater-augsburg.de.
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