Das Festspielhaus Baden-Baden feiert seine Pfingstfestspiele mit halbszenischem „Rosenkavalier“

Katharina Konradi (© Simon-Pauly)

Wenn in Baden-Baden die Pfingstfestspiele beginnen, steht in diesem Jahr ein Werk im Mittelpunkt, das seit seiner Uraufführung 1911 nicht aufgehört hat, sein Publikum zu bezaubern: Richard Strauss‘ „Der Rosenkavalier“. Zweimal – am 17. und 24. Mai, jeweils um 16 Uhr – erklingt diese musikalische Komödie in einer halbszenischen Produktion im Festspielhaus Baden-Baden.

Herausragende Solistinnen und Solisten wie Julia Kleiter, Emily d’Angelo, Katharina Konradi, Wilhelm Schwinghammer und Jonathan Tetelman brillieren in Strauss’ Sängerfest. Unter der musikalischen Leitung von François-Xavier Roth musizieren das SWR Symphonieorchester, der MDR-Rundfunkchor und der Cantus Juvenum Karlsruhe. International gefeierte Stimmen treffen auf musikalische Raffinesse – das Publikum erwartet ein außergewöhnlicher Strauss-Abend.

Des Weiteren lädt das Festspielhaus zu einem Sinfoniekonzert mit Werken von Mozart, Haydn und Lully (23.5.), einem Musik-Spaziergang mit Picknick (14.5.), einem Kammerkonzert („Rückert-Lieder“ 21.5.) und einer Jazz-Late-Night (22.5.) ein. Verschiedenste Partizipationsangebote für Jugendliche komplettieren die Pfingstfestspiele Baden-Baden. Der Musik-Spaziergang ist ausverkauft, für alle anderen Veranstaltungen sind Tickets auf der Website des Festspielhauses und an den Vorverkaufsstellen erhältlich.

Opulente Liebes- und Lebenslust

Samstag, 17. und 24. Mai, jew. 16 Uhr
Verspieltes Rokoko-Wien, erotische Dialoge in Hugo von Hofmannsthals vielleicht schönstem deutschsprachigen Operntext und Richard Strauss‘ herrlichste Melodien: Der „Rosenkavalier“ ist ein Fest für alle Sinne.

Das Sängerensemble ist festspielwürdig: Julia Kleiter, in Wien und Berlin gefeiert für die Eleganz und Noblesse ihrer Marschallin, singt die Titelpartie. An ihrer Seite Emily D’Angelo, Sängerin des Jahres beim Opus Klassik 2025, als Octavian – und Katharina Konradi, deren Sophie schon an der Bayerischen Staatsoper begeisterte. Den Baron Ochs verkörpert Wilhelm Schwinghammer, der Ochs der Gegenwart schlechthin, und für Strauss‘ berühmte Tenorarie konnte Jonathan Tetelman gewonnen werden.

Die szenische Einrichtung übernimmt der französische Regisseur Benjamin Lazar, der bereits über 20 Opern inszeniert hat. So etwa für die Händel-Festspiele Karlsruhe Händels „Riccardo Primo“ und „Tolomeo“. Mit François-Xavier Roth arbeitete er bereits zwei Mal zusammen: An der Oper Köln brachten sie Benjamins „Written on Skin“ und Richard Wagners „Fliegenden Holländer“ zur Aufführung.

Für das SWR Symphonieorchester ist es ein besonderer Abend: erstmals musizieren das Orchester und François-Xavier Roth als ihr Chefdirigent gemeinsam auf der Festspielhausbühne.

Von Versailles nach Wien

Samstag, 23. Mai, 18 Uhr

Vor der zweiten Aufführung des „Rosenkavalier“ erklingt am Pfingstsamstag im Festspielhaus ein Sinfoniekonzert der besonderen Art: Mit Mozart, Haydn und Lully stehen drei Jahrhunderte höfischer Musik in einem Programm. Als Solist für Mozarts letztes Klavierkonzert (KV 595) ist Kristian Bezuidenhout eingeladen, einer der renommiertesten Pianisten der Gegenwart, der auf dem Hammerflügel, dem Cembalo und dem modernen Klavier gleichermaßen zu Hause ist. Seine preisgekrönte Diskografie umfasst unter anderem das gesamte Klavierwerk Mozarts – es dürfe also kaum jemanden geben, der Mozarts letztes Klavierkonzert tiefer kennt. Kristian Bezuidenhout mischt historische Aufführungspraxis mit lebendiger Spontaneität: Seine Improvisationen in Mozarts Kadenzen sind legendär. Mit seinem Klavierkonzert in B-Dur weist sich Mozart als ganz großer Meister des Genres aus. Er verzichtet auf äußere Effekte und schlägt einen schlichten, heiteren und gleichzeitig innigen Ton an. Berühmt ist das liedhafte Thema des Rondos, das Mozart nur wenig später als Melodie des Lieds „Komm, lieber Mai, und mache“ verwendete.

„Ich atmet‘ einen linden Duft“

Donnerstag, 21. Mai, 19 Uhr, Weinbrennersaal im Kurhaus Baden-Baden
Mahlers fünf Rückert-Lieder – Liebesgedichte von großer Innigkeit – in einer selten zu hörenden Fassung für Sopran und Klavierquintett. Die Sopranistin Daniela Köhler singt, Musikerinnen und Musiker des SWR Symphonieorchesters begleiten.

Late Night: Libor Šíma & Friends

Freitag, 22. Mai, 21 Uhr, Weinbrennersaal im Kurhaus Baden-Baden

Libor Šíma, Solofagottist des SWR Symphonieorchesters, zeigt sich in der Late Night im Kurhaus von seiner buntesten Seite: als Jazzsaxofonist, Komponist und Arrangeur. Mit Eigenkompositionen und Bearbeitungen von Welthits lädt er mit seinen musikalischen Weggefährten zu einer unterhaltsamen Jazz-Night ein.

Partizipation: Grenzenlose Kunst

Die Pfingstfestspiele sind mehr als klassisches Konzert und Oper. Den Auftakt macht am 12. Mai der Kinder-Kunst-Tag in der Kunstwerkstatt Frieder Burda, wo Kinder spielerisch in Musik und bildende Kunst eintauchen. Mit „Classic mobil“ bringen Musikerinnen und Musiker des SWR Symphonieorchesters Musik in soziale Einrichtungen zu Menschen, denen ein Festspielhausbesuch nicht möglich ist. Am 22. Mai können Schulklassen eine Orchesterprobe miterleben – und für die Teilnehmenden von „Oper macht stark“ findet ein weiterer Workshoptag statt. „Oper macht stark“ ist ein auf zwei Jahre angelegtes Musikprojekt des Festspielhauses. 22 Schülerinnen und Schüler der Realschule Baden-Baden erschaffen gemeinsam mit professionellen Musikerinnen und Musikern, einem Slam-Poeten, einem Komponisten und digitalen Klangkünstlern eine eigene Oper. Der Titel „Oper macht stark“ ist dabei eindeutig Programm – es geht nicht nur um Musik, sondern auch um Selbstvertrauen, Teamgeist und kreative Entfaltung. Die Uraufführung mit Musikerinnen und Musikern ist an Pfingsten 2027 geplant.

Weitere Informationen und Tickets: festspielhaus.de
Persönliche Beratung und Reservierung: Tel. 07221 / 30 13 101